Are you the publisher? Claim or contact us about this channel


Embed this content in your HTML

Search

Report adult content:

click to rate:

Account: (login)

More Channels


Showcase


Channel Catalog


older | 1 | .... | 47 | 48 | (Page 49) | 50 | 51 | .... | 129 | newer

    0 0



    Unsere Petition „Für ein BuntesDeutschland" hat am Wochenende die 400.000-Marke geknackt. Das ist ein starkes Signal für Offenheit und Toleranz und gegen die islamophoben und fremdenfeindlichen Thesen von Pegida.




    Heute finden in zahlreichen Städten wieder #NoPegida-Events statt  


    (Unterschreibe auch die Petition: hier)



    =====================================

    Pressemitteilung von Campact und Pro Asyl

    Wir sind Charlie - 
    Wir sind nicht Pegida

    167.000 stellen sich gegen Spirale aus Hass und Gewalt / “Trauerflor bei Pegida-Demonstration ist verlogen”


    Berlin, 12.1.2015. Innerhalb weniger Tage haben mehr als 167 000 Menschen den von Campact und Pro Asyl initiierten Appell “Wir sind Charlie - wir sind nicht Pegida” unterzeichnet. Die Unterzeichner stellen sich gegen die Versuche von Pegida, die brutalen Morde in Paris für die Ausgrenzung von Muslimen und Flüchtlingen zu instrumentalisieren.
    "Der Trauerflor, den die Pegida-Demonstranten heute tragen wollen, ist verlogen und heuchlerisch. Die von Pegida betriebene Ausgrenzung und das Schüren von Vorurteilen bereiten den Nährboden für die Rekrutierung islamistischer Gewalttäter", sagt Katharina Nocun von Campact. “Dschihadisten freuen sich über Pegida. Sie hoffen eine Spirale aus Angst, Hass und Gewalt in Gang zu setzen. Wer die Morde von Paris nutzt, um gegen Menschen islamischen Glaubens und Flüchtlinge zu hetzen, spielt den Tätern in die Hände.”
    Pro Asyl fordert, dass die Demonstration abgesagt wird. „Pegida versucht auf dem Rücken der Terror-Opfer weiter Ressentiments zu schüren und antimuslimische Hetze zu verbreiten.", erklärt Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl. "Der Hetze müssen wir mit Solidarität begegnen. Das heißt, allen beizustehen, die von Terror und Gewalt bedroht sind und endlich die Spirale von Ausgrenzung und Radikalisierung zu durchbrechen.“
    Schilder mit dem Motto “Wir sind Charlie - wir sind nicht Pegida” sind auf der Campact-Website zum Download verfügbar. Sie tauchten bereits am Wochenende bei Demonstrationen vor der französischen Botschaft in Berlin und an anderen Orten auf. Campact kündigte an, den Eil-Appell in einer großen sächsischen Zeitung per Anzeige zu veröffentlichen.


    Zum Appell von Campact und Pro Asyl: 
    www.campact.de/stopp-pegida


    0 0

    RIO REISER | FÜR IMMER & DICH    CLICK ON THE SPEAKER-ICON

    Ich sing für Dich ich schrei für Dich
    ich brenne und ich schnei für Dich
    Vergesse mich erinner mich
    für Dich und immer für Dich
    Für immer und Dich ( wo immer Du bist)

    Ich lach für Dich wein für Dich
    ich regne und ich schein für Dich
    Versetz die ganze Welt für Dich
    für Dich und immer für Dich
    Für immer und Dich

    Für Dich und immer für Dich
    Egal wie du mich nennst
    egal wo du heut pennst
    Ich hab so oft für Dich gelogen
    Und ich bieg dir den Regenbogen.
    Für Dich und immer für Dich
    Für immer und Dich

    Ich rede für Dich schweig für Dich
    ich gehe und ich bleib für Dich
    Ich streich den Himmel (himmel)blau für Dich
    Für Dich und immer für Dich
    Für immer und Dich 

    Für Dich und immer für Dich
    Egal wie du mich nennst
    egal wo du heut pennst
    Ich hab so oft für Dich gelogen
    Und ich bieg dir den Regenbogen.
    Für Dich und immer für Dich
    Für immer und Dich

    Ich sehe für Dich hör für Dich
    ich lüge und ich schwör für Dich
    Ich hol den blauen Mond für Dich
    für Dich und immer für Dich 
    Für Dich und immer für Dich
    Egal wie du mich nennst
    egal wo du heut pennst
    Ich hab so oft für Dich gelogen
    Und ich bieg dir den Regenbogen.
    Für Dich und immer für Dich

    Für immer und Dich...


    0 0

    Dazugelernt - 
    oder Abstimmungsbedarf


    S!NEDi|caricature - unter Verwendung eines Fotos von zukunftskinder.org


    03.10.2010: Bundespräsident Wulff: „Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland. Vor fast 200 Jahren hat es Johann Wolfgang von Goethe in seinem West-östlichen Divan zum Ausdruck gebracht: ,Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.‘“

    04.10.2010: Kanzlerin Merkel - ruft die Muslime nun auf, sich an den deutschen Grundwerten und am Grundgesetz zu orientieren. Hier gebe es keine Toleranz: «Es gibt hier keine Toleranz gegenüber den Grundwerten unseres Grundgesetzes», sagte die CDU-Vorsitzende am Montag in Berlin. Das Bild des Islam sei in Deutschland stark durch die Scharia - das islamische Recht -, fehlende Gleichberechtigung von Mann und Frau bis hin zum Ehrenmord geprägt. Die Kanzlerin äußerte sich bei der Vorstellung eines Buchs des früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). Es trägt den Titel «Konservativ. Ohne Werte und Prinzipien ist kein Staat zu machen».

    16.10.2010: "Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!", sagte Kanzlerin Angela Merkel auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Potsdam. Man müsse Migranten nicht nur fördern, sondern auch fordern. Dieses Fordern sei in der Vergangenheit zu kurz gekommen.
    15.10.2010: Zuvor hatte Seehofer in der Integrationsdebatte mit drastischer Wortwahl nachgelegt: "Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein - Multikulti ist tot."

    20.10.2010: Joachim Gauck: "[…] Denn wir würden uns eigentlich nicht helfen, wenn wir Fremdheit und Distanziertheit übersehen würden in der guten Absicht, ein einladendes Land zu sein. Diese gute Absicht ist ja lobenswert, aber wir haben doch ganz andere Traditionen, und die Menschen in Europa […] sind allergisch, wenn sie das Gefühl haben, dass was auf dem Boden der europäischen Aufklärung und auch auf dem religiösen Boden Europas gewachsen ist, wenn das überfremdet wird […]." in einem Gespräch mit der NZZ (Neuen Züricher Zeitung)

    31.05.2012: Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Diesen Satz könne er so nicht übernehmen, "aber seine Intention nehme ich an", sagte Gauck in einem Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Wulff habe die Bürger auffordern wollen, sich der Wirklichkeit zu öffnen. "Und die Wirklichkeit ist, dass in diesem Lande viele Muslime leben. ... Ich hätte einfach gesagt, die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland." Wulffs Äußerungen hatten 2010 heftige Debatten in Deutschland ausgelöst.

    12.01.2015: Kanzlerin Merkel: Bei einem Besuch des türkischen Ministerpräidenten Ahmet Davutoglu im Berliner Kanzleramt sagte sie: "Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat gesagt: Der Islam gehört zu Deutschland. Und das ist so. Dieser Meinung bin ich auch."

    DAS NENNT MAN DANN WOHL MULTIKULTI-POPULISMUS ...



    0 0



    Mit dem Begriff "Lügenpresse" würden Medien pauschal diffamiert, begründete die Jury in Darmstadt die Wahl des Unwortes 2014. "Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit, deren akute Bedrohung durch Extremismus gerade in diesen Tagen unübersehbar geworden ist.""Lügenpresse" wird häufig auf den Demonstrationen der islamfeindlichen "Pegida"-Bewegung skandiert.

    Hoffentlich habe ich nie - bei den weit über 2000 Beiträgen in diesem Blog - diesen Begriff "Lügenpresse" in den Mund genommen oder hier in die Tasten gehackt - sicher bin ich mir dabei nicht ...: Natürlich aus Unkenntnis - welch historisch belastete Rundreise dieser Begriff hinter sich hat - ehe er nun ausgerechnet oder zwingend bei "PEGIDA" - und dann auf seine Art - auch bei der "Jury in Darmstadt" landet ... 
    Der allgemeine - für mich ziemlich verblendet daherkommende - scheinbar manchmal bewusst kreierte "Mainstream" aller derzeitigen "seriösen" Medienorgane in Deutschland aufgrund der einheitlichen Recherche- und Informationspolitik der Groß-Agenturen - hat mit diesem Begriff natürlich nichts gemein ...
    Personaleinsparungen nach dem (seit gefühlten Jahrhunderten erwarteten) "großen Mediensterben" bringen es mit sich, dass man nur noch AP, DPA, KDA, EPD, ZDF, ARD - und neuerdings immer wieder "WDR/NDR/SZ" usw. kolportiert - oft genug ohne jede eigenständige Recherche ... - und wenn dem nun tatsächlich so ist, dann ist die "Einheitspresse"nicht mehr fern ... - 
    Und die fettschwarzen - nun will ich mal hier nicht "Lügen-" sondern - "Kasse-machenden"-Schlagzeilen einer ganz bestimmten Boulevard-Presse - zumeist aus einem ganz bestimmten Verlagshaus stammend - will ich hier mal nicht grundweg als "Ausnahme" außen vor lassen ... - irgendwer bestimmt ja immer - jeweils im Augenblick - wohin die Lemminge unterwegs sind - und wer gerade die berühmte "nächste Sau" durchs globale Dorf treibt ... 


    0 0



    Erste "Charlie Hebdo"-Ausgabe 
    nach dem Attentat: 
    Kommt ein Terrorist zur Psychiaterin...

    Aus Paris berichtet Raniah Salloum | SPIEGEL.de


    Schon am frühen Morgen beginnt der Ansturm auf die Kioske. Viele Zeitungsstände haben Vorbestellungen aufgenommen für "Charlie Hebdo". Die Hefte sind begehrt wie nie. Noch vor 7 Uhr gehen den ersten Zeitungsverkäufern die Exemplare aus.


    ... aus einem DPA-Photo


    "Kommen Sie morgen wieder, dann können Sie so viele 'Charlies' haben, wie Sie wollen", ruft ein Zeitungsverkäufer den enttäuschten Kunden zu. In den kommenden Tagen soll Nachschub kommen. Insgesamt sollen drei Millionen Exemplare gedruckt werden. Das Heft soll in 16 Sprachen in 25 Ländern erscheinen, darunter auch Deutschland. Auch auf Arabisch soll es veröffentlicht werden.

    Die "Charlie Hebdo"-Journalisten haben ihren ganzen Mut zusammengenommen. Sie haben sich gegenseitig Kraft gegeben, erzählt die Redakteurin Zineb El Rhazoui, und eine gewohnt bissige Zeitschrift produziert unter kaum vorstellbaren Bedingungen. "Seit einer Woche hat 'Charlie', eine atheistische Zeitung, mehr Wunder vollbracht, als alle Heiligen und Propheten zusammen", heißt es im Leitartikel des Magazins. Selbst das Attentat wird von den Satirikern im neuen Heft aufs Korn genommen.

    Eine erste Zusammenstellung der Witze, grob übersetzt:


    • Drei Islamisten sitzen übellaunig zusammen. "Die Leute von 'Charlie Hebdo' dürfen wir nicht anrühren", sagt einer. "Sonst werden sie den Leuten als Märtyrer erscheinen und uns im Paradies die Jungfrauen wegschnappen."
    • "Welche Zukunft fü r Dschihadisten?", heißt eine andere Karikatur. Sie zeigt drei bewaffnete junge Männer mit Zottelbärten bei der Arbeitsagentur. "Supermarkt-Wächter?", fragt die Beamtin.
    • Auch die vermeintlichen neuen Freunde von "Charlie Hebdo" werden aufs Korn genommen. Ein Bild zeigt Marine Le Pen von der rechten Partei Front National und ihren rechtsextremen Vater Jean-Marie Le Pen. Statt "Ich bin Charlie" trägt Marine Le Pen "Ich bin begeistert", ihr Vater hält hoch: "Ich bin Charlie Martel". Karl Martell, wie er auf Deutsch genannt wird, hatte 732 in der Schlacht von Tours und Poitiers die einfallenden Araber abgewehrt.
    • Die Satiriker erstellen eine Bilanz der ersten Tage nach dem Attentat. Auf der Plus-Seite stehen unter anderem die Spendenankündigungen des französischen Staats und von Google für das Heft. Auf der Minus-Seite ist die Hand eines Mannes zu sehen, der am Boden liegt, neben ihm eine Blutlache.
    • Im Auslandsteil wird vom jüngsten Boko-Haram-Massaker in Nigeria berichtet. Zwei Dschihadisten kommentieren: "2000 potenzielle Charlie-Abonnenten weniger". Der "Islamische Staat" habe angekündigt, vier Millionen Frauen zwischen 11 und 46 Jahren genital verstümmeln zu wollen, lässt "Charlie Hebdo" IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi behaupten. "Auch dafür suchen wir ausländische Freiwillige."
    • Ein Comic zeigt einen der beiden Attentäter, auf dem Sofa der Psychiaterin und Charlie-Redakteurin Elsa Cayat - sie kam bei dem Anschlag ums Leben. "Ich habe geträumt, ich hätte 'Charlie Hebdo' umgebracht", sagt ihr vermummter Patient. Er beschreibt die Tat, doch die Psychiaterin hinterfragt ständig, was der Traum anderes bedeuten könnte. Sie fordert ihn auf, seine Albträume zu Papier zu bringen. Er zeigt ihr ein Blatt mit einem Strichmännchen aus Blutflecken. Sie konstatiert: "Ah okay. Sie zeichnen wirklich beschissen. So werden Sie es nicht morgen zu 'Charlie Hebdo' schaffen, das kann ich Ihnen versichern."
    • Einer der Mörder arbeitete bei der Müll-Sortierung von Paris, steht über einer Zeichnung. Ein junger Mann, der den Kouachi-Brüdern ähnelt, steht vor zwei Tonnen, auf einer steht "gut" auf der anderen "böse". Er kratzt sich ratlos den Kopf. "Das ist zu kompliziert."
    • "Zeichner bei 'Charlie Hebdo' - das sind 25 Jahre Arbeit", titelt ein Cartoon. Im Bild darunter steht: "Terrorist - 25 Sekunden Arbeit. Terrorist, ein Beruf für faule Wichser".
    Nur ein Tabu gibt es im neuen Heft: die Namen der Attentäter. Sie werden nirgendwo in der Zeitschrift genannt und auch auf der Pressekonferenz am Dienstag kamen sie den Satirikern nicht über die Lippen. Sie wollten den Mördern in ihrem Heft keine Bühne geben, sagte der Karikaturist Luz.

    0 0


    Teilhard de Chardins Vorstellung 

    S!NEDi|photo|montage: Punkt Omega




    Von der kosmischen Konvergenz
     zum Punkt Omega Jesus

    Pierre Teilhard de Cardin SJ
    Pierre Teilhard de Chardin SJ (1881-1955) hat für diese Entwicklung den Begriff der »kosmischen Konvergenz« geprägt. Er hat die These aufgestellt, dass die Evolution, die von Anfang an auf den Menschen hin angelegt gewesen sei, »ein ständiges Zunehmen an Bewußtseinselementen« durch Konvergenz bewirkt habe und weiter bewirke. Der Weg zum Zentrum der kosmischen Konvergenz, »dem Punkt Omega«, führe über die Menschen, weil nur sie ein reflexives Bewusstsein haben. Den Punkt Omega bildet Jesus als Person, in dem Teilhard de  Chardin »die Triebkraft der Evolution und ihre letzte Vollendung« gesehen hat. Ziel ist die dann erst zu erreichende »Menschwerdung« der Menschen.

    Mit einer ganz eigenen Sprachkraft hat de Chardin seine Gedanken im Französischen ausgedrückt. Jesus und die von ihm gelebte Liebe werden in den Evolutionsprozess, den er in diesem letzten Stadium »christification«, die »Christuswerdung des Kosmos«, nennt, eingefügt. Dazu gehört als treibende Kraft die »amorisation«, die »Durchdringung des Kosmos mit Liebe«, und die dadurch erst mögliche »hominisation«, die »Menschwerdung« der Menschen. Sie führt hin zur Ver-Geist-igung. Die Tatsache, dass Liebe die personale Dimension von Geist ist, hat de Chardin auf diese ganz eigene Weise mit dem naturwissenschaftlichen Evolutionsdenken verbunden.

    nach: Klaus-Peter Jörns, Update für den Glauben, Gütersloher Verlagshaus 2012, S. 99

    Infos zu Pierre Teilhard de Chardin SJ: hier clicken ...




    0 0

    Trauermarsch von Paris 

    Die Anführer der Welt, die nicht anführen

    Das Bild ging um die Welt: 50 Staats- und Regierungschefs marschieren Arm in Arm durch Paris. Es wirkte zwar so, als würden sie dem Trauerzug vorangehen, doch tatsächlich waren sie nur unter sich.


    Marsch der Weltenführer von vorne: Dieses bekannte Bild lässt die Staats- und Regierungschefs wirken, als würden sie dem Trauermarsch tatsächlich vorangehen | © Eric Feferberg/AFP

    Der Schulterschluss der 50 ist jetzt schon eines der Bilder des Jahres: Mehr als 50 Staats- und Regierungschefs waren nach Paris gekommen, um den Opfern des Pariser Anschlags sowie der Geiselnahme zu gedenken. Und zusammen mit mehr als einer Million Menschen für Pressefreiheit zu demonstrieren. Auch wenn nicht jeder geladene Staatsgast ein geeigneter Vertreter für das freie Wort war, der eine oder andere Ex-Führer ungebeten in den Vordergrund schummelte und der wohl wichtigste Staatschef gar nicht erschien - wichtig war es dabei zu sein. Dabei in der Riege der Großen, die voran gehen und Solidarität demonstrieren. Anführer eben. Auch wenn die Spitzenpolitiker aus aller Welt genau genommen niemanden so richtig angeführt haben.


    Marsch der Weltenführer von oben: Die Traube am oberen Bildrand sind die Staats- und Regierungschefs, davor die versammelte Presse und mit Abstand weitere Demonstranten, dahinter: Security | © Kenzo Tribouillard/AFP


    Die Bilder, die die Fotografen vor Ort gemacht hatten, erweckten den Eindruck, als würden Francois Hollande, Angela Merkel, Jean-Claude Junker und Donald Tusk tatsächlich der riesigen Menschenmenge voranschreiten. Doch neue Bilder, die die Szenerie aus der Luft zeigen, machen klar: Da marschierte eher ein kleiner Block isoliert über die Straßen von Paris - begleitet von einem Tross zahlloser Sicherheitsleute.



    Englische Medien berichten, dass der einsame Marsch der Weltführer abseits der eigentlichen Route entlanggeführt wurde. Offenbar um 15.30 Uhr am Platz Léon Blum – ungefähr auf halber Strecke der offiziellen Wegstrecke. Danach waren die meisten der Gäste wieder abgereist, während die Millionen anderen Teilnehmer die rund drei Kilometer vom Platz der Republik zum Platz der Nation zurücklegten.



    Die Tatsache, dass die Solidaritätsbekundung am Rande des eigentlichen Zugs stattfand, sorgt für eine Reihe hämischer Kommentare. Ein Korrespondent der britischen Financial Times etwa twitterte: "Sieht so aus, als würden die Anführer der Welt nicht wirklich "anführen". Und der US-Politologe Ian Bremmer schrieb: "All diese Weltführer - eigentlich nicht bei dem Marsch dabei". Als Entschuldigung für die Staatenlenker muss natürlich angemerkt werden, dass niemand für ihre Sicherheit hätte garantieren können, wenn sie tatsächlich der Menschenmenge vorangeschritten wären, wie einige Bilder das suggerieren. Vor allem dann nicht, wenn so gleich fünf Dutzend von ihnen, böse formuliert, auf dem Silbertablett serviert werden.

    nik | stern.de 

    ---------------------------------------------------------------------

    Kritik an "Tagesschau" 

    Gefährliches Spiel mit der Glaubwürdigkeit

    Die etablierten Medien stecken in der Glaubwürdigkeitskrise. Da kommt Kritik an Berichten zum Pariser Trauermarsch zur Unzeit. Dass ARD-aktuell-Chef Gniffke davon nichts hören will, ist bedenklich. 

    Ein Kommentar von Dieter Hoß | stern.de

    Sprechen wir über die Glaubwürdigkeit der Medien. Es ist nötig, es ist wichtig. Gerade jetzt, da es in der Redaktion von "Charlie Hebdo" einen direkten Anschlag auf die Pressefreiheit gegeben hat, da in einer Umfrage fast jeder zweite Deutsche angibt, den etablierten Medien zu misstrauen, da allwöchentlich Rechtsgesinnte das unsägliche Wort von der "Lügenpresse" herausbrüllen. Es ist eine Gemengelage, in der die etablierten Medien ihr höchstes Gut, ihre Glaubwürdigkeit, mehr denn je hoch halten und schützen müssen. Und es ist nicht die Zeit, Kritik und Diskussionen so brüsk abzuweisen, wie es ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke im "Tagesschau"-Blog tut.


    Fototermin: 40 Staats- und Regierungschefs umringt von Sicherheitsleuten setzen gemeinsam ein Zeichen gegen den Terrorismus - abseits der Demonstranten | © AFP
    Gniffke hält die Kritik an der Berichterstattung über den beeindruckenden Trauermarsch von Paris am vergangenen Sonntag für "kompletten Unfug". Entzündet hatte sie sich daran, dass in etlichen Berichten der Eindruck vermittelt wurde, 40 Staats- und Regierungschefs hätten inmitten von rund 1,6 Millionen Menschen, auf der Champs-Élysées der Terroropfer gedacht und Geschlossenheit demonstriert. Diesen Eindruck vermittelte auch die 20-Uhr-Ausgabe der "Tagesschau" am Sonntag eindeutig. Kein Wort davon, dass die hochrangigen Politiker abseits der Massen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen rund 15 Minuten in einer Nebenstraße demonstrierten. Gemeinsam, Arm in Arm, aber eben nicht inmitten der Demonstranten.

    Inszenierung offen legen

    Ob dieser Umstand angesichts notwendiger Sicherheitsmaßnahmen verständlich ist, oder ob man findet, dass das Zeichen der Geschlossenheit, das François Hollande, Angela Merkel und Co. setzen wollten, durch diese Sonderrolle weniger kraftvoll ist als berichtet, darüber sollte jeder für sich urteilen. Entscheidend aber ist, dass die kritisierten Berichte, auch jener in der "Tagesschau"-Hauptausgabe, dem Zuschauer die Möglichkeit zu dieser Entscheidung vorenthalten haben. Schon ein kurzer Hinweis, eine kurze Erläuterung hätte gereicht. Wenn es aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, dass sich Regierungschefs an die Spitze eines solchen Marsches setzen, dann gehört das eben auch zur Wahrheit - erst recht bei diesem Ereignis. Und diesen Teil der Wahrheit zu nennen und nicht durch eine Bildauswahl zu verbrämen, gehört zur Glaubwürdigkeit. Ganz besonders bei einem Medien-Flaggschiff wie der "Tagesschau".

    "Wenn sich Politiker vor eine Kamera stellen, ist das immer eine Inszenierung, jede Pressekonferenz ist eine Inszenierung", betont Gniffke im "Tagesschau"-Blog. Doch seit wann machen sich seriöse Medien so widerstandslos zum Teil einer solchen Inszenierung? Ist es nicht gerade ihre Aufgabe, die Inszenierung offen zu legen? Und was ist mit dem Publikum? Können Medienmacher wirklich davon ausgehen, dass dem Zuschauer bewusst ist, dass sich 40 Regierungschefs natürlich nicht an die Spitze eines öffentlichen Marsches setzen können - obwohl es genauso berichtet wird? Wohl kaum.

    Berichtet, was so nicht geschehen ist

    Dass eine solche Diskussion ausgerechnet bei der Berichterstattung über ein Ereignis aufkommt, das dem Bekenntnis zur Pressefreiheit dient, ist besonders tragisch. Ein Grund, die Diskussion nicht zu führen (Gniffke: "Halten wir es doch einfach mal aus, dass es eine große Geste von Millionen von Menschen und zahlreichen Politikern gab, an der nichts auszusetzen ist."), darf das nicht sein. Der ARD-aktuell-Chef weist im "Tagesschau"-Blog darauf hin, dass jedes Foto nur einen Ausschnitt zeigt und es stets viel mehr gibt, als auf einem Bild zu sehen ist. Das ist korrekt. Doch die "Tagesschau" und andere sind in diesem Fall darüber hinaus gegangen. Sie haben etwas gezeigt, was so nicht geschehen ist. Und sie haben damit tragischerweise - ungewollt - jenen Futter geliefert, die das Unwort von der "Lügenpresse" im Munde führen.

    Das zu vermeiden, ist ein Gebot der Stunde. Es gilt, das Vertrauen des Publikums in die Medien neu zu gewinnen und zu erhalten, und es nicht auch noch unnötig aufs Spiel zu setzen. Deshalb sollten wir über die Glaubwürdigkeit der Medien sprechen. Gerade jetzt, und immer wieder.

    ---------------------------------------------------------------------

    Das halt ich im Kopf nicht aus: 
    An dem Tag, an dem die "Jury in Darmstadt" das "Unwort des Jahres" für 2014 kreiert und veröffentlicht - nämlich das Wort "Lügenpresse" - kommt heraus, dass just mal unsere Fernsehsender und ARD-Tagesschau und ZDF-Heute uns am Sonntag bei der Berichterstattung vom "Je-suis-Charlie"-Trauermarsch in Paris so richtig reingelegt haben: Die 50 versammelten Staatsmänner "marschierten" extra in einer abgelegenen und abgeriegelten Straße ein paar Schritte zu einem Kamera- und Fototermin - und waren nach gut 15 Minuten Trauerspiel ganz schnell wieder verschwunden - und zum Teil schnurstracks wieder abgereist ... 
    Da erzählt man uns "draußen an den Bildschirmen und Lautsprechern" dass die Marschkolonne insgesamt aus mehreren Millionen Menschen bestanden hätte - angeführt zunächst von den Angehörigen der Ermordeten - und dann gefolgt von eben diesen gut 50 Staatsmännern aus aller Welt: Arm in Arm - Schulter an Schulter ... - aber das war vielleicht nicht nur diesmal lediglich "ganz großes Kino" - so etwas wie eine überdimensionierte "Lindenstraße" - einfach nur Szene mit entsprechend ausgesuchter "Kulisse" - und dann: "Action" - nur um uns alle den S!NEDi-Sand in die Augen zu streuen - und die allseits gefilmten Tränen der schrecklich-traumatisierten Betroffenen waren nur Krokodilstränen ... Ja - da hat man ganz bös mit unseren Gefühlen gespielt ... - man hat uns etwas vorgegaukelt ...
    Dass für so eine Farce all diese Staatsrepräsen-Tanten wie "use Anchela" (westfälisch "platt) pressegeil tatsächlich mitmachen und ihre schauspielerischen Fähigkeiten ohne Substanzverlust präsentieren - sich einfach zur Verfügung stellen - und wir mit unseren Steuergeldern eine solche Show auch noch finanzieren - und dann für die geschickt geschnittenen aber eigentlich doch gefälschten und ge"türk"ten Lügenszenen auch noch unsere Fernseh-Gebühren zahlen müssen - dass ist ungeheuerlich ... Ja - und dann wundert man sich, wenn mittlerweile vielleicht über 30.000 ganz in echt mitwandernde PEGIDA-Montagsspaziergänger in Dresden ganz laut "Lügenpresse" brüllen - um so - wie jüngste Untersuchungen herausgefunden haben wollen - eigentlich nur ihre "allgemeine UNzufriedenheit" massenhaft zum Ausdruck bringen - und sich angeblich hinter den eigentlichen Leitparolen "gegen den Islam" lediglich zumeist verstecken ... 

    • Ähhh - um das mal richtigzustellen: In Zeiten von Großen Koalitionen in der BRD-Politik entwickelten sich auch früher schon extrem agierende Randerscheinungen wie z.B. die APO (= Außerparlamentarische Opposition - die seinerzeit aber eindeutig linkslastig agierte - und das allerdings als Reaktion auf eine eher rechtslastige Koalition - während die PEGIDA heutzutage - bei einer doch eher "linkslastig" agierenden - insgesamt nach eigenem Bekunden eher auf eine "sozial und demokratisch" gebürsteten Koaltionsvariante hoffenden ...
    • und jetzt aber als Reaktion eher als rechtslastig zu verorten ist ...  

    Das neue Jahr hat seinen ersten Skandal - und das ist einfach nur - im wahrsten Sinne des Wortes - ein "Trauerspiel" - da wo allerdings echte Trauer und echte Empathie im Hinblick auf "Charlie Hebdo" nur angebracht wären...


    0 0


    Gedacht heißt nicht immer gesagt,
    gesagt heißt nicht immer richtig gehört,
    gehört heißt nicht immer richtig verstanden,
    verstanden heißt nicht immer einverstanden,
    einverstanden heißt nicht immer angewendet,
    angewendet heißt noch lange nicht beibehalten. 
    Konrad Lorenz (1903-89), österreichischer Verhaltensforscher, 1973 Nobelpreisträger

    ==================================================

    Die Bibel bezeichnet die Zunge als ein scharfes Schwert (Psalm 64, 4) - also fuchtel nicht wie blöd damit rum, sondern pass gefällst drauf auf!

    Mandy - auf dem Blog www.gekreuzSIEGT



    GESAGT IST GESAGT 
    2 Zitate, die es in sich haben - und die jeweils auf ihre Art furchtbar aktuell sind ...




    "Antisemitismus ist unsere staatliche und bürgerliche Pflicht", sagt Kanzlerin Merkel, und meint natürlich den Kampf gegen Antisemitismus. Merkel selbst registriert den Ausrutscher gar nicht - sie folgt ihrem Manuskript bis zum Ende. 15.01.2015 | Regierungserklärung im Deutschen Bundestag

    Der Olle Fritz ...: ...wollen wir ihnen Moscheen bauen ...




    "Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, so sie bekennen, ehrliche Leute sind. Und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land bevölkern, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen. Ein jeder kann bei mir glauben, was er will, wenn er nur ehrlich ist."

    Friedrich II - Der Alte Fritz, König von Preußen, an den Stadtrat von Frankfurt an der Oder, 1749
    zitiert nach: Gott 9.0: Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird | von Marion Küstenmacher, Tilmann Haberer, Werner Tiki Küstenmacher | Gütersloher Verlagshaus 

    ________________________________________
    ... tja - da war der olle Preußen-König seiner Zeit weit voraus - und PEGIDA heute rückständiger als er damals - vor 266 Jahren ... 
    _______________________________________

    Es gilt das gesprochene Wort

    "Es gilt das gesprochene Wort" - ist eine Routineformel in vorab veröffentlichten Manuskripten, mit der betont wird, dass es sich um die Niederschrift einer Rede handelt und der Redner Passagen weglassen oder hinzufügen kann.

    Zitate
    Journalisten sind gehalten, nicht das zu zitieren, was in dem Handout steht, sondern das, was tatsächlich gesagt wurde. So heißt es etwa in einem Leitfaden zu Pressekonferenzen einer Jugendorganisation einer Partei: „Bei Redemanuskripten darf der Zusatz «Es gilt das gesprochene Wort» nicht fehlen. Das heißt, die Journalisten dürfen nicht aus dem Manuskript zitieren, wenn in der Rede etwas anderes gesagt wird.“

    ________________________________________

    "Du musst mit den Folgen deiner Worte leben – seien sie nun gut oder böse. Worte haben Macht: sie können über Leben und Tod entscheiden. Darum ist jeder für die Folgen seiner Worte verantwortlich." -
    Die Bibel: Sprüche 18, 20 HfA

    "Die Zunge kann, so klein sie auch ist, enormen Schaden anrichten. Ein winziger Funke steckt einen großen Wald in Brand! Die Zunge ist wie eine Flamme und kann eine Welt voller Ungerechtigkeit sein. Sie ist der Teil des Körpers, der alles beschmutzen und das ganze Leben zerstören kann, wenn sie von der Hölle selbst in Brand gesteckt wird.
    Der Mensch kann die unterschiedlichsten Tiere und Vögel, Reptilien und Fische zähmen, aber die Zunge kann niemand im Zaum halten. Sie ist ein unbeherrschbares Übel, voll von tödlichem Gift. Mit ihr loben wir Gott, unseren Herrn und Vater; dann wieder verfluchen wir mit ihr andere Menschen, die doch als Ebenbilder Gottes geschaffen sind. So kommen Segen und Fluch aus demselben Mund. Und das, meine Freunde, darf nicht so sein!" - Die Bibel: Jakobus 3, 5-10


    0 0

    Behörden in Erklärungsnot 

    Warum musste der Asylbewerber Khaled Idriss Bahray in Dresden sterben?

    • Ein Flüchtling aus Eritrea wird in der Pegida-Stadt erstochen - von wem und warum ist unklar. 
    • Im Treppenhaus des Toten werden Hakenkreuze entdeckt. 
    • Die Behörden sind in Erklärungsnot.


    Khaled Idriss Bahray - Bildbearbeitung nach einem Foto von 
    HOLM HELIS/DRESDNER MORGENPOST

    Seit Wochen gehen in Dresden Tausende Pegida-Anhänger auf die Straße und protestieren gegen eine angebliche Überfremdung. Sie fordern eine Verschärfung des Asylrechts, warnen vor der "Islamisierung des Abendlandes". Die Stimmung in der Stadt ist aufgeheizt. Ausgerechnet jetzt wird in Deutschlands Pegida-Hochburg die Leiche eines jungen Asylbewerbers gefunden. Auch wenn Hintergründe und Motive noch völlig im Dunkeln liegen, löst die Gewalttat Entsetzen aus. Zusätzlich lässt eine erste Fehleinschätzung der Polizei die Wellen hochschlagen.

    "Ich bin zutiefst betroffen, weil ich das fürchterlich finde, was hier passiert ist", sagte Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD). Der Fall müsse nun unverzüglich aufgeklärt werden. "Damit wir wissen, wie es zustande gekommen ist, was passiert ist und wer es gewesen ist."

    Grünen-Politiker Beck stellt Strafanzeige

    Der 20-Jährige aus Eritrea war am Dienstagmorgen tot vor seinem Wohnhaus in einer Plattenbausiedlung gefunden worden. Dort hatte er in einer Vierzimmerwohnung mit sieben Landsleuten gelebt. Die Polizei sah zunächst keine Hinweise auf Fremdeinwirken. Erst eine Obduktion ergab, dass der junge Schwarze durch mehrere Messerstiche in Hals und Brust starb.

    Die Ermittlungen der Polizei wirkten dilettantisch, meint Grünen-Innenpolitiker Volker Beck - und erstattete Strafanzeige. Er sieht Anzeichen für eine mögliche Strafvereitelung im Amt. "Erst nach der Obduktion des Opfers räumt die Polizei ein Fremdverschulden ein und schickt erst 30 Stunden nach der Tat die Spurensicherung an den vermeintlichen Tatort", sagte der Bundestagsabgeordnete dem Internetportal der "Dresdner Morgenpost".

    Polizei räumt nach Tod eines Asylbewerbers Fehler ein

    Die Erklärung für die Fehleinschätzung lieferte Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll im Innenausschuss des Landtags: Noch am Fundort der Leiche habe der Notarzt einen offenen Schlüsselbeinbruch diagnostiziert. Ein Fremdverschulden hätten die Beamten deshalb nicht gleich sehen können. "Die Messerstiche waren zunächst nicht erkennbar gewesen", bestätigte auch Oberstaatsanwalt Lorenz Haase. "Wir setzen alles in Bewegung, um die Täter zu finden."
    Derzeit werden Nachbarn und Mitbewohner befragt sowie Augenzeugen vor dem Supermarkt, wo der 20-Jährige offenbar am Montagabend einkaufen gehen wollte. Wegen der Sprachbarrieren müssten Dolmetscher eingesetzt werden, das erschwere die Ermittlungen, so Haase. Zudem werde Videomaterial ausgewertet, Spezialhunde suchten die Umgebung nach Spuren ab. Hinweise auf Täter, Hintergründe und Umstände des Verbrechens gebe es aber noch nicht. Die Mordkommission wurde auf 25 Beamte aufgestockt.

    Hakenkreuze im Treppenhaus

    Dass Asylbewerber von den wöchentlichen Pegida-Demonstrationen nicht unberührt bleiben, berichtet auch die Arbeiterwohlfahrt. Viele Flüchtlinge - darunter Frauen mit Kopftuch - trauten sich montags nicht mehr auf die Straßen. "Flüchtlinge in dieser Stadt haben Angst", sagt eine Sprecherin. Ein AWO-Mitarbeiter, der den 20-Jährigen und dessen Mitbewohner bisher betreute, berichtete selbst von Tritten gegen die Wohnungstür und Hakenkreuz-Schmierereien im Treppenhaus. Den Männern aus Eritrea waren die noch gar nicht aufgefallen. "Weil sie mit dem Symbol nichts anfangen konnten."

    Nach Bekanntwerden der Gewalttat demonstrierten am Mittwoch mehr als 100 Menschen spontan, im Szeneviertel Neustadt wurde eine Mahnwache abgehalten. An der Stelle, wo der Ostafrikaner von Passanten gefunden wurde, legten Anwohner Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Auch Vertreter vom sächsischen Flüchtlingsrat kamen in die Plattenbausiedlung, um weiße Rosen niederzulegen. "Beklemmend und bedrückend", beschrieb eine Mitarbeiterin die Stimmung. In Berlin legten am Donnerstag rund 40 Menschen an der sächsischen Landesvertretung Blumen nieder und stellten Kerzen auf.

    Oberbürgermeisterin warnt vor Spekulationen

    Nach Angaben aus dem Dresdner Rathaus sind nun verstärkt Sozialarbeiter im Einsatz, um mit den rund 30 Asylbewerbern zu sprechen, die derzeit in Wohnungen in der Plattenbausiedlung im Südosten der Stadt untergebracht sind. Unter anderem geht es um die Frage, ob sie trotz der Vorgänge in ihren Wohngemeinschaften bleiben wollen. In der Regel ist ein Sozialarbeiter für die Begleitung von rund 200 Flüchtlingen verantwortlich.

    Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) warnte davor, Spekulationen in die eine oder andere Richtung abzugeben. "Ich glaube, mir geht es wie vielen, dass diese Tat an einem Asylbewerber aus Eritrea, der in unserer Stadt gelebt hat, viele Fragen aufwirft", sagte sie. Sie hoffe, dass Polizei und Staatsanwaltschaft diese aber schnell klären könnten.

    lie/Christiane Raatz/DPA | stern.de


    "Aus aller Welt - zu Hause in Sachsen".

    Am Mittwochnachmittag gab es eine Mahnwache für Khaled Idriss Bahray am Dresdner Jorge-Gomondai-Platz. Er ist nach einem Mann aus Mosambik benannt, der 1991 in Dresden von Rechtsextremisten verfolgt worden und bei einem Sturz aus der Straßenbahn ums Leben gekommen war. Der Trauerzug marschierte vor das Albertinum auf der schicken Altstadtseite Dresdens. Dort, im Lichthof, gab Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zu dieser Zeit seinen Neujahrsempfang. Motto: "Aus aller Welt - zu Hause in Sachsen".

    Tillich wirbt bei diesem Neujahrsempfang für Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und gutes Miteinander. Er hat zu Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit aufgerufen. „Ich sage heute allen, die aus aller Welt zu uns gekommen sind: Herzlich willkommen in Sachsen“, betonte Tillich anlässlich des Neujahrsempfangs am Mittwoch im Dresdner Albertinum. Gleichzeitig dankte er ausdrücklich den Menschen, die sich im Freistaat für die Integration einsetzen.

    Erste Reaktionen auf PEGIDA-Umzüge und allgemeinem Misstrauen gegenüber Ausländern in Dresden

    Über die Grenzen Deutschlands hinaus ist Dresden als Hightech-Standort bekannt. Die Stadt gilt als Zentrum der europäischen Mikroelektronikbranche, sie beherbergt zahlreiche Start-ups, Nanotechnologiefirmen, Biotechnologieunternehmen, Medizintechniker wie GlaxoSmithKline, eine berühmte Technische Universität.

    Für Unternehmer solcher Branchen sind die Pegida-Proteste Gift. Immerhin sind sie auf Wissenschaftler und hochspezialisierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Zudem ist die Stadt eines der beliebtesten deutschen Touristenziele.
    Nun leidet der Ruf des Standorts unter den allwöchentlichen, teils ausländerfeindlichen Protesten. Vielen Unternehmern drohen Umsatzeinbußen. Die ersten reagieren besorgt.

    "Das Bild, das durch die Proteste von Dresden entsteht, ist sehr verunsichernd", bestätigt Diego Schwarz, Verantwortlicher des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft für die Stadt Dresden. Eine mögliche Folge könnte sein, "dass ausländische Fachkräfte Dresden verlassen".

    Während sich Hoteliers und Unternehmer sorgen, spürt die Technische Universität Dresden bereits negative Folgen der Pegida-Proteste. "Die TU Dresden muss leider in Einzelfällen erleben, dass ausländische Wissenschaftler auf Grund der aktuellen Entwicklungen Dresden verlassen", sagt Hans Müller-Steinhagen, Direktor der TU Dresden.


    Auch unter den ausländischen Studenten, die rund ein Achtel der Studierenden ausmachen, herrscht teils Verunsicherung. Steinhagen hält das für beunruhigend. "Durch die Vorgänge der vergangenen Wochen hat das Ansehen von Dresden und Sachsen bereits weit über die Grenzen des Landes hinaus erheblichen Schaden genommen", sagt er.

    (Textquellen: SPIEGEL.de und MOPO24)

    Update 16.01.2015:
    aus: Schlag 12 - der Mittagskommentar aus Berlin: Khaleds Tod, Dresdens Gau

    Wer auch immer für den Tod von Khaled Idriss Bahray verantwortlich ist - schon der Umgang der Polizei mit dem Fall ist ein übler Skandal. Er ruiniert Dresdens Ruf komplett. Von Silke Müller | stern.de


    Hier starb Khaled Idriss Bahray: Weiße Tulpen auf einer getrockneten Blutlache vor dem Plattenbau an der Johannes-Paul-Thilman-Straße im Stadtteil Dresden-Leubnitz-Neuostra | © Christian Essler/DPA | stern.de

    ... Das Vertrauen in die Objektivität der Dresdner Polizei geht Stück für Stück verloren. Am Rand der Pegida-Märsche äußerten Einsatzkräfte gegenüber dem stern unverblümt ihre Sympathie für die ausländerfeindlichen Parolen der Bewegung. In einem Bus der Polizisten lag eine Deutschlandfahne über das Armaturenbrett drapiert. Und die Teilnehmerzahlen, die jeweils für Pegida- und Anti-Pegida-Märsche von der Polizei bekannt gegeben werden, gehen unverhältnismäßig weit auseinander. Viele Beobachter zweifeln seit Wochen an der Glaubwürdigkeit dieser Schätzungen.

    Doch man kann seine Unschuld nicht scheibchenweise verlieren. Mit dem Fall Khaled I. ist der Punkt erreicht, an dem nicht nur die Polizei sich selbst gründlich prüfen muss, sondern auch die Instanzen der Staatsgewalt ihre gegenseitige Kontrollpflicht ausüben sollten.

    Die Gräben der Stadt

    Die Anzeige des grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck gegen Unbekannt wegen möglicher Strafvereitelung im Amt ist folgerichtig und im besten Sinne eine demokratische Pflicht. Es muss lückenlos aufgeklärt werden, wie Khaled I. starb. Und wie es zu solch eklatanten Ermittlungspannen kommen konnte.

    Eines aber ist nicht wieder gut zu machen. Der junge Mann ist tot. Und egal, ob am Ende Ausländerfeinde, sein eigenes Umfeld oder sonstwer den Tod zu verantworten hat, die Gräben in der Stadt sind noch tiefer, das Misstrauen größer, der Imageverlust in der Welt unermesslich geworden ...





    "Es darf nicht sein - was nicht sein kann." So scheint die Dresdener Polizei zunächst den Mordfall an den 30-jährigen Khaled Idriss Bahray aus Eritrea behandeln zu wollen ... Und wie schon so oft bei ähnlichen Ereignissen in Sachsen und auch anderswo wird zunächst eine fremdenfeindliche Tat - vor allem auch im Zusammenhang mit den PEGIDA-Umzügen - erst einmal ausgeschlossen ...Und so müssen Ermittler erst 30 Stunden nach der Tat einen Tatort sichern, wo inzwischen längst alle Spuren verwischt sind ... Manchmal - wenigstens in diesen Tagen besonders wieder - kommt mir der Verdacht, als habe dieses Vorgehen auch System - weil man auf dem rechten Auge der Ermittler vor allem in den neuen Bundesländern doch eine starke Sehschwäche aufweist - und auch die NSU-Scharmützel haben daran nichts geändert ...  
    Da wird der Pfarrer Lothar König über viele Prozesstage vor den Kadi gezerrt, weil die Staatsanwaltschaft Dresden dem Pfarrer „schweren aufwieglerischen Landfriedensbruch“, Nötigung und Strafvereitelung vorwirft. Als Fahrer und Halter eines VW-Busses soll König während der Demonstrationen von Rechtsradikalen 2011 und anschließenden Krawalle in Dresden zu Gewalt aufgerufen haben - ein Verfahren und eine Beweislage, die von Anfang an für alle Beobachter von draußen völlig daneben lagen und an den Haaren herbeigezogen schien ... Bei der gleichen Rechts-Demo mit ihren anschließenden teils brutalen Auseinandersetzungen wurden auch rund eine Million Handydaten erfasst(Funkzellenabfrage), die anschließend zu mehr als 600 Ermittlungsverfahren führten. Und nun nach seiner Wahl zum Thüringer Ministerpräsident wird Bodo Ramelow (Linke) die Beteiligung an Protesten gegen einen Aufmarsch der „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“ im Februar 2010 in Dresden „und die Initiierung einer friedlichen Blockade der rechtsgerichteten Demonstration vorgeworfen“ - also 5 Jahre lang tat sich da nichts - ehe man nun nach der Wahl sich erinnerte ... 
    Was - so fragt MOPO 24 - wenn der Asylant Khaled Idriss Bahray einem Konflikt unter Ausländern zum Opfer gefallen ist, der tödlich endete? In diesem Fall wäre es ein wahrer Wasserfall auf die Mühlen der Asylkritiker von PEGIDA. Was, wenn der Täter ein deutscher Ausländerhasser war...? In jeden Fall hat Dresden verloren. Die schöne Stadt, der Ruf, das Image

    0 0

    Der Tod eines Asylbewerbers
    Wer war Khaled Idriss Bahray? - tagesschau.de

    Der gewaltsame Tod eines Asylbewerbers in Dresden hat für großes Aufsehen gesorgt. Die Freunde von Khaled Bahray befürchten ein rassistisches Motiv. Gegenüber tagesschau.de erzählen sie über ihr Leben in Dresden - und über ihren toten Freund.

    Von Lena Kampf, NDR, für tagesschau.de



    Anfeindungen von einigen Anwohnern

    Die Mitbewohner von Bahray berichten, gegen 22 Uhr habe es noch zwei Mal lange an der Tür geklingelt. Sie hätten nicht aufgemacht, weil in den Wochen zuvor immer wieder bei ihnen geklingelt worden sei, mitten in der Nacht, um drei oder vier Uhr morgens. Sie hätten Angst gehabt, sagen sie, erzählen von rassistischen Übergriffen: Ein Nachbar habe auf der Straße vor ihnen ausgespuckt, einmal ins Gesicht. Drei Tage vor Bahrays Tod hätten sie zwei Hakenkreuze an ihrer Wohnungstür entdeckt. Die Schmiererei haben sie bereits abgeschrubbt, nur der Abdruck eines halbes Kreuzes ist noch zu sehen. 

    Einige Äußerungen der Nachbarn zeigen zumindest, dass die Asylbewerber mit Argwohn beobachtet werden. Die seien frech, laut, man fühle sich gestört, sagen Anwohner gegenüber tagesschau.de. Es sei doch nur eine Frage der Zeit gewesen, "bis die sich gegenseitig aus dem Fenster stoßen". Andere sagen hingegen, die Männer hätten freundlich gegrüßt. Ein junger Nachbar meint, er habe das Opfer persönlich gekannt, er sei sehr betroffen.

    Der Plattenbau im Dresdner Südosten besteht aus drei zusammenhängenden Häuserfronten, in der Mitte ein großer Hof - Spielplatz, Wiese, Wäscheleinen. Bahray hat hier mit den anderen sieben Männern aus Eritrea im zweiten Stock des Eckhauses gewohnt, vier karge Zimmer, Laminat, an den Wänden lehnen die Fahrräder der Bewohner.

    Whatsapp-Nachrichten an seine Mutter

    Beim Fundort der Leiche im Hof liegen jetzt Blumen und Kerzen. Der Tod von Bahray hat nur sehr wenige Spuren hinterlassen. Genauso wie sein kurzes Leben. Die Biographie und seine Flucht nach Europa lassen sich nur mühsam aus den Erzählungen seines Onkels und seiner Freunde rekonstruieren: Er war der jüngste von ihnen, ein ruhiger, friedlicher Typ. Seiner Mutter habe er jeden Tag Whatsapp-Nachrichten geschrieben, erzählen sie.

    Bahray wird vor 20  Jahren in Keren im Landesinneren von Eritrea geboren. Sein Vater stirbt, als er noch ein Kleinkind ist. Mit etwa fünf Jahren flüchtet er mit seiner Mutter und der Schwester in den Sudan, nach Wadi Halfa. Bahray will etwas lernen, am liebsten Automechaniker. Doch in Wadi Halfa gibt es keine Ausbildung, keine Arbeit, keine Perspektive - und keine Freiheit.

    Bahray flüchtet nach Europa, vor etwa vier Monaten, gemeinsam mit einem Cousin. Sieben Tage durchqueren sie die Sahara nach Libyen. 4000 US-Dollar soll allein die Fahrt durch die Wüste gekostet haben, so erzählen es die Freunde, die die gleiche Route genommen haben. Es sei furchtbar heiß gewesen, es hätte nur sehr wenig Wasser gegeben und einige der Mitreisenden seien gestorben. In Libyen wird Bahray erst einmal festgenommen, so wie die meisten Geflüchteten. Nur gegen Geldzahlung der Familie wird er einen Monat später aus dem Gefängnis entlassen. Wieviel, das weiß auch der Onkel nicht.

    Libysche Schlepper setzen ihn dann in ein kleines Boot, das an der italienischen Küste wohl von der Marine aufgegriffen und nach Sizilien gebracht wird. Sein Cousin schafft es nicht, er ertrinkt im Mittelmeer.

    Khaled Idriss Bahray hatte geschafft, wovon viele seiner Landsleute träumen. Er hatte das sudanesische Wadi Halfa im Februar 2014 hinter sich gelassen, die größte Trockenwüste der Erde durchquert, war lebend durch das schwer umkämpfte Libyen gekommen und hat selbst die 1600 Dollar teure Schiffspassage auf einem Seelenverkäufer nach Italien heil überstanden. Mit dem Zug kam Khaled B. im Juli 2014 in München an. Endlich Deutschland, endlich Sicherheit.



    Dezentrale Unterbringung

    Bahray reist mit dem Zug weiter nach Deutschland und erreicht im August München. Wahrscheinlich kommt er dort in ein Erstaufnahmelager und wird dann nach bundesdeutschem Schlüssel verteilt. Erst nach Chemnitz, dann nach Schneeberg und von dort in die "dezentrale Unterbringung": Ihm wird eine Wohnung in Dresden zugeteilt, im September ziehen die acht Männer hier ein. "Wir haben uns Dresden nicht ausgesucht", sagt einer der Freunde.

    Und sie möchten hier nicht bleiben. "Wir haben solche Angst", sagt der 26-jährige Hassan Saleh, der ein Zimmer mit Bahray geteilt hat. In Eritrea hätten sie von der Freiheit in Deutschland geträumt. Und von der Sicherheit. Aber seitdem sie hier sind, fürchten sie sich. Seitdem sie hier sind, gibt es "Pegida". Was die Demonstrationen genau bedeuten, verstehen die Freunde Khaleds nicht, aber sie spüren: Sie sind hier nicht erwünscht.

    Nachdem die Polizei am Dienstag zunächst behauptete, es könne sich um einen Selbstmord handeln, haben die Männer kein Vertrauen in die Aufklärung der Tat: Am Mittwochabend, nach ihren Zeugenaussagen auf dem Polizeipräsidium, bedrängten sie den Ermittlungsführer der Kriminalpolizei mit Fragen: Warum man nur sie mitgenommen habe? Werden die anderen Nachbarn auch befragt? Und ob denen auch DNA-Proben entnommen werden, wollen die Eritreer wissen. Der Polizist beschwichtigt: Der Täter werde nicht in im Freundeskreis vermutet, aber die Polizei ermittle in alle Richtungen.

    "Hier wird Hass geschürt!"

    Auf einer Veranstaltung von antirassistischen Gruppen in Dresden am Mittwochabend berichtete Mahmoud Kassem, der Vorsitzende des Islamischen Zentrums Dresden, von zunehmenden Bedrohungen von Muslimen in der Stadt, von täglichen Beleidigungen und Übergriffen. "Hier wird Hass geschürt, Hass injiziert", sagt er.

    Andrea Hübner von der Opferberatung RAA Sachsen hält die Befürchtungen für berechtigt, dass in der momentanen Stimmung die Hemmschwelle sinkt, Hetze in die Tat umzusetzen. Es liege noch keine genaue Statistik für 2014 vor, sagt Hübner, aber die Zahl der rassistisch motivierten Übergriffe sei in den vergangenen Wochen "definitiv angestiegen".

    Auf Anfrage von tagesschau.de sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, bisher habe es noch keine Hinweise auf ein Tatmotiv gegeben. Khaled Idriss Bahray wird nächste Woche beerdigt. In Deutschland. In Dresden.

    ----------------------------------------------------------------------------

    Das Eine hat immer nur bedingt mit dem Anderen zu tun - hier:
    Von der traurigen Realität in die notwendige Satire - damit wir überleben können ...

    Pegida-Organisator gegen "Titanic"

    Bachmann beschwert sich über Humorpresse

    "Heil Hitler und einen schönen Tag": Die "Titanic" veräppelt den Pegida-Organisator Lutz Bachmann. Der droht nun damit, gegen das Satiremagazin vorzugehen.

    "Bitte keine Vorurteile": Unter diesem Titel veröffentlichte das Satiremagazin "Titanic" auf seiner Webseite einen ausgedachten Gastkommentar von Lutz Bachmann, einem der Organisatoren der islamkritischen Pegida-Bewegung.

    Unter Bezug auf den gewaltsamen Tod eines 20-jährigen Flüchtlings in Dresden heißt es dort: 

    Titanic-Originaltext: 

    "Bitte keine Vorurteile
    Ein Gastkommentar von Pegida-Initiator Lutz Bachmann

    Deutsche! In Dresden ist am Montagabend ein zwanzigjähriger Asylbetrüger Asylbewerber tot aufgefunden worden – freilich: Dies ist sehr bedauerlich. Außer, daß er durch Stichwunden zu Tode kam, ist nichts bekannt, doch die Medien besitzen die Unverfrorenheit, in ihren Hetzartikeln eine Verbindung zu den friedlichen (!) Märschen der Pegida-Bewegung herzustellen, die sich unter Dresdens Bürgern einer großen Beliebtheit erfreuen. Wissen Sie, liebe Mitdeutsche, was eine anständige Beerdigung kostet? Gut 8000 D-Mark. Kein besorgter Europäer kann es im Sinn haben, den deutschen Steuerzahler durch den Mord an einem mittellosen Bittsteller mit einer derartigen Summe zu belasten. Und überhaupt: Warum Mord? Haben wir von unseren deutschen Müttern nicht alle gelernt: "Mit spitzen Gegenständen läuft man nicht"? Wer kann ausschließen, daß der saubere Herr Asylant nicht mit einem Messer einem Dresdner Großmütterchen hinterhergejagt ist, um ihr die Handtasche zu entwenden? Eben. Die Vorverurteilung durch gleichgeschaltete Presseorgane trifft mich wie ein Stich ins Herz. Bitte seien Sie klüger. 
    Heil Hitler und einen schönen Tag."

    Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, fand Bachmann, der bei der jüngsten Pegida-Demonstration seine Solidarität mit dem Satiremagazin "Charlie Hebdo" bekundet hatte, das gar nicht lustig: "Was hier abläuft, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten!", teilte er in einem, laut "FR" mittlerweile gelöschten Kommentar auf seiner Facebook-Seite mit. "Ich habe nie irgendeinen Kommentar abgegeben, und mit Satire hat dies nix mehr zu tun!"


    Bachmann habe den fingierten Gastkommentar als "Rufmord" bezeichnet und angekündigt, den satirischen Text von seinen Anwälten prüfen zu lassen, berichtet die Zeitung.


    0 0


    S!NEDi: ABSENCEN VON BEGRENZTER DAUER - BEGRENZTER DAUER - 

    Michel Houellebecq
    ABSENCEN VON BEGRENZTER DAUER
                             I. 
    Ein Fazit des gestrigen Tages zu ziehen verlangt mir wirklichen 
    Mut ab, so sehr fürchte ich mich davor, beim Schreiben
    schreckliche Dinge zutage zu bringen, die besser in der Vagheit 
    meines Hirns geblieben wären.

    Gern würde ich irgendetwas tun, das mich, und sei es nur für
    ein paar Stunden, aus diesem Loch befreit, in dem ich ersticke.

    Mein Hirn ist ganz und gar von seinen grausamen Dämpfen
    durchdrungen, Eisenlampe und niedere Arbeiten unter dem
    unsicheren Blinken einer Warnleuchte.
    Verglichen mit diesem Spiel auf Leben und Tod ist alles Übrige
    reichlich fad.

    Vor der weißen Landschaft komme ich mir abstrakt vor, die
    Drähte aus dem Kopf gezogen, Augen  träge und blinkend
    wie Signallampen.

    Der  18.: Ich habe ein neues Niveau des  Schreckens erreicht.
    Ich will nur noch eines: all diese Menschen hinter mir lassen.
    So weit wie möglich außerhalb von allen anderen leben.

    aus: Michel Houellebecq: GESTALT DES LETZTEN UFERS - Gedichte -Dumont, 2014 - S. 27


    Ähh - natürlich hat M. Michel Houellebecq zur Zeit nur eins im Auge und eins im Sinn - nämlich wie denn sein neuester "Je-suis-Charlie"-Roman "Unterwerfung" jetzt auf Deutsch erschienen - ankommt ... Sein Roman hält dem Westen einen Zerrspiegel vor. Doch was vor zehn Tagen noch ein frivoles Spiel war, liest sich nach den Anschlägen von Paris anders...


    0 0







    Euch weiterhelfen kann ich nicht ...
    Ihr wolltet über den Groszen Graben klettern
    Euch vom Fährmann hinübersetzen lassen
    Ohne Seil und doppelten Boden
    Okay - anschnallen ist seit den RAF-Prozessen
    Nicht mehr erlaubt: 
    Das sei Freiheits-Beraubung - 
    Wie sie sagen  ...
    ... und unter all den Talaren
    ... all der Muff von tausend Jahren ...

    Da - da dreht doch glatt 
    Dreht sich doch - und nochmal - und nochmal
    Die Schwalbe zieht ihre Bahnen - 
    Über Syrien - über Kurdistan ...
    Die Freiheit - die ich meine - 
    Die ist so hoch wie - so weit wie - 
    So tief wie - So - wie ...
    Ja - wie denn ...???

    Und ich fühl im Looping-Dreh diese Welt
    Von unten - und im Überrunden - von oben ...
    Und im Crash-Dreh: wenn über mir und unter mir - 
    Und rundherum ... - 
    Denn: Was mich nicht umbringt 
    Macht mich nur noch härter ,,,
    Und du - du kannst dich so nicht verdrücken:

    Zack - und steht ...
    Eingefroren

    Und ich schließe die Augen:
    Denn da ist das schneebedeckte Feld
    Mit den Rauhreif-Tannebäumchen
    Angetaut mit meinem heißen Atem

    Mir fällt doch tatsächlich 
    Der Name nicht ein - ...
    Der Name von Ihm - 
    Der - der Immer und Überall
    Da vor sich hinbrabbelt - und den wir
    Alle - wir alle - gar nicht mehr verstehen - 
    Aber den wir ständig in den Ohren haben ...

    Ähh - wie war doch gleich
    War doch gleich
    Wie war doch gleich
    SEIN Name - sein Name: ...
    ICH BIN - DER ICH BIN
    DER - DER ICH BIN ...
    ICH BIN - DER
    ICH BIN
    ICH

    S!NEDi




    0 0

    Foto: DEPA | FR





    DEMO IN DRESDEN
    Tausende gehen für Khaled Idris Bahray auf die Straße

    "Ich bin Khaled"- Tausende Menschen haben in Dresden für eine rasche Aufklärung der Tötung des erstochenen Asylbewerbers Khaled Idris Bahray demonstriert.

    Die Umstände des Todes des erstochenen Asylbewerbers Khaled Idris Bahray aus Eritrea haben in Dresden tausende Menschen auf die Straße geführt. Sie fordern eine rasche Aufklärung. Bei der Demo wird zudem Kritik an der Pegida-Bewegung laut.

    Mehrere Tausend Menschen haben in Dresden des erstochenen Asylbewerbers Khaled Idris Bahray aus Eritrea gedacht. Die Demonstranten forderten bei dem Marsch durch die Innenstadt eine rasche Aufklärung des Falls. Dabei wurde auch die Befürchtung geäußert, die Tat könne rassistisch motiviert gewesen sein. Zudem wurde die Pegida-Bewegung kritisiert. Durch deren Aufmärsche sei Dresden zu einem "Zentrum der Fremdenfeindlichkeit" geworden, hieß es.

    Die Leiche des 20-jährigen Khaled Idris Bahray war am Dienstagmorgen gefunden worden. Die Polizei hatte eine Fremdeinwirkung zunächst verneint und sprach erst nach der Obduktion von einem gewaltsamen Tod durch Messerstiche.

    frankfurter rundschau online

    Ich habe hier zwei Demo-Plakate in hoher Auflösung ins Netz gestellt: Bei Bedarf gern downloaden ... vielleicht mit Photoshop o.ä. etwas nacharbeiten - und Ausdrucken ...







    0 0

    S!NEDi: setzkasten für gefühle ...





    ich kann alle gefühle 
    in schubladen sperren -  tief unten 
    im bauch - wie wackersteine wägen

    die mich droben
    beim nächsten schluck
    in den abgrund zerren

    mit ihrer lieben ziegenmutter
    tanzen junge geißlein
    um die zisterne 


    genug gemeckert
    hab ich mein lebenlang
    ich bin auch nur ein mensch

    ich werd mich erbrechen
    um nicht kotzen zu sagen ...
    mein re-fluxus

    der olle roemheld hat recht:
    gefühle drücken - drücken aufs herz
    wenn lichterloh meine sod brennt

    bis ins dritte und vierte glied
    hallt es dann empor
    von tief unten - aus dem brunnquell
    aller gnaden


    sinedi



    0 0
  • 01/18/15--09:50: Sami Yusuf - ARTE Metropolis

  • Sami Yusuf - Bildbearbeitung S!NEDi - nachARTE


    Phänomenal erfolgreich -
    Der muslimische Popstar Sami Yusuf

    Sami Yusuf ist der derzeit größte muslimische Popstar.

    Seine CDs verkaufen sich millionenfach. Er hat mehr YouTube-Clicks als Justin Bieber und trotzdem ist der in Teheran geborene Brite in der westlichen Welt kaum bekannt. Sami Yusuf demonstriert Bescheidenheit, auch auf der Bühne. Die Musik des 34-jährigen zielt auf Spiritualität, er singt von einem Islam des Friedens und des Miteinanders. 

    Metropolis trifft Sami Yusuf in Dubai, wo der Brite derzeit lebt. Wir beobachten ihn bei einer kleinen Musiksession, streifen mit ihm durch die Stadt und besuchen das World Food Programme der UNO.

    Denn Sami Yusuf ist offizieller Botschafter der UNO-Welthungerhilfe und engagiert sich auch sonst für Menschen in Not weltweit.



    Sami Yusuf
    Sami Yusuf (persisch ‏سامی یوسف‎; * Juli 1980 in Teheran) ist ein britischer Sänger, Komponist und Musiker aserbaidschanischer Abstammung[1]. Bekannt wurde er durch sein Debütalbum Al-Muallim („Der Lehrer“). 2005 erschien sein zweites Album My Ummah („Meine Gemeinschaft“). Am 28. Oktober 2010 erschien sein drittes Album mit dem Titel Where Ever You Are.

    Er erlernte einige Instrumente in jungem Alter und fing an, zu singen und zu komponieren. Er studierte Musik an einigen Institutionen mit berühmten Komponisten und Musikern, einschließlich Komponisten der Royal Academy of Music in London.

    Sami Yusuf ist praktizierender Muslim, seine Lieder thematisieren die Liebe zu Allah, zum Propheten Mohammed und das Muslim sein. In seiner Musik behandelt er auch soziale und humanitäre Themen. Seine Musik ist vor allem in der arabischen Welt erfolgreich und bekannt.

    Sami Yusuf singt auch mit anderen Bands (z. B. Outlandish).

    Sami Yusuf Homepage





    0 0

    Gestern war der 75. Jahrestag des Beginns der "industriell und systematisch" organisierten Massentötungs-Aktionen der Nazis an Menschen, die nicht in ihr herrisch-verquer-völkisches Weltbild einzuordnen waren ... 

    Die ARD-tagesthemen haben diesem Start damals in diese grausam tödlichen Verstrickungen einen Kurz-Beitrag gewidmet, der zeigt, wie eine Enkelin des "Euthanasie"-Opfers Friedrich Crusius, namens Barbara Wenzel, das Leben und Sterben ihres Großvaters erforscht - ... ganz schlicht - damit er "nicht vergessen" wird - wie sie sagt ...

    Auch in dieser Familie war das tatsächliche Schicksal des Friedrich Crusius ein Familiengeheimnis - es wurde einfach totgeschwiegen und verdrängt ...

    Und aus den gleichen Gründen habe ich ja auch das Leben und die NS-"Euthanasie"-Ermordung meiner Tante Erna Kronshage umfassend dokumentiert - und freue mich, wenn immer mehr Angehörige - auch der zweiten und dritten Generation danach - nach dem Verbleib ihrer in der Familienüberlieferung geheimnisumwitterten altvorderen Verwandten forschen und damit anfangen, sich auf die Suche und auf den Weg zu machen, um für eine gesunde Klarheit für die Angehörigen in diesen "Fällen" zu sorgen ... Von ca. 300.000 NS-"Euthanasie"-Opfern sind nach meiner Schätzung bis heute vielleicht allenfalls höchstens 1 Promille der Einzelschicksale erforscht und öffentlich gemacht - es bleibt also noch viel zu tun - "packen wir's an...".

    Die Geschichte erschließt sich uns nicht in Jahres- und Opferzahlen - sondern immer nur in personifizierten Einzelschicksalen und Opferbiographien ... 

    Nach Berechnungen der Historiker müsste heute jeder 8. Bundesbürger einen vom NS-Regime ermordeten Verwandten in seiner Familie haben ...

    Ich habe zu diesem Phänomen des kollektiven überwiegenden Schweigens den gestrigen tagesthemen-Beitrag hier eingebettet - und auch eine Kurzbiographie von Friedrich Crusius bei WIKIPEDIA gefunden und hinzugefügt ...

    Und auf meiner Homepage befindet sich eine Extra-Seite
    Info-Punkt : "Familiengeheimnisse & "Euthanasie" - die Sie bei Interesse hier erreichen ...




    Friedrich Crusius - nach
    einem Still aus dem ARD-tagesthemen-Video

    Friedrich Crusius 

    (vollständiger Name Friedrich Alfred Ernst Alexis Crusius , * 15. August 1897 in Tübingen; † 8. März 1941 in Linz) war ein deutscher Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer.

    Crusius war das dritte Kind und der zweite Sohn des Klassische Philologen und Universitätsprofessors Otto Crusius (1857–1918) und seiner Ehefrau Elisabeth Dorothea Franziska, geborene von Bihl (1858–1939). Er wuchs zusammen mit seinen älteren Geschwistern Elisabeth (1886–1970) und Otto Eduard (1892–1965) in Tübingen, Heidelberg (1898–1903) und München (ab 1903) auf, wo sein Vater Lehrstuhlinhaber für Griechische Philologie war. In München besuchte Friedrich Crusius das Wilhelmsgymnasium. Nach der Reifeprüfung (1915) und Teilnahme am Ersten Weltkrieg studierte er wie sein Vater Klassische Philologie und wurde Anfang 1926 zum Dr. phil. promoviert. Er arbeitete als Hauslehrer in Diursholm/Schweden und Berlin und ab 1933 als Gymnasiallehrer in Ingolstadt. Mit seiner Frau, Adelheid Luise Thea, geb. Stifler (1895–1964), hatte er zwei Kinder.

    Am 1. April 1936 wurde Crusius aufgrund einer psychischen Erkrankung in die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar eingewiesen. Dort blieb er, unterbrochen von einem Aufenthalt im Krankenhaus Schwabing (Oktober 1937–6. Oktober 1938) mehrere Jahre. Am 24. Oktober 1940 wurde er in einem Sammeltransport an die Gau-Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart in Linz überwiesen und am gleichen Tag in die NS-Tötungsanstalt Hartheim weitergeschickt. Am 26. Oktober 1940 wurde er nach Niedernhart zurückverlegt und starb dort am 8. März 1941, offiziell an einer "Kreislaufschwäche". 
    • Seine Enkelin, Barbara Wenzel, berichtet am 18.01.2015 in einem ARD-tagesthemen-Beitrag zum 75. Jahrestag des Beginns der "industriellen systematischen Patientenmorde", ihr Großvater Friedrich Crusius sei im Rahmen der NS-"Euthanasie"-Morde an einer "Überdosis von Schlafmitteln", die man ihm verabreichte, zu Tode gekommen.
    • Sein behandelnder Arzt war Rudolf Lonauer, der in  der "Ostmark" führende NS-Euthanasie-Arzt. Er leitete die NS-Tötungsanstalt Hartheim...
    Größere Bekanntheit erlangte Crusius durch sein Buch Römische Metrik: Eine Einführung, dessen erste Auflage 1929 im Münchener Verlag M. Hueber erschien. Nach seinem Tod überarbeitete sein Münchener Kollege Hans Rubenbauer das Buch und gab 1955 eine zweite Ausgabe heraus. Bis 1967 erlebte das Buch sechs weitere Auflagen, die letzte, 8. Auflage wurde bis 2006 sechsmal nachgedruckt.

    Crusius ist ein Nachkomme von Balthasar Crusius.


    - nach WIKIPEDIA

    0 0



    ORIGINAL & CHARLIE-KARIKATUR
    Houellebecq-Karikatur auf dem Titel von "Charlie Hebdo": "Die Prophezeiungen des Weisen Houllebecq: '2015 verliere ich meine Zähne... - und 2022 mache ich Ramadan.'" Im Interview sagte Houellebecq nun: "Die Karikatur ist nicht übel." | S!NEDi-Montage aus AP/dpa-Bildmaterial | SPIEGEL-FOTOSTRECKE
    Nur gut hundert Meter entfernt von der Keupstraße mit ihren Dönerläden und türkischen Fachgeschäften, 2004 Schauplatz eines verheerenden NSU-Attentats, liegt in einem ehemaligen Industrieareal die Ausweichspielstätte des Kölner Schauspielhauses.

    Fast nichts lässt darauf schließen, dass hier am Montagabend der Schriftsteller seinen Auftritt hat, über den derzeit diskutiert wird, wie über keinen anderen: Michel Houellebecq, Inbegriff des unbotmäßigen, provokant auftretenden französischen Intellektuellen.

    Hinge nicht an einem der Schiffscontainer ein aus irgendeiner Theaterrequisite übrig gebliebenes Schild mit dem Spruch "Bück dich". Der würde sich auch als Kurzfassung von Houellebecqs neuem Roman "Unterwerfung" eignen - in sexueller wie in politischer Hinsicht. Geht es bei Houellebecq doch auch um Sex und um Politik, um einen 2022 neu gewählten muslimischen Präsidenten Frankreichs und um einen muslimischen Gelehrten, der den "Shades of Grey"-Vorläufer "Die Geschichte der O." ebenso begeistert liest wie den Koran.

    Drinnen auf der Bühne wirkt Houellebecq, wie fast immer bei öffentlichen Auftritten gekleidet in die Houellebecq-Uniform aus Parka, Gesundheitsschuhen und Schlabberhose (dazu trägt er diesmal eine Art Jeanshemd), wie seine eigene Karikatur: ein heruntergekommener Weiser aus dem Abendland, der auf dem Titelblatt des letzten "Charlie Hebdo" vor dem Terrorangriff zu sehen war.

    Zu Beginn verliest er eine kurze Erklärung: Sein Roman sei nicht islamophob. Selbstverständlich aber habe man das Recht, ein islamophobes Buch zu schreiben. Nuschelnd, verschnupft, leise sprechend, schiebt er etwas nach, das sich anhört wie: "Ich hätte fast gewollt, dass mein Buch islamophob ist." Eine klassische Houellebeq-Provokation, das für ihn typische Spiel mit dem politisch Nicht-Schicklichen.

    Houellebecq ist schwer greifbar, gefällt sich in der Kunst des Halb-, Beinahe- oder Gar-nicht-Antwortens, beschwört die Krise Frankreichs, ohne sie recht zu erklären. Als der Interviewer wissen möchte, was den rechtsextremen Front National für viele Franzosen so attraktiv mache, antwortet Houellebecq nach gewissem Schweigen: "Gute Frage. Ich würde gern eine Zigarette rauchen."

    aus einem SPIEGEL-ONLINE-KULTUR-Artikel von Sebastian Hammelehle 

    In "Unterwerfung" entwirft der Schriftsteller ein Bild der Agonie westlicher Gesellschaften, keinesfalls aber ein islamfeindliches Zerrbild. Gleichwohl sagte Houellebecq in Köln: "Es muss erlaubt sein, ein islamophobes Buch zu schreiben." | S!NEDi-Bildbearbeitung aus einem REUTERS-FOTO | SPIEGEL-FOTOSTRECKE


    Die Kindheit ist vorbei, die Spiele sind gemacht;
    Vor lauter Gewohnheit und Verzicht
    Haben wir die Schreie der Leidenschaft erstickt;
    Wir bewegen uns aufs Endspiel zu.
    Michel Houellebecq 
    aus dem Gedicht: "verlängertes wochenende in ZONE 6"

    0 0

    S!NEDi: ja - wir hoffen immer noch ... | hier: sichtbarmachung des dauerzirps


    et on espere toujours 


    ja - er wird immer noch
    empfinden
    in diesem dauernden gezirpe allüberall

    heute - heute - müssen sie nichts weiter wissen:
    als dass die" frequenz" des dauerzirps
    auch stimulierend wirken kann ...

    mit trillernd kurzfrequentierten frequenzen:
    aufsteigend aus all dem untertiefsten unten
    nach löchrig nordwestlich irgendwie grünkäsig oben

    mit dem fahrstuhl-lift - in die zeit ...
    durch den schweizer käse
    und niemand hat auf "alle" gedrückt ...

    schwarzbrot-scheiben zu mittag
    ganz ohne braten - eher mit tomaten
    dampfend im morgentau
    fleisch-los - los - haltet den dieb ...

    ach - gott - dreh dich nicht um
    nur des geldes wegen
    reist es sich schlecht ...

    ich könnt dir eins in die
    fresse hauen - 
    wenn du verstehst, was ich meine ...

    der schwefelgehalt 
    halbgarer spiegeleier
    überspringt vor lauter freude
    oft das zulässige gesamtgewicht

    wunne-bi-du-bi
    die da kriegst du nie
    ach wie fein muss streiche(l)n sein ...

    sie drehten sich im ringelreihn
    strichen glatt das schürzlein fein
    und man hofft dann immer noch
    et on espere toujours - och ...

    sinedi





    0 0

    Viel Spaß bei diesem religiös, politisch und kulturell absolut korrekten Cartoon von Shaw | Quelle

    Ja - nach all dem Karikaturenstreit mit Muslime - hier nun der perfekte Cartoon: religiös, politisch und kulturell korrekt - steril und jungfräulich geradezu ... 
    So sollte Satire und Cartoon und Karikatur immer sein ... - dann hätte niemand etwas zu meckern ...und erst recht blieben die Kalashnikovs im Schrank ... - und vor lauter Sauberkeit liefen wir den ganzen Tag mit aufgesetzten Schneebrillen herum, weil es so blendet - aber da sei ja nun wieder das Vermummungsverbot vor ... 
    Ich bin geblendet - ist alles so schön sauber hier - so steril -
     ach - und geben Sie mir 5000,00 $ ... - wenn Sie verstehen, was ich meine..."
    (Stellen Sie sich mal vor, Sie wollten mit solch einer politisch korrekt benötigten Schneebrille am Bankschalter Geld abheben ... - die Hand der Kassiererin wäre blitzschnell am Alarmknopf ...)


    0 0

    S!NEDi: red house | photo|bearbeitung - groß: hier clicken




    "Red House"

    There's a Red House over yonder
    That's where my baby stays
    There's a Red House over yonder, baby
    That's where my baby stays

    Well, I ain't been home to see my baby,
    in ninety nine and one half days.
    'Bout time I see her,
    Wait a minute something's wrong here
    The key won't unlock the door.

    Wait a minute something's wrong baby,
    Lord, have mercy, this key won't unlock this door,
    something's goin' on here.
    I have a bad bad feeling
    that my baby don't live here no more.

    That's all right, I still got my guitar
    Look out now . . . 

    I might as well go on back down 
    go back 'cross yonder over the hill
    I might as well go back over yonder
    way back over yonder 'cross the hill,
    (That's where I came from.)

    'Cause if my baby don't love me no more,
    I know her sister will!


    S!NEDi: red house | photo|bearbeitung | ausschnitt


older | 1 | .... | 47 | 48 | (Page 49) | 50 | 51 | .... | 129 | newer