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    S!NEDi|photo|graphic

    Der Theologe Klaus-Peter Jörns zu

    TOD UND AUFERSTEHUNG

    Gedanken zu Karfreitag-Nachmittag und Ostermorgen



    Was unsere Zukunft angeht, ist für mich entscheidend, dass zusammen mit dem sich entfaltenden Geist auch die gelebte Liebe nicht verloren geht, wenn wir sterben. Denn unsere Angst vor dem Tod hängt mit der Angst zusammen, es könnte wirklich »alles aus sein«, nichts bleiben von Liebe und Geist, wenn (geliebte) Menschen sterben und verwesen (oder verbrannt werden). 


    S!NEDi|photo|graphic: Karfreitag - Todesstunde


    Betrachten wir die Abfolge, in der biologisches Leben wird, stirbt und neu wird, können wir die Hoffnung denken, dass sich auch in unserem Sterben eine Metamorphose vollzieht. In ihr wird alles vergehen, was konkrete »leibliche« Gestalt geworden ist. Die Gestalt schaffenden Potenzen Geist und
    Liebe aber werden nicht vergehen, sondern mitwirken an der Entstehung neuer Gestalten von Leben »danach«. Sie sind ja die Kraft, aus der »alles« geworden ist. 

    Für diese gewisse Zuversicht steht für mich »Auferstehung« als bewegtes Bild. Auferstehung ist also Teil der Creatio continua des Geistes. Deshalb kann sie nicht in den sterblichen Leibern dieses Lebens gedacht werden (1. Korinter 15,42). Eine leibliche Auferstehung retten zu wollen, indem man ein undenkbares Geschehen als »Geheim« bezeichnet, nimmt die Schöpfung nicht ernst.

    Denkt man Auferstehung als fortdauernde Schöpfung, kann man aber darauf vertrauen, dass auch alles, was in einem sterblichen Leben unvollendet geblieben ist, »nur« gedacht, erhofft und ersehnt worden ist,  nicht verloren geht, sondern zu dem gehört, was ein Mensch als seinen Beitrag in die Evolution des Geistes einbringen wird. Auferstehung sorgt also dafür, dass wir nicht auf ewig auf das festgelegt bleiben, was wir verwirklicht oder erreicht haben. Denn das ist nur eine Perspektive. 

    Aperspektivisch verstanden ist Auferstehung das Entweichen aus jeder endgültigen Festlegung von Menschen und Bedeutungen, die wir mithilfe unserer Wertskalen und Bedeutungsspektren vornehmen. Und in diesem Sinn ist es wirklich zeichenhaft zu nehmen, dass trotz der erfolgten Grablegung kein Leichnam Jesu dingfest gemacht und zur Anbetung eingemauert wurde.

    Wohin sein Leichnam auf der Erde auch gekommen und wo er verwest sein mag - das »leere Grab« signalisiert, dass die Menschwerdung des Menschen über den Tod der irdischen Lebensgestalt hinaus weitergeht, weil wir »eingebettet« bleiben in die Evolution des Geistes. So besehen sind alle unsere Gräber als Kenotaphe zu verstehen, als Grabdenkmäler für Menschen, die anderswo »eingebettet« sind. 

    »Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist« (Lukas 23,46), war eins der letzten Worte Jesu am Kreuz. Es sagt, wohin wir »gehen«.

    Wenn bildhaft von Jesu Auferstehung und schließlich seiner Auffahrt geredet wird, so geht es zuerst darum, die Grenze zu durchbrechen, die  von Jesu Gegnern mit seiner Hinrichtung gezogen werden sollte. Das Kreuz sollte Jesus nicht nur töten, sondern sollte ihn - der Titulus »Jesus der Nazarener, König der Juden« spricht davon - auf die Sicht seines Todes »festnageln«, die seine Richter hatten: dass er als Hochverräter und religiöser Aufrührer zu Recht verurteilt worden ist. Dem ist er durch die Auferstehung entkommen. 


    S!NEDi|photo|graphic: Ostermorgen: Jemand hat den Stein vom Grab weg gewälzt ...

    Theologisch sollte dieser Tod durch die Sicht der apostolischen Tradition auch festgelegt werden: als Sühnegeschehen. Dieser einseitigen Festlegung ist er durch die mit der Kreuzestheologie konkurrierende Theologie der Menschwerdung des außerweltlich gedachten Gottes entgangen. In dieser Theologie ist der Tod, den Jesus gestorben ist, die letzte Beglaubigung seines Menschseins. Denn wäre er nicht gestorben, wäre er auch kein Mensch gewesen.

    Insofern mit dem Wort Auferstehung aber die Vorstellung vom Aufstehen eines Leibes vom Totenlager im Grab verbunden ist, ist der Begriff nicht mehr hilfreich. Denn er bindet die Zuversicht im Blick auf eine Metamorphose wieder an irdische Gestalt zurück. Deshalb ist es angemessener, einen Begriff zu benutzen, der in eine offene Zukunft weist: »Wir werden verwandelt werden« (1. Korinther 15,52).


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    ALLEN BLOG-LESERINNEN UND -LESERN
    EIN BESINNLICHES OSTERFEST


    S!NEDI|photo|graphic: Ostermorgen - "Auferstehung"













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    Klaus-Peter Jörns

    Der Text meines diesjährigen 
    Impulses zum Osterfest
    stammt aus dem Buch:

    Klaus-Peter Jörns
    UPDATE FÜR DEN
    GLAUBEN

    Denken und leben können,
    was man glaubt

    Gütersloher Verlagshaus 2012



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    die nordsee ruft - 
    melde mich bis zum o5.o5.20i4 ab ...

    herzliche gesegnete ostergrüße
    S!NEDi

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    ausgefranste rosetten zucken noch
    im sekundentakt - w(i)eder ein und/noch aus:
    sand - da wird sand hineingesogen
    zur späteren erleichterung

    im hohen bogen - oft als eine fontäne
    herausgeschleudert - dann und irgendwann
    als eine art reaktiver schluckauf
    anfangs jeden lebenslaufes

    bevor er ewig rieselt in einer eieruhr ...

    mit der geburt in den salzwiesen
    dem fluch frischgepressten o-safts 
    folgend: hinter der muschel
    hinter der muschel zieht sich ein vorhang zu

    ich stapfe ins unantastbare zurück
    wo die sandkörner sich aneinander reiben
    all die - die uns schon vorausgingen:
    knirschend - wer (wo) genau hin(ge)hört

    jetzt rieselt's : in fünf minuten von oben nach unten

    hört das vorsichtige knistern:
    dies miteinander wispern und schaben, 
    dies beknackte knacken ab und zu
    und dies gebrösel zuckt auch noch -
    - zum guten schluss

    sinedi

    ......................................


    also - ich bin wieder hier - in meinem revier - 
    und es ist hiermit alles gesagt ...- ich hoffe: ein frohes fest gehabt zu haben ...

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    S!NEDi: ART BRUT ;-) ... | photo|graphic | 

    Art brut 
    (franz. [Aussprache: aʁ bʁyt] 

    für ‚unverbildete, rohe Kunst‘) ist ein Sammelbegriff für autodidaktische Kunst von Laien, Kindern und Menschen mit geistiger Behinderung. Die Bezeichnung ging vom französischen Maler Jean Dubuffet aus, der sich eingehend mit einer naiven und antiakademischen Ästhetik beschäftigte. Art brut ist weder eine Kunstrichtung noch eine Stilbezeichnung, sondern beschreibt eine Kunst jenseits etablierter Kunstformen und -strömungen. Im anglo-amerikanischen Sprachraum ist stattdessen der Begriff Outsider Art („Außenseiter-Kunst“) gebräuchlich.

    Der Begriff Art brut steht in Zusammenhang mit Jean Dubuffets kunsttheoretischen Anschauungen, und stilistische Anlehnungen sind in seinem Werk unübersehbar. Oft werden fälschlicherweise Dubuffets eigene Werke als Art brut charakterisiert, wichtiger ist jedoch die Verbindung zu seiner Tätigkeit als Sammler. Der Künstler betrachtete die Prägung Art brut als sein geistiges Eigentum und behielt sich vor, sie eigenständig zu vergeben oder abzuerkennen, etwa im Falle von Gaston Chaissac. Dieser Alleinvertretungsanspruch sowie die Eingrenzung auf seine eigene Sammlung – die Collection de l'art brut – wurden schon früh von André Breton und später Harald Szeemann kritisiert. Michel Thévoz und Lucienne Peiry, Kuratoren der Sammlung in Lausanne, lassen Art brut als Stilbegriff weiterhin ausschließlich für diese Werke gelten und stellen ihn damit in Konkurrenz zu anderen Bezeichnungen für marginalisierte künstlerische Ausdrucksformen: „Bildnerei der Geisteskranken“ (Hans Prinzhorn), „zustandsgebundene Kunst“, „naive Kunst“. Trotz ihrer Offenheit und Unschärfe hat sich die Bezeichnung Art brut international durchgesetzt und wesentlich zur Anerkennung marginalisierter Kunstformen beigetragen.

    In den anglo-amerikanischen Ländern ist neben der Bezeichnung Outsider Art, die vom englischen Kunsthistoriker Roger Cardinal eingeführt wurde, außerdem Visionary art und Self-taught art verbreitet. Insbesondere nach der umfassenden Wanderausstellung Outsiders, die Cardinal gemeinsam mit dem Künstler und Sammler Victor Musgrave 1979 für das Arts Council of Great Britain organisiert hatte.

    Einher mit diesem kulturellen Anerkennungsprozess ging in den letzten Jahrzehnten die intensive und erfolgreiche Förderung von künstlerischem Arbeiten zu therapeutischen Zwecken, etwa durch den Psychiater Leo Navratil im Künstlerhaus Gugging in Klosterneuburg bei Wien oder durch La Tinaia – Centro di Attività Espressive in Florenz. Mittlerweile spezialisiert sich ein eigenes Segment des Kunsthandels für Art brut bei internationalen Messen, zum Beispiel die Kunstköln oder die New Yorker Outsider Art Fair. Außerdem erscheinen regelmäßig Magazine, etwa die englische Zeitschrift Raw Vision, die sich auf Art brut beziehen. Seit 2000 gibt es den Euward, den Europäischen Kunstpreis Malerei und Graphik für Künstler mit geistiger Behinderung. 
    (aus WIKIPEDIA)

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  • 05/05/14--10:38: Europa-Wahlkampf-Plakat

  • Europa-Wahl - Kommunal-Wahl: Sie hängen an den Pfählen und Bäumen - und schauen mich vertrauensselig und oft auch aufgesetzt geradezu weise an: zumeist sind es diesmal Männer - wenigstens empfinde ich das als Mann so ...
    Man buhlt um mein Kreuz am 25.05. - um sich dann - bei Erfolg - in den ICE nach Brüssel zu setzen auf nimmer Wiedersehen ... - bzw. um mich in 5 Jahren erneut anzugrinsen oder ähnlich schlau dreinzublicken ...: 
    Wie schrieb doch so treffend ein Leser dazu an seine Zeitung: "Wahlkampf? Au fein, da gibt es wieder Kugelschreiber, Traubenzückerchen und für die Kleinen einen Luftballon!" - 

    Und Elmar Brok MdEP | Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments (der sich plötzlich ziemlich inflationär im 24-Stunden-Takt auf allen Kanälen zur Ukraine-Krise zu Wort meldet, um Nichtssagendes zu sagen - wofür er aber auch partout gar kein Mandat hat ...) verteilte vor 5 Jahren in Paderborn sogar einen durchaus brauchbaren Europa-Autoatlas ... als Wahlgeschenk - und ich weiß gar nicht, ob sich das in diesem Jahr im Zeitalter der Navis wiederholen wird ... ??? Da muss ich Samstag unbedingt mal an den Grabbeltisch der CDU ...



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    „Das Licht des Leibes ist dein Auge.
    Wenn dein Auge Wohlwollen ausstrahlt, leuchtet dein ganzer Leib.
    Wenn es aber durch Missgunst trübe blickt, so ist deine Erscheinung düster.
    So schaue darauf, dass das Licht, das in dir ist, sich nicht verdüstert!
    Wenn dein ganzer Leib hell leuchtet, hat er nicht Teil am Düsteren.
    Die ganze Erscheinung wird leuchten, wie wenn ein Licht dich anstrahlen würde.“
     Lukas 11, 34-36 (BigS)
    -----------------------------------------------------------
                                                                  
    Längst geht es im Verhältnis zu den Kirchen nicht mehr darum, von ihnen ein Plazet für den aufgeklärten Glauben zu erbitten. Dass wir denken und leben können, was wir wirklich glauben, ist das Recht, von dem wir ausgehen. Eher geht es darum, den Kirchen im Gespräch deutlich zu machen, wie sehr wir bei ihnen jene Freiheit im Denken vermissen, die Margot Käßmann in der diesjährigen Fastenaktion als Kennzeichen reformatorischen Glaubens bezeichnet hat. Zum Titel der Aktion „Selber denken“ schreibt sie:
    „Jedweder Ausprägung von Fundamentalismus stellt sich eine Kernbotschaft der Reformation entgegen: selbst denken! Frei bist du schon durch die Lebenszusage Gottes.
    Im Gewissen bist du niemandem untertan und unabhängig von Dogmatik, religiösen Vorgaben, Glaubensinstanzen. Vielleicht ist einer der wichtigsten Beiträge der Reformation, dass es ihr um gebildeten Glauben geht, einen Glauben, der verstehen will, nachfragen darf, auch was das Buch des christlichen Glaubens betrifft, die Bibel. Es geht nicht um Glauben allein aus Gehorsam, aus Konvention oder aus spirituellem Erleben. Sondern es geht um das persönliche Ringen um einen eigenen Glauben.“
    Der Niedergang der Kirchen hängt gewiss auch mit Skandalen zusammen. Aber mehr noch mit einer fürchterlichen – wenn ich es in Anlehnung an die Devise „Selber denken“ einmal so formulieren darf – Denkfaulheit. Der eigentliche Skandal ist, dass die Kirchen die Glaubensvielfalt, die das neue Testament im Nebeneinander der vier Evangelien und der unterschiedlichen theologischen Positionen noch als notwendigen Ausdruck einer lebendigen Entwicklung des Glaubens sah, durch eine Hermeneutik kirchlicher Herrschaftsakte dogmatisch nivelliert hat. So hat sie das freie Denken unterdrückt und zum Stillstand gebracht. Theologie wurde zur Reproduktion von Dogmen missbraucht, wobei die Bibel zur Belegstellensammlung für deren Wahrheit degradiert wurde. Predigt diente Jahrhunderte lang dem Zweck, diese Wahrheit mit allen Mitteln gegen alles anderslautende Wissen und Denken abzugrenzen. Neben der allgemeinen, jedermann zugänglichen Wirklichkeit wurde so eine Sonderwirklichkeit - die Glaubenswelt - etabliert. In dieser Sonderwirklichkeit aber wollen heute immer weniger Menschen leben. Wenn der Glaube nicht verstehbar dem Leben dient, hat er für die meisten ausgedient.

    Was das theologisch bedeutet, will ich mit einem Stichwort erinnern. Die frühe Reformation hatte in konsequentem Glauben an die Geistesgegenwart Gottes erkannt, dass die Taufe – und keine andere spätere Handlung sonst! – die Ordination zum allgemeinen Priestertum aller Gläubigen bedeutet. Nur so, wusste sie, war der innerkirchlichen Klassengesellschaft und Jesus-fremden Hierarchie beizukommen. Die Reformation hat diese revolutionäre Einsicht bald wieder liegen lassen, weil sie an den sozialen Vorteilen der Amtskirche teilhaben wollte – und dem Geist nicht wirklich traute. Aber das war der entscheidende Punkt, der dazu beitrug, dass auch die reformatorischen Kirchen sich bald allein darum gekümmert haben, was die Menschen glauben sollten. Zu erfragen, was die Menschen wirklich glauben und was ihnen hilft, leben und sterben nicht nur zu müssen, sondern auch zu können, und darüber mit ihnen ins Gespräch zu kommen, war nicht ihre Sache. 

    (aus der Begrüßungsrede von Prof. Klaus-Peter Jörns zur Jahrestagung der Gesellschaft für eine Glaubenreform im März 2014)




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    S!NEDi: raps-odie in blue | besoffenes photo|graphic|poster


    und ich frage mich:
    brennt man wohl schnaps
    aus gelbem raps

    und wenn ich zuviel
    davon trinke
    ob ich wohl blau herniedersinke ???

    sinedi



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    CORNELIUS GURLITT IST TOT

    Cornelius Gurlitt + | S!NEDi|photo|graphic


    Cornelius Gurlitt ist im Alter von 81 Jahren in München gestorben. Sein Vater, der in Geschäfte mit den Nationalsozialisten verwickelt war, hatte ihm eine spektakuläre Kunstsammlung vermacht. Vor Wochen sagte er dem SPIEGEL: "Mehr als meine Bilder habe ich nichts geliebt in meinem Leben".

    Über die Beschlagnahmung der Gemälde in seiner Wohnung sagte Gurlitt damals: "Die hätten doch warten können mit den Bildern, bis ich tot bin."

    Nun ist es also soweit: Der Kunstsammler Cornelius Gurlitt ist tot. Er starb am Dienstagvormittag in seiner Wohnung in München-Schwabing. Ein Arzt und ein Pfleger waren bei ihm. Gurlitt war seit Monaten schwerkrank - nachdem der ganze Trubel über ihn hereingebrochen ist. Er wurde 81 Jahre alt.




    Erst Anfang April hatte Gurlitt der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern vertraglich zugesichert, seine Sammlung von Experten untersuchen zu lassen und unter Nazi-Raubkunstverdacht stehende Werke gegebenenfalls zurückzugeben. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft sämtliche beschlagnahmten Gemälde wieder freigegeben - allerdings sind sie nicht mehr zu dem alten Herrn zurückgekehrt ...Gurlitt starb, ohne seine geliebte Kunstsammlung noch einmal gesehen zu haben.

    Wenn Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nun Gurlitt - nach seinem Tod - für seine Rolle beim Schwabinger Kunstfund würdigt - : Er habe noch jüngst der Provenienzrecherche und freiwilligen Rückgabe von Werken aus seiner Sammlung zugestimmt,und mit diesem Bekenntnis zur moralischen Verantwortung habe Gurlitt ein Zeichen für faire und gerechte Lösungen bei der Rückgabe von NS-Raubkunst gesetzt - so bleibt doch ein schaler Beigeschmack, denn Gurlitt war seit der Hausdurchsuchung ein gebrochener, hilfloser Mann.

    Am 28. Februar 2012 waren unter Führung der Augsburger Staatsanwaltschaft Dutzende Ermittler und Experten in Gurlitts Wohnung in München gekommen und hatten 1280 Bilder beschlagnahmt. 

    Hintergrund der Durchsuchung war eine Routine-Kontrolle gewesen. Zollbeamte hatten bei Gurlitt 9000 Euro gefunden, als er aus der Schweiz nach München zurückkehrte. Doch die Vorwürfe gegen ihn, er habe beim Verkauf von Bildern im Ausland Steuern hinterzogen, konnte die Staatsanwaltschaft trotz großem Aufwand inklusive Telefonüberwachung und Observation nicht wirklich erhärten. Anfang April hoben die Ermittler die Beschlagnahme der Kunstsammlung dann schließlich wieder auf. Der fast zweijährige Entzug der Bilder war nach Expertenmeinung zumindest unverhältnismäßig, wenn nicht gar rechtswidrig gewesen.

    Die Vereinbarung zwischen Gurlitt, dem Freistaat Bayern und der Bundesregierung ist allerdings weiter gültig, sie dürfte auf die Erben Gurlitts übergehen.

    Doch wer sind diese Erben? Ob Gurlitt, der nach dem Tod seiner Schwester keine direkten Angehörigen mehr hatte, seine entferntere Verwandtschaft bedacht hat, blieb zunächst offen. Im Umfeld Gurlitts heißt es, dass der Kunstsammler ein notariell beglaubigtes Testament hinterlassen habe - in dem vor allem eine "Institution in der Schweiz" begünstigt würde.


    Wenn dem so sein sollte, beginnt jetzt in dem komplizierten Fall ein ganz neues Kapitel. Und es ist noch viel zu tun. Bislang wurde noch kein einziges der Bilder, bei dem sich ein Raubkunst-Verdacht bestätigt hat, zurückgegeben. Die Suche nach Gerechtigkeit hat gerade erst angefangen.

    Mit seinem Tod endet nun auch das Ermittlungsverfahren, heißt es in einer Mitteilung, die unter anderem von Gurlitts Sprecher unterzeichnet ist.

    Bis er in das Zentrum der wohl spektakulärsten Kunstsensation der vergangenen Jahrzehnte geriet, hatte Gurlitt ein zurückgezogenes Leben in seiner Schwabinger Wohnung und seinem Haus in Salzburg geführt - wo weitere wertvolle Kunstgegenstände gefunden wurden.

    "Mehr als meine Bilder habe ich nichts geliebt in meinem Leben", sagte Gurlitt Ende 2013 im Gespräch mit dem SPIEGEL. Die Aufregung um seine Person konnte er nicht nachvollziehen: "Ich bin doch nicht Boris Becker, was wollen diese Menschen nur von mir? Ich bin doch etwas ganz Stilles. Ich habe doch nur mit meinen Bildern leben wollen."


    Erbe einer spektakulären Kunstsammlung


    Der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt 
    hatte nach 1933 Geschäfte mit den Nazis gemacht - 
    und seine Kunstsammlung später seinem Sohn vermacht.
    Dieses Foto von Hildebrand Gurlitt entstand circa 1925.
    Foto: SPIEGEL-Fotostrecke/Fritz Alter sen./ Kunstsammlungen Zwickau
    Gurlitt war der Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt. Der hatte nach 1933 Geschäfte mit den Nationalsozialisten gemacht - und seinem Sohn eine spektakuläre Sammlung von Kunstwerken vermacht. Im Februar 2012 war diese in der 100 Quadratmeter großen Schwabinger Wohnung von Cornelius Gurlitt gefunden und beschlagnahmt worden. Unter den rund 1300 Werken waren auch Bilder von Marc Chagall, Max Beckmann, Franz Marc, Pablo Picasso und Henri Matisse. Bis Ende dieses Jahres sollte die Herkunft der Gemälde weitgehend erforscht sein.


    "Ich bin doch etwas ganz Stilles"...


    Zur Gurlitt-info-Homepage: Auf diesen letzten Aufruf clicken ...


    Unter Verwendung von Textpassagen aus: SPIEGEL-ONLINE | aar/dpa/AFP/Sven Röbel und Michael Sontheimer


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    Martin Luther (1483 –1546) 

    „Von der Stadtmaus und der Feldmaus“

    Eine Stadtmaus ging spazieren und kam zu einer Feldmaus. Die tat sich gütlich an Eicheln, Gersten, Nüssen und woran sie konnte.
    Aber die Stadtmaus sprach: »Was willst du hier in Armut leben! Komm mit mir, ich will dir und mir genug schaffen von allerlei köstlicher Speise.«
    Die Feldmaus zog mit ihr hin in ein herrlich schönes Haus, darin die Stadtmaus wohnte, und sie gingen in die Kammern, die voll waren von Fleisch, Speck, Würsten, Brot, Käse und allem. Da sprach die Stadtmaus: »Nun iss und sei guter Dinge. Solcher Speise habe ich täglich im Überfluss.«
    Da kam der Kellner und rumpelte mit den Schlüsseln an der Tür. Die Mäuse erschraken und liefen davon. Die Stadtmaus fand bald ihr Loch, aber die Feldmaus wusste nirgends hin, lief die Wand auf und ab und gab schon ihr Leben verloren.
    Da der Kellner wieder hinaus war, sprach die Stadtmaus: »Es hat nun keine Not, lass uns guter Dinge sein.«
    Die Feldmaus antwortete: »Du hast gut reden, du wusstest dein Loch fein zu treffen, derweil bin ich schier vor Angst gestorben. Ich will dir sagen, was meine Meinung ist: bleib du eine Stadtmaus und friss Würste und Speck, ich will ein armes Feldmäuslein bleiben und meine Eicheln essen. Du bist keinen Augenblick sicher vor dem Kellner, vor den Katzen, vor so vielen Mäusefallen, und das ganze Haus ist dir feind. Von alldem bin ich frei und bin sicher in meinem armen Feldlöchlein.«

    Lehre: Wer reich ist, hat viel Sorge.


    S!NEDi: stadtschmaus | feldschmaus | collage







    Übung 1
    Interpretieren Sie die obenstehende Fabel! 
    Arbeiten Sie dabei besonders ihren Realitäts- bzw. Aktualitätsbezug heraus - und denken Sie dabei an Ihre letzte Autobahnfahrt - als Sie von großen und schnellen Autos auf die rechte Spur genötigt und verdrängt wurden - oder als Sie aus dem Urlaub in Greetsiel kommend vom Nachbarn hörten, er wäre wie in jedem Jahr natürlich auf Sylt gewesen - seine Mutter habe da ein großzügiges Appartement ... - Oder denken Sie an Herrn Gurlitt und die 1300 Gemälde seiner geerbten Sammlung - und an das Finanzamt in München hierzu ...

    Übung 2
    Versuchen Sie es nach der 1. Fassung mit einem Rollentausch ... (schon jetzt sei Ihnen verraten, es klappt immer ... - und das alles unter dem Motto: Auch der Reichtum hat seine Tücken... ;-))

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    S!NEDi: embryonalfarn


    wenn der farn erwacht
    um mitternacht 

    bei mondenschein
    stellt er sich ein

    entrollt sich leis und ohne qual
    formal fast embryonal

    sinedi




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    Zur Zeit ist Sigmar Polke "in" - getreu dem unumstößlichen Motto: Ein toter Künstler gewinnt endlich die ihm gebührenden Anteile an Sympathie und Wert ... 
    Eine umfassende Retrospektive mit dem Titel "Alibis: Sigmar Polke 1963 - 2010" im MoMA in New York, sowie eine gemeinsame Ausstellung mit Gerhard Richter bei "Christie's" mit dem Titel "Polke/Richter – Richter/Polke" in London - und die Mai-Ausgabe der herrlich neu designten Kunstzeitschrift "art" ehren diesen unberechenbaren deutschen Pop-Art-Künstler posthum (* 13. Februar 1941 in Oels, Niederschlesien; † 10. Juni 2010 in Köln).
    Nun - als was geisterte und geistert dieser kreative Mann aber auch durch die einschlägigen Kunst-Gazetten: als "ironischer Alchemist" - als "ein Künstler im psychedelischen Wunderland – zwischen Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll, Hippie-Kultur und politischem Aktivismus" - und vieles andere mehr - aber Sigmar Polke konnte auch "anders" - er war eben ungeheuer vielseitig - ein Künstlerleben in echter "diversity-Vielfalt" - und mit der Rubrik "Pop-Art" allein kaum zu fassen:  
    Denn sein letztes öffentliches Projekt vollendete er 2009 für die Zürcher Grossmünster-Kirche:
    Sieben Kirchenfenster wurden aus Achatschnitten gefertigt, fünf weitere wurden in Glas gearbeitet und zeigen alttestamentarische Figuren. Und Polke blieb sich auch in diesem Genre treu: die "abstrakten" Achatfenster knüpfen einerseits an spätantike Traditionen an, doch die Steine wurden durch chemische, "alchimistische" Prozesse veredelt, was ihnen eine noch intensivere Farbigkeit verlieh. Für die Glasfenster arbeitete er Motive aus der romanischen Buchmalerei und Fotografien am Computer um. Mit diesem Projekt schloss sich ein Kreis: Bevor Polke an der Kunstakademie Düsseldorf zu studieren anfing, war er bei einem Glasmaler in die Lehrer gegangen.  

    KUNST  UND  KIRCHE

    Sigmar Polke: Erhabene Spiele in Zürich



    Sigmar Polke | nach einem dpa-Foto
    Sigmar Polke, der Alchimist der Farben, hat Fenster in der reformierten Zürcher Großmünster-Gemeinde gestaltet. Entstanden ist eine leuchtende Absage an die Nüchternheit.

    Zürichs größte Kirche verdankt ihren Ruhm drei seltsamen Heiligen. Kopflos sollen sie den Hügel über der Limmat erstiegen haben, wo Karl der Große, einen Hirschen von Aachen bis hierher verfolgend, sie 500 Jahre später wiederfand. Ulrich Zwingli ließ die Gebeine von Felix, Regula und Exuperantius entfernen. Seitdem hat Zürich keine Heiligen mehr.

    Doch ein Patron der Neuen Kunst verleiht dem Wahrzeichen der Stadt mit seinen als Pfeffer- und Salzstreuer bekannten Turmhelmen jetzt neue Weihen. Sigmar Polke, der Alchimist der Farben, erhielt seinen größten öffentlichen Auftrag von der reformierten Zürcher Großmünster-Gemeinde. Kunst-Stars wie Olaffur Eliasson und Katharina Grosse hatten sich um den Auftrag beworben, die zwölf Rundbogenfenster in den Seitenschiffen der spätromanischen Basilika neu zu gestalten; Sigmar Polkes Entwurf überzeugte die Jury – durch seine handwerkliche und inhaltliche Subtilität.

    König David ganz in Grün

    Mehr noch: Der Künstler, der sich bei jeder Auftragsarbeit bekanntlich von persönlicher Sympathie leiten lässt, fühlte sich unter den Zürchern so wohl, dass er den Großteil der Materialkosten schließlich aus eigener Kasse bezahlte – maximal 400 000 Franken betrug das Gesamtbudget, die Stiftung einer frommen Zürcherin. Großes hatte der Meister aus Köln im Sinn. Weniger, was das Ausmaß der Glasflächen anbelangt – dies nimmt sich vergleichbar bescheiden aus – als hinsichtlich des exklusiven Materials. Nirgendwo sonst gibt es Kirchenfensterscheiben aus dünn geschliffenem Achat und Glas, das mit kostbaren Turmalinen besetzt ist – Halbedelsteinen, denen die Tradition Schaden abwehrende Kraft zuspricht.

    Im schillernden Wechselspiel aus abstrakten und figurativen Elementen, Ornament und Konkretion, behandelt Polke das Mysterium der Menschwerdung des Gottessohns, ohne selbst ein bekennender Christ zu sein. Ist doch die Transfiguration, verstanden als Verwandlung von Stoffen und Körpern, seit jeher Thema seiner Kunst. Verwandlung heißt hier Vergeistigung. Von West nach Ost beginnt das zunächst mit abstrakt naturhaften Formen. An kosmische Sphären und geologische Aufrisse erinnern die hauchdünn geschliffenen, künstlich eingefärbten brasilianischen Achate – satte Erdtöne, die über dem Eingang im Nordschiff einer geradezu poppigen Farbenfreude weichen, die an fluoreszierende Schmetterlingsflügel erinnert.


    Eines der Fenster, die Sigmar Polke in Zürichs größter Kirche geschaffen hat. Foto: © 2009 Sigmar Polke/Grossmuenster ZH | Badische Zeitung

    In zarten Grauabstufungen präsentiert sich im Nordschiff dann das Werden des Menschensohnes in je zwei einander gegenüber stehenden menschlichen Silhouetten. Im Zwischenraum der gestaffelten Profile entsteht der Umriss eines Abendmalkelchs, der als Erlösungszeichen den Prozess der menschlichen Annäherung überstrahlt. Aus einem Foto ist dieses geheimnisvoll oszillierende Wechselbild am Computer entstanden.


    Elijas Himmelfahrt Foto: © 2009 Sigmar Polke/Grossmuenster ZH | Badische Zeitung 
    Es folgen zwei Präfigurationen Christi: zunächst der Prophet Elija, die einzige biblische Gestalt, die gleich Jesus gen Himmel fuhr – in einem Feuerwagen. Das initialartige "P" vor dem Gefährt, steht es für "Prophet" oder gar für "Polke"? Dann ein seltsam gebrochener David, abstrakt, grün, in der Farbe der Hoffnung. Gegenüber, in tatsächlich gewöhnungsbedürftigem Pink, zelebriert Polke die Opferung Isaaks, die auf das Selbstopfer Christi voraus weist. Das wertvollste der Fenster hat das Motiv des Sündenbocks zum Thema . Was zunächst als abstraktes Muster erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Hinter- und Vorderteil des stellvertretend geopferten Tieres. Diese größtmögliche Offenheit, das spielerische Changieren zwischen mindestens zwei Seh- und Deutungsweisen und der Rückgriff auf medial behandeltes Bildmaterial, gehören zu Polkes Prinzipien. Auch die stilistische Uneinheitlichkeit ist Programm.

    Farbige Absage an die Nüchternheit

    Obwohl durch eine frühe Glaserlehre mit dem Handwerk bestens vertraut, setzte der Künstler bei der Ausführung auf das Fachwissen des renommierten Zürcher Glasers Urs Rickenbach, der eine spezielle Fusionstechnik anwandte. Keine Glasmalerei im eigentlichen Sinn also, vielmehr subtile Glascollagen . Nur das zentrale Altarfenster durfte Polke nicht ersetzen. Hier erglänzt vor allem in den Morgenstunden eine halbabstrakte rote Geburt Christi – ein Werk des leider noch zu wenig beachteten Avantgardisten Augusto Giacometti von 1933. Polkes Farben nehmen darauf Bezug.

    Mit seiner neuen Glaskunst, die ein Spektrum zwischen Pixel-Ästhetik, Informel und neuer Figuration auslotet, hat Sigmar Polke der Kunststadt Zürich nun – nach Giacometti und Chagall im Fraumünster – um weitere spektakuläre Fenster-Attraktionen bereichert. Nach Meinung des Jury-Mitglieds Jacqueline Burckhardt lässt der Meister der Grenzauflösung seinen einstigen Weggefährten Gerhard Richter und sein dem Zufallsprinzip verpflichtetes Kölner Domfenster weit hinter sich. Und Neo Rauchs Figurationen der Heiligen Elisabeth im Naumburger Dom nehmen sich gegen Polkes sublime Farbspiele spröde aus. Die Zürcher und die Besucher ihres Großmünsters werden seine Absage an die sprichwörtliche Schweizer Nüchternheit mit Sicherheit zu schätzen wissen.

    Badische Zeitung

    EIN UNBEDINGT SEHENSWERTES VIDEO ZU DEN KIRCHENFENSTERN VON SIGMAR POLKE


    Sigmar Polke - Church Windows Grossmünster Zürich from ikonoTV on Vimeo.

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    S!NEDi | HIMSELF | I AM MANY | 


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    In der Masse geht der Mensch - egal welcher Couleur - einfach auf oder unter ... - je nach gusto - je nach "Schicksal" ... Die Masse ist also sowohl ein Moloch, der das Individuum auffrisst - gleichzeitig können Massen den Schutz bilden, der die Anonymität wahrt - in der Masse kann man - gluck-gluck - wunderbar "untertauchen" (z.B. auch die "Schwarm-Intelligenz" kleiner Vögel, um große Raubvögel abzuhalten)...

    Die Masse als Fluch bzw. Segen jedes Einzelnen ...

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    S!NEDi: ... all die flecken auf dem blauen kleid ...

    "wie eine fliege 
     gefangen in Bernstein 
     für einen Leichtsinn 
     aus ihren 20ern..."

    damit vergleicht die "New York Times" die "arme" Monica Lewinsky ...

    • Monica Lewinsky
    • Bill Clinton
    • eine Zigarre
    • das blaue"Samen-Kleid" 

    Dies sind nicht nur in Washington auch heute noch die Zutaten für einen Herrenwitz, der Lacher und Schenkelklopfer garantiert.


    Fast hätten wir sie ja alle ganz einfach vergessen - so als Mensch ... Aber nun meldet sie sich mit der ollen - im wahrsten Sinne des Wortes "abgelutschtesten" Begebenheit aus den 90er Jahren nach 16 Jahren angeblich "abschließend" zu Wort - in der Zeitschrift "Vanity Fair": Und kurz vor ihrer möglichen Präsidentschaftsbewerbung muss Hillary Clinton sich wieder mit den Sünden ihres Mannes herumschlagen. Ob es ihr politisch hilft oder schadet - darüber sind sich die Kommentatoren nicht einig.

    Aber was waren das auch für schlüpfrige Begebenheiten damals - in den "wilden" 90-ern: Boris Becker und sein allseits aus pekuniären Gründen bekannt gemachter Seitensprung in der Londoner Hotel-Besenkammer - und zuvor diese "Practicantin", Monica Lewinsky, die fast einen US-Präsidenten stürzte: Der mächtigste Mann der Welt verwoben in einem Netz aus Telefonsex und Schäferstündchen im Weißen Haus - was übrigens Komiker dazu veranlasste, sein Arbeitszimmer, bekannt als "Oval Office", wortspielerisch in "Oral Office" umzubenennen. 

    Sechzehn Jahre, nachdem der Sexskandal die Welt in Atmen hielt und die allgemein gängigen Sexual-Praktiken um verschiedene Varianten ergänzte - und - gottseidank - die Phantasie anstachelte, ist er wieder zurück in den Diskussionen: 

    Von wegen Ukraine und Wladimir und die Krim und Syrien und der Irak und Al-Qaida und Europa-Wahlen oder die Bielefelder Stadtbahnlinie 5 und Real Madrid oder die Brasilien-WM und die weltweite Abhöraffäre durch die NSA oder Edward Snowden - nein - ein 16 Jahre alter präsidialer Spermafleck auf einem blauen Kleid bestimmt mal wieder mit die Richtlinie der internationalen Politik ... - und schwupps: schon meldet der SPIEGEL zur Ukraine-Krise: "EU-Politiker sehen Zeichen der Entspannung" ... - also - diese "olle Sau" namens "Ukraine" wurde erfolgreich durchs medial-globale Dorf getrieben - und nun - ehe dann nach der WM die sogenannte "Saure-Gurken-Zeit" einsetzt - heißt es weitsichtig - wir blicken zurück - rechtzeitig nachlegen ... 

    Und deshalb platziert man rasch und rechtzeitig zu Beginn der Show-Kämpfe zur amerikanischen Präsidentschaftswahl diesen ollen verklebten Fleck: Denn nahezu Einmütigkeit herrscht über Lewinskys Beweggründe. Sie wolle sich eben nicht in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 ziehen lassen und die Affäre daher jetzt ein für alle Mal für beendet erklären, schreibt die "Washington Post". Es sei Zeit, "das blaue Kleid zu begraben", schreibt Lewinsky beinahe selbstironisch mit Bezug auf ihr berühmtes Kleidungsstück, auf dem sich Clintons Samenspuren befanden. Es müsse Schluss damit sein, "auf Zehenspitzen um meine Vergangenheit herumzuschleichen - und um die Zukunft anderer Menschen". Wen außer Hillary Clinton könnte sie meinen?

    Lewinsky kommt - weshalb auch immer - wahrscheinlich aber im Hinblick auf ihr Giro-Konto - nun aus der Deckung: "Ich habe endlich entschieden, mich aus dem Fenster zu lehnen". Sie beschreibt, wie der Machtzirkel um die Clintons sie damals kaputt gemacht habe, bis sie dem Selbstmord nahe gewesen sei. Die Affäre mit dem Präsidenten sei noch "einvernehmlich" gewesen, doch der eigentliche Missbrauch habe danach begonnen, "als ich zum Sündenbock gemacht wurde, um seine Stellung der Macht zu schützen". Ihr Resümee deshalb: "Klar, mein Boss hat mich ausgenutzt." Doch sie erklärt ihre Sicht der Dinge nicht ohne Angst: "Was mich das kosten - [und sinedi fügt hinzu: vielleicht auch einbringen ...] wird, werde ich bald herausfinden."

    Lewinsky erklärt, mit ihrem Text ganz selbstlos anderen helfen zu wollen, die auch Opfer öffentlicher Demütigung wurden. Sie schreibt, wie Arbeitgeber mit Hinweisen auf "meine Vergangenheit" Bewerbungen ablehnen. Wie sich der Traum vom Heiraten nicht erfüllt. Während die Clintons blendend darstehen - sie als Politikerin und er als einer der populärsten Ex-Präsidenten - und ihrer Tochter Chelsea einmal Chancen aufs Weiße Haus eingeräumt werden. Lewinsky sei "wie eine Fliege gefangen in Bernstein für einen Leichtsinn aus ihren 20ern", meint die "New York Times" mitleidig.

    mit Materialien aus: stern.de


    S!NEDi: pop-art-monica | den 90ern nachempfunden ...


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    abgehängt

    "Mobile Lovers"
    Banksy-Kunstwerk rettet klammen Jugendclub

    "Was mich angeht, könnt ihr es haben": Der Graffiti-Künstler Banksy soll sein jüngstes Werk einem von der Pleite bedrohten Jugendclub geschenkt haben. Die Betreiber schätzen den Wert von "Mobile Lovers" auf mehrere Millionen Euro.

    Bristol - Erst montierten sie die "Mobile Lovers" mit einer Brechstange von einer Wand - nun dürfen die Mitarbeiter eines Jugendclubs in Bristol das Banksy-Werk offenbar behalten. In einer als authentisch eingestuften Notiz vermachte der stets anonym auftretende Künstler sein Werk der gemeinnützigen Einrichtung, wie der Bürgermeister von Bristol, George Ferguson, bestätigte.


    Banksy: "Mobile Lovers" - nach einem Foto von Getty Images
    In einer Mitteilung an den Broad Plain Boys Club, die von Banksy stammen soll, heißt es: "Was mich angeht, könnt ihr es haben." Er sei ein großer Bewunderer der Arbeit der Einrichtung. "Ihr habt meine Zustimmung, dass ihr mit dem Teil machen könnt, was ihr für richtig haltet." Die neuen Besitzer des Kunstwerks schätzen, dass es im Falle eines Verkaufs bis zu 2,5 Millionen Pfund (rund 3 Millionen Euro) einbringen könnte.
    Die Arbeit des Clubs hätte ohne das plötzliche Geschenk wohl auf der Kippe gestanden - der Club aus dem Heimatort des Künstlers hat mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nach eigenen Angaben fehlen dort knapp 120.000 Pfund. Nun die Wende: "Banksy wurde zum Retter unseres Clubs", sagte Sozialarbeiter Dennis Stinchcombe in Bristol.

    Vor wenigen Wochen hatte Banksy das Graffiti-Gemälde in der Nähe des Jugendclubs auf ein Holzstück an einer Steinwand gesprüht. Das Bild "Mobile Lovers" zeigt ein sich umarmendes Liebespaar mit Mobiltelefonen in der Hand. Mitarbeiter des Clubs, der sich um benachteiligte Jugendliche kümmert, nahmen das Werk ab und brachten es zunächst in Sicherheit, später in ein Museum. Da das Bild an einer städtischen Wand entstanden war, brach eine Diskussion über die Eigentumsrechte los.

    Stinchcombe hatte das Kunstwerk zuerst entdeckt. "Ich habe es gesehen und war mir sofort ziemlich sicher, dass es ein Banksy ist. Aber erst als das Bild dann auch auf seiner Website erschien, wurde es hier in der Gegend verrückt." In der Vergangenheit sind Banksys Werke immer wieder beschmiert oder zerstört worden. Das wollte Stinchcombe mit der Aktion eigenen Angaben zufolge vermeiden. "Das wäre eine Schande."

    Ob das Werk tatsächlich versteigert werden soll, sei noch offen, sagte er weiter. Erst einmal solle es im Museum bleiben. Der Club hat bereits mit Spenden von Kunstinteressierten Einnahmen erzielt. Möglich erscheint auch eine Kooperation mit dem Museum.


    So hing das Bild an der Mauer - bevor die Brechstange eingesetzt wurde ... Foto: picture-alliance/ PA


    vks/dpa | SPIEGEL-ONLINE Bilder: SPIEGEL-Fotostrecke

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    S!NEDi|photograpic: diversity - diversität - vielfalt - oder: 1000 dinge gingen mir durch den kopf



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    Eurovision Song-Contest (ESC): das ist ja eigentlich in erster Linie ein Wettstreit musikalischer Darbietungen: Songs rangeln im Live-Vortrag miteinander, wer der beste im ganzen Kontinent sei. Und die Qualitäten und Attribute, die dazu abgerufen werden, sind - eigentlich - musikalischer Natur: Wie eingängig ist der Song, welche Stimmung transportiert er, passen Text und Musik zusammen ... - und dann erst geht es - eigentlich - um den Vortrag, die Performance ... 
    Diesmal war das alles etwas anders: Die sogenannte "Dragqueen" aus Austria (früher: Österreich), Conchita Wurst - "Conchita" steht für "heiße Latina" - "Wurst" ist ein anderes Wort für "egal" ("es ist mir wurst...") - eigentlich ein 25-jähriger Mann namens Thomas Neuwirth - angetan und aufgestylt mit rauchig kastanienfarbiger Echthaarperücke, mit engem Frauen-Abendkleid, mit perfekt getrimmten Bart dazu, trug mit gutem stimmlichen Timbre - in der "Counter-Tenor bzw. Kontra-Alt-Stimmlage" -  einen recht guten Song vor - mit gutem lyrischen Text (s. deutsche Übersetzung unten) ... 
    Allerdings wurde meines Erachtens in erster Linie eben dieses Outfit zu sehr bewertet und in den Mittelpunkt gerückt - als es im Song-Contest "um die Wurst ging" - so dass der Song - um den es ja eigentlich gehen sollte - etwas ins Hintertreffen geriet. 
    Und dieses Outfit scheidete dann auch die Geister: einmal in "nuttiges Transvestitengetue" oder zum andern in: "wir sind total und unglaublich tolerant" - und schon deshalb für Conchita - egal was sie singt ... - aber über den Song als solchem sprach man kaum: 
    Hier - mit meinem Beitrag - möchte ich das etwas geraderücken: Zu einer meiner slide-shows läuft - ganz ohne Conchita Wurst im Bild - der Song - und die durchaus gelungene deutsche Übersetzung des Songtextes präsentiere ich hier zur Information mit -
    und erst in zweiter Linie wende ich mich dann Conchita im Bild selbst zu ...
     
    Insgesamt meine ich, dass die Transvestiten-Diskussion um die Interpretin (!) auch ein Zeichen von immer noch nicht verankerter kultureller Inklusion in €uropa ist ...
    Totale Ablehnung aber auch die unkritische totale Annahme sind für mich Zeichen von offener oder latenter Diskriminierung von Minderheiten - wenn der vorgetragene Song außer Acht gerät - und man nur noch die Schminke des Lidschattens oder die offen zur Schau gestellte sexuelle Orientierung der Vortragenden bewertet wird ...
    Ob Conchita das so will - weiß ich nicht - aber wir sollten dem nicht unbedingt wie eine Herde Kühe nachkommen: Es ist egal, wie und mit wem es Conchita sexuell treibt - es geht uns nichts an - wir sollten seinen Song, seine Performance, seinen Auftritt insgesamt bewerten - und das war's - und das ist's ...
    Ein bisschen erinnert das an die Situation in den "Vor-Martin-Luther-King"-Zeiten im "schwarzen" Jazz- vs. "weißem" Dixieland-Vortrag in den USA - als es nur darum ging, ob der Interpret schwarzer oder weißer Hautfarbe war - wobei der "echte" Jazz aber völlig kulturell korrekt eher der farbigen Hautfarbe zugeordnet wurde ... 
    Der eigentlichen musikalischen Darbietung war das allerdings völlig egal ... - und inzwischen hört man eher auf die Klänge - und schließt hier und da sogar die Augen, um inneren Bildern zu folgen ... 
    Der ursprünglich schwarze Michael Jackson war ja auch schon eine perfekte gesichtschirugisch und dermatologisch immer "weißer" maskierte "Kunstfigur", die aber vor lauter Styling dann allmählich den inneren und äußeren Überblick verlor - und sich in der Selbstdarstellung gehörig verzockte - obwohl seine Songs allzeit immer "Spitze" waren - und echte Evergreens sind ... 
    Ich hoffe, dass der künstlerische Weg von Conchita Wurst etwas mehr zu bieten hat als etwa die lapidaren Party-Gröl-Zeilen - die oft zur vorgerückten trunkenen Stunde intoniert werden:
    "Alles hat ein Ende - nur die Wurst hat zwei ...".

    .......................................

    please - click on the speaker-icon !!!Rise Like a Phoenix

    Songtext - Übersetzung

    Wir laufen im Geröll
    Wir laufen über Glas 
    Die Nachbarn sagen wir haben Probleme
    Nun, diese Zeit ist vorbei

    Im Spiegel betrachtet,
    Nein, ich bin das nicht
    Ein Fremder kommt immer näher
    Wer kann das nur sein?

    Du würdest mich heute gar nicht kennen
    Aus dem schwindenden Licht fliege ich davon

    Ich erstehe auf: Wie ein Phönix
    Aus der Asche 
    Suche ich lieber Strafe als Rache
    Du wurdest gewarnt
    Wenn ich mich einmal verwandelt habe,
    Werde ich wiedergeboren
    Du weisst, ich werde auferstehen wie ein Phönix
    Aber du bist meine Flamme

    Kümmere dich um deine Angelegenheiten
    Tu so, als wärest du frei
    Keiner könnte bezeugen,
    Was du mir angetan hast

    Weil du mich heute nicht erkennen würdest
    Denn du musst sehen, um zu glauben
    Aus dem schwindenden Licht fliege ich heraus

    Ich erstehe auf: Wie ein Phönix
    Aus der Asche
    Suche ich lieber Strafe als Rache
    Du wurdest gewarnt
    Wenn ich mich einmal verwandelt habe,
    Werde ich wiedergeboren

    Ich steige in den Himmel auf
    Du warfst mich nieder  - aber
    Ich werde fliegen

    Und ich erstehe auf: Wie ein Phönix
    Aus der Asche
    Suche ich lieber Strafe als Rache
    Du wurdest gewarnt
    Wenn ich mich einmal verwandelt habe,
    Werde ich wiedergeboren
    Du weisst, ich werde wie ein Phönix auferstehen
    Aber du bist meine Flamme


    Conchita Wurst - S!NEDi|bild|bearbeitung


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    aufgeweckt
    Screenshot von "Kindertransporthilfe"
    Die "Kindertransporthilfe" ist eine Politische Aktionskunst-Kampagne des "Zentrums für Politische Schönheit" um den Künstler und Politologen Philipp Ruch: "Ich sehe mit Schrecken, wie die deutsche Gesellschaft und Politik die Katastrophe in Syrien verschläft", sagt Ruch. "Wir haben eine schlüsselfertige Aktion für Frau Schwesig vorbereitet, die übergeben wir ihr gerne."


    Screenshot von "Kindertransporthilfe"




    Aktionskunst-Aktion: Fingierte Hilfsaktion

    "Danke, Manuela Schwesig"


    "Hochnotpeinlich" könnte für Familienministerin Manuela Schwesig eine Aktion werden, bei der sie als Wohltäterin für 55 000 syrische Kinder gezeigt wird - denn das Projekt gibt es offiziell gar nicht.

    Diese Aktion könnte es aber tatsächlich geben, wenn der Plan des "Zentrums für politische Schönheit" aufgeht, schreibt Nadia Pantel auf SZ.de
    Denn die Ministerin - so behauptet bis jetzt die fingierte Botschaft - habe eine "Kindertransporthilfe des Bundes" bewilligt und wolle damit 55 000 syrische Kinder in deutsche Pflegefamilien holen.... 



    S!NEDi meint dazu: Schön wär's - das wäre endlich mal handfeste GroKo-Politik in Berlin, die echt etwas brächte ... - Manchmal ist sogar eine "Kunstaktion" für die Politik eine moralisch gewinnbringende "Nötigung" ...

    Aber noch ist nichts davon echt: Das Logo des Bundesministeriums auf der Seite der "Kindertransporthilfe", Schwesigs Statement, dass die "Weltgemeinschaft mit allen verfügbaren Mitteln zu Hilfe" eile, und die Info-Hotline, bei der sich eine Sprecherin des Ministeriums meldet und über das Auswahlverfahren für Pflegefamilien informiert - all das ist zunächst noch getürkt ...
    "Das BMFSFJ-Logo sowie Fotos und Unterschriften der Ministerin wurden ohne Wissen und ohne Genehmigung des Ministeriums genutzt", sagt eine Schwesig-Sprecherin.

    Seit einigen Tagen ist die gefälschte Homepage der Aktion "Kindertransporthilfe des Bundes" online, Plakate, Politikertreffen und Infostände sollen folgen. In zwei Wochen sollen so tatsächlich 55 000 Familien zusammenkommen, die sich bereit erklären, syrische Kinder aufzunehmen. Denn die ersten haben sich schon gemeldet. Und denen muss das "Zentrum für Politische Schönheit" nun nur noch vermitteln, dass sie noch nicht das "Go" der Ministerin haben.



    Ruch sagt, er sei gespannt auf das Dementi Schwesigs, wenn sie erklären müsse, dass die Kinder nicht aufgenommen werden. "Das wird hochnotpeinlich."

    Für die Aktion ist ein Künstler nach Syrien gefahren und hat syrische Kinder "für ein Theaterprojekt" mit Schwesig-Plakaten fotografiert. Ob das nicht zynisch sei? "Im Gegensatz zu deutschen Politikern waren wir immerhin da. Das wurde in Aleppo durchaus als Zeichen der Solidarität verstanden."

    Auch wenn an der "Kindertransporthilfe" noch wenig echt ist, einige entscheidende Unterstützer sind es. Fünf deutsche Juden, die 1938 nach der Reichspogromnacht in einer Aktion spontaner Solidarität als Kinder nach England fliehen konnten und dort von Familien aufgenommen wurden, arbeiten mit dem "Zentrum für Politische Schönheit" zusammen. So der 87-jährige Kurt Gutmann, der eines der mehr als 10 000 Kinder war, die es im Rahmen der damaligen Kindertransporte ins Exil schafften. "55 000 syrische Kinder würden wir in Deutschland kaum merken", sagt Gutmann.

    Laut Vereinten Nationen sind mehr als vier Millionen Syrer auf der Flucht. Das deutsche Innenministerium will lediglich 10 000 syrische Flüchtlinge ohne Asylverfahren aufnehmen.

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    Aktionskunst

    Die Aktionskunstüberschneidet sich konzeptionell mit der Prozesskunst, der Body-Art und der Performance und weist auch Verwandtschaften zum experimentellen Theater auf.

    In den 1960er Jahren entwickelte sich die Aktionskunst als eine Schnittmenge von Kunst und Politik, in der das Happening sowohl ein Kunstwerk als auch politische Manifestation sein konnte (wie die Austreibung der Dämonen aus dem Pentagon 1967, angeführt von Allen Ginsberg). 

    Bekannte Vertreter der Aktionskunst sind Joseph Beuys ("Stadtbewaldung - 7.000 Eichen"), Nam June Paik, Asger Jorn und Wolf Vostell, die den Begriff der Gestaltung nicht auf Bilder begrenzten, sondern als umfassenden Eingriff in die soziale Wirklichkeit der Welt ansahen. Beispiele dafür sind die kreativen Performances der Yippies, Spontis oder die Aktionen der Kommunikationsguerilla, wie etwa die "Überfälle" der Gruppe Die Überflüssigen 2005 - und nun eben seit geraumer Zeit auch das "Zentrum für Politische Schönheit" des Künstlers und Politologen Philipp Ruch ....




    In jüngerer Zeit stand Christoph Schlingensief in der Tradition der Aktionskunst mit stark polarisierenden Auftritten wie z. B. als Wahlkämpfer einer eigens gegründeten Partei Chance 2000 im Bundestagswahlkampf 1998, als Hohepriester der Church of Fear (2005), mit den Aktionen Tötet Helmut Kohl (2000) und Tötet Möllemann (2002) oder der Aktion Bitte liebt Österreich, eine Persiflage auf das Fernsehformat Big Brother. Bei der Aktion Bitte liebt Österreich stand ein Container vor der Wiener Staatsoper, in dem angeblich Asylbewerber saßen, über deren Ausweisung via Internet abgestimmt werden sollte (2000).

    In seiner Aktion „abgefertigt“ am Brandenburger Tor in Berlin (2007) greift Kurt Fleckenstein ebenfalls das Thema Asyl auf: 100 Jugendliche sitzen mit verbundenen Händen in so genannten Migrantentaschen und symbolisieren in symmetrischer Anordnung die Hilflosigkeit von Asylbewerbern bei der „Abfertigung“ für die Abschiebung.

    Mit Materialien von SZ.de und WIKIPEDIA

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    Sie kennen ja meine Kolumne: "impuls für die woche", in der es um spirituelle Anstöße für den Alltag geht - und darum, dem "Glauben" einen Platz zu geben in unserer hektischen Welt - denn jeder Mensch hat eine "innere Stimme", trifft Entscheidungen "aus dem Bauch heraus" - und hat etwas wie ein "Gewissen": Damit das immer funktioniert gehören zu einem gesunden Leben deshalb Innerlichkeit, Nachdenken, Reflexion: "Wer bin ich - Woher komme ich - Wohin gehe ich" - und dann stößt auch jeder eingefleischte Atheist auf etwas, was nur mit "Glauben" und vielleicht sogar "Religiosität" zu bezeichnen ist ... 
    In dieser "Quarks"-Sendung beschäftigt sich Ranga Yogeshwar mit einigen Aspekten dazu - unter der Überschrift: "Was wir über den Glauben wissen" - lassen Sie sich anregen ... - eben als mein "impuls für die woche" - Nr. 135 ...pdf-Vorschau hier

    Quarks & Co: 
    Was wir über den Glauben wissen

    Moderation: Ranga Yogeshwar | WDR Fernsehen

    • 84 Prozent der Weltbevölkerung gehören einer Religionsgemeinschaft an. Doch Religiosität nimmt weltweit ab, während religiös motivierte Gewalttaten zunehmen. "Quarks & Co" zeigt, wie die Wissenschaft dem Glauben begegnet. Wie gehen Wissenschaftler mit dem Begriff des Wunders um? Seit wann glaubt der Mensch und warum? "Quarks & Co" zeigt auch, dass Gläubige gesünder leben, und stellt sich der Frage nach dem Sinn des Lebens.
    Die Wunder von Papst Johannes Paul II.
    • Papst Franziskus wird seinen Vorvorgänger in nächster Zeit heilig sprechen. Das geht nur, wenn die Kirche dem verstorbenen Papst wenigstens zwei Wunder zuordnet, die er seit seinem Ableben bewirkt haben soll. Was ist ein Wunder? Wie kann man das Phänomen im 21. Jahrhundert begreifen?
    Warum glaubt der Mensch?
    • Grabstätten sind die ältesten Zeugen des menschlichen Glaubens an eine Welt jenseits der Welt, in der wir leben. Warum aber glaubt der Mensch? Glaubt er aus Unwissenheit, aus Verzweiflung, aus Todesfurcht oder ist die Suche nach einem tieferen Sinn des irdischen Daseins Teil des menschlichen Wesens? Liegt uns der Glaube gar in den Genen?
    Die dunkle Seite des Glaubens
    • Religiös motivierte Gewalt nimmt weltweit zu. Frauen werden angegriffen, wenn sie gegen Kleiderordnungen verstoßen. Minderheiten werden verfolgt, wenn sie religiöse Regeln brechen. Zum Glauben gehört auch der Glaubenskrieg. "Quarks & Co" folgt dem Schicksal einer Frau, die auf die dunkle Seite des Glaubens geriet.
    Glauben und Wissen - geht das zusammen?
    • Wer an Gott glaubt, kann kein guter Physiker sein. Ein aufgeklärter Wissenschaftler kann kein religiöser Mensch sein. Zwei Sätze, die heutzutage viele Menschen vorschnell unterschreiben würden. Aber stimmen Sie? "Quarks & Co" geht der Frage nach, ob Wissenschaft und Glauben sich ausschließen oder womöglich gar ergänzen.


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    himmel & ähd

    wie im himmel
    so auf erden


    S!NEDi: himmel & ähd



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