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    Gewittertheorie

    Kosmische Strahlungsstürme zünden Blitze

    Von Axel Bojanowski | SPIEGEL-ONLINE



    Was löst Blitze aus? Mit bis zu 360 Millionen km/h schießen die superheißen Himmelsfackeln aus Gewitterwolken, bisher galten gewaltige Winde als Ursache. Eine neue Studie stützt nun eine überraschende Theorie: Stürme aus dem All könnten eine fatale Kettenreaktion entfachen.




    Ein lebensgefährliches Experiment vor mehr als 250 Jahren lieferte die grundlegende Erkenntnis über Blitze: 1752 ließ der Naturkundler und Politiker Benjamin Franklin in den USA einen Drachen an einer Metallschnur in eine Gewitterwolke steigen. Als Funken schlugen, erkannte Franklin: Blitze sind ein elektrisches Phänomen.

    Andere Forscher starben bei ähnlichen Experimenten an Stromschlägen. Doch trotz der todesmutigen Einsätze und moderner Satelliten weiß man heute nicht viel mehr über die Ursache der 30.000 Grad heißen Himmelsfackeln als zu Franklins Zeiten. Jetzt liefern Forscher eine neue Theorie, wie Blitze entstehen: Strahlung aus dem All könnte die Starkstromschleudern zünden, berichten russische Forscher im Fachblatt "Physical Review Letters".
    Das große Rätsel seit Franklins Zeiten lautet: Wie entstehen die gewaltigen elektrischen Spannungen in der Luft? Welche Kräfte trennen positiv und negativ geladene Teilchen, so dass Starkstrom mit 360 Millionen km/h durch die Luft schießt? Messungen haben ergeben, dass Gewitterwolken im unteren Bereich negativ, im oberen positiv geladen sind. Je größer der Unterschied, desto stärker die Spannung - und desto heftiger die Blitze.

    Schock am Fallschirm

    Gewaltiger Auftrieb galt bislang als Erklärung dafür, dass sich geladene Luftteilchen trennen: Winde peitschen Regentropfen und Eispartikel in einer Gewitterwolke mit 200 km/h nach oben wie durch einen Kaminschlot. Die Teilchen reiben aneinander, dabei werden positiv und negativ geladene Teilchen auseinander gerissen - so die gängige Theorie aus den Lehrbüchern.

    Welche Kraft die Aufwinde haben, musste mancher Fallschirmspringer erfahren: 1982 wurde der Australier Rick Collins fast 4000 Meter hoch gerissen. Er warf als letzte Rettung seinen Fallschirm ab, stürzte im freien Fall durch die Wolke, zog in gut 400 Meter Höhe seinen Reserveschirm - und landete sicher unter tosendem Gewitter.

    Dass die Aufwinde aber tatsächlich die elektrische Spannung erzeugen, wurde nie bewiesen. Die Forscher Alex Gurevich von der Russischen Akademie der Wissenschaften und Anatoly Karashtin vom Radiophysikalischen Forschungsinstitut Nischni Nowgorod präsentieren nun erstmals einen Beleg für eine andere Theorie: Strahlung aus dem All löst demnach Blitze aus - Winde wären nicht entscheidend.

    Wolke im Teilchensturm

    Ihrer Theorie zufolge bilden kilometerhohe Gewitterwolken ein perfektes Ziel für das Bombardement geladener Partikeln von der Sonne, das auf die Erde prasselt: Teilchenstürme reißen demnach Wolkenpartikel auseinander, wodurch eine zerstörerische Kaskade ausgelöst wird: Negativ geladene Partikel schießen wie Geisterfahrer umher, rammen Regentropfen, zerfetzen sie, so dass weitere abertausend geladene Teilchen entstehen. Erreicht die Wolke mehrere zehntausend Volt, gleichen Blitze die Spannung aus.

    Die Hypothese ist nicht neu, auch andere Forscher hielten sie für plausibel, jedoch fehlten bislang Beweise. Würde die Theorie stimmen, müssten vor einem Blitz kurze Pulse von Radiowellen zu Boden schießen, die durch die Kaskade der kosmischen Strahlung ausgelöst würden, hatten Gurevich und Karashtin erkannt. Und tatsächlich: Die Analyse von 3800 Blitzen über Russland und Kasachstan habe nun ergeben, dass Gewitterwolken vor Blitzen Hunderte Radiowellen-Signale losschicken.
    "Eine interessante Beobachtung", findet Julian Rautenberg, Astrophysiker an der Universität Wuppertal, der das Phänomen ebenfalls erforscht. Jetzt müsse aber noch bewiesen werden, ob die Radiowellen tatsächlich von kosmischer Strahlung ausgelöst würden. Die Studie habe nicht untersucht, ob den Blitzen stärkere Schauer kosmischer Strahlung vorausgegangen seien, ergänzt sein Kollege Karl-Heinz Kampert von der Uni Wuppertal. Möglich sei also, dass die Radiowellen eine andere Ursache hätten.

    Ein physikalisches Großexperiment am Pierre-Auger-Observatorium in der gebirgigen Einöde Argentiniens soll das Rätsel lösen: Dort sind die Wuppertaler Forscher am Aufbau eines großen Antennenfelds beteiligt, das kosmische Strahlung in hoher Genauigkeit messen soll. Die Hoffnung steigt, dass das Geheimnis der Blitze gelöst wird, bevor sich die Experimente von Benjamin Franklin zum 300. Mal jähren.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gewitter-theorie-kosmische-strahlung-koennte-blitze-ausloesen-a-898499.html

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    Nach dem Kirchentag (Motto: "Soviel du brauchst"...) wieder Zuhause angekommen, lese ich im Internet einige Kritiken der [von uns Spöttern gern so genannten] "ganz frommen", evangelikalen Kreise: Auf diesem Kirchentag in Hamburg wäre zwar viel über Sozialpolitik gesprochen worden - aber viel zu wenig und ohne missionarischem Eifer über Jesus und Gott ...

    Zunächst bin ich einfach nur erschrocken: Haben diese Kritiker nicht doch auch recht ... ??? Kommt Jesus,  kommt Gott einfach zu kurz - im Programm, in den Themen einer solchen Massenveranstaltung, wie sie der Kirchentag alle zwei Jahre darstellt ...

    Doch dann kam mir auch der Gedanke: Wie spricht man heutzutage, in der ausgehenden Postmoderne, zu Gott, mit Gott, über Gott ...??? Wieviel an "Gott" brauche ich bei solch einem Treffen ... Und wieviel an "Substanz" ist da "normal" und ausreichend - was ist das Maß - wie intensiv muss eine GOTTesnähe denn so "im Schnitt" individuell empfunden werden - implizit oder explizit - bei einem solchen Kirchentag  ...??? - Soviel du brauchst ... - doch wieviel brauche ich - braucht "man" ...

    Was ist dieser Gott, und damit also auch dieser Jesus, für mich ... - habe ich ihn da in Hamburg vermisst - war da trotz allem - eine GOTTesferne...???

    In der Abschlusspredigt von Bishop Nick Baines sprach der ja mit einer Gleichnisgeschichte diese Art von "verdeckter" Wahrnehmung Gottes und Jesu auf solcher Art Veranstaltungen an: Der vor 500 Jahren wirkende Allround-Künstler Michelangelo rollte hektisch einen unförmigen Felsbrocken in sein Atelier - und auf die Frage, was das solle, warum diese Hektik, schließlich sei es doch nur ein Fels, antwortete er verwundert: Siehst du das denn nicht: In diesem Brocken steckt doch ein Engel, den ich rasch mit meinen Meißeln und Hämmern "befreien", frei legen muss ... 


    Du weißt, Herr, dass ich weiß, wie sehr du weißt,
    dass ich, um dich zu fühlen, dich erreiche,
    und weißt, ich weiß, du weißt, ich bin der Gleiche:
    was ists, das uns im Gruße zögern heißt?

    Ist wahr die Hoffnung, die du mir gebracht,
    und wahr der Wunsch und sicher, dass er gelte,
    so bricht die Wand, die zwischen uns gestellte,
    verhehltes Wehe hat nun doppelt Macht.

    Wenn ich an dir nur liebe, was auch du
    am meisten an dir liebst, Herz, zürne nicht.
    Das sind die Geister, die sich so umwerben.

    Was ich begehr in deinem Angesicht,
    dem sehn die Menschen unverständig zu,
    und wer es wissen will, der muß erst sterben.

    Michelangelo: Sonett an Tommaso de' Cavalieri 
    Übersetzung: Rainer Maria Rilke


    Also auch, wenn manche Menschen nur "Bahnhof" verstehen - oder Unförmiges und Unangemessenes wahrnehmen, steckt bei näherer Betrachtung, näherem Zuhören, näherem Sich-Daraufeinlassen oft ein ganz anderer Kern dahinter - vielleicht sogar die längst erwartete und gesuchte wegweisende Botschaft ...



    The Ancient of Days - Der Alte der Tage | William Blake | 1794


    Jesus selbst hat sich in seinen Gleichnisreden immer wieder - also bereits zu seiner Lebzeit vor 2000 Jahren - solcher Methodik bedient: Ich erzähle euch eine Geschichte - und wenn ihr "Ohren habt zu hören", werdet ihr einen Kern darin bzw. dahinter entdecken, der euch eine neue Sichtweise der Wahrheiten vermittelt ... - im Jetzt und Hier ...

    Ja, und ich formuliere das heutzutage so für mich: Ich glaube schon an etwas, was mich da leitet und führt, an etwas, was mir oft "wunderbare Fügungen" zuteil werden lässt - in kleinen unmittelbaren Alltagsnuancen ebenso wie im Großen und Ganzen - wenn ich diese oft nur klitzekleinen Zeichen wahrzunehmen verstehe - etwas, was mich ansieht, in mich hineinsieht, was mich schützt, was ordnet, etwas, was mir den Neuanfang nach einer verfahrenen Situation ermöglicht - etwas, was ich als Göttlich bezeichne, etwas, was in mir spricht, was mich ermahnt, mit dem ich in den Dialog treten kann, mit dem ich kommuniziere ... - ich möchte für mich diesen fernen Gott aus seinem Himmelgefängnis befreien - ihn auf diese Erde zurückholen - und ihn kommunikativ zugänglich, im Hier & Jetzt lebend begreifen versuchen.  

    Einer ist da, der mich denkt.
    Der mich atmet. Der mich lenkt..
    Der mich schafft und meine Welt.
    Der mich trägt und der mich hält.
    Wer ist dieser Irgendwer?
    Ist er ich? Und bin ich er?
    Mascha Kaléko

    Diese zum Teil meditativen Umschreibungen werden besonders in jenen superfrommen christlich-evangelikalen Kreisen oft als säkularisierte Beliebigkeit, als "Patchwork-Religion", beargwöhnt, eben als ein zeitgeistlicher Versuch, aus verschiedenen Stofffetzen etwas "Einheitliches" zusammen zu nähen. Und doch beginnt genau damit schon die Rechtfertigung und die Legitimation meines meinetwegen säkularisierten Vielfalt-Glaubens: Denn im Dogma der DreiEinigkeit: Gott, Sohn und Heiliger Geist - bzw. also sogar in der römisch-katholisch gelebten VierEinigkeit: Mutter Gottes - Gott - Sohn - Heiliger Geist geschieht ja eigentlich etwas ähnliches: Ein patchworkartiges Zusammennähen verschiedener Aspekte dieser einen Gottheit. Hinzu bevölkert im römisch-katholischen Bereich eine mittlerweile unübersehbare Menge an Heiligen den Himmel und in allen Konfessionen flankieren die Engel die Bühne in wichtigsten Funktionen: Also ebenfalls eine zum Teil uralte Flickenteppich-Vernetzung des Göttlichen - wie auch im nichtchristlichen und antikem Bereich. Es war also schon immer so bunt im Himmel - und es bleibt so - obwohl ich für mich schon um Reduktion diesbezüglich bemüht bin ...


    In diesem Patchwork-Glaubenstrend liegt also kein religiöses Defizit. Schon gar nicht in dieser Zeitepoche in der ausgehenden Postmoderne, die ja geradezu gekennzeichnet ist von  vernetzten Vielfalts-Programmen und Patchwork-Identitäten (Buchtitel: "Ich bin Viele" - "Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?"). Im Gegenteil: Es ist der Abschied von der unkritischen Übernahme religiöser Dogmen - der Abschied von einer als irrtumsfrei und in jeder Beziehung bindend angesehenen Autorität der Bibel, die doch nachweislich reines Menschenwerk mit jeweiligem gruppengesteuerten politischen Kalkül ist - und der Einstieg in die erwachsene Selbstverantwortung für eigene "egoistische" Glaubensinhalte.

    Ich hab mich ziemlich losgelöst aus diesen regelmäßigen immer wiederkehrenden frommen lokalen Gemeindestrukturen, weil deren soziale und spirituelle Kontrolle dadurch einfach zu eng war und persönliche Weiterentwicklung in dieser Hinsicht verhungerte, und hab dann langsam angefangen, zu entdecken, dass es eine Spiritualität jenseits bzw. nebenher davon gibt, die offener und egoistisch/eigenständiger und für mich im Innersten buchstäblich be-friedigender - das aber im allerbesten Sinne - ist.

    Und Jesus sagt schon: 
    "Wenn du beten willst, dann geh in dein Zimmer, schließe die Tür zu. Gott, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen. Wenn Du betest, dann leiere nicht ausgelatschte Gebetsworte mühlenartig herunter, wie manch andere, die meinen, sie könnten bei Gott etwas erreichen, wenn sie viele und immer die gleichen Worte und Floskeln murmeln. Du kannst es anders halten. Dein Gott weiß, was du braucht, bevor du ihn bittest." (Mt. 6,6)
    Ja - die Kirchen meinen, ganz privilegiert und alleingültig Bescheid zu wissen über Gott. Sie meinen, seinen Gemütszustand zu kennen, ob er gütig oder zornig ist, und sie haben das  mehr oder weniger in dogmatische Formeln gefasst, die sie jetzt in ihre "Verkündigung" einflechten - und sie wundern sich, dass viele Menschen gegenüber diesen Gottesbeschreibungen unempfindlich bleiben und nur noch mit dem Kopf schütteln ...

    Die "alltäglichen" Sonntags-Gottesdienste der Kirchen lassen in ihrer inhaltlichen Ausgestaltung und in den Predigten und Textandachten allzuoft kaum noch den Gedanken anklingen, dass sie doch "verstanden" werden wollen, dass sie mit dem gegenwärtigen Leben und den gegenwärtigen Gegebenheiten zu tun haben sollten - und/oder aber einer Kontemplation dienen sollten - stattdessen aber allzuoft etwas längst Befremdliches, etwas mit der tatsächlichen Lebenswirklichkeit und den Sehnsüchten nach Innerlichkeit nicht mehr Verifizierbares, verkünden. 

    Das ist in den Veranstaltungen eben dieser Kirchentage anders: Gerade mit und durch die persönlich nachvollziehbareren oft recht nahen aktuellen sozialen, politischen und psychologisch-geprägten Inhalte lässt sich der Gott in seiner Vielfalt neu entdecken. Denn hier zieht er sich nicht einfach raus - und lässt die Menschen ohne ihn vor sich hin wurschteln. Er ist da mittendrin - in jedem einzelnen Beteiligten - und es bleibt genügend Raum für eine stille Innerlichkeit und Begegnung ... Und mich schützt die Anonymität in der Masse der Kirchentagsbesucher vor der Vereinnahme durch ganz bestimmte Kreise - und vor allzu enger sozialer und spiritueller Kontrolle ... - ich kann mit "meinem" Gott in der Zwiesprache bleiben und mit ihm unseren gemeinsamen Weg gehen ...

    Und was hat der Präsident des diesjährigen Evangelischen Kirchentages, Gerhard Robbers, in der Abschlusspredigt somit völlig zu Recht gerufen: 

    "Für viele hier hat sich der Glaube vertieft. Eine Fülle von seelsorgerlichen Gesprächen hat es gegeben und persönliche Glaubensgespräche.
    Nehmt mit nach Hause, was Ihr auf diesem Kirchentag erlebt habt. Was Ihr erfahren habt.
    Lasst Kirchentag sein über diesen Kirchentag hinaus."

    Die spirituellen Krisen vieler Menschen scheinen eng mit ihrem vielleicht zu engen Verständnis von Gott verknüpft zu sein. Wer sich den Gott als immer gütig, allmächtig und gerecht bzw. zumindest willkürlich und launenhaft vorstellt, hat es schwer, die Gottesferne in Zeiten von Holocaust und allgegenwärtigem Elends zu ertragen. Der Theologe und Religionspädagoge Andreas Benk nennt sein Buch zum Gottesbild der Gegenwart: Gott ist nicht gut und nicht gerecht. Zum Gottesbild der Gegenwart. Patmos. Düsseldorf 2008/12. 

    Was im ersten Augenblick ketzerisch klingt, ist nicht als Provokation gemeint, betont Andreas Benk: "Wer meint mit dem Gebet über Gott verfügen zu können, für den gilt, was Erich Fried gesagt hat: 'Wer weiß, zu welchem Gott er betet, wird nicht erhört'."

    Benk verweist auf ein Verständnis von Gott, dass der Mystiker Meister Eckhart bereits vor rund 800 Jahren ausgesprochen hat:
    "Gott ist gut, Gott ist weise, Gott ist unendlich, Gott ist gerecht, das alles ist so unsinnig, als wenn ich das Schwarze Weiß nennen würde. Du bist es, was du über deinen Gott denkst, und lästerst ihn, wenn du ihn damit behängst. Nimm ihn ohne Eigenschaft als überseiendes Sein und eine überseiende Nichtheit." Meister Eckhart (ca. 1260 - 1328)


    Die "negative Theologie"

    Theologen wie Andreas Benk bekennen sich heute in der Nachfolge des Neuplatonismus, Meister Eckharts und Nikolaus von Kues zu einer "negativen Theologie". Sie plädiert für eine erneuerte Gottesrede, die den Anforderungen in der religiösen Erziehung, dem Verhältnis zu den Naturwissenschaften und dem Verständnis des Menschen gerecht wird:

    "Negative Theologie ist nichts Destruktives. Sie erinnert an den Vorbehalt, der jedem Versuch, über Gott zu sprechen, immer mitgegeben ist. Alle unsere Vorstellungen von gut, barmherzig, sind ja immer menschlichen Vorstellungen entnommen. Aber weil sich diese Begriffe auf unsere Welt beziehen, sind sie unangemessen für Gott.
    Und da versucht nun negative Theologie zu sagen: wir müssen diese Begriffe, die wir auf Gott anwenden, immer wieder zurücknehmen - negieren, daher der Name - und sagen: Gott ist eben nicht so gerecht, wie wir uns gerecht und gut vorstellen. Gott ist eben kein Vater, keine Mutter nach menschlichen Vorstellungen."



    Im Sinne der negativen Theologie ist das göttliche Wesen das schlechthin "Unbekannte" das "ganz Andere", ein Wesen, das über alle Bestimmungen erhaben ist. Nach der negativen Theologie wird nur gewusst, dass Gott ist, nicht aber was er ist. Das Denken und Reden über Gott wird so beschränkt, indem alle positiven Aussagen konsequent als unangemessen kritisiert und verworfen werden. Nur negative Aussagen können als wahr betrachtet werden.

    Jedoch sind die Begriffe "positiv" und "negativ" dabei nicht in einem wertenden Sinn gemeint. 

    Bei Zuschreibungen wie "Gott ist gut" oder "Gott ist das Gute" - "Gott ist lieb" - "Lieber Gott, mach mich fromm ...", werden Vorstellungen, die aus dem Bereich menschlicher Erfahrung stammen, auf Gott übertragen. 

    Die negative Theologie lehnt eine solche Vorgehensweise ab und begründet dies mit der Behauptung, es sei prinzipiell unmöglich, bei positiven Aussagen Gottes absolute Transzendenz angemessen zu berücksichtigen. Die Unangemessenheit menschlicher Vorstellungen und die Unwahrheit der auf ihnen basierenden Aussagen über Gott sei das einzige, was bezüglich Gott als zutreffend bestimmt werden könne. Somit seien nur negative Aussagen, also Verneinungen positiver Aussagen, legitim. Die systematische Beseitigung der irrigen positiven Vorstellungen sei eine unerlässliche Voraussetzung für ein wirklichkeitsgemäßes Verhältnis des Menschen zu Gott.

    Die Verneinung positiver Bestimmungen ist nicht als Bejahung von ihnen entgegengesetzten Bestimmungen zu verstehen. Die Aussage, Gott könne nicht als gut bezeichnet werden, bedeutet nicht, dass er als schlecht bezeichnet wird. Vielmehr lehrt die negative Theologie, Begriffe wie "gut" und "schlecht" seien auf Gott nicht anwendbar. 

    Der Theologe Karl Rahner formuliert es so: 

    "Wir reden von Gott, von seiner Existenz, von seiner Persönlichkeit. Aber bei diesem Reden vergessen wir dann meistens, dass eine solche Zusage immer nur dann einigermaßen legitimiert von Gott ausgesagt werden kann, wenn wir sie gleichzeitig auch immer wieder zurücknehmen, die unheimliche Schwebe zwischen Ja und Nein als den wahren und festen Punkt unseres Erkennens aushalten und so unsere Aussagen immer wieder hinein fallen in die schweigende Unbegreiflichkeit Gottes selber."


    Foucault pendulum animated - WIKIPEDIA
    So etwas wie Gott - eben als diese "unheimliche Schwebe zwischen Ja & Nein als den wahren und festen Punkt unseres Erkennens auszuhalten" ist beispielsweise symbolisch vielleicht mit dem  kurzen Augenblick - dem Punkt/der Null - des scheinbaren Innehaltens auf dem Nichts in der Mitte eines Foucaultschen Pendels darstellbar, wenn der sich im Moment exakt senkrecht zwischen seinen Ausschlägen im Hin und Her und Rundherum befindet ...


    Der Mensch ist jedoch ein dialogisches Wesen. Da ihm das "Du" als Anrede eines Gegenübers so vertraut ist, sprechen auch Menschen, die kein personales Gottesbild haben - vielleicht sogar Atheisten - das große Ganze manchmal mit einem "Du" an.

    Gott ist für mich und andere also genauso imaginär wie der vielleicht verstorbene leibliche Vater, der jetzt physisch nicht mehr da ist, aber irgendwo und irgendwie doch dabei ist - oft mitgedacht wird. 

    Und da ist so ein Ahnen, dass es etwas Größeres gibt als das, was wir Individuum nennen, etwas Allumfassendes, etwas Alldurchdringendes, etwas Allgrundlegendes, Allumgebendes, Allumarmends ...


    Wir dürfen dich nicht eigenmächtig malen,
    du Dämmernde, aus der der Morgen stieg.
    Wir holen aus den alten Farbenschalen
    die gleichen Striche und die gleichen Strahlen,
    mit denen dich der Heilige verschwieg.

    Wir bauen Bilder von dir auf wie Wände;

    so daß schon tausend Mauern um dich stehn.
    Denn dich verhüllen unsre frommen Hände,
    sooft dich unsre Herzen offen sehn.

    Rainer Maria Rilke

    ............................................

    Alle, welche dich suchen, versuchen dich. 
    Und die, so dich finden, binden dich 
    an Bild und Gebärde. 

    Ich aber will dich begreifen 

    wie dich die Erde begreift; 
    mit meinem Reifen 
    reift 
    dein Reich. 

    Ich will von dir keine Eitelkeit, 

    die dich beweist. 

    Ich weiß, dass die Zeit 

    anders heißt 
    als du. 

    Tu mir kein Wunder zulieb. 

    Gieb deinen Gesetzen recht, 
    die von Geschlecht zu Geschlecht 
    sichtbarer sind. 

    Rainer Maria Rilke

    (unter Verwendung von Anstößen und Materialien aus dem Manuskript zu: WDR | Lebenszeichen | Preisen, bitten, zweifeln - horchen -Wie Menschen heute mit Gott sprechen | Von Burkhard Reinartz | 06.04.2012 - WIKIPEDIA)


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    Bibelsprüche gegen Krieg

    Sr. Megan Rice, 83, bricht in US-Atomlager ein

    Von Frauke Lüpke-Narberhaus, SPIEGEL-ONLINE


    Sie will ein Zeichen setzen gegen Krieg: Die 83-jährige amerikanische Nonne Sr. Megan Rice bricht in eine Uran-Anlage ein und besprüht sie mit Bibelsprüchen. Jetzt drohen ihr 20 Jahre Haft. Unglücklich ist sie deswegen nicht.

    Zweieinhalb Stunden hat das Gericht am Mittwoch beraten, dann erklärte es Megan Rice für schuldig. Schuldig, die nationale Sicherheit gefährdet zu haben. Schuldig, weil sie in den Y-12 National Security Complex eingedrungen ist, eine Atomanlage im amerikanischen Oak Ridge, Tennessee. Megan Rice ist 83 Jahre alt, etwas kurzatmig und Nonne. Vielleicht muss sie bald 20 Jahre ins Gefängnis.

    Schwester Megan hatte sich anstiften lassen von Anne Montgomery, ebenfalls Nonne, ebenfalls alt: Die stieg mit 83 Jahren in einen Marinestützpunkt ein. Das muss Schwester Megan imponiert haben, wollte sie sich doch auch engagieren gegen Krieg. Wie kann ich mitmachen, habe sie gefragt, berichtet die "Washington Post" in einem ausführlichen Dossier. Ruf Greg Boertje-Obed an, antwortete Schwester Anne.

    Greg Boertje-Obed, 56, Maler, stand an diesem Mittwoch ebenfalls vor Gericht. Genau wie Michael Walli, 61, Vietnam-Veteran. Die drei hatten sich zusammengetan für ihren großen Coup, der weltweit Aufsehen erregte.

    Geleitet von Gott und Google Maps

    Samstagnacht, am 28. Juli 2012, knipsten die drei ihre Taschenlampen an und marschierten los, geleitet von Gott und Google Maps. Im Rucksack: Schnüre, Streichhölzer, eine Bibel, drei Hämmer, sechs Sprühdosen, drei Protestplakate, ein Brief für die Mitarbeiter des Lagers, ein frischgebackenes Brot und sechs Flaschen menschliches Blut, als Zeichen für all jene, die im Krieg gestorben sind.

    Zwei Stunden brauchten sie bis zum Y-12 National Security Complex, wo Uran gelagert wird. Zwischendrin machten sie immer wieder eine Pause, Schwester Megan atmete durch. Irgendwann standen sie vor dem ersten Zaun, davor ein gelbes Schild: Betreten verboten! 100.000 Dollar Strafe! Bis zu ein Jahr Gefängnis!

    Sie durchtrennten den Zaun und gingen weiter. Kein Alarm, kein Streifenwagen. Schwester Megan beteuerte, berichtet die "Washington Post", sie könne keinem Lebewesen was zuleide tun. Hätten Wachhunde sie angefallen, sagt sie, sie hätte nicht einmal die Arme gehoben, um sich zu wehren.

    Es gab aber keine Hunde. Auch nicht, als sie den letzten Zaun überwunden hatten. Auch nicht, als sie vor dem Gebäude standen, als sie es mit biblischen Sprüchen besprühten, als sie das Blut aus der Flasche spritzen ließen. Dann warteten sie auf ihre Festnahme.

    Nach ein paar Minuten kam ein Wachmann, irgendwann war irgendwo doch der Alarm losgegangen. Danach musste die Anlage zwei Wochen geschlossen werden. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden, versichern Offizielle.

    "I wish to live without war"

    Sie habe kein schlechtes Gewissen, sagte Schwester Megan laut Nachrichtenagentur AP vor Gericht. Im Gegenteil zeige sie sich hocherfreut, so weit gekommen zu sein. Nein, sie habe auch wegen dieser Aktion nicht den katholischen Bischof um Erlaubnis bitten müssen. Ob das nicht anständiger gewesen wäre, fragte der Staatsanwalt. "Ich habe mir in meinem Leben schon viel Unhöfliches zuschulden kommen lassen", antwortete Schwester Megan.

    Beschädigung von Staatseigentum, unerlaubtes Betreten der Anlage, fehlende Reue - auf diese Unhöflichkeiten stehen maximal 20 Jahre Gefängnis. Noch ist über das Strafmaß nicht entschieden. Der Anwalt der Angeklagten fürchtet, das Gericht könnte eine Exempel statuieren: "Die Sicherheitsmängel auf einem der gefährlichsten Plätze dieses Planeten haben viele Menschen schockiert", sagte er. "Sie sehen hinter mir drei Sündenböcke."



    Der Anwalt sagte, die Tat sei ein symbolischer Akt, weg von der Atomkraft, hin zu gewaltfreien Initiativen. Der Staatsanwalt sagte: "Wenn man Y-12 beeinträchtigt, beeinträchtigt man die Verteidigung der Vereinigten Staaten. Würden Sie entschuldigen, was ein Einbrecher getan hat, nur weil der Hausbesitzer etwas lax mit der Sicherheit umgegangen ist?"
    Als die Geschworenen am Mittwoch den Gerichtssaal verließen, begannen Zuschauer leise zu singen: "Love, love, love, love. People we are made for love." Schwester Megan trug an dem Tag ein T-Shirt, darauf der Aufdruck: "I wish to live without war". Ich wünsche, ohne Krieg zu leben. Sie lächelte und verbeugte sich.

    Schwester Megan sagte, sie bereue an ihrer Tat eigentlich nur eins: "Dass ich damit 70 Jahre gewartet habe."

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-ordensschwester-megan-rice-bricht-in-atomlager-y-12-ein-a-898960.html

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    Wendehals (Jynx torquilla) *)

    Der Wendehals (Jynx torquilla) ist der einzige europäische Vertreter der Gattung Jynx, die außer ihm noch den in Afrika beheimateten Rotkehl-Wendehals (Jynx ruficollis) umfasst. Die Art, von der bis zu sieben Unterarten beschrieben werden, ist in der gesamten mittleren und nördlichen Paläarktis vertreten. Die zentral- und nordeuropäischen Bestände haben in den letzten Jahren starke Einbußen erlitten.

    Der Vogel hat ein rindenfarbenes, graubraunes Gefieder ohne deutliche Feldkennzeichen, kurze hellgraue Beine, einen grauen, ebenfalls recht kurzen, spitzen Schnabel sowie einen auffallend langen, graubraunen Schwanz mit drei undeutlich dunkelbraunen Querbinden. Schnabel und Beine können einen leicht grünlichen Anflug aufweisen. Bei gutem Licht sind die pfeilspitzförmige Zeichnungen der Unterseite sowie die isabellfarbene Kehle erkennbar. Das Kopfgefieder wird in Erregungssituationen gesträubt und bildet so eine auffallende, undeutlich gebänderte Haube. Vom Oberkopf bis zum Rücken verläuft ein dunkelbraunes Band, das bei Altvögeln klar vom übrigen Graubraun des Obergefieders abgegrenzt ist. Bei Jungvögeln ist es verwaschener und verschmilzt stärker mit den Farbkonturen des übrigen Obergefieders. In derselben Farbe verläuft ein Zügelband bis weit hinter das Auge.

    Während der Balz-, Brut- und Fütterungszeit können Wendehälse sehr auffällig sein. Außerhalb dieser Periode bemerkt man ihre Anwesenheit kaum. Der Gesang ist sehr deutlich und unverwechselbar und besteht aus in der Tonhöhe ansteigenden 'gäh'-Elementen, die schnell gereiht zuerst nasal und später gellend 'kje' klingen. Oft singen die Partner, auf einem Pfahl sitzend, im Duett, daneben geben sie bei Brutablösung ein leises Trommeln und Klopfen von sich.

    *) Als Wendehals, in Anlehnung an den Vogel Wendehals, wurde in der Zeit der Wende in der DDR 1989 eine Person bezeichnet, die in kurzer Zeit ihren politischen Standpunkt grundlegend änderte. 
    (Quelle: WIKIPEDIA)

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    BILD: NEUES BUCH ÜBER ANGELA MERKEL

    Das unbekannte DDR-Leben der Kanzlerin

    Stand sie dem System näher als bisher bekannt?

    Wer ist Kanzlerin Angela Merkel (58, CDU) wirklich? Ein neues Buch der Journalisten Ralf Georg Reuth (BILD) und Günther Lachmann (WELT) beschäftigt sich mit Angela Merkels Zeit in der DDR, ihrer Jugend und ihrem beruflichen Werdegang.

    Fazit des Buches: 
    DAS BILD, DAS WIR VON ANGELA MERKEL HABEN, IST UNVOLLSTÄNDIG!


    s!NEdi|photo|bearbeitung - unter verwendung eines fotos von a. merkel - vebidoo.de

    In BILD erklärt Autor Ralf Georg Reuth:

    Was ist neu an diesem Buch?
    a. merkel in fdj-tracht | foto: allmystery.de
    „Wir können belegen, dass Angela Merkel dem DDR-System näher war als bislang bekannt. Während ihrer Tätigkeit an der Akademie der Wissenschaften der DDR war sie an ihrem ­Institut Funktionärin, beispielsweise von 1981 an als FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda, was sie bis heute bestreitet. Außerdem saß sie in der Betriebsgewerkschafts-Leitung.“
    In dem Buch wird Angela Merkel als „Reformkommunistin“ bezeichnet. Was ist damit gemeint?
    „Angela Merkel kam nicht, wie sie es heute darstellt, im Dezember 1989 als Quereinsteigerin in die Politik, sondern war schon viel früher im ,Demokratischen Aufbruch‘ aktiv. Damals trat sie nicht für die Wiedervereinigung ein, sondern für einen ,demokratischen Sozialismus‘ in einer eigenständigen DDR.“
    Hat die Kanzlerin ihren Lebenslauf nachträglich geschönt?
    „Es drängt sich zumindest die Vermutung auf, dass Angela Merkels erstes Leben in der DDR nachträglich mit der Erwartungshaltung der christlich-demokratischen Anhängerschaft in Einklang gebracht werden sollte.“

    Nur 15 Monate nach dem Mauerfall war Angela Merkel Bundesministerin, kurz darauf Vize bei der Bundes-CDU. Wie kam es zu diesem schnellen Aufstieg?
    „Das hat verschiedene Gründe. Gewiss spielten die politischen Umstände der Wendezeit eine Rolle. Entscheidend aber waren Merkels Förderer.“
    Wer waren damals Angela Merkels Förderer?
    „Das war zunächst Wolfgang Schnur, damals Chef der Reformpartei ,Demokratischer Aufbruch‘, und später der letzte DDR-Regierungschef Lothar de Maizière von der Ost-CDU. Beide wurden übrigens bei der Stasi als inoffizielle Mitarbeiter geführt.“
    Worauf gründen sich Ihre Erkenntnisse?
    „Wir haben in jahrelanger Recherche bislang unzugängliche Dokumente, teils aus Privatbesitz, zusammengetragen. Außerdem haben wir mit Zeitzeugen gesprochen, die bisher geschwiegen hatten.“
    Was sagt die Kanzlerin?
    „Das wollten wir natürlich von ihr wissen. Aber Angela Merkel ließ uns durch ihren Regierungssprecher mitteilen, Sie habe keine Zeit zur Beantwortung unserer Fragen.“
    Warum erscheint das Buch ausgerechnet im Jahr der Bundestagswahl?
    „Ganz simpel, weil es nach langer Arbeit gerade jetzt fertig geworden ist.“

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    Ralf Georg Reuth | Günter Lachmann: „Das erste Leben der Angela M.“ | Piper Verlag, 320 Seiten, 19,90 €uro

    Mit Materialien aus: http://www.bild.de/politik/inland/angela-merkel/das-unbekannte-ddr-leben-der-kanzlerin-30327254.bild.html

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    Bizarre Mumie "Ata": 




    ECCE HOMO - Siehe, der Mensch!

    Forscher lösen Alien-Rätsel der Atacama-Wüste

    Von Christoph Mann - SPIEGEL-ONLINE


    Wurde in der chilenischen Atacama-Wüste die Leiche eines Außerirdischen entdeckt? Zwei renommierte Wissenschaftler haben die bizarr geformte, nur 13 Zentimeter große Mumie jetzt untersucht. Das Ergebnis ist eine Enttäuschung für Alien-Gläubige - und schockierend für die Forscher.

    Das Wesen wirkt, als sei es einem Science-Fiction-Film entsprungen. Der Schädel übergroß und extrem in die Länge gezogen, die riesigen Augenhöhlen schräg nach oben zeigend, die Gestalt schlank. Wie man sich einen Alien eben so vorstellt.



    Doch die Mumie, die 2003 in einem Geisterdorf in der chilenischen Atacama-Wüste gefunden wurde, ist noch aus einem anderen Grund merkwürdig: Sie ist absurd winzig. Nur 13 Zentimeter misst sie in der Länge. Der kleinste Mensch der Welt, Chandra Bahadur Dangi, kommt auf 57 Zentimeter. Neugeborene messen üblicherweise 50, die kleinsten lebensfähigen Frühchen etwas mehr als 20 Zentimeter. Was also war Ata? Ein Außerirdischer oder ein bizarr missgebildeter menschlicher Fötus?
    Nach dem Fund verschwand die Leiche zunächst. Sie wurde mehrfach verkauft und landete in Barcelona, wo sie bei einem Ufologen-Kongress Steven Greer in die Hände fiel. Der ehemalige Notarzt sucht nach einem Beweis dafür, dass Außerirdische auf der Erde gelandet sind. In Ata glaubte er ihn gefunden zu haben. Er verkündete, die Mumie wissenschaftlich untersuchen zu lassen und die Ergebnisse in seinem Dokumentarfilm "Sirius" zu präsentieren. Um Forschung und Film zu finanzieren, sammelte er Spenden.

    Greer trieb die Crowd-Finanzierung an, indem er verbreitete, die ersten Ergebnisse der Untersuchung - Röntgenbilder und Computertomografie-Aufnahmen - würden zeigen, dass Ata keine Fälschung sei, sondern ein humanoides Lebewesen mit allen relevanten Organen, womöglich ein Alien.

    Jetzt sind die Ergebnisse der Untersuchung bekannt. Sie sind eine Enttäuschung für Alien-Gläubige - aber ein Faszinosum für Wissenschaftler.



    Rätselhafte Fehlbildungen

    Die beiden Forscher, die mit der Untersuchung beauftragt waren, sind keinesfalls Ufo-Jünger, sondern haben einen glänzenden Ruf zu verlieren. Gerry Nolan, Professor an der kalifornischen Elite-Universität Stanford, gilt als einer der renommiertesten Genforscher der Welt, seine Aufsätze gehören zu den meistzitierten seiner Disziplin. Ralph Lachman, ebenfalls Professor in Stanford, ist einer der führenden Experten für Skelettfehlbildungen.

    "Offen gesagt will ich widerlegen, dass irgendetwas unüblich oder paranormal ist", sagte Nolan, bevor er mit seiner Arbeit begonnen hatte. "Ich würde gern beweisen, dass dies nur ein Mensch mit einer interessanten Mutation ist."

    Das scheint nun gelungen zu sein. Zwar haben Nolan und Lachman ihre Ergebnisse bisher noch nicht in einem Fachblatt veröffentlicht. Doch Ata, da sind sie sicher, ist zweifellos ein Mensch - wenn auch ein äußerst rätselhafter.

    Keine ihm bekannte "Klasse von Störungen oder Syndromen" könne die Merkwürdigkeiten der Mumie erklären, bilanziert Lachman in seinem Bericht. Neben der extremen Zwergenwüchsigkeit lägen noch mehrere Deformationen im Kopfbereich vor. Außerdem habe Ata nur zehn Rippen, während Menschen gewöhnlich zwölf und selten elf haben.

    "Schockierender" Befund

    Den erstaunlichsten Befund - Nolan nennt ihn "schockierend" - machte Lachman jedoch, als er in einer Kniefuge Epiphysenkerne identifizierte. Das sind Knochenkerne, die sich erst im Lauf der Kindheit herausbilden. Demnach wäre der kugelschreiberkleine Mensch nicht etwa tot oder sterbend zur Welt gekommen, sondern sechs bis acht Jahre alt geworden.

    Jürgen Spranger, Mitautor des wichtigsten Kompendiums für Skelettfehlbildungen, hat auf Anfrage die Röntgenaufnahmen der Mumie untersucht. Allerdings meldet er Zweifel ausgerechnet am Befund über Atas Lebensalter an. Zwar sprächen die in den Kniefugen gefundenen Epiphysenkerne dafür, dass Ata mehrere Jahre gelebt hat. Dafür aber fehlten diverse Verknöcherungen, etwa in den Händen sowie am Schambein, die bei einem Kind eigentlich vorhanden sein müssten.

    Gemeinsam mit mehreren Fachleuten glaubt Spranger eine Erklärung gefunden zu haben: "Alle Experten sind der Meinung, dass es sich um einen Föten in etwa der 24. Schwangerschaftswoche handelte." Wahrscheinlich habe der Fötus am sogenannten Wiedemann-Rautenstrauch-Syndrom gelitten.

    Bei den vermeintlichen Epiphysen in Atas Knien handele es sich wahrscheinlich um Knocheninseln. Lachman habe außerdem eine dunkle, knochenfreie Zone in Atas Knie als Wachstumsfuge gedeutet. Seitliche Knochenbrücken zwischen dem Knochengewebe ober- und unterhalb des dunklen Spalts würden eine Wachstumsfuge aber ausschließen. Diese und andere Veränderungen an Atas Skelett "sind mit der Diagnose eines Wiedemann-Rautenstrauch-Syndroms vereinbar", so Spranger. Weltweit seien nur rund 25 Fälle bekannt.


    Gen-Untersuchung bringt keine Erklärung

    Die von Nolan durchgeführte genetische Untersuchung brachte dagegen kein schlüssiges Ergebnis. Allerdings konnte Nolan nach eigenen Angaben belegen, dass es sich bei Ata um den Sohn einer Indiofrau aus der Atacama-Wüste gehandelt habe. Wann er lebte, konnte Nolan nicht bestimmen. Die Mumie sei aber mindestens 30 bis 40 Jahre alt. Der Forscher suchte in der DNA auch nach Mutationen, die die extreme Zwergenwüchsigkeit sowie die Deformationen verursacht haben könnten. Er entdeckte zwar einige Besonderheiten, aber keine überzeugende Erklärung für das Gesamtbild der Abnormalitäten.
    Ata sei, insbesondere mit Blick auf die lange Lebensdauer, "ein interessantes medizinisches Rätsel eines unglücklichen Menschen mit einer Serie von Geburtsfehlern". In der Doku schließt der Genforscher mit der Bemerkung, die DNA könne die Fragen, die der Fall aufwirft, nicht beantworten. Aber er hoffe darauf, dass weitere Methoden das Phänomen erklären werden.




    aus: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/kein-ausserirdischer-forscher-entraetseln-mumie-ata-a-899087.html
    Fotobearbeitungen nach SPIEGEL-Fotostrecke von "Sirius Documentary"


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    Forschungen zur Patchwork-Religion



    „Das Ergebnis ist Patchwork"

    Der Religionspädagoge Hans-Georg Ziebertz beschreibt die Pluralisierung des Glaubens und die Chancen der Amtskirche 


    FOCUS: Herr Professor Ziebertz, laut FOCUS-Umfrage glauben fast zwei Drittel der Bevölkerung, dass Gott oder ein höchstes Wesen existiert. Dennoch ist die Zahl der Kirchenaustritte konstant hoch, Gotteshäuser stehen neuerdings sogar zum Verkauf. Wie halten es die Deutschen mit der Religion?
    Ziebertz: Viele Wissenschaftler, Politiker und Kirchenvertreter stimmen der These zu, dass seit der Neuzeit in der westlichen Welt etwas stattfindet, was sie Säkularisierung, also Verweltlichung, nennen. Vor allem religiöse Institutionen sind davon betroffen. Auf der anderen Seite erleben bestimmte kirchlich gebundene Religionspraktiken wie Pilgerfahrten oder andere religiöse Events durchaus Zulauf. Zudem erkennen wir, verbunden mit einem Verlust der Breitenwirkung der Volkskirche, eine Erstarkung religiöser Spezialbekenntnisse. Anstatt von einer linear verlaufenden Säkularisierung spricht man daher heute besser von religiöser Pluralisierung.
    FOCUS: Wie äußert sich dieser Pluralismus genau?
    Ziebertz: Erstens gesellschaftlich in einem stärkeren Gewahrwerden einer Vielzahl von Religionen, so wie etwa der Islam hierzulande zu einer bewussteren Größe wird. Zweitens in einem Bedeutungswandel der religiösen Institutionen, die heute sehr viel stärker nach einem funktionalen Nutzen aufgesucht werden. Und schließlich in einer Vielzahl religiöser Stile, die sich mit den Offerten der Kirche teilweise decken, manche Inhalte, Symbole und Rituale aber bewusst neu deuten.
    FOCUS: Welche Grundfunktion hat Religion heute?
    Ziebertz: Moderne Menschen verfügen über keinen einheitlichen weltanschaulichen Baldachin mehr, der das Leben ordnet. Sie müssen Sinn selber herstellen. Es gibt offenbar den Bedarf, sich an etwas zurückzubinden, Verlässlichkeit zu haben und sich nicht nur als Zufallsprodukt der Evolution zu verstehen.
    FOCUS: Aber auch die Politik, die Wissenschaft oder die Ökonomie bieten Verlässlichkeit an.
    Ziebertz: Ob gerade diese Bereiche für Verlässlichkeit stehen, möchte ich bezweifeln. Klar ist, dass mit der Differenzierung der Welt die Religion ihre Rolle als einheitliche Spenderin einer Weltanschauung verliert. Soziologisch gesehen, bildet Religion einen gesellschaftlichen Sektor auf einer Stufe mit der Wissenschaft oder auch der Wirtschaft. Sie übergreift nicht mehr die anderen Lebensbereiche. Damit verliert sie zwar an Einfluss, kann dafür aber reiner und entschiedener gelebt werden. Die Folge ist: Menschen leben in verschiedenen Subsystemen mit verschiedenen Codes. Die Integration dieser einzelnen Codes wird zu einer individuellen Angelegenheit. Das Ergebnis ist Patchwork.
    FOCUS: Wie positioniert sich die Amtskirche auf diesem Sinnmarkt?
    Ziebertz: Die Kirchen haben es schwer, ihre Perspektive auf das Leben, auf den Tod, auf das Überleben modemitätsgerecht und einladend zu formulieren. Sie erwecken bei nicht wenigen Zeitgenossen den Eindruck, ihr Ziel läge in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Zudem wirken weite kirchliche Bereiche kaum vorbereitet, sozusagen religionsfähig zu sein, die modernen Fragen und Hoffnungen zu verstehen, mit ihnen umzugehen und ihnen angemessene Angebote zu machen. Zurzeit regiert unter manchen Kirchenführern eher die Angst, die zum Rückzug aus der Fläche in die bekenntnisfrohe Nische aufruft.
    FOCUS: Vielleicht wollen diese Kirchenführer Kreuz, Gnade und Erlösung nicht zu Versatzstücken degradiert sehen?
    Ziebertz: Klar ist, dass die beiden großen Kirchen nicht mehr Volkskirchen im Sinne der Zeit bis zu den 60er- und 70er-Jahren sind. Gleichwohl sollten sie die Haltung bewahren, Kirche des Volkes zu sein. Einmal der Sendung der Kirche wegen, zum anderen, um der Gefahr des Sektierertums zu begegnen. Ich sehe nicht, warum eine solche Kirche eine Zeitgeist-Kirche sein muss. Die Kirche sollte das Problem, wie man heute moderner Zeitgenosse und zugleich Christ sein kann, nicht vorentscheiden, sondern zum Thema machen.
    FOCUS: Sie messen dem Einzelnen die Aufgabe zu, Sinn für sich herzustellen. Kann es in Sachen Erlösung und Ewigkeit wirklich den Selbstversorger geben?
    Ziebertz: Grundsätzlich gilt: Bedeutung hat, was individuell als sinnvoll und tragfähig erlebt wird. Der Glaube kann Berge versetzen - das gilt sicher heute auch für eine Marke. Wer Nike trägt und wer Harley-Davidson fährt, fühlt anders.
    FOCUS: Heißt das, Feuerstuhl und Heiliger Stuhl sind als Orientierungshilfen gleichermaßen plausibel?
    Ziebertz: Als aktiver Christ und Theologe bin ich überzeugt, dass zwischen Markenerlösung und Erlösung durch den Zuspruch Gottes langfristig ein qualitativer Unterschied bemerkbar ist. Dass etwas Kontingentes hilft, Kontingenz zu bewältigen, ist eine problematische Vorstellung. Für das Nichtkontingente steht im Christentum, Judentum und Islam die Chiffre „Gott".
    FOCUS: Könnte es mit unserem Glauben wieder ernster werden, da sich anderswo neue religiös bestimmte und kampfbereite Fronten formieren?
    Ziebertz: Die Frage nach Identität taucht gerade dann auf, wenn Unterschiede sichtbar werden und Vertrautes unter Druck gerät. In gewissem Sinn geschieht das gerade mit der westlichen Welt. Ein eigentlich harmloses Kleidungsstück wie das Kopftuch wird zu einem Politikum. An diesem Gegenstand wird eine Klärung versucht, welche Prägung unser Land haben soll und welche nicht. Es ist insbesondere der politische Islam, der die Rückfrage nach den christlichen Wurzeln Europas evoziert. Die Vorstellung davon, was eine multireligiöse Gesellschaft sein kann, wird derzeit neu formuliert. Zur Idee der Harmonie gesellt sich als Schlüsselbegriff der „Konflikt". Wir sind kritischer und vorsichtiger geworden, was uns aber nicht abhalten sollte, den ohnehin unvermeidlichen Dialog zu forcieren.
    Hans-Georg Ziebertz (geb. 1956) lehrt als Professor Religionspädagogik 
    und Didaktik des Religionsunterrichts an der Universität Würzburg. 
    Zuletzt veröffentlichte er die Bücher „Religion, Christentum und Moderne" (1999), 
    „Religiöse Signaturen heute" (2003).  - Text insgesamt aus: FOCUS 16/2004



    Nach Auffassung der Bielefelder Wissenschaftlerin Barbara Keller gibt es einen Trend zu "individueller Patchwork-Religion". 

    Ein Universitätsprojekt erforscht die Patchwork-Spiritualität.


    In der Gesellschaft nimmt nach Auffassung der Bielefelder Wissenschaftlerin Barbara Keller ein Trend zu «individueller Patchwork-Religion» zu. Dabei würden sich die Menschen ihren eigenen Glauben aus unterschiedlichen Quellen zusammenstellen.

    «Das Bedürfnis nach Religion nimmt nicht ab», beteuert die Psychologin. Die Art der Spiritualität verändere sich jedoch. Keller koordiniert ein Projekt zur Erforschung von Spiritualität in Deutschland und in den USA.




    Religiosität erfassen

    Kern der angelegten Untersuchung sei es, herauszufinden, was Spiritualität und Religiosität den Menschen sowohl in Deutschland als auch in den USA bedeute, erläuterte Keller. Religiosität lasse sich auch wissenschaftlich erfassen. «Wir gehen aber davon aus, dass es nicht die Religiosität gibt, sondern dass sie sehr unterschiedlich aufgefasst, gelebt und verstanden wird», sagte Keller weiter. Zudem gingen die Wissenschaftler des Projektes davon aus, dass sich Religiosität im Laufe des Lebens ändern könne.

    Vermischung

    Der angenommene Rückzug der Religion ist nach Auffassung Kellers widerlegt. «Wir können heute mit Sicherheit sagen, dass die These von einer zunehmenden Säkularisierung nicht stimmt», erklärte die Wissenschaftlerin. Stattdessen komme es zu einem Austausch und einer Vermischung von religiösen Anschauungen. So hätten heute deutsche Kinder bereits im Kindergarten mit gleichaltrigen Muslimen zu tun.

    Auch gebe es Priester, die sich zugleich mit Zen-Buddhismus befassten. Im Gegensatz zu früheren Generationen seien heute auf einem «religiösen Markt» mehrere Angebote gleichzeitig verfügbar.

    Erlebte Spiritualität

    In dem gemeinsamen Projekt der Universität Bielefeld mit mehreren Universitäten in den USA solle auch der Zusammenhang von erlebter Spiritualität und eigener Biografie beleuchtet werden. Befragt werden sollen sowohl in Deutschland wie auch in den USA jeweils 700 Menschen. Erreicht werden sollen sowohl kirchlich engagierte als auch der Kirche fern stehende Menschen. Zudem sollen Anhänger anderer Religionen wie beispielsweise Muslime einbezogen werden. In einem Vorgängerprojekt wurden laut Keller die Hintergründe erforscht, warum Menschen ihrer Religionsgemeinschaft den Rücken gekehrt haben.



    Webseite:
    http://www.uni-bielefeld.de/spiritualitaet





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    Tim Bendzko: Am seidenen Faden


    Songtext

    Es dreht sich alles nicht im Kreis, das ist nur der Wind,
    der dich in den Wahnsinn treibt,
    dich aufhält wie ein Sandkorn in den Fängen der Zeit
    Das hab ich alles schon gesehen, passiert es noch einmal
    Tut es wieder so weh, ich versuch einfach dieses Mal nicht hinzusehn

    2x
    Vielleicht kommt dann kein Winter mehr, ich will keine Winter mehr

    Und jeder Atemzug, hängt am seidenen Faden, solang bis wir da sind


    Und jeder Atemzug, folgt dem roten Faden, nur solang bis wir da sind



    Was bleibt mir übrig, ich kann das nicht ignorieren

    Der Schein trügt nicht, ich darf nicht die Kontrolle verlieren

    Irgendwas muss mich doch aus dieser Leere führen


    Ich lauf meinen Spuren hinterher, vielleicht kommt dann kein Winter mehr
    Ich lauf meinen Spuren hinterher, ich will keine Winter mehr

    Und jeder Atemzug, hängt am seidenen Faden, solang bis wir da sind
    Und jeder Atemzug, folgt dem roten Faden, nur solang bis wir da sind

    Ich will keine Winter mehr ...

    [Am Seidenen Faden Lyrics: http://www.songtextemania.com/]






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    EILMELDUNG - EXKLUSIV - Für uns alle besser:

    Bayern erklärt den Ausstieg aus der Bundesrepublik - 
    und wird endlich ein tatsächlicher Frei-Staat - 
    MIA SAN MIA

    „Austritt aus dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland“



    Die Sensation ist perfekt: Während gerade heute noch der FORSA-Chef Herr Güllner schwadronierte, die CSU könne zur Achillesferse der Kanzlerin werden und ihr ggf. die Wahl am 22. September vermiesen, und die tatsächliche Verschiebungen der Parteienlandschaften durch die Rest-F.D.P., die Rest-Piraten und vor allen Dingen der neu aufgeplusterten Alternative für Deutschland (AfD) [Anti-€uro-Partei] noch nicht abzusehen sind, haben Herr Stoiber als Alt-Ministerpräsident und der ehemalige Steuersünder Uli Hoeneß ("Mia san Mia") in gemeinsamer geheimer Sache den Ausstieg aus dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepulik Deutschland betrieben!!!
    Horst Seehofer hat in Geheimabstimmungen den Coup bereits mit allen verfassungsgebenden Gremien im Freistaat abgenickt - und Bayern tritt zum 01.09.2013 endgültig aus der Bundesrepublik aus und bildet den Freistaat Bayern. Man behält sich vor, bis 2015 zu entscheiden, ob Bayern wieder eine Monarchie werden soll.

    Auch für den Alt-Papst Benedikt/Ratzinger soll eine herausragende Staats-Repräsentation eingerichtet werden - als eine Art freistaatlich-geistlicher Bayernpräsident auf Schloss Neuschwanstein - unter dem Motto: MIA HAN/WARN PAPST ... (die genaue Amtsbezeichnung wurde noch nicht gefunden) ...


    "ALLE REDEN VOM DEUTSCHEN FINALE. WIR NICHT. WIR SIND BAYERN! WIR SIND MÜNCHEN! SCHEISS BVB !!!" - Original Bayern-Spruchband in Hochdeutsch im Dortmunder Stadion am 04.05.2013: Hier wird bereits deutlich die jetzige politische Entwicklung des Freistaates vorweggenommen ... (oder hatte da mal wieder jemand geplaudert, Herr Markwort???)


    Bereits zum Champions-League-Finale am 25.05.2013 in London wird Bayern nur noch ein assoziiertes Mitglied des Geltungsbereiches des Grundgesetzes sein, damit endlich das Gerede von einem "deutsch-deutschen Finale" ad acta gelegt sein wird: Der dann nur noch amtierende gesamtdeutsche Fußball-Meister Bayern München startet das Endspiel in London unter blau-weißen Staatsfarben - bereits als amtierender erster Freistaats-Meister: Also - eine bayerische Mannschaft spielt gegen den deutschen Meister von derzeitig "Restdeutschland" Borussia Dortmund. Dieser Sprachgebrauch wurde auch mit der FIFA und der UEFA nach einigen Unterredungen und entsprechenden "finanziellen Transfers" (wie verlautet) so getroffen. In der Fußball-Saison 2013/2014 spielen Bayern München sowie der 1. FC Nürnberg und FC Augsburg die bayerische Freistaats-Fußball-Meisterschaft mit der bisherigen Bayerischen Regionalliga aus, die zu einer Profi-Liga umfunktioniert wird. Alle weiteren bayerischen Fußball-Profimannschaften wie z.B. 1860 München steigen aus dem Spielbetrieb ihrer Ligen aus (z.B. der 2. und 3.Bundesliga), um ebenfalls in der zukünftigen "Bayerischen Staatsliga Blue-White" anzutreten. 

    Bei Weltmeisterschaften - so auch im Fußball - wird Bayern als eigenständige Nation künftig mit eigenen Nationalmannschaften antreten. Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien erhält der Freistaat ein so genanntes "Freilos". "Bayernstämmige" Fußballer, die fehlerfrei "MIA SAN MIA" nach 16 "hoalben" Erdinger Weizenbier lallen können, stehen ab sofort Herrn Löw nicht mehr zur Verfügung. Nationaltrainer Bayerns wird bis auf weiteres Jupp Heynckes mit Assistent Mehmet Scholl.
      
    Künftiger Bayerischer Freistaatsminister für Bank- und Pekuniärspekulationen

    Die Steueraffäre um Uli Hoeneß war bei diesem spektakulären Coup mit ausschlaggebend. Uli Hoeness will recht bald seine Steuerschuld - man munkelt eine Summe von 45 Millionen - an das Bayerische Landesamt für Steuern überweisen und als Aufsichtsratvorsitzender der Bayern München AG zurücktreten, ebenso als Präsident des FC Bayern - im Gegenzug soll Herr Hoeneß "Freistaatsminister für Sport-, Bank- und Pekuniärspekulationen" in der neuen Staatskanzlei werden.

    Die Bayerische Landesbank lädt künftig europäische Finanzanleger ein, bei ihnen - ähnlich den bisherigen Steueroasen und Offshore-Finanzplätzen Zypern, Schweiz, Irland, Panama, Mauritius, Monaco u.a. - Anlagen mit überhöhten Gewinnen an Finanzbehörden der Ursprungsländer vorbei zu tätigen. München soll unter dem neuen Minister Hoeneß zu einem Währungshandelsplatz allererster Güte aufgebläht werden ...

    Es ist noch nicht entschieden, ob man im €URO-Währungsgebiet und in der €U verbleiben will - schon gibt es Pläne den "Bayerischen Kreuzer" als eine neue Währungs- und Zahlmitteleinheit einzuführen - und eine "Europäische Not-Gemeinschaft" mit allen Nicht-€URO-Staaten unter der Federführung Bayerns zu gründen. Seehofer verhandelt dazu bereits mit Erdogan und Cameron, sowie den Schweizern Corina Casanova und Ueli Maurer - und dänischen und polnischen Unterhändlern. 

    Auch die angeblich zu viel gezahlten Bayern-Beiträge für den Länderfinanzausgleich sind damit endlich vom Tisch - Bundeswehr-Standorte in Bayern werden umfunktioniert zu "Bayerischen Freistaats-Landwehr"-Standorten, die Wachhäuschen dort werden natürlich von schwarz-rot-gold in blau-weiß umgepinselt...

    Auf bayerischen Freistaats-Autobahnen wird eine allgemeine hohe Mautgebühr für auswärtige Nutzer - (in Bayern will man sich bei "Fremden" auch für die Schreibweise "Auswertige" einsetzen) z.B. aus dem Bundesgebiet und dem übrigen €G-Raum fällig.

    Na prima - endlich!

    Autorenkollektiv: Atten & Tion & Satire 


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    s!NEdi|photo|graphic: ein fünklein der vernünftigkeit ...


    Die Seele hat etwas in sich, ein Fünklein der Vernüftigkeit, das nimmer erlischt, und in dies Fünklein versetzt man das Bild der Seele als in das oberste Teil des Bewusstseins; und es ist auch ein Erkennen in unsern Seelen, das äussern Dingen nachgeht, nämlich das sinnliche und Verstandeserkennen, das in Gleichnissen und in der Sprache vor sich geht, das verbirgt uns dies. Wie sind wir Söhne Gottes? Das ist, dass wir ein Wesen haben mit ihm. Doch was wir darunter verstehen, dass wir Söhne Gottes sind, das ist zu verstehen von dem äussern Verstehen und von dem innern Verstehen. Das innere Erkennen ist, was sich vernünftig fundieret auf das Wesen unserer Seele. Doch ist es nicht das Wesen der Seele, es ist vielmehr darein gewurzelt und ist etwas vom Leben der Seele. Wir sagen, dass das Verstehen etwas Lebendes der Seele sei, das heisst vernünftiges Leben, und in diesem Leben wird der Mensch geboren zu Gottes Sohn und zu dem ewigen Leben, und dies Erkennen ist ohne Zeit, ohne Raum, und ohne Hier und ohne Jetzt. In diesem Leben sind alle Dinge eins und alle Dinge gemeinsam, alle Dinge alles in allem und allem geeinigt.

    Meister Eckhart | * um 1260 in Hochheim oder in Tambach; vor dem 30. April 1328 in Avignon


    aus: Predigt "Von stetiger Freude" - Meister Eckharts mystische Schriften. Berlin 1903, S. 43-48


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    Hier lesen Sie Meister Eckardt. Um zu verstehen, was er schreibt, muss man wohl seine Texte meditieren und kontemplieren, denn dann fällt das Verständnis letztlich leichter.
    Seine Texte sind oftmals dunkel und von mystischen Paradoxien durchsetzt - und gleichen so eher den zen-buddhistischen Koans, widerspruchsvollen Sätzen also, an denen der lesende Geist zunächst schier zerbrechen will, um dann endlich allmählich in die reine und gemeinte Anschauung der Wirklichkeit zu gelangen ...
    Das bekannteste Koan, das inzwischen auch im Westen Allgemeingut geworden ist, ist die Frage nach dem Geräusch einer einzelnen klatschenden Hand (Hakuins Sekishu, von Meister Hakuin Ekaku).

    Ja, diese Passagen wollen oft wie Koans im Hirn hin- und hergewälzt und abgewogen werden, wollen "geschmeckt" werden. Und mit dieser Textmeditation kann man Geschmack an ihnen finden. Manche Kirchenväter, so auch Luther, nannten diese ergebnisoffene innere Betrachtung ein "Ruminieren", also ein "Wiederkäuen" ..., bei dem man "innerlich fühlt", wann der Grund gefunden und erkannt ist ... 

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    Music: auf Lautsprecher-Symbol clicken ...




    ONE - Deutscher Text

    Wird es besser
    oder fühlst immer noch so?
    wird es jetzt leichter für dich 
    wo du jemandem die Schuld geben kannst
    Du sagst...

    Eine Liebe
    ein Leben
    wenn es ein Bedürfnis ist
    in der Nacht
    Eine Liebe
    wir müssen sie teilen
    sie verläßt dich, Baby
    wenn du nicht auf sie acht gibst

    Hab ich dich enttäuscht
    oder einen üblen Geschmack in deinem Mund hinterlassen
    Du benimmst dich als hättest du niemals Liebe erfahren
    und willst, dass auch ich ohne auskomme
    Nun, es ist...

    Zu spät
    heute Nacht
    um die Vergangenheit ans Licht zu zerren
    Wir sind eins aber wir sind nicht gleich
    Wir müssen
    einander tragen
    einander tragen
    eins...

    Bist du hierher gekommen, um zu vergeben
    bist du gekommen, um die Toten aufzuwecken
    bist du gekommen, um Jesus zu spielen
    für die Aussätzigen in deinem Kopf

    Hab ich zuviel gefragt
    viel zuviel?
    du hast mir nichts gegeben
    jetzt ist es alles, was ich habe
    Wir sind eins
    aber wir sind nicht gleich
    Wir verletzen uns gegenseitig
    und dann tun wir es wieder
    Du sagst
    Liebe ist ein Tempel
    Liebe ist ein höheres Gesetz
    Liebe ist ein Tempel
    Liebe ist ein höheres Gesetz
    Du läßt mich herein
    aber dann läßt du mich am Boden kriechen
    und ich kann mich nicht mehr verlassen
    auf das was du mir gibst,
    wenn alles, was Du mir gibst nur der Schmerz ist

    Eine Liebe
    ein Blut
    ein Leben
    Du mußt das tun, was du tun mußt
    ein Leben
    miteinander
    Schwestern
    Brüder
    Ein Leben
    aber wir sind nicht gleich
    wir müssen
    einander tragen
    einander tragen

    Ein...Leben

    Eins





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    MUSIC: LAUTSPRECHER-SYMBOL ANCLICKEN ....

    Asaf Avidan - One Day / Reckoning Song (Wankelmut Remix)


    Deutsche Übersetzung des Textes


    Eines Tages Baby, werden wir alt
    Oh Baby, wir werden alt
    Und werden an die Geschichten denken, die wir uns noch hätten erzählen können

    Keine Tränen mehr, mein Herz ist ausgetrocknet
    Ich kann nicht lachen, und ich weine nicht
    Ich denke nicht die ganze Zeit an dich
    Aber wenn ich es tue, frage ich mich, warum ...???

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    „Ich habe mir alles selbst beigebracht“

    NW-INTERVIEW: Der israelische Sänger Asaf Avidan über Deutschland, Israel, Remixe und sein neues Soloalbum

    Asaf Avidan aus Israel belegte mit „One Day/Reckoning Song“ im vergangenen Jahr wochenlang die Spitze der Charts in Deutschland und weiteren europäischen Ländern. Genau gesagt, war es ein Remix des Berliner House-DJ Wankelmut. Die zerbrechliche Falsettstimme des androgynen Sängers deckt ein beeindruckendes Klangspektrum ab. 
    Olaf Neumann sprach mit Avidan über Deutschland, Israel, Remixe und sein Soloalbum „Different Pulses“.

    Herr Avidan, Sie belegten wochenlang die Spitze der Charts in sechs europäischen Ländern. Und wie lief es für Sie daheim in Israel?
    ASAF AVIDAN: Zuhause bin ich eigentlich auch recht erfolgreich, was die Charts betrifft. Aber wir haben hier nicht so ein differenziertes Hitparaden-System wie in Europa. Mein Debütalbum, auf dem der „Reckoning Song“ in der Originalfassung erschienen ist, spielte in Israel Platin ein. Es ist aber ein Unterschied, ob du solch eine Auszeichnung in einem Land mit sieben Millionen Einwohnern bekommst oder in Deutschland, was ein riesiger Markt ist.
    Gab es neben dem Wankelmut-Remix „One Day/Reckoning Song“ auch andere Bearbeitungen Ihrer Songs?
    AVIDAN: Nein, bislang nicht. Ich muss gestehen, dass ich zuerst sehr gegen diese Bearbeitung war. Das mag im Nachhinein albern klingen, die Single ging bekanntlich durch die Decke. Aber vor einem halben Jahr war das noch nicht abzusehen. Damals erhielt ich über Facebook eine Nachricht von einem jungen Typen aus Berlin, der sich DJ Wankelmut nannte. Er hatte eines meiner Konzerte gesehen, sich meine CD gekauft und dann ohne meine Erlaubnis einen Remix gemacht. Ob er mir gefalle, wollte er wissen. Ich erwiderte: ,Klingt ganz hübsch, entspricht aber eher nicht meinem Stil.’ Zwei Monate später begann genau dieser Remix sich wie ein Virus zu verbreiten. Inzwischen habe ich akzeptiert, dass man meine Songs auf ganz verschiedene Weisen interpretieren kann. Sie werden dadurch nicht schlechter. Als ich kürzlich in Chicago spielte, traf ich unheimlich viele Leute, die erst durch Wankelmuts Remix auf mich aufmerksam geworden waren.
    Finden Sie es schade, dass Sie mit einem Ihrer älteren Songs bekannt geworden sind?
    AVIDAN: Den „Reckoning Song“ schrieb ich bereits 2008, das war eine ganze andere Zeit. Ich habe ja erst vor sechs Jahren angefangen, Musik zu machen. Mit einer Band namens The Mojos, Freunde von mir. Nachdem wir zusammen drei Alben gemacht und die halbe Welt bereist hatten, lösten wir uns letztes Jahr auf. Alles war gesagt. Das musikalische Genre, das ich beackere, kann man grob mit Folk, Blues und Rock umschreiben. Auf „Different Pulses“ verarbeite ich all die verrückten Ereignisse und Erlebnisse des vergangenen Jahres. Der Erfolg hat mein Leben auf den Kopf gestellt.
    Ihre androgyne Falsettstimme wurde mit Janis Joplin verglichen. Mögen Sie diesen Vergleich?

    AVIDAN: Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt und empfinde es sogar als Kompliment. Sie müssen nicht denken, dass ich pikiert war, weil man mich mit einer Frau verglichen hatte. Meiner Meinung nach gab es nämlich keine bessere Sängerin als Janis Joplin. Aber ich habe mich weiterentwickelt, und heute glaube ich, einen einzigartigen Stil entwickelt zu haben. Mit meinem neuen Album und meiner Tournee will ich aufzeigen, welch breites Spektrum ich mit meiner Stimme abdecken kann. Deshalb gibt es in meiner Show auch einen „nackten“ akustischen Part.
    Wie haben Sie zu Ihrem Stil gefunden?
    AVIDAN: Ich habe mir eigentlich alles selbst beigebracht. Ich bin in keiner Szene groß geworden, ich hatte früher nie Musikerfreunde. Vor meiner Karriere arbeitete ich als Animateur. Als dann eine sechsjährige Beziehung zu einer Frau auseinanderbrach, fiel ich in ein Loch. Ich suchte verzweifelt nach einem Ventil für all diese aufwühlenden Gefühle, die unbedingt raus wollten. Irgendwann fing ich einfach an, Musik zu machen. Und zwar sehr leidenschaftlich. Dieses Ur-Gefühl habe ich mir bis heute bewahrt.
    Wie gehen Sie an Ihre Songs heran?
    AVIDAN: Zuerst einmal mache ich Musik nur für mich. Wirklich spannend wird es, sobald ein Außenstehender eine Beziehung zu meinen Songs entwickelt. Ich meine, die sind zum Teil extrem persönlich, sie zu schreiben ist ein Muss, eine Form von Therapie.
    Ist es für Sie aufgrund der Historie zwischen Israel und Deutschland etwas Besonderes, auf deutschen Bühnen zu spielen?
    AVIDAN: Als ich das erste Mal nach Deutschland kam, war es wirklich etwas Besonderes. Es gab kaum ein Gespräch, bei dem man nicht irgendwann auf die 1930er und 1940er Jahre des letzten Jahrhunderts und die Geschichte zwischen unseren Ländern kam. Aber ich finde, jetzt sollten wir es gut sein lassen. Meine Generation ist die dritte nach dem Holocaust, wir leben im Jahr 2013 und nicht in 1939.
    Kann man denn in Israel leben und keine politischen Songs schreiben?
    AVIDAN: Ich wünschte, ich könnte solche Songs schreiben, denn ich habe eine Meinung zu politischen und gesellschaftlichen Dingen in unsrem Land. Meine jüdisch-israelischen Wurzeln sind ein prägender Teil von mir, aber als Künstler widme ich mich lieber universelleren Fragen: Was bedeutet Liebe? Warum sind wir hier? Was ist der Sinn des Lebens? Aber ich schließe es nicht aus, eines Tages mit derselben Leidenschaft auch politische Songs zu schreiben.

    Wie fühlt es sich an, in einem permanenten Krisenherd zu leben?
    AVIDAN: Nun, in meiner Jugend war mir überhaupt nicht bewusst, in was für einem kaputten Land ich lebte. Die Situation in Israel ist ein Albtraum, ohne Frage. Und dennoch kann man in Tel Aviv ein ziemlich normales Leben führen.
    Tel Aviv ist heute Ihr Lebensmittelpunkt. Warum diese Stadt?
    AVIDAN: Tel Aviv ist einzigartig. Ich habe den Vergleich, weil ich bereits die ganze Welt bereist habe. Tel Aviv gehört den Bürgern, mehr als jede andere Stadt, die ich kenne. Sie wirkt wie eine einzige große Bühne, weil in ihr das Leben rund um die Uhr pulsiert. Aber Tel Aviv ist eine Seifenblase, sie hat nichts mit dem Leben außerhalb der Blase zu tun. Man fühlt sich hier wie in einem anderen Land.
    Waren Sie mit Ihrer Musik auch schon in Ramallah?
    AVIDAN: Ich denke nicht, dass ich dort willkommen wäre. Ich glaube, es könnte sogar gefährlich für mich sein. Dennoch wäre ein Auftritt in Ramallah theoretisch möglich, sofern man mich dorthin einladen würde. Bislang ist das nicht passiert. Wissen Sie, ich hasse es, wenn amerikanische Künstler ihre geplanten Shows in Israel wegen der Politik absagen. Das ist der falsche Weg. Musik ist dazu da, Menschen zusammen- und nicht auseinanderzubringen.

    Text/Foto: © 2013 Neue Westfälische, Freitag 17. Mai 2013


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    FROHES UND GESEGNETES PFINGSTFEST 2013


    Seit Jahr und Tag stand auf dem Gipfel des Kahlen Astens ein alter markanter Baumkrüppel - ausgemergelt - zerzaust - vom Winde verweht - von Blitz und Donner mitgenommen - hier oben in 841,9 Metern Höhe.

    Er verneigte sich irgendwie bizarr in einer eigentümlichen Verbeugung, wie ein alter etwas hüftsteifer Kellner vielleicht, ein Arm vor, aber: der Teller, der auf diesem Arm balanciert würde, wäre längst schäppernd heruntergefallen und in mindestens 143 Stücke zersprungen ...

    Schon im August 2012 berichtete ich hier im Blog über sein langsames Sterben und dann doch letztlich gewaltsames jähes Ableben ...

    Ich dachte mir - zu Pfingsten - wo man in einigen Landstrichen grüne Pfingststräußchen aus neuen Baumtrieben verschenkt - wäre es angebracht nochmal an diesen treuen Freund auf dem Kahlen Asten zu erinnern...

    Dazu habe ich einige Bilder neu bearbeitet und ganz pfingstbunt eingefärbt: eben zu einem neuen virtuellen Leben dieses alten Baumkrüppels - und dazu die Music von Eumir Deodato "Also Sprach Zarathustra" (nach Richard [Pfingst]-Strauss) - 10 min.



    DEODATO-MUSIC MIT DEM LAUTSPRECHER-SYMBOL UNBEDINGT ANCLICKEN ... 

    Siehe dazu auch: 
    http://nunchic.blogspot.de/2012/08/mein-freund-der-baum-schicksal-auf-dem.html

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    KNARREN EINES GEKNICKTEN ASTES
                Dritte Fassung - Das letzte Gedicht von Hermann Hesse

     Splittrig geknickter Ast,
     Hangend schon Jahr um Jahr,
     Trocken knarrt er im Wind sein Lied,
     Ohne Laub, ohne Rinde,
     Kahl, fahl, zu langen Lebens,
     Zu langen Sterbens müd.
     Hart klingt und zäh sein Gesang,
     Klingt trotzig, klingt heimlich bang
     Noch einen Sommer,
     Noch einen Winter lang.

    Ernster und tiefer berührte mich der Anblick der Bäume.Ich sah jeden von ihnen sein abgesondertes Leben führen, seine besondere Form und Krone bilden und seinen eigenartigen Schatten werfen. Sie schienen mir, als Einsiedler und Kämpfer, den Bergen näher verwandt, denn jeder von ihnen, zumal die höher am Berge stehenden, hatte seinen stillen zähen Kampf um Bestand und Wachstum, mit Wind, Wetter und Gestein. Jeder hatte seine Last zu tragen und sich festzuklammern, und davon trug jeder seine eigene Gestalt und  besondere Wunden. 


    aus: Hermann Hesse | Peter Camenzind 


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    Berühmtes Foto von Taslima Akhter: Das Gefühl, sie zu kennen - ihnen schon mal begegnet zu sein ...




    Mehr als 1100 Menschen sterben, als am 24. April ein Fabrikgebäude in Bangladesch einstürzt. Ein Bild von den Opfern geht um die Welt: ein Paar, bis zur Hüfte begraben in Trümmern, das sich im Tod umarmt. Wer waren diese zwei Menschen? Ein Gespräch mit der Fotografin Taslima Akhter.

    Dhaka/Islamabad - Es ist laut auf den Straßen von Dhaka, Autos hupen, Händler brüllen, Fahrräder klingeln. Taslima Akhter versucht, in diesem Höllenlärm zu telefonieren. Ständig klingelt ihr Telefon, Fernsehsender, Zeitungen, Online-Redaktionen aus aller Welt sind dran, oft auch Menschen, die einfach nur wissen wollen, wie sie helfen können.

    Ein Foto hat Taslima Akhter berühmt gemacht: jenes Bild, das ein totes Paar in den Trümmern der eingestürzten Fabrik von Savar am Stadtrand von Bangladesch zeigt. Zwei Menschen, die sich im Tod umarmen. Ein gespenstisch-schönes Bild, das sagt: Wir sind Menschen, die in diesen Fabriken arbeiten und die Kleidung für euch herstellen, keine Maschinen, keine gesichtslosen Arbeiterinnen und Arbeiter, keine Nummern.

    Akhter hat versucht herauszufinden, wer diese beiden sind. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE berichtet sie von ihren Erlebnissen und was sie bewegt.

    SPIEGEL ONLINE: Frau Akhter, wie ist dieses Bild entstanden?

    Akhter: Als ich am Morgen des 24. April von dem Einsturz hörte, bin ich sofort nach Savar gefahren. Ich bin Aktivistin und setze mich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Näherinnen in Bangladesch ein. Es war entsetzlich, überall diese Toten und Verletzten zwischen Trümmern und Schutt. Ich versuchte zu helfen und machte Bilder, viele Stunden lang. Stunden später, gegen 2 Uhr morgens, sah ich dieses Paar, das sich umarmt. Mich überkamen Trauer und Entsetzen, ich empfand auch Zuneigung für die beiden und hatte das Gefühl, sie zu kennen, ihnen schon mal begegnet zu sein.

    SPIEGEL ONLINE: Wer sind die beiden?

    Akhter: Ich weiß es leider nicht. Dreieinhalb Wochen nach dem Unglück habe ich es immer noch nicht herausgefunden. Ich habe alle möglichen Leute gefragt, Rettungskräfte, Polizisten, das Personal in den Krankenhäusern. Ich habe ihnen das Bild gezeigt und gefragt: Kennt ihr sie? Immer schüttelten die Leute die Köpfe. Manche reagierten auch verärgert. 'Warum interessieren dich diese zwei? Da sind so viele Menschen gestorben, warum findest du diese zwei so besonders?'

    SPIEGEL ONLINE: Suchen Sie trotzdem weiter?

    Akhter: Im Moment nicht. Mir geht es nicht gut, psychisch wie körperlich. Diese Katastrophe hat auch bei mir Spuren hinterlassen. Manchmal möchte ich gar nicht über dieses Foto sprechen und mich am liebsten für ein paar Tage zurückziehen und nachdenken. Aber das geht natürlich nicht. Ich muss jetzt so viel tun, die ganze Welt interessiert sich endlich für das Schicksal der Arbeiterinnen in Bangladesch. Wenn ein bisschen Zeit vergangen ist, werde ich die Suche nach ihnen fortsetzen. Ich glaube aber nicht, dass das erfolgreich sein wird.

    SPIEGEL ONLINE: Sie könnten Aushänge machen oder eine überregionale Zeitung um Hilfe bitten.

    Akhter: Es sind so viele hundert Leichen aus den Trümmern geborgen und anschließend begraben worden, ohne dass ihre Identität geklärt wurde. So ist das eben. Viele Arbeiterinnen kommen vom Land, ihre Angehörigen wissen überhaupt nicht, wo sie arbeiten. Vielleicht werden sich die Familien erst in ein paar Monaten oder auch Jahren wundern, warum sie nichts mehr von ihrer Tochter oder Schwester hören. Bei dem Paar kann es sich um Eheleute handeln, die in derselben Firma arbeiteten, vielleicht auch um eine Beziehung zwischen Kollegen, von der die Familien nichts wusste. Vielleicht ist es deshalb auch gut, sie in Ruhe zu lassen.

    SPIEGEL ONLINE: In den sozialen Medien wurde Ihr Bild viel gelobt, aber auch kritisiert, weil es den Toten sehr nah kommt und sie weltweit sichtbar macht. Trifft Sie diese Kritik?

    Akhter: Ja, sehr. Da sind mehr als 1100 Menschen gestorben. Menschen, die sich zu Tode gearbeitet haben, die ausgebeutet wurden. Kein Mensch interessiert sich für sie, aber sie sollen gefälligst für die ganze Welt unter schlimmen Bedingungen Kleidung herstellen. Jetzt soll die Welt hinschauen! Sie soll das Leid sehen! Was ist das für eine grausame Gesellschaft, die verlangt, sie wolle das nicht gezeigt bekommen? Das waren Menschen mit Gefühlen und Träumen. Manche schreiben im Internet, das Bild würde sie verfolgen. Ja, es verfolgt mich auch.

    SPIEGEL ONLINE: Ahnten Sie, als Sie auf den Auslöser drückten, dass Sie gerade das Foto machen, das zur Ikone für dieses Unglück werden würde?

    Akhter: Überhaupt nicht. Ich bin keine Fotojournalistin, ich will mit meinen Bildern auch kein Geld verdienen. Die Einnahmen für dieses Foto spende ich, um den Näherinnen zu helfen. Ich fotografiere also nicht für Medien, sondern nutze Fotografie als politisches Instrument, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Als im November eine Textilfabrik nahe Dhaka brannte, war ich auch dort und habe fotografiert.

    SPIEGEL ONLINE: Wie wurde dieses Bild von der letzten Umarmung zweier Menschen weltbekannt?

    Akhter: Ich habe es auf meiner Facebook-Seite hochgeladen, zusammen mit anderen Bildern. Da haben Leute es geteilt, immer mehr Menschen wurden darauf aufmerksam. Irgendwann riefen die ersten Redaktionen an.

    SPIEGEL ONLINE: Dann hat das Bild ja bewirkt, was Sie wollen: die Aufmerksamkeit auf die Situation der Arbeiterinnen in Bangladesch zu lenken.

    Akhter: Ich befürchte, dass die Menschen aus der Katastrophe die falschen Schlüsse ziehen. Wir wollen nicht, dass Kleidung aus Bangladesch boykottiert wird und dass Fabriken geschlossen werden. Manche Fabrikbesitzer und auch unsere Regierung tun so, als seien wir Aktivisten und Arbeiterinnen gegen die Textilindustrie, als wollten wir sie zerstören. Aber im Gegenteil, wir sind für Industrialisierung. Da sind wir einer Meinung, auch die Gewerkschaften. Aber wir verlangen, dass die Sicherheitsstandards und die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Derzeit bekommt eine Arbeiterin umgerechnet etwa 40 Euro im Monat. Das reicht nicht, um zu überleben.

    SPIEGEL ONLINE: Sie geben also den Fabrikanten und der Regierung von Bangladesch die Schuld an der Misere?

    Akhter: Nicht nur. Das ist kein lokales Problem, sondern ein internationales. Die westlichen Textil- und Handelskonzerne kaufen zu Preisen, die viel zu niedrig sind. Sie scheren sich nicht um die Arbeitsbedingungen und um die Sicherheit der Menschen. Fabrikbesitzer, unsere Regierung und internationale Käufer sind gleichermaßen verantwortlich. Seit fünf Jahren versuche ich, das mit meinen Bildern zu zeigen.

    Das Interview führte Hasnain Kazim.
    http://www.spiegel.de/panorama/gebaeudeeinsturz-in-bangladesch-ein-bild-geht-um-die-welt-a-900487.html

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    Sichere Textilfabriken: Metro verweigert sich Bangladesch-Abkommen

    Die internationale Textilbranche hat sich zu mehr Sicherheit in den Fabriken Bangladeschs verpflichtet. Doch ein paar deutsche Unternehmen haben das entsprechende Abkommen noch nicht unterzeichnet, allen voran Metro. Warum nicht?


    Siehe dazu:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/warum-deutsche-textilkonzerne-nicht-dem-bangladesch-abkommen-beitreten-a-900539.html

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    Foto: DPA/NW


    Auf den zweiten Blick: Der unsichtbare Künstler


    Ludwigsburg (dpa). Der chinesische Fotograf und Bildhauer Liu Bolin ist für seine Fotos bekannt, auf denen er mit dem Hintergrund verschmilzt, quasi im Bild verschwindet. Dahinter stecken weder Zauberei noch Computertricks, sondern Geduld und Farbe. Der Kunstverein Ludwigsburg präsentiert nun seine neuesten Fotografien aus der Serie „Hiding in the City“. Liu hat sich dafür vor einer Wand mit verschiedenen Magazintiteln von Studenten der Kunstakademie Stuttgart bemalen lassen. Liu Bolin wird zu den bedeutendsten internationalen Künstlern gezählt, die im Ranking von artnet.com unter den Top 120 zu finden sind. In seiner Tarnung hat er sich bereits vor der Verbotenen Stadt, vor chinesischen Propagandaplakaten und Supermarktregalen fotografieren lassen. 


    © 2013 Neue Westfälische, Samstag 18. Mai 2013




































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    s!NEdi: mittendrin - im geist




    pfingsten?

    graffities mittendrin - im geist
    andächtiges innehalten
    haken-frage-kreuz-zeichen

    ein raunen:
    flammenwerfende zungen
    rätsel - zungenreden - 
    ja - was weiß ich denn

    irgendwie geistvoll - sicherlich
    aber da - tropf tropf - tropft da
    durchaus - heißer wachs


    aufs hinterhauptbein:
    es zischt dabei leicht auf
    es riecht nach verbrannt
    auf der glatze






    es läutert mich
    füllt mich aus

    durchaus geistvoll - irgendwie
    tropft so leis wie - 
    na ja - wie heißer wachs - eben
    all dieser geist
    all dieser geist halt
    gleitet an meinem vagusnerv
    auf und nieder
    immer immer wieder
    hinunter und herauf
    verzettelt sich - halt ...
    nimmt um-wege ...


    sinedi pfingsten 2013


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    Ja, Dänemark hat verdient gewonnen beim Eurovision Song Contest. "Only Teardrops" war einer der eingängigsten Titel in der Auswahl. Emmelie de Forests Auftreten im weißen Sommerkleidchen, mit verwuschelten blonden Haaren, hatte auf verzückende Weise etwas von einer Waldelfe - barfuß war sie obendrein. Doch Dänemark zählte auch zu den Ländern, die am meisten gewinnen wollten.

    Für ihre Performance haben die Dänen auf zahlreiche Knöpfe gedrückt, hinter denen sich bewährte ESC-Erfolgseffekte verbargen: Die Flötenmelodie zu Beginn brachte etwas Keltenmystik, die Trommler in ihren Uniformen erinnerten irgendwie an Coldplay und klangen doch vage balkanisch, zum Schluss regnete es noch Konfettitränen, das wirkt immer im Fernsehen. Und die nackten Füße, na klar: Barfuß liefen auch Sandie Shaw 1967 und Loreen 2012 zum Sieg.

    aus: http://www.spiegel.de/kultur/musik/eurovision-song-contest-2013-emmelie-de-forest-gewinnt-fuer-daenemark-a-900710.html




    Emmelie de Forest - Only Teardrops

    Nur Tränen


    Heute Nacht ist der Himmel rot.
    Heute Nacht gehen wir bis ans Äußere.
    Keine Sternschnuppe, die uns den Weg zeigt.

    Auge um Auge, warum reißt es uns auseinander?
    Sag mir, warum machen wir es uns so schwer?
    Sieh uns doch an, wir müssen die Schuld bei uns suchen.
    Es ist eine Schande.

    Wie viele Male können wir verlieren und gewinnen?
    Wie viele Male können wir die Tabus zwischen uns brechen?
    Nur Tränen.

    Wie viele Male müssen wir uns streiten?
    Wie viele Male brauchen wir, bis es endlich gut ist zwischen uns?
    Nur Tränen.

    Also komm und stell dich dem Problem.
    Heute Nacht hier auf dieser Bühne.
    Lass uns die Vergangenheit vergessen.

    Auge um Auge, warum reißt es uns auseinander?
    Sag mir, warum machen wir es uns so schwer?
    Sieh uns doch an, wir müssen die Schuld bei uns suchen.
    Es ist eine Schande.

    Wie viele Male können wir verlieren und gewinnen?
    Wie viele Male können wir die Tabus zwischen uns brechen?
    Nur Tränen.

    Wie viele Male müssen wir uns streiten?
    Wie viele Male brauchen wir, bis es endlich gut ist zwischen uns?
    Nur Tränen.

    (Sag schon) Was ist zwischen uns geraten? Was ist wischen uns geraten?
    (Sag schon) Was ist zwischen uns geraten? Was ist zwischen uns geraten?

    Wie viele Male können wir verlieren und gewinnen?
    Wie viele Male können wir die Tabus zwischen uns brechen?
    Nur Tränen.

    Wie viele Male müssen wir uns streiten?
    Wie viele Male brauchen wir, bis es endlich gut ist zwischen uns?
    Nur Tränen.

    Nur Tränen.
    Nur Tränen.

    Wie viele Male können wir verlieren und gewinnen?
    Wie viele Male können wir die Tabus zwischen uns brechen?
    Nur Tränen.

    Wie viele Male müssen wir uns streiten?
    Wie viele Male brauchen wir, bis es endlich gut ist zwischen uns?
    Nur Tränen.

    Mehr lesen auf: http://lyricstranslate.com/de/only-teardrops-nur-tr%C3%A4nen.html#weSlA2DWyKvOFk7U.99

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    Als gelernter Heilpädagoge weiß ich, dass manche Menschen, die allen Kredit bei ihren Bezugspersonen und der sozialen Umwelt verspielt  haben, auf negative Aufmerksamkeit setzen, um beachtet zu werden, um irgendeine Art von "Zuwendung" zu ergattern.
    Die Kollegen in den Erziehungs- und Jugendstrafeinrichtungen konnten in meiner aktiven Zeit über die von ihnen betreuten Insassen oftmals ein Liedchen singen: Abhauen, noch einen Bruch riskieren, Omas die Handtasche wegnehmen, um dann mit diesen neuen "Taten" dekoriert, sich von seinen Kumpels und Mitinsassen heimlich nach der "Heim"kehr - oft mit dem Streifenwagen - feiern und hofieren zu lassen: Mensch, was ist das doch für ein "toller Held" ... Und die Strafpredigt vom Bewährungshelfer oder Jugendrichter und vom Heimleiter ging dann - so ideell und wertemäßig "gewendet" - fast runter wie Öl - und die Strafarbeiten verrichtete man heldenhaft heroisch unter den neidischen Blicken der Mitinsassen - die immer einen auf Duckmäuser und Harmonie machten ...

    Und so war ich dann doch verwundert, als ich im jüngsten SPIEGEL (21/2013 - S.126) in einem Artikel von Markus Feldenkirchen von einer durchaus ähnlichen Strategie des FC Bayern München lese - und womit er seinen "Ruf" in Restdeutschland und bei der Konkurrenz zu unterstreichen versucht - aber dabei durchaus auf seine Brieftasche schielt - nach dem Motto: "Du musst ein Schwein sein" ... - oder - wie Schweinsteiger das ja sogar vor einem Jahr öffentlich formuliert hat: Man(n) darf seine "Eier nicht verlieren"... Und wir haben ja gerade bei Mario Götze erlebt, wie man seinen Wecchsel nach München für den Handels"partner " so richtig schädlich in die Öffentlichkeit posaunt - jetzt fehlt nur noch, dass man Donnerstag/Freitag vor dem Finale am Samstag in London nun endlich den Wechsel von Lewandowski per BILD verkündet ... - einfach so ...

    Ja - diese Strategie ist also von Bayern München nicht unbedingt im Original erdacht worden - sondern die "Prinzen" besingen sie schon länger - seit 1995. In meiner pädagogischen Ausbildung bezeichnete man übrigens eine solche Strategie - als den oft letzten manchmal unbewussten Ausweg, um sich damit nur noch irgendeine Art von Aufmerksamkeit zu erheischen (... wenn ich mich positiv oder eben auch negativ fühle - weiß ich, dass ich bin ...) - man höre und staune - meist als "Primitivreaktion*)" ...
    ________________________________
    *) PrimitivreaktionDas Großhirn kontrolliert und hemmt die entwicklungsgeschichtlich älteren (primitiveren) Teile des Gehirns. Bei besonders starken Affekten kann diese Kontrolle kurzzeitig verloren gehen. Die dann erfolgenden Handlungen nennt man Primitivreaktionen; sie entziehen sich (als Kurzschlusshandlungen) weitgehend der Bewusstseinskontrolle und können vom Handelnden somit nicht immer verantwortet werden.


    Die Prinzen - Du musst ein Schwein sein - MyVideo

    Die Frage stellt sich also, warum aus den Bayern Europas gesündester Club wurde und beispielsweise Werder Bremen, dessen Aufsichtsratsvorsitzender der legendäre Willi Lemke ist, um den Klassenerhalt bibbern muss.

    Es gebe viele Gründe, meint Lemke. Einer ist  dieser: "Die Strategie der Bayern setzt auf Pola-
    risierung, wir sollen allen sympathisch sein," so Lemke. In München habe man irgendwann den Entschluss gefasst: Wir sind zu brav, wir müssen arroganter werden.

    Als Bayern und Dortmund zuletzt in der Champions League gespielt hätten, sei die Einschaltquote der Bayern deutlich höher gewesen, obwohl der BVB doch angeblich so viel sympathischer sei. »Wissen Sie, woran das liegt?", fragt Lemke. »Es gibt Millionen Deutsche, die einschalten, weil sie die Bayern verlieren sehen wollen." Kurze Pause. »So wie ich."

    »Hochschlau" sei diese Strategie. Ihre Folge seien höhere Einschaltquoten, höhere Aufmerksamkeit, bessere Sponsorenverträge. Mehr Geld. Bei den Rückspielen  der Champions League, als die Chance, die Bayern ausscheiden zu sehen, äußerst gering war, hat Lemke den Fernseher gar nicht erst angemacht. »Ich wollte die Einschaltquote  nicht erhöhen."

    Mehr Häme verkneift er sich, die Steueraffäre seines Erzrivalen hat er bis heute nicht öffentlich kommentiert.

    In seinem Besprechungszimmer erzählt Karl-Heinz Rummenigge von einer Phase des Selbstzweifels Mitte der neunziger Jahre. »Wir hatten die Idee, eine Agentur mit der Frage zu beauftragen: Wie können wir den Teil der Republik, auf den wir polarisierend und arrogant wirken, reduzieren?" Es war der irre Versuch, sympathischer zu werden.

    »Wissen Sie, was  das Ergebnis war?" Rummenigges Augen leuchten. »Alle drei beauftragten Agenturen haben abgeraten, auch nur einen Quadratmillimeter an unserem Image zu verändern. Weil eben dieses polarisierende, möglicherweise auch arrogant wirkende Image den Club positiv unterstütze."

    Rummenigge lässt die Sympathiewerte regelmäßig überprüfen. Am höchsten waren sie 1999 nach der bitteren Niederlage im Champions-League-Finale gegen Manchester. »Vorher lagen sie bei 50:50", sagt er. »Auf einmal lagen wir bei 80:20." Er macht eine Pause. »Das ging uns auf die Nerven. Irgendwann konnten wir es nicht mehr ertragen. Da haben wir gesagt: Das ist nicht unsere Welt, dieses Mitleid."

    Vielleicht ist dies der einzige Vorteil am Vergehen des Uli  Hoeneß, so viele Nachteile ein geschwächter Patron sonst für den FC Bayern mit sich bringen mag: Wer diesen  Club nicht ausstehen kann, hat seit neuestem einen Grund mehr. Und das ist gut fürs Geschäft.
    Soweit der SPIEGEL ...

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    Die Prinzen - Du musst ein Schwein sein
    - und hier der Text von 1995:

    Ich war immer freundlich, lieb und nett,
    kriegte nie irgend 'ne Frau ins Bett.
    Und dann auf Macho, cool und arrogant,
    plötzlich kamen sie angerannt.

    Und wieder seh' ich wie's im Leben läuft,
    wer hart ist, laut und sich besäuft,
    kommt bei den Frauen besser an,
    wer will schon 'nen lieben Mann?

    Daraus ziehst du Konsequenzen
    und du schaltest um auf schlecht,
    die Welt ist ein Gerichtssaal
    und die Bösen kriegen Recht.

    Du musst ein Schwein sein in dieser Welt
      Schwein sein
    Du musst gemein sein in dieser Welt
      Gemein sein
    Denn willst du ehrlich durchs Leben geh'n
      Ehrlich
    Kriegst 'nen Arschtritt als danke schön
      Gefährlich

    Weil ich weiß, dass ich's mir leisten kann,
    stell' ich mich überall vorne an
    und ist einer sanft und schwach
    hör' mal wie ich drüber lach.
    Bei den freundlichen Kollegen
    halt ich voll dagegen,
    obwohl mich keiner mag,
    sitz ich bald im Bundestag.*

    Du musst ein Schwein sein...



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    JA - GEHT ES DENN NOCH ...???
    As is koa Witz: 

    De Münchana Philharmonika entblöden si ned, a eigene Finoi-Hymne zua intoniern ...



    Voa eiign Togn hob i ja bereits in desem Blog vermeldet, dass da Austritt des Freistaats Bayern aus dem Geltungsberei des Grundgesetzs er Bundesrepublik austretn wird http://nunchic.blogspot.de/2013/05/bayern-tritt-aus-eilmeldung-ausstieg.html - um a eigans Staatsgebilde zua bildn. Und prompt kommt ohne mein Dazutun a weidera Bewei hinzu: De Nationalhymne is bereits kreiert - de spinna, de Bayern ...

    Münchner Philharmoniker kreieren eigene Hymne +++

    Die Münchner Philharmoniker haben eigens für das Finale eine Hymne für den FC Bayern kreiert. Unter dem Motto"Mia san mia! Spitzenklasse in München hält zusammen"wünschen die Philharmoniker und ihr Chefdirigent Maestro Lorin Maazel den Bayern alles Gute auf dem Weg zum möglichen Champions-League-Triumph. Ein Video der Aufzeichnung des Stücks, das von der englischen Nationalhymne und der offiziellen Champions-League-Hymne beeinflusst wurde, zeigt Maazel mit Taktstock und Bayern-Trikot. Zahlreiche Musiker tragen ebenso Trikot oder Schal wie die Mitglieder des philharmonischen Chors. Dieser singt tragend den von Thomas Berg und Matthias Ambrosius geschriebenen Text:

    Auf dem Weg zum größten Titel, Bayern München stark wie nie.
    Frühester Meister aller Zeiten, Schweini, Müller, Lahm, Ribéry.
    Mit Jupp Heynckes an der Spitze ist das Triple nah wie nie.
    Holt den Henkelpott nach München, Stern des Südens, mia san mia!
    München, Bayern München, holt den Pokal, endlich hoam.
    It's coming hoam!
    Ihr seid die Besten, die Welt schaut auf Euch, die Champions!

    aus: SPIEGEL-ONLINE (luk/sid)



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