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  • 03/10/18--20:13: that's life
  • S!|art|bearbeitung


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  • 03/11/18--03:05: flugtaxis? - flugtaxis!
  • DIGITALISIERUNG



    Deutschlands zweite Chance

    Dorothee Bär, die erste Staatsministerin für Digitalisierung, erwähnt Flugtaxis und wird prompt ausgebuht. Dabei hat sie recht: Wir müssen große Visionen wagen, wenn unser Land im Wirtschaftssystem der Zukunft eine Rolle spielen soll.

    Von Frank Schmiechen (Chefredakteur Gründerszene)

    Wir Deutschen sind ein eigensinniges Volk. Wir tragen lieber Jack Wolfskin als Prada, essen Kartoffeln statt Avocado-Schaum, lieben Thomas Müller statt Cristiano Ronaldo. Alles Ausschweifende ist uns verdächtig. Auf diese unglamouröse Bodenständigkeit sind wir stolz. Visionen, ausufernde Fantasie, gut gelaunter Optimismus genießen bei uns einen zweifelhaften Ruf. Das musste auch Dorothee Bär (CSU) erfahren, die am Mittwoch als erste Staatsministerin für Digitales vereidigt werden soll.

    Seit sie es in einem ZDF-Interview mit Marietta Slomka wagte, über Flugtaxis und nicht über Glasfaserkabel zu sprechen, wie es die Moderation vehement verlangt hatte, schlagen die Wellen hoch. Bevor hierzulande das Kabel nicht in der Muttererde verscharrt ist, darf offenbar niemand über Zukunftsprojekte sprechen, die über rustikale Aushubarbeiten hinausgehen. Vonseiten der Internetauskenner, vor allem der Männer, wird seitdem Bärs Know-how infrage gestellt, oder man versucht, sie noch vor Amtsantritt in sozialen Netzwerken lächerlich zu machen. Der Rest hält sie wahrscheinlich einfach nur für durchgeknallt. Flugtaxis!

    Vielleicht helfen ein paar Fakten, um die Gemüter zu beruhigen. Es gibt in Deutschland mindestens drei Firmen, die sehr konkret an der Flugtaxi-Idee arbeiten. Das Start-up Lilium hat zum Beispiel 90 Millionen Euro eingesammelt, um das weltweit erste elektrisch angetriebene Flugzeug zu bauen, das senkrecht starten und landen kann.

    Das Geld stammt unter anderem vom chinesischen Konzern Tencent, Frank Thelen, den man als Internet-Experten aus der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ kennt, und einem von Twitter-Mitgründer Ev Williams gestarteten Fonds. Diese Investoren sind bis jetzt nicht als naive Träumer aufgefallen. Konkurrent Volocopter arbeitet an einem autonomen Zweisitzer mit 18 Rotoren und hat bislang 30 Millionen Euro eingesammelt. Unter anderem von Daimler. Auch Flugzeughersteller Airbus hat bereits erste erfolgreiche Flugversuche mit seinem autonomen Flugtaxi Vahana unternommen.

    Aber mit dem Flugtaxi hat Dorothee Bär eigentlich eine ganz andere Herausforderung angesprochen, die es in den kommenden Jahren anzugehen gilt. Wenn Frau Slomka etwas genauer hingehört hätte, hätte sie vielleicht verstanden, dass das grundsätzliche Thema eben nicht das Verbuddeln von Glasfaserkabeln ist, sondern dass es darum geht, Deutschlands führende Rolle in der globalen Wirtschaft zu verteidigen.

    Nachdem wir die erste Welle verschlafen haben und den USA und Südkorea kampflos das Feld der Hardware an Apple und Samsung, den Bereich der Software und Suche an Google, des Einkaufens an Amazon und der sozialen Netzwerke an Facebook und Instagram überlassen haben, geht es jetzt darum, klüger zu handeln, bevor die nächste Welle Deutschlands Wirtschaft aus dem Weltmarkt spült.

    Im nächsten Schritt geht es vor allem um drei Bereiche: künstliche Intelligenz, Internet der Dinge und eine Technologie, die sich Blockchain nennt. Diese drei Technikfelder werden unsere Gesellschaft und Wirtschaft in ein neues Zeitalter katapultieren. Hier tut sich ein gewaltiges Potenzial für neue Geschäftsfelder, neue Produkte, eine klügere Verwaltung und effektivere Politik auf.

    Kein Bereich unseres Lebens wird von diesen Entwicklungen unberührt bleiben. Die Schlacht um die Marktführerschaft in diesen grundlegenden Zukunftstechnologien ist noch längst nicht geschlagen. Berlin spielt zum Beispiel auf dem Feld der Blockchain-Technologie eine wichtige Rolle. Hier gibt es unzählige Experten und Start-ups, die sich damit beschäftigen. Zum ersten Mal seit Langem ist ein Thema in Deutschland angekommen, das sich tief mit Zukunftstechnologie auseinandersetzt. Das Silicon Valley hinkt in diesem Fall ausnahmsweise einmal hinterher.

    Vor ein paar Jahren ahnten einige Experten, dass jeder Bereich unserer Gesellschaft irgendwann in der digitalen Sphäre abgebildet sein würde. Durch die drei oben genannten Techniken geht diese Entwicklung nun noch viel weiter, als man es damals geahnt hatte. Durch neue Sensoren, die immer kleiner werden, und schnellere Netze kann in Zukunft jedes Objekt ein Teil des Internets sein – vom Schiffscontainer bis zum kleinsten Maschinenteil.

    Im Weinbau wird zum Beispiel auf einigen Gütern jede Rebe einzeln von Sensoren überwacht. Wenn sie zu wenig oder zu viel Wasser bekommt, schlägt eine App Alarm. Der Winzer kann reagieren, seinen wertvollen Besitz perfekt betreuen und den Profit steigern. Man stelle sich vor, was das für die Ernte von Grundnahrungsmitteln bedeuten kann. Eine verhinderte Missernte in Entwicklungsländern könnte sehr viele Leben retten.

    Besonders teure Weinflaschen aus dem Burgund werden übrigens bereits jetzt mit winziger Nahfeld-Funktechnik ausgestattet. Das hat sich Gründer und Winzersohn Louis de Surrel einfallen lassen. So kann der Kunde sicher sein, dass er das viele Geld nicht für eine billige Kopie ausgegeben hat. Alle Produkte, die wir kaufen, werden in Zukunft eindeutig identifizierbar sein. Wo kommen sie her, wer hat sie hergestellt, und entsprechen sie wirklich unseren Erwartungen als Käufer? Das alles lässt sich dann sofort auf dem Bildschirm unserer Smartphones überprüfen.

    Wir können jetzt schon Lieferrouten minutengenau überwachen, Körperfunktionen messen, Verkehrsströme erkennen und lenken, Maschinen kontrollieren, Produktionsprozesse optimieren – die Liste der Möglichkeiten, die uns das Internet der Dinge bietet, ist unendlich. Wir stehen erst am Anfang der Erforschung dieser Möglichkeiten. Am Ende werden wir die Dinge unserer Umgebung per Smartphone dirigieren können wie ein Marionettenspieler seine Puppen.

    Die Verknüpfung von Internet und Dingen ist gerade für Deutschland eine große Chance. Denn im Herstellen von Sachen sind wir immer noch Weltmeister. Oder gibt es irgendwo auf der Welt bessere Fenster? Das gibt man auch in den USA gern zu, wenn man Gästen aus Deutschland schmeicheln will. Viele unserer erfolgreichen Mittelstandsfirmen, die diese Dinge herstellen, arbeiten gerade mit dem digitalen Know-how von Start-ups daran, ihre Prozesse und Produkte zukunftsfest zu machen.

    Anwendungen mit künstlicher Intelligenz werden uns helfen, die unvorstellbaren Datenmassen, die durch das Internet der Dinge entstehen, intelligent und rasant zu verarbeiten. Mustererkennung, selbst lernende Systeme und Algorithmen sind in der Lage, schneller und besser als ein Mensch zu reagieren und zu entscheiden. Zum Beispiel Krankheiten zu erkennen, Schädlingsbefall von Nutzpflanzen vorherzusagen oder eine Maschine zu identifizieren, die schon bald nicht mehr funktionieren wird, oder ein selbstfahrendes Auto zu steuern.

    Der Weltkonzern SAP hat in Berlin drei aufwändige Forschungszentren eingerichtet, in denen Start-ups an solchen Projekten arbeiten. Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge sollen die Software von SAP zukunftsfähig machen, um den Status als Weltmarktführer zu verteidigen.

    Am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte arbeitet ein Start-up an einer Software, die jeden Container verfolgen kann, der auf den Weltmeeren unterwegs ist. Mithilfe dieser Daten und künstlicher Intelligenz wird in Echtzeit berechnet, wann welcher Container nach Tausenden Kilometern an sein Ziel kommen wird. Verzögerungszeiten durch Zoll, Streiks oder schlechtes Wetter werden in Echtzeit erkannt und in die Ergebnisse eingerechnet. Das System lernt selbstständig und wird allmählich immer besser in seinen Vorhersagen. So lassen sich Lieferschwierigkeiten im Vorfeld erkennen und vermeiden. Das Geschäft mit der globalen Logistik wird gerade neu erfunden.

    Die Blockchain-Technologie lässt sich nicht ganz so einfach verstehen, doch ihre Auswirkungen sind gewaltig. Sie wird uns in die Lage versetzen, Werte im Internet zu übertragen – ohne einen Mittelsmann wie eine Bank oder einen Notar. Einfach erklärt: Alle Vorgänge, die auf der Blockchain stattfinden, werden auf allen beteiligten Computern wie in einem dezentralen Kassenbuch gespeichert. Deshalb lassen sich diese Vorgänge so schwer manipulieren.

    Es wird in ein paar Jahren ein Internet entstehen, über das wir ohne Notar unser Haus verkaufen können. Verträge aller Art können digitalisiert und automatisiert werden. Frachtpapiere können abgeschafft werden. Jeder Container, jede Ware ist identifizierbar und selbst Träger der nötigen Informationen.

    Auf der Blockchain-Technologie basieren auch die digitalen Währungen, von denen gerade sehr viel zu lesen ist. Bitcoin und Ether sind die bekanntesten Namen. Fast täglich kommen neue Währungen dazu. Theoretisch kann jeder eine eigene digitale Währung herausgeben. Dieser Vorgang nennt sich ICO – Initial Coin Offering. Er lässt sich durchaus mit einem digitalen Börsengang vergleichen. Wer an das Geschäftsmodell oder die Gründer glaubt, die einen ICO wagen, kauft ihnen ihre „Coins“ oder „Tokens“ ab.

    Welchen Wert sie irgendwann mal haben oder ob sie überhaupt einen Wert haben werden, kann niemand sagen. Trotzdem werden jetzt schon Milliarden in Coins und Tokens investiert. Der Markt ist noch nicht geregelt, Verbraucherschutz existiert nicht. Die etablierten Geldinstitute und die Börse wissen noch nicht genau, wie sie mit dieser Herausforderung umgehen sollen. Bei der Deutschen Bank kümmern sich Experten um das Thema und erwarten, dass sich ihr Geschäft durch Kryptowährungen in den kommenden Jahren dramatisch verändern wird.

    Gierige Anleger, die in die sogenannten Kryptowährungen investieren, müssen jederzeit mit Totalverlust rechnen. Doch es zeichnet sich ab, dass auch unser Finanzsystem in ein neues Zeitalter eintritt. Egal, ob der Bitcoin-Kurs gerade steigt oder ins Bodenlose fällt. Die Idee hinter einer dezentralen, digitalen Währung ist zu mächtig, um einfach wieder zu verschwinden. Für die Reform unserer Grundbuch- oder Meldeämter scheint Blockchain-Technologie ebenfalls wie gemacht zu sein.

    Derzeit liegen Informationen darüber, wem welches Grundstück gehört, wie vor 100 Jahren auf dem Amt. In Papierform. Das hat bis heute sehr gut funktioniert. In Deutschland viel besser als in den meisten anderen Ländern. Aber jetzt scheint es bald möglich zu sein, Informationen dieser Art sicher im Netz aufzubewahren und die Umschreibung von Immobilien per Computer rechtssicher vorzunehmen. Das ist ein Hoffnungsschimmer für Menschen, die in Ländern leben, in denen es kein Grundbuch oder Geburtenregister gibt.

    Es sind noch längst nicht alle Probleme gelöst. Für Flugtaxis müsste zum Beispiel unser Luftraum rechtlich neu organisiert werden. Keine Kleinigkeit. Blockchain und Bitcoin verbrauchen derzeit noch viel zu viel Energie. Auf der anderen Seite erleben wir gerade Technologiesprünge wie im Zeitraffer. Das wird helfen, diese Probleme zu lösen.

    Wir in Deutschland ziehen uns gern auf das Machbare zurück. Damit haben wir sehr viel Erfolg gehabt in den vergangenen 70 Jahren. Start-ups aus den USA haben uns allerdings im vergangenen Jahrzehnt gezeigt, dass man in der digitalen Welt das Undenkbare denken muss, um auch in Zukunft Erfolg zu haben.




    Wir sehen, dass es eine Menge sehr wichtiger Themen gäbe, über die man mit einer Staatsministerin für Digitales reden könnte. Nicht nur über die Verlegung von Glasfaserkabeln, die natürlich auch erledigt werden muss, um unser Land zukunftsfest zu machen. Stellen wir uns vor, ein junger Mark Zuckerberg hätte im Interview mit Marietta Slomka gesagt, er würde gern ein Netzwerk im Internet bauen, dass in der Lage sei, die gesamte Weltbevölkerung zu verbinden.

    Stellen wir uns vor, ein jugendlicher Sergej Brin hätte behauptet, dass er es für möglich hielte, dass seine Software in Sekundenbruchteilen das gesamte Internet durchsuchen könne, und der Student Jeff Bezos hätte von seinen Plänen erzählt, dass schon bald Milliarden Menschen jedes denkbare Produkt auf seiner Internet-Plattform einkaufen könnten. Elon Musk schießt Raketen zum Mars, bohrt Löcher unter Großstädten, um den unterirdischen Verkehr der Zukunft zu organisieren, und baut Satelliten, die das Internet aus dem Orbit zu uns bringen sollen. Sind wir in Deutschland wirklich bereit für große Ideen?

    Eine eiserne Regel bei den großen Risikokapitalgebern im Silicon Valley ist, sich immer die Gründer mit den größten Plänen, den absurdesten Visionen und dem wahnsinnigsten Plan auszusuchen – und ihnen ernsthaft zuzuhören. Das sagt zum Beispiel Margit Wennmachers, Partnerin beim milliardenschweren Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz. Denn oft liege in den abwegigsten Vorstellungen der Schlüssel zu einer wirklich großen Idee, die unser Leben bereichern und verbessern – und mit der man gleichzeitig sehr viel Geld verdienen kann. Wir sollten uns diese Fähigkeit zu eigen machen. Mehr Visionen, weniger Kabel – das wäre ein guter Anfang für die zweite Chance im Internet für Deutschland.

    Der Autor ist Chefredakteur des Online-Magazins „Gründerszene“.


    DIE WELT - © Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten


    manchmal  - eigentlich immer - ist es auch gut - die "welt" zu studieren. mir gibt sie als "alt-linken" immer mal wieder neue anstöße - für einen paradigmenwechsel in meiner manchmal schon eingerosteten denke - und früher habe ich "springer"-erzeugnisse gemieden wie der teufel das weihwasser ...

    natürlich habe ich auch den kopf geschüttelt über die bärigen "flugtaxis" - aber mit diesem artikel von frank schmiechen hat sich das doch etwas relativiert. für die probleme der zukunft müssen wir uns ganz neue "wunder" einfallen lassen.

    mit digitalisierungen können wir sicherlich die diesel-stickoxide und den feinstaub verringern - können wir ernten so überwachen, dass es zu keinen missernten mehr kommt - wir können unterm zeltdach von riesigen geschützten pflanzen- und gewächshallen - (super-gewächshäuser - auch aufgetürmt unter und über der erde wie parkhäuser) wetter dafür simulieren - aus vielen kleinen künstlichen sonnen und gesprühten wasserfeindünsten usw. usw., und die notwendige bestäubung sicherstellen - präzise zur rechten zeit und notwendigkeit - wenigstens peu a peu - auch zum schutz der eigentlichen natur und des grundwassers - um hier mal einer zukunftsskizze mit spinnereien à la "lufttaxis" mitzugehen ...

    einen vorgeschmack zu solcher art positiv-"extensiver landwirtschaft" erleben wir ja im kleinen mit den "frischen erdbeeren", die wir über das ganze jahr genießen können. in meiner kindheit gab es hier zum geburtstag meines vaters am 22.06. die ersten erdbeeren - und die letzten gab es anfang bis mitte august - das war's ... - und heute werden die uns per "lufttaxis" [sic!] aus israel und marokko und anderswo ganzjährig eingeflogen ... - alles noch ziemlich aufwändig und unökologisch - aber auch das wird peu a peu verbessert mit immer besserer ökobilanz und immer besseren ergebnissen ...

    das heißt nun nicht, dass wir hier und anderswo nun blauäugig weiter glyphosat verwenden können und so unsere insekten- und vogelwelt an die gurgel gehen ...

    das ganze ist ein wettlauf der systeme - mit vielen versuch-&-irrtum-varianten ... - da müssen wir wohl durch ...

    ich erlebe da für mich immer das beispiel, dass ich ja ab und an im rahmen meiner einladungen - in bezug auf das ns-"euthanasie"-opferschicksal meiner tante erna-kronshage - jüngeren schülern - so im alter von hauptsächlich  14-17 jahren - den tagesablauf auf einem kötter-bauernhof in der senne von 1922-1944 erklären muss: mit plumps-klo, ohne leitungswasser und waschmaschine - mit "großer wäsche" auf dem waschbrett rubbeln am brunnen - ohne claas-mähmaschine, sondern mit sense und dreschflegel - eben so wie man es sich ja bereits in bauernhaus-museen ehrfurchtsvoll betrachten kann - und neulich wurde ich in dem zusammenhang gefragt, was denn ein "grammophon" sei ...

    und dann die zeitrelation dazu: das ist kein zustandsbericht aus dem mittelalter - sondern das ist die lebenswelt von opa, uropa und ururoma überall auf der welt - noch vor 100 - 80 - 70 jahren ... - aber dem mittelalter bestimmt noch näher als der digitalisierten welt heute ...

    und mein staunen über die protestbriefe meines opas gegen die zwangssterilisierung ernas, die auf schreibmaschine geschtieben waren - mit top-argumenten - wo mein opa doch als schreiner und landwirt garantiert keine schreibmaschine auf dem hof hatte - und er, wie erna und auch meine mutter und meine oma, nur "plattdeutsch": "senner-platt" miteinander sprachen ... - das alles ist erst 70 - 80 jahre her ...

    diese hinter uns liegenden technischen "evolutionen" müssen wir uns vor augen halten - wenn wir heute über das smartphone wischen zur nächsten app ... und wenn wir grinsen, wenn frau bär das wort "lufttaxi" noch vor ihrem eigentlichen amtsbeginn in den mund nimmt ... - S!

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  • 03/11/18--09:37: insektenflüsterer




  • in amerika glauben ja die kreationisten, dass einzig der christliche schöpfergott der designer dieser welt, dieser natur ist. mir fiel diese aussage beim betrachten des capriccio-videos über den künstler maximilian prüfer ein, der ja eigentlich ab-bilder der natur "auffängt" und festhält und sichtbar macht.

    es bedarf also doch der umsetzung des menschen, dieses design der natur - meinetwegen gottes - tatsächlich sichtbar und "be-greifbar" zu machen - die quellen dazu aus den ursprünglichen zusammenhängen zu ziehen und abermals kreativ und "schöpferisch" neu zu zusammenzustellen und zu verarbeiten.

    es bleibt mir also das rätsel, ob etwa die kreatonisten als radikale evangelikale christen eine ausstellung von prüfer gutheißen würden - oder ob sie die nase rümpfen und es als unzulässigen eingriff in die schöpfung ihres gottes brandmarken - keine ahnung.

    und doch ist ja dieser "schwebezustand" symptomatisch für kunst aus und mit der natur - so zwischen der verurteilung als "frevel" und der umsetzung eines wortes der linken theologin dorothee sölle: "gott benötigt zur gestaltung unserer welt jetzt immer unsere hände" - wir also sind die verlängerten arme des schöpfers ... - S!

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    Berlin und Paris waren vor einem halben Jahrhundert Zentren eines legendären Aufbegehrens. Dutschke, Cohn-Bendit und Co. versetzten an der Spree und an der Seine in aufmüpfiger Allianz die Bürger in Schrecken, predigten politische Revolte und die Wonnen unverklemmter Sexualität. Eine lustvoll-rebellische Schwerpunktausgabe von „Metropolis“ entdeckt hier wie dort lebendige Spuren.


    (1): Metropole: Berlin und Paris - 23 min.


    Was in Berlin und Paris nach einem halben Jahrhundert von der 68er-Revolution blieb.
    Sie waren Idole und Hassfiguren zugleich: Die studentischen Straßenkämpfer rund um Dutschke und Cohn-Bendit, die vor 50 Jahren die alte Ordnung in Deutschland, Frankreich und dem Rest der Welt aus den Angeln zu heben gedachten. Zum Jubiläum ziehen Künstler, Intellektuelle, alte Barrikadenstürmer Bilanz: Ein rebellischer Report aus zwei Metropolen.

    (2): Katharina und Pola Sieverding - 8 min.

    „Alles Private ist politisch!“ – Katharina und Pola Sieverding lösen in ihrem Werk tradierte Zuschreibungen auf.
    Die Beuys-Schülerin Katharina Sieverding war schon früh an politisch-gesellschaftlichen Fragestellungen interessiert und reflektiert sie bis heute in ihrem Werk. Viele dieser Themen gründen in der 68er-Bewegung. Die Tochter Pola Sieverding arbeitet wie ihre Mutter mit den Medien Fotografie und Film und hinterfragt traditionelle Geschlechterrollen und Stereotypen.

    (3): 1968 und #MeToo – Was bleibt von der sexuellen Befreiung? - 7 min.

    Die 68er haben sich auch die sexuelle Befreiung auf ihre Fahnen geschrieben und mit neuen Liebes- und Beziehungsformen experimentiert. Der Blick auf die aktuelle #MeToo-Debatte führt aber vor Augen, dass das Versprechen der Geschlechtergleichheit immer noch uneingelöst ist. Was ist übrig geblieben von der sexuellen Revolution?

    (4): Dugudus - 6 min.

    Der französische Grafiker Dugudus zeichnet 68.
    Was war 68? Was ist übrig davon? Und warum sollte man heute auf die Straße gehen? Régis Léger aka Dugudus ist Plakatkünstler. Mit seinen Zeichnungen (siehe thumbnail vom youtube-video) versucht er auf humorvolle Weise auf politische wie soziale Missstände aufmerksam zu machen. Seine ersten Arbeiten verwirklichte er mit Francois Miehe von dem einflussreichen Grafikerkollektiv „Grapus“.


    Besetzung und Stab

    Land: Deutschland
    Jahr: 2018
    Herkunft: ZDF

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  • 03/12/18--06:16: ich weiß noch nicht was


  • vorm nachtfenster stand ein mond
    aber er war dunkel und voll - 
    voll floraler artefakte
    und irgendwie oval - plastisch oval
    es war gar nicht der mond
    das war so ein gebilde
    an einer schnur hinaufgeschoben
    blinkte ein wenig
    an und aus ...
    silbrig rot blau

    just da klingelte es an der haustür:
    ich sprang aus dem bett
    zog den bademantel über - 
    draußen stand frau w.
    ebenfalls im bademantel 
    und in puschen:
    "sie müssen unbedingt
    mal zum nachbarhaus schauen - 
    da passiert etwas - aber
    ich weiß noch nicht was ..."

    sinedi


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  • 03/13/18--00:29: scheißproblem
  • click here


    „Jemand muss dieses Scheißproblem lösen und von ihnen kommt immer nur Verbraucherstudie“, 
    schnauzt Robert Habeck 
    seine Kontrahenten in der Debatte "Hart aber fair" an.

    Das ist Balsam für die grüne Seele. Aber deswegen auch nicht verkehrt – das zeigen die dramatischen Müll-Bilder aus den Weltmeeren. 

    (click here)

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    und click auch here

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    EINE HILFE KÖNNTE SEIN:

    Wir haben das seit ein paar Wochen als Alternative zum Plastikmüll angeschafft - und sind mehr als zufrieden ... (... und diese "werbung" ist nicht gesponsert oder belöhnt ...)



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  • 03/13/18--08:17: mehltau
  • CLICK HERE

    ja - die abgebildete stopp-kelle der ns-polizei sagt ja eigentlich alles aus: da ist es vorbei mit der all-parteilichkeit und der "neutralität" gegenüber dem bürger 1933-1945: da prangt ja irgendwie wie selbstverständlich damals das hakenkreuz als wappen - und da ist ja auch klar, in welchem geist polizeiarbeit gemacht wurde ...

    es ist schon erstaunlich, dass es 85 jahre dauern musste, ehe nun ein historiker aus eigenem antrieb sich umfassend mit der polizeiarbeit in ns-deutschland auseinandergesetzt hat - denn mit der aufarbeitung z.b. der volkspolizei- und nva-arbeit in der ddr wird sich ja wie selbstverständlich in verschiedenen publikationen beschäftigt ...

    NS-Polizeistreife
    aber gerade auch die nsu-morde und deren "aufarbeitung" - soweit sie denn tatsächlich auch betrieben wird - hat ja manche schwachstellen auf dem rechten auge der verfolgungsbehörden offenbart, so dass hier mal ordentlich der alte staub hinweggeputzt werden muss, der sich oft nahtlos auch in die polizeiapparate von west- und ost direkt von der ns-polizei als mehltau niedergeschlagen hat ... - 

    hoffentlich macht die polizei selbst diese notwendige kritische aufarbeitung ihrer geschichte mal zu ihrer ureigensten aufgabe ... - S!


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  • 03/13/18--09:28: Naturliteratur


  • Diesen Baum-Krüppel besuchte ich seit Jahren oben auf dem Kahlen Asten. In diesem Jahr war er gewaltsam umgekippt worden - von Menschen, die seine Eigenart und sein Alter nicht achteten ... - Wenn Du auf das Bild clickst beginnt eine Nachruf-Slideshow ...



    Erfolgsgenre Naturliteratur

    Mein Freund, der Baum

    Über den Boom der Bücher, die „geheime“ Natur als funktionierendes soziales Gefüge feiern.


    Von Arno Frank | taz 

    Während ich diesen Text schreibe, vertrocknet draußen auf dem Balkon der Pfennigbaum. Ich lasse ihn seit Wochen leiden, vermutlich. Ansehen kann ich ihm seine Qualen noch nicht, er speichert das Wasser in seinen dicken Blättern und wirkt ganz zufrieden. Könnte er aber reden, er würde mich sicher ansprechen: „Sorry, Alter, wie wär’s mal wieder mit der Gießkanne? Außerdem kitzeln mich die Ameisen!“

    Die Insekten sind in der gleichen Erde, in die er seine Wurzeln geschlagen hat, und schicken bisweilen Scouts auf der Suche nach Süßem in die Wohnung. Was sie sonst noch treiben, entzieht sich meiner Kenntnis. Möglicherweise leben sie in Symbiose mit dem Pfennigbaum oder anderen Pflanzen da draußen.

    Wollte ich das alles genau wissen, hätte ich es wesentlich leichter als noch vor ein paar Jahren. Auf der Suche nach entsprechender Literatur über Insekten, Pflanzen, ihre Befindlichkeiten und Wechselwirkungen würde ich im Buchladen nicht mehr gemustert wie ein wunderlicher Kauz. Im Gegenteil. Natur hat Konjunktur.

    Bestseller Baumbuch

    In Deutschland hat der Förster Peter Wohlleben den Wald und seine Bewohner wieder in Erinnerung gebracht – in seinem Erfolg nur noch vergleichbar mit Sabine Bode, die den Bewohnern der zerbombten deutschen Städte eine Stimme gegeben hat. Bücher wie Wald ohne Hüter, Bäume verstehen oder Mein Wald erscheinen noch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. 2015 landete er mit Das geheime Leben der Bäume. Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt einen Bestseller.

    Es ist kein trockenes Bestimmungsbuch und keine Anthologie. Hier kleidet der Fachmann seine Begeisterung in eine Sprache, für die seine Leserschaft empfänglich ist. Gerade so, wie Stephen Hawking in Eine kurze Geschichte der Zeit astrophysikalische Phänomene wie die Quantenmechanik oder Schwarze Löcher einem Laienpublikum erklärte, bringt Wohlleben forstwirtschaftliche Erkenntnisse unter die Leute. Er tut dies „augenzwinkernd“ und in Anlehnung an eine märchenhafte Sprache, vor allem aber mit hemmungslosen Anthropomorphismen.

    Wenn Altes vergeht und Neues wird, klingt das bei ihm so: „Eines Tages ist es endlich so weit. Der Mutterbaum hat die Altersgrenze erreicht oder ist krank geworden. Im prasselnden Platzregen hält der morsche Stamm die schwere Krone nicht mehr und bricht splitternd auseinander. Wenn der Baum auf den Boden aufprallt, erwischt es auch ein paar wartende Sämlinge. Der Rest des Kindergartens bekommt durch die entstandene Lücke ein Startsignal, denn nun können sie nach Herzenslust Fotosynthese betreiben.“

    Die Reromantisierung von Natur

    Dergleichen wärmt das Herz und nährt den Verstand. Vor allem vermittelt es eine Vorstellung von der Natur als soziales Gefüge, von dem wir entfremdeten Menschen uns eine Scheibe von abschneiden sollten. Mit neuen Enthüllungen über Das geheime Netzwerk der Natur. Wie Wolken Bäume machen und Regenwürmer Wildschweine steuern erweitert der schreibende Förster nun die Bresche, die er in den deutschen Buchmarkt geschlagen hat – der nun von vergleichbaren Werken geflutet wird. Es ist eine Reromantisierung im Gange.

    In Der Gesang der Bäume schlägt der US-Biologe David G. Haskell in die gleiche Kerbe, zugleich aber einen noch poetischeren Ton an. Wie ein Pilger nähert er sich einem Pfirsichbaum in Manhattan, einem Olivenbaum in Jerusalem oder einer Pappel in Denver. Pflanzen treten hier als Persönlichkeiten auf, denen der Spezialist ökologische Botschaften über „die verborgenen Netzwerke der Natur“ ablauschen kann.

    Sachlichere Literatur erklärt uns, wie wir mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten wieder zu Selbstversorgern werden können, welche Kräuter am Wegesrand welche Krankheiten heilen und wie leicht es ist, auch in der Stadt unter die Imker zu gehen. Nebenbei sickert ökologisches Bewusstsein bereits in die Literatur, beschwört ein aktueller Bestseller wie Die Geschichte der Bienen (Maja Lunde) ebenfalls exakt jene schicksalhafte Vernetzung von Mensch und Natur, die augenscheinlich gerade in Auflösung begriffen ist.

    Sehnsucht nach dem Magischen

    Dabei steht diese Sehnsucht nach einer Wiederverzauberung der Welt in einer langen Tradition. Jeder Fortschritt ist ein Stolpern nach vorne, ins Ungewisse, und weckt das Bedürfnis nach Rückversicherung. So war bereits die ursprüngliche Romantik eine Abwendung von den klassischen Idealen der Aufklärung, eine Besinnung auf Märchen und Mythen einer „eigenen“ Kultur, im Hinblick auf eine „beseelte“ Natur noch verstärkt durch die Verheerungen der beginnenden Industrialisierung ab dem späten 18. Jahrhundert.

    Auf die industrialisierten und globalisierten Gemetzel des „Großen Krieges“ folgten Lebensreform und „Luftbäder“, und der Nobelpreisträger Maurice Maeterlinck empfahl Das Leben der Bienen, Das Leben der Ameisen oder Das Leben der Termiten als Vorbilder für ein gedeihliches Miteinander auch der Menschen – sozusagen ein erweiterter Völkerbund und Einbeziehung der Insektenvölker, ergänzt um die vegetative Intelligenz der Blumen.

    Die New-Age-Bewegung als Reaktion auf das Atom- und Raumfahrtzeitalter hat nur Gesänge euphorischer Laien hervorgebracht. Damit ist es heute nicht getan. Der aktuelle Fortschrittsschock ist von Globalisierung, Digitalisierung und Virtualisierung verursacht. Das Gefühl der allgemeinen Entgrenzung bei gleichzeitiger Vernetzung erzeugt keine Euphorie mehr, sondern Agoraphobie. Bücher wie Das geheime Netzwerk der Natur oder Der Gesang der Bäume knüpfen in ihrem zärtlichen, beschwörenden und Achtsamkeit gegenüber der Schöpfung einfordernden Ton direkt an Maurice Maeterlinck an.

    Aufklärer als Esoteriker

    Hier schreiben Experten. Es sind die Aufklärer selbst, die sich als ganz unverhohlen als charismatische Esoteriker anbieten – also als Eingeweihte, die ihr „Geheimwissen“ vermitteln, bei aller Neoromantik freilich befreit von übersinnlichem Brimborium. Ihr wissenschaftlicher Blick auf das Kleine, Analoge und Greifbare suggeriert eine Übersichtlichkeit, die in unübersichtlichen Zeiten ungeheuer erholsam wirken kann.

    Der eigentliche Trost allerdings ist ausgerechnet in den rituellen Ermahnungen zu Einfühlung, Achtsamkeit und Demut verborgen. In ihnen steckt die Botschaft, dass es doch noch eine Wende zum Guten geben könnte, dass wir selbst es in der Hand haben, dem Fortschritt eben nicht hilflos ausgeliefert sind.

    Zu diesem Zweck müssen wir nicht einmal unser Leben ändern. Es genügt, wenn wir uns „entselbsten“, wie David Haskell schreibt, und unsere bescheidene Rolle im geheimen Netzwerk annehmen. Es genügt, wenn wir den Pfennigbaum gießen.

    • Peter Wohlleben: Das geheime Netzwerk der Natur. Ludwig, 2017. – 224 Seiten., 19,99 Euro.
    • David G. Haskell: Der Gesang der Bäume. Kunstmann, 2017 – . 288 Seiten., 22,99 Euro.


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    S!|art: die nachtsitzung ist vorbei ...



    da sagte eben im zdf-morgenmagazin in etwa eine stimme: nun müssten die von vielen nachtsitzungen ermüdeten koalitionäre ... - ich glaube, sie sagte "... farbebekennen" - oder so ähnlich. ich habe dabei den frühstückstisch abgeräumt - und hörte diesen passus nur so im vorübergehen ...

    aber bei solch plattheiten im nebenher ist doch mein widerspruchsgeist - besonders auch angesichts des geblubbers eines jens spahn gegenüber "hartz-iv"-empfängern - entfacht worden.

    man muss es sich mal vor augen halten: 
    • wir unterhalten über 700 "volksvertreter" da im parlament - 
    • alle mit einem festen einkommen von rund 9.500 uro monatlich (explizit vergleichbar mit dem richtergehalt am bundesgerichtshof) -
    • wovon nur 25 - 30 % an steuern abgeführt werden (beamtenähnlich) 
    • dazu erhalten alle monatlich 4.300 euro aufwandsentschädigung - ... 

    aber durch wahlkampf in eigener sache und den zähen verschiedenen sondierungen zur regierungsbildung ist das parlament gut & gern seit gefühlten 1,5 jahren ihren aufgaben nur sehr sporadisch ("geschäftsführend") bis gar nicht nachgekommen ...

    diese "arbeitsmoral" macht man aber öffentlich - und treibt sie so vor aller vernetzter welt - auch einsehbar in syrien, afghanistan, kongo, nigeria usw.: und präsentiert sie auch allen "hartz iv"-empfängern und allen auf "tafel"-verteilung angewiesenen menschen - und wundert sich, wenn man immer noch von "ihr da oben - wir hier unten" spricht, wie ein buchtitel vor 45 jahren von wallraff-engelmann lautete, was aber auch ein ganz allgemeiner sponti-spruch der 68er war ...

    wenn man also mit solcher zur schau getragenen unlust seinem "ach so wichtigen" job nachgeht - und sich vor verantwortungen herumdrückt, wie zum beispiel nach spahn auch der nächste sonnyboy dort in dieser riege, nämlich christian lindner von meiner "liberalen" lieblingspartei, muss man sich doch nicht wundern, wenn diese "arbeitsmoral" abfärbt und in diese republik einstrahlt - aber wo viel licht ist, bildet sich auch viel schatten ...

    und hört doch endlich auf, mit diesem "nachtsitzungs-gequatsche" - und diesen propaganda-sendungen dazu, wo man uns "übermüdete" und erschöpfte akteure und reporter zeigt ... - das ist reine propaganda - und das ist schein - für viele euro-scheine ... - die koalitions-sondierer und fraktions-unterhändler und zukünftige tarif-verhandler usw. dürfen sich meinetwegen auch gern um 10 uhr nach dem frühstück beim laufenden "morgenmagazin"-tv im adenauer- oder brandt-haus treffen - und dann jeweils bis 17/18.00 uhr verhandeln - mit mittagspause und -schläfchen zwischendurch - wer oder was hindert sie daran ... ??? - was soll der quatsch mit den "nachtsitzungen" - der ja auch scheinbar auf brüssel abgefärbt hat ...

    vom us-trump habe ich noch von keiner "nachtsitzung" gehört ...

    es ist etwas faul in dieser zusammengewachsenen bundesrepublik dort in der hauptstadt berlin: 

    da bilden sich neue "eliten" aus - nicht "egalitär" sondern eben "elitär" - irgendwie eher yuppiehaft und monarchisch-höfisch als volksnah und am puls der zeit: 
    • die rasch die parteien als sprungbrett benutzen, um sich zu profilieren: 
    • um dann mit möglichst wenig persönlichem aufwand und 
    • ohne eine entsprechende grundausbilung "von der pike auf" - elegant und geschmeidig oft mit 
    • "politikwissenschaft" oder einem 
    • "bwl"- bzw. 
    • "jura"-fernstudium oder über die
    • bundeswehr bzw. deren -hochschule - oder auch einem 
    • "verlagsvolontariat" - am besten noch bei einer "befreundeten" ausländischen zeitung - womöglich in großbritannien - oft schon neben einer 
    • frühen bundestagszugehörigkeit - und oft einhergehend mit der 
    • gründung einer lobby- oder "consulting"-agentur (die auch schon mal klammheimlich in die insolvenz gehen kann ...)
    - um dann wichtigtuerisch herumzuschwadronieren, in verbänden und kammern, im ortsverein und auf landesebene ein paar vorträge zu halten, in talk-shows gute miene zum bösen spiel zu machen - um dann mit dem lobbyisten für "nebenabsprachen" in der lounge zu verschwinden - bzw. die mailadressen und die kontonummern auszutauschen ... - die tagesmeinung wird ja von der fraktionsspitze vorgegeben - und die hat man ja abzunicken - und der rest ist schweigen - und dann klingelt das handy, weil man die kleine vom kindergarten abholen muss - oder der polnischen zugehfrau sagt [sic! - vom "zugehmann" hört man verschwindend selten...], man sei verhindert, sie solle das übernehmen ...

    und diese madel & jungs "regieren" dann deutschland ... - und da fühl ich mich echt sicher aufgehoben ... 

    und die sagen dem "hartz iv"-empfänger, wie er zu wirtschaften und wie er den arsch wieder hochzukriegen hat - 
    und sagt dem flüchtling, wo der maurer in der zumindest gedachten grenzmauer das loch gelassen hat, damit er wieder verschwindet, denn natürlich hat er von den segnungen dieses landes gehört im fernen syrien oder afghanistan oder in afrika, wo ihm die kugeln um die ohren pfeifen und er nichts zu beißen hat ...

    zum ersten mal seit bestimmt 40 jahren konnte ich dem "welt"-besten journalistenhenryk m. broder mal wieder zustimmen, nachdem sich unsere politischen wege so nachhaltig getrennt haben. ich kannte ihn als einen autor bereits aus den 68er-alternativ-verlagen, in denen er publizierte und seine journalistische wut verbreitete - um dann in einer kehrtwende ziemlich nach "rechts" abzudriften ... - wie allerdings einige der mitstreiter von 68 überhaupt - die das alle dann eine "späte einsicht" nennen ...

    er fädelte sich gestern in einem kommentar in der "welt" zum 169. tag ohne regierung wieder in unseren gemeinsamen alten 68er traum der herrschaftslosen - nicht bewaffneten - anarchie ein - indem er schrieb: "169 Tage nach der Wahl: Es geht auch ohne Regierung" ...

    - und wie recht er in diesem falle hat:
    die bundesrepublik muss sich keine über 700-köpfige machtelite namens "bundestag" halten - in dem am grundgesetz vorbei ("jeder abgeordnete ist seinem gewissen verpflichtet") mit subtilen mitteln in den 6 fraktionen jeweils ein fraktionszwang ausgeübt wird, 
    • in dem also nur 6 verschiedene parteimeinungen miteinander "streiten" können - 
    • wovon schon 3 jetzt miteinander koalieren ... - das heißt also: 
    • diese gut 700 abgeordneten dürfen für dieses land - diese demokratie - gerade mal 4 verschiedene meinungen zum besten geben ... - 
    • das ist einfach nur lächerlich, was dieser apparat da aus sich gemacht hat - und wie er die hehren einstellungen der gründungs-mütter und -väter dieses tollen grundgesetzes aushöhlt - um möglichst bequem durchs leben zu gehen ...
    unsere "demokratie" ist ja so diffizil und moralisch-ethisch so verantwortungsvoll gediehen, dass gestern (!) 2 personen (i.w.: zwei) - von über 700 bundestagsabgeordneten, die immerhin über 80 millionen menschen repräsentieren - herr kauder und frau nahles - aber immerhin eine frau und ein mann - im miteinander innerhalb der in erwartung stehenden "großen koalition" auskungeln konnten, ob das heikle werbeverbot für abtreibung (§ 219 a) bestehen bleibt oder aufgehoben wird ... - so wurde es eben vielleicht bei einer tasse kaffee einfach vertagt - armes deutschland...

    wohl bekomm's - aber ich werde da nur wütend -  S!



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  • 03/15/18--09:49: würg



  • Umwelt: Forscher weisen viel Mikroplastik in deutschen Flüssen nach

    Winzige Plastikmüllpartikel kommen inzwischen nahezu flächendeckend an der Wasseroberfläche von Fließgewässern vor. Zu diesem Ergebnis kommt eine länderübergreifende Studie. Dafür wurden von den jeweiligen Landesumweltämtern zwischen Herbst 2014 und Herbst 2015 an 52 Messstellen im Einzugsgebiet von Rhein und Donau Wasserproben entnommen, teilte die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg mit. Insgesamt seien 19.000 darin gefundene Partikel analysiert worden - mehr als 4300 waren kleine Plastikteilchen, die von weggeworfenem Plastikmüll oder auch Rückständen aus Waschmitteln und Kosmetik stammen. (zng/dpa)

    click here



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  • 03/15/18--13:14: rolltreppe an spiegelei
  • XXL - CLICK HERE



    "rolltreppe an spiegelei"
    das ist jetzt keine kundendurchsage
    sondern der titel dieses bildes

    "o.t." schreiben ja die künstker
    wenn sie keinen
    titel finden für ihr werk

    gsnz oben klappt jemand
    so stark mit der zuziehtür
    dass das ganze haus zittert

    "die war aber zu"
    scheint auch der alte herr zu denken
    der seinen hyrriyet da vorn liest

    mit echt türkischem mokka

    bildtitel sind etwas verwegenes
    was hat sich der künstler dabei gedacht
    das ist wie der "über-flüssige" name 
    überm weihwasserbecken

    das bild oben
    man hätte es auch
    anders taufen können

    vielleicht: "vom regen in die traufe" ...



    sinedi





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  • 03/15/18--15:28: stolz sein
  • Die Neandertaler waren fast wie wir, nur besser


    Künstler sollen sie gewesen sein, Humanisten und sogar Vegetarier: Sucht der moderne Mensch in ihnen womöglich nach sich selbst?


    Urs Hafner | NZZ



    Unsere Grosseltern haben wir vielleicht gekannt, von der Urgrossmutter wissen wir noch eine Anekdote zu berichten, der Ururgrossvater, hat man uns einmal gesagt, sei eingewandert. Weiter zurück wissen wir nichts von unseren Vorfahren, ausser wir gehören einer grossbürgerlichen oder adligen Sippe an, die einen wappengeschmückten Stammbaum führt. Doch auch in diesem Fall führte die konsequente Auflistung aller Familienangehörigen, auch der illegitimen, rasch in die Unübersichtlichkeit. Unsere Ahnen sind und bleiben uns fremd.

    Aber nicht alle. Wenn wieder einmal ein uralter Knochen ausgegraben und ein noch älterer bearbeiteter Stein oder gar eine durchbohrte Muschel gefunden wird, die eine weitere Etappierung der Menschheitsgeschichte erlaubt, ist die mediale Abdeckung riesig. Interessiert folgen wir den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur grauen Vorzeit. Man könnte meinen, zwischen uns und unseren Urahnen bestehe eine innige Verbindung. Je mehr wir über die Ursprünge des Homo sapiens wüssten, könnte man denken, desto mehr erführen wir über uns.


    Nah verwandt und doch rätselhaft: Der Neandertaler dient immer wieder als Projektionsfläche. 
    Hier sind alle seine Nuancen Punkt für Punkt zusammengesetzt zu einem Ganzen ... 
    Raster-Grafik nach: Volker Steger/Science Photo Library/Keystone







    Am Gesamtbild ändert sich jeweils wenig: Über die ersten Menschen, die vor 200 000 Jahren in Afrika lebten und vor 40 000 Jahren nach Westeuropa zogen, weiss man fast nichts. Weder über die soziale Stratifikation ihrer Gesellschaft noch über ihre Kommunikation oder ihre kosmogonischen Vorstellungen. Zu viel Zeit ist seither verstrichen, zu wenige Spuren sind überliefert.

    Also wird wild drauflosspekuliert, natürlich immer wissenschaftlich verbrämt. Wehren können sich ja die Betroffenen nicht. Neuerdings gilt der Neandertaler, ein «Vetter» des Homo sapiens, der vor etwa 30 000 Jahren ausstarb, als der «erste moderne Künstler». Sogar abstrakte Kunst soll er geschaffen haben, wie Wissenschaftsjournalisten zu berichten wissen. Archäologen fanden an Höhlenwänden in Spanien rote und schwarze Darstellungen von Tiergruppen und Händen sowie rätselhafte Punkte und geometrische Zeichen.

    Was hat das alles zu bedeuten? Das weiss niemand. Mögen die Zeichnungen auch einen «symbolischen» Akt belegen, so sind sie sicher keine «Kunst» im heutigen Sinn, also keine experimentellen, freien Produktionen von Spezialistinnen und Spezialisten – von Künstlern eben –, die von ihrer Umwelt mehr oder weniger als solche anerkannt wurden. Die Ausdifferenzierung des Systems Kunst fällt in das 19. Jahrhundert. Vorher sind Künstler Handwerker, die Aufträge von Herren ausführen. Zu viel Kreativität wäre da eher hinderlich gewesen.

    Wo wären wir ohne ihn?

    Was Kunst ist, entscheidet der Kontext. Dieser aber ist im Fall der Neandertaler nahezu unbekannt. Durfte jeder und jede einfach Punkte an die Wand malen, wie und wo er gerade wollte? Oder hatte einer einen Aussetzer, als er die Höhlenwände vollmalte? Vielleicht zeugen die Zeichen ja weniger von einer magischen Beziehung zum Numinosen als vom Bemühen, Sachverhalte nüchtern aufzulisten? Vielleicht sind die Tierdarstellungen ein Inventar. Und die Punkte und Zeichen eine Aufstellung über Schulden oder ein Strafregister? Man weiss es nicht.

    Doch mit der Kunst nicht genug. Der veredelte Neandertaler wird auch als «der erste Europäer» bezeichnet, der in uns weiterlebe. Gemäss den Berechnungen deutscher Anthropologen nämlich besitzt die Bevölkerung Europas noch heute einen Anteil aus dem Erbgut des Neandertalers, weil sich dieser mit dem aus Afrika eingewanderten Homo sapiens vermischt habe. Darauf würden nicht nur unsere helle Haut, sondern auch die blauen Augen hinweisen.

    Vor allem aber hätten wir vom Neandertaler unseren Einfallsreichtum geerbt: Ohne ihn wären wir nicht so weit gekommen, wie wir heute sind. Die industrielle Revolution etwa stünde noch vor uns. – Die Schweine hätten wohl nichts dagegen und die unzähligen Kriegstoten auch nicht.

    Man male sich aus: der Neandertaler – ein Künstler des Abstrakten, bei genügend grosszügiger Interpretation der Befunde vielleicht sogar fast ein wenig Europäer (ob er dennoch nationalistisch dachte?) und auf jeden Fall ein Innovator! Die Vorstellungen sind schlicht absurd, ganz abgesehen davon, dass «wir Europäer» weder eine rassische noch eine kulturelle Einheit bilden und dass die Menschheitsgeschichte immer Migrationsgeschichte war. Manchmal macht die Geschichte Sprünge, die kaum zu begreifen sind. Eben noch war der Neandertaler im allgemeinen Bewusstsein ein idiotisch gekrümmter Halbaffe, der nur seine Keule zu gebrauchen wusste. So stellte sich die paläontologische Forschung «unsere» Vorfahren zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor.

    Ein Humanist, ein weiser Mann

    Eine zeichnerische Rekonstruktion, die sich auf ein im französischen La Chapelle-aux-Saints gefundenes Skelett stützt, zeigt ein wenig vertrauenerweckendes Monstrum, das gewaltbereit hinter einem Felsen auf seine Beute lauert. Zu seinen Füssen liegen Schädel und andere Knochen, die von seinen Opfern und wohl auch seiner letzten Mahlzeit übrig geblieben sind.

    «Meyers Konversationslexikon», neben dem «Brockhaus» der Wissensspeicher des deutschen Bürgertums noch im letzten Jahrhundert, wusste um 1890 mitzuteilen, die Urmenschen hätten ein höchst kümmerliches Leben geführt und Menschenfleisch verzehrt. Daneben hätten sie immerhin ganz elementare Künste beherrscht – von abstrakter Kunst natürlich keine Rede. Aber ja, sie hätten es zum Beispiel verstanden, sich gegen Klima und Witterung zu schützen und einfache Waffen, Geschirr und Kleidung zu verfertigen.

    Wie die Urmenschen gelebt hätten, so das Lexikon weiter, lasse sich am besten an den noch existierenden Naturvölkern studieren, die immer wieder auf eine noch tiefere Kulturstufe und in die Barbarei zurückfallen würden. Der Begriff Barbarei, hielt «Grimms Wörterbuch» um 1850 fest, bezeichne sowohl den Landstrich in Afrika, der von den Berbern bewohnt werde, als auch Unmenschlichkeit und Grausamkeit.

    Noch vor hundert Jahren also distanzierte sich die Wissenschaft von den ersten Menschen. Sie hob deren Wildheit hervor: Mord, Totschlag, Kannibalismus seien in ihrem Alltag die Regel gewesen. Die Entwicklungsleistung der Menschheit bestand nach damaliger Lehrmeinung darin, dass der Mensch seine Anfänge, die Barbarei aus Afrika, überwunden habe. Der weisse Europäer, so das stolze Fazit, das man vor hundert Jahren zog, zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht mehr ist, was er einmal war; andere Rassen haben dies vielleicht noch vor sich. Ganz anders das Bild, das heute gezeichnet wird: Die Rekonstruktion des Neandertalers, die etwa im Neanderthal-Museum bei Düsseldorf zu besichtigen ist, schaut den Betrachter freundlich an, vertrauensvoll und nachdenklich. Die Figur, die Madame Tussauds Kabinett entsprungen scheint, strahlt nichts Aggressives, nichts Primitives aus. Der neue Neandertaler ist ein Humanist, ein weiser Mann; und das ebenfalls rekonstruierte Neandertaler-Mädchen ein kesses Kid.

    Die moderne Wissenschaft sagt: Wir, also die Menschen, sind, was wir schon immer waren. Wir sind sozusagen schon immer modern gewesen. All die guten Eigenschaften unserer Urahnen leben in uns weiter. Die ersten Menschen waren also findige Kreative – und sie unterscheiden sich im Kern kaum von uns Heutigen. Sie waren genauso intelligent wie wir. Und, noch besser: Zeitweise waren sie sogar Vegetarier. Eigentlich fehlten ihnen bloss die Sonnenkollektoren vor den Höhlen.

    Da werden Märchen wahr

    Kürzlich haben Verhaltensbiologen das narrative Grundmuster unserer Kultur hervorgehoben: Schon die ersten Menschen seien Geschichtenerzähler gewesen. Und Narration und Kooperation seien eng miteinander verknüpft. Die Gesellschaft gründet also auf dem Sichmitteilen, nicht auf Herrschaft und Gewalt. So werden Märchen wahr.

    Klar, das neue Bild des Neandertalers ist uns sympathischer als das alte. Nur schon, weil es darauf verzichtet, sogenannt unterentwickelte Nichteuropäer zu degradieren. Jüngste Forschungsresultate stützen das Bild. Trotzdem ist seine projektive Seite nicht zu übersehen. Das heutige Bild des Neandertalers betreibt Identitätspolitik, genauso wie dasjenige des 19. Jahrhunderts. Damals wurde das «Andere», der Trieb, die Gewalt, der Schmutz und der Makel, am zivilisierten Menschen ausgeblendet und auf den Menschen der Urzeit übertragen. Heute will man dasselbe, das Primitive, am Neandertaler gar nicht mehr sehen. Im neuen Bild des Neandertalers klingt zudem das Ideal des innovativen Individuums an, das sich in der hyperdynamischen Gegenwart nicht weniger clever zu behaupten weiss als zwischen den Mammuts der Steinzeit.

    Was suchen wir in den bemalten Höhlen der Vorzeit? Die innige Verbindung, die wir zwischen uns und unseren Vorfahren sehen, wenn wir ehrfürchtig den neusten ältesten Knochen eines Homo bestaunen. Sie soll uns darin bestätigen, dass wir sind, was wir zu sein glauben.


    nun haben wir ja quasi zwei kultur- (oder sagt man wohl "kultus"- ?)staatsministerinnen, nämlich frau grütters und frau müntefering: die erstere für die innere größere kultur - die zweite für die "außen"-kultur ... - und dazu länder- kultusminister - und eine kultusministerkonferenz: will sagen - bei der zuständigkeit für den neandertaler wird es überschneidungen geben - da bin ich mir ganz sicher ... - und dann ja wahrscheinlich zoff:  human zoff, rassen-zoff, parteipolitischen zoff: ist der neandertaler ur-deutsch - oder doch mehr europäisch - oder doch ein weltbürger ... - und was will mir das heute sagen ???

    frau grütters habe es ja mit der "erinnerungs-"politik", las ich heute irgendwo. und der neandertaler ist ja - je nachdem wie man das sieht - auch gegenstand einer persönlichen erinnerung fast von jeder/jedem von uns - und da wir zu wenig von seiner "kultur" wissen - bedarf es bei ihm wohl keiner ausdrücklichen "gedenk-kultur" ... - oder doch ... ???

    und - wie gedenken wir dann seiner ???  früher haben wir uns ja wohl eher geschämt - über sein brutales aussehen, seine vermeintliche primitivität - heute motzen wir ihn auf und unterstellen ihm "humanität", "kultur" und die "schönen künste" ... - und wollen direkt stolz sein auf einen solchen urahnen - er ist natürlich einer von uns ...

    so wie sich unser alltägliches rassenbild ändert von epoche zu epoche - so werden wir auch den neandertaler mal verehren, um ihn dann wieder zu verleugnen und uns seiner abzuspalten ...

    aber wenn wir unsere vergangenheit und unsere familiengeschichte der letzten 100 jahre schon nicht mehr erforschen wollen - und opas fotokasten einfach auf die mülle werfen - und seinen "gefrierfleischorden" vom "russland-feldzug" - sprich: der stalingrad-niederlage - verkloppen wir auf dem flohmarkt - und onkel peter damals ... - da decken wir mal lieber den mantel des schweigens drüber - und dass wir alle mehr oder weniger unseren migrationshintergrund in der familie mit uns schleppen ... - und viele unserer vorfahren ganz simple wirtschaftsflüchtlinge waren ... - - das ist zwar fakt - aber niemand will das wahrhaben ...

    ich meine - ist bei einer solchen ausgangslage eigentlich irgendwie wichtig, wer der neandertaler oder der ötzi waren - das ist doch noch höchstens interessant für den nächsten museumsbesuch an einem verregnten urlaubstag ... - S!

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  • 03/17/18--06:29: kunst trotzt dem krieg
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  • 03/17/18--08:48: taub sind die tumben tauben
  • taub sind die tumben tauben - XXL = CLICK HERE

    jahraus-schluss-vorbei 
    jahrein-
    taubes gefühl
    gefühlte taubheit ...

    taub sind die tumben tauben

    ja - können denn - 
    können denn diese verwilderten
    bluttauben: diese blau
    zisellierten - bis ins braun
    hinein gefiederten - 
    ja können denn diese gurrenden blödtauben
    diese blödblickenden bluttauben:
    können die vollkommen normal - 
    vollkommen normal: fliegen und landen
    und landen und starten und fliegen
    also: im hohen bogen rausfliegen -
    direkt in den azurblauen himmel 
    landen - aufsetzen
     kropfen - sich kropfen - 
    sich kropfen lassen durch schnäbeln
    satthalsen
    beim jedem schritt nicken
    sich tasten - sich sichten - sich messen ...
    mit dem bloßen Auge: 
    eine zu erkennende Gestalt...
    es ist ein kommen und gehen ...
    und die guten ins töpfchen...
    und die schlechten ins kröpfchen ...

    und eh man sich versieht - 
    ist es schon wieder morgen
    jeder für sich allein - 
    und gott für uns alle ...
    alle
    alle
    alle:

    das spiel ist aus - 
    das spiel ist aus -


    sinedi 

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    mein beitrag zur neiddebatte
    des herrn dobrindt
    gegenüber hartz iv-empfängern:

    das ist anscheinend der beginn seiner "konservativen revolution" ...

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  • 03/19/18--14:16: vielbelesen
  • oft liest man ja die umschreibung, jemand sei"vielbelesen" ... 

    ich weiß nicht, wie es ihnen dabei geht, aber mich beschleicht dann immer der verdacht, als wolle man das angebliche undiplomierte selbststudium eines menschen damit herabwürdigen zu einem bemitleidenswerten "halbwissen" - fast schon bis zum "scharlatan"-verdacht ...: "der kommt einfach hierher - mischt sich ein - und brabbelt da worte und zusammenhänge - aber der hat doch gar keine ahnung - darf der das eigentlich ?"...
    für die sogenannten "echten" wissenschaftler kann ein solcher laien-"experte" wahrlich zum alptraum werden.

    mir geht es oft so, dass ich zum beispiel bei der inbetriebnahme eines neuen smartphones oder der technischen umsetzung zur gestaltung einer homepage mir ganz bestimmte vorstellungen mache, warum mein dafür konsultierter gespächspartner am telefon der hotline des providers das problem jetzt so und nicht anders lösen will ... weil - es liegt doch auf der hand - dass ...: ich sehe und spüre das dann in mir konkret aufsteigen und bildhaft zu werden ... - und verstehe nur bahnhof ...

    ... und dann erwische ich mich dabei, mir damit einen inneren eigentlich doch "genialen" lösungsweg auszumalen für ein vordergründiges real im raum stehendes umsetzungsproblem zum beispiel in "html"-programmiersprache - oder so - von dem ich jedoch überhaupt keine ahnung habe ...

    und trotzdem trägt oft dieses intuitive halbwissen und mitschwingen mit den brüchen irgendwo und irgendwie bei - zur letztendlichen lösungsfindung und instandsetzung ...

    und dann steht schon morgen wieder etwas an - was sich vor meinem halbgaren hineintasten in den goldenen lösungsweg stellt ... S!

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  • 03/20/18--16:13: rauchwerg
  • S!|photography


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    Zum Welttag der Poesie 

    wurde der 21. März von der UNESCO ausgerufen. Dieser Tag wird seit 2000 jedes Jahr gefeiert, die zentrale Veranstaltung für Deutschland richtet die Literaturwerkstatt Berlin und deren Internetplattform lyrikline.org aus. Er soll an „die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern“. Weiterhin soll ein interkultureller Austausch gefördert werden.

    Der Gedenktag soll auch dazu beitragen, dem Bedeutungsverlust der Poesie entgegenzutreten. Im 19. Jahrhundert seien, so der Literaturwissenschaftler Nikolas Immer, 20.000 Lyriksammlungen allein im deutschsprachigen Raum veröffentlicht worden – eine Zahl, die inzwischen utopisch erscheint. Mit dem Aktionstag soll gezeigt werden, dass die Poesie auch im Zeitalter der neuen Informationstechnologien einen wichtigen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben einnehmen kann.

    Am Welttag der Poesie finden Lesungen, Ausstellungen und Rezitationen lyrischer Werke in Medien und Kulturinstitutionen statt. Die zentrale Veranstaltung in Deutschland findet seit Beginn im Max Liebermann Haus der Stiftung Brandenburger Tor statt. Weiterhin sollen poetische Werke veröffentlicht und Poesiepreise vergeben werden. Besonders Schüler werden angesprochen. Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt sind aufgefordert, Gedichte zum Thema Gewalt und Frieden zu schreiben. Zudem trommeln sie an diesem Tag um 11:30 Uhr (MEZ) für den Frieden.

    Der Welttag der Poesie steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO und der Vereinten Nationen. (wikipedia)


    → lyrikline blog:

    Um den Welttag der Poesie am 21. März zu feiern, veröffentlicht Lyrikline zwischen dem 19. und 21. März sechs ausgezeichnete neue Dichter aus der ganzen Welt ...

    Nun hat Els Moors einen offenen Aufruf im Zusammenhang mit dem Welttag der Poesie gestartet :

    Adoptiere deine Stadt mit einem Gedicht

    Am 21. März 2018, dem Welttag der Poesie, lädt Els Moors, die "Nationaldichterin Belgiens", alle Menschen weltweit dazu ein, ihre schönsten Oden und Elegien zu ihren Städten (/ Ländern / Staaten / ...) zu sichten und öffentlich zu machen. In Zeiten der Gentrifizierung, des Massentourismus und der weltweiten Migration sehnen wir uns nach einsamen Flaneuren und notorischen Wanderern, die das mysteriöse Herz ihrer Städte enthüllen wollen. Bist du immer noch in die Stadt verliebt, in der du geboren wurdest? Wurdest du von Liebe getrieben oder bist du gezwungen, deinen Herd und dein Zuhause zu verlassen? Adoptiere deine Stadt, indem du eine urbane Elegie schreibst und schreibe zu dieser Zeit am exotischsten Lonely Planet: Die adoptierten Städte. 


    Möchtest du zu dieser speziellen weltweiten Anthologie beitragen und andere zum Mitmachen motivieren?
    Dann schließen Sie sich dieser Aktion in wenigen Schritten an:

    1. Veröffentlichen Sie Ihr eigenes Gedicht ab dem 21. März 2018 auf unserer Seite: www.adoptedcities.be

    2. Poste dein Gedicht über all deine möglichen (sozialen) Medien und ermutige Mitbürger, eine Stadt mit einem Gedicht zu adoptieren und mitzumachen . Jeder kann sein Stadtgedicht auf unserer Website teilen. Auf Facebook verwenden Sie bitte #adoptedcities, damit wir Ihre Beiträge verfolgen und teilen können.

    3. Genießen Sie eine leicht zugängliche und interaktive Online-Anthologie, eine spielerische Art, Menschen zum Lesen und Schreiben von Poesie zu motivieren!


    Wir würden - sehr gerne - Menschen aus aller Welt nur eine Minute Zeit nehmen, um über Poesie (und all ihre modernen Interpretationen) nachzudenken und sogar ein kurzes Stück Poesie zu schreiben. Lasst uns der Poesie und unserer Welt gemeinsam Tribut zollen!

    Wir hoffen, dass viele Leute da draußen Els Moors 'Aufforderung folgen, Gedichte zu veröffentlichen.

    _______________________________

    Dieser Aufruf war mir Befehl ...


    S!|art-montage: sennestadt global - unter verwendung einer luftaufnahme von d.wittig | nw


     
    sennestadt 

    meine stadt wurde wie teig geknetet
    in eine form gedrückt
    und in den ofen geschoben: schwupps -
    war die brezel fertig

    der große bruder hat sie dann aufgefressen
    mit haut und haaren
    hat geschlungen und gewürgt daran
    sich verschluckt dabei - gerülpst

    davon zeugen noch die bröselstraßen
    die hier oft noch alleen heißen
    keine bäume stehen dort stramm
    in reih & glied schon gar nicht

    und hinten im blau 
    hinten im tau - der wald
    der kommt und schreitet und vergeht
    je nach wetterlage

    in meiner stadt knirscht der sand
    unter den puschen
    werden bemooste grabsteine zerbröselt
    zu goldfarbenen stolpersteinen

    wo elstern über die gräber hüpfen
    rollen rollatoren durch die parks
    in meiner stadt laufen und springen noch kinder
    tragen migranten ihre bunten plastiktüten

    hier ärgern nachbarn ihre nachbarn
    und schlagen im aufzug die
    augen nieder
    gut - dass es nicht mehr ist ...


    sinedi - 21.03.2018 - zum welttag der poesie

    p.s.: von wegen "heimatminister"...👆

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    getty images | spiegel-online

    das foto heute auf spiegel-online beweist es "offensichtlich": unsere frau bundeskanzlerin beherrscht das also schon - zumindest im inneren "tri"-gespräch - dieses neumodische von sich selbst in der "dritten person" zu sprechen.

    das scheint ein neuer trend zu sein: in ratgeber-sendungen und ratgeber-büchern und in manager-seminaren wird es gelehrt: 
    dein hirn entspannt sich - du entspannst dich - wenn du von dir in der "dritten person" sprichst - also: nicht "ich gehe jetzt die treppe runter" ... - sondern du sagst beim treppe-runtergehen: "er geht jetzt die treppe runter" ...

    natürlich ist das jetzt ein ganz simples und nichtssagendes beispiel - und die tatsächliche innerpsychische entlastung soll ja beispielsweise in angstbesetzten situationen damit eintreten ...

    ernsthaft jetzt: 
    ich kann mir das durchaus vorstellen ... - ich musste neulich in einem fremden terrain unter freiem himmel und mit unzureichender sprech-/verstärkeranlage einen 20-minütigen vortrag halten: da war kein pult, wo ich windsicher mein manuskript ablegen konnte - es war feucht und eisigkalt - und es war ein trauriges thema ... - die stimmung wie auf einer beerdigung.

    ich sprach dabei wie durch eine röhre - ein uraltes - ich dachte längst überwundenes - lampenfieber verbunden mit einer eigenartigen angst erfasste mich - und ich dachte - während ich wie mechanisch mein manuskript in leidlicher betonung ins mikro abspulte - "gleich falle ich um" - mein mund wurde immer trockener - "gleich werde ich ohnmächtig - und blamiere mich und meine mich begleitende frau" ... - vor den ca. 60 personen, die meinem beitrag lauschten ...

    und wenn ich in dieser situation - oder schon vorher zur einstimmung - mit mir in der dritten person "verhandelt" hätte - wäre das vielleicht alles einfacher gewesen:
    "gleich hält er seinen vortrag - er ist dabei immer etwas aufgeregt, weil er so etwas zu selten übt - aber er ist sich seines themenstoffs auf dem manuskript sehr sicher - er ist in der sache selbst der einzige experte - da kann ihm niemand ans bein pieseln - und er wird vielleicht auch versuchen, mit einzelnen personen, die vor ihm stehen, in einen augenkontakt zu treten - vielleicht unmerklich jemanden zuzunicken oder zustimmende reaktionen zu registrieren, die ihn vielleicht etwas innerlich anheizen bei der äußeren kälte bezüglich des wetters und bezüglich des themas ...: er wid gleich anfangen - das manuskript hat er griffbereit und sortiert in der jacken-innentasche - und er hat es zusammengeklammert, damit es ihm nicht wegfliegt hier draußen ... - und er wird sich zeit nehmen - langsam sprechen - blickkontakt aufnehmen und doch niemanden "an-schauen": sehr geehrte damen und herren - ... - und zwischendurch vielleicht noch: 
    "er wird sicherlich gleich nicht umkippen" - sein mund wird zwar jetzt immer trockener - er sollte das mal um ein glas wasser bitten - aber jetzt hält er durch - "gleich wird er sicherlich nicht ohnmächtig - und er blamiert sich und seine ihn begleitende frau auch nicht" ... 
    ich glaube heute - das hätte mich tatsächlich entspannt - wenigstens diese luftabschnürende und feuchtigkeit aussaugende situation entschärft - auch wenn ich von den tatsächlich nachgewiesenen umprogrammierungen im gehirn noch gar nichts gewust hätte - die angeblich die verwendung einer "dritten person" in unserem ich-denken bewerkstelligen und per eeg (elektroenzephalografie) als "bildgebendes verfahren" darstellbar sind ...

    nun - ich interessiere mich ja auch immer dafür, was dahintersteckt: die tatsächliche ent-lastung des ich's auf diese "dritte person" - die ich nun quasi "betrachten" und hören und ansprechen kann - mit der ich kommunizieren kann - in der ich mich spiegele und die sich in mir spiegelt ...

    aber dann gibt es auch in meinem gedächtnis diese gedankenfetzen:

    da sehe ich das bild der "lenor-stimme" aus der tv- werbung in den 70ern: "so weiß - weißer gehts nicht", meinte da das aus der wäscherin heraustretende gewissen ... - also auch irgendwie eine "dritte person" - wie ja überhaupt das gewissen, das sich in uns "meldet" mit meiner "dritten person" identisch sein kann - oder wenn der philosoph martin buber vom "inneren dialog" spricht - oder der buchtitel von precht: "wer bin ich - und wenn ja wie viele?" - oder der streit in der psychiatrie um das erdachte krankheitsbild der "multiplen persönlichkeit", das von vielen abgelehnt wurde und wird, eben weil "sie" in jedem von uns existieren und mit etwas übung auch ganz unspektakulär abrufbar sind ... - und wann das wie bei der "schizophrenie" (früher übersetzt mit "gespaltenem irresein") eben pathologische ausmaße annimmt oder sich noch im gesunden "rahmen" halt - ist im einzelfall schwer zu bestimmen ... - dazu sei auch noch der bestseller von 1993 erwähnt: "ich bin viele" von joan fr. casey. 
    wie oft sagen wir umganssprachlich: "da hab ich mir aber gesagt ..." - "da hab ich mich selbst nicht wiedererkannt" - oder: "das glaubst du doch selber nicht" ... - alles floskeln, die nah an einer "dritten person" entlanghangeln - und sie mehr oder weniger explizit akzeptieren und annehmen oder sie sogar schon eingebaut und als persönlichkeitskrücke integriert haben ...

    also - insofern ist der trick mit der "dritten person" vielleicht auch nur "neuer wein - in alten schläuchen" - ich muss mir nur diese uns innewohnende "dritte person" bewusstmachen - und mit ihr umgehen lernen - sie zum partner/zur partnerin machen ...

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    ein weiterer gedankenblitz sei noch nachgeschoben im hinblick auf angela merkel und hotte seehofer: "gehört der islam zu deutschland?" - und die antwort z.b. des unsäglichen welt-kolumnisten henryk m. broder lautet ja: "die einen sagen so (merkel) - die anderen sagen so (seehofer und gauland)"... - und dazu hat mir meine dritte person zugeflüstert: die lösung sei eigentlich ganz einfach in dieser streitfrage - nämlich ich soll ihnen sagen: 
    "die 'abrahamitischen' religionen  - also judentum, islam, christentum - alle drei betrachten den ollen 'abraham' als ihren stammvater - und erzählen in ihren schriften fast die gleichen geschichten über ihn... - sie gehören alle drei unverbrüchlich zu deutschland, zu europa und zum abendland, zum fernen und zum nahen osten - zur sinai-halbinsel mit israel und palästina - zu russland, türkei, kurdistan, iran, irak usw. usf. !!! - das wäre der gleiche nenner und damit die gleichung, die viel unheil aus der welt schaffen würde ...-S!

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