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  • 12/13/17--11:05: Seeing her Ghosts
  • click here

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    ich habe diesen link hier nicht "nur" geschaltet, weil ich dem kunstbuch von kirsten becken: "seeing her ghosts"anerkennung und publizität zuteil werden lassen will ... auch besonders der einfühlsame text der besprechung von saralisa volm hat mir sehr gefallen.

    ich habe mich ja 40 jahre meines arbeitslebens mit geistig behinderten und psychisch kranken menschen beschäftigt - und vor allem jetzt in meinem "ruhestand" publiziere ich ja im internet mit verschiedenen medien das ns-"euthanasie"-opferschicksal meiner tante erna kronshage, die gestern 95 jahre alte geworden wäre ... 

    in dieser kunstbuch-besprechung hier habe ich komprimiert empathische gedanken gelesen, die den in der öffentlichkeit doch immer noch stiefmütterlich behandelten themen tatsächlich angemessen sind. 

    besonders auch die ambivalente starre, in die viele angehörige fallen, und aus der man sie nur sehr behutsam mit verschiedensten mitteln herausführen kann, wird angerissen ...

    die großfamilie meiner tante damals hatte bei ihrer einweisung in die heilanstalt 1942, bei der vorgenommenen zwangssterilisation entgegen den interventionen meines großvaters - ernas vater 1943 - und schließlich zur ermordung durch übermedikation und zwangshunger-maßnahmen 630 km von zuhause entfernt anfang 1944 - aber auch danach - nach dem krieg - keine begleitenden hilfen - geschweige denn auch "nur" eine notfall-seelsorge-begleitung oder sonstigen beistand zur aufarbeitung. 

    die folge dieser nichtverarbeitung war also wie in so vielen deutschen familien damals und wohl auch noch heute: schweigen - ver-schweigen - abspalten - vergessen-wollen - davonlaufen ...

    insofern ist es wohltuend, heute von der künstlerin kirsten becken zu sehen und zu lesen, wie sie die verstrickungen in ihrer familie be- und vielleicht allmählich verarbeitet hat ... - S!



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  • 12/13/17--14:14: paradoxon

  • Jewish Breaking News






    was ist das doch für eine heuchelei - so kurz vor den weihnachtsfeierlichkeiten und dem glockenläuten in der geburtskirche zu bethlehem im palästinensischen land ...: da haben die massenmedien in deutschland seit über einem jahr, seit amtsantritt des amerikanischen präsidenten, sich an ihm zu recht meist negativ abgearbeitet mit "igittegitt" - und das ist auch gut so - aber das auf geheiß dieses wahrhaft eigentümlichen präsidenten nun unbedingt jerusalem die hauptstadt israels werden müsste, habe ich in den medien zuvor nie so dezidiert vernommen gehabt ... - selbst der ansonsten unberechenbare henryk m. broder (heute kolumnist bei der "welt" - früher bei den "st.-pauli-nachrichten") hielt sich da an-und-für-sich vornehm zurück - soweit er das überhaupt schafft ...

    doch nun will man ausgerechnet diesem despoten im weißen haus in dieser sensiblen und heiklen frage folgen - das ist unfassbar für mich ...

    ja - dieser vermaledeite donald trump will nun also diesen schritt der israel-hauptstadtanerkennung jerusalems gehen - und flugs erwachen die "freunde israels" trunken aus dem winterschlaf: auch uropa und deutschland - und mit dieser vergangenheit erst recht - und eigentlich die ganze welt - sollen nun jerusalem flott als hauptstadt israels benennen ...

    eine unbedingtheit plötzlich - auf ansage durch diesen donald trump (!) - das muss man sich ja mal vorstellen ...

    diese forderung ist damit in meinen augen seriös wenigstens irgendwie "verbrannt" ... - das ist zum bloßen political gag degradiert worden - ethische und hehre ziele lassen sich damit nicht mehr erzielen - aus die maus ... - da hechelt man den oder dem falschen propheten hinterher ...  

    aber - und wenn es denn nun unbedingt sein muss: 

    dann bitteschön ost-jerusalem zur hauptstadt palästinas machen - und west-jerusalem zur hauptstadt israels - und dazwischen setzen kundige ex-nva-bausoldaten aus den ostdeutschen bundesländern, soweit man denen noch habhaft werden kann, eine hübsche mauer mit wachtürmen, stacheldraht und todesstreifen - wie rund um bethlehem und der weihnachtskrippe ... - so quasi unser deutsches "know-how" in dieser angelegenheit als weihnachtsgeschenk und entwicklungshilfe bzw. wiedergutmachungs-zahlung - da kennt sich deutschland doch mit aus - das stünde ihm doch einfach nur passend "zu gesicht" ... 

    und da bleibt mir das lachen gefrierend im halse und in den mundwinkeln stecken: ... tööörööö !!! - (ich meine  - da würden im alten testament auch irgendwelche sogenannten lärmhörner, vornehmlich widderhörner (2. Mo 19,13; Jos 6,4–13) erwähnt, mit denen man einen "staats"politischen tusch intonieren könnte ...
    und wissen sie noch als auch die westliche welt damals in der "deutschen frage" nach und nach umfiel - und für deutschland seinerzeit vom westen peu à peu eine "zwei-staaten-lösung" anerkannt wurde (BRD-DDR)??? - und erst ein kreml-chef hat dem dann nach 40 jahren ein ende gesetzt - tätärääätäää - und nun habe wir den salat ... -S!

    delendaestziobot.wordpress.com 


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    der film "loving vincent" kommt ende des jahres in die filmkunsttheater (googeln) - vor lauet begeisterung habe ich auch zwei arbeiten im vincent-impressionismus-stijl gemacht - und zum wochenende hier eingestellt:


    S!NEDi|art im vincent|stijl: stillleben mit oranje

    S!NEDi|art: selbstbildnis im vincent|stijl


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  • 12/15/17--03:19: artgerecht
  • Ponyreit-Betreiber wird bedroht

    Perdekarussell: Radikale Tierschützer beschimpfen das Personal und haben auch schon Sachen beschädigt. Seit vierzig Jahren ist die Schaustellerfamilie Kaiser mit Pferden auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt vertreten

    Von Jürgen Mahncke | NW Bielefeld

    Gemütlich trottet die kleine Pferdekarawane im Kreis. Rambo, Rheingold, Apacha, Moritz und Sultan haben von 14 bis 18 Uhr Dienst auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt. Die Haflinger und Shetlandponys sind zwischen 14 und 30 Jahren alt. Ihr Fell fühlt sich samtweich und warm an. Sie stehen gut im Futter und machen einen entspannten Eindruck. Eine Peitsche kennen sie nicht. 


    Tradition: Auf dem Bielefelder Weihnachtsmarkt haben Pferdekarussells Tradition. Das Veterinäramt achtet genauestens auf die Einhaltung der umfangreichen Vorschriften. Foto: Oliver Krato | NW


    Weniger relaxt ist ihr Besitzer Willi Kaiser. Die Kritik an seinem und den Pferdekarussells generell ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Jetzt macht er sich Gedanken um seine Sicherheit und Gesundheit. Bereits mit 17 Jahren hatte er in der Schaustellerfamilie Verantwortung übernommen. Seine Liebe gilt den Pferden. "Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir vor vierzig Jahren zum ersten Mal auf dem Bielefelder Weihnachtsmarkt waren und es nur Freude gab", sagt der 49-Jährige nachdenklich. 

    Damals war es noch Vater Anton Kaiser, der den Kindern mit dem Ponyreiten oft den ersten Kontakt mit einem Pferd verschaffte. Schon immer hatte die Schaustellerfamilie Kaiser einen Faible für Tiere. Um 1900 zog man mit einem Zirkus durch ganz Europa. Als große Attraktion galten dressierte Löwen, Lamas, Affen, Pferde und Kühe.

    Geblieben ist das Ponyreiten, das auf Volksfesten, auf der Kirmes oder eben auf dem Weihnachtsmarkt für Freude und vermehr auch für Protest sorgt. "Es ist unangenehm und gefährlich für uns geworden", erzählt Willi Kaiser. "Vor einigen Tagen stand plötzlich ein junger Mann vor mir und beschimpfte mich lauthals als Tierquäler. Als ich ihn aufforderte, das zu unterlassen, drohte er mir Schläge ins Gesicht an. Dann verschwand er. Einen Tag später waren im Sägemehl in der Manege die Worte "Tierquäler" und "Hurensohn" geschrieben. Das Kassenhäuschen am Pferdekarussell war mit Farbe besprüht. Die Plexiglasscheibe war herausgetreten und entwendet worden." Willi Kaiser erstattete Anzeige bei der Polizei und wartet nun auf ein Ermittlungsergebnis, vermutlich ohne Erfolg. 

    "Wir wissen genau, was wir hier machen", erklärt Willi Kaiser das Ponyreiten. "Oft ist es die Unwissenheit, die die Menschen auf die Barrikaden treibt." Insgesamt 20 Ponys tun ihren Dienst auf dem Weihnachtsmarkt, in Wechselschicht. Ihnen solle auch Ruhe gegönnt werden, sagt Kaiser. Die, die freihaben, grasen in Mastholte, einer Ortschaft von Rietberg, haben auf großen, grünen Wiesen reichlich Auslauf. Willi Kaiser zeigt uns idyllische Bilder aus dem Sommer. Besucher auf dem Weihnachtsmarkt, die sich über hängende Köpfe der Ponys mokierten, erkläre er, dass dies ein Zeichen der Entspannung sei. Die Pferde würden vor sich herduseln. 

    Inzwischen geht Willi Kaiser nicht mehr auf die Anfeindungen, er sei ein Tierquäler, ein. Es macht ihn nur noch traurig, dass er in das Visier extremer Tierschützer geraten ist, die auch vor Drohungen und Beschimpfungen nicht zurückschrecken. "Mein 84-jähriger Vater war im vergangenen Jahr noch mit dabei, jetzt liegt er schwer herzkrank im Bett. Er konnte es nicht mehr ertragen. Er ist mit Tieren groß geworden, hätte das letzte Stückchen Brot mit einem Pferd geteilt." 

    Dann setzt sich die Pferdekarawane wieder in Gang und trottet über das frische Sägemehl.

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    Ponykarussells in der Kritik
    • In einigen Städten wie Düsseldorf, Duisburg oder Neuss wurden Ponykarussells inzwischen verboten.
    • Amtstierärztin Sabine Beckmann vom Kreisveterinäramt Gütersloh moniert das stundenlange Laufen der Ponys in eine Richtung. Die Tiere würden physisch und psychisch leiden. 
    • Astrid Reinke, Vorsitzende des Tierschutzverein "Achtung für Tiere" in Gütersloh verurteilt das Reiten der Ponys in kleinen Manegen. "Bei Menschen würden wir das Folter nennen", sagt sie.
    • "Wir können die Praktik verbieten. Wenn die Betreiber jedoch Recht bekommen, müssen wir uns dem leider beugen", sagt Michael Gugat von den Bielefelder Piraten.
    • Der Auflage des Kreises Gütersloh, öfter die Richtung der Ponys zu wechseln, widersprach das Verwaltungsgericht Minden.

    © 2017 Neue Westfälische
    03 - Bielefeld Süd, Freitag 15. Dezember 2017


    also - ich bin gegen tierquälerei, gegen massentierhaltung, ich nehme oft (wenn auch nicht grundsätzlich) vegetarische und veggie-table kost zu mir, ich esse viel obst - ich bin ein tierfreund - und freue mich, besonders in meinem urlaub an der nordsee, auf die vielen hunde, die ich dort antreffe - und die alle hervorragend erzogen und domestiziert sind - da gibts kein geknurre und gebelle - was sicherlich "artgerechter" wäre ...

    aber diese selbsternannten militanten und völlig überzogenen "tierschützer" gehen mir gehörig auf den nerv: schon vor einigen monaten berichtete ich hier, wie sie aus einem altenheim hier aus "tierschutzgründen" einen zutraulichen und liebevoll von einer nachbarin gepflegten papagei losgeeist haben mit der androhung "rechtlicher schritte", um diesen von den alten bewohnerinnen und bewohnern geliebten vogel "endlich einer art-gerechten haltung" zuzuführen. er lebt jetzt in einer voliere mit vielen auch jüngeren lebhaften artgenossen, nach jahrzehntelanger alleinhaltung dort im heim ...- ich weiß nicht, wie es ihm jetzt tatsächlich geht - und ob damit seine eigentliche "heimliche sehnsucht" als alttier endlich gestillt ist ...

    und nun diese karussell-pferde: gewiss ist es kein ruhmesblatt der tierhaltung pferde immer im kreis rumlaufen zu lassen mit plärrenden kindern auf dem rücken ... - aber "tierquälerei" sieht sicherlich auch völlig anders aus.

    die konnten wir uns ja im wdr neulich rauf und runter im schweinestall des ehemannes einer landesministerin von nrw anschauen ... (die verfahren dazu laufen wohl noch ...).

    diese militanten selbsternannten "tierschützer" hier nun protestieren selten gegen die industrialisierte massentötung des "schlachtviehs" bei tönnies und anderswo - selten gegen die transport-torturen der tiere quer durch europa, um dann endlich mit einer mehr schlechten als rechten elektrobetäubung im schlachtbetrieb endgültig aus dem "verkehr" gezogen zu werden ... 

    ich finde - nicht umsonst wird die leistung von fahrzeugmotoren oft noch in "pferde-stärken" (ps) ausgedrückt: das pferd wurde als "ackergaul" und zugpferd gehalten, als "rücke-pferd" auf berghängen in undurchdringlichen waldgegenden beim holzfäll-abtransport - und auch heute noch gern, fast schon museal, auf den autofreien nordseeinseln wie baltrum, juist, helgoland, langeoog, spiekeroog und wangerooge - und in den niederlanden einigen anderen mehr - was man sicherlich auch nicht zur "artgerechten" pferdehaltung deklarieren muss.

    das springreiten über den "dreifachen oxer" und die 2,15 m hohe mauer würde ein pferd ohne entsprechende auch schmerzhafte "abrichtung" dazu von kleinauf nicht freiwillig machen - beim galopp-pferdesport laufen die pferde "immer in eine richtung" werden kurz vor dem ziel oft mit einem schlagwerkzeug "ermuntert" bzw. traktiert ...

    in früheren jahren liefen pferde in entsprechenden getreidemühlen immer in die runde, um das korn zwischen den so angetriebenen mühlsteinen zu mahlen ... - 

    irgendwie "artgerechter" als ein pferde-karussell ist das alles auch nicht nach meiner meinung ... - aber ist die normale hundehaltung  heutzutage "artgerecht": leckerlies unterm wohnzimmertisch vor dem fernseher knabbern ... ??? - oder die katze auf dem katzenbaum im geheizten wohnzimmer und dann schnurrend auf dem himmelbett der tochter ... ???

    diese "art" sogenannter "tierschützer" sollen endlich zur kenntnis nehmen, dass wir die tiere durch züchtung und auslese "domestiziert" haben - und das seit jahrhunderten - und sie uns zu spaß und freude und als freunde und kameraden und - jawohl - spielgefährten - zur seite stehen und gehen oder uns ihren rücken zum sitzen darbieten ...

    und zur wiederherstellung unseres wohlbefindens "abgerichtet" - besser: "ein-gerichtet" - haben ... zum nutzen aller: als win-win-gemeinschaft zwischen mensch & tier ...

    auch das voltigier-pferd trabt "stoisch" in die runde, ebenso - mit viel einfühlungsvermögen - das therapie-pferd bei behinderten menschen in der sogenannten hippo-therapie ... - zum medizinischen nutzen und zur wiederherstellung des menschlichen selbstbewusstseins und des wohlbefindens ... - oft auch der schwächsten unter den schwachen ...

    und von der delphin-therapie in den usa oder auch in europäischen extra-meerwasserbecken will ich jetzt mal gar nicht erst noch anfangen - von den therapie-hunden, den "blinden"-hunden, den "polizei"-hunden usw usf.

    viele tiere sind auch nur menschen - oft menschlicher und duldsamer und treuer ... - mit viel spaß an der freud ... - und die hippodrom-pferde auf dem weihnachtsmarkt oder dem flohmarkt treten nicht vor wut aus - sehen gepflegt aus - und machen keinen "hospitalisierten" eindruck - sind nicht verdreckt: - bitte lasst dieses letzte bisschen "nostalgie" noch gewähren - ehe nur noch elektronik und digitalisierung die kinderzimmer bespaßen - die kinder selbst sitzen ja derweil längst "artgerecht" vor der glotze oder "wischen" auf ihrem smart-phone vielleicht aus versehen auf eine eigentlich "verbotene" porno-seite ... - artgerecht ... S!





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    antiisraelische demonstrationen spahn warnt vor importiertem antisemitismus mit muslimischen migranten 
    kommt








    auch ein neuer judenhass nach uropa 
    das sei realität sagt 
    cdu-spitzenpolitiker 
    spahn im spiegel auch 
    verfassungsschützer 
    warnen vor einer neuen welle des 
    antisemitismus 
    justizminister maas über antisemitismus  
    wer tod den juden ruft gehört vor gericht antisemitismus-debatte hass kann man nicht mit gesetzen 
    abschaffen eine 
    schwimmhalle in hannover 
    hat 
    am frauenbadetag erhebliche


    probleme frauen gehen 
    in straßenbekleidung 
    ins wasser picknicken 
    am beckenrand 
    färben im bad ihre haare und lassen 
    beträchtlichen müll zurück
    mitarbeitern des vahrenwalder 
    bades 
    die auf die baderegeln 
    hinweisen wird 
    mit den ehemännern und 
    brüdern gedroht 
    ja es geht vor allem um muslimische 
    frauen sagt 
    stadtsprecherin ulrike serbent der welt das thema sollte eigentlich nicht in die öffentlichkeit kommen sagt sie und in neun tagen 
    kommt im mauerumfriedeten 
    palästinensischen
    bethlehem jesus 
    zur welt das thema 
    sollte eigentlich nicht in die öffentlichkeit kommen

    textmix aus dem internet | S!NEDi|art

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    ANDREAS MÜHE - KOHL AM TOR | 2014 | 160 x 126 CM - artsy net - carlier|gebauer berlin

    Andreas Mühe
    Andreas Mühes Fotografie schafft bewusst inszenierte Bilder, durchdrungen von Themen wie Macht, Ideologie, Vergangenheit und Eitelkeit. Seine Fotografie rekonstruiert analytisch Bilder der deutschen Geschichte, die längst aus dem visuellen Gedächtnis verbannt sind. Diese Bilder orientieren sich an der Sprache des Theaters, da die Mehrheit professionelle Schauspieler, künstliches Licht und historisch korrekte Kostüme anwendet. Seine Bilder fangen so scheinbar authentische Szenen ein, die meisterhaft zu den kleinsten Details nachgebildet wurden. Die Unfähigkeit, Andreas Mühes Fotografien ihres angeblichen Realismus zu leugnen, macht sie so beunruhigend und etabliert ihn zu einem der aufregendsten und umstrittensten deutschen Fotografen seiner Generation.

    Andreas Mühe (geb. 1979, Karl-Marx-Stadt) lebt und arbeitet in Berlin. Er gewann zahlreiche Fotografiepreise, darunter den Hansel-Mieth-Preis (2010) und die Lead Awards (2015, 2010). Ausgewählte Ausstellungen umfassen Deichtorhallen, Hamburg, FotoMuseum Antwerpen, Antwerpen; Kunsthalle Rostock, Rostock; Memory Lab: Benaki Museum, Athen; Musée national d'histoire et d'art, Luxemburg; Budapest Galerie; Deichtorhallen, Hamburg; Europäischer Monat der Fotografie: Martin-Gropius-Bau, Berlin; und MUSA, Wien.  Text: carlier|gebauer berlin

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    meine bildinterpretation: 
    • der scheinwerfer gleißt dem in diesem jahr verstorbenen altkanzler im rollstuhl sitzend voll ins gesicht: er ist hell erleuchtet - er sitzt da wo er immer war: im blickpunkt - ihm ist ein licht aufgegangen ... - und er muss geblendet blinzeln - sitzt also trotz gleißendem licht quasi ohne jeden durchblick im dunklen ...
    • doch wo viel licht ist, ist eben auch viel schatten - ein langer eindrücklicher schatten, der auf kanzlerschaft und leben "des dicken" lastet und drückt - wo komm ich her - wo will ich hin - wo bin ich gelandet ...
    • und wer lauerte und duckte sich in diesem langen schatten unter ihm weg oder versteckte sich mit dem dolch in der tasche ... 
    • seine erste frau hannelore und seine familie, die bis zu einem gewissen zeitpunkt immer wieder gern in die öffentlichkeit "vorgeführt"/aufgeführt und in den blickpunkt gezerrt wurden - 
    • dann das schicksal mit dem suizid und dem auseinanderfallen dieser familie. 
    • die wiedervereinigung, die ihm quasi über nacht in den schoß geplumpst ist -  motto: wer jetzt nicht zugreift, den bestraft das leben ...
    • die abwicklung der ddr nach gutsherrenart - 
    • diese ungeheure knurrige schnodderigkeit, wenn er jemanden abwatschte - wie aus einer anderen welt, wo die uhren anders ticken ... 
    • die führung der cdu als kanzlerwahlverein im stile eines schützen- und karnevalvereins mit dem mief von saumagen und grünkohlessen ... 
    • ohne jede eigene aktive politische vision oder idee (..."wer visionen hat soll zum arzt gehen", hatte ja sein kontrahent helmut schmidt dazu gesagt ...) - 
    • und kohl's weltsicht, die aus der einfachen und schlichten einteilung der realitäten in die dualität a)"nützlich für mich" - b)"unnütz für mich"bestand ...
    • sein streit um's erbe und vermächtnis mit kindern und stiftung und archiv ...
    und wenn man genau hinspürt liegt ja sein zäher pragmatischer schatten immer noch auf diesem land - angestrahlt vom gleißenden spot - ja - man sucht im lichtschein unwillkürlich die knete, die er erhalten haben will, zu deren spendern er aber bis ins grab schwieg ... - und vielleicht nur schwieg - um sich unsterblich "wichtig" zu wissen ...: ja - und wichtige dinge werfen ihre schatten voraus - und nicht zurück - "im diesem umserem blühendem lamde"... - S!




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  • 12/16/17--06:00: Am Fenster - City
  • S!|art: am fenster - nach city




    mdr-Video: 40 Jahre "Am Fenster" - City =
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    Am Fenster

    City

    Einmal wissen dies bleibt für immer
    Ist nicht Rausch der schon die Nacht verklagt
    Ist nicht Farbenschmelz noch Kerzenschimmer
    Von dem Grau des Morgens längst verjagt

    Einmal fassen tief im Blute fühlen
    Dies ist mein und es ist nur durch dich
    Klagt ein Vogel, ach auch mein Gefieder
    Nässt der Regen flieg ich durch die Welt

    Flieg ich durch die Welt
    Flieg ich durch die Welt
    Flieg ich durch die Welt

    Songwriter: Klaus Selmke / Fritz Puppel / Paul Gogow / Emil Bogdanow
    Songtext von Am Fenster © BMG Rights Management US, LLC


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    countdown eines selbstmordattentäters 
    diesmal
    - zum nachteil des volkes israel



    vierzehn
    ich muss es
    tun - da vorn geht ali - sechzig
    meter vor mir - links von
    mir - wegen dem winkel der
    geschosse - ganz ruhig - nasses
    grobes kopfstein
    pflaster - der
    countdown läuft - die
    hände schwitzen - wir haben bei
    fünfzehn angefangen zu
    zählen - müde


    dreizehn                                         bei null drücken ali und ich gleichzeitig auf den knopf - in der linken nassen faust - auf den zündungsauslöser - elektronik - auf den knopf wie im lager so oft geübt -regenrinne marlboroplakatwand mit rotem rennwagen - mein kommandant wird stolz auf mich sein - ganz gewiss


    zwölf
    dann wird der sprengstoff in der weste aktiviert und präzise gezündet - bushaltestelle grün kreuzung theater - tel aviv: dario fo nobelpreisträger

    elf
    dann werde ich ein
    held sein - bushalte
    stelle linie achtzehn
    grün neonlicht - ich muss
    es tun


    zehn das dorf daheim wird ehrfürchtig von mir ... - alle werden trauern -wehklagen viele tage - der geruch meines schaffells - linie achtzehn grün ampel


    neun
    und fatima - auch sie wird an mich denken - in liebe - und weinen wird sie - ihre augen ... - scheiße - jetzt nicht ihre augen ... - verschwimmend der blick ... - buslinie achtzehn grün




    acht
    der rest - der
    rost - der stachel
    draht - nie keine chance
    nicht - wellblech disteln - die
    augen - scheiße - wieder
    diese augen - da ein
    kind - ein kleines kind schreit -
    blickt sich um - mein kopf
    platzt gleich - der herz
    schlag dröhnt in mir - grün zum
    grünen schild da drüben el-
    al-plakat: in die ganze
    welt - ich muss - ich muss - mein kommandant
    ist stolz auf mich

    sieben
    wir müssen näher ran und
    in die menschen
    gruppe da drüben - mit
    dem kind - mit dem kind - denn
    es sollen doch viele ... - hat
    der kommandant gesagt - möglichst
    viele - und um mich wird das ganze
    dorf trauern - das ganze
    land - linie acht
    zehn grün bordstein


    sechs los ali geh weiter nach links rüber - achte auf den winkel - wie im lager geübt - wegen der geschosse aus metallsplitter die sie beigemengt haben - grüne bushalte mit benettoncolorplakat mit den gedärmen im schlachthof - ich muss es


    fünf
    der tod ist befreiung - ist der sieg - der sieg - ja - zäh ist mein volk - ich bin ein held - ein kämpfer - mein heldenhaftes volk - wir werden siegen - das unglück meiner feinde ist mein glück - fatima - schleier - augen - haut ab - augen - scheiße -bordstein - der puls dröhnt in mir - gleich zerreißts mich - ich werde es tun

    vier
    stacheldraht - immer stachel
    draht - und vater und
    mutter und die geschwister - alle -
    die freunde im dorf - mein
    esel - meine
    ziege - mein motorrad - zum
    schluss diese alte rost
    beule - die cd von michael
    jackson - ich werde ihr
    held sein - meine kameraden -
    und mein schaffell - warum
    kann ich es jetzt
    riechen - papier
    korb grün zebra
    streifen mit ampel
    und da drüben das camel
    plakat - weil ich es tun muss


    drei
    keine arbeit - mein
    stolzes volk - mein
    land - eingemauert -
    eingezäunt - wellblech
    hütten - disteln und
    feigen - und ich werde
    der held sein - ich
    kann nichts mehr
    sehen - es brennt in
    mir alles -
    verschwommen - schleier
    haft - horch - alles
    still - zeit
    lupe allmählich

    zwei
    los ali -
    schneller - wir
    müssen es tun -
    steht plötzlich
    still - wie ein schnapp
    schuss - ein foto - alles
    ist jetzt ganz
    still - mucksmäuschen
    still - helden - held -
    held - mein kommandant
    ist stolz auf mich - er
    wird um mich
    trauern - viele tage -
    vierzig tage oder ein
    ganzes jahr - still - ruhe -
    ruhig - ich weine
    nicht - tränen halt - mir
    ist schlecht - nur keine
    angst - hass - es brennt
    in mir - das blut
    pocht laut - da -
    die haltestelle mit
    den feinden die
    fallen müssen -
    die sterben -
    zerfetzen

    eins
    keine arbeit - der
    esel - das schaf
    fell und meine
    mutter wird wei... -
    sie wird schluchzen und klagen



    null
    ... präzise ...
    grün - dreht
    sich - weiss - weiss -
    weiss gold -
    hell - feuer - schwefel
    gestank - ich
    falle - hölle - himmel
    schaffell - grell




    --- stille - null - null - null - null - n...

    sinedi | 1997

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  • 12/18/17--10:30: blechdach
  • S!NEDi|art: photobearbeitung: auf dem blechdach


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    BENETTON-WERBUNG von 1991: NEWBORN BABY

    „In einer seiner Attacken auf die Empfindlichkeit seiner Mitmenschen knipste Oliviero ein Neugeborenes ein paar Minuten vor dem Zeitpunkt, an dem sonst das erste süße Babyfoto entsteht: beim allerersten Schrei.

    Das Kind, noch an der Nabelschnur hängend, ist blutbedeckt und verschmiert. Nichts Niedliches also, aber auch nichts Ungewöhnliches. So fangen schließlich alle an.

    Doch die Empörung war weltweit. In Italien legte das Selbstkontrolle-Organ der Werbeindustrie Protest gegen die Anzeige ein, ein Stadtrat in Palermo, auf dessen Straßen fast täglich das Blut von Mafia-Toten versickert, ließ das Plakat abreißen, weil er sich ums Seelenheil seiner Mitbürger sorgte. In England, Frankreich und Österreich wurde das Reklame-Baby aufgrund von Einsprüchen wieder abgehängt. Der Marketing-Chef von Benetton quittierte empört den Dienst.“

    Spiegel 42/1991, Ganz neue Unschuld

    „Die wahren Ausbeuter, wirkliche Pornographen, das sind die herkömmlichen Werbefritzen, die mit niedlichen Kindern und Miezen ihre Nudeln vermarkten.“

    Toscani in Spiegel 42/1991, Ganz neue Unschuld

    Textquelle (click here)















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    ganz sachlich betrachtet - was man bei diesem thema ja gar nicht sein kann weil es so persönlich ist - ebenso wenig wie bei den entgegengesetzten und doch auch verwandten themen: verhütung, schwangerschaftsberatung, pränatale untersuchungen, sterbehilfe, suizid oder sterbebegleitung - geht es hier in diesen beiden beiträgen um werbung mit der geburt (benetton-plakat - oben) - und um werbung mit der - für die - abtreibung (diverse Initiativen für Abschaffung des § 219 a - unten), der geburtsverhinderung als so gewählte letzte ultima ratio - aber während die geburt etwas ganz "natürliches" ist - auch mit blutverschmiertem babykörper und nabelschnur - ist abtreibung nichts natürliches - und darf es auch nicht werden ... und die abtreibung heute ist auch ohne werbung zumindest "äußerlich" wesentlich handhabbarer geworden und steriler - stickumer - als diese durchaus knallende aber auch realistisch wiedergegebene benetton-geburt - wie auch die geburt im stall von bethlehem - und deshalb stehen sich ethik und ästhetik dieser beiden werbebotschaften hier diametral gegenüber ...

    "militante" abtreibungsgegner, die es ja auch noch gibt und die zumindest in den usa äußerst aggressiv zu werke gehen, zeigen dann die fast "niedlich" aussehenden fotos von ungeborenen föten und embryos, um auf die "natürliche" entwicklung nach der befruchtung hinzuweisen - und jede abtreibung als "mord" zu diffamieren. sie glauben, da ganz im sinne des herrgotts zu intervenieren - obwohl wir alle nicht wissen können, welche inneren gewissheiten die abtreibungswilligen frauen leiten - und wie diese gewissheiten platz gewonnen haben ...  

    ja - auch wenn es denn wehtut: es ist ja irgendwie auch ein "weihnachtliches" thema, was ich hier gegenüberstelle - mit der geburt jesu, dem sohn einer jung(en)-frau (man schätzt heute in der forschung, sie sei wohl erst so 14 - 16 jahre alt gewesen ...), die noch nicht verheiratet war, als sie schwanger wurde - und der olle joseph, ein paar jahrzehnte älter als maria, hat sie erst zu sich genommen, als er in einer göttlichen "erleuchtung" dazu aufgefordert wurde - ohne diese "himmlische" gewissens-läuterung hätte er maria vielleicht auch zu einer abtreibung geraten - wer weiß - aber dann hat er mit zuversicht verantwortung übernommen für das noch ungeborene leben, was dann in der sogenannten "heiligen nacht" in einem abgewrackten streng duftenden viehstall wohl zur welt kam: das süß lächelnde jesus-kindlein sah in dieser nacht im stall beim wärmenden und schnaubenden vieh zunächst sicherlich ähnlich blutig aus wie das kind auf der benetton-werbung ... - und weniger wie die so gelackten barocken krippenbilder der großen meister - nur joseph trug noch keine gummihandschuhe und hatte sicherlich nur eine handvoll stroh, um das kind zu säubern ... S!



    Götter in Weiß müssen auch von etwas leben


    Ist es überholt, Werbung für Abtreibung zu verbieten? Keineswegs. Der Abbruch einer Schwangerschaft darf nicht bagatellisiert werden. Man müsste sogar davor warnen. Denn es gibt Geschäftemacherei mit den Körpern abgetriebener Kinder.

    Von Birgit Kelle | Gastkommentar in der welt.edition

    Die 6000 Euro Strafgeld sind ein Spottpreis für die Publicity, die Kristina Hänel gerade als Ärztin bekommt. Da müssen andere Mediziner weit tiefer in die Tasche greifen, um mit einem derartigen medialen Aufriss auf ihre Dienste hinzuweisen. Kristina Hänel führt als medizinische Dienstleistung Abtreibungen durch und hat dies auch auf ihrer Homepage beworben – wohl wissend, dass dies laut Gesetz im Strafrechtsparagrafen 219a verboten ist.

    Jetzt ist sie verurteilt worden, traurig war darüber auch Frau Hänel nicht wirklich. Denn in dem Gerichtsfall, der uns aktuell eine Debatte über die Abschaffung des Paragrafen 219a (Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft) beschert hat, steht vor allem eines fest: Wir erleben die perfide Inszenierung eines Skandals, um mit einem Musterprozess ein Gesetz zu kippen.

    Strategisches Klagen, finanziert von Unterstützern, ist hoch im Kurs, in Berlin existiert bereits ein eigener Verein dafür, der Betroffene sucht. Das erst kürzlich gefällte Urteil zugunsten von Intersexuellen, welches vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt wurde, darf dabei mit Fug und Recht als Best-Practice-Beispiel benannt werden. Nimm einen Betroffenen und lass ihn durch die Instanzen klagen, flankiere das Ganze mit der politischen Empörungsindustrie, zaubere eine Petition und einen fertigen Gesetzentwurf aus dem Hut – und schon ist man medial ganz vorne mit dabei.

    Wenn man dann noch einen Justizminister zur Hand hat, der gut vernehmbar „Relikt aus der NS-Zeit“ ruft, ist das in Sachen Marketing nahezu Gold wert. Wie schön, dass sich vor allem bei der SPD verlässlich immer Minister und auch -innen finden, die bereit sind, laut „Nein heißt nein“ zu rufen und #ausnahmslos immer und überall dabei sein zu wollen.

    Nun ist es immer hilfreich, zu wissen, worüber man redet, wenn man etwas gesetzlich verbieten oder erlauben will. Im Fall des Strafrechtsparagrafen 219a gilt ein Werbeverbot für Abtreibung nämlich gar nicht generell, sondern nur für Werbung, die ein Arzt in „grob anstößiger Weise“ betreibt, oder in Juristendeutsch: „seines Vermögensvorteils wegen“. In Normaldeutsch: wenn ein Arzt damit Geld verdienen will. Und ja, Ärzte verdienen damit Geld, die Götter in Weiß müssen auch von etwas leben. Es ist darum nur ehrlich, zu benennen, wie es ist: Abtreibung ist auch ein Geschäft. Weltweit.

    Der Arzt und auch die Krankenschwester wollen bezahlt werden, und ganz nebenbei machen Abtreibungsorganisationen wie Planned Parenthood International auch noch Geschäfte mit den toten Föten, die als begehrtes Rohmaterial für medizinische Forschung und Produktion von Medikamenten herhalten. Wir reden hier also nicht über altruistische Hilfe für Frauen, sondern auch über widerlichste Geschäftemacherei mit den Körpern abgetriebener Kinder, die zu Profitzwecken verschachert werden.

    Wenn die Befürworter der Abschaffung des Paragrafen behaupten, Frauen hätten durch den Paragrafen 219a nicht oder nur erschwert die Möglichkeit, sich über eine Möglichkeit der Abtreibung in ihrer Nähe zu informieren, sind sie entweder dämlich oder verschweigen die Wahrheit. Ich empfehle einfach mal, danach zu googeln. „Abtreibung“ und „in meiner Nähe“ komplettiert der Algorithmus schon von alleine. Ganz weit oben erscheint sofort eine Broschüre von ProFamilia mit dem ganzen Programm: verschiedene Methoden, Kosten, Beratungsstellen, Rechtslage. Abtreiben leicht gemacht. Und ich spreche hier von den allerersten Ergebnissen, nicht von langwieriger Recherche.

    Längst leisten wir uns bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) einen aus Steuergeldern finanzierten, mobilen Beratungsstellensucher mit GPS-basiertem Ortungsdienst, der mir als Frau den Weg zur nächstgelegenen Beratungsstelle weist. Es existieren in Deutschland 1600 registrierte Beratungsstellen für Schwangerschaftskonfliktberatung, die den nötigen Schein ausstellen, der für eine straffreie Abtreibung gebraucht wird. ProFamilia, die Awo und sogar die katholischen Beratungsstellen von Donum vitae sind darunter.

    Dazu hat die Caritas noch 300 weitere Beratungsstellen, der Sozialdienst der katholischen Frauen noch einmal 100, und es existieren unzählige ehrenamtliche und Online-Beratungen. Alle registrierten Stellen haben die Verzeichnisse, welche Ärzte in der Nähe die Abtreibung durchführen würden. Wo also bitte schön liegt das Informationsdefizit? Rund 100.000 Frauen finden jährlich den Weg in eine Abtreibungspraxis, ganz ohne Werbung. Wollen wir die Zahl etwa erhöhen?

    Scheinheilig ist wohl die beste Bezeichnung für diesen Aktivismus, den die Allianz aus Linker, SPD und Grünen ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit an den Tag legt, um ihr Vorhaben durchs Parlament zu prügeln und dabei auszunutzen, dass es im Moment mangels Regierung real keine Koalitionszwänge gibt. Deswegen auch die Eile. Vor lauter Lichterketten rückt es ein bisschen in den Hintergrund, aber wir warten im Advent auf die Ankunft eines Kindes in einer Krippe. „Hätt’ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ firmiert immer noch unter den Top Ten der widerlichen Slogans, die man Lebensschützern gerne unter die Nase hält, wenn sie auf das Lebensrecht ungeborener Kinder hinweisen. Frohe Weihnachten allerseits!

    Natürlich wissen die Abtreibungsaktivistinnen selbst, dass ihre Argumente nicht gerade stichhaltig sind. Doch Gefühl sticht Fakten, wenn lauthals das juristisch gar nicht existente „Frauenrecht“ auf Abtreibung skandiert wird. Auch unser Immernoch-Justizminister Heiko Maas weiß als Jurist, dass diese scheinbar progressiven Argumentationslinien haken. Weil man es trotzdem will, muss die Allerweltswaffe her, mit der man jahrzehntelang in diesem Land schon viele Meinungen erledigen konnte, die unliebsam im Weg standen: die Nazi-Karte.

    Dieser Paragraf sei ein NS-Relikt, sagt der Minister. Das wirkt quasi immer. Das allein sei Grund genug, das Ding zu streichen. Auch hier gilt, entweder dämlich oder unwahr. Dieser Paragraf wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach durch die deutsche Justiz bestätigt, eben weil er ein hohes Gut zu schützen hat: das Leben der ungeborenen Kinder.

    Nebenbei ist es im Nazi-Zusammenhang übrigens besonders putzig, dass sich Vertreterinnen von ProFamilia an die Kampagne zur Abschaffung des Paragrafen 219a angehängt haben und Frau Hänel freundlich „Solidarität“ und Petitionen zufächern. ProFamilia berät nun nicht nur fabelhaft „ergebnisoffen“, sie führt die durchaus ergebnisorientierte Abtreibung gleich auch noch selbst durch. Bisweilen sogar im selben Haus. Beratung bitte nach rechts. Abtreibung bitte nach links. Nun war Frau Hänel nach eigener Auskunft einst selbst Mitarbeiterin von ProFamilia in Kassel, wo man schon 1996 Abtreibungen durchführte, also ein hauseigenes Aktivistinnengewächs.

    Erheiternd wird das Nazi-Argument nun vor allem dann, wenn man weiß, dass der deutsche Gründer von ProFamilia, Hans Harmsen, im Dienste der Herren Nazis als Sozialhygieniker tätig war und als Eugeniker im Dritten Reich mitgeholfen hat, sich des Problems des „unwerten Lebens“ anzunehmen. Wer also eine Entnazifizierung haben möchte, sollte lieber mal die Frage stellen, wieso eine Organisation, die von einem waschechten Nazi gegründet wurde, den man nicht etwa peinlich berührt fallen ließ, sondern gar zum Ehrenpräsidenten ernannte, heute, mit Steuergeld finanziert, an deutschen Schulen Sexualkunde-Projekte durchführen darf.

    Vergessen wir also das angebliche Informationsdefizit und auch das hinkende Nazi-Argument, reden wir über die Werbung, davon handelt der Paragraf 219a schließlich, und diese ist wie der Name schon sagt: werbend. Pro. Selbst meine Neunjährige könnte Ihnen das erklären, sie lernt es zufällig gerade in der Schule: „Die möchten, dass die Leute die Sachen kaufen.“ Ja genau. Werbung für Joghurt will mich dazu animieren, das Produkt zu konsumieren. Werbung für Abtreibung will also nicht informieren, sondern werben. Tu es!

    Und genau deswegen existiert dies Gesetz, weil der Gesetzgeber, wenn er es ernst meint mit dem Anliegen, Leben zu schützen, nicht ernsthaft Werbung zulassen kann für eine Handlung, die er als Straftat betrachtet und bei der er nur unter besonderen Umständen von einer Strafe absieht. Unrecht bleibt es dennoch. Völlig unabhängig davon, wie man zur Frage der Abtreibung steht, juristisch ist es eine Straftat.

    Ginge es hier um Steuerhinterziehung, hätten wir vermutlich sofort den Finanzminister am Hals. Oder kann sich jemand vorstellen, dass unser Rechtsstaat hinnehmen würde, wenn Steuerberater damit werben: „Steuerhinterziehung leicht gemacht. Wir zeigen Ihnen den Weg.“ Die Freigabe, via Werbung bei einer Straftat behilflich zu sein, müsste auch einen Justizminister eigentlich erschüttern, unterminiert es doch in der Bevölkerung das Unrechtsbewusstsein für die Tat. Und genau darum geht es doch offensichtlich.

    Niemand rechnet ja ernsthaft mit reißerischer Werbung und Sonderangeboten à la „zeuge vier, behalte nur zwei“. Es geht in Wahrheit um die Banalisierung der Abtreibung zu einer normalen medizinischen Dienstleistung wie Brustvergrößerungen oder Hüft-OPs, schließlich ist diese „Dienstleistung“ doch eine Kassenleistung. Auch dezente Werbung erzeugt zumindest die Wirkung: alles ganz normal. Wenn Werbung erlaubt wäre, würden wir sie zudem überall zu Gesicht bekommen, in Zeitungen als Anzeigen, in TV-Spots. Abtreibung eines Kindes als Spot in der Werbepause zwischen Fruchtjoghurt und dem neuesten iPhone. Entwürdigend.

    Doch wenn es am Ende tatsächlich Werbung sein soll, dann wäre es zumindest angemessen, das Produkt „Abtreibung“ in gleicher Form zu präsentieren, wie der Gesetzgeber es auch bei anderen Angeboten einfordert, die Risiken und Nebenwirkungen im Fahrwasser haben. Gerade drängelt sich Renate Künast von den Grünen auf jedes Bild in der Kampagne zur Abschaffung des Paragrafen 219a. Die ehemalige Verbraucherschutzministerin kämpfte 2015 darum, Werbung für Süßigkeiten und ungesunde Lebensmittel für Kinder zu verbieten, weil dies den Kindern schade. Werbeverbote zum Wohl der Kinder, wie schön.

     Auch wegen des Kindeswohls haben wir inzwischen auf jeder Zigarettenschachtel ekelerregende Fotos und Warnhinweise. Abtreibung birgt auch Risiken und Nebenwirkungen, psychische und körperliche. Es erhöht bei den Frauen das spätere Risiko von Fehlgeburten und ungewollter Unfruchtbarkeit und hinterlässt nicht selten Narben auf den Seelen der Frauen. Oder wussten Sie, dass die Selbstmordrate bei Frauen, die abgetrieben haben, im Vergleich zu jenen, die geboren haben, um ein Siebenfaches erhöht ist?

    Bleibt am Schluss noch, das Risiko für das ungeborene Kind zu berücksichtigen. Wer als Gesetzgeber auf Zigarettenschachteln nachweislich schreiben lässt: „Rauchen kann Ihr ungeborenes Kind töten“, muss ehrlicherweise bei Werbung für Abtreibung gesetzlich den Hinweis erzwingen: „Abtreibung tötet Ihr Kind definitiv.“ Nur zu, Frau Künast, nur zu!

    Die Autorin hat mehrere Bücher über das Geschlechterverhältnis geschrieben, darunter „Gendergaga“ (adeo). Zuletzt erschien „Muttertier“ (Fontis). Sie ist verheiratet und hat vier Kinder.


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    S!NEDi|art: sondierungen verschieben - bis gras über die sache gewachsen ist ....


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  • 12/20/17--04:33: in sachsen - wo sonst ...

  • Wie viel Nazi steckt wirklich in der Schrift im Sachsen-Panzer?

    Wir haben mal einen Experten gefragt.

    Von Katharina Hölter | bento|SPIEGEL

    Die Stickerei auf den Fahrzeugsitzen des neuen Polizeipanzers "Survivor R" muten an, als sei sie dem Jahr 1939 entsprungen: Loorbeerkranz, markante Streifen – und gebrochene Schrift.

    Am Sonntag entfachte sich bei Twitter eine Debatte darüber, das Innenministerium sah sich zur Stellungnahme gezwungen und wies die Vorwürfe zunächst entschieden zurück. Mit "rechter Attitüde" hätte das Logo nichts zu tun. Außerdem: "Das Fahrzeug wurde mit dieser Bestickung der Sitze vom Hersteller so ausgeliefert."

    Inzwischen hat das Innenministerium noch mal korrigiert: Das Landeskriminalamt habe ein Design dem Panzer-Hersteller vorgelegt. Diese Vorlage sei nicht mehr vom Ministerium geprüft worden. Das Landeskriminalamt selbst nennt das Logo "ein Fantasiekonstrukt zur internen Verwendung".

    Was hat es mit dem "Fantasiekonstrukt" auf sich?

    Die Frakturschrift, die auch während des Nationalsozialismus verwendet wurde, gehört zu den gebrochenen Schriften. Beide sind stark verschnörkelt und für unser Auge kaum zu unterscheiden.

    Vom Emblem und seiner Ästhetik des Logos einmal abgesehen: Wie viel hat die gebrochene Schriftart überhaupt mit Nazis zu tun? Und wo wird sie heute sonst noch verwendet?

    Wir haben bei Christoph Strupp nachgefragt. Er arbeitet an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg.


    Wie viel Nationalsozialismus steckt eigentlich in der gebrochenen Schrift?

    Die Ästhetik ist die Gleiche wie bei der Frakturschrift und deren Geschichte geht bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück. Sie hat sich über die Jahrhunderte im deutschen Sprachraum immer weiterentwickelt und leicht verändert.

    Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Schrift weniger einflussreich, auch, weil sie schwer zu lesen ist. Die Druckschrift, die wir heute verwenden – in Fachsprache nennt man sie Antiqua – setzte sich zunächst im Bereich Naturwissenschaften durch.

    Viele bedeutende naturwissenschaftliche Publikationen des Kaiserreichs wurden auch im Ausland gelesen, da brauchte es eine international gebräuchliche und leicht lesbare Schrift. In der Weimarer Republik verbreitete sich Antiqua dann weiter, auch wenn es weiterhin noch Bücher mit Fraktur-Schrift gab. Nazis haben diese Schrift also nicht erfunden.

    Wie sah es dann während des Nazi-Regimes aus?

    Die Geschichte zu dieser Zeit ist kontrovers. Ab 1933 gab es eine Bewegung zurück zur Fraktur (Link) mit der Begründung, das sei die alte deutsche Schrift. Doch die Fraktur war trotzdem nicht unumstritten. Von Hitler persönlich gab es Aussagen, die die Schrift kritisieren. Sie sei zu romantisch, zu rückwärtsgewandt.

    1941 schafften die Nazis die Fraktur offiziell ab – sie sollte komplett durch Antiqua ersetzt werden. Weil nach den Eroberungen der ersten Kriegshälfte die Frakturschrift bei der Verwaltung dieser Gebiete und bei der Auslandspropaganda hinderlich war. Die Umstellung ließ sich im Krieg aber nicht hundertprozentig durchsetzen – alle Druckmaschinen umzustellen, war ein riesiger Aufwand und die Menschen hatten schlicht andere Sorgen.

    Wo taucht die gebrochene Schrift heute noch auf?

    Zum Beispiel bei Bands in der rechtsextremen Musikszene. Sie wollen ganz klar Assoziationen zur NS-Zeit hervorrufen. Obwohl das historisch schief ist.

    Gebrochene Schrift beziehungsweise Fraktur ist zwar die Schrift, die im "Dritten Reich" vorwiegend erschien und die wir deshalb mit dem Nationalsozialismus verbinden. Es ist aber weder eine Schrift, die von den Nazis erfunden wurde, noch wurde sie in der NS-Zeit uneingeschränkt propagiert.

    Was bestimmt für viele überraschend ist: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" verwendete Fraktur noch heute auf der Titelseite. Auch die Evangelische Kirche hat noch in den Fünfzigerjahren die Bibel in Fraktur drucken lassen – und das bestimmt nicht, weil sie NS-Klänge damit anstimmen wollte.



    Taucht sie denn – wie in Sachsen – auch noch bei Behörden und öffentlichen Einrichtungen auf?

    Gerade im Militär und im Sicherheitsbereich ist diese Symbolik besonders stark ausgeprägt. Eichenlaub-Kränze und die Streifen, wie sie bei dem Panzer in Sachsen zu sehen sind, findet man nicht nur dort. Zum Beispiel das Abzeichen beziehungsweise ein Schulteraufnäher vom Kampfmittelbeseitigungsdienst in Niedersachsen verwendet ebenfalls gebrochene Schrift. Das ist sicherlich kein Einzelfall.

    Warum beruft man sich gerade in diesen Bereichen auf die Tradition?

    Traditionspflege generell gibt es auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen, im Vereinswesen oder bei Unternehmen, insofern ist es nicht überraschend, dass wir das auch im Militär- und Sicherheitsbereich finden – und dort dann eben mit den traditionellen Symbolen wie dem Eichenlaub.

    Aber trotzdem bleibt doch ein übler Beigeschmack?

    Es kommt immer auf den Kontext an, in dem man die Schrift verwendet. Aber klar: Die Assoziation der gebrochenen Schriften mit der NS-Zeit lässt sich nie ganz ausräumen.

    Die Frakturschrift war nun einmal die vorherrschende Schrift zu dieser Zeit – auf Flugblättern, in Filmen, in Büchern. Die Frage ist, ob man die Schrift, die derart historisch belastet ist, noch verwenden mag.

    Auch der Hitlergruß, der ausgestreckte rechte Arm, war ursprünglich ein harmloser Gruß der Römer – heute ist er verboten.

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    als gelernter schriftsetzer - noch so richtig mit winkelhaken und gutenberg-bleilettern - musste ich mich in der lehrzeit intensiv auch mit der "gebrochenen schrift", der "fraktur", auseinander-"setzen". wir mussten sie lesen lernen, was aber ganz gut klappte, waren ja selbst zu der zeit noch schulbücher in frakturschrift - und die bibel und andere alte wälzer sowieso ... wir mussten lernen, zwischen lang-s und rund-s zu unterscheiden, wobei in der frakturschrift das s am ende einer silbe immer ein rund-s oder schluss-s zu sein hatte, innerhalb der silben aber ein lang-s verwendung fand. auch die alte "sütterlin"-handschrift, die noch in schulen als schönschreibschrift bis in die 40er jahre - unabhängig von der ns-zeit - gelehrt wurde, unterschied
    diese lang- und rund-s regeln - und das war ja noch die "schönschrift" meiner eltern.

    wie oft aber sieht man heute also bei fahrten durch deutsche lande die tatsächlich korrekte schreibweise der "gaststätte" in der alten fraktur-schrift mit den beiden lang-s - s-t-"ligaturen" ... ???

    und auch das so heroische "spezialeinsatzkommando sachsen" hat die eigentlich korrekten lang-s-varianten schnöde übersehen (s. Abb. oben: 

    es ist schade, dass die mittelalterliche frakturschrift mit der nazi-zeit als kulturgut so "verbrannt" wurde - denn mit "rechts" oder "nationalsozialismus" hat die schrift von haus aus nichts zu tun. aber so geht es ja auch mit worten und begriffen, die seit der ns-zeit tabuisiert sind oder auf dem "political-correctness-index" stehen (z.b. zigeuner, neger, lügenpresse, völkisch, umvolkung, abartig, sonderbehandlung, artfremd u.a.m.) ... - die wörter können nichts dafür - aber die begriffe sind - zu recht - "no-go-areas" geworden ... - so hat auch diese schrift in einem polizei-einsatz-fahrzeug eines deutschen bundeslandes nichts zu suchen - und auch nicht das wappen des alt-königreiches sachsen statt des offiziellen landeswappens  ...  - aber auch kein pin-up-girl an der windschutzscheibe ...S!




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    S!|photography


    geschafft: wenn sie dies lesen, liegt die längste nacht, das schwärzeste schwarz, die winterdepri dieser jahreszeit hinter uns. ab jetzt werden die tage wieder länger - das tageslicht fängt an, das dunkel zu besiegen. (nach "welt"-titelseite vom 21.12.2017) 

    WINTERSONNENWENDE





    Von Kathrin Spoerr | welt.edition

    Es ist der 21. Dezember, der dunkelste Tag des Jahres. Seit Tagen, nein Wochen freue ich mich auf heute.

    Dunkler als heute kann es 365 Tage lang nicht mehr werden. Wir müssen nur noch heute überstehen, dann überstehen wir alles.

    Die Sonne wird heute um 8.15 Uhr aufgehen. Um 15.54 Uhr, nach ungefähr 7,5 Stunden, wird sie schon wieder untergehen. Man wird es nicht sehen können, man weiß es dank Wetter-App, der man alles glaubt, auch, dass die unsichtbare Sonne irgendwo scheint.

    Ja, die Sonne scheint irgendwo. Richtig hell wird es heute trotzdem nicht werden. Es sei denn, es passiert ein kleines Wunder: Es müsste sehr kalt werden, es müsste sehr viel Schnee fallen, und der Himmel müsste wolkenlos sein. Dann könnte Folgendes passieren: Die Sonne scheint auf den Schnee, und der Schnee reflektiert die Sonne, und es würde ein Wintertag werden, der so hell ist, dass man die Augen zusammenkneifen müsste, heller als jeder Sommertag. So hell, dass man sich noch jahrelang daran erinnern würde. Aber das ist nicht sehr wahrscheinlich.

    Wahrscheinlicher ist das: Oben, wo an guten Tagen der Himmel ist, wird es genauso grau sein wie unten bei uns. Wahrscheinlicher ist auch das: dass es heute mindestens einmal regnen oder (schlimmer) nieseln wird. Dunkel, nass, kalt, das ist wahrscheinlich. Sehr wahrscheinlich wird heute der schrecklichste Tag des Jahres werden.

    Dunkelheit ist der Antagonist des Lichts

    Das ganze Fühlen und Fürchten rund um den Dezember hat natürlich mit Astronomie zu tun, mit der Achse der Erde, die um 23,27 Grad geneigt ist und die sich in dieser schiefen Lage um sich selbst und um die Sonne dreht, aber wen interessiert schon Astronomie, wenn die Winterdepri das Sagen hat.

    Übrigens wird am nördlichen Polarkreis die Sonne heute den ganzen Tag lang tatsächlich nicht aufgehen. In Orten wie Jokkmokk oder Jänkisjärvi in Nordschweden, die genau auf dem 66,33. Breitenkreis liegen, bleibt es an diesem einen Tag des Jahres ganz dunkel. Allenfalls wird es ein bisschen Streulicht am Horizont geben, so viel, dass man vielleicht eine halbe Stunde lang Zeitung lesen kann, aber nur, wenn man gute Augen hat. Dann wird die Sonne, die nicht aufgegangen war, schon wieder hinabfallen auf die andere Seite, und die Nacht, die gar nicht aufgehört hatte, wird wieder beginnen. Alkohol hilft, das wissen die Menschen im Norden.

    Die, die auf der Erdkugel noch weiter oben leben, haben heute schon mehrere Tage oder Wochen keine Sonne mehr gesehen. Je weiter im Norden, desto länger währt die totale Dunkelheit schon. Am Nordpol ist es am heutigen Tag schon ein Vierteljahr lang komplett dunkel, und noch ein weiteres Vierteljahr lang wird es dort komplett dunkel bleiben.

    Die Dunkelheit am Nordpol ist allerdings nicht schlimm, weil es am Nordpol niemanden gibt, der die Dunkelheit schlimm finden, sich nach der Sonne sehnen und seine Winterdepri mit Alkohol bearbeiten müsste. Alles in Ordnung also am Nordpol.

    Bei uns ist es anders. Überall gibt es Menschen.

    Der Mensch hat es gern dunkel, wenn er schläft. Eine ganze Industrie stellt Anlangen zur Erzeugung gewollter Dunkelheit zur Verfügung: Rollläden, Vorhänge, Rollos, Jalousien und Fensterläden. Gegen die selbst hergestellte Dunkelheit hat niemand etwas einzuwenden. Anders ist es mit der Dunkelheit, die am 21. Juni anfängt, sich auszubreiten, jeden Tag ein bisschen länger, und die am 21. Dezember auf der ganzen nördlichen Hälfte der Erde ihren Höhepunkt erreicht.

    Ab heute geht’s bergauf

    Es gibt diese sehr dunkle Dezemberdunkelheit, die am dunkelsten ist, wenn der Apple-Weckton „Ente“ uns aus dem Schlaf quakt. Wenn wir die Augen öffnen und das Gleiche sehen wie mit geschlossenen Augen: schwarz. Wenn wir in der Schwärze liegen, in der keine Uhr tickt, weil Funkuhren nicht ticken müssen. Wenn wir den Lichtschalter und den Schmerz auf der Netzhaut fürchten. Wenn wir Kinder, die gerade vom Surfen im warmen Ozean träumen oder von Katzen, die Schmetterlinge jagen, wecken müssen, raus aus den Träumen, rein in die Schwärze.

    Mit der Dezemberdunkelheit verhält es sich wie mit der Angst im Horrorfilm. Es ist blöd, wenn im Horrorfilm etwas Schreckliches passiert. Aber Blöder als das Schreckliche, ist die Erwartung des Schrecklichen. Und ist der Schrecken vollbracht, folgt darauf immer die Erlösung, das Schöne, das Ende des Schreckens.

    So ist es auch mit der Dunkelheit im Winter. Sie zu erwarten ist schlimm. Sie zu ertragen ist möglich. Sie überwunden zu haben ist herrlich.

    Dunkelheit ist der Antagonist des Lichts. Man muss kein Philosoph sein, um zu merken, dass die Dunkelheit Voraussetzung ist für die Helligkeit. Wer sich über Licht freuen will, muss zuvor die Dunkelheit ertragen haben. Es geht nicht anders. An diesem 21. Dezember haben wir alle das vollbracht.

    Wir haben die längste Nacht des Jahres hinter uns gelassen. Und der dunkelste Tag ist auch schon halb rum. Freitag wird die Sonne erst um 15.55 Uhr untergehen. Wir haben eine Minute gewonnen, eine Minute Licht. Jeden Tag werden es ab morgen ein paar Minuten mehr sein. Und darum ist die große Dunkelheit von heute ein kleiner Grund zur Freude. Gute Nacht.





    Anthem -Leonard Cohen
    Deutsche Übertragung


    Die Vögel sangen

    Im Morgengrauen
    Fang nochmal von vorn an
    Hörte ich sie krächzen
    Verweile nicht bei dem
    Was vergangen ist
    Oder noch kommen wird

    Ja, die Kriege werden

    Weiter gehen
    Die heilige Friedenstaube
    Sie wird wieder eingefangen
    Gekauft und verkauft
    Und wieder gekauft werden
    Sie wird nie frei sein.

    Läute die Glocken, die noch klingen

    Mach ein Ende mit all deinen Mühen
    Da ist ein Riss, ein Riss in allem
    Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt

    Wir fragen nach Zeichen

    Die Zeichen wurden geschickt
    Die Geburt verraten
    Die Ehe erloschen
    Ja, es ist ein Witwenstand
    In jeder Form der Regierung
    Zeichen, die wir alle sehen können

    Ich kann nicht mehr mitlaufen

    In dieser gesetzlosen Masse
    Während die Mörder in den oberen Etagen
    Ihre Gebete lauthals plärren
    Aber sie haben etwas heraufbeschworen
    Einen Gewittersturm
    Und sie werden noch von mir hören

    Läute die Glocken, die noch klingen

    Mach ein Ende mit all deinen Mühen
    Da ist ein Riss, ein Riss in allem
    Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt

    Du kannst eins und eins zusammenzählen

    Aber die Summe wirst du nie ziehen können
    Du kannst zum Marsch aufrufen
    Dazu bedarf es keiner Trommel
    Jedes Herz, jedes Herz
    Jedes liebende Herz wird herbeieilen
    Wenn auch wie die Flüchtlinge

    Läute die Glocken, die noch klingen

    Mach ein Ende mit all deinen Mühen
    Da ist ein Riss, ein Riss in allem
    Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt
    Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt
    Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt





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    S!|art: was soll nur aus uns werden ...

    winterdepri - alles grau in grau - obwohl die tage ja wieder länger werden seit gestern - und keine regierung - nur eine geschäftsführende - also quasi 'ne ersatzregierung ... - dabei habe ich doch vor einem vierteljahr gewählt - vor 13 wochen - 13 wochen - und dann aber mit nachtsitzungen - weil sie es sonst nicht schaffen - aber die da oben wollen jetzt erst mal "urlaub" machen, eben weil sie ja so fertig sind von den vielen nachtsitzungen bei jamaika: außer spesen nix gewesen - und halten mich hin ... - es läuft nicht rund - meine histaminintoleranz meldet sich jetzt neuerdings auch bei braeburn-äpfel aus dem alten land - vom aldi - und da ist nicht etwa in den äpfeln zuviel histamin - aber die vorhandenen allergene (ich habe ja außerdem noch diese berühmte kreuzallergie von haselnuss- und birkenpollen) regen das körpereigene histamin an - und dann bekomm ich so plötzliche unwohlseinsschübe, die mich herunterziehen - was soll nur aus uns werden: der nachbar schräg über uns hat eine anlage, bei der die bässe jedesmal durch die rostigen stahlmatten im beton unseres 50 jahre alten nachkriegs-bauboom-hochhauses vibrieren ...: wumm tack-tack wumm tack-tack ... - und übermorgen ist heiliger abend - hoffentlich geht er dann feiern bei seiner mutti - und singt stille nach heilige nacht unterm lametta-baum als wäre nichts gewesen - was soll nur aus uns werden - denn barcelona ist ja onnich mehr das was es früher war wegen der katalanien ... und borussia dortmund ... und jetzt der prozess gegen den bombenbauer: was soll nur aus uns werden - S! ...

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    S!NEDi|art: maria - sie war nicht die demütige, sanfte ...


    MARIA

    Schuldige Unschuld

    Von Alan Posener | welt.de

    Nein, sie war nicht die Demütige, Sanfte, die eine europäische Männerfantasie uns übermittelt und die Sigmund Freud mit den Worten dekonstruierte: „Jeder Mann will ja, dass seine Mutter Jungfrau sei.“ Wieso starb Marias Sohn in Jerusalem an einem römischen Kreuz, an das als Grund für die Strafe genagelt wurde, er habe sich zum „König der Juden“ erklärt? Weil die Mutter eine Revolutionärin war.

    Von ihr sind wenige Worte überliefert. Hier ein paar schnippische Worte an den schönen jungen Mann, der sie als Engel besucht, dort die Aufforderung an den Sohn, beim Fest in Kana für mehr Wein zu sorgen. Worte, an denen ewig herumgedeutelt wird. Dabei sagt sie selbst überdeutlich, als sie ihre Kusine Elisabeth besucht, was sie, die Schwangere bewegt: 

    „Der Mächtige hat Großes an mir getan,
    und sein Name ist heilig.
    Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
    über alle, die ihn fürchten.
    Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
    Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
    Er stürzt die Mächtigen vom Thron
    und erhöht die Niedrigen.
    Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
    und lässt die Reichen leer ausgehen.
    Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
    und denkt an sein Erbarmen,
    das er unseren Vätern verheißen hat,
    Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

    Es gibt einen jüdischen Witz über Jesus: „Woher weiß man, dass Jesus Jude war? Nun, er wohnte zu Hause, bis er 30 war; er arbeitete im Geschäft seines Vaters. Und seine Mutter hielt ihn für Gott.“ Nein, nicht für Gott. Die 14-jährige Miriam wusste ja, wo er herkam, wenn sie es vielleicht ihrem Mann verschwieg. Was übrigens nichts zur Sache tut. Wie schrieb Joseph Ratzinger, nachmals Benedikt XVI., über den ganzen im Kern paganen Jungfrauen-Mumpitz: „Die Gottessohnschaft Jesu beruht nach dem kirchlichen Glauben nicht darauf, dass Jesus keinen menschlichen Vater hatte; die Lehre vom Gottsein Jesu würde nicht angetastet, wenn Jesus aus einer normalen menschlichen Ehe hervorgegangen wäre.“

    Nicht für Gott hielt Maria ihren ersten Sohn, jüdischer Witz hin, unklare Vaterschaft her. Das wäre für eine jüdische Frau ja Blasphemie gewesen, und davon ist in ihrem Triumphgesang auch keine Rede. Wohl aber von einem Rächer und Revolutionär, der die Mächtigen stürzen würde. So erzog sie ihn denn auch, zum Tribun, nicht zum Tischler. Und ihre anderen Söhne auch, die Jesus schließlich zum verhängnisvollen Gang in die Hauptstadt drängten. In Nazareth wäre der Sohn der Maria fast gelyncht worden, in Jerusalem fiel er den Römern in die Hände, die ihn zur Abschreckung öffentlich hinrichteten. An seinem Martyrium, das wusste sie, hatte auch sie ihren Anteil Schuld. Solche Mütter gibt es auch heute.

    Sie gab nicht auf. Die Bibel berichtet, dass sie und ihr Sohn Jakobus eine Stütze der frühen Kirche waren, als sie noch eine urkommunistische jüdische Sekte war. Den Begründer des Christentums, den Ex-Rabbiner Paulus, traf sie nie, und er erwähnt in seinen Briefen nicht einmal ihren Namen. Die Umdeutung ihres Scheiterns als Sieg, des Mordes an ihrem Sohn als freiwilliges Opfer, das war die Sache dieser taffen und auch furchtbaren Frau bestimmt nicht.

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    ich wollte für diesen text so eine mittelmeer-/nahost-maria malen - eher eine freiheitskämpferin aus dem aramäischen palästina vor 2000 jahren - mit dunklerem teint und schwarzen augen: selbstbewusst und mit stechendem intelligenten blick - wie er heute bei freheitskämpferinnen in diesem raum auch noch vorzufinden ist ...

    ich danke alan posener für diesen text, der mir als protestant die mutter jesu näher gebracht hat - auch luther verehrte ja maria - erst späterhin hat der protestantismus sie mehr oder weniger outhesourct ...

    ich vergesse das oft, dass jesu mutter ihn sicherlich erzogen und beeinflusst hat zu dem, was er wurde und ist. denn auch ein "sohn gottes" kommt nicht "fertig" zur welt: er brauchte einnordungen, zurechtfindungen, anstöße - in die richtung, die er dann gegangen ist ...

    dafür gab es ja keine blaupause - seine denke war ja etwas neues - nie dagewesenes: das auflehnen gegen vermeintliche autoritäten - aber ohne gewalt, sondern mit überzeugungsarbeit - so wie es sich im magnificat der maria bereits andeutete ...

    maria musste jesus ja die ängste gegenüber weltliche autoritäten nehmen - nur gott allein ... !!! und musste ihm das mutige voranschreiten beibringen. der zauderer joseph war dazu weniger geeignet. er war eher zuständig für ein aufmaß, für planungen, für praxis, für eine materialbeschaffung, für sein handwerk - maria aber dachte, knobelte - war die theoretikerin: "sie behielt alle diese worte und bewegte sie in ihrem herzen": sie wägte ab, sie war die politisch denkende ...

    das sonnig lächelnde barocke puttchenmuttchen, was man oft im weihnachtsmotiv vorfindet, ist dann auch eine verklärung und ein irrläufer geworden: ein übermuttchen - aber sie hatte die faust in der tasche - und auch nach der ermordung ihres ältesten verzog sie sich in der synagoge nicht schweigend auf die empore, wo saulus/paulus sie hinverorten wollte: nein - sie mischte sich mit ihren übriggebliebenen söhnen und vielleicht auch töchtern vehement mit ein: auch, um diese unsäglichen "sühneopfer-tod"-fantasien dieses paulus von tarsus abzuwehren ... - 

    maria - ein vorbild für eine selbstbewusste weiblichkeit - bereits vor 2000 jahren ... wir müsssen sie befreien aus ihrem heiligenschrein und all ihrem goldlametta und weihrauchgekröse: venceremos ... -  S!


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    S!|art photography


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  • 12/25/17--07:31: alleinstellungsmerkmal
  • S!|art: nach "maria" nun eine weihnachtsskizze ... - ich bin mir sicher, das jesus als baby auch geschrien hat ...

    die weihnachtsgeschichte ist ein vielschichtiges machwerk - über jahrhunderte gewachsen und durch die dogmenwurstmaschine gedreht nach allen regeln der früh-theologisch antiken kunst ...

    ein bisschen erinnert mich diese vermeintliche entstehungsgeschichte, die die tatsächliche geburt jesu zum anlass nahm, um eine neue philosophie und glaubensrichtung zu bewerben und zu etablieren, an den bau eines autobahnabschnittes heutzutage: jeder kleine lokalpatriot egal welcher partei will da möglichst eine anschlussstelle bekommen - auch wenn der eigentliche ortskern vielleicht 10 - 20 kilometer entfernt liegt - und das dauert, weil immer wieder die befürworter und die gegner vor gericht streiten durch alle instanzen hindurch ... 


    so ähnlich müssen wir uns wohl über jahrhunderte die redaktionssitzungen der jeweiligen glaubenskongregationen vorstellen: 
    • nazareth als tatsächlichen geburtsort - nee, dann fehlt ihm das david-blut in den adern (obwohl joseph ja sowieso nicht sein tatsächlicher vater war ...!?) - und da steht ja in der thora schon der satz: "du - bethlehem-ephrata" usw. ... -
    • aber wie bringen wir ihn nun nach bethlehem: da war doch mal so eine steuerschätzung neulich - die bauen wir in die story ein
    • und ärmlich muss die geburt sein: ich meine - wer hat das schon - ein neugeborenes zum gott hochstilisieren - 
    • damit haben wir christen ein alleinstellungsmerkmal unter den mitbewerbern um das menschliche seelenheil - und wer da mitmacht, der hat echt fantasie - dem ist das ganz wichtig - und wir können auch schon die kleinstkinder möglichst direkt nach der geburt taufen lassen - so als schutzpolice von ganz oben - wenn ihr versteht was ich meine - und als nachahmung dieser ärmlichen geburt dort des kleinen jesus: jedes neugeborene ist ja in den augen der eltern sowieso ein kind gottes - und einzigartig...
    • ganz ärmlich und ganz klein: da nehmen wir mal eine höhle, einen unterschlupf - 
    • und eine "illegitime" zeugung - also ein "nichteheliches" kind - 
    • und da stellen wir uns als mama mal so ein junges dummes ding vor ...: 
    • doch halt - wie kommt die zur geburt ihres kindes in die höhle - klar - die hat ja im wahrsten sinne des wortes was zu "ver-bergen" - die kauert zur niederkunft in einer höhle, weil sie die geburt ja gegenüber den eltern und verwandten verbergen will ... ein kind ohne vater: das war damals wie heute ein fettes problem - was sollen die leute sagen ... 
    • ...ich meine, statt höhle könnte man ja auch einen stall nehmen: spontangeburt mit ochs und esel mit dem baby zum abnabeln durch geburtshelfer joseph auf stroh ... - alles schon mal dagewesen ...
    • ja - der olle joseph hat sich ihrer angenommen, ein entfernter verwandter, ein witwer, der nach dem tod seiner frau gemeint hatte, er könne diese entfernte schwippcousine zur frau nehmen - die ist jung, die macht den haushalt zuhause, denn joseph ist ja meist auf tagelöhner-arbeit als reisender zimmermann - als tippelbruder - so wie heute die bautrupps unter der woche, auf trebe sozusagen.
    • also suchte er diese maria auf - und bekam einen ordentlichen schreck: die war ja schon schwanger ... - da war guter rat teuer ... und den vater kannte sie nicht mal - und als joseph denn fragte, wer denn der vater sei, wegen der alimente, sagte sie schnippisch: "vielleicht war's der heilige geist" ... -
    • ja - sie war etwas zu vorlaut und schnippisch - so ein junges ding - aber sie war für ihr alter echt "fit in der birne" - wie man heute sagt - 
    • joseph war hin und hergerissen: die maria wäre ein großteil ihrer sorgen los,wenn er sich einfach als vater des kindes  ausgeben würde ... er hätte eine hilfe und erzieherin für seine kinder zuhause - also so eine art "green-card"-heirat, damit die maria nicht ins gerede kommt - und alles wieder in rechte licht gerückt wird - win-win ... 
    • - und damit das alles auch standesamtlich seine richtigkeit hat, pilgern wir einfach von nazareth nach bethlehem: luftlinie sind das nur knapp 12 kilometer (!!!) - schmeißen unsere alten pässe und papiere einfach weg - und werden dort in bethlehem quasi neu geboren - ohne anhaltspunkte an die vergangenheit ...: eine neue identität ...
    • das wird sie bis zur niederkunft doch wohl noch schaffen - und dann merkt kein mensch was von ihrem fehltritt - das da irgendwas nicht stimmte bei der zeugung - und er würde sich in den neuen papieren einfach jünger machen, als er in wirklichkeit ist - damit es kein gerede gibt ...
    dies kleine mädchen hier heißt bayan - und wurde auch "unterwegs" - auf der flucht - geboren und hier im schlamm des lagers idomeni gewaschen - und auch diese geschichte wird erzählt und erzählt - und die zeitungen schreiben und das fernsehen berichtet - und das ist gut so ... ..
    • aber wenn nun das kind etwas früher kommt: gut, dann muss sie eben unterwegs irgendwo ... : das schaffen wir schon
    • und ich, joseph - helfe ihr - wenn sie denn hilfe überhaupt annimmt ...: 
    • sie will immer so schrecklich selbstständig sein, das junge ding, kaum trocken hinter den ohren - heute würde man wohl "emanzipiert" sagen: 
    • "ja - joseph - wenn du nicht willst - ich bring mein kind auch alleine durch - das glaubt du doch wohl - mit 'abbas' hilfe" ...
    tja - vielleicht war es in wirklichkeit so ähnlich oder anders - und in all den jahren bis zur endgültigen abfassung der evangelien, die die geburt jesu überhaupt erwähnten und bezeugten, wird man ja wohl eine angemessene geschichte mit all den geforderten zutaten der verschiedenen beteiligten interessengruppen gefunden und zu papier gebracht haben ...

    es ging ja - wie gesagt - um ein alleinstellungsmerkmal in einer gegend - die viele wunderliche geschichten schon kannte: aber ein kleines irgendwo abgelegtes kind als sohn des einzigen gottes auszugeben - dazu gehörte mut, blut, schweiß und tränen ... 

    das haute in den einschlägigen kreisen schon mächtig rein - und war von den gewürzen und zutaten in der geschichte ohnegleichen - ein echter knüller in der antike - und es machten nach und nach viele mit - es hat sich für alle gelohnt - noch eine win-win-geschichte ... sozusagen ... -S!

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    51° 56' 59.291" N 8° 35' 17.113" E - 08.45 h


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  • 12/29/17--01:03: plastik-müll
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    Müllsammler an einem verschmutzten Strand in Accra (Ghana, 2017): 8,3 Milliarden Tonnen Plastik - darunter können sich die wenigsten etwas vorstellen. Also greifen die Forscher zu Vergleichen. Diese Menge entspreche der Masse von 822.000 Eiffeltürmen oder 25.000 Empire State Buildings.
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    EINE HILFE KÖNNTE SEIN:

    Wir haben das seit ein paar Wochen als Alternative zum Plastikmüll angeschafft - und sind mehr als zufrieden ... (... und diese "werbung" ist nicht gesponsert oder gelöhnt ...)

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