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    Video-Still aus dem Schlachthof-Video unten ...











    Gebet

    Verbiete uns unser täglich Fleisch. 

    Es ist gut und ausreichend,
    dass du uns unser täglich Brot gibst
    und alles, was wir zum Leben brauchen.
    Lass uns verstehen,
    dass Tiere und Pflanzen (anclicken)
    unsere älteren Geschwister sind,
    auf deren Schultern 
    in der Evolution wir stehen.
    Lass uns erkennen
    den Wert und die Würde von Tieren.
    Danke, dass du uns alles gibst,
    was wir brauchen.

    Amen



    Franz Alt

    Gebet aus
    Franz Alt: Was Jesus wirklich gesagt hat - Eine Auferweckung
    352 Seiten
    Gütersloher Verlagshaus, 2015 




     Neulich erzählte ich hier (anclicken) eine kleine verschlüsselte aber trotzdem wahre Geschichte, in der man aus "Tierschutzgründen" einen Papagei aus einem Altenheim abholte, wo er schon seit vielen vielen Jahren sich putzmunter in die Herzen der SeniorInnen eingelebt hatte ... - es ging ihm gut ... "Tierschützer" setzten dann aber schließlich durch, dass er aus Gründen einer "artgerechten" Haltung in einen Gemeinschaftsbauer mit anderen gefiederten Artgenossen zwangsweise umziehen musste ... -

    Gegen die Zustände in den "normalen" Schlachthöfen allerorten haben diese "Tierschützer" dagegen bisher noch nichts unternommen ...

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    marmorclown


    da lacht mich doch 
    da lacht mich doch glatt 
    dies motiv an
    die hausfassade grinst verschmitzt
    und ich lächele zurück
    und schnapp mir den sch[n]uss

    marmor - vielleicht kunststein
    marmor - stein und eisen bricht ...
    carrara oder angerührtes
    das weiß der bauherr - der architekt
    dieser bankfiliale wie schall & rauch
    da irgendwo im nordischen

    auf alle fälle
    also - auf alle fälle - echt ...
    masert da dort doch der zufall
    diese zeichnung in die fliesen
    und weint in die maske
    heiß tröpfelnde freudentränen

    und auch das publikum kichert -
    auch das publikum:
    ein tragikomischer clown
    das rothaar wie zum vorhang 
    drapiert - gerafft - mit spray gefestigt
    feminines maskulinum - oder sowas ...

    scheint grellgelb - dieser spot
    spottet jeder beschreibung - dieses gelb
    beleuchtet wippend diese nummer
    hin & her - und wer den spott hat
    macht sich weniger sorgen
    schade eigentlich

    der lichtkegel wandert zickezacke mit 
    zickezacke - hühnerkacke
    damit im dustern die silbertropfenen tränfontänen
    auch vom parkett aus gut zu sehen sind
    blasebalggesteuert lässig 
    hinten - aus der beflickten arschtasche

    und nach der vorstellung dann
    direkt danach
    das licht ist schon aus
    und der vorhang gefallen
    und im artgerechten raubtierkäfig
    brüllen just die königstiger nebenan

    sinedi



    also - so zum wochenende - zum wochenende also - diesmal mit feiertag - mach ich hier ja immer gern schwer auf kultur - auf dicke hose - auf kunst - auf kunst, dass es so seine art hat ... wenigstens mit dem, was ich dafür halte ...
    da verschlimmbessere ich meine knipsereien, die ich unter der woche abgeschossen habe ...
    und manchmal knutscht mich die muse noch gleichzeitig ab - so dass da auch noch ein verschen entsteht - ehe ich gleich weiterlese - und den gelb-schwarzen für morgen beide daumen drücke ...






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    Was waren das für Zeiten, als wir früher für Geburtstags- und Weihnachtsfeiern mit verschiedenen Untertassen für die Silhouetten (wenn kein Zirkel zur Hand war ...) einen "Rundgesang" auch optisch als solchen in Szene setzen wollten ... : RUNDADINELLA - hieß da einer unserer Favoriten-Hits damals ... - und wurde ebenso "kalligraphisch" auf's Papier gebracht - wie hier in der Abbildung das "Singe - wem Gesang gegeben ...". Das was so eindrücklich rundum und rundherum, dass ich mich daran noch gut erinnere - obwohl es schon so ca. 30 Jahre her ist ... 
    Dann mit dem PC gelangen einem solche Rundgesang-Vorlagen etwas einfacher und besser - und heute genügt oft ein Click in die "Photoshop"-Software oder dem "WORD-ART"-Tool - und schon ist die Sache rund und eckt nicht mehr an ... Man fühlt sich hinterher rundum zufrieden ...
    ... und nun noch diese Rund-Kalligraphie trifft auf Graffiti = Kalligraffitiim XXXXL-Format ... - sehen Sie selbst ...

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  • 10/04/15--21:43: Herzensangelegenheit

  • S!NEDi-art

    Nachdem Gott die Erde als Erfahrungsfeld für die Menschen geschaffen hatte, damit sie sich zu selbstständigen Geschöpfen entwickeln konnten, verschloss er den Himmel und überlegte, wo er den Schlüssel verbergen soll, sodass die Menschen ihn nicht finden.

    "Wir sollten den Schlüssel auf den Grund des Ozeans legen", schlug ein Engel vor.

    Aber Gott sagte: "Ich kenne die Menschen, dort werden sie ihn sicher finden." - 

    "Dann verstecken wir ihn auf der Spitze des höchsten Berges im Schnee", sagte ein anderer Engel. Aber Gott erwiderte: "Auch dort werden sie ihn finden." - 

    "Und im entlegensten Winkel des Weltalls?" fragte ein weiterer Engel. 

    Gott antwortete: "Sogar dort werden sie ihn finden."

    Da meldete sich ein kleiner Engel: "Ich weiß, was wir machen müssen. Wir verstecken den Schlüssel im Herzen der Menschen."

    Da sagte Gott: "Ja, das machen wir. Die Menschen finden den Schlüssel eher am Grunde des tiefsten Meeres, auf der Spitze des höchsten Berges oder im weitesten Winkel des Weltalls als in ihrem eigenen Herzen. Aber wenn sie ihn dort gefunden haben, dann dürfen sie ihn auch benutzen!"



    Geschichte von Erich Kaniok - zitiert aus: 
    Franz Alt: Was Jesus wirklich gesagt hat - Eine Auferweckung
    352 Seiten
    Gütersloher Verlagshaus, 2015  - S. 327


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  • 10/05/15--08:04: Schwarze Farbe ....

  • ... die Frage nach der"Schwarzen Farbe" ...
    Das Meer, Wellen und
    darin einegrüne Kugel. Ein Ort,
    der Schutz vor dem Wasser biete,
    hat der Junge gesagt. 

    Acht Jahre ist der Junge alt, der
    dieses Bild in einem Hamburger
    Erstaufnahmelager für Flüchtlinge
    gemalt hat. 

    Er und seine
    Familie sind aus dem Irak über
    das Meer nach Europa gekommen.

    In dem Lager geben sie den
    Kindern helle, fröhliche Farben
    zum Malen. 

    Dem Jungen aber
    fehlt etwas für seine Geschichte
    der Überfahrt: Er fragt nach
    schwarzer Farbe.

    -------------------------



    Rote Blitze fahren ins Dach ....
    Sida
    hat sein Zuhause gemalt. 

    Den roten
    Malstift hat er wie einen Blitz über
    das Papier fahren lassen, von überall
    rote Einschläge auf das Dach des
    Hauses gezeichnet. 

    Danach hat Sida
    fast erleichtert gewirkt.

    Es ist das erste Bild, das der achtjährige
    Sida nach seiner Ankunft in
    Hamburg gemalt hat. 

    Er kommt aus
    dem Teil des Iraks, wo der »Islamische
    Staat« wütet und die Kurden
    versuchen, ihn zu bekämpfen.  

    _______________________________

    Texte: ASMA QWAIDER | DIE ZEIT v. 01.10.2015

    Frau Qwaider, selbst aus Gaza geflohen,
    betreut Flüchtlingskinder in Hamburg 

    _______________________________


    Hier sind weitere authentische Kinderzeichnungen von Flüchtlingskindern ... Und das - obwohl sich Menschen in den Sozialen Netzwerken doch tatsächlich neulich darüber stritten, ob diese traumatisierten Kinder, zum Beispiel ein Häuserdach in einer Zeichnung, das soeben beschossen wird, regelrecht perspektivisch anlegen können oder nicht - und deren Alter und Vorbildung sie aber gar nicht kennen  ...


    Da bemühen sich Menschen, die selbst vielleicht als Flüchtlinge hier sind, in den Übergangsheimen - wohlgemerkt: in Massenunterkünften - die dort lebenden Kinder etwas zu beschäftigen, abzulenken, auf ihre Ängste einzugehen - und einfaches Malen und Zeichnen - und manchmal nur ein Kritzeln wie auf dem Schreibtischblock - wie wir vielleicht beim Telefonieren - das ist ja international - menschliches Hantieren - etwas "aus dem Kopf" zum Ausdruck bringen - etwas "inszenieren"... 

    Kinder wollen und sollen sich ausdrücken können - indem sie mit den Stiften auch mal "Dampf ablassen" ... - das ist völlig normal ... Und da juckt es nicht, ob das Dach perspektivisch ist oder nicht - aber vor den Bombeneinschlägen auf diesem Dach verschließen die abgeklärten deutschen Profi-Betrachter im Internet rasch ihre Augen - und sie hören nicht mal die Schüsse und das Bersten dazu - und riechen nicht den Qualm und das Feuer und zittern nicht vor Angst um ihr Leben ... - oder sie verleugnen das alles einfach...
    Und sie wissen nicht, wie unendlich groß und gefährlich ein Meer sein kann, wenn man in einer Nussschale sitzt ... - 

    Die ZEIT hat in ihrer neuesten Ausgabe vom 01.10.2015 Bilderzeichnungen von Flüchtlingskindern abgedruckt: Das ist echte authentische "Art Brut"-Kunst - das sind beklemmende Dokumente für alle, die oft nur unbedarft davor stehen - und kaum noch zu einer echten Empathie fähig sind - eine Empathie für Menschen - für Kinder - die nur ein Dachüber den Kopf suchen und eine neue Perspektive für ihr Leben ... - der Hunger nach Liebe, Sicherheit und Geborgenheit - wie alle Menschen ...

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  • 10/07/15--07:59: kepler 452 b - eine notation
  • S!NEDi-art: kepler 452 b - landschaften dort



    mit dem fahrstuhl
    direkt wieder hinunter
    zurück vom bruder-planeten

    da brausen flüsse
    da tobt das leben
    ich habe aber keinen
    452-b-ler gesehen

    auf dieser erde 2.0:
    allerhand gesteinsformationen
    und man hört das ticken
    einer inneren uhr

    auch eine art - eine art
    magenknurren - das schon -
    und das exoplaneten-beben
    dort, das sind rülpsende bugwellen

    der kleineren gebirge
    wie wenn eine decke sich kräuselt
    wie wenn sich darunter
    jemand im bett umdreht ...

    sinedi



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  • 10/08/15--08:04: Die Engelhand macht warm ...
  • aufgespürt
    Die Musik- und PsychotherapeutinMonika Renz beschreibt in ihrem Buch: 

    • Der Mystiker aus Nazaret - Jesus neu begegnen | Jesuanische Spiritualität, Kreuz-Verlag 2013
    eine Episode aus ihrer therapeutischen Tätigkeit:

     

    Ein Junge, der bisweilen zu mir in die Therapie kam, formulierte, auf seine Brust zeigend:
    »Da ist ein Loch«. Es war mehr als nur das Loch, das zurückblieb nach dem Tod seiner Mutter vor zwei Jahren. Er habe solchen Durst, formulierte er treffsicher, wusste aber nicht wonach. Mit der Erkenntnis, dass da ein Loch war, konnten wir gemeinsam auf die Suche gehen. Was füllte/erfüllte ihn? Es war zuerst Coca Cola - und doch nicht. Dann Schokolade - und doch nicht. 
    S!NEDi|art-illustration: engelhand

    Vor allem war es Nähe, einfach Nähe ... und doch nicht ganz. Am meisten bewegte ihn eine große Abbildung eines gelben Engels. In der Vorstellung des Jungen musste der Engel ihm seine Engelhand ans Herz legen. Dann werde es dort »warm«.

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    ausgezeichnet
    Swetlana Alexijewitsch | nach einem EPD-Foto | der tagesspiegel






    Literaturnobelpreis 
    für Swetlana Alexijewitsch


    Der Literaturnobelpreis geht an die weißrussische Journalistin und Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch. Das teilte die Schwedische Akademie in Stockholm mit.

    Sie werde für ihr "vielstimmiges Werk" geehrt, welches "dem Leid und dem Mut unserer Epoche ein Denkmal" setze, teilte die Schwedische Akademie der Wissenschaften am Donnerstag in Stockholm mit. Die Chefin der Schwedischen Akadmie, Sara Danius, sagte zu der Entscheidung: „Sie hält sich im Hintergrund. Das einzige, das sie wirklich interessiert, sind die Stimmen. Echte Stimmen von echten Menschen.“

    »In meinen Büchern erzählt der »kleine Mensch« von sich. Das Sandkorn der Geschichte. Er wird nie gefragt, er verschwindet spurlos, er nimmt seine Geheimnisse mit ins Grab. Ich gehe zu denen, die keine Stimme haben. Ich höre ihnen zu, höre sie an, belausche sie. Die Straße ist für mich ein Chor, eine Sinfonie. Es ist unendlich schade, wie vieles ins Nichts gesagt, geflüstert, geschrien wird. Nur einen kurzen Augenblick lang existiert. Im Menschen und im menschlichen Leben gibt es vieles, worüber die Kunst nicht nur noch nie gesprochen hat, sondern wovon sie auch nichts ahnt. Das alles blitzt nur kurz auf und verschwindet, und heute verschwindet es besonders schnell. Unser Leben ist sehr schnell geworden. Flaubert sagte von sich, er sei »ein Mensch der Feder«, ich kann von mir sagen: Ich bin ein Mensch des Ohres. ... 
    Jeder von uns trägt ein Stück Geschichte in sich, der eine ein großes, der andere ein kleines, und aus all dem entsteht die große Geschichte. Die große Zeit. Ich suche den Menschen, der eine Erschütterung erlebt hat … durch die Begegnung mit dem Mysterium des Lebens, mit einem anderen Menschen. Manchmal werde ich gefragt: Reden die Leute wirklich so schön? Der Mensch spricht nie so schön wie in der Liebe und in der Nähe des Todes. ...

    Erinnerungen sind ein launisches Ding. Da legt der Mensch alles hinein: Wie er gelebt, was er in der Zeitung gelesen und im Fernsehen gesehen hat, wem er in seinem Leben begegnet ist. Und ob er glücklich war oder nicht. Zeitzeugen sind weniger Zeugen, sie sind vielmehr Schauspieler und Geschichtenerfinder. Man kann sich der Realität nicht vollkommen annähern, zwischen der Realität und uns stehen unsere Gefühle. Ich weiß, dass ich es mit Versionen zu tun habe, jeder hat seine eigene Version, und daraus, aus ihrer Gesamtheit und ihrer Schnittmenge, entsteht das Bild der Zeit und der Menschen, die in ihr gelebt haben.


    Genau dort, in der warmen menschlichen Stimme, in der lebendigen Widerspiegelung der Vergangenheit, verbirgt sich die ursprüngliche Freude und offenbart sich die unabwendbare Tragik des Lebens. Sein Chaos und seine Leidenschaft. Seine Einzigartigkeit und seine Unbegreiflichkeit. Alles ist echt.«  
    Swetlana Alexijewitsch - aus der Dankesrede mit dem Titel "Warum bin ich in die Hölle hinabgestiegen?" zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2013 

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    Okay - ich muss ehrlich sein: Zu mir selbst - zu meinen Blogzuschauern und -Lesern gleichermaßen ...: Die neue Bundeskanzlerin Merkel überrascht - wahrscheinlich Sie - und mich aber erst recht ... Ich wenigstens hätte ihr nicht diese Standhaftigkeit in der Flüchtlingspolitik zugetraut - und ihre klar in den Kopf und in die Hand genommenen Leadership-Qualitäten - ihrem gänzlich unverblümten "Hannemann - geh Du voran ..." - ja Frau Merkel hat für mich wenigstens gekonnt den Spieß umgedreht - eben wie im Märchen "Die sieben Schwaben" - aus dem ja der volkstümliche "Hannemann"-Spruch stammt: 

    Foto: REUTERS


    Hannemann - geh du voran! 
    Du hast die größten Stiefel an,
    dass dich das Tier nicht beißen kann.    
    In dem Märchen wird ja erzählt, wie sieben Schwaben - aufgereiht hintereinander - mit einem Spieß gemeinsam einen vermeintlichen Drachen erlegen wollen, der in Wirklichkeit nur ein Häschen ist ...

    Und wir alle und auch ich trotten hinter Angela Merkel drein - ein völlig ungewohntes Bild - ein Leadership unserer Kanzlerin - wer hätte das zu träumen gewagt ...

    In der Definition, was "Leadership" alles umfassen kann, fand ich auf der Seite "spirit-of-leadership.de" folgende Zusammenfassungen:
    Leadership ist die Aggregation von praktiziertem Verhalten eines Managers - in diesem Falle also einer Managerin, der Bundeskanzlerin - und/oder einer Managementcrew - in diesem Falle also das Kabinett und die Partei und die lokalen Organisationen, das dazu führt,
    • eine große Organisation (ein komplexes System) zielgerichtet und ganzheitlich in einem Prozess dauerhafter Entwicklung zu ihrer Höchstleistung zu führen
    • dazu im Interesse der Zukunftsfähigkeit der Organisation grundlegenden Wandel zu wagen, die Menschen dafür zu befähigen und über Widerstände hinweg zu bewegen
    • die dazu erforderliche Umgestaltung und Transformation der Organisation einzuleiten und unter Berücksichtigung aller Elemente der Organisation (Strategie, Kultur, Prozesse, Struktur, Führung, Information und Kommunikation, Leistung und Ergebnisse) konsequent voranzutreiben
    • die Menschen in der Organisation mental und emotional für eine Zukunftsvision zu stimulieren und eine Verbundenheit über alle Hierarchieebenen hinweg zu bewirken.
    Unterscheidet man Management und Leadership, so kann man sagen:  
    - Management ist das Arbeiten im Organisationssystem  
    - Leadership ist das Arbeiten am Organisationssystem ...
    Ja - und genau dieser Definitionen wird plötzlich quasi über Nacht diese unser aller Angela Merkel gerecht: - also - wer sagt's denn - Deutschland hat mal wieder eine unbeirrbare "Führerin" oder besser gesagt: eine echte Leiterin - Leitung und Führung, die wir so lange und so schmerzlich vermisst haben, denn es schien, als regiere Frau Merkel ausschließlich nach Umfragewerten, als sei Merkels Beliebtheit nur eine Folge ihres Opportunismus: Popularität durch populäre Entscheidungen. Diese Strategie machte sie unangreifbar als Chefin der CDU, sicherte sie der Partei doch die Regierungsmacht. Und sie machte sie verhasst bei den Anhängern aller anderen Parteien.

    Vogelschwarm - Foto: VHS suedost

    Sie verwechselte bis dato eigentlich permanent Leadership mit Schwarmverhalten: Sie flog oder schwamm immer rechtzeitig mit dem Meinungsmassenschwarm mit und mittendrin - vollzog die Purzelbäume und Zickzackkurse der gerade populären Schwarmrichtungen mit, wenn ihr denn die Demoskopen rechtzeitig auch die infragekommenden Koordinaten zuraunten ... Sie hing an Marionettenfäden - und das Fadenkreuz über ihrem Haupt wurde in ihrer Partei und in München und in Brüssel und an der Börse und bei Allensbach und in Washington und in Paris jeweils angezupft - und von der NSA sogar angezapft - und schwupps - schon machte die Angela ihre jeweiligen mehr oder weniger gefälligen dazugehörenden Ballet-Verrenkungen - ganz pflegeleicht und "marktkonform" und fast ganz ohne dem "Neuland" Internet - ganz provinziell - eben wie in der Datsche in Hohenwalde in der Uckermark ...

    Ihre Wahlen hat sie stets mit Komplettverweigerungen und ohne einer tatsächlichen Debatte gewonnen, da genügte ein einziger Satz: "Sie kennen mich" - und schon saß diese kühle Pragmatikerin und DDR-geschulte Physikerin wieder für weitere vier Jahre im Kanzleramt - während davor ja der "Genosse" Schröder Gerhard sich immerhin noch in die rasch vom gerade diensthabenden "Freund" aus der Hannover-Connection vom Baumarkt besorgten grünen Gummistiefel zwängen musste, um im überfluteten Elbuferschlamm ein bisschen gewichtig wirkend hin und her zu waten, bis die Fotografen ihre Kameras wieder eingepackt hatten - und so hatte der Genosse im Nu mindestens schlappe 5 - 10 % Wähler mehr für sich mobilisiert ...

    Das war deutsche "Politik": Den "Macher"- bzw. Macho-Vorschuss wegen einer Flutkatastrophe in Hamburg, vom damalig schnarrenden Innensenator Helmut Schmidt gemanagt, was ihn dann späterhin echt "kanzleresk" werden ließ - oder dieses ewige "Keine Experimente" - "Die Renten sind sicher" - "Wir schaffen das moderne Deutschland" - die "Notstandsgesetze" - "NATO-Doppelbeschluss", RAF, Ölkrisen", Hartz IV und Agenda 2000 und zur rechten Zeit für Herrn Kohl schließlich die von Gorbatschow präsentierte und geschenkte Sozialismus-Ausverkaufs-Wiedervereinigung ("Greifen sie zu: Wer will noch mal - wer hat noch nicht ....") mit anschließender Abwicklung des Ostens zugunsten West-€uropas und Westdeutschlands ... Und so flattern in manchem Vogelschwarm eben gebratene Tauben mit ...


    Mit Riesenschritten voran - Leadership (Abb.: learningandleadership)


    Aber hier nun - mit der Flüchtlingsflut - setzt sich Angela Merkel endlich an die Spitze des umherwabbernden Schwarms und gibt die jeweilige Richtung an - ganz cool - ganz klar - ohne auf Popularitätswerte zu achten ...

    Und während einige CDU-Mitglieder sich verwundert die Augen reiben - und luftschnappend stammeln: "Sie ist unsere 'gute alte Angela' nicht mehr..." [womit sie recht haben ... - sie ist ja nicht mehr so pflegeleicht wie vordermals ...] - und der Herr Seehofer einen Schluckauf nach dem anderen bekommt beim Herumstänkern mit seinem Totalverweigerer-"Vize" und Popularitäts-Hechler [...keiner ist bl.der als ...] Söder oder dem völlig durchgeknallten Fremdenhasser und Rechtspopulist-Magyaren Orbán an seinen Seiten - und seinen Drohungen: "Wir riegeln die Grenzen zum Freistaat ab ..."oder: "Wir ziehen vor's Verfassungsgericht ..." - und die gute Frau Merkel in Umfragewerten zum ersten Male deutlich Blutzoll zu zahlen hat fürs eigentlich sozialdemokratisch buchstabierte "klare-Kante-zeigen" - gewinnt sie auf der linken Seite hinzu, gräbt bei der SPD, bei den Grünen und bei den Linken ab - und wird diesen "internen" Aderlass zur Rechten hoffentlich rasch verschmerzen können ... Und derweil sinkt aber auch die CSU bei den Umfragewerten ... - ja wie kommt das denn nur ... ????

    Im Umgang mit dieser unberechenbar über uns hereingebrochenen Flüchtlingsflutkatastrophe zeigt sich plötzlich: Diese Kanzlerin hat einen eigenen Standpunkt - nicht im Schlick und nur ein bisserl am Ufer auf und ab - sondern sie hat festen Boden unter den Füßen und steht mittendrin - und diesen Standpunkt vertritt sie, ohne Wenn & Aber. Angesichts Tausender Menschen, die aus Krieg und Not nach Deutschland kommen, setzt Merkel auf Freundlichkeit und Offenheit, auf die Pflicht zur Solidarität, man könnte auch sagen: auf eine protestantisch geprägte jesuanische Nächstenliebe: "Sage Du mir, was ich Dir tun soll", sagte Jesus zu dem Blinden, der geheilt werden wollte ... 

    Sie ist damit den Linken im Lande weitaus näher als die sich zur Zeit selbst - und als ihren eigenen Leuten, die doch diese Christlichkeit immer und leider nur noch im Parteinamen führen.

    Klares anfassendes und steuerndes Leadership statt Wegducken und Mitschwimmen oder Mitflattern im Schwarm: Also meine Friedensmedaille hat Angela Merkel in 2015 schon jetzt verdient ... Sie hat zumindest vorübergehend in mir einen Anhänger gewonnen. Ich habe sie nicht gewählt - und ich weiß nicht, ob ich sie je wählen könnte, und trotzdem bin ich hier und heute und in dieser Flüchtlings-Flutwelle echt froh sagen zu können: Zur Zeit ist sie meine Kanzlerin - wer denn sonst ... ??? - Nur weiter so ... !!! 

    Beim Meeresleuchten stecken sich Milliarden Mikroorganismen mit ihrer Leuchtkraft durch Berührungsreize an - warum das weiß noch niemand ... Foto: tui.com 


    (mit Anregungen aus dem Kuzmany-SPIEGEL.de-Kommentar)

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    "Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: ´Der Himmel ist mein Thron und die Erde ist der Schemel meiner Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen`, spricht der HERR,´oder was ist die Stätte meiner Ruhe? Hat nicht meine Hand das alles gemacht?` Ihr Halsstarrigen, mit verstocktem Herzen und tauben Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr ..."(Apostelgeschichte 7, 48-51).

    Gott wohnt natürlich im "Himmel" - dieses Bild aus Kindertagen hat sich tief eingebrannt in meine Seele. So tief, dass es selbst dann noch seine Wirkkraft behielt, als mir Gott eine Zeitlang verloren gegangen schien. Da schien mir vor allem der Himmel leer zu sein, wenn ich an Gott dachte. Und ich spürte und fühlte, Gott wohnt auf alle Fälle nicht in den steinernen Mauern der oft nach Mottenkugeln oder "Weihrauch" und Räucherstäbchen vor sich hin dumpfenden Kirchengebäude oder sonstigen vorgesehenen Andachtsstätten! Wo man ihn oft genug versucht zu zähmen - einzusperren - einzukerkern - wo man nicht direkt mit ihm - sondern nach bestimmten Regeln über ihn reden will - vor einer Handvoll Zuhörern - und wo manche ihn längst beerdigt und entsorgt haben - und von wo er manchmal noch zur genehmen Stunde mit seiner Glocke einen Laut geben darf ... - wenn nicht angeblich genervte in ihrer Ruhe gestörte Anlieger gegen dieses Glockenläuten per einstweiliger Verfügung längst zu Felde gezogen sind ... 

    Erst als ich also neu über die Gottesfrage nachzudenken begann, wurde mir bewusst, dass auf der Erde etwas fehlt, wenn Gott uns abhanden kommt - und wenn wir ihn da oder dort irgendwo verorten wollen ... 
    Wobei ich gar nicht gezielt nach Gott gesucht habe, ich bin nur immer wieder über ihn "gestolpert" - und habe mich gefragt, was lässt mich da anecken und stolpern?

    Gunter Demnigs Stolpersteine
    Gott wohnt nicht in den Kirchen aus Stein - ich kann ihm plötzlich unmittelbar und überall begegnen - ja - über ihn geradezu "stolpern" - es ist mit ihm wie bei diesen "Stolpersteinen" - den kleinen mit einem Messingblättchen belegten Steinen mit eingravierten Namen und den knappen Schicksals-Angaben, die der Künstler Gunter Demnig für die Opfer des Nationalsozialismus auf die Straßen vor deren letztem Wohnumfeld legt: Da soll auch ein Innehalten - und ein Innewerden - auf ein Leid - auf ein Opfer - auf einen Mord hinweisen - und etwas in uns in Gang setzen - anstößig sein - Anstoß nehmen - um angestoßen zu werden ...

    Und genauso war und ist das auch mit der Gottessuche außerhalb der steinernen Kirchen: Häufig war da mehr an den Orten und in den Dingen als nur ihre äußere Erscheinung - wie beim "Umfall"-Kettenspiel mit den Dominosteinen wurde da eine Abfolge von Assoziationen und Gedankengängen ausgelöst ... - vielleicht auch ein Zwiegespräch ...
    So habe ich begonnen genauer hinzuschauen, Verbindungen zu knüpfen, Hintergründe zu erfragen. Ich bin auf Spurensuche gegangen. Auf die Suche nach "Örtlichkeiten" und Anlässen, an denen an diesem Gott Anstoß zu nehmen ist.

    Anders nun als manche erweckte Christen kann ich nicht vollmundig über Gott sprechen und mich öffentlich nach allen Regeln der Kunst "bekennen"... Eigentlich kann ich nur hier - in dem "Stillen Kämmerlein" unter dem Schutz der "Anonymität der Massen" und der ja ganz zufällig ausgelösten gerade stattfindenden anstolpernden Ansprache an Dich - liebe Leserin/lieber Leser - in dem relativ indirekten und nicht sozial unmittelbar "kontrollierten" Raum dieses Blogs und in einem nur scheinbar so total "sozial" aufgeblähten Netzwerk wie dem "World-Wide-Web" ab und zu davon erzählen, von diesem Innehalten, Staunen, Nachsinnen, Ahnen, von diesem Berührtwerden und Anstoßnehmen  - nicht mehr und nicht weniger... - ich fürchte eher: andernfalls - in "real life" - würde vielleicht meine direkte Umwelt an mir Anstoß nehmen - und sich zu sehr ablenken lassen ... 

    S!NEDi|photography: die kirche brennt ...



    Auf diesem Foto (oben) nun - unbearbeitet und kaum mit Photoshop befiltert - von meinem Minibalkon aus direkt zur Kirche geknipst - kurz vor dem an sich alltäglichen Sonnenuntergang, wobei die Sonne direkt über dem Kirchturm noch einmal innehält - wie wenn sie über diesen Kirchturm in ihrem Lauf auch stolpert - bevor sie "Gute Nacht" sagt: Ein kleines symbolträchtiges Naturschauspiel - hier eine kleine Mini-Andacht auslösend - ein "Stolpern"über eine kurze Stolper-Symbolik, die im geschäftigen Treiben kaum wahrgenommen werden kann - aber auch wieder einmal der bildgewordene Beweis: Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind ... - vielleicht geleitet er auch die Flüchtlinge auf der Schiene (Bild unten) ...


    ... vielleicht ist auch gott hier irgendwo auf der zugschiene der flüchtlinge 


    Text modifiziert aus einem Gemeindeblatt


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    Frank Witzel: 

    "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969"

    Für seinen Roman über die alte Bundesrepublik hat Frank Witzel den Deutschen Buchpreis 2015 erhalten: Das Buch mit dem Titel "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969"wurde am Montagabend in Frankfurt als beste literarische Neuerscheinung des Jahres im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Der Autor schildert darin in einer Vielzahl von Episoden und Fragmenten die Nachkriegszeit aus der Sicht eines 13-Jährigen im Wiesbadener Ortsteil Biebrich.

    Frank Witzel | br.de

    "Frank Witzel Werk ist ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt", begründete die Jury den Preis. In seiner Mischung aus "Wahn und Witz, formalem Wagemut und zeitgeschichtlicher Panoramatik" sei der Roman einzigartig in der deutschsprachigen Literatur. "Mit dem Deutschen Buchpreis wird ein genialisches Sprachkunstwerk ausgezeichnet, das ein großer Steinbruch ist, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia. Ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt" ...

    Für sperrigen Titel erlaubt Witzel die Kurzform "Die Erfindung"

    Für den Inhalt des opulenten Werks über einen 13-Jährigen, der die Beatles hört, im Fernsehen die RAF sieht und herrlich absurde Vorstellungen von der "Ostzone" hat, habe Witzel viel bei sich gesucht: "Ich habe nur in meiner eigenen, kleinen Vergangenheit gegraben", sagte Witzel bei der Preisverleihung. Jedem, der das gut ein Kilogramm schwere Buch mit seinem sperrigen Titel mal in der Hand gehabt habe, erlaube er, es nur noch "Die Erfindung" zu nennen.

    Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Er will den besten Roman des Jahres in deutscher Sprache küren. Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen Titel einreichen.

    Eine siebenköpfige Jury, deren Besetzung jährlich wechselt, wählt zunächst 20 Titel für die Longlist aus. Später wird die Auswahl auf eine Shortlist von sechs Titeln verkürzt. Der Sieger wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben. Der Gewinner erhält 25 000 Euro, die anderen fünf Finalisten bekommen jeweils 2500 Euro.

    Textbausteine: SPIEGEL.de

    Die RAF als Erfindung eines Teenagers

    Wie der sperrige Titel verrät, ist in dem - auch recht sperrigen, 800 Seiten dicken Buch - alles frei erfunden. Und doch lässt es die LeserInnen virtuos eintauchen, in die Bleierne Zeit Ende der 60er, Anfang der 70er-Jahre, in der die RAF die Bundesrepublik terrorisierte.

    Der Teenager, aus dessen Perspektive mit 13 Jahren und als Erwachsener die Geschichte erzählt wird, bleibt namenlos - außer an einer Stelle, wo er Timo genannt wird. Zusammen mit seinen FreundInnen Claudia und Bernd und bewaffnet mit einer um die Ecke schießenden Wasserpistole wird er 1969 verfolgt - und entkommt: Just an dem Tag, an dem abends im elterlichen Fernsehen die gescheiterte Verfolgungsjagd der Polizei auf die RAF-Mitglieder läuft - mit Phantombildern und allem Drum und Dran. Obwohl - oder weil? - das den 13-Jährigen fesselt, schickt ihn seine Mutter in sein Zimmer, wo er sich dann allein über die RAF und seine kleine eigene Bande Gedanken macht und mit seinen Ritterburg-Figuren die Terroristen nachspielt.
    "Ich möchte noch so gern wissen, was die angestellt haben, die sie da mit Phantombildern suchen, aber meine Mutter schickt mich runter in mein Zimmer. Da steht immer noch meine Ritterburg, obwohl ich schon längst zu alt dafür bin. Ich habe sie letztes Jahr mit Holzresten und Abfällen von meinen Revell-Modellen umgebaut, aber man sieht immer noch, dass es mal eine Ritterburg war. Andreas Baader, mein wertvollster Ritter, weil er eine schwarzglänzende Rüstung hat, ist gerade dabei, die Zugbrücke anzusägen, und Gudrun Ensslin stößt einen von den weißen Rittern in den Burggraben. Gudrun Ensslin ist eine Indianersquaw aus braunem Plastik, die ich eigentlich nicht besonders mag, weil sie gar keine Details hat, aber es ist die einzige Frau bei den Figuren. Ich habe sie mal in einer Wundertüte gewonnen, wo sie zwischen Puffreis lag." 
    Frank Witzel in: Die Erfindung der Rote Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

    Fremd in dieser Welt

    Der Teenager ist Sohn eines gut situierten Wiesbadener Fabrikanten, der Geld genug hat, um zwischendurch ordentlich für die katholische Kirche der Stadt zu spenden. Seit seine Mutter einen Schlaganfall hatte, wird die Familie von einer ebenfalls namenlos bleibenden "Frau von der Caritas" versorgt, die bei dem frisch pubertierenden Teenager die ambivalentesten sexuellen Fantasien weckt. Obwohl der Teenager ein paar FreundInnen hat, bleibt er ein Außenseiter, der so fremd in dieser Welt ist, dass er sich unausgesetzt alles Gesehene, Gehörte und Erlebte zu erklären sucht - sei es durch assoziative Erinnerungen an ähnliche Dinge aus früheren Zeiten, durch aufgeschnappte Theorien aus den Medien oder durch all die Klischees seiner Umgebung.

    Die alte Bundesrepublik

    Aus dieser Perspektive des 13-Jährigen, der sich ständig die Welt zusammenreimt, entsteht ein sehr schräges und zuweilen höchst amüsantes Bild der alten Bundesrepublik, einer Welt, geprägt vom Katholizismus und dem steten Vergleich mit der Gegenwelt der "Ostzone", die den Teenager offenkundig brennend interessiert. Einer Welt, in der die Beatles und die Rolling Stones den Ton angeben und die zugleich stark gebeutelt ist von verklemmter Sexualität und der Verdrängung der Naziverbrechen und vom Terror.

    Verschränkt und komplex

    Die Perspektive des 13-Jährigen wird immer wieder durchbrochen durch die Erinnerungen, Rückblicke und teils hochtrabend theoretischen Reflexionen des "Erwachsenen Teenagers". Der ist erwachsen, aber trotzdem offenkundig in seiner Entwicklung mit 13 stecken geblieben: Er ist alles andere als ein souveräner Erzähler der eigenen und der Zeit-Geschichte: Er redet erklärtermaßen vom "Weltgebäude der Spezialambulanz für Persönlichkeitsstörungen des Universitätsklinikums Eppendorf" herab, ergeht sich in ausufernden Selbstinterpretationen und hat die krudesten Verschwörungstheorien und sonstige wahnhafte Ideen auf Lager. Von Ferne erinnert diese Mixtur aus dem Bewusstseinsstrom eines pubertären Teenagers, aus Tagebucheinträgen, wilden Theorien und viel Zeitkolorit an den RAF-Schelmenroman von Peter Paul Zahl "Die Glücklichen", er ist aber weit komplexer.
    "Witzels Roman wirkt sehr konstruiert und gleichzeitig organisch gewachsen. Er ist gleichzeitig ein Generationsporträt der zwischen 1953 und 1963 Geborenen. Der Generation, die noch zu jung war für die Studentenrevolte. Ein Roman, in dem die Diskussionen und Gefühlslagen dieser Generation aufgehoben sind." 
    Helmut Petzold im Bayern 2 Diwan
    Textbausteine: br

    Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach. Er ist Autor, Essayist, Illustrator und Musiker. Als er 2012 sein - nach eigenem Bekunden - zunächst auf 1.000 Seiten starkes Teenager/RAF-Epos aufgeben wollte, wurde er für das Projekt mit dem Robert Gernhardt-Preis ausgezeichnet und setzte es dann fort. 

    Buchcover - Abb. lustauflesen.de


    "Die Erfindung der Rote Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969"bei Matthes und Seitz erschienen, 800 Seiten, 1 kg schwer ...


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    hier clicken - um zum neuen ERNA-KRONSHAGE"Lite"-Blog zu kommen ...


    Dies ist jetzt meine - wieder "barrierefrei" - gestaltete"Lite-Version" des bedeutend umfangreicheren "Gedenkblogs für Erna Kronshage" (Link), den ich seit 2009/2010 betreibe und mit Updates und Überarbeitungen jeweils aktuell versorge ... Sie können sich nun erst einmal rasch einen Überblick verschaffen - oder tiefer in die Thematik einsteigen - wie es am besten passt...
    Diese zum Teil auch multimedial aufbereitete Einzelschicksals-Biographie eines NS-"Euthanasie"-Opfers können sie nun in zwei Versionen ohne kommerzielle Zugangsbarrieren lesen - immer & überall & immer wieder - mit Handy, Tablet oder am PC ... - für jeden Interessierten jeweils in seiner Fasson - ohne Hürden und im Nu erreichbar ... 
    Diese "Lite-Version" hier soll der Besucherin/dem Besucher einen rascheren Überblick  über das NS-Opferschicksal meiner Tante verschaffen und so vielleicht zu weiteren eigenständigen Recherchen anregen. 

    Bewusst ist eine vielleicht insgesamt einfachere Sprache gewählt worden - und die Thematik auf das Wesentlichste beschränkt - insgesamt auch mit weniger erläuterndem Text - aber dafür mit einer Vielzahl von didaktisch aufbereiteten oft selbsterklärenden Bildern und Illustrationen. 

    Wer sich also bisher vom Umfang und der Fülle des Gedenkblogsüberfordert fühlt, hat hier die Gelegenheit, sich an die Materie Schritt für Schritt heranzutasten: um dann vielleicht zu Studienzwecken tiefer in das Thema einzusteigen.  

    Ich jedenfalls bin immer wieder erneut erschrocken, mit welch konsequenter Brutalität Erna Kronshage schnurstracks vor über 70 Jahren vernichtet wurde. Und wie teuflisch und subtil es der NS-Psychiatrie gelingt, einen bis dahin jungen unbescholtenen und völlig unauffälligen und gesunden hochintelligenten Menschen innerhalb dieser doch recht kurzen Zeitspanne von 484 Tagen (von der Einweisung in die Anstalt Gütersloh bis zum gezielt "verabreichten" Hunger- und Medikamententod in der Gauheilanstalt Tiegenhof in Gnesen) gnadenlos zu zerstören und brutal dieser Welt zu entziehen - einfach so - entgegen der vehementen Proteste in erster Linie des erziehungsberechtigten Vaters aber auch der Familie insgesamt ... 

    Und wahrscheinlich kann man da den hochstudierten Akteuren in der Psychiatrie nicht einmal Absicht unterstellen: nein - es sind die klinischen Mechanismen - die fehlenden Sicherheitsschalter, um ein solches Abrutschen "auf einer solch schiefgestellten Ebene" zu stoppen ... -

    Und es sind nach wie vor die Verstrickungen zwischen Psychiatrie und totalitären Regimen oder auch einer gemäßigteren Staatsräson, wo man gemeinsam in "Übereinkunft" unliebsame "nervende" renitente "Störer" eben irgendwie zwanghaft zur gewünschten "Räson" bringt bzw. mundtot macht - und das bis in unsere Tage hinein ...

    Ein Bild aus dem neuen "Lite"-Blog ...



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    Navid Kermani - Foto: nach DPA

    Es sind eigenartig multikulturelle Zustände angebrochen: Deutschland streitet um die immensen Belastungen durch die vielen Flüchtlinge: und das sind vorwiegend Muslime - Schiiten und Sunniten - aber auch viele Christen aus Syrien - jawohl - in Syrien wohn(t)en viele Christen - und die christlichen Kirchen und die muslimischen Gemeinden helfen Hand in Hand bei dieser Flüchtlingsflut - und in diesem hin und her wogenden Diskurs um eine "Leitkultur" in Deutschland - und ob der Islam längst Teil des christlichen Abendlandes sei oder doch lieber abzuwehren - in all diesem nun diese eindrückliche Szene: 

    Navid Kermani ist ein deutscher Schriftsteller - geboren in Siegen als Sohn iranischer Eltern - und er hat gestern den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in Frankfurt entgegengenommen. Und dieser Muslim lässt zum Schluss seiner Dankesrede statt des Beifalls das festliche Auditorium aufstehen zu einem schweigenden Gebet für das vom IS vertriebene und entführte Personal eines christlichen Klosters in Syrien, das bis zu 5000 überwiegend muslimische Flüchtlinge beherbergt hat - und das nun vom IS dem Erdboden gleichgemacht wurde (Redeauszug unten)...

    Da geht es eben einfach um Menschen - egal welcher religiöser Zugehörigkeit - es geht um die ganz praktische humane Inklusion angesichts des IS - der als totalitäres Regime und wohl auch geistig verblendet immer nur zu den "einfachen" Schwarz-Weiß-Lösungen der Exklusion fähig ist: dafür - oder dagegen - Schwarz-Weiß - mit Ausgrenzen - Vertreiben - Umbringen - alles was anders ist als sie wird liquidiert ... - reinster und völlig gott- oder allahloser menschlicher Hybris-Egoismus - ausgerüstet und durchgeführt mit den Waffen, die eigentlich mal allein den Herrn Assad in Syrien stürzen sollten - im Sinne der westlichen Interessen ... - aber das Blatt hat sich dann gewendet: Der IS wurde zum Wolf im Schafspelz in Reinkultur: erst kollaborierte er mit den Christen und den Amis - um dann gnadenlos alles auszumerzen, was nicht auf seiner völlig obskur verbrämten religiösen Linie liegt. Dabei macht man selbst vor den Baudenkmälern aus jahrtausendealten Steinen nicht halt, die lange seinerzeit vor den Verkündigungen des Propheten Mohammed - also zu vorislamischer Zeit - errichtet wurden ... - völlig verrückt ...

    Ja - da hilft nur noch das interreligiöse Beten: Herrgott oder Allah - erhöre uns - und schenke uns Deinen ewigen Frieden ... Amen


    Foto - nach picture-alliance - dpa - Dedert

    Faksimile aus der F.A.Z. vom 19.10.2015 - Feuilleton






    "Wir lernen nicht aus Fehlern"

    Friedenspreis: 
    Navid Kermanis aufrüttelnde Anklage der Zustände in der islamischen Welt und sein emotionaler Appell 
    an den Westen

    VON THOMAS MAIER | DPA

    Nach dem letzten Satz von Navid Kermanis Rede regt sich am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche zunächst keine Hand zum Applaus. Es herrscht nur Stille. Die fast 1.000 Gäste stehen auf Wunsch des Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels auf, verharren an ihren Plätzen. Er bittet sie zum Gebet oder - falls sie nicht religiös sind - um gute Wünsche. Es geht um das Schicksal von 200 vom Islamischen Staat entführten Christen in der syrischen Kleinstadt Karjatain, die Kermani gut kennt.

    Mit seiner ungewöhnlichen Geste hat der Kölner Schriftsteller mit iranischen Wurzeln erneut bewiesen, dass er wie kein anderer muslimischer Intellektueller in Deutschland Brücken zwischen Religionen und Kulturen bauen kann. Doch seine Danksagung für den renommierten Kulturpreis ist keine Huldigung an die inneren Werte des Islam oder des Christentums, wie sie der tief religiöse Kermani in seinen Werken oft auch beschrieben hat. Es ist vielmehr eine aufrüttelnde Anklage der Zustände in der heutigen islamischen Welt - und ein sehr emotionaler Appell an den Westen, den Krieg in Syrien endlich zu beenden. Der multiethnische und multikulturelle Orient des Mittelalters mit einem toleranten Volksislam existiere nicht mehr, sagt Kermani. Er hat selbst die Region oft bereist. "Es gibt keine islamische Kultur mehr."

    Der Autor greift vor allem Saudi-Arabien an, dass dank seiner Öl-Milliarden auch den religiösen Fundamentalismus weltweit exportiere. Kermanis Rede ist auch eine Abrechnung mit dem Westen, der durch den Aufbau von laizistischen Diktaturen in der arabischen Welt nach dem Ende der Kolonialisierung und durch die jüngsten desaströsen Kriege im Irak und Libyen für die Zerstörung der Region mitverantwortlich sei. Zugleich wurde Saudi-Arabien zum wichtigsten Verbündeten in der Region gemacht. Vier Jahre lange habe der Westen "vor der europäischen Haustür" bei den Massenmorden in Syrien und dem Irak einfach weggeschaut. Die barbarische Terrormiliz des IS mit ihren maximal 30.000 Kämpfern sei nicht unbesiegbar, sagt Kermani. Zugleich macht er auch das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gleichermaßen für Krieg und Terror verantwortlich.

    Zu mehr Engagement oder einer Intervention des Westens gibt es für Kermani keine Alternative. "Wir lernen nicht aus unseren Fehlern", sagt der Autor, der aus einer 1959 eingewanderten iranischen Arztfamilie stammt und in Siegen geboren ist. "Erst wenn unsere Gesellschaften den Irrsinn nicht länger akzeptieren, werden sich auch die Regierungen bewegen."

    Aber darf ausgerechnet ein Friedenspreisträger, der zudem noch als großer Poet und Versöhner gilt, zum Krieg aufrufen? Kermani gibt als Antwort, dass neben möglichen militärischen Schritten vor allem entschlosseneres diplomatisches Handeln gefragt sei.


    Noch ein Auszug aus Kermanis Rede:
    "Darf ein Friedenspreisträger zum Krieg aufrufen? Ich rufe nicht zum Krieg auf. Ich weise lediglich darauf hin, dass es einen Krieg gibt - und dass auch wir, als seine nächsten Nachbarn, uns dazu verhalten müssen, womöglich militärisch, ja, aber vor allem sehr viel entschlossener als bisher diplomatisch und ebenso zivilgesellschaftlich. Denn dieser Krieg kann nicht mehr allein in Syrien und im Irak beendet werden. Er kann nur von den Mächten beendet werden, die hinter den befeindeten Armeen und Milizen stehen, Iran, die Türkei, die Golfstaaten, Russland und auch der Westen. Und erst wenn unsere Gesellschaften den Irrsinn nicht länger akzeptieren, werden sich auch die Regierungen bewegen."(dpa)
    Mit Materialien aus : © 2015 Neue Westfälische, Montag 19. Oktober 2015


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    "Eheberatung" per "click"


    Ein Schnell-Beratungs-Angebot an den katholischen Klerus in Sachen Familie & Partnerschaft: Einfach hier clicken

    Bei der Bischofssynode im Vatikan beraten 270 Bischöfe und Ordensleute aus aller Welt drei Wochen lang in Anwesenheit des Papstes über die Haltung der katholischen Kirche zu Ehe und Familie. Dabei wird auch um Positionen zu kontroversen Themen wie dem kirchliche Umgang mit wiederverheiraten Geschiedenen*) und Homosexuellen gerungen. 

    Als Doppelsynode zum Thema "Ehe, Familie und Sexualität" setzt die Bischofssynode vom 4. bis zum 25. Oktober 2015 die außerordentliche Familiensynode des vergangenen Jahres fort. Dies zeige, dass "wirklich Handlungsbedarf besteht", erklärte die Theologin Eva-Maria Faber im Deutschlandradio Kultur.


    "Es ist ein Zeichen dafür, (...) dass man wünscht, dass wirklich etwas geschieht", sagte Faber. Die Doppelsynode sei unter dem Zeichen echten Handelsbedarfs angetreten, "dass Dinge so reflektiert werden können, sodass hinterher auch gehandelt werden kann. In diesem Sinn ist das ein gutes Zeichen", sagte die Professorin der Theologischen Hochschule Chur im Deutschlandradio Kultur.

    Da fragt sich unsereins schon - wie eine "Bischofssynode" - bestehend aus hauptsächlich unverheirateten meist alten Männern - sich über Ehe & Familie
    unterhalten will, und dann wahrscheinlich gar "Richtlinien" und "Weisungen" formuliert ... O-Gott-o-Gott ...

    Ich hoffe - dieser "Click" hier hilft den
    alten Männern auf ihre alten Tage noch
    "auf die Sprünge" - wenn Sie verstehen, 
    was ich meine ...
    *) - ach Du Scheiße - und wir hier - mir nichts-dir nichts - als "wiederverheiratete Geschiedene" (fast so ein Wortungetüm wie "Erbgesundheitsobergericht")  seit Jahrzehnten bei beiden Kirchens unbehelligt in Lohn & Brot - nee-da hilft auch keine "Selbstanzeige" und keine "Schiedsrichterbefragung" mehr - das ist so wie "ein Tor mit der Hand" ... 

    Und doch: Ich weiß noch, wie der Pfarrer bei unserem Traugespräch zur "Wiederverheiratung" sagte: Jeder habe das Recht auf einen "Neuanfang" - vor Gott ...

    Niemand näht einen Flicken nicht eingelaufenen Tuches auf ein altes äußeres Kleid; wenn er es tut, so reißt das neue wegen seiner vollen Stärke von dem alten ab, und der Riss wird schlimmer. Auch gießt niemand neuen Wein in alte Weinschläuche; wenn er es tut, bringt der Wein die Schläuche zum Bersten, und der Wein geht samt den Schläuchen verloren; sondern man gießt neuen Wein in neue Weinschläuche.
    Markus 2:21,22

    Denn siehe ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr es denn nicht? Jesaja 43,19

    Und der, der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe! Ich mache alle Dinge neu.“ Auch sagt er: „Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.“ 
    Offenbarung 21:5


    Jetzt geht es darum, den «alten Menschen» abzulegen, «der sich in betrügerischen Begierden zugrunde richtet», und «den neuen Menschen an[zu]ziehen».



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  • 10/21/15--00:33: Der Tritt ...


  • Pirinçci - FASCISM - PEGIDA - AfD: NO THANKS - Foto: dpa
    Nach Pegida-Rede

    Bertelsmann-Verlage kündigen Verträge mit Akif Pirinçci

    Seine Hetze gegen Politiker und Muslime beim Pegida-Jubiläum hat wirtschaftliche Konsequenzen für Akif Pirinçci: Die Verlagstöchter von Bertelsmann kündigen die Verträge mit dem Autor und stoppen die Auslieferung seiner Katzenkrimis.

    Am frühen Dienstagnachmittag distanzierte sich die Verlagsgruppe Random House via Twitter von den Aussagen Akif Pirinçcis in Dresden. Bei der Pegida-Kundgebung hatte Pirinçci unter anderem gesagt: "Die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb." Zudem kündigte die Buchverlagstochter von Bertelsmann die Verträge mit dem Autor.

    Die Begründung der Random-House-Verlage im Wortlaut: "Der Schutz von Demokratie und Menschenrechten ist für uns ein zentraler Bestandteil unseres verlegerischen Schaffens, ebenso wie der Respekt vor Traditionen und dem Wunsch nach kultureller Vielfalt. Die Aussagen von Akif Pirinçci stehen diesen Werten diametral entgegen." Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt bereitswegen der Rede.

    Bei den Random-House-Verlagen Heyne, Goldmann und Diana erschienen unter anderem die Katzenkrimis "Felidae" und "Francis", mit denen der Schriftsteller Ende der Achtziger- und Anfang der Neunzigerjahre einem größeren Publikum bekannt wurde. Wie die Verlagsgruppe mitteilt, werden diese "bereits vor Jahren veröffentlichten, ausschließlich belletristischen Bücher" nun "umgehend gesperrt und nicht mehr angeboten." Die Auslieferung wurde gestoppt.

    Seine gesellschaftspolitischen Bücher "Deutschland von Sinnen" und "Die große Verschwulung" veröffentlicht Akif Pirinçci im Manuscriptum-Verlag, dessen Verleger Thomas Hoof einst die Ladenkette Manufactum gegründet hat - die sich allerdings vom verlegerischen Programm ihres Gründers ebenfalls distanziert.

    Auch die Kommunikationsagentur, die Pirinçcis Blog aufbaute, distanzierte sich von dem Autor. Der betreuende Webmaster veröffentlichte auf Pirinçcis Homepage einen offenen Brief, der dort zwischenzeitlich zu lesen war und danach in sozialen Netzwerken kursierte. In ihm kündigt er u.a. das Arbeitsverhältnis auf. Gegenüber SPIEGEL ONLINE bestätigte er die Authentizität des Schreibens.

    feb | clicken




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    aufgeschmissen
    Getty Images | 1&1


    Regierungschef Benjamin Netanjahu hat mit der Behauptung Kritik in Israel ausgelöst, der NS-Diktator Adolf Hitler habe zunächst nur eine Vertreibung und keine Massenvernichtung der Juden geplant.

    Israelische Medien berichteten am Mittwoch, Netanjahu habe während einer Ansprache vor Delegierten des Internationalen Zionistenkongresses am Dienstag in Jerusalem gesagt, der palästinensische Mufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, habe Adolf Hitler erst zur systematischen Judenvernichtung angestiftet.

    Mufti riet Hitler: Nicht vertreiben - verbrennen

    "Hitler wollte die Juden zu dem Zeitpunkt nicht vernichten, sondern ausweisen", sagte Netanjahu laut einer Mitschrift seines Büros. "Und Amin al-Husseini ging zu Hitler und sagte: 'Wenn Sie sie vertreiben, kommen sie alle hierher.'

    'Also, was soll ich mit ihnen tun?', fragte er (Hitler). Er (Al-Husseini) sagte: 'Verbrennt sie.'"

    Auch der Mufti habe den Juden damals fälschlich vorgeworfen, sie wollten die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg zerstören, sagte Netanjahu in Bezug auf den jüngsten Streit mit der Palästinenserführung.

    "Gefährliche Verzerrung der Geschichte"

    Palästina wurde damals noch von der britischen Mandatsmacht verwaltet, die eine Einwanderung von Juden streng einschränkte. Im Kampf gegen die Juden hatte Al-Husseini mit Hitler zusammengearbeitet und ihn 1941 in Berlin getroffen.

    Israels Oppositionsführer Izchak Herzog rief Netanjahu nach Medienberichten dazu auf, seine Äußerungen zurückzuziehen. Es handele sich um eine "gefährliche Verzerrung der Geschichte, die den Holocaust trivialisiert". © dpa

    Und jetzt dreht auch noch der Netanjahu ab: Er stellt jetzt fest, Hitler sei vom palästinensischen Mufti "verführt" worden, die Juden zu vergasen. Dass nun ausgerechnet der Ober-Israeli nach 70 Jahren Besserwissen dem "armen verführten Hitler" damit an die Seite springt - wer hätte das gedacht ... - die Welt ist verrückt geworden ... NSU, Herr Pirincci, die PEGIDA und die AfD haben einen neuen Freund gefunden - sie werden sagen: "Das haben wir ja immer gewusst - Hitler war gar nicht so ...". 
    Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte. (Max Liebermann)

    1&1

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  • 10/22/15--22:32: lichtsicht
  • Bielefeld zeigt sich im Dunkeln von seiner besten Seite ... - und Sonntag wird die Uhr umgestellt - dann ist es länger dunkel ... -
    Bild aus der NW v. 23.10.2015 - "lichtsicht2 bad rothenfelde - s. auch Blog-Header


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    IM NEBEL
    WENN DU AUF DIESES BILD CLICKST - DAS ICH HEUTE MORGEN AUS DEM WOHNZIMMER-SEITENFENSTER ERBLICKTE - LIEST HERMANN HESSE SEIN
    "NEBEL"-GEDICHT ...


    S!NEDi|photography 23-10-2015 - S!NNTAGSMALEREI - Für Hesse hier clicken ...











    Im Nebel 
    von Hermann Hesse

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den anderen,
    Jeder ist allein.

    Voll von Freunden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben licht war;
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkel kennt,
    Das unentrinnbar und leise
    Von allem ihn trennt.

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Leben ist Einsamsein.
    Kein Mensch kennt den andern,
    Jeder ist allein.


    Autorenrezitation von Hermann Hesse / Musik: Soundtrack aus Mrs.Wintersbourne
    Nebelfotos: S!NEDi

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    Jeff Walls "A Woman and her Doctor" (1980/81) - Cibachrome Leuchtkasten, 101 x 156 cm, © Jeff Wall - Abb.: Courtesy the artist and Johnen Galerie Berlin;


    A Woman and her Doctor heißt diese berühmt gewordene Fotografie von Jeff Wall. Monatelang hat der kanadische Künstler 1980/81 an dem Bild gearbeitet. Die Frau auf Walls Fotografie ist seine eigene Gattin, der Mann sein Vater (übrigens auch im echten Leben ein Arzt). Der mit einem Manschettenknopf geschmückte Arm am rechten Bildrand gehört dem Künstlerfreund Rodney Graham.

    Es ist einer von Walls ersten großen Leuchtkästen, vier Exemplare gibt es davon, eines hängt im Museum Ludwig in Köln, ein anderes kam vergangene Woche zum ersten Mal auf den Markt: Am Gemeinschaftsstand der Galerien Johnen und Esther Schipper wurde es auf der Kunstmesse Frieze London zum Preis von 1,4 Millionen €uro angeboten.

    Der junge Künstler spielte für dieses Bild mit der alten Kunst, er zitierte für seine Komposition Édouard Manets Im Wintergarten (1879 gemalt, hängt es heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin), auf dem ebenfalls eine dunkelhaarige, ins Nichts schauende Frau auf einer Bank zu sehen ist, während sich ein bärtiger Mann auf die Lehne der Bank stützt. Bei Manet hat der Mann die Zigarre in der Hand. 

    Was auf den er­sten Blick wie ein Sch­napp­schuss oder ein Stand­bild aus einem Film wirkt, ist in Wahrheit sorgfältig in­sze­niert. Der Ein­satz von Licht, Farbe und De­tails ist Teil der Kom­po­si­tion. Jeff Wall hat mehrere Mo­nate lang daran akribisch gear­beit­et; nicht um­sonst bezeich­net man ihn als mal­en­den Fo­to­grafen. Es ist das Un­spek­takuläre, das seine Bilder spek­takulär macht: Der beiläu­fige Mo­ment, die klei­nen Gesten und Blicke. Ver­stärkt durch den Ti­tel Frau und ihr Arzt drän­gen sich mehrdeutige Ge­danken­spiele über die Bezie­hung der zwei Fig­uren auf - Walls Werk erzählt eine Geschichte, deren Ende nur der Be­trachter ken­nt...


    Tja - und nun komme ich ins Spiel: Meine Geschichte zum Bild, das 1,4 Mio. € bringen soll ... Ich denke, das Paar ist irgendwo zu Besuch. Natürlich hat es eine "Affäre" miteinander, das sieht man ja auf dem ersten Blick ... Und sie will den Gastgebern bewusst zeigen, dass da doch nichts ist zwischen ihnen ...- und schaut ganz "nonchalance" der Gastgeberin hinterher, die gerade Häppchen holt aus der Küche ... - gleichzeitig arbeitet ihr Kopf: Wenn ich mich jetzt mit dem ollen Doktor hier liiere, was bringt mir das pro anno - und wie stehe ich öffentlich da: "Frau Doktor" ... Dem Doktor sieht man an, dass er bald eine Antwort haben will - ihm ist so ein Besuch langweilig - er will lieber mit ihr woanders sein - und was die Frauen da zu den Häppchen zu sagen haben - und zu dem ausgerissen Gefieder des Wellensittichs im Nebenzimmer - übersteigt sein Fachwissen und Spezialgebiet erheblich ... - und der Lakai im schwarzen Anzug, der auf einen Auftrageauftrag wartet - (also einen Auftrag, um irgend etwas aufzutragen - oder Wein nachzuschenken - oder einen Aperitif ...)denkt: Das wird wieder ein langer Abend - und hinterher soll ich dann die herrschaften nach hause fahren, damit die das Taxigeld sparen können ...

    Ich glaube nicht, dass die beiden tatsächlich mal irgendwann ein Paar werden: Sie wird schon bald mit einem jungen Assistenzarzt aus der gleichen Klinik durchbrennen - den er dann umgehend achtkantig aus dem Herzkatheter-Team seiner Klinik rausschmeißt ... - Tja - und die Blumen auf dem Glastisch vorn halblinks sind nicht echt - das sind Kunstblumen - was immer das uns auch sagen will - aber sie passen - als Plastikblumen - nicht so recht ins Ambiente - von der Farbe durchaus ... - und nun fabulieren Sie Ihre Geschichte da hinein - mehr kann der Käufer für 1,4 Mio. auch nicht damit anfangen ... - aber bei dem wird das Bild im Banktresor eingelagert - für schlechte Zeiten ... - und für die Kinder ...

     mit Textbausteinen und Abb. aus: DIE ZEIT No 43 - 22. OKTOBER 2015 - S. 60: KUNSTMARKT - FEUILLETON



    Im Wintergarten (französisch: Dans la Serre) ist ein Bild des Malers Édouard Manet. Es entstand 1879 im Wintergarten des Malers Otto Rosen in der Rue d'Amsterdam in Paris und zeigt das Ehepaar Guillemet.

    Während über die Identität der Modelle Einigkeit besteht, ist es bei dem, was die Bilder an Beziehungsrealität beschreiben, weit weniger der Fall. Der eine sieht im Wintergarten eine nachdenkliche Eheszene, bei der die Partner nicht miteinander sprechen und, abgesondert durch die Bank, distanziert und abwesend wirken. Für den anderen hat Manet in vollendeter Weise die Unterhaltung der beiden gegenwärtig gemacht und zum Beleg seines Eindrucks zitiert er Théodore de Banville, der 1879 im National davon schwärmte, dass man beim Betrachten des "Wintergartens" glaube, der Unterhaltung beizuwohnen. Und die dritte sieht im Bezug der Personen ein Wechselspiel aus Zuwendung, Distanzierung, Öffnung, Verhaltenheit und Vereinsamung. Und vielleicht ist die eigentliche Kunst des Künstlers ja, wie Heidegger meint, nicht das Werk, sondern das, was das Werk im Betrachter an Reaktion provoziert ... - (WIKIPEDIA)

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    Hi, guten Morgen – guten Abend, je nachdem, wie Ihre Uhr tickt ... Umgestellt, funkgesteuert oder nicht, es ist immer so spät, wie man sich fühlt... - und wann sie aufgestanden sind - und welche Verabredungen Sie wann verabredet haben ... - ein Schritt vor - zwei Schritt zurück - oder umgekehrt ...
    EINE UHRUMSTELLUNG IST JA NOCH LÄNGST KEINE ZEITUMSTELLUNG: DAS EINE FINDET AM JEWEILIGEN CHRONOMETER STATT - DAS ANDERE IN KOPF UND BAUCH ... 

    Alle Jahre wieder: In der Nacht zum Sonntag endet die Sommerzeit. Dann ergibt sich die Frage: Uhren vor oder zurück stellen? Mit diesen Merksätzen fällt die Antwort vielleicht leichter:

    • "Immer zum Sommer hin." Also im Frühjahr eine Stunde vor, im Herbst eine Stunde zurück.
    • "Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer" - im Frühjahr plus und im Winter Minus.
    • "Früher aufstehen im Frühjahr", denn die Uhr wird vorgestellt und die Schlafzeit verringert sich um eine Stunde.
    • "Bei der Zeitumstellung ist es wie mit den Gartenmöbeln." Im Frühjahr kommen sie VOR die Tür, im Herbst ZURÜCK in den Schuppen.
    • "Im Winter gibt es Winterschlaf." Eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden zurückgestellt.
    • "Spring forward, fall back." Im Frühling (spring) den Zeiger eine Stunde vordrehen, im Herbst (fall) eine Stunde zurück.


    Fazit: Stellen Sie Ihre Zeitmesser am Sonntag von drei auf zwei Uhr zurück.

    Mit Text aus © 2015 Neue Westfälische
    Samstag 24. Oktober 2015 

    Es gibt aber tapfere Unverbesserliche - die ignorieren die Zeitumstellung völlig, etwa Renate Stahn aus Prenzlauer Berg. Sie betrieb eine Zoohandlung, vor der ein Schild hing: "Ich boykottiere diese Zeitumstellung und mache sie nicht mit". Darunter stand kleingedruckt der Hinweis: "Bitte beachten Sie das bei meinen Öffnungszeiten." Die 68-Jährige hält die Zeitumstellung für Unsinn und bezweifelt, dass sich damit Energie sparen lässt. Das war bei der Einführung der Sommerzeit 1980 - vor 35 Jahren - das Hauptargument...



    Leider hat Frau Stahn ihre Zoohandlung inzwischen geschlossen ...
    Quelle

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