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    http://www.ladonia.org/


    art provocation = mord & totschlag
    ... unser kopf ist rund - damit das denken die richtung wechseln kann ...

    SINEDi
    Kunst hat sicherlich seit Jahrhunderten - vielleicht schon seit Jahrtausenden - immer auch mit Provokation - und je nach eigenem Gusto und Standort - auch mit "Beleidigung" zu tun - denn die Kunst bezieht mit jeder ihrer Manifestationen und Gestaltwerdungen immer sogleich eine bewertbare Stellung - egal ob in der "bildenden Kunst" (Dali, Beuys, Kippenberger, Meese, die Karikatur, "Charlie Hebdo" in Paris, die Dadaisten und die Surrealisten etwa u.a.) oder "darstellenden Kunst" (Kabarett, Schlingensief, diverse "Skandal-Inszenierungen" z.B. auch in Bayreuth usw.) in der Literatur (Houellebecq, David Foster Wallace, Alfred Döblin, James Joyce z.B. oder auch die jüngsten "politischen" Grass-Gedichte - oder von früher: "Die Bibel", "Der Koran" oder auch "Urantia" z.B. sind und waren immer auch Provokationen für viele ...) oder in der Musik (Avantgarde-Einspielungen, z.B."4'33" von John Cage, Hans-Werner Henze, Karl-Heinz Stockhausen, Mauricio Kagel, György Ligeti u.a.) - anders als die "marktgerechte" größtenteils algorithmengesteuerte wirtschafts"demokratische" Politik etwa, die je nach Umstand das rechtzeitige Abtauchen gelernt hat, die etwas unkommentiert stehenlassen kann, oder die immer mal wieder mit Hilfe der Medien ein neues Borstenvieh durchs globale Dorf jagt - um von den eigentlichen marktrelevanten Problemen abzulenken - die aber auch "von Haus aus" auf das Zusammenspiel eines jeweils nach außen manchmal sogar unterscheidbaren vorgegebenen parteipolitischen Meinungsmonopols getrimmt ist und somit auf ihr jeweiliges Wählerklientel folglich achten muss ...

    Ein Künstler muss sich dagegen nicht an ein bestimmtes Publikum wenden - und was heute verlacht wird und als handfester Skandal daherkommt, gelangt vielleicht in einigen Jahren Weltruhm und erreicht dann Top-Quoten - je nachdem ...

    Künstler-Individuen, die sich ihrem ganzen Habitus und folglich in ihrem gesamten Oeuvre - also ihrem entwickelten und herausgearbeiteten "persönlichen" Stil - treubleiben - und ausschließlich sich selbst verpflichtet sind, findet man zwar selten - aber es gibt sie:

    Da gibt es auch - wie z.B. Jonathan Meese - Typen, die nur provozieren wollen, um aufzufallen, um selbst mit Hilfe der berichtenden und gekauften Medien "eine Marke" zu werden und an Kohle zu kommen - und die dann provizieren "auf Deubel komm raus" mit gesellschaftlichen "Aua-Themen" (im "Fall" Meese also mit NS-Symbolen, SS-Runen, Hitler-Gruß usw.) - und dann gibt es die, die eine ehrliche Kunst mit ihrer ehrlichen Haut zu Markte tragen - und die, um sich nicht selbst zu verraten, einfach anecken müssen:die "anstößige" Karikaturen verzapfen, um etwas anzustoßen in den Köpfen "der Gesellschaft" - und die wissen, das geht nur, in dem man "Anstoß" erregt*) ... - und die folgerichtig völlig "unnütze" tonnenschwere Strandholz-Skulpturen am Strand errichten, damit die Touristen innehalten und Staunen und den Kopf schütteln - und das nicht, um Geld zu verdienen - sondern um Denkanstöße zu geben - wie schon Francis Picabia (1879 - 1953) das so richtig erkannt hat: "Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann"... Picabia war selbst ein exzentrischer Künstler, der sich keinen politischen oder stilistischen Dogmen unterordnen wollte und konnte und der maßgeblich die moderne Kunst, vor allem aber den Dadaismus mitbeeinflusste ...

    Denkanstöße geben mit ganz ehrlichen Absichten, das will auch der Zeichner und LandArt-Skulpteur Lars Vilks in Dänemark: und dabei wird seine Kunst dann oft zur Provokation für einige ...
    *) "Gib einem Gedanken einen Stoß: er fällt leicht um; aber der Stoßende und der Gestoßene erzeugen die Unterhaltung die man Diskussion nennt." John Cage: Silence, Bibliothek Suhrkamp, S. 6/7


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    Lars Vilks. nach einem Foto von Scanpix | svt.se




    JE SUIS LARS VILKS - signataire de la provocation

    Und so kommt es , dass am späten Samstagnachmittag ein Unbekannter auf ein Kulturcafé in Kopenhagen schoss, in dem eine Veranstaltung mit diesem "Kunst-Provokateur" Lars Vilks stattfand. Das Thema: Kunst, Islam und Meinungsfreiheit. Ein Mann starb - die Polizei geht davon aus, dass Vilks Ziel des Anschlags war. Wenige Stunden später fielen nahe einer Synagoge erneut Schüsse. Ein Gemeindemitglied wurde getötet, zwei Polizisten verletzt. Am Sonntagmorgen meldete die Polizei, dass der Verdächtige bei einem Einsatz erschossen wurde. Die Polizei geht davon aus, dass der Angriff auf das Café eben diesem schwedischen Karikaturisten Lars Vilks galt. Er war schon mehrfach Ziel von Anschlägen seit er 2007 den Propheten Mohammed als Hund gezeichnet hatte.


    Vilks als Hund ... tinypic.com
    "Ich bin kein fanatischer Rassist, ich habe keine politische Haltung. Ich bin ein Künstler, der an die Grenzen geht." Wer eine wirkliche Debatte über Meinungsfreiheit und den Islam wolle, müsse provozieren, sagte Lars Vilks 2010 der Nachrichtenagentur AFP. Und genau das macht Vilks: provozieren, in jede Richtung.

    Seit dem Jahr 2007 hat der schwedische Künstler, Kunstkritiker und ehemalige Professor für Kunsttheorie eine Reihe von Angriffen und Attentatsversuchen überlebt.

    "Nett, zu wissen, wie viel das eigene Leben wert ist"

    Vilks' Mohammed-Zeichnung war ursprünglich als ironischer Beitrag für eine Kunstausstellung über Hunde gedacht - und nahm den Karikaturenstreit von Dänemark aus dem Jahr 2005 auf. Weltberühmt wurde die Zeichnung erst, als die schwedische Lokalzeitung "Nerikes Allehanda" sie zur Illustration eines Leitartikels über Meinungsfreiheit veröffentlichte.

    Bei Muslimen in aller Welt stieß die Zeichnung auf Empörung. Ägypten, Pakistan und der Iran legten förmlichen Protest ein. Der irakische Zweig von al-Qaida setzte ein Kopfgeld für Vilks' Ermordung aus: 100.000 Dollar für seinen Tod und - sollte er wie "ein Lamm abgeschlachtet" werden - noch mal 50.000 Dollar. Ob man denn auf Kopfgeld Steuern entrichten müsse, fragte Vilks damals. Und: Es sei "nett, zu wissen, wie viel das eigene Leben wert" sei.

    Als eine Journalistin damals meinte, er würde ja auch nicht die Zeichnung einer "Judensau" veröffentlichen, reagierte Vilks postwendend - und zeigte auf seiner Webseite eine Zeichnung, die sich der Motive antisemitischer Karikaturen bediente. Die Organisation "Säkulare Muslime in Schweden" zog daraufhin das Angebot zurück, die Mohammed-Hunde auszustellen und eine Diskussionsrunde mit ihm zu veranstalten: Mit seinem "antisemitischen Zerrbild habe Vilks eine Grenze überschritten. "Man muss mehr als blind sein, um misszuverstehen, dass dies nur die Parodie einer Karikatur sein sollte", sagte der Künstler daraufhin laut der "taz".

    Lars Vilks lebt seit acht Jahren unter ständiger Lebensgefahr, steht unter Polizeischutz und musste zwischenzeitlich sein Haus in Südschweden verlassen. Dennoch bedauert er nichts. "Ich versuche, gelassen zu bleiben. Das Gute ist, dass die Leute, die bisher hinter mir her waren, Amateure sind," sagte er AFP.


    http://www.ladonia.org/

    Treibholzstadt als Gesamtkunstwerk

    Seine Lust daran, unbequem zu sein, und ein gewisses Maß an Trotz hatte Lars Vilks schon mit seiner gigantischen Holzinstallation "Nimis" bewiesen. 1980 hatte er begonnen, Treibholz am Strand der Halbinsel Kullaberg in Südschweden zusammenzunageln. Über 20 Jahre später war daraus ein tonnenschweres Gebilde entstanden, gegen das der Grundstücksbesitzer - ausgerechnet eine Kulturstiftung - einen langen Rechtsstreit führte.

    Das Konstrukt aus Holz und die benachbarte Installation "Arx" aus Steinen erklärte der Künstler zum unabhängigen Staat "Ladonia". Um nicht zum Abbau gezwungen zu werden, bediente sich Vilks eines Kunstgriffs: Er verkaufte "Nimis" 1984 an Joseph Beuys, mit dem er damals zusammenarbeitete. Heute ist die Holzstadt Eigentum des Verpackungskünstlers Christo. Vilks genoss damals den Rummel um die Gerichtsverhandlungen: "Es ist wie eine Soap Opera, es hört niemals auf", sagte er 2002 SPIEGEL ONLINE. "Aber gerade dieser Prozess ist das Kunstwerk."

    Nach dem islamistischen Anschlag auf die "Charlie Hebdo"-Redaktion am 7. Januar in Paris machte Vilks aus seinem Entsetzen keinen Hehl. Dennoch, so sagte er dem "Helsingborgs Dagblad", müsse der Kampf um die Meinungsfreiheit weitergehen: "Leider aber ist der Anschlag bezeichnend für die Zeit, in der wir leben". Am Samstag erklärten die schwedischen Sicherheitsbehörden, sie prüften neue Schutzmaßnahmen für Vilks.


    http://www.ladonia.org/



    Mit Textbausteinen aus abl/dpa/AFP/spiegel.de


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    S!NEDi: ja - bin ich denn schon drin ... ??? (zum gedenken an bum-bum boris becker)


    jetzt haben sie uns am arsch
    diesmal an einem mittwoch

    da hinten ganz links - 
    untendlich weit --
    da hat etwas geraschelt


    voodoomaniacs.de

    leise - wispernd vipernhaft
    kriecht züngelnd sich und ganz behänd
    eine schlange silberschleichend
    durchs dichte untere geständ

    [... hier beim vortrag der zeilen unbedingt die pelz-von-felinau-aussprech-syntax*) zumindest nachahmen ...]


    *) ... unter Syntax (von altgriechisch σύνταξις ['syntaksis] σύν: „zusammen“, τάξις: „Ordnung, Reihenfolge“) versteht man in einem allgemeinen Sinn den Aspekt von natürlichen oder künstlichen Zeichensystemen, dass sie Regeln zur Kombination von elementaren Zeichen zu zusammengesetzten Zeichen vorsehen. Die Zusammenfügungsregeln der Syntax stehen dann vor allem den Interpretationsregeln der Semantik gegenüber ... - ist doch klar - oder ...???

    in nebeln fein gereift 
     nassdunstend betäubt - mit tau
    ein miniparadies:
    also - daraus lasse ich mich
    diesmal nicht vertreiben:
    - herr-gott-nochmal -

    vegetativ und konsequent
    ganz einfach locker ausprobierbar:
    denn was sie nicht verspeisen 
    nehmen wir selbstredend zurück
    wie aus dem schluckauf gespuckt
    ja - sie können fernmündlich
    bestellen - die speise
    wird fußmattig abgestellt
    und sie zahlen ganz 
    kinderleicht - einfach 
    mit paypal - man sagt auch: 
    ganz frisch "bei fuß!"
    wem das geläufiger ist ...

    wieso berechnen wir 
    keine lieferkosten für 
    diese pizza prosciutto funghi
    mit schinken, pilze und käse
    - wahlweise mit kräuterbutter
    vitaminspray und samenspende:
    weil wir den tempel niederreißen 
    und in 3 tagen wieder aufbauen - 
    das ist spitze - das ist
    einfach echt sardellenhaft ...

    sinedi

    S!NEDi: Regeln zur Kombination von elementaren Zeichen zu zusammengesetzten Zeichen

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    mächtig aufgestoßen - ausgerechnet in Paris (je suis black man...)

    Screenshut SPIEGEL.DE: +++ Der Morgen live +++ vom 18.02.2015

    Die rassistische Entgleisung einiger Fans lässt das Auswärtsspiel des FC Chelsea bei Paris St. Germain zur Nebensache werden. Ein Video (zu sehen auf der Website des „Guardian“ - und hier unten) zeigt, wie Anhänger des englischen Klubs einem Schwarzen an der Haltestelle Richelieu-Drouot den Zutritt zur U-Bahn verwehren und dabei gegrölt wird: "Wir sind Rassisten und so mögen wir das."

    Der Verein kündigte ein hartes Vorgehen an: "Ein solches Verhalten ist abscheulich und hat keinen Platz im Fußball oder in der Gesellschaft. Wir werden alle strafrechtlichen Schritte gegen die Beteiligten unterstützen." Sollte es sich um Dauerkarten-Inhaber oder Mitglieder handeln, droht den Tätern Stadionverbot und ein Vereinsausschluss.

    The Guardian-Website (Sreenshut)




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    Fast jeder fastet anders

    Unterschiedlichste Formen und Motive des Verzichts

    VON ROLAND BÖHM | NEUE WESTFÄLISCHE

    Stuttgart (dpa). Der eine tut's wegen Gott, der andere für die Figur. Am Fasten vor Ostern beteiligt sich laut Umfragen immerhin jeder Zehnte. Die Menschen gehen die Fastenzeit ab Aschermittwoch aber sehr unterschiedlich an. Versuch einer Typologie.





















    DER RELIGIÖSE 

    ist der Klassiker unter den Fastenden. "Solche Unterbrechungszeiten gibt es in allen Religionen", sagt Michael Krämer, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Wichtig sei, dass man auf "etwas Liebgewordenes" verzichte. Das Fasten sei heute immer auch "geistiger Aufbruch". Jesus gilt als Vorbild dieses Typs, schließlich hielt er es laut biblischer Überlieferung einst 40 Tage lang fastend in der Wüste aus.


















    DER NARZISST

    will es sich vor allem immer wieder selbst zeigen. Die Fastenzeit ist dafür eine willkommene Gelegenheit. "Für viele geht es darum, sich selbst etwas zu beweisen", sagt Werner Gross vom Psychologischen Forum Offenbach (PFO). Der Narzisst habe ein Verlangen danach, seine Selbstdisziplin zu prüfen.


















    DER GESUNDHEITSBEWUSSTE 

    ist laut Umfragen unter den Fastenden in der Mehrheit. Jeder zweite gibt an, aus gesundheitlichen Gründen auf etwas zu verzichten, meist auf Alkohol oder Süßes. Auch die Fastenkurse der katholischen Kirche in Stuttgart würden zu 50 Prozent aus gesundheitlichen Gründen gebucht, heißt es dort. 

















    DER INKONSEQUENTE

    nimmt sich ganz viel vor, ähnlich wie zum Jahreswechsel, schafft das aber bei weitem nicht - und belügt sich bis Ostern selbst. 






















    DER STILLE

    Ist es klug, sein Fasten an die große Glocke zu hängen? "Das kann auch schiefgehen. Und dann heißt es: Du bekommst ja nicht mal das hin", warnt Gross. Es könnte also ratsam sein, in aller Stille zu verzichten. 



















    DER TRENDSETTER

    verzichtet nie auf Essen, aber auf Handy & Co. Wie weit verbreitet diese wohl modernste Form des Fastens ist, lässt sich aber nicht klären. Jedenfalls hat die Deutsche Telekom keinerlei Hinweise darauf, dass etwa der Smartphone-Gebrauch in den Wochen vor Ostern zurückgeht. "Gott sei Dank", heißt es von dort lapidar.

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    INFO | 40Symbol der Buße und des Neubeginns
    • 40 Tage dauert die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern. Dabei werden die Sonntage nicht mitgezählt. 
    • Die Zahl 40 hat in der jüdischen und christlichen Überlieferung hohe Symbolkraft. 
    • So ergoss sich der Regen der Sintflut 40 Tage und 40 Nächte auf die Erde. 
    • Das Volk Israel wanderte nach dem Auszug aus Ägypten 40 Jahre durch die Wüste. Moses war Gott auf dem Berg Sinai 40 Tage nahe. 
    • Jesus ging 40 Tage in die Wüste, um sich durch Gebet und Fasten auf seine Sendung vorzubereiten. 

    © 2015 Neue Westfälische
    03 - Bielefeld Süd, Mittwoch 18. Februar 2015

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    Nun wissen wir es  - fasten tut fast jeder 10. Mensch in diesen Tagen - oder im Ramadan - ein jeder nach seiner Fasson und seinen Antrieben - auf seine Weise: Einfach mal auf etwas verzichten - etwas anders machen als sonst - innehalten - neue Erfahrungen sammeln ...Und daran sehen wir auch, wie unser Körper nach einer solchen Zeit geradezu verlangt: Alles hat seine Zeit: Fressen hat seine Zeit - Fasten hat seine Zeit ... - sich kritisch beäugen und Selbstbewerten hat seine Zeit ...

    Und doch - die Zeiten der einfachen Jäger und Erfahrungssammler sind dahin - heute geht es schon von der Grundschule an um Status, um Klasse, um Zugehörigkeit - darum, ob jemand zu dick - zu dünn ist - weiß oder "indigen", schwarz oder "südländisch" ist - da wird dann gemobbt und gehänselt - oft über facebook und über das Internet allgemein - und das löst dann in der Konsequenz oft manifeste Erkrankungen wie z.B. Verfolgungsängste aus, aber auch z.B. Magersucht oder Adipositas. 

    Und die alljährliche Fastenaktion der Evangelischen Kirche unter dem Motto: "7 Wochen Ohne" hat sich diesmal wahrscheinlich deshalb mehr den Narzissten verschrieben (siehe oben) - nämlich den jungen Narzissten, die mit ihrem Aussehen hadern, die Frau, die unbedingt eine größere Brust haben möchte, der Mann, der sich seiner Brusthaare entledigen will - die/der sich die Schambehaarung abrasieren will, weil "hairy" so "uncool" ist - und "ohne" ist cool und soooo viiiieeeellll hygienischer - bei allem ...

    Na ja - der liebe Gott wusste wahrscheinlich, warum wir in all den Millionen Jahren der menschlichen Entwicklung von der ursprünglich befellten Vor-Homo-sapiens-Version uns nun zu diesem letzten behaarten Dreieck am Körper hin entwickelt haben ... - animalisch schön - oder so ähnlich ...

    Wir wissen ja vielleicht noch - mit welcher Wucht sich Michael Jackson der ständigen Veränderung seines Äußeren hingab - der eigene Körper als Gesamtkunstwerk - von tiefschwarz wollte er immer weißer werden, kein Gramm Fett durfte zuviel an seinem Körper sein - und er hat das getrieben bis zur Selbstaufgabe - bis zu seinem viel zu frühen Tod ...

    Und auch heutzutage basteln viele - oft viel zu junge - Menschen an ihrem Äußeren herum, die (noch!) nicht die eigene Zahnlücke akzeptieren, die Sommersprossen, den "viel zu großen/kleinen" Busen: Botox-Lippen, Augenlider straffen, radikale Rasierungen, Haarauffüllungen durch Verpflanzungen, Tatoos an allen Körperregionen und allerlei Metallspangen werden an allen möglichen oder unmöglichen Stellen positioniert wie Lampen am Schiff, die Luv und Lee anzeigen ... usw. usf. Und eine - oft halbseidene - Branche, die sich auf solche oftmals auch chirurgisch-kosmetischen Veränderungen spezialisiert hat, verdient sich dumm und dösig an solchen momentanen Ansinnen, die dann wahrscheinlich sogar irgendwann bereut werden, weil sich die Mode verändert hat, weil etwas, was gestern "in" und "mega-cool" war - morgen "out" ist und nur noch einfach albern wirkt ...

    Ja - und die "seriöse Medizin" ist da durchaus in einem ähnlichen Dilemma: Die spezialisierten Top-Op.-Teams in den Kliniken wollen ausgelastet sein - darauf achtet der Verwaltungsleiter: Und da wird beispielsweise dann bei einem alten Mann schon einmal die Prostata operiert, die in seinem noch zu erwartenden Leben auf keinen Fall mehr "bösartig" werden kann, weil sie sich auch in einem von kommerziell geleiteten Chirurgen definierten "pathologischen" Stadium nur sehr langsam verändert - und da wird auf Deubel komm raus ein teurer Herzkatheter gesetzt - "damit Sie und wir Gwissheit haben", einen anderen Sinn macht das nicht - und ist nach objektiven Kriterien völlig überzogen - und wir wundern uns - warum die "Gesundheitskosten" so immens explodieren ... Die Machenschaften der Pharmaindustrie will ich hier gar nicht besonders beleuchten - die an uns all die kleinen "Glücklichmacher" verfüttert ... - man will ja schließlich mithalten, altwerden und "fit" bleiben bis ins allerhöchste Alter ...

    Gott sagt dazu: Ich habe Dich zu meinem Abbild geschaffen - Du bist schön - sag ja zu Dir - wie ich ja zu Dir sage - solange Du lebst und darüber hinaus ...

    Und darum ist das Motto der diesjährigen Fastenaktion auch: "Du bist schön - ohne Runtermachen" ...


    „7 Wochen Ohne“ ruft dazu auf, sieben Wochen lang, von Aschermittwoch, dem 18. Februar, bis zum Ostersonntag, dem 5. April 2015, die Routine des Alltags zu unterbrechen und neue Perspektiven auszuprobieren. Der Auftaktgottesdienst findet am Sonntag, dem 22. Februar 2015, in der Michaeliskirche in Leipzig statt und wird ab 9.30 Uhr live im ZDF übertragen. Seit über 30 Jahren lädt die Aktion ein, die Passionszeit bewusst zu erleben. Mittlerweile haben sich fast drei Millionen Menschen darauf eingelassen. Sie verzichten nicht nur auf das eine oder andere Genussmittel, vielmehr folgen sie der Einladung zum Fasten im Kopf. In Kirchengemeinden, Schulen und Vereinen haben sich im Laufe der Zeit Tausende Fastengruppen gebildet, die das aktuelle Fastenthema von „7 Wochen Ohne“ aufgreifen.


    Und das zentrale Element der alljährlichen Aktion ist traditionell der Fastenkalender. Er begleitet die Teilnehmer mit Texten aus Kirche, Kultur und Alltagsleben durch die Fastenzeit und ermutigt in diesem Jahr dazu, die Schönheit zu suchen, zu würdigen und zu feiern, vor allem da, wo sie sich nicht herausputzt und in Pose wirft. Für den Kalender haben sich sieben namhafte Fotografen mit je einem Wochenthema beschäftigt. 


    Die Themen lauten diesmal:

    • „Du bist wunderbar gemacht!“ 
    • „Du bist ein Talent!“
    • „Du bist nicht, wofür man dich hält“
    • „Du bist fair!“
    • „Du bist klein, aber wichtig!“
    • „Du bist schön!“ und 
    • „Du bist Gottes Ebenbild!“.
    Weitere Infos zur Aktion und eine interaktive Fastenkarte auf: www.7-wochen-ohne.de . 



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  • 02/19/15--10:07: photography: kreuzungen ...
  • S!NEDi|photography: kreuzungen









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    Nun - da kommt so aus heiterem Himmel plötzlich hier unten so ein undurchsichtiges Gedicht in dieses Blog geflattert - und da fragt sich der geneigte Leser vielleicht: "Was soll das denn nu - niedlich" ... 
    Aber - es hat schon seine Bewandtnis damit: Da schrieb doch gestern der griechische Finanzminister einen Brief, darin bittet Varoufakis die EU um mehr Geld ... Und während Herr Juncker meint, damit sei man nun auf dem richtigen Weg, sagt Herr Schäuble, das wäre substantiell nichts neues in der Sache ... 
    Ein Brief - zwei Empfänger - zwei Meinungen - vielleicht sogar zwei Botschaften ... 
    Und das Gedicht von Lewis Carroll sagt vielleicht sogar etwas zu diesem Phänomen aus:



    Jabberwocky [ˈdʒæbəˌwɒki] 

    ist der Titel eines berühmten Unsinns-Gedichts von Lewis Carroll aus dem Buch Alice hinter den Spiegeln (1871). Die erste Strophe findet sich bereits 1855 in Mischmasch, einem Familienmagazin seiner Familie. Ein großer Teil der verwendeten Wörter ist erfunden. Das Gedicht erzielt seine Wirkung durch Lautmalereien, Kofferworte und Wort-Assoziationen.


    Illustration to the poem Jabberwocky - First published in Carroll, Lewis. 1871. Through the Looking-Glass, and What Alice Found There von John Tenniel (WIKIPEDIA)


    Das Originalgedicht

    Eine Übersetzung im traditionellen Sinn ist nicht möglich, es gibt jedoch zahlreiche Nachdichtungen in den verschiedensten Sprachen. Deutsche Übertragungen existieren von Robert Scott (bei ihm heißt der Jabberwocky „Der Jammerwoch“), Lieselotte & Martin Remané („Brabbelback“) und Christian Enzensberger („Der Zipferlak“).

    Jabberwocky
    von Lewis Carroll

    Twas brillig, and the slithy toves
    Did gyre and gimble in the wabe;
    All mimsy were the borogoves,
    And the mome raths outgrabe.

    Beware the Jabberwock, my son!
    The jaws that bite, the claws that catch!
    Beware the Jubjub bird, and shun
    The frumious Bandersnatch!

    He took his vorpal sword in hand:
    Long time the manxome foe he sought
    So rested he by the Tumtum tree,
    And stood awhile in thought.

    And as in uffish thought he stood,
    The Jabberwock, with eyes of flame,
    Came whiffling through the tulgey wood,
    And burbled as it came!

    One, two! One, two! And through and through
    The vorpal blade went snicker-snack!
    He left it dead, and with its head
    He went galumphing back.

    And hast thou slain the Jabberwock?
    Come to my arms, my beamish boy!
    O frabjous day! Callooh! Callay!
    He chortled in his joy.

    Twas brillig, and the slithy toves
    Did gyre and gimble in the wabe;
    All mimsy were the borogoves,
    And the mome raths outgrabe.

    Als Carroll 1887 von der Herausgeberin der Schulzeitung an der Girls’ Latin School (heute Boston Latin Academy) in Boston um Erlaubnis gebeten wurde, diese The Jabberwock nennen zu dürfen, gab Carroll zusätzlich folgende nachträgliche Namensbedeutung an:

    “The Anglo-Saxon word ‘wocer’ or ‘wocor’ signifies ‘offspring’ or ‘fruit’. Taking ‘jabber’ in its ordinary acceptation of ‘excited and voluble discussion’”

    „Das angelsächsische Wort ‚wocer‘ oder ‚wocor‘ bedeutet ‚Abkömmling‘ oder ‚Frucht‘. Hinzu kommt ‚jabber‘ in seiner üblichen Bedeutung als ‚aufgeregte und redegewandte Diskussion‘“
    – Lewis Carroll

    WIKIPEDIA

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    ÜBERTRAGUNGEN INS DEUTSCHE

    Der Jammerwoch

    Robert Scott

    Es brillig war. Die schlichte Toven
    Wirrten und wimmelten in Waben;
    Und aller-mümsige Burggoven
    Die mohmen Räth' ausgraben.
    »Bewahre doch vor Jammerwoch!
    Die Zähne knirschen, Krallen kratzen!
    Bewahr' vor Jubjub-Vogel, vor
    Frumiösen Banderschntzchen!«
    Er griff sein vorpals Schwertchen zu,
    Er suchte lang das manchsan' Ding;
    Dann, stehend unterm Tumtum Baum,
    Er an-zu-denken-fing.
    Als stand er tief in Andacht auf,
    Des Jammerwochen's Augen-feuer
    Durch tulgen Wald mit Wiffek kam
    Ein burbelnd Ungeheuer!
    Eins, Zwei! Eins, Zwei! Und durch und durch
    Sein vorpals Schwert zerschnifer-schnück,
    Da blieb es todt! Er, Kopf in Hand,
    Geläumfig zog zurück.
    »Und schlugst Du ja den Jammerwoch?
    Umarme mich, mien Böhm'sches Kind!
    O Freuden-Tag! O Halloo-Schlag!«
    Er schortelt froh-gesinnt.
    Es brillig war. Die schlichte Toven
    Wirrten und wimmelten in Waben;
    Und aller-mümsige Burggoven
    Die mohmen Räth' ausgraben.
    Original source:

    Scott, Robert. "The Jabberwock Traced to Its True Source", MacMillan's Magazine, Feb 1872.

    Also in:

    Carroll, Lewis. The Annotated Alice (Alice's Adventures in Wonderland and Through the Looking-Glass). Introduction and Notes by Martin Gardner. New York: Meridian Press, New American Library, 1960.
    Hofstadter, Douglas R. Gödel, Escher, Bach: An Eternal Golden Braid. New York: Basic Books, 1980; Vintage Books Edition, Sep 1980.

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    Brabbelback

    Lieselotte & Martin Remane

    Es sunnte Gold, und Molch und Lurch
    krawallten 'rum im grünen Kreis,
    den Flattrings ging es durch und durch,
    sie quiepsten wie die Quiekedeis.
    »Nimm dich in acht vorm Brabbelback,
    mein Sohn! Er beißt, wenn er dich packt.
    Reiß aus, reiß aus vorm Sabbelschnack,
    vorm Jubjub, der dich zwickt und zwackt!«
    Er aber schwuchtelt mit dem Schwert,
    trabaust dem Unhold hinterdrein.
    Doch beim Tumtumbaum macht er kehrt
    und grübelt: Wo, wo mag er sein?
    Und während er so duselnd stand,
    kam feuerfauchend Brabbelback
    quer durch den Dusterwald gerannt,
    der Brabbelback, der Sabbelschnack!
    Komm 'ran, komm 'ran! Und schwipp und schwapp
    haut er das Schwert ihm ins Genick,
    der Unhold fiel, sein Kopf war ab,
    der Held kam mit dem Kopf zurück.
    »Ermurkst hast du den Brabbelback!
    Umarmen wird man dich zu Haus!
    Callu, callei! Mit Sabbelschnack«
    und seinem Tratschen ist es aus!
    Es sunnte Gold, und Molch und Lurch
    krawallten 'rum im grünen Kreis,
    den Flattrings ging es durch und durch,
    sie quiepsten wie die Quiekedeis.

    In an edition of Through the Looking Glass, published by Reclam - Kinderbuchverlag Berlin 1976 .

    ---------------------------------------

    Der Zipferlake

    Christian Enzensberger

    Verdaustig war's, und glaße Wieben
    rotterten gorkicht im Gemank.
    Gar elump war der Pluckerwank,
    und die gabben Schweisel frieben.
    »Hab acht vorm Zipferlak, mein Kind!
    Sein Maul ist beiß, sein Griff ist bohr.
    Vorm Fliegelflagel sieh dich vor,
    dem mampfen Schnatterrind.«
    Er zückt' sein scharfgebifftes Schwert,
    den Feind zu futzen ohne Saum,
    und lehnt' sich an den Dudelbaum
    und stand da lang in sich gekehrt.
    In sich gekeimt, so stand er hier,
    da kam verschnoff der Zipferlak
    mit Flammenlefze angewackt
    und gurgt' in seiner Gier.
    Mit Eins! und Zwei! und bis auf's Bein!
    Die biffe Klinge ritscheropf!
    Trennt' er vom Hals den toten Kopf,
    und wichernd sprengt' er heim.
    »Vom Zipferlak hast uns befreit?
    Komm an mein Herz, aromer Sohn!
    Oh, blumer Tag! Oh, schlusse Fron!«
    So kröpfte er vor Freud'.
    Verdaustig war's, und glaße Wieben
    rotterten gorkicht im Gemank.
    Gar elump war der Pluckerwank,
    und die gabben Schweisel frieben.


    Source unknown.

    ___________________________

    Quelle der deutschen Übertragungen: hier

    ----------------------------------------------------------------
     Die Wirkung des Gedichts

    Die meisten Wörter im Gedicht sind frei erfunden und ergeben so keinen Sinn. Die Wirkung wird erzielt durch die Lautmalereien und die Assoziationen, die einem in den Kopf kommen.

    Das Interessante daran ist, dass dadurch jeder dem Gedicht seinen eigenen Stempel aufdrücken kann und dieses Gedicht für jeden etwas anderes bedeutet. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.


    Wer ist Humpty Dumpty und was ist eine Humpty-Dumpty-Semantik?

    Humpty Dumpty (dt. Goggelmoggel) ist übrigens eine bekannte Figur aus einem Kinderreim. In dem Buch von Lewis Carroll philosophiert er mit Alice über die Bedeutung der Semantik.


    An einer Stelle im Buch ist z.B. dazu folgendes zu lesen: 

    „[…] Da hast du Ruhm!“
    „Ich weiß nicht, was du mit ‚Ruhm‘ meinst“, sagte Alice.
    Humpty Dumpty lächelte verächtlich. „Natürlich nicht – bis ich es dir sage. Ich meinte: Da hast du ein schönes zwingendes Argument!“
    „Aber ‚Ruhm‘ heißt doch nicht ‚schönes zwingendes Argument‘“, entgegnete Alice.
    „Wenn ich ein Wort verwende“, erwiderte Humpty Dumpty ziemlich geringschätzig, „dann bedeutet es genau, was ich es bedeuten lasse, und nichts anderes.“
    „Die Frage ist doch“, sage Alice, „ob du den Worten einfach so viele verschiedene Bedeutungen geben kannst“.
    „Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – und das ist alles.

    Alice war zu verwirrt, um etwas zu sagen, daher begann Humpty Dumpty nach einer Minute erneut: "Sie haben ihre Launen, manche von ihnen - besonders Verben: Das sind die stolzesten - mit Adjektiven kannst du alles machen, aber nicht mit Verben - egal, ich komme mit allen von ihnen zurecht! Undurchdringlichkeit! Das ist, was ich dazu sage!"
    "Würdest Du mir bitte sagen", sagte Alice, "was das bedeutet?"
    "Nun sprichst Du wie ein einsichtiges Kind", sagte Humpty Dumpty und sah sehr zufrieden aus. "Ich meinte mit "Undurchdringlichkeit', dass wir genug über diese Angelegenheit gesprochen haben und es wäre genauso gut, wenn Du nun erwähnen würdest, was Du als nächstes tun wirst, da ich annehme, dass Du nicht meinst, hier für den Rest Deines Lebens zu stehen."
    "Das ist ein ziemlicher Job, ein Wort so viel bedeuten zu lassen", sagte Alice mit einem nachdenklichen Ton.
    "Wenn ich ein Wort so harte Arbeit leisten lasse", sagte Humpty Dumpty, "bezahle ich es immer extra."
    "Oh", sagte Alice. Sie war zu verwirrt, um eine weitere Äußerung zu tun.
    "Ah, Du solltest sie am Samstag sehen, wenn sie alle bei mir vorbeikommen, um ihre Löhne bei mir abzuholen, weißt Du", fügte Humpty Dumpty hinzu und wiegte sein Haupt würdevoll von einer Seite zur nächsten. "


    Und hier noch die Erklärung  aus dem Wikipedia- Lexikon im Internet:
    "Als Humpty-Dumpty-Semantik gilt eine intentionalisierte Sprachauffassung, die davon ausgeht, dass Worten nicht ihre Bedeutung qua Gebrauch zukommt, sondern dass sie durch bedeutungsverleihende Akte des Subjekts konstituiert wird. In dieser Bedeutung wird der Ausdruck vor allem im Zusammenhang der sprachanalytischen Kritik der Bewusstseinsphilosophie - etwa der Phänomenologie Husserls - gebraucht."
    unter Verwendung von Texten hieraus

    Tja - die beiden verschiedenen Meinungen zum Brief aus Griechenland haben ganz bestimmt etwas mit der "Humpty-Dumpty-Semantik" und dem Carrollschen Nonsens-Gedicht zu tun ...
    - wenn Sie(auch) verstehen was ich meine ...


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    Berlin Alexanderplatz:
    die Geschichte Franz Biberkopfs

    1931 - nach Alfred Döblin
    von Phil Jutzi
    mit Heinrich George
    (Vater von "Schimanski" Götz George)





    Hinweis: Das 900-min.-Film-/Video-Epos BERLIN ALEXANDERPLATZ von Rainer Werner Fassbinder (1979/1980)
    wurde inzwischen digitalisiert und ist auch auf DVD erhältlich - in italienischer Sprache ist der gesamte Film in 14 Folgen bei YouTube zu besichtigen ...


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    Meine heutige S!nntagsmalerei ist eine Farbemeditation zu BON IVER'S WASH, das Lied, das ich gestern im ZDF-Samstagskrimi: Ein starkes Team - STIRB EINSAM wohl zum ersten Mal gehört habe, sehr gut in den Handlungsablauf platziert und mit der eigenwillig emotional colorierten Kopfstimme von Justin Vernon knapp skizziert ...:



    BON IVER: WASH

    Climb is all we know
    When thaw is not below us
    No, can't grow up
    In that iron ground
    Claire, all too sore for sound

    Bet is hardly shown
    Scraped across the foam
    Like they stole it
    And, oh, how they hold it
    Claire, we nearly forfeit

    I, I'm growing like the quickening hues
    I, I'm telling darkness from lines on you
    Over havens for a full and swollen morass, young habitat
    All been living alone
    Where the ice snap and the hold clast are known

    Home, we're savage high
    Come, we finally cry
    Oh, and we don it
    Because it's right
    Claire, I was too sore for sight

    I, we're sewing up through the latchet greens
    I un-peel keenness, honey, bean for bean
    Same white pillar, tone as with the bone street sand
    Is thrown where she stashed us at, all been living
    Alone where the cracks at in the low part of the stoning

    Songwriters
    JUSTIN VERNON

    Published by
    Lyrics © Kobalt Music Publishing Ltd.

    "WASH" erschien 2011 auf dem Album "Bon Iver" ... - siehe dazu auch hier undhier

    Zu BON IVER:

    Bon Iver 
    ist ein US-amerikanisches Folk- beziehungsweise Singer-Songwriter-Projekt, dessen Hauptfigur der Sänger, Gitarrist und Organist Justin Vernon (* 30. April 1981 in Eau Claire) ist. Der Name Bon Iver leitet sich aus dem Französischen ,Bon hiver‘ („guter Winter“) ab. Bekannt wurde Bon Iver durch das 2007 veröffentlichte Album For Emma, Forever Ago, das Vernon alleine in einer Jagdhütte im US-Bundesstaat Wisconsin aufgenommen hat. 2009 folgte die EP Blood Bank. 2011 erschien das zweite Studioalbum Bon Iver, Bon Iver, welches bei den 54. Grammy Awards im Jahr 2012 die Auszeichnung als bestes Alternativ-Album erhielt. Außerdem wurde Bon Iver als bester neuer Künstler geehrt.
    Die melancholischen Songs von Bon Iver sind sehr schlicht strukturiert, bestehen meistens aus wenigen, dezenten Gitarrenakkorden. Der Sänger wechselt zwischen emotionaler Brust- und hoher Kopfstimme. Im Studio spielt Vernon alle Instrumente selbst ein. Er wurde live zuerst von drei weiteren Musikern, Mike Noyce, Sean Carey und Matthew McCaughan, begleitet. Für die Songs seines zweiten Albums Bon Iver, Bon Iver vergrößerte er seine Bühnenmannschaft auf fast ein Dutzend Musiker, darunter Bläser und zusätzliche Gitarristen.

    Bon Iver Day
    Im Juli 2011 nahm der Bürgermeister von Milwaukee, Tom Barrett, den Beginn von Bon Ivers Welttournee zum Anlass, den 22. Juli zum offiziellen „Bon Iver Day“ der Stadt zu machen. Begründungen hierfür waren der internationale Erfolg beider Alben der Band, gekoppelt mit einer tiefen Verwurzelung derer mit Justin Vernons Heimatstaat Wisconsin. Kurze Zeit danach ernannte der Bürgermeister von Vernons Heimatort den 13. Dezember ebenfalls zum offiziellen „Bon Iver Day“.

    aus: WIKIPEDIA 

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    Und hier noch mal zum Nach-Schauen und Nachhören:
    [Bon Ivers Wash ab 56:12...]



    Länge: 90 min.
    Krimi, Deutschland, 2014

    Weitere Informationen

    Regie: Thorsten Schmidt
    Buch: Axel Hildebrand
    Kamera: René Richter
    Musik: Anreas Koslik

    Darsteller

    Verena Berthold - Maja Maranow
    Otto Garber - Florian Martens
    Reddemann - Arnfried Lerche
    Ben Kolberg - Kai Lentrodt
    Sputnik - Jaecki Schwarz
    Dr. Kneissler - Robert Seethaler
    Georg Nader - Martin Lindow
    Sonja Nader - Carolina Vera
    Veronika Teichmann - Birge Schade
    Ulf Schröder - Ralph Herforth
    Kathleen Wolf - Friederike Linke
    Kevin Lang - Christian Näthe
    Heidi Kuttner - Franziska Traub
    Nico Nader - Aaron Altaras
    u.a. - 

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    Bei der Oscar-Verleihung 2015 konzentriere ich mich auf die Preisträger der etwas im Schatten stehenden Genres - wie Kurzfilme, Filmmusik und Filmsong ...


    Jahr Preisträger für den Film/Titel Nominierungen

    Bester animierter Kurzfilm
    2015 Patrick Osborne
    Kristina Reed
    Liebe geht durch den Magen Daisy Jacobs und Christopher Hees für The Bigger Picture
    Robert Kondo und Dice Tsutsumi für The Dam Keeper
    Torill Kove für Me and My Moulton
    Joris Oprins für A Single Life






    Bester Kurzfilm
    2015 Mat Kirkby
    James Lucas
    The Phone Call Oded Binnun und Mihal Brezis für Aya
    Michael Lennox und Ronan Blaney für Boogaloo and Graham
    Hu Wei und Julien Féret für La lampe au beurre de yak
    Talkhon Hamzavi und Stefan Eichenberger für Parvaneh


    Bester Dokumentar-Kurzfilm
    2015 Ellen Goosenberg Kent
    Dana Perry
    Crisis Hotline: Veterans Press 1 Aneta Kopacz für Joanna
    Tomasz Śliwiński und Maciej Ślesicki für Nasza klątwa
    Gabriel Serra Argüello für La parka
    J. Christian Jensen für White Earth





    Beste Filmmusik
    2015 Alexandre Desplat Grand Budapest Hotel Alexandre Desplat für The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben
    Hans Zimmer für Interstellar
    Gary Yershon für Mr. Turner – Meister des Lichts
    Jóhann Jóhannsson für Die Entdeckung der Unendlichkeit
    Bester Kurzfilm

    Bester Filmsong
    2015 John Legend
    Common
    Selma
    (Lied: Glory)
    Shawn Patterson für The LEGO Movie (Lied: Everything Is Awesome)
    Diane Warren für Beyond the Lights (Lied: Grateful)
    Glen Campbell und Julian Raymond für Glen Campbell: I'll Be Me(Lied: I'm Not Gonna Miss You)
    Gregg Alexander und Danielle Brisebois für Can a Song Save Your Life? (Lied: Lost Stars)

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    Und heute dann - folgerichtig - zum Abschieds-TATORT von Joachim Król: Das Haus am Ende der Straße - eine Bildmeditation zu AL GREEN'S SIMPLY BEAUTIFUL, ein Song aus dem Soundtrack - passend in den Handlungsablauf platziert ...:



    AL GREEN
    Simply Beautiful 

    Lyrics

    If I gave you my love, 
    I tell you what I'd do 
    I'd expect a whole lotta love outta you

    You gotta be good to me 
    I'm gonna be good to you 
    There's a whole lotta things you and I 
    Could do 
    Hey hey

    Hey hey hey

    Simply beautiful simply beautiful simply 
    Beautiful 
    Simply beautiful simply beautiful simply 
    Beauti.. 
    Simply beautiful 
    Simply beautiful 
    Simply beautiful 
    Simply beautiful

    What about the way you love me 
    And the way you squeeze me 
    Hey 
    Hey simply beautiful hey

    And you get right down it 
    And the love is getting you through it

    Simply beautiful [Repeat to end]


    "SIMPLY BEAUTIFUL" erschien 1972 in dem Album "I'm Still in Love with You" ...

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    Zu AL GREEN

    AL GREEN
    (* 13. April 1946 in Forrest City, Arkansas geboren als Albert Greene) ist ein amerikanischer Sänger und Prediger.

    Green begann seine Karriere als Sänger im Alter von neun Jahren als Mitglied der Gospelgruppe seines Vaters, den „Green Brothers“. Anfang der 1960er Jahre gründete er zusammen mit Curtis Rogers und Palmer Jones die Gruppe „Al Green and the Creations“. Die Creations benannten sich in „Soulmates“ um und landeten mit dem Lied Back Up Train 1967 einen Hit.

    Al Green traf 1969 auf den Produzenten von „Hi Records“, Willie Mitchell. Mit ihm zusammen entstand Greens Hit Tired of Being Alone. Das Album Al Green Gets Next to You (1970) erreichte die Billboard-Charts. Das folgende Album Let’s Stay Together von 1972 wurde ebenfalls ein riesiger Erfolg; der Titelsong erreichte Platz 1 der Billboard Hot 100. Noch im selben Jahr erschien das Album I’m Still in Love with You, gefolgt 1973 vom Album Call Me mit den Top-10-Singles Here I Am, Call Me und Sha-La-La – Make Me Happy. Al Green avancierte damit zum Superstar des Soul und Rhythm and Blues (R&B).

    Privat musste Al Green 1974 einen Schicksalsschlag hinnehmen. Seine damalige Freundin, Mary Woodson, übergoss ihn mit heißer Grütze, während er in der Badewanne saß, und verbrannte ihm damit den halben Oberkörper. Anschließend erschoss sie sich selbst. Das Motiv hierfür war, dass er ihren Heiratsantrag ablehnte. Ziemlich mitgenommen von diesem Drama wandte sich Green dem Glauben zu. Er gründete die christliche Kirche „Church of the Full Gospel Tabernacle“ in Memphis und wurde dort Prediger. 1977 eröffnete der Sänger sein eigenes Studio „American Music“. Die folgenden zwei Alben The Belle Album (1977) und Truth and Time (1978) produzierte er in Eigenregie. Der kommerzielle Erfolg wie bei den früheren Alben blieb jedoch aus.

    Im Jahr 1979 fiel Al Green während eines Auftritts von der Bühne. Ernsthafte Verletzungen trug er nicht davon, was der Sänger als Zeichen Gottes deutete, worauf er sich ganz von der weltlichen Musik abwendete und sich auf Gospel sowie religiöse Popsongs und R&B-Nummern verlegte. The Lord Will Make a Way war das erste von zahlreichen Alben dieser Richtung.

    Green kehrte Mitte der 1980er Jahre zu seinen musikalisch-weltlichen Wurzeln zurück und nahm mit Annie Lennox das Lied Put a Little Love in Your Heart für den Film Die Geister, die ich rief… auf. 1989 nahm er ein Duett mit Al B Sure auf: As Long as We’re Together; im selben Jahr sang er den von Arthur Baker produzierten Erfolgstitel The Message Is Love. Das Album Don’t Look Back von 1993 wurde ein großer Erfolg. 1994 wurde Green in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

    Er veröffentlichte 2003 zusammen mit seinem alten Erfolgsproduzenten Willie Mitchell das Album I Can’t Stop. Das Werk wurde als grandioses Comeback gefeiert. 2004 wurde Al Green in die Songwriter Hall of Fame aufgenommen. The Belle Album erschien in der Liste The Wire's "100 Records That Set the World on Fire (While No One Was Listening)". Während all dieser Jahre predigte er in seiner Kirche in Memphis.

    2014 wurde Green mit dem Kennedy-Preis ausgezeichnet.

    aus: WIKIPEDIA 

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    Und hier noch mal zum Nach-Schauen und Nachhören:
    [AL GREENS SIMPLY BEAUTIFUL ab 44:32...]


    Weitere Infos zum Film:
    Länge: 90 min.
    Krimi, Deutschland, 2014


    Darsteller:
    Frank SteierJoachim Król
    Rolf PollerArmin Rohde
    Nico SauerMaik Rogge
    Robin SauerVincent Krüger
    Lisa                Janina Schauer
    Seidel              Peter Kurth
    Titus 
    SchwarzenbacherAxel Wandtke
    Stefan Zittner 
    "Zitze"             Wolfgang Michael
    Memo                Cem-Ali Gültekin
    RichterinSusanne Schäfer
    StaatsanwaltWilfried Hochholdinger
    Anwalt StrahmkeMatthias Scheuring
    Matthias LangenbrockSteffen Münster
    Mutter SmetekFranziska Junge
    Richter             Jörg Zick

    Stab:
    Regie:Sebastian Marka
    Buch:Erol Yesilkaya und Michael Proehl
    Kamera:Armin Alker

    Musik: Thomas Mehlhorn

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    S!NEDi|graphic: er ist nur halb zu sehen - und ist doch rund und schön ...
    "SIMPEL BEAUTIFUL"

    manchmal - wenn ich unentwegt hinstarre:
    zwinkert mir der buddha heimlich zu ...

    in seiner silhouette spiegelt sich
    meine kindheit wider - all das spielzeug

    so flatterhaft wie ein gedachter schmetterling
    an seiner stirn ...

    ich weine mir an mona lisa's schulter
    schon mal die augen aus

    ihr undurchdringliches lächeln
    bringt hyazinthen zum knospen

    auf der weltkugel tanzen wie auf einem
    gymnastikball - und wieder züngeln

    die schlangen rundherum im ringelrein ...
    und der buddha ist nur auf dem linken auge

    blind - das macht ihn mir ja so
    sympathisch ...
    [also - ich weiß nicht recht was sie noch wollen: wir haben doch damit ein lupenrein drehend tanzendes ringelement diesem text hinzugefügt - wo sie doch vielleicht nicht zu unrecht meinen, dass das da unbedingt mit einer gewissen tonnentaumelnden rundrotation beziehungsweise mit einem geschwinden karusselldrehmoment diese szene aufgefüllt und bereichert werden müsste, damit sie so dem gesamtbild ausgezeichnet und äußerst dynamisch einfach nur gut zupass stünde ... - ich bin schon ganz schwindelig ... - und dreh mich mal lieber eine zeitlang andersherum ...]  

    sinedi

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    Earth Song - 08.11.1995 (Erstveröffentlichung) 
    Songtext Übersetzung


    Was ist mit dem Sonnenaufgang
    Was ist mit dem Regen
    Was ist mit allen Dingen
    Von denen Du sagtest, dass wir sie erben würden...
    Was ist mit den Schlachtfeldern
    Kommt diese Zeit noch
    Was ist mit all den Dingen
    Von denen Du sagtest, sie wären Dein und mein...
    Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
    Wie viel Blut wir schon vergossen haben
    Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
    Wie die Erde schreit, diese Küsten weinen?

    Was haben wir der Welt angetan
    Schau was wir getan haben
    Was ist mit all dem Frieden
    Welchen Du Deinem einzigen Sohn versprachst...
    Was ist mit den Blumenfeldern
    Kommt diese Zeit noch
    Was ist mit all den Träumen
    Von denen Du sagtest, sie wären Dein und mein...
    Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
    Wie viele Kinder im Krieg starben
    Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
    Wie die Erde schreit, diese Küsten weinen?

    Ich träumte immer
    Ich blickte immer jenseits der Sterne
    Jetzt weiß ich nicht mehr, wo wir sind
    Obwohl ich weiß, dass wir weit abgetrieben sind

    Hey, was ist mit dem Gestern
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit den Meeren
    (Was ist mit uns)
    Der Himmel stürzt ein
    (Was ist mit uns)
    Ich kann nicht sogar atmen
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit der Teilnahmslosigkeit
    (Was ist mit uns)
    Von der ich gar nicht einmal wusste
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit dem Wert der Natur

    Es ist das Innerste unseres Mutterplaneten
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit den Tieren
    (Was ist mit uns)
    Wir haben Königreiche zu Staub verwandelt
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit den Elefanten
    (Was ist mit uns)
    Haben wir ihr Vertrauen verloren
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit weinenden Walen
    (Was ist mit uns)
    Wir verwüsten die Meere
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit den Waldpfaden

    Niedergebrannt trotz unserer Einsprüche
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit dem geheiligten Land
    (Was ist mit ihm)
    Zerrissen durch Glaubensüberzeugungen
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit dem kleinen Mann
    (Was ist mit uns)
    Können wir ihn nicht befreien
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit Kindern, die sterben
    (Was ist mit uns)
    Kannst du sie nicht weinen hören
    (Was ist mit uns)
    Wo sind wir falsch abgebogen

    Kann mir das einer erklären
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit dem Baby-Jungen
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit den Tagen
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit ihren sämtlichen Vergnügungen
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit dem Mann
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit dem weinenden Mann
    (Was ist mit uns)
    Was ist mit Abraham
    (Was ist mit uns)
    Was ist denn mit dem Tod schon wieder

    Kümmert es sie einen Scheißdreck

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    Earth Song ist ein Lied von Michael Jackson und die dritte Single des Doppelalbums HIStory – Past, Present and Future Book I von Michael Jackson aus dem Jahre 1995. Es handelt sich um eine Pop-Ballade, die Elemente aus Blues und Gospel sowie aus der Oper enthält und von Jackson geschrieben und komponiert wurde.

    Das Stück wurde im Wiener Hotel Imperial geschrieben. Es stellt sich in eine Reihe von Liedern Jacksons mit sozialem oder wohltätigem Hintergrund wie We Are the World, Man in the Mirror oder Heal the World. Earth Song war dabei der erste Titel von Jackson, der sich mit ökologischen Aspekten beschäftigte. Allerdings werden in dem Lied auch andere Themen, die die Erde betreffen, wie etwa Krieg, angeschnitten. Das Stück ist als „Beschwerde“ an das zerstörerische Handeln der Menschen zu verstehen.

    Earth Song wurde am 8. November 1995 als Single veröffentlicht.

    Es rangierte in zahlreichen europäischen Hitparaden unter den ersten fünf Plätzen:
    In der Schweiz und in Spanien wurde es ein Nummer-eins-Hit. In Deutschland war es die erste Single von Michael Jackson, welche Platz eins der Single-Charts belegte; sie verblieb fünf aufeinanderfolgende Wochen auf diesem Platz und ist damit die erfolgreichste Single von Michael Jackson in Deutschland.


    In Großbritannien stieg Earth Song direkt als Nummer eins in die Hitparade ein und verblieb dort für sechs Wochen; dort ist der Song mit über einer Million Exemplaren bis heute die bestverkaufte Single von Michael Jackson. 1996 trat er daher mit Earth Song auch bei den BRIT Awards auf (allerdings mit Vollplayback). Der Auftritt wurde durch Jarvis Cocker gestört und so zu einem kleinen Skandal. WIKIPEDIA

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    Mir war mal so danach:
    All diese Drohnen über Paris, all dieses Waffengetöse um die Ukraine - und hier die Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrinken - oder die - die z.B. aus dem Kosovo kommen, wozu die total humane Bundesregierung befindet, dies sei doch ein "sicheres Herkunftsland" [vielleicht sollte irgendein Bundestags-Fuzzy bei aller "potenzieller" EU-Freizügigkeit mal einfach dort seinen Wohnsitz nehmen - um das mal mit "aller Deutlichkeit" zu unterstreichen: jawoll - Herr Bosbach - das wär's doch ...)

    Ich habe einfach an die Auftritte von Michael Jackson zu seinem Earth-Song gedacht - die mit dem echten Panzer auf der Bühne ...: Von einem Auftritt in Prag berichtet der Chronist seinerzeit:

    "Nachdem er den Earth Song vortrug, erschien plötzlich ein echter Panzer aus dem hinteren Bühnenbereich. Aus dem Panzer sprang ein Soldat und richtete sein Gewehr gegen das Volk und Michael. Doch dann erschien ein kleines Mädchen und übergab dem Soldaten eine Blume. Der Soldat gab seinen Wiederstand auf und legte seine Waffe nieder und viel auf die Knie. Diese Szene war ergriffen, sehr rührend und jeder hat Michaels Message verstanden. Mir ging bei dieser Szene einen kalter Schauer durch den Körper..."

    Ich zeige hier mittels YouTube eine ähnlich Szene aus München 1997 - eine unvergleichliche Performance - irgendwie in diesen ganzen 20 Jahren bis heute unerreicht - besonders wenn ich jetzt diese kleinen Schnuckel sehe, die da inzwischen die Millionen abräumen ...

    Was ich ganz wichtig finde, ist, zu erwähnen dass EARTH SONG anscheinend keine "Auftragsarbeit" war - von irgendeiner Interessengruppe gesponsert ... - nee - sicherlich war es "Zeitgeist" - 1988/1995 (die Berliner Mauer fiel - der Ostblock implodierte - "Wer zu spät kommt - den bestraft das Leben" ... - das war der Mahnspruch von Gorbatschow an Honecker) - es war aber auch sicherlich ein ganz inneres persönliches Anliegen von Michael Jackson ... - viel zu wenig gewürdigt seinerzeit und auch heutzutage ...

    Doch gleichzeitig möchte ich an meine damalige Professorin 
    (Frau Prof. Dr. Kornelia Rappe-Giesecke, Ev. FH Hannover) denken, die damals frisch nach den Semesterferien in die Vorlesung kam, um uns mitzuteilen, sie habe im Urlaub viel gejoggt, und habe über Kopfhörer dabei immer wieder den "Earth Song" von Michael Jackson gehört, "eines der besten und größten Songs - überhaupt" - oder so ähnlich - das waren in etwa ihre Worte ...







    Michael Jackson ging allein in seinem Hotelzimmer auf und ab.

    Er befand sich mitten im zweiten Abschnitt seiner Bad-Welttournee, einem anstrengenden aufsehenerregenden 123 Konzerte umfassenden Spektakel, das sich über nahezu zwei Jahre erstreckte. Die Tournee sollte zur umfangreichsten und meist besuchten Konzertreihe der Geschichte werden.


    Erst ein paar Tage zuvor war Jackson in Rom im ausverkauften Flaminio Stadion vor einer verzückten Menge von 30.000 Menschen aufgetreten. Während eines konzertfreien Tages besichtigte er mit Quincy Jones und dem legendären Komponisten Leonard Bernstein die Sixtinische Kapelle und den Petersdom im Vatikan. Später fuhren sie nach Florenz, wo Jackson unter Michelangelos meisterhafter Skulptur von David stand und sein Blick staunend nach oben glitt. 


    Nun befand er sich in Wien, Österreich, der musikalischen Hauptstadt der westlichen Welt. Es war hier, an diesem Ort, wo Mozarts großartige Sinfonie Nr. 25 und das tief bewegende Requiem komponiert wurden; hier studierte Beethoven bei Haydn und führte seine erste Sinfonie auf. Und hier im Wiener Hotel „Marriot“ wurde auch am 1. Juni 1988 Michael Jacksons Meisterwerk „Earth Song“ geboren.


    Das sechseinhalb Minuten Stück, das im Lauf der nächsten sieben Jahre verwirklicht wurde, war anders als alles bisher in der Popmusik Dagewesene. Soziale Hymnen und Protestsongs waren eine bereits lange gehegte Tradition in der Rockmusik. Aber nicht wie dieses hier. Der „Earth Song“ war epischer, dramatischer und grundlegender. Seine Wurzeln lagen tiefer, seine Visionen waren panoramaartiger. Es war eine Klage, den Seiten Hiobs und Jeremias entrissen, eine apokalyptische Prophezeiung, die an das Werk von Blake, Yeats und Eliot erinnerte.


    Es brachte musikalisch das zum Ausdruck, was Picassos meisterhaft ästhetischer Protest Guernica in der Kunst zum Ausdruck brachte. Inmitten brodelnder Szenen der Zerstörung und des Leids, waren Stimmen – weinend, flehend, schreiend, um sich Gehör zu verschaffen (Was ist mit uns?).

    Der „Earth Song“ sollte zur erfolgreichsten Umwelthymne werden, die jemals aufgenommen wurde, sie erreichte in mehr als 15 Ländern der Erde die Top-Charts und wurde über fünf Millionen Mal verkauft. Die Kritiker wussten dennoch nie so genau, was sie damit anfangen sollten. Die ungewöhnliche Verschmelzung von Oper, Rock, Gospel und Blues klang nicht nach etwas, das man im Radio hörte. Die Hymne setzte sich nahezu über alles, was man von einer traditionellen Hymne erwartete, hinweg. Statt Nationalismus stellte sie bildhaft eine Welt ohne Trennung und Hierarchie dar. Statt nach religiösen Dogmen und Humanismus sehnte sie sich nach einer umfassenderen Vision ökologischer Balance und Harmonie. Statt simpler zweckgebundener Beeinflussung, war sie ein unverfälschter künstlerischer Ausdruck. Anstelle eines klirrenden Refrains, mit dem man ein T-Shirt oder eine Plakatwand hätte bepflastern können, bot sie einen wortlosen, universellen Schrei.

    Quelle


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    S!NEDi|photography: ... und ich sagte noch: Lasst doch die Kirche im Dorf ...

     Jesus von Nazareth spricht: "Das Reich Gottes ist in euch." (Lukas 17, 21)
    • Und der Jünger Stephanus mahnt: "Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht (Jesaja 66, 1-2): ´Der Himmel ist mein Thron und die Erde ist der Schemel meiner Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen`, spricht der HERR, ´oder was ist die Stätte meiner Ruhe? Hat nicht meine Hand das alles gemacht?` Ihr Halsstarrigen, mit verstocktem Herzen und tauben Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr" (Apostelgeschichte 7, 48-51). Unmittelbar nach diesen Worten ließen ihn die Priester umbringen.
    • Und in der Bergpredigt lehrt Jesus: "Wenn du aber betest, so geh in die Kammer und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir´s vergelten." (Matthäus 6, 6)
    • Nachdem Jesus die Tierhändler aus dem Tempel aus Stein getrieben hatte, forderten seine Zeitgenossen: "´Was zeigst du uns für ein Zeichen, dass du dies tun darfst?` Jesus antwortete und sprach zu ihnen: ´Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.` Da sprachen die Juden: ´Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?` Er aber redete vom Tempel seines Leibes." (Johannes 2, 18-21)
    • Und Jesus betete zu Gott, seinem Vater, über seine Jünger: "Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast." (Johannes 17, 21)
    • Der Kirchenlehrer Paulus erklärt: "Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?" (1. Korinther 3, 16)
    • Und Paulus lehrt auch weiterhin: "In Gott leben wir, bewegen wir uns und sind wir." (Apostelgeschichte 17, 28)
    • Und Jesus prophezeite seine geistige Wiederkunft: "Seid auf der Hut, dass niemand euch irre führe mit den Worten ´Seht hier` oder ´Seht da`. Denn der Sohn des Menschen ist in eurem Innern. Folget ihm nach! Die ihn suchen, werden ihn finden." (Das von der Kirche als "apokryph" (= verborgen) bezeichnete und nicht in die Bibel aufgenommene Evangelium der Maria, zit. nach Papyrus Berolinensis, S. 8, 12 - 9, 5)
    • Johannes schreibt: "Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." (1. Johannes 4, 16 b)
    • Diese "Väter" der Priester, von denen Stephanus sprach, ließen in Israel zweimal einen Tempel aus Edelhölzern und Stein bauen und erfanden einen grausamen Kult mit der Opferung von zigtausend unschuldigen Tieren. Angeblich hätte König Davids Sohn Salomo von "Gott" den Auftrag zum ersten Tempelbau erhalten. Doch von welchem Gott?
    • Bereits David selbst wollte ein solches Haus bauen. Doch ein Prophet griff ein, und es heißt im 2. Buch Samuel: "In der Nacht aber kam das Wort des HERRN zu Nathan: ´Geh hin und sage zu meinem Knecht David: ´So spricht der HERR: Solltest du mir ein Haus bauen, dass ich darin wohne? Habe ich doch in keinem Hause gewohnt seit dem Tag, da ich die Israeliten aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, sondern ich bin umhergezogen in einem Zelt als Wohnung. Habe ich die ganze Zeit, als ich mit den Israeliten umherzog, je geredet zu einem der Richter Israels, denen ich befohlen hatte, mein Volk Israel zu weiden, und gesagt: Warum baut ihr mir nicht ein Zedernhaus?``" (2. Samuel 7, 5-7)
    • Und durch den Propheten wurde David auch folgendes Gotteswort übermittelt: "Und der HERR verkündigt dir, dass der HERR dir ein Haus bauen will" (Vers 11 b). David selbst sollte also zu einem würdigen "Tempel Gottes" werden, in dessen Herz Gott wohnen kann.


    Und doch meine ich - lasst doch die Kirche im Dorf ... Sie mag einige Jahrhunderte alt sein. So eine schöne Dorfkirche besteht nun mal aus alten Wackersteinen, die im Märchen den Wolf beim Trinken in die Tiefe gerissen haben - weil statt eines lebendigen Glaubens diese toten alten schweren Wackersteine in seinem Bauch als Ballast herumkullerten ...

    Ja, wenn Steine reden könnten, dann hätten sie eine Menge zu erzählen: Von der damaligen Bevölkerung wurde die Kirche mit viel Opfern gebaut: es mussten Sonderzahlungen und besondere Spanndienste geleistet werden. Viele Generationen sind in der Dorfkirche getauft, konfirmiert, getraut und betrauert worden. Die Woche über steht die Kirche meistens leer und ungenutzt da, am Sonntag sind die meisten Sitzplätze unbesetzt. Es gibt Stimmen, die sagen, solche kaum genutzten Dorfkirchen sollte man schließen und verkaufen. Andere Stimmen protestieren: Man muss doch die Kirche im Dorf lassen!

    Das ist die eine sichtbare Kirche - das Kirchengebäude: sie besteht objektiv aus toten Steinen, die nun mal nicht reden können. Für viele weckt sie allenthalben nostalgische Gefühle, sie gehört eben zum Dorfbild dazu, ansonsten ist die Kirche ein Museum geworden. Vor 4 Jahren waren wir auf dem Kirchentag in Dresden und haben uns die Frauenkirche angeschaut. Diese Kirche wurde ja im Februar 1945 zerstört und ist nun wieder aufgebaut.

    Viele Steine aus dem Trümmerhaufen hat man seinerzeit sorgfältig gesammelt und mit Nummern versehen. So wollte man garantieren, dass sie auf ihren früheren Platz kommen. Jeder Stein hat seine besondere Bedeutung an seinem Platz! Doch was kommt danach: Wird die Frauenkirche auch nur ein großes Museum, ein Konzertgebäude oder doch Mittelpunkt einer lebendigen Gemeinde sein?

    Kirche als Museum, als Denkmal als Konzertgebäude- oder wie hier in Bielefeld - als Nobelrestaurant? Kann das alles sein? Die Texte oben sprechen von einer anderen Kirche, wie sie Jesus Christus gewollt hat: Diese Kirche besteht nicht aus toten, sondern aus lebendigen Steinen. Ein bemerkenswertes Bild: die Kirche als ein geistiges Haus aus lebendigen Steinen. Jeder Stein gehört an seinen Platz. Jeder Stein hat seine eigene und besondere Bedeutung. Genauso wie bei der Frauenkirche in Dresden die alten Steine einzeln nummeriert und katalogisiert worden sind, hat Gott uns gewissermaßen einzeln katalogisiert: Er hat uns bei unserem Namen gerufen: wir gehören zu ihm!

    Mit jedem Leben hat Gott einen Stein vom Boden aufgelesen und lebendig an seinen Platz gestellt.

    An diesem Platz soll ich mit Gestalt annehmen, Profil gewinnen, Raum greifen, tragen, da soll ich die Nachbarsteine stützen, gleichzeitig aber werde ich selbst von anderen Steinen getragen und gestützt - ein Jeder nach seiner Art - und nur so bin ich Teil eines Großen und Ganzen.

    Eine solche Kirche aus lebendigen Steinen ist ungleich wertvoller als ein altes Gebäude aus toten Steinen. In dieser Kirche aus lebendigen Steinen werden wir Schutz finden vor den Stürmen unserer Zeit. In dieser Kirche aus lebendigen Steinen werden wir Geborgenheit und Gemeinschaft finden, wenn wir draußen alt und einsam geworden sind. Natürlich muss man die Kirche im Dorf lassen - vor allem aber diese Kirche aus lebendigen Steinen immer weiter neu bauen - in einer permanenten Dynamik - in einem unablässigen Prozess ... - dann lässt sich das Nobelrestaurant in einem alten Kirchengebäude auch besser ertragen ... - wenn wir daran vorbeifahren ...

    Und diese Kirche aus lebendigen Steinen wird nie "fertig" werden - obwohl sie hier und da schon ganz schön "fertig" ist - vergleichbar mit den riesengroßen Dombauten unserer Zeit: Die ewige Bauhütte am Kölner Dom - die über 100 Jahre alte Baustelle der "Sagrada Família" nach den Plänen von Antoni Gaudí in Barcelona: Es fehlen immer Teile: es fehlt an allen Ecken und Enden - es fehlt hier und fehlt da. 

    Und vielleicht kann diese eigentliche uns umhüllende Kirche aus lebendigen Steinen auch niemals fertig sein, denn wo Leben ist, da gibt es ja auch notwendige Veränderungen. Menschen werden geboren, Menschen sterben, die Zeiten wandeln sich: das alles ruft Veränderungen hervor. Gott aber bleibt ...

    mit Materialien aus dieser Predigt...


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    aufgedeckt


    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) äußerte sich in einer Sondersitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion "fassungslos"über die jüngsten Äußerungen seines griechischen Amtskollegen Giannis Varoufakis. 
    Er könne nicht erkennen, dass Varoufakis etwas tue, "um uns das Leben leichter zu machen", zitieren Teilnehmer der Sitzung Schäuble. "Wenn die Griechen gegen die Absprachen verstoßen, dann sind diese hinfällig." Die Griechen würden mit Füßen auf der Solidarität der Europäer herumtreten, wird Schäuble wiedergegeben.Varoufakis hatte in einem Radio-Interview erneut einen Schuldenschnitt für sein Land gefordert - kurz nachdem die Euro-Finanzminister einer Reformliste der griechischen Regierung zugestimmt hatten. Zudem erschien in der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" ein Interview mit Varoufakis, in dem er Schäuble und seine europäischen Amtskollegen warnt: "Wenn Ihr denkt, Ihr tut gut daran, progressive Regierungen wie unsere zur Strecke zu bringen, dann macht Euch auf das Schlimmste gefasst ... (aus SPIEGEL.de...)
    Aha - Herr Minister Schäuble - ein so begeisterter wie besonnener Sudoku-Spieler - sogar auch heimlich während gewichtiger Haushaltsdebatten im Deutschen Bundestag - haben sich da aber ganz bös echauffiert ...:

    Dabei hat schon der olle Fritze Perls, der Vater der Gestalt-"Philosophie" - wenn Sie, Herr Schäuble, verstehen was ich meine - in seinem sogenannten "Gestalt-Gebet" es ganz deutlich so ausgedrückt:
    "Ich lebe mein Leben und du lebst dein Leben.
    Ich bin nicht auf dieser Welt, um deinen Erwartungen zu entsprechen –
    und du bist nicht auf dieser Welt, um meinen Erwartungen zu entsprechen.
    ICH BIN ich und DU BIST du –
    und wenn wir uns zufällig treffen und finden, dann ist das schön,
    wenn nicht, dann ist auch das gut so."

    Schäuble beim SUDOKU-Spiel
    Tja - lieber Herr Minister Schäuble, der Herr Minister Yanis Varoufakis aus Griechenland ist nicht auf der Welt, um so zu sein wie Sie und einige Mitstreiter Ihrer Couleur in der €U ihn gerne haben möchten ...  - und das ist auch gut so ... -

    Endlich kommt mal ein wenig Feuer unter die angestaubten und ausgehängten Talare - und er versucht wenigstens den €U-Muff der letzten 50 Jahre ein wenig aufzuwinden ...- und Ihnen so Ihr so beliebtes Langeweile-Sudoku zu vermiesen ... - er hat nämlich sogar Ahnung von dieser vermaledeiten "Spieltheorie" (s. Frank Schirrmacher: "EGO - Das Spiel des Lebens", Blessing 2013) - die dann letztlich zu dem uns und Sie und die €U bestimmenden Algorithmengewusel geführt haben - die wie heimliche Impulsgeber unseren realen "marktkonformen" Kapitalismus unabänderlich steuern - und Ihnen allen die notwendigen Zeitressourcen ermöglichen, damit sie in Ruhe Sudoku spielen können ... - denn zum "Regieren" und "Entscheidungen treffen" bleibt da nicht mehr viel übrig - es sei denn die Datenbahnen sind eines Tages verstopft...

    Und dabei stellte man Herrn Varoufakis in den "seriösen" westeuropäischen Medien immer so ein wenig als einen unbeholfenen unbeleckten und unerfahrenen Polit-Clown dar - und es ist dem "FREITAG" zu danken, der in all dem Gezeter den Versuch unternimmt, Herrn Varoufakis tatsächliche Denke - ja sogar überragende Fach-Denke - zu skizzieren und damit uns allen zu erhellen - nämlich als einen beschlagenen marxistisch orientierten Ökonomen, der weit über dem Sudoku-Niveau eines beleidigten Politprofis wie Herrn Schäuble zu denken und zu sprechen und zu schreiben in der Lage ist ...
    • Und diesen "seriösen" westeuropäischen Medien muss man geradezu "Irreführung" in Bezug auf die Person Veroufakis vorwerfen ... - aber die hatte man ja bereits mit dem bösen Herrn Putin auf einem anderen "Kriegsschauplatz" hinreichend und zu genüge eingeübt: Wie manipuliert man im Sinne der "von oben" verlautbarten "marktgerechten Demokratur"öffentliche Meinung am besten ...


    Yanis Varoufakis | nach einem Foto von: news.vice.com

    YANIS VAROUFAKIS

    Der Freidenker

    Bekenntnis | Kann man mit Karl Marx den Euro retten? Und wie hilft sein Denken, die heutige Krise zu verstehen? 

    Ein Essay von Yanis Varoufakis


    Im Jahr 2008 erlebte der Kapitalismus zum zweiten Mal in seiner Geschichte einen Krampfanfall von globalen Ausmaßen. Die Finanzkrise setzte eine Kettenreaktion in Gang, die Europa in eine nicht enden wollende Abwärtsspirale stürzte. Die Lage, in der sich der Kontinent momentan befindet, bedroht nicht nur einzelne Gruppen, Klassen oder Länder. Sie bedroht die gesamte Zivilisation, wie wir sie kennen.

    Wenn meine Prognose zutrifft und wir es nicht nur mit einer weiteren zyklischen Krise zu tun haben, ergibt sich daraus für die Linke die Frage: Sollten wir die Krise des europäischen Kapitalismus nutzen, um ihn durch ein besseres System zu ersetzen? Oder sollten wir über die momentane Situation so besorgt sein, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun, um das herrschende System zu stabilisieren?

    Für mich ist die Antwort klar. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Krise in Europa einer besseren Alternative zum Kapitalismus den Weg ebnet. Viel wahrscheinlicher ist es, dass sie gefährlich-regressive Kräfte entfesselt, die eine humanitäre Katastrophe verursachen könnten. Für diese Einschätzung wurde ich von manchen Linken als „Defätist“ bezeichnet, der das sozioökonomische System Europas retten will, das für all das steht, wogegen Linke kämpfen sollten: nämlich gegen eine undemokratische, neoliberale, völlig irrationale EU. Und ja, ich muss zugeben, diese Kritik tut weh. Weil sie mehr als nur ein Körnchen Wahrheit enthält.

    Ich teile die Einschätzung, dass die Europäische Union ein gewaltiges Demokratie-Defizit hat und die Währungsunion falsch konstruiert ist. Ich bin auch überzeugt, dass diese beiden Faktoren, die von den Eliten geleugnet werden, zwei der Hauptursachen für die anhaltende Rezession sind, unter der viele Menschen seit Jahren leiden. Ich würde auch viel lieber für eine radikale Agenda eintreten, die darauf abzielt, den Kapitalismus durch ein vernünftigeres System zu ersetzen. Aber ich will erklären, warum ich denke, dass ein Zusammenbruch des europäischen Kapitalismus – so dysfunktional dieser auch sein mag – um jeden Preis vermieden werden muss. Ich will radikale Linke davon überzeugen, dass wir eine widersprüchliche Mission zu erfüllen haben: Wir müssen den freien Fall des europäischen Kapitalismus aufhalten, um die Zeit zu gewinnen, die wir für das Ausarbeiten einer Alternative brauchen.

    Berater bei Papandreou


    Als ich mir 1982 ein Thema für meine Doktorarbeit aussuchte, wählte ich absichtlich ein durch und durch mathematisches. Marx’ Denken spielte in diesem Bereich keine Rolle. Als ich später eine wissenschaftliche Laufbahn einschlug, unterrichtete ich an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, die mich beriefen, stets eine Art von neoklassischer Wirtschaftstheorie, in der für Marx kein Platz vorgesehen ist. Ende der 80er stellte man mich an der Universität Sydney sogar ein, um so einen linken Kandidaten an der Fakultät zu verhindern – das erfuhr ich allerdings erst später.

    Als ich 2000 nach Griechenland zurückkehrte, begann ich, für George Papandreou zu arbeiten. Ich dachte, ich könnte ihm helfen zu verhindern, dass eine wiedererstarkende Rechte die Regierung übernimmt. Denn diese war wild entschlossen, Griechenland zu einem von Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus geprägten Land zu machen. Wie heute jeder weiß, ist Papandreous Partei aber nicht nur daran gescheitert, der Fremdenfeindlichkeit etwas entgegenzusetzen. Sie verantwortete am Ende sogar eine äußerst aggressive neoliberale Politik, die mit ihrer sogenannten Bankenrettung – wenn auch unbeabsichtigt – dafür sorgte, dass wieder Nazis auf den Straßen von Athen marschierten. Obwohl ich Anfang 2006 meinen Job als Papandreous Berater aufgab und zu einem der entschiedensten Kritiker seines Krisenmanagements wurde, hatten meine öffentlichen Interventionen aber mit Marxismus nicht das Geringste zu tun.

    Dennoch: Karl Marx hat meine Sicht auf die Welt entscheidend geprägt. Von meiner Jugend bis heute. Das ist etwas, worüber ich in „vornehmer Gesellschaft“ nicht offen rede, denn die meisten Leute schalten sofort auf Durchzug, wenn sie den Namen des Bärtigen nur hören. Aber warum komme ich dann jetzt darauf zu sprechen, wenn ich ihn während meiner wissenschaftlichen Karriere weitgehend ignoriert habe und auch meine aktuellen politischen Empfehlungen unmöglich als marxistisch beschrieben werden können? Die Antwort ist einfach: Selbst meine nicht-marxistische Ökonomie folgt Marx’ Methode der immanenten Kritik, die die Grundsätze des Gegners akzeptiert, um ihm dann nachzuweisen, dass seine eigenen Ableitungen zu diesen Annahmen in Widerspruch stehen.

    Man kann natürlich auch alternative Theorien entwickeln und hoffen, dass diese ernst genommen werden, aber nach meiner Erfahrung lassen die Herrschenden sich niemals von Theorien beunruhigen, die von anderen Annahmen als ihren eigenen ausgehen. Die etablierte neoklassische Wirtschaftswissenschaft lässt sich – wenn überhaupt – durch nichts anderes verunsichern als durch den Nachweis der inneren Widersprüchlichkeit ihrer eigenen Modelle. Aus diesem Grund habe ich mich von Anfang an mit der neoklassischen Theorie beschäftigt und so gut wie keine Energie darauf verwandt, alternative Kapitalismusmodelle zu entwickeln. Meine Beweggründe hierfür waren aber marxistische.

    Wenn man mich jedoch bat, mich zu der Welt zu äußern, in der wir leben, konnte ich gar nicht anders, als auf die marxistische Tradition zurückzugreifen, die mein Denken prägt, seit mein Vater mir als Kind die Auswirkungen des technischen Fortschritts auf den historischen Prozess vor Augen führte. Mein Vater war Metallurg und Chemieingenieur. Er erklärte mir, wie zum Beispiel der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit die Geschichte vorantrieb; wie die Entdeckung des Stahls die Dinge noch einmal beschleunigte; und wie schließlich die auf Silicium basierenden IT-Technologien unsere Welt wieder völlig veränderten.
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    Yanis Varoufakis ist seit Januar Finanzminister im Kabinett von Alexis Tsipras. Er wurde am 24. März 1961 in Athen geboren. Sein Vater war Vorstandsvorsitzender eines griechischen Stahlkonzerns. Varoufakis studierte in Großbritannien Wirtschaftsmathematik, nach der Promotion lehrte er Ökonomie unter anderem in Cambridge, Glasgow, Sydney, Austin und Athen. Er hat Texte zur "Spieltheorie veröffentlicht - Jakob Augstein bezeichnet ihn gar als Professor für Spieltheorie. Auf Englisch bloggt er unter yanisvaroufakis.eu (siehe Vita unten ...)
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    Dass ich schon sehr früh Bekanntschaft mit Marx’ Schriften gemacht habe, lag aber auch daran, dass ich in einer besonderen Zeit aufwuchs. Griechenland war gerade dabei, den Albtraum der neofaschistischen Diktatur von 1967 bis 1974 abzuschütteln. An Marx faszinierte mich sein Talent, ein Drehbuch der Geschichte, ja der Verdammnis der Menschheit zu schreiben, in dem aber immer die Möglichkeit zur Erlösung enthalten war. Die Arbeiter, Kapitalisten, Funktionäre und Wissenschaftler, die seine Erzählung als Akteure der Geschichte bevölkerten, bedienten sich im Zuge der Selbstermächtigung der Vernunft und der Wissenschaft. Sie entfesselten dabei entgegen ihrer Absichten aber dämonische Kräfte, die sie ihrer Freiheit und Menschlichkeit beraubten.

    Die dialektische Sichtweise, in der alles auch sein Gegenteil hervorbringt, und der scharfe Blick, mit dem Marx in einer der veränderungsfeindlichsten Gesellschaftsstrukturen überhaupt das Potenzial zur Veränderung wahrnahm, half mir, die großen Widersprüche der kapitalistischen Epoche zu begreifen. Sie lösten für mich das Paradox eines Zeitalters auf, das im selben Moment atemberaubenden Reichtum und noch nie gesehene Armut hervorbrachte. Heute, wenn wir uns der Krise in Europa, in den USA und der anhaltenden Stagnation des japanischen Kapitalismus zuwenden, verstehen die meisten Kommentatoren nicht den dialektischen Prozess, der sich vor ihren Augen abspielt. Sie erkennen den Schuldenberg und die Verluste des Bankensektors, vernachlässigen aber die andere Seite: den gewaltigen Berg an Sparguthaben, die aus Angst eingefroren auf den Konten liegen, statt produktiv investiert zu werden.

    Einer der Hauptgründe, warum viele Beobachter unsere Realität nicht wirklich begreifen, liegt darin, dass sie nie das dialektische Spannungsverhältnis der „gemeinsamen Produktion“ von Schulden und Überschüssen, Wachstum und Arbeitslosigkeit, Reichtum und Armut, ja: von Gut und Böse verstanden haben. Marx’ Drehbuch hat uns gezeigt, dass diese binären Oppositionen die Quelle für die Durchtriebenheit der Geschichte sind.


    Bereits während meiner ersten Gehversuche als Ökonom gelangte ich zur Überzeugung, dass Marx eine Entdeckung gemacht hatte, die im Zentrum einer jeden ernst zu nehmenden Analyse des Kapitalismus stehen muss. Es handelt sich um eine weitere binäre Opposition in der Natur der menschlichen Arbeit, und zwar zwischen deren beiden recht verschiedenen Eigenschaften, I) eine wertbildende Tätigkeit zu sein, die niemals im Voraus quantifiziert und deshalb unmöglich zur Ware werden kann, und gleichzeitig II) in Arbeitsstunden quantifizierbar, käuflich und damit eine Ware zu sein, die ihren Preis hat.

    Dieser widersprüchliche Doppelcharakter der Arbeit, der sie von anderen produktiven Faktoren unterscheidet, spielte in der bürgerlichen politischen Ökonomie vor und nach Marx keine Rolle. Die etablierte Wirtschaftswissenschaft weigert sich bis heute vehement, ihn zur Kenntnis zu nehmen. Ohne diese Einsicht kann die Tendenz des kapitalistischen Wirtschaftssystems, Krisen hervorzubringen, aber niemals völlig verstanden werden.

    In dem Science-Fiction-Klassiker Die Körperfresser kommen von 1953 greift die Armee der Aliens die Menschen nicht von außen an, sondern übernimmt sie von innen heraus, bis nichts von ihrem Geist und ihren Gefühlen mehr übrig bleibt. Ihre Körper sind dann nur noch willenlose Hüllen, die vom Kern der menschlichen Natur „befreit“ wurden. So ähnlich würde es aussehen, wenn die menschliche Arbeit sich vollständig in die Modelle der Vulgärökonomen einfügen ließe.

    Jede Wirtschaftstheorie, die davon ausgeht, menschliche und nicht-menschliche Faktoren seien beliebig austauschbar, unterstellt, dass die Entmenschlichung der Arbeit bereits vollständig erfolgt sei. Wäre das möglich, würde dies allerdings das Ende des Kapitalismus als eines Werte schaffenden und verteilenden Systems bedeuten. Sollte es dem Kapital jemals gelingen, die Arbeit vollständig zu quantifizieren und damit zu einer Ware zu machen wie jede andere, wird es gleichzeitig diese unbestimmte, widerspenstige menschliche Freiheit auslöschen, die der Arbeit innewohnt. Und die es ermöglicht, dass ein Wert entsteht.

    Freiheit als eigene Kategorie

    Marx’ großartiges Verständnis des Wesens der kapitalistischen Krise bestand genau darin: Je mehr es dem Kapitalismus gelingt, Arbeit in eine Ware wie jede andere zu verwandeln, desto geringer ist der Wert einer jeden Produkteinheit, die sie schafft. Desto niedriger ist die Profitrate und desto näher letztlich die nächste Rezession. Marx war der Einzige, der erkannt hat, dass die menschliche Freiheit eine ökonomische Kategorie darstellt. Dies hat ihm ermöglicht, die Tendenz des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu Krise, Rezession und Depression mit großer analytischer Scharfsinnigkeit zu interpretieren.

    In einer Zeit, in der die Neoliberalen die Mehrheit der Gesellschaft mit ihrer Theorie umgarnt haben und gebetsmühlenartig erklären, die Produktivität der Arbeit müsse erhöht werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und Wachstum zu generieren, bietet Marx’ Analyse ein starkes Gegengift. Das Kapital kann bei seinem Versuch, die Arbeit in einen unendlich elastis
    chen, mechanisierten Input zu verwandeln, niemals gewinnen, ohne selbst dabei zugrunde zu gehen. Das ist es, was weder Neoliberale noch Keynesianer jemals begreifen werden.

    Heute würdigen fast alle Denkschulen, einschließlich einiger Ökonomen, Marx als einflussreiche Figur der Geistesgesichte. Im selben Atemzug behaupten sie aber, sein Beitrag habe heute keine große Relevanz mehr. Ich sehe das anders. Abgesehen davon, dass er das grundlegende Dilemma der kapitalistischen Dynamik genau erfasst hat, hat Marx mir auch die Werkzeuge an die Hand gegeben, um mich gegen das Gift des Neoliberalismus zu immunisieren. Nur ein Beispiel: Man kann nur allzu leicht der Vorstellung erliegen, Reichtum werde privat produziert und dann mittels Steuern von einem quasi-illegitimen Staat angeeignet. Wer aber bei Marx einmal gelernt und verstanden hat, dass das genaue Gegenteil der Fall ist – Reichtum wird kollektiv produziert und dann aufgrund der gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse und Eigentumsrechte privat angeeignet –, fällt darauf nicht mehr rein.

    Warum nenne ich mich aber einen erratischen Marxisten? Nachdem ich gezeigt habe, was ich Karl Marx alles verdanke, muss ich auch erklären, warum ich mich oft schrecklich über ihn ärgere und mich eher als erratischen, denn als marxistischen Marxisten bezeichne. Marx hat zwei schwere Fehler begangen. Und diese behindern die Wirkungsmacht der Linken noch heute, insbesondere in Europa.

    Marx’ erster Fehler bestand darin, dass er nicht genügend darüber nachdachte, welchen Einfluss seine Theorie auf die Welt haben würde. Seine Theorie ist diskursiv außergewöhnlich stark, dessen war er sich bewusst. Wie ist es also möglich, dass er sich keine Gedanken darüber machte, dass seine Schüler, also Leute, die diese überzeugenden Ideen besser begreifen konnten als der durchschnittliche Arbeiter, die Macht, die sie ihnen verliehen, dazu nutzen könnten, sich über ihre Genossen zu erheben? Dieses Versäumnis kann ich Marx aber noch verzeihen, er war ja kein Prophet.

    Sein zweiter Fehler wiegt wesentlich schwerer – und ich bin nicht bereit, ihm diesen zu verzeihen. Er besteht in der Annahme, die Wahrheit über den Kapitalismus könne in der Mathematik seiner Modelle gefunden, also quasi mathematisch bewiesen werden. Das war der schlimmste Bärendienst, den er seiner Theorie erweisen konnte. Derselbe Mann, der uns die menschliche Freiheit als ökonomische Kategorie von erstem Rang präsentierte; derselbe Wissenschaftler, der die radikale Unbestimmtheit in ihren rechtmäßigen Rang in der politischen Ökonomie erhob, spielte mit stark vereinfachten algebraischen Modellen herum, um aus diesen Gleichungen gegen alle Vernunft zusätzliche Einsichten über den Kapitalismus zu gewinnen. Wie konnte Marx sich da so sehr täuschen? Warum hat er nicht gemerkt, dass aus keinem mathematischen Modell der Welt sich jemals eine Wahrheit über den Kapitalismus ergeben kann, ganz egal, wie genial der Schöpfer des Modells auch sein mag? Ich vermute, Marx wusste, was er tat. Ihm musste klar sein, dass eine umfassende Werttheorie nicht in einem mathematischen Modell untergebracht werden kann und dass eine seriöse ökonomische Theorie respektieren muss, dass die Regeln des Unbestimmten selbst unbestimmt sind.

    Immer das letzte Wort

    Dies anzuerkennen hätte aber bedeutet zu akzeptieren, dass seine „Gesetze“ nicht unabänderlich waren. Er hätte konkurrierenden Stimmen in der Gewerkschaftsbewegung zugestehen müssen, dass seine Erklärungen nicht uneingeschränkt zutreffen konnten und bis zu einem gewissen Grad immer provisorisch bleiben würden. Seine Entschlossenheit, immer das letzte Wort behalten zu wollen, ist etwas, dass ich Marx nicht verzeihen kann. Wie sich gezeigt hat, folgten daraus ein Hang zum Autoritären und eine Menge Fehleinschätzungen, die bis heute nachwirken und für die Unfähigkeit der Linken, konstruktive Impulse zu setzen, mitverantwortlich sind.

    1978 ging ich zum Studieren nach England. Sechs Monate später sollte der Sieg Margaret Thatchers Großbritannien für immer verändern. Ich erlag als junger Linker damals einer grandiosen Fehleinschätzung: Ich nahm an, Thatchers Sieg könne etwas Gutes an sich haben. Der Schock, den er den britischen Arbeitern und Mittelschichten versetzen würde, würde der Linken die Möglichkeit geben, eine radikale Agenda zu formulieren und umzusetzen. Selbst als sich die Arbeitslosenzahlen unter Thatcher verdoppelt und dann verdreifacht hatten, hoffte ich immer noch, Lenins Maxime „je schlimmer, desto besser“ würde sich bewahrheiten. Das Leben wurde immer härter, brutaler, für viele auch kürzer. Und mir schwante, dass ich einem Irrtum aufgesessen war: Die Dinge konnten sich immer weiter verschlechtern, ohne jemals besser zu werden. Die Hoffnung, dass die Verschlechterung der Zustände automatisch zu einer Renaissance der Linken führen würde, war nichts als: eine Hoffnung.

    Stattdessen wurde die Linke mit jeder Drehung der Rezessionsschraube immer unfähiger, eine überzeugende Antwort hervorzubringen. Die Arbeiterklasse wurde gespalten: Die einen fielen aus der Gesellschaft heraus, die anderen mussten die neoliberale Mentalität verinnerlichen, um zu überleben. So wurden sie integriert.


    Anstatt die Gesellschaft zu radikalisieren, zerstörte die Rezession die Möglichkeit einer radikalen, progressiven Politik. Irgendwann wurde es fast unvorstellbar, dass es jenseits dessen, was der Markt als den „richtigen Preis“ ermittelte, noch andere Werte geben sollte. Die Lektion, die Thatcher mich in Bezug auf eine lang anhaltende Rezession lehrte, begleitet mich heute durch die europäische Krise. Thatcher zeigte mir, dass es möglich ist, jeglichen Ansätzen einer emanzipatorischen Politik das Wasser abzugraben, indem man die Gesellschaft mit Hass und Missgunst verseucht. Aufgrund dieser Erfahrung lasse ich mir gern von einigen Kritikern auf der Linken eine Sünde vorhalten: die Sünde, kein radikales politisches Programm vorzuschlagen, das versucht, die Gelegenheit zu nutzen, um den Kapitalismus in Europa zu überwinden, die Währungsunion aufzulösen und die Europäische Union der Kartelle und bankrotten Banker zu schwächen.

    Ja, ich würde gerne eine solche Agenda verfolgen, bin aber nicht bereit, den gleichen Fehler zweimal zu begehen. Was würde es bringen, heute die Eurozone oder sogar die ganze EU aufzulösen, wenn der Kapitalismus doch selbst sein Möglichstes tut, um die Eurozone, die EU und sogar sich selbst zu untergraben? Ein griechischer, portugiesischer oder italienischer Austritt aus der Eurozone würde schnell zu einer Fragmentierung des europäischen Kapitalismus führen und hätte eine stark rückläufige Überschuss-Region nördlich der Alpen zur Folge, während der Rest Europas sich im Griff einer üblen Stagflation wiederfände. Wer aber würde von einer solchen Entwicklung profitieren? Eine emanzipatorische Linke? Oder die Nazis von der Goldenen Morgenröte? Ich habe keine Zweifel, wer dann als Sieger hervorgehen würde. Ich bin jedenfalls nicht bereit, einer postmodernen Version der 1930er den Weg zu bereiten. Wenn das bedeutet, dass wir, die erratischen Marxisten, den europäischen Kapitalismus retten müssen, dann sei es so – nicht aus Liebe zu Brüssel oder der Europäischen Zentralbank, sondern einfach, um die Zahl der Krisenopfer so gering wie möglich zu halten.

    Noch nicht bereit

    Die Eliten Europas verhalten sich heute, als verstünden sie weder die Natur der Krise, die sie zu verantworten haben, noch deren Auswirkungen auf die Zukunft. Atavistisch halten sie daran fest, die Konten der Schwachen und Besitzlosen zu plündern, um damit die im Finanzsektor klaffenden Löcher zu stopfen. Während sie die Realität nicht anerkennen wollen und deshalb über die Vorgänge zutiefst verwirrt sind, muss aber auch die Linke sich eingestehen, dass wir zurzeit nicht bereit sind, den Abgrund, den ein Zusammenbruch des Kapitalismus in Europa aufreißen würde, mit einem funktionierenden sozialistischen System zu überbrücken.

    Unsere Aufgabe sollte daher erstens darin bestehen, eine Analyse anzufertigen, die auch nicht-marxistische Europäer, die von den Sirenen des Neoliberalismus gelockt wurden, einsichtig finden. Zweitens sollten wir dieser Analyse Vorschläge zur Stabilisierung Europas folgen lassen – um die Abwärtsspirale zu beenden, von der letzten Endes nur die Fanatiker profitieren.

    Schließen möchte ich meine Ausführungen mit einem sehr persönlichen Bekenntnis: Ich kenne die Gefahr, mich über die Enttäuschung, dass ich das Ende des Kapitalismus wohl nicht selbst erleben werde, mit der Genugtuung hinwegzutrösten, dass ich mittlerweile in der „feinen Gesellschaft“ akzeptiert werde. Bei mancher Gelegenheit begann mich schon dieses Gefühl der Selbstzufriedenheit zu beschleichen – es ist ein hässliches, zersetzendes Gefühl.

    Meinen persönlichen Tiefpunkt erlebte ich auf einem Flughafen. Irgendeine solvente Organisation hatte mich eingeladen, um eine Grundsatzrede über die europäische Krise zu halten, und mir ein aberwitzig teures Ticket für die Erste Klasse gekauft. Auf dem Weg zurück nach Hause, ich war müde und hatte bereits mehrere Flüge hinter mir, ging ich an der langen Schlange wartender Economy-Class-Passagiere vorbei zu meinem Gate. Plötzlich bemerkte ich mit Schrecken, wie leicht ich mir den Gedanken zu eigen machte, ich sei dazu berechtigt, am „gemeinen Volk“ vorbeizugehen. Mir wurde klar, wie leicht man vergessen kann, was mein linkes Bewusstsein immer gewusst hat: dass nichts sich besser reproduziert als ein falsches Gefühl der Berechtigung. Wenn wir Allianzen mit reaktionären Kräften schmieden – was wir tun sollten, um Europa zu stabilisieren –, setzen wir uns der Gefahr aus, integriert und vereinnahmt zu werden.

    Radikale Bekenntnisse wie dieses hier sind vielleicht ein Gegengift gegen jene Mechanismen, die uns allzu leicht zu Rädern im Getriebe werden lassen. Wenn wir Bündnisse mit unseren politischen Gegnern eingehen, müssen wir es vermeiden, so zu werden wie die Sozialisten, denen es nicht gelang, die Welt zu verändern, die aber recht erfolgreich darin waren, ihre eigenen Lebensumstände zu verbessern. Die Kunst besteht darin, revolutionäre Maximalforderungen zu vermeiden, die am Ende nur den Neoliberalen helfen. Und zugleich die immanenten Fehler des Kapitalismus im Auge zu behalten, während wir – aus strategischen Gründen – versuchen, ihn vor sich selbst zu retten.


    Info | Dieser Text ist die überarbeitete, aktualisierte Fassung einer Rede, die 2013 beim Subversive-Festival in Zagreb gehalten wurde

    Quelle: der Freitag 

    Übersetzung aus dem Englischen: Holger Hutt

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    • Vita

    Yanis Varoufakis | nach einem Foto von: news.vice.com
    Yanis Varoufakis 

    (griechisch Γιάνης Βαρουφάκης , Gianis Varoufakis; * 24. März 1961 in Athen) ist ein griechischer Wirtschaftswissenschaftler, der ebenfalls die australische Staatsbürgerschaft besitzt. Er ist Verfasser mehrerer Sachbücher und aktiver Blogger. Bei der Parlamentswahl 2015 wurde er für SYRIZA ins griechische Parlament gewählt und ist seit dem 27. Januar 2015 Finanzminister im Kabinett Alexis Tsipras.

    Laufbahn
    Nach dem Erwerb der Hochschulreife an der Privatschule Moraitis in Athen studierte Varoufakis Wirtschaftsmathematik an der University of Essex und Mathematische Statistik an der University of Birmingham. Zwischen 1983 und 1985 lehrte er zunächst in Essex, wo er zwei Jahre später in Ökonomie promovierte. Von 1986 bis 1988 war er Fellow und Lehrkraft an der Universität von Cambridge. Zudem dozierte er an den Universitäten von East Anglia, Glasgow und Sydney, bevor er im September 2000 an die Universität von Athen berufen wurde. Ab 2013 unterrichtete er auch an der Lyndon B. Johnson School of Public Affairs der University of Texas in Austin. Außerdem veröffentlichte er Bücher über die Spieltheorie.

    Von Januar 2004 bis Dezember 2006 war Varoufakis Berater des späteren griechischen Ministerpräsidenten Giorgos A. Papandreou, dessen Politik er später scharf kritisierte.

    Ab dem Jahr 2012 wirkte er mehrere Monate für die Valve Corporation zunächst als Hausökonom, dann als Berater. Über die Ergebnisse seiner Forschungen berichtete er in einem Blog.

    Öffentliches Wirken
    2010 gründete er mit der Künstlerin Danae Stratou die gemeinnützige Organisation Vital Space, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf weltweit vorkommende Missstände aufmerksam zu machen.

    International bekannt wurde er durch sein in sechs Sprachen übersetztes Buch The Global Minotaur (deutsch: Der globale Minotaurus) über die Entstehung der Finanzkrise ab 2007. Er verwendet darin die Metapher der Tribute an den Minotauros für seine zentrale These, dass seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems Anfang der 1970er Jahre der größte Teil der Gewinne der deutschen, chinesischen und japanischen Industrie aus Exportüberschüssen in die USA zurückgeflossen seien und damit zu einer beschleunigten Verschuldung der USA geführt haben. Der Verlag Zed Books zitierte die positive Rezeption des Buchs u.a. durch Steve Keen und Terry Eagleton. Er gab als Experte zur Weltwirtschafts- und Eurokrise Interviews im Fernsehen (z.B. auf den Sendern BBC, CNN, Sky News, RT und Bloomberg TV) und in der Presse. Sein Twitter-Account hatte vor seiner Ernennung zum Finanzminister fast 130.000 Follower.

    Wirtschaftspolitische Standpunkte
    Varoufakis’ volkswirtschaftlicher Standpunkt wurde von einem Analysten als „John Maynard Keynes mit einem Hauch von Karl Marx“ beschrieben.[10] Die Neue Zürcher Zeitung bezeichnete ihn als Pragmatiker, der mit den europäischen Kollegen eine für beide Seiten akzeptable Lösung suchen wolle.

    Er ist ein strikter Gegner der Austeritätspolitik als Antwort auf die griechische Staatsschuldenkrise. Seiner Ansicht nach „wurden hohe Verluste aus den Büchern der Banken auf die schwachen Schultern der griechischen Steuerzahler verschoben in dem vollen Bewusstsein, dass die Kosten, weil die griechischen Schultern zu schwach dafür waren, auf Deutschland, die Slowakei, Finnland, Portugal und anderen überschwappen würden“. Nicht Griechenland sei gerettet worden, sondern Banken und verschiedene Hedgefonds. Da durch die drastischen Sparauflagen die Einkommen der Menschen um ein Viertel reduziert wurden und gleichzeitig die Lebenshaltungskosten stiegen, sei es sowohl für die öffentliche Hand als auch für den privaten Sektor in Griechenland unmöglich geworden, alte und neue Kredite zurückzuzahlen.

    Trotz seiner kritischen Haltung gegenüber der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt ERT protestierte er im Juni 2013 gegen deren Schließung, er bezeichnete den Schritt als „barbarisch“.

    In seinem erstmals 2010 zusammen mit Stuart Holland und (ab der 4. Auflage 2013:) mit James K. Galbraith veröffentlichten „A Modest Proposal for Resolving the Eurozone Crisis“ schlug Varoufakis vor: 

    • (1) die Banken der hochverschuldeten Staaten direkt unter die Aufsicht der EZB zu stellen, 
    • (2) die Schulden der südeuropäischen Länder, sofern sie „Maastricht-konform“ sind (d.h. der Anteil, der unter 60 Prozent des BIP liegt) mit Unterstützung der EZB neu auf den Markt zu bringen, 
    • (3) einen europäischen Investitionsfonds, 
    • (4) ein Notprogramm finanziert aus Zinszahlungen auf Target2-Verbindlichkeiten. 

    Varoufakis et al. nennen ihren Vorschlag „modest“ (dt: bescheiden), weil sie der Ansicht sind, dass die europäischen Institutionen dadurch nicht grundsätzlich verändert würden. 
    Den vorgeschlagenen Europäischen Investitionsfonds könne man, so Varoufakis Anfang 2015, auch „Merkel-Plan“ nennen - in Anlehnung an den „Marshall-Plan“ der 1950er Jahre. 

    Der Bremer Ökonom Hans-Heinrich Bass bezeichnete die Vorschläge von Varoufakis et al. zustimmend als „unkonventionell, aber europa-konform“. Bass spricht im Zusammenhang mit der Umschuldung von einem „Reinwaschen“ eines Teils der Schulden, nämlich der „guten“, d.h. mit einem physischen Gegenwert (beispielsweise in der Infrastruktur) gesicherten, Schulden. Demgegenüber bezeichnete der Journalist Christian Reiermann in Der Spiegel die Vorschläge als „Wolkenschiebereien“. Der Text der drei Autoren soll am 27. Februar 2015 in deutscher Übersetzung erscheinen unter dem Titel Bescheidener Vorschlag zur Lösung der Eurokrise.

    Zu seiner Einschätzung der Zukunft der europäischen Gemeinschaftswährung erklärte Varoufakis:
    „Der Euro ist nicht zukunftsfähig. Die Art und Weise, wie die EU diese Krise anging, war monumental idiotisch. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Situation nicht unter Kontrolle, Europas Bankensystem bleibt weiterhin fragmentiert, und wir bewegen uns eher in Richtung Nationalisierung der Politik als in Richtung Fiskalunion. Wenn wir Europas Probleme weiterhin so behandeln wie bisher, dann wird es in ein paar Jahren keinen Euro mehr geben.“
    – Yanis Varoufakis: Interview in profil

    Familie

    Varoufakis war in erster Ehe mit einer Australierin griechischer Herkunft verheiratet. Nach elf Jahren trennte sich das Paar und seine Exfrau kehrte mit der gemeinsamen Tochter von Athen zurück nach Australien. Varoufakis betont, er habe täglich Kontakt zu seiner Tochter, indem er via Skype mit ihr kommuniziere. Seit 2005 lebt er mit der Künstlerin Danae Stratou zusammen, mittlerweile in zweiter Ehe. (WIKIPEDIA)

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    ... zum Wochenende eine kleine neue photo|show unter dem bezeichnenden Titel: AVANTGARDE ... - 
    viel Spaß ...

    und zum Stöbern am Wochenende:

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    S!NEDi|kritzel: ... vom Stachel eines Flohs ins Herz gebissen ...

    ... und der Major wurde vom Stachel eines Flohs, der zwischen seinem Hemd und seiner Epidermis*) eingeklemmt war, ins Herz gebissen. 

     Zitat aus
    Boris Vian: Drehwurm, Swing und das Plankton
    Zweitausendeins 1982, S. 23/24



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    *)Epidermis

    Die Epidermis ist das Oberflächenepithel der Haut.

    Histologisch betrachtet handelt es sich um ein mehrschichtiges, verhorntes Plattenepithel.

    Die Epidermis besteht aus 4 (5 an Händen und Füßen) Schichten:
    • Stratum basale (Basalzellschicht)
    • Stratum spinosum (Stachelzellschicht)
    • Stratum granulosum (Körnerschicht)
    • (Stratum lucidum (Glanzschicht) - nur an dicken Epidermisstellen (Handinnenfläche, Fußsohle) ausgebildet)
    • Stratum corneum (Hornschicht)

    Zellen der Epidermis:
    • Melanozyten
    • Langerhans-Zellen
    • Merkel-Zellen
    • Lymphozyten

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    Beschreibung: Die Haut
    1. Hornschicht (Ephitelium)
    2. Basalschicht (Basismembran)
    3. Lederhaut (Dermis)
    4. Unterhaut (Subcutis)



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    Bestrickender Australier

    Die Masche des John Alfred Date

    Pinguin-Puppen: Pullover schützen - nach einem Foto von: PINP/ AAT Kings/ Spotlight/ Rex Features | spiegel.de



    John Alfred Date ist mit 109 Jahren der älteste Mann Australiens. Vor kurzem hat er ein altes Hobby neu entdeckt. Profiteure sind Zwergpinguine - und Frühgeborene.

    Als die "Titanic" sank, da war er sieben. Noch mit 90 spielte er Golf. Heute lebt John Alfred Date im gesegneten Alter von 109 Jahren im Seniorenheim und pflegt seinen trockenen Humor. Wie er die Welt finde, fragte ihn 2014 ein Reporter. "Sie ist rund", antwortete Date. Das Geheimnis seines langen Lebens? "Jeden Morgen aufwachen."

    Wenn er nicht gerade Besucher empfängt, widmet sich der älteste Mann Australiens neuerdings wieder einer alten Leidenschaft: Er strickt. Wie es dazu kam, erzählte Date dem TV-Sender Nine News. Zwei Schwestern seien im vorigen Jahr zu ihm gekommen und hätten gesagt: "Wir glauben, Sie können stricken." Er habe nicht Nein sagen können.

    Eine Pinguin-Stiftung bat um Hilfe. Es ging um Zwergpinguine, eine Art, die nur im Süden Australiens und Neuseeland lebt. Falls Tiere bei einem Ölunfall zu Schaden kämen, wollte man gewappnet sein. Date machte sich auf Geheiß der Schwestern an Minipullover für die Tiere - im Ernstfall ein wichtiger Schutz. Öl verklebt das Gefieder, sodass Wasser in tiefere Hautschichten eindringen kann. Die Pinguine beginnen zu frieren.

    Date hatte das Handwerk bereits in den Dreißigerjahren von seiner Schwägerin gelernt. Mit Akribie strickte er manchmal zwölf, 13 Stunden am Tag. Inzwischen ist die Stiftung bestens versorgt. "Großzügige Stricker aus aller Welt" hätten genug Pullover geschickt.




    Für Alfred Date kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Er strickt jetzt nicht mehr Pullöverchen für Zwergpinguine - sondern Scheitelkäppchen für Frühgeborene.

    Alfred Date - nach einem Foto von: dailytelegraph.com.au.
    sms | spiegel.de 

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    Ist diese Masche von Alfred Date nicht einfach bestrickend: Da "handarbeitet" einer der ältesten lebenden Menschen der Welt - und dann sogar ganz untypisch noch ein Mann ... - er strickt schöne kleine Accessoires - und aus diesem seinen ewigen Betätigungsdrang wird auch noch eine Tugend gemacht: Puppenpullover, Zwergpinguinschutz vor Ölverschmutzung - und nun Scheitelkäppchen für Frühgeborene ...

    Ich halte das für ganz wichtig, dass die "Erzeugnisse" dieser Altersklasse auch noch "sinnvoll" sind ... - im weitesten Sinne also "vermarktet" werden können ...  | Meine Mutter ist "nur" 92 Jahre alt geworden, aber sie hat auch bis in ihren Lebensabend hinein gestrickt, gehäkelt und geknüpft - zum Teil wurden wir "Kinder" dabei mit Schals "beglückt", die nicht immer unbedingt der damaligen Mode entsprachen - und die leider immer viel zu kurz ausfielen - hier hätten wir diese Beschäftigung ernster nehmen sollen ...

    Was sich da in Australien für Alfred Date an Motiven und Inhalten entwickelt hat - ist schon im wahrsten Sinne des Wortes bestrickend.

    Leider sind in den Altenheimen hierzulande Betätigungen und Mithilfen oder das Mittun der Bewohnerschaft "im Haushalt" oftmals verpönt - manchmal aus "hygienischen" Bedenken heraus ...: so sitzen sie oft da - langweilen sich - und "wackeln nur mit dem Kopf", entwickeln aus purer Langeweile Tics und Jactationen - und um diese dann einzudämmen werden oftmals Psychopharmaka verabreicht ... - und sie stumpfen ab, weil Anregungen für das eigene Tun fehlen (ein Fernseher ist ein Fernseher ist ein Fernseher ... - und mehr nicht ...) = also - wenn schon ein alter Mensch in Deutschland "ausgegrenzt" und exkludiert wird - dann aber richtig und mit aller Konsequenz ... 

    Nun - zum Glück gibt es einige vielversprechende gegenläufige Entwicklungen und Beispiele...

    Aber: Der Rotstift für Einsparungen in den Sozialbudgets wird gern bei diesen sogenannten "Sozialdiensten" in den Alten-, Senioren- und Behindertenheimen angesetzt, die genau für diese "Betätigungen" und Tagesgestaltungen mit allem Drum und Dran zuständig sind ... Da heißt es dann schnell: So etwas können doch auch "Ehrenamtliche" preiswerter machen ... Aber ein passend angemessenes Setting mit dem Anspruch, den betagten Menschen "da abzuholen wo er tatsächlich steht" - und die damit oft erforderlichen individuell verschiedenen und komplizierten (Er-)Kenntnisse von Alzheimer- und Demenz-Erkrankungen mit zu berücksichtigen - um ihm so würdevoll angemessen zu begegnen und seine Lebensleistung anzuerkennen - das bleibt dann oft auf der Strecke, weil die notwendige "Biographiearbeit" und Persönlichkeitsrecherche im Hinblick auf den individuellen Werdegang eines jeden Einzelnen unterbleibt ... - und weil die "bürokratischen" und praktischen Belastungen der Pflegekräfte eine solche Tagesbeschäftigung mit einer gewissen Ausgefülltheit gar nicht mehr zulassen ...

    Der sogenannte "ganzheitliche" Versorgungsaspekt (der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile ...) bleibt auf der Strecke - weil der Mensch aus seiner Leib-Seele-Geist-Einheit auseinanderdividiert und zerrissen wird: Medizinisch und pflegerisch unterliegt er der oftmals "modisch" gefärbten Sichtweisen der einzeln beteiligten Fachdisziplinen - und wird "aufgeteilt" und portioniert in den Minutentakt für amtlich definierte "benötigte" Pflege, Mahlzeiten "reichen", Medizin "stellen", Arztvisiten und Ärztlicher Dienst bzw. Heimaufsicht, Frühschicht, Spätschicht, Nachtwache - und dann bleibt da nur noch ein winziger Rest für "Freizeit" und "Tagesstruktur" und "Selbstfindung" - und für Ausflüge und Feste feiern - letzteres aber oftmals unter der Prämisse der Massen-"Zwangsbeglückung" (ein Groß-Event jagt dann oft das nächste - zumeist dank des Schlechte-Gewissen-Spendenschecks eines betuchten Angehörigen ... - und damit diese "tollen Initiativen" auch unter dem Aspekt der Platz-Akquise entsprechend lauthals in der Lokalpresse "vermarktet" werden (denn gestorben wird laufend - da muss geradezu "fliegend" Schlag auf Schlag "Nachwuchs" her: die Platzauslastung in Heimen sollte nämlich aus Kostengründen 98% nicht unterschreiten ...) - und das alles wird jeweils durchgeführt von schlecht vernetzten, schlecht bezahlten und viel zu wenigen "Fach"leuten - ersatzweise dann sogar von im Crash-Verfahren angeleiteten und oft ungeeigneten Hilfskräften... - 

    Alfred Date hat es da gut - und ich wünsche ihm weiterhin viel Spaß ... - so wird man eben geradezu steinalt ...



    Links: Die Geburtsurkunde Date's vom 08.11.1905 - Rechts: die erste Hochzeit 1926: mit 21 Jahren heiratet Alfred Date seine große Liebe Muriel (Fotos: Dailytelegraph.com.au)




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    Foto nach strickeria.ch


    ... und hier für alle - die es Mr. Date nachmachen wollen:

    Strick-Anleitung für Mützchen

    Variante 1

    Nadelstärke 2,5, 4 fädige Sockenwolle ca. 10 - 12 g

    Anschlag je nach Strickart (fest oder locker) 64, 72 oder 80 Maschen im Bündchenmuster (2 re., 2 li.) 12 cm stricken (ca. 55 Reihen).

    In der nächsten Reihe alle linken Maschen links zusammenstricken.
    Eine Reihe die Maschen stricken, wie sie erscheinen.
    In der nächsten Reihe alle rechten Maschen rechts zusammenstricken.
    In der nächsten Reihe alle Maschen stricken, wie sie erscheinen.
    Nächste Reihe: Immer 2 Maschen rechts zusammenstricken.

    Die restlichen Maschen entweder im Maschenstich zusammennähen oder von links zusammenstricken und abketten.

    Passt je nach Anschlag und fester oder lockerer Strickweise für einen Kopfumfang von 23 bis 30 cm.

    Variante 2

    Aktion "Stricken fuer Fruehgeborene" Muetzen

    4 fädige Sockenwolle ca. 10 - 12 g

    Anschlag 64 Maschen nicht zu fest anschlagen, 2 cm 2 re., 2 li. stricken, dann wechseln zu glatt rechts bis zu einer Gesamthöhe von 9 cm.

    Abnahmen:

    1. Runde : 6 Maschen stricken, 2 Maschen rechts zusammenstricken immer wiederholen, bis Rundenende

    2. Runde: 5 Maschen stricken, 2 Maschen rechts zusammenstricken ...

    3. Runde: 4 Maschen stricken, 2 Maschen rechts zusammenstricken ...

    4. Runde: 3 Maschen stricken, 2 Maschen rechts zusammenstricken ...

    5. Runde: 2 Maschen stricken, 2 Maschen rechts zusammenstricken ...

    6. Runde: 1 Masche stricken, 2 Maschen rechts zusammenstricken...

    7. Runde: 2 Maschen rechts zusammenstricken....

    Faden durchziehen - fertig



    http://www.strickeria.ch/fruehgeborene/anleitung.html

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  • 02/12/15--07:01: Selfie | S!NEDi | 2015
  • S!NEDi: self & shadow - 2015
    S!NEDi: selfie 2015





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    S!NEDi|photography: quadrocolor|light







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