Are you the publisher? Claim or contact us about this channel


Embed this content in your HTML

Search

Report adult content:

click to rate:

Account: (login)

More Channels


Showcase


Channel Catalog


older | 1 | .... | 31 | 32 | (Page 33) | 34 | 35 | .... | 129 | newer

    0 0

    aufgeschreckt:
    Jahresbericht von Amnesty International

    Die schlimmsten Henker der Welt -
    Die USA auf Platz 5 von mindestens
    22 Hinrichtungs-Staaten ...

    Von Benjamin Schulz | SPIEGEL-ONLINE

    Sie wurden erhängt, erschossen, enthauptet, starben durch Giftinjektion oder auf dem elektrischen Stuhl: Mindestens 778 Menschen wurden 2013 hingerichtet (also an jedem Kalendertag mindestens 2 Hinrichtungen). Die tatsächliche Zahl liegt laut Amnesty International viel höher - dafür sind nur wenige Länder verantwortlich.


    Todeszelle in Texas/USA - Exekution durch Giftspritze  | Photo|graphic nach DPA-Bild | SPIEGEL-ONLINE




    Rizana Nafeek musste sterben, weil sie als 17-Jährige ein ihr anvertrautes Kind getötet haben soll. Die Frau aus Sri Lanka wurde im Januar 2013 in Saudi-Arabien geköpft. In ihrem Prozess hatte sie keinen Anwalt und schlechte Übersetzer. Das scherte die saudi-arabische Justiz nicht. Ein Gnadengesuch Sri Lankas wurde abgelehnt.

    Muhammad Afzal Guru wurde im Februar 2013 aufgrund eines Gesetzes verurteilt und hingerichtet, das inzwischen außer Kraft ist. Er wurde geheim in einem Gefängnis in Neu-Delhi gehenkt, seine Familie wurde über den Zeitpunkt der Exekution nicht informiert, durfte seine Leiche nicht begraben.

    Der Weißrusse Alyaksandr Haryunou wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt, obwohl es im Prozess schwere Verfahrensfehler gegeben hatte und sein Geisteszustand Zweifel an seiner Schuldfähigkeit aufkommen ließ. Die Todesstrafe wurde zunächst aufgehoben, aber nach erneuter Verhandlung verhängt.


    In der Todeszelle - Beispiel USA | S!NEDi|photographic nach einem Foto bei de.indymedia.org

    Die Fälle von Rizana Nafeek, Muhammad Afzal Guru und Alyaksandr Haryunou stehen stellvertretend für die Vielzahl an Hinrichtungen und Todesurteilen, die Amnesty International in seinem Jahresbericht 2013 dokumentiert.




    Anmerkung: Folgende Länder, die die Todesstrafe anwenden, werden nicht dargestellt: Antigua und Barbuda, Barbados, Dominica, die Malediven, die Komoren, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen, Singapur und Tonga. Auf Barbados wurde 2013 eine Person zum Tode verurteilt.

    "2013 war kein gutes Jahr. Es gab einige sehr negative Entwicklungen", sagt Jan Wetzel, Todesstrafen-Experte bei Amnesty. So hätten vier Länder - Indonesien, Kuwait, Vietnam und Nigeria - nach einer Pause wieder Menschen hingerichtet.
    In vielen Ländern machen es fehlende Informationsquellen, fehlende staatliche Institutionen oder Bürgerkriege wie beispielsweise in Syrien unmöglich, umfassende Zahlen zu bekommen. Amnesty hat deshalb Mindestwerte ermittelt. Sie sind beklemmend genug:
    • Mindestens 22 Länder richteten 2013 Menschen hin.
    • Mindestens 778 Menschen wurden exekutiert - Dutzende mehr als die bestätigte Zahl 2012.
    • Mindestens 1925 Menschen wurden zum Tode verurteilt.
    • Mindestens 23.392 Menschen sitzen weltweit in Todeszellen.
    • Die tatsächlichen Zahlen - insbesondere für Hinrichtungen - dürften um ein Vielfaches höher liegen. Das liegt vor allem an China. Amnesty schätzt, dass in dem Land mehr Menschen exekutiert wurden als im Rest der Welt zusammen, die Organisation geht von Tausenden Fällen aus. Weil China Hinrichtungen aber als Staatsgeheimnis behandelt, fließen die Schätzungen nicht in die Amnesty-Zählung ein.


    Der Bericht zeigt, dass ein halbes Dutzend Staaten für einen Großteil der Hinrichtungen verantwortlich waren: China, Iran, Irak, Saudi-Arabien, die USA und Somalia. Vor allem im Irak, in Iran und Somalia sieht Wetzel den "harten Kern, der Hinrichtungen nicht nur fortführt, sondern steigert".

    Überall Probleme mit dem Recht auf ein faires Verfahren

    Einer größeren Öffentlichkeit bekannt werden nur wenige, oft besonders grausame oder kontroverse Fälle. Berichte wie der von Shin Dong-hyuk, der in einem nordkoreanischen Lager ansehen musste, wie sein Bruder und seine Mutter exekutiert wurden. Die Hinrichtung von Menschen mit geistiger Behinderung. Oder Fälle wie der von Glenn Ford, der Jahrzehnte in der Todeszelle saß, ehe sich seine Unschuld erwies. Das war kein Einzelfall. Allein in den USA gab es seit 1973 nach Angaben des "Death Penalty Information Center" 144 Fälle, in denen Personen aus der Todeszelle freikamen - weil die Anklage entsprechende Vorwürfe fallen ließ, sie begnadigt oder freigesprochen wurden.

    Die Todesstrafe in den USA sei gekennzeichnet durch Fehler, Ungereimtheiten, Rassendiskriminierung und - in manchen Fällen - die Verletzung internationaler Rechtstandards. Dabei verfügen die Vereinigten Staaten über ein vergleichsweise gutes Rechtssystem. "Wir finden kein Land, in dem es kein Problem mit dem Recht auf ein faires Verfahren gibt", sagt Wetzel. "Wenn wie in Ägypten 529 Todesurteile in einem Fall verhängt werden und der Prozess gerade einmal zwei Tage dauert, dann ist das weit weg von einem fairen Verfahren."

    Amnesty kritisiert, dass in vielen Ländern zum Tode Verurteilten grundlegende Rechte vorenthalten wurden. Oft gibt es keine Gerichtsbarkeit, die diesen Namen verdient. Berichte über durch Folter erzwungene Geständnisse, fehlende Vertretung durch Anwälte oder unfaire Gerichtsverfahren sind keine Ausnahme.


    Todesspritze | S!NEDi|photographic nach einem Foto bei de.indymedia.org


    Minderheit an Staaten hält an Todesstrafe fest

    Dennoch sieht Wetzel auch positive Entwicklungen. "Der langfristige Trend geht Richtung Abschaffung der Todesstrafe", sagt er. 1899 gab es laut Amnesty mit Costa Rica, San Marino und Venezuela gerade einmal drei Staaten, die auf Hinrichtungen verzichteten. 1948 war dieser Kreis auf acht Länder angewachsen, 1978 umfasste er 19 Staaten. 

    Inzwischen sind Staaten mit Todesstrafe deutlich in der Minderheit:
    • 98 Länder haben sie abgeschafft.
    • 35 Länder haben sie noch nicht abgeschafft, vollstrecken sie aber nicht mehr.
    • 7 Länder sehen sie für besondere Vergehen wie Kriegsverbrechen oder Verbrechen nach Militärrecht vor.
    • 58 Länder halten an ihr fest - darunter die USA, nach eigenem Bekunden die christlichste, freiheitlichste und humanste Nation der Welt ...
    Auf den ersten Blick ergibt das ein Bild, das Amnesty gefallen müsste. Es werden weniger Todesstrafen verhängt. Aber nur ein Drittel der Weltbevölkerung lebt in Ländern, die sie abgeschafft haben.

    Wetzel setzt deshalb darauf, dass weitere Staaten umdenken. Auch in Ländern, die Menschen hinrichten, würden Politiker sehen, dass die Todesstrafe nicht funktioniere oder abschrecke. Wetzel wertet das als gutes Zeichen. "Selbst in solchen Staaten gibt es Bewegungen, die Todesstrafe einzuschränken oder abzuschaffen."

    und hier clicken ...

    ..................................................................

    Ich habe 2008 mein Video nach der Graphic von Andy Warhol "Electric Chair"(1963) - mit etwas erweiterten Motiven - gegen die Todesstrafe bei Youtube eingestellt, das inzwischen weltweit fast 1000 x angeclickt wurde...
    Das Video dauert etwas über 5 min.: Der Todeskampf von Dennis McGuire in Ohio/USA dauerte ungefähr doppelt so lang - der Todeskampf eines Delinquenten mit Rollvenen 2007 - auch in Ohio - mit 90 min. gut 16 x so lang als dieses Video ...


    0 0

    S!NEDi: einfach hineingehämmert ...


    die angst des dichters vorm dreiszigzeiler:

    da pumpert das herzchen zeilen hinter die stirn
    mitteilen heißt mit-teilen: heißt: sich erleichtern
    sich einmal so richtig auskotzen
    mit einem hohen strahl ins katzenklo
    ja - was soll da herauskommen: katzen-a-a
    schön zugepfotet mit den katzenhintertatzen
    sich auskotzen hat auch etwas von:
    generalabrechnung - von reinem tisch
    von krümeltuch ausschlagen am fenstersims
    damit das lätzchen sich nicht beschmutzt

    unten knutscht wer mit wem:
    über die namen legen wir mal 
    den mantel des schweigens: sie können mich
    totschlagen: die namen kämen nicht über
    meine lippen - da bin zäh wie läder
    hart wie kruppstahl flink wie windhunde
    merkst du wie das blatt sich wendet
    zeile um zeile :: automatisch einfach
    hineingehämmert in die klaviatur
    da sprüht es auf - nimmt knechtsgestalt an
    watet knietief durch trübe gewässer

    die grau milchig spermich riechen | du
    würdest stinken sagen :: und nähmest damit
    dem augenblick seine pulsierende scheu ...
    die frösche darinnen aber - auch der von kippenberger -  
    sind alle so elend quakröchelnd verreckt:
    bauchoben schwimmend in dieser bewölkten plundermilch
    und - das hat er alles uns getan ...
    ach-was: dann halt ich um verzeihung an

    sinedi


    S!NEDi: die grau milchig spermich riechen







    0 0

    .......................................


    Und nun wieder:

    S!NEDI-PHOTOGRAPHY|unplugged_


    .......................................

    Okay - meine Photography-Kompositionen jage ich in der Regel durch allerhand Filter von Kizoa und Corel Paint Shop Pro - ich lege auch Photos übereinander - so dass sie sich "semipermeabel" durchscheinen -  immer je nachdem - "wie mir im Moment der Schnabel gewachsen ist" - bzw. "der Sinn steht" - im Grunde ist es immer ein entspannendes "Malen" und "Komponieren" mit photographischem Material ... - und es ist immer so ungeplant und spontan, dass ich das "Ergebnis" nie vorausahnen kann ... - irgendwann "stimmt es" für mich - und dann - okay ... 

    Aber - wie in der Musik - gibt es natürlich auch die nur wenig bearbeiteten Photos - (ohne Stecker - ohne Filter - ohne Farbhinzugabe oder -abänderung usw. ...) - vielleicht nur mit etwas Kontrast-Ausgleich - vielleicht mal s-/w- statt Farbe - vielleicht ein Quadrat² statt 4:3 - und vielleicht mal mit etwas "Lomo"-Effekt - aber alles sehr behutsam in Original-Farben im Ursprungs-Motiv ..: - also einfach: 

    S!NEDI-PHOTOGRAPHY|unplugged_
    .......................................

    Folge 3: 

    das gewusel muss ins eckige 

    quadrat²



    0 0

    Ich möchte hier berichten von einem sehr aufschlussreichen und geschichtsträchtigen Interview, das Susanne Schneider im SZ-Magazin mit dem Schauspieler Peter Sodann geführt hat, der einfach "seine Geschichte nicht wegwerfen kann" ...
     Er sammelt deshalb alle Bücher, die in den DDR-Verlagen zwischen 1949 und 1989 erschienen sind - also die kompletten Verlagsprogramme aus 40 Jahren Literaturproduktion aus diesem besonderen Teil Deutschlands - ein wahrhaft großes und seltsames Unterfangen  - und eine Art "Gnadenhof" /sprich: "Gnadenbibliothek" für Bücher, die eigentlich nach der Wende auf der Müllkippe landen sollten ...
    Und - weil Peter Sodann eine solche Bücher- und Geistesvernichtung verhindern will ist er stolzer Besitzer von vier bis fünf Millionen DDR-Bücher: Er sammle und katalogisiere sie, meint Sodann auf die Frage, was "um Gottes Willen" er mit denen vorhabe ...: Er hält sie im "Leben" ...

    Und da steigen in mir diese grünlich-schwarz verkratzten Wochenschaubilder von 1933 hoch: Kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 kam es im März im Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu einer organisierten und systematisch vorbereiteten Verfolgung jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller. Dabei handelte es sich um eine von der Deutschen Studentenschaft geplante und durchgeführte Aktion unter Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB). Höhepunkt waren die am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und in 21 anderen deutschen Universitätsstädten groß inszenierten öffentlichen Bücherverbrennungen, bei denen Werke verfemter Autoren von Studenten, Professoren und NS-Organen ins Feuer geworfen wurden ... 
    Nach dem Mauerfall wurden tonnenweise Bücher von DDR-Verlagen entsorgt. Keiner wollte die mehr haben - das war alles über Nacht plötzlich Altpapier. "Aber ich lass mir doch meine Vergangenheit nicht nehmen - das wäre ja Kultur- und Identitätsvernichtung", sinniert Sodann in dem Interview, "meine Bibliothek der DDR-Bücher steht allen offen. Und an dieser Stelle muss ich laut sagen: Ohne Spenden läuft hier leider gar nichts." 
    In seiner Sammlung in Staucha sind nur etwa eine Million Bücher, in einer Halle in der Nähe liegen die restlichen drei bis vier Millionen. Er ruft die Leute auf - auch über das Internet - ihre Bücher nicht wegzuwerfen, sondern sie zu ihm zu bringen. "Sicher sind viele doppelt und dreifach dabei", meint Sodann lächelnd.

    Peter Sodann

    Sein Vater war Kommunist, darauf war Sodann immer stolz. Noch heute ist der Schauspieler, 77, bekannt als Leipziger »Tatort«-Kommissar, überzeugter Sozialist. 



    Die Liebe zu Büchern hängt mit seinem Vater zusammen. Der habe ihm das Lesen beigebracht, noch bevor er in die Schule kam und der Vater dann eingezogen wurde in den Krieg. Der kleine Peter Sodann habe alles gelesen, was er so an Lesestoff ergattern konnte : "Deutsche Heldensagen", Karl May, "Robinson Crusoe". Aber sein Lieblingsbuch hieß: "Steppke zieht in die Welt" und handelt von einem Waisenjungen, der nach vielen Umwegen endlich "richtige" Eltern findet, die ihn aufnehmen: "50-mal gelesen – und 50-mal geweint", sagt Sodann. Sein Vater war Proletarier und nach gängigen Maßstäben nicht sehr gebildet. Aber es gab Bücher zu Hause, aneinandergereiht ergaben die so einen Meter zwanzig. Die habe er alle noch, und das war für die Verhältnisse, in denen Sodann aufwuchs, ungeheuer viel. 

    Peter Sodanns Mutter war Landarbeiterin bei einem Bauern namens Marx (hört-hört!), sein Vater war Stanzer bei den Siemens-Schuckert-Werken in Sörnewitz, nicht weit von Meißen. Die Eltern wohnten in einer alten Mühle in der Kelleretage, als Peter 1936 geboren wurde. Später ist die Familie zu einem Onkel in die Arbeitersiedlung der Siemens-Schuckert-Werke gezogen: Onkel und Tante im Parterre, und die Familie zu dritt im ersten Stock, drei Zimmer, 28 qm. Und diesen "Luxus" konnten sich trotzdem nur wenige Arbeiter dort leisten, diese Wohnungen waren damals mehr was für Angestellte. Ein Nachbar war bei der NSDAP. Und der durfte natürlich nicht wissen, dass der Vater in der Kommunistischen Partei war - was Peter erst mit acht Jahren erzählt bekam, nach dem Tod seines Vaters, der im Krieg getötet wurde ... 

    Sodanns Vater wurde erst im Frühjahr 1944, mit 44 Jahren, eingezogen, und sagte zum Abschied: "Peter, ich komm schon wieder." Aber im August war er schon tot. Seit diesem Tag war der damals 8-jährige Peter Sodann "der Mann im Haus". Und das alles hat seit Kindheit an sein Leben natürlich stark beeinflusst - so stark - dass sich Peter Sodann bis heute als politischer Mensch bezeichnet.
    Dass sein Vater Kommunist war, habe ihn stolz gemacht. Seit dieser Kindheit will er bereits die Welt verbessern. Er sei in die Freie Deutsche Jugend eingetreten und habe dann mit 14 auch im selben Werk, in dem sein Vater gearbeitet hat, eine Lehre zum Werkzeugmacher angefangen. Das war natürlich zwischenzeitlich ein volkseigener Betrieb, die "Elektrowärme Sörnewitz". 

    Auf den Satz der SZ-Interviewerin, dem Westen hätten ja die Menschen größtenteils leid getan, die in der DDR hätten leben müssen, kontert Sodann: "So ein Quatsch. Ich fand schon als Jugendlicher, dass ich im richtigen Teil Deutschlands lebe. Mir hat nicht alles gefallen, wirklich nicht. Aber ich hatte immer Zukunftsgedanken mit diesem Land"... 

    Vom Werkzeugmacher über Umwege zum Schauspieler zum Bibliothekar

    Schon in seinem ersten Zeugnis stand: »Peter macht gern Faxen« - und außerdem habe er eine "große Schnauze" gehabt, weil er immer der Kleinste gewesen sei, meint Peter Sodann heute. Ursprünglich wollte er Clown werden, aber weil ihm niemand sagen konnte, wie man das wird, habe er gemeint, Tischler wäre gut. Nur war er zu klein dafür, und hätte seine Arme überm Kopf halten müssen, um hobeln zu können... Und als dann die Frage kam, ob er nicht Werkzeugmacher lernen wolle, habe er sich gedacht: "Hast ja eigentlich och noch nich gemacht, kannste ja mal machen...". Und dieser Satz wurde einer der Leitsätze, die ihn sein Leben über begleitet haben. 

    So auch 2008, als er für Die Linke als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten aufgestellt wurde: "Bundespräsident hast ja eigentlich och noch nich gemacht, hab ich mir gedacht, kannste ja mal machen. Ich bin’s ja nun nicht geworden. Horst Köhler hat mir nach der Wahl eine Audienz gewährt, da sagte er, er sei ein bisschen sauer auf mich. Ich weiß schon warum. Weil ich in Reden manchmal gesagt habe: Köhler ist die Steigerungsform von Kohl. Am Ende hatte ich recht. Kohl, Köhler, am Verkohlsten"... 

    Aber nochmal zurück zur Werkzeugmacherlehre: Mit sechzehn einhalb wurde Peter Sodann Geselle, mit 18 zog er von zu Hause aus, weil er auf der Arbeiter- und Bauernfakultät in Dresden das Abitur nachgemacht hat - also quasi auf dem "2. Bildungsweg" - wie das zumindest im "Westen" hieß... Und anschließend habe er auf der Theaterhochschule in Leipzig aus Schillers "Die Räuber" vorgesprochen und wurde mit »völlig unbegabt« bewertet. Daraufhin habe er vier Semester Jura studiert, aber sein Professor meinte, sein Schauspieltalent erkannt zu haben und schickte ihn zurück zur Theaterhochschule. Mit Umwegen hat die Aufnahme dort beim zweiten Mal geklappt. 

    Weil Peter Sodann "den Sozialismus aufbauen wollte", ist er schließlich in die SED eingtreten - und den Sozialismus aufbauen, das will er nach wie vor. Auch wenn er die DDR nicht wiederhaben möchte. Als er in die Partei eintreten wollte, sei er zum Pfarrer Leuner gegangen, dem gleichen, der seiner Mutter und ihm die Todesnachricht vom Vater überbracht hatte. Und Peter war getauft und konfirmiert und sagte zum Pfarrer: "Ich trete in die Partei ein - und aus der Kirche aus". Doch sei er bis heute ein "betender Kommunist".

    Sodann: "Ich bin nicht der Christ, der betet: 'Lieber Gott, mach mich fromm.' Ich habe mich gefragt, woher die schwarzen Löcher in der Materie kommen? Vom Urknall müssen sie uns nichts erzählen, denn von nichts kommt nichts. Ja - und wenn wir die schwarzen Löcher und den Urknall nicht verstehen, dann kann ich auch gleich an den lieben Gott glauben. Wenn es ihn gegeben hat, dann hat er uns mit der Erde ein Riesengeschenk gemacht – allerdings nicht ganz durchgearbeitet, denn wir müssen sterben. Das ist das Doofe auf der Erde. Deshalb liegt immer eine kleine Traurigkeit über ihr."

    1961 wurde Peter Sodann aus der SED ausgeschlossen - aber nicht wegen seines Glaubens - sondern wegen der Politik: "Ein Genosse darf nicht vor dem Richter stehen. Ich stand vor ihm. Einer der Gründe waren die Auftritte mit meiner Kabarettgruppe, dem 'Rat der Spötter'. Ich hatte einem Stoffhund ein Loch in den Hintern gebohrt und ihm das Neue Deutschland in den Hintern geschoben und wieder herausgezogen. Bei der Vorstellung habe ich dann ins Publikum gesagt: 'Sehnse, nicht mal der Pfeffi kann das verdauen.'"

    Das brachte Peter Sodann neun Monate ins Gefängnis. Aber auch hieraus ergab sich wieder ein späterer Vorteil: Ohne die Gerichtsverhandlung, in der Werner Krecek als Schöffe saß, wäre er nicht nach der Wende 15 Jahre der Tatort-Kommissar aus Leipzig gewesen: Er hatte in 25 Jahren auf der Bühne und im Film schon vieles gespielt, außer einem Kommissar. Und ein Freund hatte ein Drehbuch geschrieben nach Tatort-Manier. Er ging damit zu Rudolf Mühlfenzl, der für die Treuhand das DDR-Fernsehen auflösen sollte, und fragte ihn, ob er nicht ein bisschen Geld übrig habe. Ja, sagte der, das habe er, aber er müsse erst seinen Berater fragen. Und dies war dieser Herr Krecek. Der sagte dann zu Mühlfenzl: "Dies alles sind wunderbare Menschen." Tja, so hat ihn die Geschichte eingeholt. Und  Peter Sodann wurde der Kommissar Bruno Ehrlicher: "Bruno" wegen seines Grundschullehrers - und "Ehrlicher", weil er tatsächlich "ehrlicher" sein wollte als diese Westkommissare.

    Denn nach der Wende gibt es zu viele Historiker, die Peter Sodann leider als "Hysteriker" bezeichnen muss, weil sie Dinge schreiben über ein Land, "in dem ich entweder nicht gelebt habe – oder ich hab die ganze Zeit geschlafen." 

    Peter Sodann ist überzeugt davon, er habe für die Wende mehr gemacht als alle, die in letzter Sekunde auf den Zug aufgesprungen sind. 


    Das Original-Interview von Susanne Schneider findet sich im "Süddeutsche Zeitung Magazin", Heft 11/2014 


    0 0









    Gibt es das Böse?

    Gibt es das Böse? Mit jener Frage stellte der Universitätsprofessor seinen Studenten eine Herausforderung. Hat Gott alles erschaffen, was es gibt? Mutig erwiderte ein Student: „Ja, das hat er!”

    „Gott hat alles erschaffen?“ fragte der Professor. „Jawohl, mein Herr“, erwiderte der Student. Der Professor antwortete: „Wenn Gott alles erschaffen hat, dann hat Gott das Böse erschaffen, da es das Böse gibt, und dem Grundsatz zufolge, dass unsere Werke bestimmen wer wir sind, ist Gott böse“.

    Der Student verstummte nach einer derartigen Antwort. Der Professor war ganz zufrieden mit sich und rühmte sich gegenüber den Studenten, dass er nochmals bewiesen hatte, dass der christliche Glaube eine Göttersage war.

    Ein weiterer Student hob seine Hand und sagte: „Darf ich Ihnen eine Frage stellen, Professor?” „Selbstverständlich”, erwiderte der Professor. Der Student stand auf und fragte: „Professor, gibt es die Kälte?“ „Was für eine Frage ist das? Natürlich gibt es sie. Ist dir etwa noch nie kalt gewesen?” Die Studenten kicherten über die Frage des jungen Mannes.

    Der junge Mann entgegnete: „Tatsache ist, mein Herr, die Kälte gibt es nicht. Gemäß den Gesetzen der Physik, ist was wir für die Kälte halten in Wirklichkeit die Abwesenheit von Wärme. Jeder Körper oder Gegenstand lässt eine Untersuchung zu, wenn er Energie besitzt oder überträgt, und Wärme ist was einen Körper oder Stoff Energie besitzen oder übertragen lässt. Der absolute Nullpunkt (- 460 Grad Fahrenheit) ist die totale Abwesenheit von Wärme; alles Stoffliche wird unter jener Temperatur reglos und reaktionsunfähig. Die Kälte gibt es also nicht. Wir haben dieses Wort lediglich erfunden um zu beschreiben wie wir uns ohne Wärme fühlen.”

    Der Student setzte fort. „Professor, gibt es die Finsternis?” Der Professor erwiderte: „Natürlich gibt es sie.“ Darauf entgegnete der Student: „Wieder liegen Sie falsch, mein Herr, die Finsternis gibt es ebenso wenig. Finsternis ist in Wirklichkeit die Abwesenheit von Licht. Licht können wir erforschen, Finsternis aber nicht. Überhaupt kann man Newton's Prisma dazu verwenden weißes Licht in viele Farben zu brechen und die verschiedenen Wellenlängen jeder Farbe untersuchen. Doch Finsternis kann man nicht messen. Ein einfacher Lichtstrahl kann in eine Welt der Finsternis eindringen und sie durchleuchten. Wie kann man feststellen wie dunkel ein bestimmter Raum ist? Man misst die Menge des vorhandenen Lichts. Nicht wahr? Finsternis ist ein Begriff, der vom Mensch benutzt wird um den Zustand ohne Licht zu beschreiben.“

    Letztendlich fragte der junge Mann den Professor. „Mein Herr, gibt es das Böse?“ Derweil schon unsicher, erwiderte der Professor: „Natürlich, wie ich bereits sagte. Wir sehen es doch jeden Tag. Es wird deutlich an den täglichen Beispielen der Unmenschlichkeit. Es wird deutlich an der Vielzahl der Verbrechen und Gewalttaten überall in der Welt. „Jene Vorkommnisse sind nichts als boshaft.“


    S!NEDi|graphic


    Dazu entgegnete der Student: „Das Böse gibt es nicht, mein Herr, zumindest besteht es nicht bei sich selbst. Das Böse ist schier die Abwesenheit Gottes. Es ist genau wie die Finsternis und Kälte, Wörter von Menschen gemacht um die Abwesenheit Gottes zu beschreiben. Gott hat das Böse nicht erschaffen. Das Böse ist nicht wie der Glaube oder die Liebe, welche es gibt, genau wie das Licht und die Wärme. Das Böse ist das Ergebnis dessen, was geschieht wenn sich Gottes Liebe nicht im Herzen befindet. Es ist wie die Kälte, die kommt wenn keine Wärme da ist oder die Finsternis, die kommt wenn kein Licht da ist.“

    Der Professor wollte sich setzen, fragte aber noch vorher den Studenten, wie sein Name sei ... ?

    Der Student antwortete artig, sein Name sei ... 

    ... Albert Einstein ...

    Quelle

    0 0

    Beten für die Vermissten: Unzählige Wünsche und Gebete für die Insassen der verschollenen Boeing. Auf dieser vorbereiteten Gebetstafel steht in großen Buchstaben: Beten für MH370. Foto AP/SPIEGEL-ONLINE

    Sehr mysteriös - das Ganze: Da verschwindet ein Flugzeug  mit 237 Passagieren an Bord von den Radarschirmen der Flugüberwachung - und fliegt wahrscheinlich noch 4 - 7 Stunden weiter - unter Umgehung aller Luftfahrt-Verkehrsknotenpunkte ... Und schon kommen all die Bilder von 9/11 aus 2001 wieder hoch: Wenn so ein ganzes Flugzeug entführt wird - und dann wie vom Erdboden verschwunden ist: Wer hatte diese navigatorischen und technischen Kenntnisse - und welchem Zweck sollte das ganze Unternehmen wohl dienen - und warum hat das malaysische Militär die Situation einfach "verpennt" ... (?) ...

    Und dann stellt man nun - ganz "professionell" - Gebetstafeln auf, wo man Wünsche und Gebete notieren kann - um sich als Angehöriger oder als Mitfühlender selbst ein Stück weit zu entlasten - und zu hoffen ... Manchmal bleibt eben nur noch Beten ...







    Nach Tagen des Rätselratens über das Schicksal von Flug MH370, der auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden war, gibt es nun immerhin ein paar Gewissheiten. Zum Beispiel, dass die Boeing 777-200 nicht, wie ursprünglich angenommen, kurz nach dem Start ins Meer gestürzt ist. Stattdessen gilt als sicher, dass die Maschine vorsätzlich für Radarsysteme unkenntlich gemacht und auf einen anderen Kurs gebracht wurde.

    Die für ein derartiges Manöver nötigen Kenntnisse lassen zumindest Rückschlüsse darauf zu, wer das Flugzeug in seine Gewalt gebracht haben könnte. Das systematische, sukzessive Abschalten aller Kommunikationsmittel und ein, wie seit Freitag bekannt ist, stundenlanger Flug um die sogenannten Wegmarken der zivilen Luftfahrt herum ist für Laien nicht zu bewerkstelligen. Und so überrascht es nicht, dass inzwischen vor allem die Piloten ins Visier der Ermittler geraten sind, wie malaysische Behörden am Sonntag auf einer Pressekonferenz bekannt gaben.

    Zur Zeit schließen die Ermittlungsbehörden deswegen kein Szenario aus: Sie haben bei allen Staaten, deren Bürger an Bord der Maschine waren, sogenannte Backgroundchecks erbeten, die Aufschluss über mögliche kriminelle Verflechtungen oder allgemeine Auffälligkeiten geben sollen. Die Ermittler verfolgen derzeit vier mögliche Motive: Entführung, Terroranschlag oder aber persönliche oder psychische Probleme der Piloten.

    Quelle SPIEGEL-ONLINE

    0 0

    Zur Krim- und Ukraine-Krise finde ich die weiter unten aufgeführten Zeilen und Gedanken aus Band 1 der "Gespräche mit Gott" von Neale Donald Walsch sehr wichtig - für beide Seiten - die da meinen "im Recht" zu sein ...Ich war schon äußerst verwirrt, als Frau Merkel Herrn Vitali Klitschko empfing wie zu einem Staatsbesuch, den Boxer-€uromillionär, der in Kiew selbst nur einer von mehreren Oppositionellen ist - und der nun für die "freie Ukraine""in den Ring steigt" - während selbige Bundeskanzlerin gegenüber Frau Timoschenko deutliche "Skepsis" signalisierte ...Ich meine mit Herrn Schröder, den man ja nun wohl seitens der Grünen [!] und der Konservativen im EU-Parlament irgendwie "mundtot" machen will (jemanden "mundtot" machen zu wollen - das ist auch nur "Demokratur"à la Putin), also ich meine mit Schröder, dass der "Westen" viel zu früh sich den instabilen opponierenden Kräften in der Ukraine angedient hat ... - und dabei viel zu wenig die existenziellen und strategischen Bedingungen Russlands und Herrn Putins beleuchtet und berücksichtigt wurden ...Demokraturen sind noch keine Demokratien - aber reine Demokratien sind im "Westen" auch nicht mehr das, was sie mal waren ...
    Die Krim (A-Kennzeichnung) als strategischer Ausgangspunkt nach Arabien und Asien ...
    "Angst essen Seele auf", ist ein "Spiel"film von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahre 1974. Der grammatikalisch falsche Titel ist ein Zitat aus diesem Film und spiegelt die begrenzten Deutschkenntnisse des Protagonisten Ali wider... Mir fiel dieser Titel ein - zur Situation auf der Krim und in der Ukraine...: Die Angst der Russen, dass "der Westen", die "NATO", immer weiter gen Osten vordringt - und die sogenannte westliche EGO-(s. Frank Schirrmacher)-Abzocker- und Spekulations-Wirtschafts-Mentalität mit Waren- und Währungs-Temingeschäften usw. immer weiter um sich greift ... In den Metropolen Russlands ist das zwar ebenfalls inzwischen gang und gäbe - doch im riesengroßen agrarorientierten und verarmten dünnbesiedelten Flächenstaat Russland hat man davor große Angst - und hofft auf Putin, sie davor zu bewahren ...
    Auch die strategisch wichtige Halbinsel Krim, auf der seit Jahr und Tag wegen dieser herausragenden Lage russisches Militär mit Flugzeugen und Raketen stationiert ist, ist kein Spielball für den Westen: Die Nähe zu den Krisenherden in der Welt ist unmittelbar gegeben - und die Krim würde somit zu einem Tor nach Arabien und Asien: Irak - Iran - Syrien und auch Afghanistan, Pakistan, Indien sind für Flieger und Raketen und Drohnen nicht weit - und mit den westlichen Stützpunkten in der Türkei und in Israel würde sich dort auf dem Globus der Bedrohungen einiges zugunsten des Westens verschieben ... Der "Westen" wird hier in der Region - auch durch die vorbehaltlose Unterstützung einer "freien Ukraine" - immer präsenter - und man weiß ja nicht, ob das rein "demokratische" Ambitionen sind - oder ob es nicht doch um Öl und andere Bodenschätze insgesamt geht - und da heißt es dann "Angst essen Seele auf" ... 


    "Alle Handlungen menschlicher Wesen gründen sich auf Liebe oder Angst, nicht nur jene, die mit Beziehungen zu tun haben, Entscheidungen, die das Geschäft betreffen, das Wirtschaftsleben, die Politik, die Religion, die Erziehung der jungen Leute, die sozialen Angelegenheiten eurer Nationen, die ökonomischen Ziele eurer Gesellschaft, Beschlüsse hinsichtlich Krieg, Frieden, Angriff, Verteidigung, Aggression, Unterwerfung - Entschlüsse, haben zu wollen oder wegzugeben, zu behalten oder zu teilen, zu vereinen oder zu trennen - jede einzelne freie Wahl, die ihr jemals trefft, entsteht aus einem der beiden möglichen Gedanken: aus einem Gedanken der Liebe oder einem Gedanken der Angst.

    Angst ist die Energie, die zusammenzieht, versperrt, einschränkt, wegrennt, sich versteckt, hortet, Schaden zufügt, Liebe ist die Energie, die sich  ausdehnt, sich öffnet, aussendet, bleibt, enthüllt, teilt, heilt. Angst umhüllt unseren Körper mit Kleidern, Liebe gestattet uns, nackt dazustehen, Angst krallt und klammert sich an alles, was wir haben, Liebe gibt alles fort, was wir haben, Angst hält eng an sich, Liebe hält wert und lieb, Angst reißt an sich, Liebe läßt los, Angst nagt und wurmt, Liebe besänftigt, Angst attackiert, Liebe bessert.

    Jeder Gedanke, jedes Wort oder jede Tat eines Menschen gründen sich auf eine dieser beiden Emotionen. Darin habt ihr keine Wahl, denn es steht euch nichts anderes zur Wahl. Aber ihr habt freie Wahl, welche der beiden ihr euch aussuchen wollt."

    ........................................

    Nachsatz zu Neale Donald Walsch:  
    Wo er recht hat, hat er recht ... Ich lese manchmal in diesem eigentlich für normal-"christliche" Leser längst schon geächteten und sicherlich wegen Blasphemie auf den Index gesetzten Buch von Neale Donald Walsch: "Gespräche mit Gott" (GmG) - hier aus Bd. 1 - und beim Lesen fällt mir dann als "bibelfester" Mensch oft diese Textstelle aus dem Neuen Testament ein: 
    "Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Den Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht; prüfet aber alles, und das Gute behaltet. Meidet allen bösen Schein." (1. Thess. 5, 16-23) ... 
    Will sagen: Lass es sich doch bei diesem Walsch um einen cleveren Geschäftsmann handeln, der nur "vortäuscht", seine Gedanken direkt von Gott übermittelt zu bekommen - 
    (...aber: wie soll das gehen - woher hat er sie denn tatsächlich - von wem, was oder woher haben wir unsere hehren Gedanken und "Eingebungen" ...???) 
    - und der damit letztlich Millionen scheffelt - allerdings ohne Druck und erpresserische Tricks - vielen hunderttausend Menschen in aller Welt sind diese Mitteilungen dieses Honorar tatsächlich wert: Seine Gedanken hat er sich ja nicht geklaut - wenigstens ist mir kein Copyright-Prozess seinetwegen bekannt - seine Texte kreieren sich ja aus ihm selbst durch wen oder was auch immer - vielleicht noch mit ein paar angestellten Schreiberlingen - und diesen vielsagenden "Anti-Christ" und jenen apostrophierten "Beelzebub" scheint er ja nun auch nicht gerade zu verkörpern - es gibt unter sogenannten "lammfrommen" geistlichen Ergüssen oft wesentlich verbrämteres Kauderwelsch geboten... - das (m)einem "erwachsenen" Gottesglauben nun nicht unbedingt immer noch entsprechen kann... - Walsch kommt dem schon etwas näher ... Und dafür kann Mr. Walsch ja nichts - aber vielleicht die Kanzel-"Methodik und Didaktik" unserer amtskirchlichen "Seelsorger": Keine Angst - ich werde wie gesagt nun nicht konvertieren - aber wie ich als "lutherischer Freigeist" einfach spirituell neugierig bin - und auch gern über Papst Franziskus berichte - der mich im Moment regelrecht begeistert (mal sehen, welche Entscheidung der zu Tebartz van Elst trifft) ... - so werde ich sicherlich auch mal ab und zu Neale Donald Walsch hier zitieren - wenn es passt - und ihn hier im Blog vorstellen: spirituelle Themen in und aus dem Alltag sind für diese Welt immer unabdingbarer ...Wie hieß das oben: "Angst essen [sonst] Seele auf" ... 


    0 0


    Hanno, 1514; nach einer (verschollenen) Zeichnung von Raffael


    Rom (kath.net/KNA) Na klar ist Franziskus tierlieb - dafür bürgt ja schon der schöpfungsverbundene Name. Und Stallgeruch fordert er sogar ein von seinem Klerus. Ansonsten allerdings verbindet den Papst aus Argentinien herzlich wenig mit seinem Vorgänger Leo X. aus dem Hause Medici (1513-1521), der fast auf den Tag genau ein halbes Jahrtausend vor ihm zum Nachfolger Petri gewählt wurde. Der Renaissancefürst, jung, prunkliebend und verwöhnt, nannte viele exotische Tiere sein eigen. Doch was da am 19. März 1514, vor 500 Jahren, artig vor ihm niederkniete und trompetete, das war auch für den superreichen Florentiner spektakulär: Hanno, italienisch Annone, der neue Hauselefant des Papstes.

    Hanno (Holzschnitt auf einer Flugschriftvon Philomathes, Rom 1514)

    Rom und die Elefanten - seit Hannibals Marsch über die Alpen ein überaus spannendes Kapitel. Diesmal aber handelte es sich nicht um eine afrikanische Invasion. Hanno war Inder, ein Geschenk des portugiesischen Königs Manuel zur Papstwahl. Großzügig zwar, aber auch durchaus eigennützig - nannte sich Manuel doch «Herr der Eroberungen, der Seefahrt und des Handels mit Indien, Äthiopien, Arabien und Persien». Und der, der auf dem diplomatischen Parkett zwischen den kolonialen Interessensphären Spaniens und Portugals zu entscheiden hatte, war seit dem Vertrag von Tordesillas 1494 nun einmal - der Papst.

    Hannos Seereise nach Rom und die Landgänge, gemeinsam mit 42 weiteren Exoten, sind von Zeitzeugen in buntesten Farben ausgemalt worden. Dächer seien unter den Schaulustigen zusammengebrochen, und für die letzten 120 Kilometer habe der Papst sogar seine Schweizergarde als Geleitschutz entsandt, weil der Menschenauflauf zu groß wurde. Schon die erste Begegnung setzte Leo in Verzücken - auch wenn der prunkvoll aufgeputzte Hanno gleich einen tiefen Schluck aus dem Eimer nahm und, tierisches Aspergill, die päpstliche Entourage mit Wasser besprengte.


    Vier Studien Hannos, die von anderen Künstlern häufig nachgeahmt wurden. Ursprünglich Raffael zugeschrieben, gelten sie heute als Werke von Giulio Romano.
    Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein: der pummelige Papst und sein Elefant in den vatikanischen Gärten. Verbürgt ist, dass Leo durchaus Zeit mit seinem liebsten Spielzeug verbrachte. Doch so prachtvoll die Prozessionen auf Roms Straßen mit dem Zierelefanten sein konnten, so pannenbeladen waren sie auch. Erst machte sich Leo im September 1514 einen derben Spaß daraus, seinen Hofnarren Baraballo, der sich selbst für genial hielt, aber offenbar immer am Rande des Wahnsinns taumelte, als vermeintlichen Dichterfürsten auf Hannos Rücken defilieren zu lassen. Das Tier ging durch, und der Künstler landete im Tiber. Ähnliches passierte im März 1515 beim Hochzeitsmarsch von Leos Bruder Giuliano de Medici. Im Menschentumult verlor Hanno erst die Nerven, dann den Halt. 13 Menschen starben.

    Und auch mit ihm selbst nahm es kein gutes, dafür ein baldiges Ende. Wohl noch keine sechs Jahre alt, plagten Hanno im Frühjahr 1516 Atemnot und Verstopfung. War es Stress oder falsche Ernährung? Hingen die beiden Krankheitsbilder ursächlich zusammen oder nicht? Die Leibärzte des Papstes bekamen die Sache nicht in den Griff – und verschrieben eine elefantöse Dosis Abführmittel, nach den Gepflogenheiten der Zeit mit ordentlich Gold versetzt. Die teure Arznei führte zu nichts außer zum Tode am 8. Juni 1516. Hanno wurde ein Kollateralschaden kurialer Dekadenz.

    Bei Grabungen auf dem Gelände der Vatikanischen Bibliothek förderten Archäologen 1962 riesige Zähne und sonstige tierische Überreste zutage. Sie hielten sie zunächst für Versteinerungen. Genauere Untersuchungen ergaben jedoch, dass der Fund von einem jungen Elefanten stammte. Mehr Überreste von Hanno gibt es künstlerischer und literarischer Art: Skizzen, Fresken, Karikaturen, Spottverse, ja sogar ein vermeintliches Testament Hannos, das mit den Missständen an der Kurie ins Gericht geht. Selbst Martin Luther spottet in einer seiner Schriften über die Elefantenliebe des Papstes. Der Epitaph, den Leo seinem Lieblingstier anfertigen ließ, ist dagegen nicht erhalten.

    Ein Elefant im Porzellanladen Vatikan, der bei Bedarf kalte Duschen verteilt - das könnte dieser Tage durchaus wieder Konjunktur haben. Bislang fehlt freilich noch der König, der ihn stiftet.

    (C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. - http://www.kath.net/news/45271 - Von Alexander Brüggemann (KNA)

    siehe auch


    0 0

    Sie wissen ja - die Fastenaktion "7 WOCHEN OHNE" unter dem Motto: "SELBER DENKEN!"- ...ohne falsche Gewissheiten leben... Gerade beim Thema Ukraine und Krim-Krise ist dieses "SELBER DENKEN!" zur Zeit unerlässlich - haben doch beide Seiten ihre Propaganda-Gebetsmühlen aus dem "kalten Krieg" hervorgekramt, um uns zu verwirren - und "falsche Gewissheiten" zu streuen ... 
    Ich habe hier mal die Rede von Gregor Gysi von letzter Woche Donnerstag im Deutschen Bundestag zur Lage in der Ukraine und auf der Krim dokumentiert (Video hier): 
    Einmal - weil ich sie als die reifeste und zutreffendste Analyse der derzeitigen Situation empfinde - aber auch - weil wohl aufgrund dieser Rede das SPD-Netzwerk Berlin - im Rahmen seiner interfraktionellen Veranstaltungen in Bezug auf Annäherung und Sondierung hin zu Rot-Rot-Grün2017 - Herrn Gysi für eine diesbezügliche Veranstaltung wieder ausgeladen hat: 
    Ja - nun muss die SPD halt schön "Regierung" spielen - zumal ja Genosse Frank-Walter Außenminister ist - und in diesem Konflikt die "Scherben zusammenkehren muss - die andere hinterlassen haben ..." - wie so blumig bei Jakob Augstein (s.u.) zu lesen war ...
    Für die SPD sei eine "verantwortungsvolle Europa- und Außenpolitik im Rahmen" der internationalen Verpflichtungen Deutschlands eine "unerlässliche Voraussetzung für jede Form von künftiger Zusammenarbeit", heißt es in der Absage-Mail seitens der SPD: "Dafür sehen wir nach der Bewertung der Lage in der Ukraine durch Gregor Gysi und die Fraktion Die Linke, die die Bemühungen unseres Außenministers Frank-Walter Steinmeier konterkarieren, leider keine Ansatzpunkte mehr." Das Netzwerk Berlin ist eine von drei großen Strömungen, in der sich SPD-Bundestagsabgeordnete zusammengeschlossen haben.
     Denn nach der Bundestagswahl 2017 soll ein Linksbündnis rechnerisch, vor allem aber inhaltlich eine realistische Chance haben. Erste Gesprächsfäden werden aufgenommen, die Parteispitzen von Grünen und Linken haben sich bereits getroffen.
    Zwischen SPD und Linken ist das etwas schwieriger, weil beide Seiten ihre Rollen in Regierung und Opposition wahren wollen. Da gibt es bisher nur unregelmäßig informelle Treffen auf Ebene der Abgeordneten, etwa in der Kneipe "Walden" in Prenzlauer Berg. Code-Wort "R2G" oder auch "Walden-Connection".
    Und am vergangenen Dienstag erst hatte sich intern die Fraktion der Linken nach kontroverser Diskussion geeinigt: Die Ablösung der Krim ohne Zustimmung der Ukraine ist völkerrechtswidrig, ebenso wie das Agieren von Putin. Letzteres müsse allerdings im Kontext der "Fehler" der Nato gesehen werden. 
    Diese Kernpositionen waren auch damit Grundlage der Rede, die Fraktionschef Gregor Gysi am Donnerstag im Bundestag hielt. Das hielt Fraktionsvize Sahra Wagenknecht jedoch nicht davon ab, in einem Gespräch mit Journalisten vergangenen Woche den Einmarsch russischer Soldaten als "eine Reaktion auf eine Fehlentwicklung", den Machtwechsel in Kiew, zu bezeichnen und zu fordern, ein Anschluss der Krim nach dem Referendum müsse akzeptiert werden.
    Grüne-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt verbreitete daraufhin 
    über ihre sozialen Netzwerke eine Montage mit der Schlagzeile: "Jetzt neu: Linkspartei erstmals für Auslandseinsätze!" - und das unter einem Bild von Sahra Wagenknecht. Im Hintergrund sind Soldaten mit Kalaschnikows zu sehen. Das führte in Reihen der Grünen zu massiven Reaktionen: "Stillos" sei die Montage, hieß es in den Kommentaren. Offenbar gibt es
    SELBER DENKEN! ...
    nicht wenige unter den Grünen-Anhängern, die im Fall der Ukraine mit der Haltung der Linke sympathisieren.
    Geärgert hat sich auch der Linke-Abgeordnete Stefan Liebich über das Plakat, aber aus ganz anderem Grund: "Eigentlich läuft es nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Zusammenarbeit in der Opposition ganz gut – wenn man auf solche Dummheiten nur verzichten würde."
     ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::


    Und hier nun dokumentiert - der Wortlaut der Gysi-Rede vom letzten Donnerstag im Deutschen Bundestag zur Lage in der Ukraine und der Krim ...

    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! 

    Putin will die gesamte Krise in der Ukraine militärisch lösen. Er hat nicht begriffen, dass die Probleme der Menschheit weder mit Soldaten noch mit Gewehren zu lösen sind, ganz im Gegenteil.

    Auch die Probleme Russlands lassen sich so nicht lösen.

    Sein Denken und Handeln ist falsch und wird von uns deutlich verurteilt.

    Es ist aber dasselbe Denken, das im Westen vorherrschte und vorherrscht: bei Jugoslawien, Afghanistan, dem Irak und Libyen.

    An die Stelle der Systemkonfrontation sind die Interessengegensätze der USA und Russlands getreten. Der Kalte Krieg ist beendet, aber solche Interessengegensätze können zu ganz ähnlichen Zügen führen.

    Die USA wollen mehr Einfluss gewinnen und vorhandenen verteidigen, und Russland will mehr Einfluss gewinnen und vorhandenen verteidigen. Ich sage als Stichworte zu Russland nur: Georgien, Syrien, Ukraine.

    Auch wenn man Putins Vorgehen verurteilt, muss man sehen, wie es zur gesamten Zuspitzung und Konfrontation kam. Ich sage es Ihnen ganz deutlich: Alles, was NATO und EU falsch machen konnten, haben sie falsch gemacht.

    Ich beginne bei Gorbatschow im Jahre 1990. Er schlug ein gemeinsames europäisches Haus, die Auflösung der NATO und des Warschauer Vertrages und ein Konzept der „Gemeinsamen Sicherheit“ mit Russland vor. Das hat die NATO ausgeschlagen. Sie hat gesagt: Den Warschauer Vertrag aufzulösen, ist okay, aber die NATO bleibt. Und aus dem Verteidigungsbündnis NATO wurde ein Interventionsbündnis gemacht.

    Der zweite Fehler: Bei der Herstellung der deutschen Einheit erklärten der amerikanische Außenminister, unser damaliger Außenminister Genscher und andere Außenminister gegenüber Gorbatschow, dass es keine Osterweiterung der NATO geben wird. Dieses Versprechen ist gebrochen worden. Es gab eine vehemente Ausweitung der NATO in Richtung Russland.

    Der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert Gates bezeichnete die eilfertige Aufnahme der osteuropäischen Staaten in die NATO als schweren Fehler und den Versuch des Westens, die Ukraine in die NATO einzuladen, als schwere Provokation. Nicht ich, sondern der ehemalige US-amerikanische Verteidigungsminister hat das erklärt.

    Dann kam drittens der Beschluss, Raketen in Polen und Tschechien zu stationieren. Die russische Regierung sagte: Das tangiert unsere Sicherheitsinteressen; wir möchten das nicht. Das hat den Westen überhaupt nicht interessiert. Es wurde dennoch gemacht.

    Zudem hat die NATO im Zusammenhang mit dem Jugoslawienkrieg das Völkerrecht mehrfach und schwer verletzt. Das räumt inzwischen auch der damalige Kanzler Schröder ein. Serbien hatte keinen anderen Staat angegriffen, und es gab keinen Beschluss des UN-Sicherheitsrates. Es wurde dennoch mit erstmaliger bundesdeutscher Beteiligung nach 1945 bombardiert. Und die Bewohnerinnen und Bewohner des Kosovo durften in einem Volksentscheid die Loslösung von Serbien beschließen.

    Ich habe damals die Völkerrechtsverletzung schwer kritisiert und Ihnen gesagt: Sie öffnen beim Kosovo eine Büchse der Pandora; denn wenn das im Kosovo erlaubt ist, müssen Sie es auch in anderen Gegenden erlauben. Sie haben mich beschimpft. Sie haben es nicht ernst genommen, und zwar weil Sie glaubten, solche Sieger im Kalten Krieg zu sein, dass alle alten Maßstäbe für Sie nicht mehr gelten. Ich sage Ihnen: Die Basken fragen, warum sie keinen Volksentscheid machen dürfen, ob sie zu Spanien gehören wollen oder nicht. Die Katalanen fragen, warum sie keinen Volksentscheid machen dürfen, ob sie zu Spanien gehören wollen oder nicht. Natürlich fragen das nun auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Krim.

    Durch Völkerrechtsverletzung kann man über Gewohnheitsrecht auch neues Völkerrecht schaffen; das wissen Sie. Ich bleibe aber der Meinung, dass die Abtrennung der Krim völkerrechtswidrig wäre, genauso wie die Abtrennung des Kosovo völkerrechtswidrig war.

    Ich wusste aber, dass sich Putin auf den Kosovo berufen wird, und er hat es auch getan. Jetzt sagen Sie, Frau Bundeskanzlerin: Die Situation ist doch eine völlig andere.

    (Claudia Roth (Augsburg) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Das ist sie auch!)

    - Das kann schon sein. Sie verkennen aber: Völkerrechtsbruch ist Völkerrechtsbruch. Meine liebe Frau Roth, fragen Sie doch einmal einen Richter, ob ein Diebstahl aus edlerem Motiv im Vergleich zu einem Diebstahl aus unedlerem Motiv kein Diebstahl ist. Er wird Ihnen sagen: Es bleibt ein Diebstahl. - Das ist das Problem.

    Herr Struck hat damals erklärt: Die Bundesrepublik muss ihre Sicherheit am Hindukusch verteidigen. Nun erklärt Herr Putin: Russland muss seine Sicherheit auf der Krim verteidigen. Deutschland hatte am Hindukusch übrigens keine Flotte und war auch wesentlich weiter entfernt. Trotzdem sage ich: Beide Sätze waren bzw. sind falsch.

    Aber es bleibt auch Folgendes: Wenn viele Völkerrechtsverletzer dem Völkerrechtsverletzer Russland vorwerfen, das Völkerrecht zu verletzen, ist das nicht besonders wirksam und glaubwürdig. Das ist die Tatsache, mit der wir es zu tun haben.

    Obama sprach genauso wie Sie, Frau Bundeskanzlerin, von der Souveränität und territorialen Integrität der Staaten. Aber diese beiden Prinzipien wurden in Serbien, im Irak, in Libyen verletzt. Der Westen meinte, das Völkerrecht verletzen zu können, weil der Kalte Krieg vorbei sei. Man hat die chinesischen und die russischen Interessen grob unterschätzt. Sie haben Russland unter Jelzin, der häufig angetrunken war, überhaupt nicht mehr ernst genommen. Aber die Situation hat sich geändert. Sehr spät berufen Sie sich jetzt wieder auf die im Kalten Krieg entstandenen völkerrechtlichen Grundsätze. Ich bin sehr dafür, dass sie wieder gelten - aber dann für alle! Anders geht es nicht.


    Die herausragende strategische Lage der Krim - als Tor nach Arabien und Asien ...
    Dann gab es das Gezerre zwischen der EU und Russland an der Ukraine. Beide dachten und handelten gleich. Barroso, der Kommissionschef der EU, hat gesagt: Entweder Zollunion mit Russland oder Verträge mit uns!   Er hat nicht gesagt: „Beides“, sondern: „Entweder - oder!“. Putin hat gesagt: Entweder Verträge mit der EU oder mit uns! Beide haben gleichermaßen alternativ gedacht und gehandelt. Das war ein verheerender Fehler von beiden Seiten.

    Kein einziger EU-Außenminister hat versucht, mit der russischen Regierung zu sprechen und die berechtigten Sicherheitsinteressen Russlands überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

    Russland fürchtet doch, dass nach engeren Beziehungen mit der EU die NATO in die Ukraine kommt. Es fühlt sich immer eingekreister. Aber es wurde nur an der Ukraine gezerrt.
    Die EU- und NATO-Außenminister haben die Geschichte Russlands und der Ukraine völlig unberücksichtigt gelassen. Sie haben die Bedeutung der Krim für Russland nie verstanden. Die ukrainische Gesellschaft ist tief gespalten.

    Auch das wurde nicht berücksichtigt. Diese tiefe Spaltung zeigte sich schon im Zweiten Weltkrieg, und sie zeigt sich auch heute. Die Ostukraine tendiert in Richtung Russland. Die Westukraine tendiert in Richtung Westeuropa. Es gibt derzeit keine einzige politische Persönlichkeit in der Ukraine, die beide Teile der Gesellschaft repräsentieren könnte. Das ist eine traurige Wahrheit.
    Dann gibt es noch den Europarat und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE. Die haben Sie in letzter Zeit schwer vernachlässigt, Frau Bundeskanzlerin und Herr Außenminister. Die Gelder für diese Organisationen wurden immer mehr zusammengestrichen, weil Sie meinten, dass sie nicht wichtig sind. Das sind aber die einzigen europäischen Organisationen, in denen sowohl Russland als auch die Ukraine organisiert sind. Deshalb müssen wir diese Organisationen wieder stärken auch finanziell und dürfen nicht über einen Ausschluss Russlands faseln; das ist völlig daneben.

    Dann erlebten wir eine starke Zuspitzung auf dem Maidan. Wir erlebten Scharfschützen und viele Tote. Es gibt verschiedene Gerüchte. In solchen Situationen wird viel gelogen. Deshalb schlagen wir vor, eine internationale Untersuchungskommission einzusetzen. Wir, aber vor allem die Ukrainerinnen und Ukrainer haben ein Recht, zu erfahren, was dort gelaufen ist und wer dort welche Verantwortung trägt. Ich freue mich, dass Sie, Frau Bundeskanzlerin, das unterstützen.

    Auf dem Maidan gab es viele demokratische Kräfte, aber auch Faschisten. Der Westen machte direkt und indirekt mit.

    Dann haben Außenminister Steinmeier, der französische und der polnische Außenminister mit Janukowitsch und der Opposition einen Vertrag geschlossen. Jetzt sagen Sie, Herr Außenminister, Janukowitsch habe die Vereinbarung durch seine Flucht hinfällig gemacht. Das ist falsch. Die Menschen auf dem Maidan lehnten die Vereinbarung mit großer Mehrheit ab, und Sie, Herr Außenminister, haben auf dem Platz auch nicht für diese Vereinbarung geworben.

    Erst nach der Ablehnung verließ Janukowitsch Kiew.

    Dann tagte das Parlament und wählte ihn mit 72,88 Prozent ab.

    Die Verfassung schreibt aber 75 Prozent vor. Nun sagen Herr Röttgen und andere: Na ja, bei einer Revolution kann man nicht so genau auf die Verfassung achten. Ein paar Prozentchen mehr oder weniger …   Das kann man ja alles machen. Nur, Putin beruft sich darauf und sagt: „Es gab nicht die verfassungsmäßige Mehrheit für die Abwahl“, und stützt sich deshalb auf Schreiben, die Janukowitsch ihm sendet.
    Außerdem: Bei der Abstimmung im Parlament standen lauter Bewaffnete herum. Das ist nicht besonders demokratisch. Bei der Volksabstimmung auf der Krim am kommenden Sonntag stehen auch lauter bewaffnete Soldaten herum. Auch das ist nicht besonders demokratisch.

    Interessant ist, dass Sie, Frau Bundeskanzlerin, sagen, ein solcher Volksentscheid sei nach der ukrainischen Verfassung verboten. Wann gilt sie denn nun und wann nicht? Bei der Abwahl des Präsidenten gilt sie nicht, und bei der Abstimmung auf der Krim soll sie plötzlich gelten. Sie müssen schon wissen: Akzeptieren Sie die ukrainische Verfassung ganz oder nur in bestimmten Teilen, wenn es Ihnen genehm ist? Das ist die Art, die ich kenne und die ich nicht mag.

    Dann wurde eine neue Regierung gebildet, sofort anerkannt von Präsident Obama, auch von der EU, auch von der Bundesregierung. Frau Merkel! Der Vizepremierminister, der Verteidigungsminister, der Landwirtschaftsminister, der Umweltminister, der Generalstaatsanwalt das sind Faschisten. Der Chef des nationalen Sicherheitsrates war Gründungsmitglied der faschistischen Swoboda-Partei. Faschisten haben wichtige Posten und dominieren zum Beispiel den Sicherheitssektor. Noch nie haben Faschisten freiwillig die Macht wieder abgetreten, wenn sie einmal einen Teil davon erobert hatten.

    Zumindest die Bundesregierung hätte hier eine Grenze ziehen müssen, schon aufgrund unserer Geschichte.

    Als Haiders FPÖ in die österreichische Regierung ging, gab es sogar Kontaktsperren und Ähnliches. Und bei den Faschisten in der Ukraine machen wir nichts? Swoboda hat engste Kontakte zur NPD und zu anderen Naziparteien in Europa. Der Vorsitzende dieser Partei, Oleg Tjagnibok, hat Folgendes wörtlich erklärt. Ich zitiere jetzt; Sie müssen sich anhören, was er wörtlich gesagt hat

    - Anführungsstriche:
    Schnappt euch die Gewehre, bekämpft die Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und andere Unarten. - Ende des Zitats. -

    Ich wiederhole. Dieser Mann hat gesagt

    Anführungsstriche:
    Schnappt euch die Gewehre, bekämpft die Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und andere Unarten. Ende des Zitats. -

    Es gibt jetzt Übergriffe auf Jüdinnen und Juden und auf Linke, und gegen all das sagen Sie nichts? Mit diesen Swoboda-Leuten reden Sie? Ich empfinde das als einen Skandal. Ich muss Ihnen das ganz klar sagen.

    Jetzt wollen Sie   auch das haben Sie angekündigt   Sanktionen verhängen, wenn es nicht anders ginge, wie Sie sagen. Aber die werden Putin nicht imponieren. Das spitzt doch die Situation nur zu. Kissinger, der ehemalige Außenminister der USA, hat recht. Er sagt, die Sanktionen seien nicht Ausdruck einer Strategie, sondern Ausdruck des Fehlens einer Strategie. Das gilt auch für die eskalierenden Militärflüge über Polen und die baltischen Republiken. Was soll das?
    Konten von Janukowitsch und seinen Anhängern sind gesperrt, weil es gestohlenes Staatsgeld sei Meine Frage: Das wussten Sie vorher nicht? - Zweite Frage: Warum eigentlich nur deren Konten? Was ist mit dem Milliardenvermögen der Oligarchen, die andere Kräfte unterstützen? Warum machen Sie da nichts? Wie einseitig läuft das eigentlich alles?

    Es gibt nur den Weg der Diplomatie.

    Erstens. Der Westen muss die legitimen Sicherheitsinteressen Russlands auf der Krim anerkennen, wie das übrigens auch US-Außenminister Kerry erkannt hat. Es muss ein Status für die Krim gefunden werden, mit dem die Ukraine, Russland und wir leben können.
    Russland muss garantiert werden, dass die Ukraine nicht Mitglied der NATO wird.

    Zweitens. Die Perspektive der Ukraine liegt in einer Brückenfunktion zwischen EU und Russland.

    Drittens. Es muss in der Ukraine ein Prozess der Verständigung und Versöhnung zwischen Ost und West eingeleitet werden, vielleicht über einen föderalen oder konföderalen Status, vielleicht auch über zwei Präsidenten.

    Was ich der EU und der NATO vorwerfe: Bis heute ist kein Verhältnis zu Russland gesucht und gefunden worden. Das muss sich jetzt gründlich ändern.

    Sicherheit in Europa gibt es weder ohne noch gegen Russland, sondern nur mit Russland. Wenn die Krise eines Tages überwunden ist, könnte ein Vorteil darin bestehen, dass das Völkerrecht endlich wieder von allen Seiten respektiert wird.
    Danke schön.

    (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    ...und auch Jakob Augstein nimmt in seiner neuen S.P.O.N.-Kolumne "Im Zweifel links" Bezug auf die Rede von Gregor Gysi: ...







    ... Gregor Gysi hat in der vergangenen Woche im Bundestag eine wichtige Rede gehalten. Er sagte, im Umgang mit Russland haben Nato und EU falsch gemacht, was sie falsch machen konnten:

    • Gorbatschows "Gemeinsames Haus Europa" und der Plan einer neuen Sicherheitsarchitektur jenseits von Nato und Warschauer Pakt? Der Westen nahm das nicht ernst. 
    • Das Versprechen, die Nato nicht an die russische Westgrenze auszudehnen? Der Westen hat es gebrochen. 
    • Die russische Sorge vor den Abwehrraketen, die in Osteuropa stationiert werden sollen? Der Westen hat sich darüber hinweggesetzt. 
    • Putins Angebot einer Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok? Der Westen reagierte mit Schulterzucken. 
    • Und dann Barrosos Forderung an die Ukraine, sich zwischen Russland und der EU zu entscheiden… Ein letzter, schwerer diplomatischer Fehler. Der deutsche Außenminister Steinmeier tut seitdem, was er kann, die Scherben einzusammeln.

    Gernot Erler, Russlandbeauftragter der Bundesregierung, hat schon im Mai 2013 geschrieben: "Dieser außenpolitisch unerträgliche Zustand hat sich über Jahre aufgebaut, und alle, die kontinuierlich mit russischen Partnern im Gespräch sind, haben ihn kommen sehen."

    Warum macht der Westen das? Es gibt nur eine Antwort: Hybris. "Weil Sie glaubten, solche Sieger im Kalten Krieg zu sein, dass alle alten Maßstäbe für Sie nicht mehr gelten", rief Gysi in Richtung der Regierungsbänke.


    Gysi hat das Hohe Haus - und die Öffentlichkeit - an eine schlichte Tatsache erinnert: "Die USA wollen mehr Einfluss gewinnen und vorhandenen verteidigen, und Russland will mehr Einfluss gewinnen und vorhandenen verteidigen." Wir beschönigen uns selbst. Wir halten unsere Machtpolitik für Normalität und die der anderen für einen Angriff. 


    Bei "Zeit Online" konnte man neulich lesen: "In Krisen aller Art versuchen die Europäer stets, Spannungen durch ausführliches Reden abzubauen. Wladimir Putin und die russische Duma aber setzen auf die Eskalation täglich noch einen drauf." Das stimmt nicht. Die Wahrheit ist, wenn es um die Verteidigung der eigenen Interessen geht, nehmen sich Ost und West nicht viel. Auf der Krim basteln sich die Russen ihre Wahlergebnisse - und in der "Zeit" reden wir uns die Wirklichkeit schön. Solchen Verzerrungen begründen Mythen, und aus solchen Mythen wächst der Hass. ...


    Lektüre: einschlägige Texte aus der WELT, dem SPIEGEL und der SZ




    0 0


    Diakonie fordert gesellschaftliche Debatte über Trisomie-Bluttests
    Kleiner Test, gravierende Folgen


    Über den Trisomie-Bluttest der Firma Lifecodexx wird seit seiner Markteinführung heftig diskutiert. Claudia Heinkel ist bei der Diakonie Expertin für vorgeburtliche Untersuchungen. Sie warnt vor einer Schwangerschaft auf Probe.


    nach: Fotolia_muro | zm-online.de





    domradio.de: Wie läuft so ein Bluttest ab?
    Claudia Heinkel (Leiterin der Fachstelle für Information, Aufklärung und Beratung zu Pränataldiagnostik und Reproduktionsmedizin im Diakonischen Werk Württemberg): Das ist ganz einfach. Im Blut der schwangeren Frau schwimmen DNA-Fragmente des Kindes. Diese Fragmente werden im Labor vervielfältigt und mithilfe moderner Sequenzierungsgeräte wird errechnet, ob z. B. eine Trisomie 21 vorliegt. Dafür genügen 20 ml mütterliches Blut.
    domradio.de: Sie haben in der letzten Zeit eine Dynamik bei den Bluttests festgestellt, was meinen Sie damit?
    Heinkel: Der Test der Firma LifeCodexx kam in Deutschland im August 2012 auf den Markt. Er wurde damals schwangeren Frauen nach der 12. Schwangerschaftswoche angeboten,  die eine medizinische Indikation für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Trisomie 21 hatten, nach vorheriger genetischer Beratung und zu einem sehr hohen Preis. Allen Kritikern dieses Testes war klar, dass das eine Einführungsstrategie ist und es nicht dabei bleibt. Aber ich glaube, niemand hat damit gerechnet, dass es in weniger als 12 Monaten dann tatsächlich ganz anders aussieht: Inzwischen werden diese Bluttests bereits ab der 9. Schwangerschaftswoche angeboten, das Testspektrum ist ausgeweitet, neben Trisomie 21, 13 und 18 werden auch das Turner-Syndrom und das Klinefelter-Syndrom getestet, als Indikation genügt häufig das Alter oder Angst vor Behinderung und die Preise sind im Konkurrenzkampf dreier Firmen von 1250 auf etwa 500 Euro gefallen. Das ist eine ziemliche Dynamik in ganz kurzer Zeit, und dabei wird es natürlich jetzt auch nicht stehen bleiben.
    domradio.de: Der Test ist also schnell gemacht, das Ergebnis für die Eltern dafür eventuell umso gravierender. Was für Möglichkeiten haben Eltern, wenn sie das Ergebnis bekommen, dass ihr Kind möglicherweise einen Gendefekt hat?
    Heinkel: Es ist ein großes Problem dieses Testes, dass er keinerlei therapeutische Konsequenzen hat. Er kann nur feststellen, das Kind hat mit hoher Wahrscheinlichkeit z. B. eine Trisomie 21 (siehe auch: Down-Syndrom). Da gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten, das ist ja keine Krankheit, sondern es ist eine Chromosomenveränderung. Das heißt, die einzige Handlungsalternative zur Geburt des Kindes ist der Schwangerschaftsabbruch. Dies macht die Brisanz dieses Testes aus.  
    Mit Trisomie 21 glücklich sein (hier clickenFoto: epd/Conny Wenk | evangelisch.de

    domradio.de: Steht ein solcher Test nicht eigentlich im Widerspruch zum Gedanken der Inklusion, also gehandicapte Menschen zu integrieren?
    Heinkel: Für uns als Diakonie und für mich als Mitarbeiterin der Diakonie ist es ein erheblicher Widerspruch.  Ich sehe in diesem Test eine Parallelentwicklung, die dem ziemlich entgegen steht, dass alle Menschen ein Recht auf ein Leben in Würde und auf gesellschaftliche Teilhabe haben. Parallel zur Diskussion um Inklusion wird ein Test auf den Markt gebracht, der nichts anderes will, als in der frühen Schwangerschaft Kinder mit einer bestimmten genetischen Ausstattung zu entdecken. Das ist für mich eine ganz große Diskrepanz. Es ist für mich eine gesellschaftliche Frage, nicht nur die des einzelnen Paares. Ich finde, wir sind als Gesellschaft dringend aufgefordert, eine gesellschaftliche Debatte dazu zu führen, wie wir uns zu Tests mit einem solchen ethischen Konfliktpotential verhalten. Ich befürchte, dass der soziale Erwartungsdruck auf werdende Eltern steigen wird, einen solch harmlosen und risikolosen Test auch zu nutzen, dass sie sich rechtfertigen müssen, wenn sie das nicht tun und noch mehr als jetzt schon verantwortlich gemacht werden für die Gesundheit ihres Kindes. Solche Tests können dazu führen, dass die Schwangerschaft auf Probe künftig zu einem sozialen Standard werden wird.

    Das Interview führte Tobias Fricke.

    (domradio - dr)

    0 0

    ... und zum guten Schluss ... der Tabartz-van Elst-Doku:




    Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst entschuldigt sich

    "Ich bitte um Vergebung ... Ich habe Fehler gemacht..."


    "Ich erkenne, dass ich Fehler gemacht habe" - der emeritierte Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat sich in einer Erklärung entschuldigt. Heute Morgen hatte Tebartz-van Elst Papst Franziskus in Rom getroffen.

    Die Stellungnahme des emeritierten Limburger Bischofs im Wortlaut:


    28. März 2014
    Während meiner Amtsführung als Bischof von Limburg ist bei vielen Katholiken und in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass ich den Dienst für die Diözese und an der Einheit der Kirche dadurch vernachlässigt hätte, dass ich eigene Ziele und Interessen in den Vordergrund gestellt und ohne Abstimmung durchgesetzt hätte.
    Mit dem Wissen von heute erkenne ich, dass ich Fehler gemacht habe. Auch wenn sie niemals aus Absicht entstanden, haben sie Vertrauen zerstört. Ich bitte alle um Vergebung, die unter meinen Versäumnissen gelitten haben oder leiden.
    Angesichts der schweren Vorwürfe und des entstandenen Vertrauensverlusts habe ich bereits im Oktober 2013 die Entscheidung über meine Zukunft in die Hände des Heiligen Vaters gelegt. In dieser Woche hat er mich von der Verantwortung für das Bistum Limburg entbunden, um mich zu gegebener Zeit mit einer neuen Aufgabe zu betrauen. Dies hat der Heilige Vater mir gegenüber auch persönlich in einer herzlichen brüderlichen Begegnung am heutigen Vormittag (28. März 2014) betont.
    Ich sehe in dieser Entscheidung die Chance eines Neubeginns: nicht nur für das Bistum Limburg, sondern auch für mich. In diesem Sinne bitte ich alle, meine Stellungnahme an die Kongregation vom 11. März 2014 zum Prüfbericht, die in den vergangenen Tagen veröffentlicht wurde, als Zäsur zu betrachten – und nicht als Anfang einer neuen Auseinandersetzung.
    Ich hoffe, dass es jenseits wechselseitiger Beschuldigungen und Verletzungen gelingt, aus der Distanz das Geschehene zu verstehen und Einsichten zu gewinnen, die zu einer Versöhnung führen können. Dafür werde ich beten, meine ganze Kraft einsetzen und bitte auch um das Gebet.

    Papst ermutigt zum Schuldbekenntnis

    Tebartz-van Elst war am Freitagmorgen mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Dieser hat ebenfalls am Freitag dazu ermutigt, sich zu den eigenen Sünden und Verfehlungen zu bekennen. "Wer von uns kann behaupten, er sei kein Sünder? Niemand", sagte er in seiner Predigt während des Bußgottesdienstes am Freitagabend im Petersdom. Der Apostel Johannes spreche von einem Selbstbetrug, wenn man die eigene Sündenlosigkeit behaupte. Solche Menschen trügen die Wahrheit nicht in sich, zitierte ihn der Papst. Jeder ist nach seinen Worten aufgefordert, immer wieder Buße zu tun, um sich der Barmherzigkeit Gottes zu öffnen.


    Der Papst hört die Beichte | S!NEDi Bild|bearbeitung nach einem epd-Foto
    Der "neue Mensch", durch Gott in der Taufe erneuert, lasse sich nicht von der Sünde ablenken, sondern konzentriere sich auf die Dinge, die wirklich zählten im Leben. Das Herz des erneuerten Menschen halte an der Wahrheit fest und stehle nicht, sondern tue Gutes und teile mit den Bedürftigen, sagte der Papst. Darüber hinaus solle ein jeder an der Liebe festhalten. Die Liebe Gottes halte ewig und gebe die Kraft, sich immer wieder zu erheben und neu anzufangen, so Franziskus.






    .......................................................................

    Bischof Hofmann: Kein neues Bistum für Tebartz-van Elst

    Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann hält es derweil für ausgeschlossen, dass Tebartz-van Elst ein neues Bistum erhält. Dies werde nicht gehen, "weil das Vertrauensverhältnis gestört ist", sagte Hofmann dem "Main-Echo" (Samstag) in Aschaffenburg. Zugleich äußerte er die Hoffnung auf eine neue Aufgabe für Tebartz-van Elst. Vielleicht könne er wieder wissenschaftlich arbeiten, "beispielsweise an einer Universität oder in einem Amt der römischen Kurie".

    Nach Hofmanns Einschätzung hat Papst Franziskus eine "weise Entscheidung" getroffen. Dabei sei in erster Linie nicht der Prüfbericht der von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Untersuchungskommission zum Bauprojekt auf dem Limburger Domberg ausschlaggebend gewesen, auch wenn die Vorfälle für sich sprächen. Es sei aber eine Tatsache, dass Tebartz-van Elst "in Limburg als Bischof keine Brücken mehr bauen kann".

    Papst Franziskus hatte am Mittwoch den Rücktritt des Bischofs angenommen, den dieser nach einer Affäre um die hohen Kosten für den Neubau seiner Limburger Residenz im Oktober angeboten hatte. In dem Interview erteilte Hofmann Verschwörungstheorien im Zuge der Limburger Affäre eine Absage. Er sehe nicht, "dass die Kirche da verfolgt wird". Er könne verstehen, dass die Kirche verstärkt am Pranger stehe. "Wenn wir die Moral hochhalten, werden wir auch als erste daran gemessen. Und wenn die Dinge bei uns nicht in Ordnung sind, müssen wir uns auch gefallen lassen, dass wir kritisiert werden."

    Bei den Kirchenfinanzen sprach sich Hofmann erneut für "größtmögliche Transparenz" aus. "Wir haben einen Anfang gemacht und müssen weitergehen", sagte er. Im Bistum Würzburg war vor kurzem das gesamte Vermögen des Bischöflichen Stuhls offengelegt worden. "Wir müssen soweit kommen, dass man die Bistümer vergleichen kann", so der Bischof.

    (dr, KNA)

    0 0

    Die Sommerzeit-Rebellin - oder: 
    ... mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schwung ... - Tempus fugit

    29.03.2014  | Von Frauke Lüpke-Narberhaus | SPIEGEL-ONLINE

    Sie kommt jetzt in das Alter, in dem sie nicht mehr alles mitmachen will. Das Herz, der Blutdruck, der Stress. Mit 66 Jahren, sagt Renate Stahn, sei sie erwachsen, selbständig. Sie trifft jetzt ihre eigenen Entscheidungen. Deswegen kündigt Frau Stahn auf einem Zettel an: Sie werde die Zeitumstellung am Sonntag boykottieren.

    nach einem Foto von: Eric Engelbracht | SPIEGEL-ONLINE
    Millionen Deutsche würden gern handeln wie sie. Wem gefällt schon dieses Vor, Zurück, früher dunkel, später dunkel, länger schlafen, kürzer schlafen? Energie spart das nicht, es zerrt an den Kräften. Millionen Deutsche können nicht handeln wie sie. Was würde der Chef sagen? Die Lehrer?

    Frau Stahn kann es sich leisten, in ihrer eigenen Zeit zu leben: Sie ist ihre eigene Chefin. Ihr gehört eine Zoohandlung in der Berliner Dunckerstraße, und sie ist in ihrem Kiez Prenzlauer Berg ein kleiner Star. Eine Ur-Berlinerin eben, von der in dem Viertel heute nicht mehr viele leben.

    Ihr Zettel machte sie Berlin-weit berühmt: Der "Berliner Kurier" feierte Frau Stahn als "Sommerzeit-Rebellin", die "Berliner Zeitung" als "Verweigerin". Der "Tagesspiegel" schrieb: Frau Stahn denke, was sie fühle, und sage, was sie denke: "Freie Schnauze, ein halbes Jahrhundert Kiez, na immer raus damit."


    Renate Stahn |
    Foto: nach Thomas Lebie SPON
    Frau Stahn sagt, eine Stunde Zeitverlust sei eine ganze Menge, für alte Menschen, für Kinder, für Tiere. Früher einmal verkaufte sie in ihrer Zoohandlung Papageien, Hamster, Ratten, Kaninchen. Das lohne sich heute nicht mehr, sagt sie. Die Kunden kauften lieber im Internet, in Polen, beim Züchter. Derzeit warten noch ein Wellensittich und 20 Kanarienvögel in ihrem Laden auf ein neues Zuhause.

    Schon länger habe sie gemerkt, dass ihre Vögel unter der Zeitumstellung leiden, sagt Frau Stahn. Sie dösten auf der Stange, Kopf unterm Flügel. Die brauchen einen Tierarzt, hätten die Kunden gesagt. Die brauchen Schlaf, wusste Frau Stahn.

    Im vergangenen Jahr dann traute sie sich endlich und hängte diesen Zettel an die Tür: "Wieder wird die Zeit umgestellt - entgegen aller Logik und besseren Wissens. Ich halte diese Zeitumstellung für völlig falsch! Deshalb teile ich mit: Ich boykottiere diese Zeitumstellung und mache sie nicht mit. Meine Zeit bleibt die ganz normale mitteleuropäische Zeit! Bitte beachten Sie das bei meinen Öffnungszeiten. Vielen Dank!"


    So müssen Sie die Zeit umstellen - nach Frau Stahn ... | S!NEDi: Tempus fugit

    Der Zettel hängt immer noch, inzwischen in Übergröße ausgedruckt und eingerahmt. Den Kunden gefalle ihr Protest, sagt Frau Stahn. Keine Beschwerden, nur Respekt, Verständnis und, ja, wahrscheinlich auch ein bisschen Neid.


    ...aus: NEAL DONALD WALSCH: 
    Gespräche mit Gott | Band 2 | S. 100:



    0 0


    durchgeknallt


    Mit Teleskop "Bicep2" 

    Echo des Urknalls


    Astronomen feiern eine Sensation: Sie fanden den ersten Beleg für das Aufblähen des Alls unmittelbar nach dem Urknall. Gesucht haben sie die Nadel im Heuhaufen. Entdeckt haben sie "eine Brechstange".


    Das "Bicep2"-Teleskop am Südpol: Mit seiner Hilfe haben US-Forscher nach eigenen Angaben einen direkten Beleg für ein blitzartiges Ausdehnen des Universums nach dem Urknall gefunden. photo|graphic nach (C) Steffen Richter/Harvard University/DPA




    Astronomen haben nach eigenen Angaben erstmals einen direkten Beleg für das blitzartige Ausdehnen des Universums unmittelbar nach dem Urknall gefunden. Mit dem Teleskop "Bicep2" am Südpol spürten sie die Signatur sogenannter Gravitationswellen in der kosmischen Hintergrundstrahlung auf, wie die US-amerikanische Harvard-Universität am Montag in Cambridge (US-Staat Massachusetts) mitteilte.

    Die Entdeckung belegt demnach einen bereits vor mehr als 30 Jahren postulierten entscheidenden Entwicklungsschritt des ganz jungen Universums. Diese sogenannte kosmische Inflation hat das Universum in den ersten Sekundenbruchteilen um mindestens das Zehn-Billionen-Billionenfache aufgebläht - das ist eine Eins mit 25 Nullen. "Die Entdeckung dieses Signals ist eines der wichtigsten Ziele der heutigen Kosmologie", betonte der wissenschaftliche Leiter von "Bicep2", John Kovac vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik, in der Mitteilung.

    Nachglimmen des Urknalls

    Die Wissenschaftler hatten die kosmische Hintergrundstrahlung untersucht, die als Nachglimmen des Urknalls bis heute durchs All schimmert. In dieser allgegenwärtigen Strahlung fahndeten sie nach Spuren von Gravitationswellen. Gravitations- oder Schwerewellen entstehen nach Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie stets, wenn Massen bewegt werden, und dehnen und stauchen den Raum. Zwar gibt es kaum ernsthafte Zweifel an ihrer Existenz, direkt beobachtet hat man dieses Phänomen aber noch nicht.

    In der kosmischen Hintergrundstrahlung stießen die Astronomen nun auf charakteristische Muster von Gravitationswellen, die während der Phase der Inflation vor rund 13,8 Milliarden Jahren entstanden sein müssen. Dies ist zwar kein direkter Nachweis von Gravitationswellen, den Forschern zufolge aber der erste direkte Beleg für die kosmische Inflation.



    Signal aus der Dämmerung der Zeit

    Wir messen ein Signal, das aus der Dämmerung der Zeit kommt", unterstrich Ko-Autor Jamie Bock vom California Institute of Technology. Und dieses Signal war deutlich stärker als erwartet. "Es war wie eine Nadel im Heuhaufen zu suchen, aber stattdessen haben wir eine Brechstange gefunden", erläuterte Clem Pryke von der Universität von Minnesota. Die Ergebnisse sind noch nicht in einem wissenschaftlichen Fachjournal veröffentlicht.

    Vorausgesetzt, dass die Beobachtungen durch andere Experimente bestätigt würden, seien die "Bicep2"-Entdeckungen großartige Nachrichten, betonte der deutsche Gravitationswellenforscher Karsten Danzmann, Direktor am Hannoveraner Albert-Einstein-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, der nicht an der Arbeit beteiligt war. "Diese Beobachtungen zeigen, dass Gravitationswellen Aspekte des Universums enthüllen, die wir auf keinem anderen Weg herausfinden können. Beispielsweise liefern uns Gravitationswellen einzigartige Informationen über die Eigenschaften des Universums gleich nach dem Urknall."

    kng/DPA /stern.de (ohne YouTube-Videos)

    0 0


    CHRISTIAN MORGENSTERN
    Spielbilder der Welt

    Von Florian Ehrich | deutschlandfunk.de


    Der deutsche Dichter Christian Morgenstern war bekannt für seine heitere und leichtfüßige Lyrik, die stets von einem Augenzwinkern begleitet wurde. Er hatte ein Talent für Skurill-Fantastisches. Die Popularität seiner komischen Werke verdeckte jedoch zeitweise sein ernstes Wesen. Vor 100 Jahren starb er in Meran.
    unbedingt Lautsprecher-Icon anclicken ...

    "Die Möwen sehen alle aus,
    als ob sie Emma hießen.
    Sie tragen einen weißen Flaus
    und sind mit Schrot zu schießen.
    Ich schieße keine Möwen tot,
    ich laß sie lieber leben -
    und füttre sie mit Roggenbrot
    und rötlichen Zibeben.
    O Mensch, du wirst nie nebenbei
    der Möwe Flug erreichen.
    Sofern du Emma heißest, sei
    zufrieden, ihr zu gleichen."

    Gerd Fröbe liest das "Möwenlied", dessen Autor Christian Morgenstern als Klassiker der humoristischen Dichtung gilt.




    S!NEDi: Morgenstern & Möwe Emma ...
    Dabei waren seine Kindheit und Jugend überschattet von Krankheit und Tod. Geboren am 6. Mai 1871 in München, verlor Morgenstern seine Mutter mit zehn Jahren; von ihr erbte er ein Lungenleiden, das ihn zeitlebens zu langwierigen Kuraufenthalten zwang. Der Vater, ein Landschaftsmaler, verweigerte die finanzielle Unterstützung des Studiums und wollte den einzigen Sohn zum Offizier ausbilden lassen. Es kam zum Bruch. Morgenstern folgte seiner musischen Begabung, schrieb Kritiken in Kunstzeitschriften und veröffentlichte 1895 seinen ersten Gedichtband, "In Phantas Schloss", der Friedrich Nietzsche gewidmet ist und bereits stilistisches Können und Talent für Skurril-Fantastisches verriet. Zu dieser Zeit gründete Morgenstern mit Berliner Freunden eine Künstlergruppe, die sich Bund der "Galgenbrüder" nannte und ins nahe gelegene Werder an der Havel zog. Achim Risch ist Kurator der dortigen Morgenstern-Dauer-Ausstellung:

    "Es ging ihnen um diese Unterhaltung, auffallen zu wollen und vielleicht das zu demonstrieren, was Morgenstern schreibt: Die Galgenlieder sind eine Philosophie, vom Galgen sieht man die Welt anders und anderes."

    Leichtfüßige Lyrik, die nichts will

    Morgensterns "Galgenlieder" erscheinen 1905 bei Bruno Cassirer, nachdem der Dichter einige Jahre mit der Übersetzung von Werken Henrik Ibsens zugebracht hat, wofür er erst einmal norwegisch lernen musste. Später übersetzt er auch Björnsterne Björnson und Knut Hamsun. Die "Galgenlieder", die ein großer Erfolg werden, sind Grotesken, angesiedelt zwischen Nonsens und virtuosem, hintersinnigem Sprachspiel:

    "Ein Wiesel
    saß auf einem Kiesel
    inmitten Bachgeriesel.

    Wißt Ihr
    weshalb?

    Das Mondkalb
    verriet es mir
    im Stillen:

    Das raffinierte Tier
    tat's um des Reimes willen."


    photo|graphic nach einem Porträt Morgensterns


    Für diese leichtfüßige Lyrik fand der Schriftsteller Albrecht Goes treffende Worte:

    "Seine Verse sind die Heiterkeit an sich, so wie gewisse Bilder des Malers Paul Klee nur eines sind: das Spielbild der Welt. Ob diese Morgensterniaden etwas wollen? Nein, sie wollen gar nichts. Ob sie etwas bewirken? O ja, und zwar eben dadurch, dass sie so gar nichts wollen."

    Das "Große Lalulā" ist das erste reine Lautgedicht der deutschen Literatur, während "Fisches Nachtgesang" nur aus Längen- und Kürzezeichen besteht, ein Gedicht ohne Laute, eben stumm wie ein Fisch und doch, so der augenzwinkernde Autor, "das tiefste deutsche Gedicht". Morgenstern lotet Grenzbereiche des Denk- und Sagbaren aus. Mit seinem  "Palmström", erschienen 1910, erfindet er dann eine skurrile Figur, die - etwa in der Beschäftigung mit seiner Krankheit - auch selbstironische Züge des Dichters trägt:

    "Palmström legt des Nachts
    sein Chronometer -
    um sein lästig Ticken nicht zu hören,
    in ein Glas mit Opium oder Äther.
    Morgens ist die Uhr dann ganz "herunter".
    Ihren Geist von neuem zu beschwören,
    wäscht er sie mit schwarzem Mokka munter."

    Anhänger von Rudolf Steiner

    Die Popularität seiner komischen Lyrik verdeckt bisweilen das ernste Wesen Christian Morgensterns, das sich in Sammlungen wie "Melancholie" oder "Einkehr" zeigt. Von der inbrünstigen, konzentrierten Gottsuche des religiösen Dichters zeugt das aphoristische "Tagebuch eines Mystikers". In einem Brief an seine Frau schrieb Morgenstern:

    "Vor allem aber sind solche Menschen wie ich von Zeit zu Zeit nötig, sonst würde der mystische Charakter der Erde, der Welt, des Lebens vergessen werden. Davon reden tun freilich viele, aber es leidenschaftlich erleben, und dazu dem noch vollen Ausdruck verleihen können, diese schmerzliche Gnade ist wohl nur wenigen vorbehalten. Nur wenigen Opfern."

    Ein letztes Abenteuer erlebte er in der Begegnung mit Rudolf Steiner. Bereits todkrank, lauschte er begeistert den Vorträgen des Anthroposophen. Christian Morgenstern starb am 31. März 1914 in Meran an Tuberkulose.

    0 0

    Ich möchte kommentarlos hier Neale Donald Walsch zitieren - aus dem 2. Band von "Gespräche mit Gott", erschienen im Original bereits 1997:


    Faktisch stellen die meisten eurer Gesetze eine Aussage über die Eigeninteressen der Mächtigsten unter euch dar.

    Schauen wir uns nur mal ein Beispiel an: das Rauchen.

    Das Gesetz sagt, dass ihr eine bestimmte Pflanze, Hanf, nicht anbauen und nutzen dürft, weil sie, so sagt euch die Regierung, nicht gut für euch ist.


    S!NEDi: knister-knaster



    Doch dieselbe Regierung sagt, dass es ganz in Ordnung ist, eine andere Pflanze, nämlich Tabak anzubauen und zu nutzen, nicht weil diese gut für euch ist (die Regierung verkündet sogar selbst, dass sie schlecht für euch ist), sondern vermutlich, weil ihr dies schon immer getan habt.

    Der wahre Grund, warum Hanf verboten und Tabak erlaubt ist, hat nichts mit der Gesundheit zu tun. Er hat mit Wirtschaftsinteressen zu tun. Und das heisst mit Macht.

    Eure Gesetze spiegeln also nicht wider, was eure Gesellschaft über sich selbst denkt und was sie sein möchte - eure Gesetze spiegeln wider, wo die Macht liegt. ...

    ... Der Grund, warum Hanf verboten ist, hat nur angeblich mit der Gesundheit zu tun. Die Wahrheit ist, dass Hanf nicht süchtiger macht oder kein grösseres Gesundheitsrisiko darstellt als Zigaretten oder Alkohol, die beide vom Gesetz geschützt werden. Warum also wird er nicht erlaubt?

    Weil, würde er angebaut, die Hälfte der Baumwollpflanzer, der Hersteller von Nylon und Kunstseide und der Holzhändler auf der Welt pleite gehen würden.

    Hanf gehört zufällig zu den nützlichsten, stärksten, zähesten und dauerhaftesten Materialien auf eurem Planeten. Ihr könnt keine besseren Fasern für eure Kleidung, kein stärkeres Material für eure Seile, keine leichter anzubauende und zu erntende Quelle für Papier produzieren. Ihr fällt jedes Jahr Hunderttausende von Bäumen für eure Sonntagszeitungen, um in ihnen dann über die Dezimierung eurer Wälder auf dem Planeten zu lesen. Hanf könnte euch das Papier für Millionen von Sonntagszeitungen liefern, ohne dass eine einziger Baum gefällt werden muss. Tatsächlich könnte er zu einem Zehntel der Kosten ungemein viele Rohstoffmaterialien ersetzen.

    Und das ist der springende Punkt. Jemand verliert Geld, wenn diese wunderbare Pflanze - die übrigens auch noch aussergewöhnliche medizinische Eigenschaften hat - angebaut werden darf. Und deshalb ist Marihuana in eurem Land illegal.


    Aus: Gespräche mit Gott | Bd.2 | S.208/209/210 | von Neale Donald Walsch

    siehe auch hier

    0 0



    IHR LEBT in einer verschwenderischen, dekadenten Gesellschaft. Ihr baut praktisch in alles, was ihr macht, eine sogenannte „künstliche Veralterung“ ein. Autos kosten dreimal so viel, als sie müssten, und halten nur ein Drittel so lang, wie sie könnten, Kleider fallen auseinander, nachdem sie zehnmal getragen worden sind. Ihr versetzt eure Nahrungsmittel mit Chemikalien, damit sie länger in den Regalen liegen können, auch wenn das für euch ein kürzeres Verweilen auf diesem Planeten bedeutet. Ihr unterstützt und ermuntert und befähigt Sportvereine dazu, dass sie für lächerliche Leistungen unglaubliche Gehälter zahlen, während Lehrer, Geistliche und Forscher, die darum kämpfen, Heilmittel für Krankheiten zu entdecken, um Geld betteln müssen. Ihr werft jeden Tag in den Supermärkten eurer Nation, in den Restaurants und zu Hause mehr Nahrungsmittel weg, als nötig wären, um die halbe Welt zu ernähren.

    Das ist keine Anklage, es ist nur eine Beobachtung. Und dies gilt nicht nur für die Vereinigten Staaten, denn diese Einstellung, die das Herz krank macht, findet sich in epidemischen Ausmaßen überall auf der Welt. 
    Die Unterprivilegierten allerorten müssen im Dreck wühlen und knapsen, nur um am Leben zu bleiben, während die wenigen Machthabenden ihre Geldhaufen schützen und vermehren, auf Seidenlaken schlafen und jeden Morgen Badezimmerarmaturen aus Gold betätigen. Und während ausgezehrte Kinder, die nur noch aus Haut und Knochen bestehen, in den Armen weinender Mütter sterben, sind die „Führer“ des Landes in politische Korruption verstrickt, durch die verhindert wird, dass gespendete Nahrungsmittel die hungernden Massen erreichen. 
    Niemand scheint die Macht zu haben, diese Umstände zu verändern, doch die Wahrheit ist, dass nicht die Macht das Problem ist. Niemand scheint den Willen dazu zu haben. Und so wird es immer sein, solange niemand die Notlage des anderen als seine eigene betrachtet. 
    Und warum tun wir es nicht? Wie können wir jeden Tag all diese schrecklichen Dinge mit ansehen und zulassen, dass sie weitergehen? 
    WEIL ES EUCH nicht kümmert. Es ist ein Mangel an Mitgefühl. Der ganze Planet steckt in einer Bewusstseinskrise. Ihr müsst entscheiden, ob ihr Mitgefühl füreinander habt.

    Aus: Gespräche mit Gott | Bd.2 | S.212/213 | von Neale Donald Walsch


    0 0


    aufgedeckt: verloren - gefunden

    Kunstfund in italienischer Küche
    Wie der Fiat-Arbeiter zu seinem Gauguin kam

    Hängt ein Gauguin in der Küche


    Italienische Fahnder haben in der Küche eines ehemaligen Fiat-Arbeiters Gemälde von Paul Gauguin und dessen Zeitgenossen Pierre Bonnard sichergestellt. Die wertvollen Werke wurden vor rund 40 Jahren gestohlen - und haben eine kuriose Odyssee hinter sich.
    Italiens Kulturminister Dario Franceschini (l.) und Einsatzleiter Mariano Mossa enthüllen auf einer Pressekonferenz in Rom zwei Gemälde, die italienische Fahnder vor einem Monat sichergestellt haben: einen Gauguin und einen Bonnard... nach einem Foto von AFP

    Umgerechnet 23 Euro, so viel hat ein Fiat-Mitarbeiter 1975 bei einer Fundsachen-Auktion der Bahn für zwei Gemälde bezahlt. Eines stammt vom weltberühmten Maler Paul Gauguin, das andere von seinem Zeitgenossen Pierre Bonnard. Die Bilder waren vor rund 40 Jahren in London gestohlen worden, wie die italienischen Kunstfahnder nun in Rom mitteilten. Vor einem Monat wurden die Werke demnach sichergestellt.

    Italiens Kulturminister Dario Franceschini präsentierte das auf einen Wert zwischen zehn und 30 Millionen Euro geschätzte Gemälde 



    "Fruits sur une table ou nature au petit chien" ("Früchte auf Tisch") von Gauguin, sowie 



    "La femme aux deux fauteuils" ("Die Frau mit den zwei Sesseln") von Bonnard bei einer Pressekonferenz. Der Bonnard wird auf 600.000 Euro geschätzt.

    Die beiden postimpressionistischen Bilder waren 1970 der reichen Londoner Familie Mark-Kennedy gestohlen worden. Die Erben könnten nun "ihr Eigentum zurückfordern", sagte Mariano Mossa, Leiter der weltweit renommierten Task Force der Carabinieri zum Aufspüren gestohlener Kunstwerke.

    Die Bilder seien "von historischer und künstlerisch außerordentlicher Bedeutung", sagte Mossa in Rom und schilderte die "abenteuerliche" Geschichte der wertvollen Gemälde. Demnach wurden die Bilder nach dem Diebstahl in einem Zug zwischen Paris und Turin zurückgelassen. Bei der Fundsachen-Auktion der Bahn gingen sie dann an den "kunstbegeisterten Fiat-Arbeiter", der die Gemälde an die Wand seiner Küche hängte. Erst in Turin, später in Sizilien.

    Die Kunstfahnder wurden auf den Fall aufmerksam, als sie Fotos von den Gemälden sahen. Ein Abgleich mit ihrer Datenbank zeigte, dass die Bilder darin nicht als gestohlen aufgelistet waren. Die "New York Times" sowie eine Tageszeitung aus Singapur hatten 1970 jedoch über den Diebstahl berichtet - und das brachte die Ermittler auf die richtige Spur.

    Der Fiat-Arbeiter musste laut Masso anschließend "über Anwälte"überzeugt werden, die Objekte den Ermittlern zu übergeben. Die Ermittlungen sind demnach noch nicht abgeschlossen. Bisher sei schließlich unklar, was genau zwischen dem Diebstahl und der Entdeckung der Bilder im Zug geschehen sei.

    Italien verfügt über eine weltweit renommierte Task Force zum Aufspüren gestohlener Kunstwerke. Nach Angaben ihres Leiters Mossa liegen die Umsätze des illegalen Kunstwerkes weltweit an vierter Stelle nach dem Waffen- und Drogenhandel sowie dem Handel mit Finanzprodukten. Die italienische Task Force verfügt mit rund 5,7 Millionen aufgelisteten Objekten über die größte Datenbank der Welt für gestohlene Kunst.


    aar/feb/dpa/AFP/SPIEGEL-ONLINE

    0 0



    Zwei Interviews zur evangelischen "Predigt"
    mit Kathrin Oxen,  Leiterin des Zentrums für evangelische Predigtkultur der EKD in Wittenberg

    Schrumpfen der "Vereinskirche" kein Verlust


    Bei einer guten Predigt 
    kommt die Kraft aus der biblischen Geschichte selbst. 
    Um die Menschen zu erreichen, sollten Prediger mehr von sich selbst reden: 
    "Es geht um Glaubwürdigkeit."

    VON MARTIN ROTHE | EVANGELISCH.DE


    Frau Oxen, Sie sind in Westdeutschland aufgewachsen, arbeiten aber seit neun Jahren im Osten. Hat das Ihren Blick auf die Kirche verändert?
    Kathrin Oxen: Ich muss sagen, ich habe im Osten jegliche Angst vor Schrumpfungsprozessen verloren! Die Kirche wird sich wohl auch im Westen zu einer Minderheit entwickeln. Aber ich finde das nicht besonders schlimm. Wenn man auf die ganze Geschichte schaut, wird einem klar: Es war eine Sondersituation, dass die Kirche in den letzten Jahrzehnten so reich und wichtig war. Vielleicht kommen wir jetzt allmählich dem wieder näher, was unser Gründer gemeint hat: Wir sind eben nicht der Mainstream, sondern sollen Salz der Erde sein!
    Sie sagen, Sie haben jede Angst vor Schrumpfungsprozessen verloren. Können Sie das am Beispiel von Ost und West näher erklären?
    Oxen: Ich habe keine Angst mehr davor, weil ich hier im Osten sehe: Das, was Kirche wirklich ausmacht, ist auch unabhängig von äußeren Bedingungen möglich. Den Gemeinden im Westen kann ein Blick nach "drüben" helfen, wesentliche von unwesentlichen Aufgaben der christlichen Gemeinden zu unterscheiden.
    Zum Beispiel?
    Oxen: Ich denke da an alles, was ins bloße Vereinsleben tendiert – wo der geistliche Inhalt kaum noch eine Rolle spielt. Das können Kaffeekränzchen sein, Ausflüge, Sport, Basare et cetera. Vieles davon kann in großen Landgemeinden des Ostens mangels Geld und Personal nicht stattfinden. Und das ist aus meiner Sicht auch kein großer Verlust. Denn das, was eine Gemeinde ausmacht, die an Gott und Jesus Christus glaubt, findet trotzdem statt.
    "Das Potential 
    des klassischen Gottesdienstes 
    ist nicht ausgeschöpft"

    Manche empfehlen, die Kirche solle mehr alternative Gottesdienstformen anbieten, zugeschnitten auf Milieus, die bisher kaum erreicht werden.
    Oxen: Das überzeugt mich wenig. Ich finde, unser Sonntagsgottesdienst ist eine wunderbare Sache, die nicht ständig variiert, sondern eher intensiviert werden muss – in der bestehenden Gestalt. Das Potential des klassischen Gottesdienstes ist nicht ausgeschöpft. Es braucht keine Zielgruppen-Gottesdienste, wenn die Liturgie und Predigt gut gestaltet ist und die, die kommen, gut bedacht sind – auch die Kinder. Und ansonsten ist meine Erfahrung hier im Osten auch: Es gibt eben einfach Leute, die haben keine Sinnfragen – und sind trotzdem zufrieden. Es fehlen manchmal eben nicht nur die Angebote, sondern die Nachfrage.
    Sie leiten in Wittenberg das "Zentrum für Predigtkultur" der EKD. Wollen Gottesdienstteilnehmer heute überhaupt noch angepredigt werden?
    Oxen: Natürlich nicht. Sondern sie wollen Predigten hören, die etwas mit ihnen und ihrem Leben zu tun haben – und vor allem auch etwas mit dem Leben der Predigerin. Es geht um Glaubwürdigkeit. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Prediger immer noch sehr zurückhaltend sind, auch eigene Dinge in der Predigt öffentlich zu machen.
    Ist das wirklich so? Oft bekommen die Hörer ja eine ganze Menge Beispiele aus dem Pfarrhaus aufgetischt.
    Oxen: Es gibt auch so eine Pseudo-Authentizität, die gerade nichts blicken lässt, sondern eher etwas inszeniert. Wir versuchen zu fördern, dass die Prediger wirklich auch von sich selbst reden. Und zwar in der Unterscheidung von "privat" und "persönlich". Niemand möchte Details aus dem Privatleben der Pfarrerin hören. Aber was sie persönlich in der Auseinandersetzung mit dem Bibeltext erlebt, hören die Menschen schon ganz gern.
    Kann die alte biblische Sprache heutige Menschen überhaupt noch erreichen?
    Oxen: Na klar! Die kann das oft sogar besser als die Predigtsprache. Ich persönlich habe als Predigerin oft das Gefühl, ich bin nur dazu da, um den Bibeltext richtig zur Wirkung zu bringen – mehr muss ich eigentlich gar nicht machen. Die Kraft kommt ja nicht aus mir, sondern aus den Geschichten, die da erzählt werden.
    "Eine gute Predigt 
    sollte so beschaffen sein,
    dass sie in den Köpfen der Menschen 
    Bilder erzeugt"

    Wie kann die evangelische Kirche als eine "Kirche des Wortes" in einer Zeit der Bilder bestehen?
    Oxen: Das Wort hat ja weiterhin Bedeutung. Denken Sie nur daran, wie manchmal ein Satz aus einer Rede Menschen und politische Verhältnisse bewegen kann! Wenn Prediger den Bildern ein bisschen Konkurrenz machen wollen, sollten sie schauen, dass ihre Sprache nicht zu abstrakt ist, sondern bilderreich. Eine gute Predigt sollte so beschaffen sein, dass sie in den Köpfen der Menschen Bilder erzeugt, die ihnen noch lange nachgehen und bei ihnen bleiben.
    Und die Inhalte? Wie sollte christliche Rede in einer nachchristlichen Zeit aussehen?
    Oxen: Da sehe ich zwei unterschiedliche Bereiche: Nach innen – für die Kirchennahen – sollte die Predigt geistliche Nahrung und Stärkung geben. Sie sollte ermöglichen, dass die Leute weiterkommen, dass sie ihre positiven und negativen Erfahrungen im Glauben und Leben integrieren können.Aber nach außen hin darf unsere Rede gern auch mal beunruhigen, aufstören, befremden! Sie sollte nicht immer so erwartbar sein. Wir sollten in der Predigt nicht den gesamtgesellschaftlichen Konsens einfach nochmal wiederholen, sondern auch mal sperrige, ungewohnte Aussagen wagen.
    Woran denken Sie da zum Beispiel?
    Oxen: (überlegt) Mich beeindruckt der neue Papst Franziskus: Mit seinem oft überraschenden Verhalten zeigt er, dass es immer auch anders geht, als man erwartet. Vonseiten der evangelischen Kirche erlebe ich das derzeit weniger. Deren prophetisches Element steht gerade auf Stand-by...
    "Die Zeit der großen 
    ethischen und politischen Predigt 
    scheint vorbei zu sein"

    Bei welchem Thema würden Sie mal richtig auf die Pauke hauen?
    Oxen: Die Zeit der großen ethischen und politischen Predigt scheint vorbei zu sein. Ich frage mich: Was kommt jetzt? Leben wir wirklich schon in der besten aller möglichen Welten? Das Anstößige der biblischen Botschaft wird momentan eher glattgebügelt. Oder fällt unter den Tisch. Ich denke da zum Beispiel an die Situation der Asylbewerber und "Illegalen" hier, an die Flüchtlingskinder in Syrien oder an die Migranten an Europas Außengrenzen. Da sind wir als Kirche relativ still. Ich würde mir wünschen, dass unser Blick mal ein bisschen über den innerevangelisch-deutschen Tellerrand hinausgeht!
    Sie selbst waren mehrere Jahre Pfarrerin in Mecklenburg. Wie sah bei Ihnen die ideale Vorbereitung auf eine Predigt aus?
    Oxen: Ich finde es sinnvoll, schon am Montag mal den Bibeltext für die Sonntagspredigt anzuschauen, Hintergründe nachzulesen und dann die folgenden Tage mit dem Text "schwanger zu gehen". Ich versuche dann, das, was ich unter der Woche erlebe – Gespräche, Begegnungen, Weltereignisse – zu dem immer wieder meditierten Predigttext in Beziehung zu setzen. Das ist ja ein klassisches Modell: In der einen Hand die Bibel, in der anderen Hand die Zeitung! Wenn man damit erst am Samstagmittag anfängt, dann ist das nicht das Gleiche. Deshalb sind viele Predigten auch so entfernt von der Situation der Zuhörer. So eine Predigt muss allmählich wachsen und zwischendurch ruhen.
    Ihr Wittenberger "Zentrum für Predigtkultur" hat ein besonderes Projekt für Jugendliche entwickelt: "Jugend predigt". Es findet jetzt das dritte Mal statt. Was hat es damit auf sich?
    Oxen: Bei "Jugend predigt" arbeiten wir jedes Jahr mit zehn Jugendlichen an einer von ihnen verfassten Predigt, am Text und am Auftreten. Wir möchten sehen, was eigentlich die theologische Meinung von Jugendlichen ist und wie sie die zur Sprache bringen. Das kommt ja sonst in der Jugendarbeit oft zu kurz. Wir haben dabei immer wieder festgestellt, dass Jugendliche sehr tiefgründig und glaubwürdig predigen können. Sie stehen uns Erwachsenen in nichts nach. Sie haben tollen Zugang zu biblischen Texten!
    Und wie kommt das bei Gleichaltrigen an?
    Oxen: Die Jugendlichen aus unserem Workshop haben auch vor Konfirmanden gepredigt. Da gab es eine ganz hohe Aufmerksamkeit, weil die Konfis gemerkt haben: "Das sind Leute, die sind gar nicht soviel älter als wir und trotzdem stellen die sich da vorne hin und erzählen uns, was ihnen wichtig ist!" So eine Erfahrung wäre auch gut für andere Predigtsituationen – dass die Hörer das Gefühl haben: "Die Prediger sind nicht weit von uns weg. Die sind nahe bei uns. Die kennen unser Leben."
    Was war denn das überraschendste Kompliment für eine Ihrer Predigten?
    Oxen: Das habe ich von meinem 27-jährigen Bruder bekommen, der nicht besonders kirchlich ist. Er hörte mal eine meiner Predigten. Hinterher sagte er mir: "Du predigst immer so demokratisch!" Das fand ich gut. Das ist eben das Gegenteil von Anpredigen. Er hat sich mit hineingenommen gefühlt und mir gesagt: "Du hast mir als Zuhörer Freiheit gelassen, mich einzuklinken oder auch nicht. Du hast keine bloßen Behauptungen aufgestellt, mich nicht versucht zu überreden." Das hat mir gut gefallen.

    S!NEDi: phot|graphic: gekänzeltes

    ...........................................

    Predigen in der Fastenzeit
    "Was heißt: Gott ist Liebe?"

    "Ohne große Worte"

    Die Leiterin des Zentrums für evangelische Predigtkultur zur vieldiskutierten Fasteninitiative

    "Absurd", "Unfug", "Die haben einen Knall": Das Zentrum für evangelische Predigtkultur in Wittenberg hat ordentlich Kritik für seine diesjährige Fasteninitiative einstecken müssen. Den Geistlichen wird darin empfohlen, in der Zeit vor Ostern auf Schlagworte zu verzichten, aus denen die Inhalte "längst ausgewandert" seien. Dazu zählen auch Begriffe wie Gott, Jesus, Auferstehung und Gnade.

    VON BERND BUCHNER | EVANGELISCH.DE


    Mit der Initiative soll an das diesjährige Motto der evangelischen Fastenaktion "Selber denken - sieben Wochen ohne falsche Gewissheiten" angeknüpft werden. Die Leiterin des Zentrums, Kathrin Oxen, äußert sich im Interview mit evangelisch.de über das Ansinnen der Aktion sowie die öffentlichen Reaktionen darauf. Neben dem Bekenntnis müsse jede Predigt auch Fragen und Zweifel zulassen, so die Theologin. Und: Ohne Einfühlungsvermögen und Emotionalität geht es nicht.




    Frau Oxen, die Aktion "Ohne große Worte" hat ein beträchtliches Echo ausgelöst. Waren Sie überrascht?
    Kathrin Oxen: Wir waren einerseits erfreut – grundsätzlich ist es gut, dass es so viel Aufmerksamkeit gibt. Wir haben schon alle 1.500 Postkarten verschickt, die gedruckt wurden. Auf der anderen Seite waren wir erschreckt über die ablehnenden Reaktionen. Vieles war undifferenziert. Offenbar ist es nicht ganz gelungen, unser eigentliches Anliegen zu kommunizieren.
    Was genau hat Sie an der Berichterstattung gestört?
    Oxen: Unsere Grundidee war, dass es sehr viele Begriffe gibt, die in Predigten wie Platzhalter funktionieren, ohne dass ihre konkrete Bedeutung erläutert wird. Insgesamt nennen wir ja 49 Begriffe. Das wurde dann auf "Gott" und "Jesus" zugespitzt, aber diese Begriffe stehen gar nicht so sehr im Mittelpunkt. Uns geht es darum, Begriffe wie "Gnade", "Hoffnung" oder "Barmherzigkeit" zu hinterfragen, die gerne am Ende von Predigten im Modus der Behauptung verwendet werden. Da möchte man doch manchmal nachfragen: Was soll das jetzt für mich persönlich heißen, dass Gott die Liebe ist? Und auch für Predigerinnen und Prediger ist es ganz gut, mal zu überlegen: Glaube ich mir das eigentlich gerade selbst? Inspiriert wurden wir dabei auch von dem Spiel "Tabu": Da geht es darum, Dinge sehr genau zu beschreiben, ohne das eigentliche Wort dafür zu benutzen.
    Sie orientieren sich an dem französischen Soziologen Bruno Latour. Er sagt, der Sinn für große Worte sei uns abhanden gekommen. Wie begründet er das?
    Oxen: Latour fragt, wie man es schafft, das Vertraute und Wohlbekannte neu zu sagen. Ein gutes Beispiel ist eine Liebesbeziehung, in der man ja auch nicht immer mechanisch auf die Frage "Liebst du mich?" - "Ich liebe dich" antworten kann, sondern herausgefordert ist, das neu zur Sprache zu bringen, damit es der andere glauben kann. Dies war das Bild, das wir im Kopf hatten: das, was jeder weiß, noch einmal neu zu sagen.
    "Wenn man keinen mehrheitlich christlichen Kontext 
    mehr voraussetzen kann, 
    ist die Herausforderung größer, 
    verständlich zu sprechen"

    Wäre es nicht gerade Aufgabe der Prediger, den Sinn der Worte wieder neu zu schärfen?
    Oxen: Genau darum geht es ja. Hier in Wittenberg beobachten wir im ostdeutschen Kontext, dass man zum Beispiel "Auferstehung" sagen kann, aber noch lange nicht alle wissen, was damit gemeint ist. Das ist häufig so, wenn man keinen mehrheitlich christlichen Kontext mehr voraussetzen kann. Da ist die Herausforderung größer, verständlich zu sprechen – und präzise zu sagen, was man meint, auskunftsfähig zu sein. Da ist man schon als Kind oder Jugendlicher gefragt, etwa wenn man als einziger aus dem Jahrgang zur Konfirmation geht.
    Kritik an der Aktion kam vor allem aus eher evangelikal geprägter Richtung. Tut sich da eine Bruchlinie im deutschen Protestantismus auf?
    Oxen: Das ist schwer zu sagen. In der Tat ist es so, dass es von landeskirchlicher Seite und von der Zielgruppe, die wir ansprechen wollten, nämlich Pfarrerinnen und Pfarrer, kaum Kritik gab, sondern viel Begeisterung. Dahinter stecken sicherlich auch unterschiedliche Arten zu glauben. Eine Richtung setzt vor allem auf Bestätigung, die andere hinterfragt eher. Im angloamerikanischen Sprachraum unterscheidet man zwischen "confession belief" und "question belief", bekennender Glaube und fragender Glaube. Ich finde: Jede Predigt sollte beide Aspekte enthalten. Man darf sich doch nicht von vornherein abschließen gegenüber den Fragen und Zweifeln, die Menschen haben.
    "Im evangelischen Bereich 
    werden eher ethische Forderungen erhoben, 
    anstatt die eigene Berührung auszudrücken"

    Sie attestieren Papst Franziskus, er habe eine sehr gute Predigtsprache. Gibt es auch Beispiele auf evangelischer Seite?
    Oxen: Der Sprachkritiker Wolf Schneider hat ja neulich geschimpft über die "Imponiervokabeln" von Kirchenoberen. Natürlich gibt es eine sehr gute Predigtsprache auch auf evangelischer Seite. Aber je staatstragender es wird, desto mehr setzt man auf Begriffe. Emotionen anzusprechen, gelingt dann meistens nicht. Was den Papst angeht, hat mich sehr beeindruckt, wie jemand ein Thema wie das Schicksal von Flüchtlingen auch einmal emotional anspricht. Im evangelischen Bereich werden dann eher ethische Forderungen erhoben, anstatt die eigene Berührung auszudrücken.
    Was wäre also Ihr Wunsch an die evangelischen Prediger?
    Oxen: Wir dürfen es nicht bei Betroffenheit und Behauptung belassen, sondern müssen sehen, Themen so zu beschreiben, dass die Menschen nicht kaltgelassen werden. Wie schaffe ich es, dass sie mir zuhören? Es geht um Einfühlungsvermögen und Emotionalität, die man schärfen kann. Natürlich gibt es viele Beispiele engagierter Predigt, keine Frage. Aber nach solchen, die mich wirklich berühren, halte ich Ausschau.
    _____________________________________
    Kathrin Oxen
    geboren 1972 in Neustadt in Holstein - ist Leiterin des Zentrums für evangelische Predigtkultur in Wittenberg. Von 2004 bis 2011 war sie Pastorin der evangelisch-reformierten Kirche in Mecklenburg mit Sitz in Bützow und absolvierte von 2008 bis 2010 die "Meisterklasse Predigt" des Ateliers Sprache e.V. in Braunschweig. Für ihre Predigten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Predigtpreis des Verlags für die deutsche Wirtschaft in der Kategorie "Beste Predigt 2009".







    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    Liebe Leser: Es hat bestimmt niemand etwas dagegen, wenn Sie sich ein Beispiel nehmen: Und ganz für sich - so wie Ihnen "der Schnabel gewachsen ist" - schon am Montag mal den Bibeltext für die Sonntagspredigt anschauen (finden Sie mit ein paar Clicks im Internet - zum Beispiel hier ...: für den kommenden Sonntag lautet der Predigttext: Hebräer 13, 12-14: "Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir." ) - und dazu Hintergründe nachlesen, um dann die folgenden Tage mit dem Text, wie Pastorin Oxen sagt, "schwanger zu gehen". Und wenn Sie dann versuchen, das, was Sie unter der Woche erleben – Gespräche, Begegnungen, Weltereignisse – zu dem immer wieder meditierten Predigttext in Beziehung zu setzen - haben Sie sich Ihre ureigenste Predigt zusammengebastelt: Das ist bestimmt sehr erhellend - auch spirituell in Ihnen - im wahrsten Sinne des Wortes: "im Geiste" - und Sie werden bemerken, wie Ihnen Hilfe geradezu zufliegt - Hilfe für das rechte Wort zur rechten Zeit am rechten Platz - ja - da spüren Sie quasi am eigenen Leibe und "im eigenen Geiste" - den Heiligen Geist "in action" ... - dazu müssen Sie gar nicht studiert haben - vielleicht ganz im Gegenteil ... - und dann gehen Sie eventuell am Sonntag in Ihren Gemeindegottesdienst - und hören und vergleichen mal - und diskutieren vielleicht beim Predigtnachgespräch ruhig und selbstbewusst einmal mit ...: Und wenn das am Sonntag nicht klappen sollte: Hier eine preisgekrönte Predigt zu dem Text - als Vergleich ... - Vergelt's Gott ...


    0 0

    Jane Goodall mit Schimpanse: photo|graphic nach einem DPA-Foto






    Vor 80 Jahren

    3. April 1934 - Primatenforscherin Jane Goodall wird geboren:

    Ein Leben mit und für Schimpansen

    Jeder Schimpanse
    ist eine Persönlichkeit
    für sich ...

    Die Wiege der Menschheit stand aller Wahrscheinlichkeit nach in Afrika. Dort, wo heute noch unsere genetisch engsten Verwandten im Tierreich leben, trennte sich offenbar der Evolutionszweig der Gattung "homo" von dem der Menschenaffen. Die überzeugendsten Fossilien-Beweise zum Beleg der "Out of Africa"-Theorie entdecken die Paläoanthropologen Louis und Mary Leaky vor 55 Jahren in Tansania.

    Damals stellt sich eine 26-jährige Engländerin bei Louis Leakey vor. Jane Goodall hat weder studiert noch irgendwelche wissenschaftliche Erfahrung, sprüht aber so vor Interesse, dass der berühmte Forscher sie als Assistentin engagiert. Bei seinen prähistorischen Studien interessiert sich Leakey besonders für das Leben von Primaten. Als er seiner Assistentin vorschlägt, in einer Langzeitstudie das Verhalten von Schimpansen zu erforschen, hat Jane Goodall ihre Lebensaufgabe gefunden.

    Teilnehmende Beobachterin

    Sie geht in den Dschungel zu den wilden Tieren, das steht für die am 3. April 1934 geborene Jane schon als Zehnjährige fest. Ein Studium kann ihr die geschiedene Mutter jedoch nicht finanzieren. So arbeitet Jane Goodall nach der Handelsschule als Sekretärin und als Redaktionsassistentin eines Dokumentarfilmers. Als eine Freundin sie auf eine Farm in Afrika einlädt, verdient sich Goodall als Kellnerin das nötige Geld und macht sich auf die Reise, die sie 1960 zu Louis Leakey führt. Die behördliche Genehmigung für das ihr offerierte Schimpansen-Projekt erhält die junge Frau aber erst, nachdem sich ihre Mutter bereit erklärt, sie in den ersten Monaten zu begleiten.

    Begleitet vom Hohn der Fachwelt bezieht Jane Goodall ihr primitives Lager im Dschungel des Gombe-Nationalparks. Entgegen aller Praxis der Feldforschung versteckt sich die Autodidaktin nicht vor der Schimpansenkolonie, sondern erprobt, was sie "teilnehmende Beobachtung" nennt. Sechs Monate muss sie durchhalten, bis die Affen nicht mehr fliehen oder drohen, sondern beginnen, die Frau als Dauergast in der Gruppe aufzunehmen. Dass Goodall ihren "Chimps" eine Persönlichkeit zuerkennt und ihnen Namen statt Nummern gibt, lässt die Experten der Verhaltensforschung noch mehr an ihrer Qualifikation zweifeln.

    Krieg und Mord unter Schimpansen

    Mit völlig neuen Erkenntnissen bringt Jane Goodall die Kritik schnell zum Schweigen. Sie beobachtet soziales Verhalten der Schimpansen, sieht, wie die vermeintlich vegetarischen Primaten Fleisch fressen und Äste als Werkzeug benutzen. Schon 1964 kann Goodall ihr kleines Camp zum Forschungszentrum ausbauen und mit einer sehr selten gewährten Ausnahmeregelung an der Universität Cambridge promovieren. In den 70er Jahre kommt es in ihrer Schimpansenkolonie zum Krieg. Goodall wird Zeuge von Kindsmorden und Kannibalismus und erkennt, dass ihre Freunde "unter bestimmten Umständen genauso brutal sein konnten (wie Menschen), und dass sie auch eine dunkle Seite in ihrer Natur hatten".

    Jane Goodalls Studien, in denen sie viele Parallelen im Fühlen und Verhalten von Schimpansen und Menschen belegt, revolutionieren die Primatenforschung. 1977 gründet sie das "Jane Goodall Institute", dass sich mit Büros in aller Welt für den Schutz und mehr Rechte von Menschenaffen einsetzt. Mitte der 80er Jahre beendet die Forscherin ihre "teilnehmende Beobachtung" im tansanischen Dschungel und engagiert sich seither auf unzähligen Reisen für den Naturschutz. 2002 wird Jane Goodall zur Friedensbotschafterin der UN ernannt, mit der Jubiläumsmedaille der UNESCO ausgezeichnet und in die Französische Ehrenlegion aufgenommen.

    Text- und Bildquelle: WDR | Stichtag

     ..........................................
    Jane Goodall - nach einem Foto von Dirk von Nayhauss | chrismon


    "Die Verbindung zwischen Gehirn und Herz ist getrennt" ... 

    Sie hatte mindestens 30 Mal Malaria, reist an etwa 300 Tagen im Jahr durch die Welt und ist froh, dass sie die Gegenwart der spirituellen Kraft nicht verneint: die Wissenschaftlerin Jane Goodall.

    von DIRK VON NAYHAUSS | chrismon.evangelisch.de


    In welchen Momenten fühlen Sie sich lebendig?
    Wenn ich irgendwo draußen in der Natur bin. Wenn ich mit einem Hund am Strand entlangwandere, auf Klippen oder durch den Wald – ich will dann keine Zivilisation sehen. Manchmal muss ich mir etwas vormachen, denn vielleicht ist eine Straße nah, aber ich will sie wenigstens nicht sehen. Ich fühle dann ­einen Frieden in mir, bin weit weg von dem fürchterlichen Rattenrennen des modernen Lebens. Ich bekomme Abstand zu den Zerstörungen, die der Mensch in der Natur anrichtet, und fühle mich mit ihr verbunden. 
    Was kann der Mensch von Schimpansen lernen?
    Ich habe beobachtet, wie Schimpansen mit ihren Jungen herumtollen, und als ich selbst Mutter wurde, wollte ich diese Freude auch mit meinem Sohn empfinden. Schimpansen führen uns auch vor Augen, wie prägend die ersten Erfahrungen eines Kindes sind, wie enorm wichtig eine gute Mutter ist. Am Verhalten der Jungtiere kann man sehen, ob sie eine gute oder weniger gute Mutter haben. Eine gute ist liebevoll und verspielt. Sie ist tolerant, kann aber auch für Disziplin sorgen. Sie beschützt und unterstützt ihr Junges, ist aber nicht übermäßig beschützend.
    An welchen Gott glauben Sie?
    An keinen speziellen, aber ich spüre etwas, das transzendent ist. Ich fühle das sehr stark, wenn ich draußen in der Natur bin: diese gegenseitige Verbindung, diese Lebenskraft. Ich weiß nicht, ­warum Menschen die Gegenwart dieser spirituellen Kraft oft so heftig verneinen wollen. Ich bin froh, dass ich sie nicht verneine. Und der Glaube hilft in schwierigen Zeiten. Wenn du daran glaubst, dass dieses Leben nicht die einzige Chance ist, die wir bekommen, ist es leichter, manches hinzunehmen. Wir brauchen Hilfe, um durch dieses Leben zu kommen.
    Hat das Leben einen Sinn?
    Ich will den Menschen Hoffnung geben. Deswegen reise ich 300 Tage im Jahr durch die Welt. Eigentlich verrückt, aber ich habe viel Energie. Wir haben die Weisheit verloren, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Verbindung zwischen unserem allzu klugen Gehirn und dem Herzen ist getrennt. Der Intellekt des Menschen hat sich in den vergangenen Jahrtausenden geradezu explosiv entwickelt. Doch das intelligenteste Wesen, das je den Planeten bevölkert hat, zerstört nun sein einziges Zuhause. Immer geht es nur ums Geld. Klüger wäre es zu fragen, wie eine heutige Entscheidung das Leben meiner Kinder, Enkel und Großenkel beeinträchtigen könnte.
    Muss man den Tod fürchten?
    Ich hatte mindestens 30-mal Malaria, einmal vermutlich auch Denguefieber, und da war ich zum Teil nahe dran zu sterben. Ich hatte aber keine Angst. Ich glaube, dass der Tod ein großes Abenteuer ist. Ich will nicht sterben, aber ich bin total neugierig. Wir wissen ja nicht, was kommt! Ich habe das Gefühl, dass der Tod nicht das Ende ist, dass es irgendwie weitergeht. Als mein zweiter Ehemann starb, hatte ich eines Nachts ein sehr merkwürdiges ­Erlebnis. Es war, als wäre Derek im selben Raum, und er erzählte mir lauter sehr positive Dinge. Ich dachte, ich müsse ­das aufschreiben, doch dann hörte ich ein lautes, stürmisches Rauschen und alles um mich herum wurde schwarz. Es fühlte sich an wie der Tod. Noch immer dachte ich: Ich muss das aufschreiben – es gelang mir nicht. Aber es blieb ein Gefühl des Friedens, der Ruhe. Seitdem kann ich seinen Verlust viel besser annehmen.
    Jane Goodall belegte den Werkzeuggebrauch der Schimpansen | nach einem Foto von: nationalgeographic.de

    Sind Schimpansen dem Menschen wirklich so ähnlich?
    Ja, sie sind uns sehr ähnlich, für mich sind Schimpansen eigentlich keine Tiere. Sie sind einander zugewandt, sie halten sich an den Händen; sie können aber auch brutal sein und sogar Art­genossen töten. In dem Film „Schimpansen“ kann man die gute, altruistische Seite sehr schön beobachten, wenn Freddy den ­kleinen Oskar adoptiert. Das alte Männchen trägt Oskar auf ­seinem Rücken herum, knackt Nüsse für ihn und teilt nachts sein Nest mit ihm. Schimpansen können Empathie zeigen, ich bin mir sicher, dass Freddy Mitgefühl für Oskar empfindet.
    Welchen Traum möchten Sie sich noch unbedingt erfüllen?
    Ich habe einen unerfüllbaren Traum, aber ich träume gerne von dem Unmöglichen. Ich will eine kritische Masse von Kindern, die verstehen, dass wir Geld zum Leben brauchen, aber nicht für Geld leben sollten.
    Jane Goodall, DBE (Order of the British Empire), mit vollem Namen Dame Valerie Jane Goodall (* 3. April 1934 in London) ist eine Verhaltensforscherin, die 1960 begann, das Verhalten von Schimpansen im Gombe Stream National Park in Tansania zu untersuchen. Um für den Erhalt der Habitate der Primaten und damit für den Schutz ihrer Arten zu werben, gründete sie das Jane-Goodall-Institut, das Behandlung und Verständnis der Primaten durch öffentliche Bildung und rechtliche Vertretung zu verbessern sucht, die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden stärken will, und junge Leute für diese Aufgaben gewinnt und ausbildet.Goodall ist neben Dian Fossey (Gorillas) und Biruté Galdikas (Orang-Utans) eine von drei Frauen, die auf Anregung des Paläontologen Louis Leakey Anfang der 1960er-Jahre Langzeitstudien über Menschenaffen begannen. Leakey hoffte, von diesen Verhaltensbeobachtungen Rückschlüsse auf das Verhalten der Vormenschen ziehen zu können. (WIKIPEDIA)
    ............................................................................
    Jane Goodall mit ihrem "Lebensgefährten" Mr. H - nach einem Foto von:  WIKIPEDIA
    The true Story of Mr. H

    Mr. H ist jener berühmter Stoffaffe und Jane Goodalls Maskottchen, der sie seit vielen Jahren auf ihren Vortragsreisen um die ganze Welt begleitet. Über seinen “Hintergrund” berichtet Jane Goodall folgendes:
    “Mr. H ist nicht irgendein Stofftier, er hat eine kleine Geschichte zu erzählen. Es begann alles im Jahre 1996, als Mr. H – das Original – mir zu meinem Geburtstag von meinem engen Freund Gary Haun überreicht wurde. Gary hat sein Augenlicht im Alter von 25 Jahren bei den U.S. Marines verloren. Trotzdem behielt er seinen Mut und seine Lebenslust und ließ sich durch seine Erblindung nicht unterkriegen. Als Gary sich entschloss Magier zu werden, sagte man ihm, dass er niemals so gut sein könnte wie seine sehenden Kollegen. Aber letztendlich wurde er einer der besten Magier überhaupt. Er macht Shows für Kinder, die nicht einmal bemerken, dass er blind ist. Er erzählt ihnen auch von all den anderen Dingen, die er gelernt hat: Gerätetauchen, Langlaufen, Blindengolf, Judo, Karate, um nur ein paar seiner Vorlieben und Fähigkeiten zu nennen. Seine überzeugende Botschaft ist:  ’Gib niemals auf, wenn etwas schief läuft in Deinem Leben. Arbeite hart und Du kannst die meisten Hindernisse überwinden.’ 
    Gary dachte, dass er mir mit dem Original-Mr. H einen Schimpansen überreichen würde. Aber nicht nur, daß die Farbe nicht stimmte, die war nämlich Grau… Ich gab ihm Mr H´s Schwanz in die Hand und lachte: ‘Du hast keine Ausrede, Gary. Schimpansen haben nämlich keinen Schwanz.’ ‘Macht nichts’, meinte Gary vollkommen ungerührt, ‘nimm ihn mit, wohin auch immer Du gehst und Du weißt, ich bin im Geiste bei Dir.’ 
    Bis jetzt hat Mr. H über 70 Länder mit mir besucht und wurde von etwa 2 Millionen Menschen auf der ganzen Welt berührt, die ihn alle streicheln wollen, wenn ich auftrete. Ich erzähle überall, dass, wenn man ihn berührt, ein bisschen jener Inspiration, die ich von Gary bekomme, auf einen abfärbt. Damit  zaubert Mr. H uns ein Lächeln ins Gesicht und wir brauchen einfach mehr Lächeln.“

    Im Sommer 2012 war Mr. H  „auf Kur“ in Deutschland – in einer Teddy-Klinik in Duisburg und geht nun wieder frisch und „rundum-erneuert“ mit Jane auf Reisen.

    http://www.janegoodall.de/roots-shoots/

    0 0


    WENN DU DEIN höchstes Lebensglück aus Erfahrungen beziehst, die nur in der äußeren Welt – der physischen Welt außerhalb deiner selbst – zu erlangen sind, wirst du nie aufgeben wollen, von allem, was du aufgehäuft hast, um dich damit glücklich zu machen.

    Und solange die „Besitzlosen“ ihr Unglück an den Mangel von materiellen Dingen geknüpft sehen, werden auch sie sich in dieser Falle verfangen. Sie werden ständig haben wollen, was du hast, und du wirst dich konstant weigern, es
    mit ihnen zu teilen.





    Die "spirituelle" Lösung

    Deshalb habe ich an früherer Stelle gesagt, dass es einen Weg gibt, Kriege wirklich auszuschalten – und alle Erfahrungen von Unruhe und mangelndem Frieden. Aber dieser beinhaltet eine spirituelle Lösung.

    • Letztlich lässt sich jedes geopolitische Problem sowie auch jedes persönliche Problem auf ein spirituelles Problem zurückführen.
    • Alles im Leben ist spirituell, und daher haben alle Probleme des Lebens eine spirituelle Basis – und sind spirituell zu lösen.
    • Kriege werden auf eurem Planeten geführt, weil jemand etwas hat, was ein anderer haben will. Das bringt jemanden dazu, etwas zu tun, was jemand anders ihn nicht tun lassen möchte.
    • Jeder Konflikt entsteht aus einem fehlgeleiteten Verlangen. Der einzig dauerhafte Friede in der Welt ist der Friede im Innern.
    • Lasst jede Person inneren Frieden finden. Wenn du inneren Frieden findest, stellst du fest, dass du auch ohne alle diese Dinge auskommst.
    • Das bedeutet einfach, dass du die Dinge der äußeren Welt nicht mehr brauchst. „Nicht zu brauchen“ bedeutet große Freiheit. Es befreit dich als erstes von der Angst: Angst, dass es da etwas gibt, was du nicht haben wirst; Angst, dass du etwas, was du hast, verlieren wirst; und Angst, dass du ohne ein bestimmtes Ding nicht glücklich werden kannst.
    • Zweitens befreit es dich von der Wut. Wut ist die Verkündung von Angst. Wenn du nichts zu fürchten hast, hast du nichts, worüber du wütend werden musst.
    • Du wirst nicht wütend, wenn du etwas nicht bekommst, was du möchtest, weil dein Wunsch nur eine Vorliebe, aber keine Notwendigkeit bedeutet. Deshalb verbindest du keine Angst mit der Möglichkeit, dass du es vielleicht nicht bekommst. Und somit kommt auch keine Wut auf.
    • Du wirst nicht wütend, wenn du andere etwas tun siehst, was sie deinem Wunsch nach nicht tun sollen, weil für dich keine Notwendigkeit besteht, dass sie irgend etwas Bestimmtes tun oder nicht tun. Somit kommt keine Wut auf. Du wirst nicht wütend, wenn andere unfreundlich sind, weil für dich keine Notwendigkeit besteht, dass sie freundlich sind. Du wirst nicht wütend, wenn andere lieblos sind, weil für dich keine Notwendigkeit besteht, dass sie dich lieben. Du hast keine Wut, wenn jemand grausam oder verletzend ist oder dir zu schaden sucht, denn für dich besteht keine Notwendigkeit, dass er sich anders verhält, und dir ist klar, dass du nicht verletzt oder geschädigt werden kannst. Du hast noch nicht einmal Wut, wenn dir jemand nach dem Leben trachten sollte, denn du hast keine Angst vor dem Tod.
    • Ist dir die Angst genommen, kann dir alles andere genommen werden, und du wirst keine Wut empfinden.
    • Du weißt innerlich, dass alles, was du geschaffen hast, wiedererschaffen werden kann oder dass es – was noch wichtiger ist – keine Rolle spielt.
    • Wenn du inneren Frieden findest, kann weder die Anwesenheit noch die Abwesenheit, das Vorhandensein oder das Nichtvorhandensein irgendeiner Person, eines Ortes oder eines Dings, eines Zustands, Umstands oder einer Situation der Schöpfer eines Bewusstseinszustandes oder die Ursache deiner Seinserfahrung sein.
    • Das bedeutet nicht, dass du alle Dinge des Körpers ablehnst. Weit gefehlt. Du erfährst und erlebst wie nie zuvor, wie du dich ganz und gar in deinem Körper befindest und das sich damit verbindende Vergnügen.
    • Doch deine Beschäftigung mit den Dingen des Körpers ist freiwillig, kein Muss. Du wirst die Erfahrung von Körperempfindungen machen, weil es deine Wahl ist, nicht weil es erforderlich ist, damit du dich glücklich fühlst oder von Traurigkeit loskommst.
    • Diese eine simple Veränderung – den Frieden im Innern suchen und finden – könnte, wenn sie von jedermann unternommen würde, alle Kriege enden, Konflikte ausschalten, Ungerechtigkeiten verhindern und der Welt immerwährenden Frieden bringen.
    • Weder ist dazu ein anderes Rezept nötig, noch ist ein anderes möglich. Der Weltfriede ist eine individuelle, eine persönliche Angelegenheit!

    Es ist keine Veränderung der Umstände nötig, sondern eine Veränderung des Bewusstseins.




    ... aus N. D. Walsch, Gespräche mit Gott, Band 2, S. 230-232 | Bildmaterial: S!NEDi|photo|graphic

older | 1 | .... | 31 | 32 | (Page 33) | 34 | 35 | .... | 129 | newer