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    Nun ist der bisher mir recht unbekannte Felix L. Ortt vor 150 Jahren zur Welt gekommen (s.o. und hier) und hat sich ja mit so für mich spannenden Themenkreise wie

    • Christlicher Anarchismus
    • Wasserstraßen-Bauwesen
    • Philosophie
    • Parapsychologie
    • Okkultismus
    • Vegetarismus
    • Pazifismus
    • Einsteins Relativitätstheorie
    • Sexualität u.a.
    intensiv beschäftigt und Aufsätze verfasst ... - und einschlägige Interessengruppen dazu gegründet ...


    Felix L. Ortt
    Da waren ja die "alten Gelehrten" alle geschult in fast allen Wissensdisziplinen - und ihnen gelang dadurch eine umfassende Zusammenschau vieler Problematiken - während heutzutage ja wirklich die meisten Wissenschaftler sogenannte "Fachidioten" in ihrem jeweiligen Fachgebiet sind ... - aber auch, weil die wissenschaftlichen Beschreibungen und Analysen immer tiefer in die Themenketten eindringen und auf eine unvorstellbare Vielfalt und Komplexität stoßen, die ein Gehirn gar nicht mehr allein überblicken bzw. überdenken kann: die, ich nenne das mal subtrahierende/destruktive Komplexreduktion wurde deshalb zum Rettungsanker durch die Focussierungen auf kleine Einzelheiten, Teilchen und Details, in die das Ganze sich aufgespaltet und regelrecht pulverisiert und damit ausgeblendet wird, hin zu einem neuen exakten und wieder überschaubaren Detailwissen, sodass mit diesen Operationen das "Große & Ganze" - und damit auch das "Göttliche" aus dem Lebens- und Denkalltag immer weiter zurückgedrängt wurde - an den Rand ... 


    Wissen - und hier und da wohl auch Leben findet deshalb größtenteils nur noch in kleinen überschaubaren und zerkaubaren Häppchen aus dem Großen Kuchen statt - und die linke weiß oft nicht was die rechte Hand tut ...: und - wie heißt es im Volksmund: ... "der Teufel steckt oft im Detail" ... - in diesem Partiellen ... - in diesen Zerbröselungen des Ganzen ... - in den Brüchen und Zerklüftungen ... - der Teufel wird ja auch der "Verwirrer" genannt: es gelingt kaum noch die Rückführung und die Fügung zum Ganzen - das Zusammenrühren des altbekannten Teigs aus den Rezeptbestandteilen - und das daraus gebackene Ganze wird, ist und bleibt dann immer "mehr" oder "etwas anderes" als die Summe seiner Teile ...

    Hier gilt es nach meinem Empfinden wieder stärker eine Meta-Ebene zu gewinnen und einzunehmen, um den "Überblick" neu zu gewinnen und damit auch eine, ich nenne das mal im Gegensatz zu oben die additive/konstruktive Form der Komplexreduzierung - nämlich: viele Einzelheiten werden zu einem neuen Ganzen zusammengeknetet - im Gegegensatz zu dem Aufspalten und Pulverisieren des Ganzen in kleine und kleinste Teilchen (s. oben) - und das kann vielleicht mit Hilfe der Überlegungen dieser alten ganzheitlichen Allround-Denker des 19./20. Jahrhunderts gelingen - und auch mit ihrem Hang zum Esoterisch-Spirit[ual]istischen ... - denn es passt noch längst nicht auf jeden Pott ein Deckel ...


    Hier also ein Ausschnitt als Fingerzeig dieser durchaus noch und wieder spannenden universaleren Denkrichtung - für mich auch in der Fragestellung einer zeitgemäßen Begriffsbestimmung zur "Reich Gottes"-Analyse, die ja ohne universale Denke nicht denkbar ist:
    Anarchismus und Utopie in der Literatur um 1900: Deutschland, Flandern und die Niederlande - Hrsgg. von Jaap Grave, Peter Sprengel und Hans Vandervoorde, Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 72-74: aus dem Aufsatz: Mary Kemperink: Wohin führt der Weg? - Utopismus und Vitalismus in der niederländischen Literatur des Fin de siècle (1890-1910):

    Neovitalismus

    „Vitalismus“ ist der Sammelbegriff für die Theorien, die das Leben nicht rein physikalisch-chemisch erklären, sondern davon ausgehen, dass die lebendigen Organismen ein spezielles Lebensprinzip besitzen, welches sie auf ein Lebensziel hinsteuert. Diesen Vitalismus finden wir schon bei Aristoteles. Er glaubte an eine besondere bildende Lebenskraft, die er „Entelechie“ nannte. Der Vitalismus wurde später, besonders am Ende des achtzehnten und am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in der Romantik, wieder begeistert aufgegriffen. Die romantische Philosophie (zum Beispiel Schellings, Herders und Goethes) ist stark vitalistisch orientiert. Auch der spätere und im Fin de siècle ebenso populäre Philosoph Eduard von Hartmann erkannte ein immaterielles Prinzip, das die physikalisch-chemischen Kräfte zwingt, sich in einer bestimmten Weise zu gruppieren und das auf diese Weise die Entstehung des Lebens ermöglicht. Dieser Vitalismus wurde im Fin de siècle wieder aktuell. Er ermöglichte eine Art von wissenschaftlich unterstütztem Antimaterialismus und zugleich die Verbindung von Biologie und Philosophie. Die Forschung nach der Lebenskraft wurde sowohl von der Biologie als auch von der Philosophie vorangetrieben (ich erinnere an Bergsons „élan vital“). Dass die Naturwissenschaft gemeinsam mit der Philosophie im Stande war (oder es jedenfalls schien), eine Art Beweis für die natürliche Zweckmäßigkeit zu liefern, brachte die Realisierung von Utopia jedenfalls ein paar Schritte näher. Hier zeigt sich ein immer wieder verblüffender Mechanismus: Je ersehnter eine Theorie ist, desto glaubwürdiger erscheint sie.

    Für die Niederlande sind in diesem Zusammenhang zwei Wissenschaftler zu nennen: der deutsche Biologe Hans Driesch und der niederländische Ingenieur (und Utopist) Felix Ortt, der Drieschs Theorie auszubauen versuchte. Driesch studierte Zoologie in Jena bei dem berühmten materialistischen Biologen Ernst Haeckel. Anfangs hatte Driesch, ebenso wenig wie Haeckel, keine Erklärung für das zielgerichtete teleologische Element, das er in den Erscheinungen wahrnahm. Er bezeichnete es als eine „irreduzible Sonderheit“, Am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts jedoch änderte sich das. Driesch wurde Philosoph und versuchte in seiner Studie Der Vitalismus als Geschichte und als Lehre (1905), die beiden Fachbereiche (Biologie und Philosophie) mittels einer logischen Prüfung des Vitalismus miteinander zu verbinden. Seiner Meinung nach war es ihm jetzt gelungen, auf Grund experimenteller Forschung zu beweisen, dass bestimmte Lebensprozesse nur teleologisch zu verstehen seien.

    Seeigel


    Ich erwähne in dieser Hinsicht sein berühmtes Experiment mit dem Seeigel. Driesch stellte sich folgende Frage: Kann aus einem Keim des Seeigels auch etwas ganz anderes entstehen, oder besteht ein gezieltes Streben nach dem einen bestimmten Tier? Dazu schnitt er die Keime in zwei Hälften und entdeckte, daß auch die zweite Hälfte sich zu einem kompletten Tier entwickelte, wenn auch zu einem kleineren. Für ihn war dies der sonnenklare Beweis der Zielstrebigkeit der Keime, die ganz offensichtlich nur das bestimmte Tier bilden wollten. Diese Zielstrebigkeit nannte auch Driesch „Entelechie“ und betrachtete sie als Basis des Lebens.

    Felix Ortt entwickelte diese Theorie weiter. In seinem Buch Inleiding tot het Pneumat-Energisch Monisme. Een beschouwing over God, de Wereld, het Leven, Mensch en Maatschappij, van uit het standpunt der Natuurwetenschap (Einführung in den pneumat-energischen Monismus, Eine Betrachtung über Gott, die Welt, das Leben, Mensch und Gesellschaft, aus der Perspektive der Naturwissenschaft, 1917) lieferte er schließlich eine fast verwegene Kombination aus Physik, Biologie und Spiritismus. Ausgangspunkt Ortts ist ein physikalisches Problem. Das zweite thermodynamische Gesetz behauptet, ein Teil der anwesenden Energie sickere weg; wobei sie nicht wirklich verschwindet, sondern sich nur nicht mehr in Wärmeenergie umwandeln lässt. Daraufhin stellt Ortt sich die Frage, wie es möglich sei, daß es im Weltall überhaupt noch mehrwertige Energie gibt. Seine Antwort lautet: Es gibt ein ordnendes Prinzip, eine Entelechie, von Ortt „Seele“ oder „Lebenskraft“ genannt.

    Und damit baut er zugleich eine Brücke zur Biologie. Überall, wo es Energie gibt, sagt Ortt, waltet dieses ordnende Prinzip. Beide beteiligen sich an einem Urprinzip, der All-Einheit. Diese Theorie nennt Ortt: Die Lehre des pneumat-energischen Monismus („de leer van het pneumat-energisch-monisme“). Diese Lehre verbindet er mit der Evolutionslehre. Auch die Entelechie entwickele sich, eben bis in die Höhe der sogenannten All-Entelechie, die zugleich Gott sei. Auch der Mensch schließlich werde diese göttliche Höhe erreichen. So gelingt es Ortt, alles unter einen Hut zu bringen: Thermodynamik, Evolutionslehre und Metaphysik.

    Vitalität
    Ähnliche halb-wissenschaftliche, halb-okkulte Auffassungen von Entelechie hegten auch die Utopisten, zum Beispiel Frederik van Eeden, Marie Jungius und Maurits Wagenvoort. Diese räumten jedoch ganz im Widerspruch zum Gedanken des notwendigen Naturtriebs dem freien Willen einen Platz ein, und zwar mittels der Annahme: Der Mensch habe die Freiheit, der Entelechie zu folgen oder auch nicht. Auf diese Weise bleibt die utopische Aktion etwas Erstrebenswertes, außerdem ist auf diese Weise auch Raum für die Moral. Am 9. August 1892 notierte Frederik van Eeden dazu:
    Es gibt eine Norm der Evolution, eine gerade Linie der Entwicklung des Lebens.
    Der gerade Lebensweg. - Das, was alle Menschen gemein haben, als Wachstumsrichtung,
    bestimmt die Verantwortlichkeit. Jeder muss in diese Richtung gehen.
    Dies ist Tugend. - Es ist der Wille der Rasse. 
    Van Eeden zufolge gibt es so etwas wie eine Kooperation des selbst bestimm enden Ichs und der alles bestimmenden Entelechie. In seiner Dichtung Het lied van schijn en wezen (Das Lied von Schein und Sein) aus dem Jahr 1895 liefert er eine ähnliche Idee der Verschmelzung von Ich und lenkendem Wissen („'t leidende weten“):
    das Ich trifft die Wahl, das lenkende Wissen
    bestimmt die Richtung, an Macht unendlich groß,
    an Kraft unendlich klein und nicht zu messen.


    Es blieb noch eine andere Frage offen. Logisch betrachtet gibt es einen Widerspruch zwischen der Idee eines erreichbaren Ziels und dem Gedanken einer endlosen Evolution. Erstere setzt nämlich voraus, dass die Evolution irgendwann einmal aufhört, und zwar dann, wenn das Ziel erreicht ist. Zur Lösung dieses Problems bediente man sich des damals sehr populären Buddhismus und Gnostizismus. ln diesen orientalischen Lehren ist das Ziel identisch mit dem Anfang. Dies impliziert, daß die Evolution nie aufhört, sondern in einer zyklischen Bewegung immer weitergeht. Auch Nietzsches Konzept der „Ewigen Wiederkehr“ zielt in diese Richtung.




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    Jeder
    Jeder für Jeden - EM-Song von Herbert Grönemeyer und Felix Jaehn - click on the picture 

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    neo-crucifxus
    neo-crucifixus mammona - 14|06|2016 - S!NED!art - click on the picture

    = meine Antwort auf die "manifesta"-Themenfrage in Zürich - von wegen ""What people do for money?"

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    Unüberbrückbare Differenzen scheint es in dieser Beziehung nicht zu geben. Im thailändischen Sriracha-Zoo schwört man auf tierisches Patchwork. Hier leben Tiger und Ferkel zusammen, Raubtiermuttis säugen die Ferkel und liebkosen sie. Dass den Schweinchen hin und wieder Tigerkostüme angezogen werden, wie auf der Internetseite des Zoos zu sehen ist, wirft allerdings Fragen auf. Da bleibt am Ende zu hoffen, dass das Ferkel Schwein hat und der Tiger nur gähnen will, wenn er das Maul aufreißt. - ÖZLEM TOPCU | DIE ZEIT - Foto: Chaiwat Subprasom/Reuters



    Dann wohnt der Wolf beim Lamm,
    der Panther liegt beim Böcklein.
    Kalb und Löwe weiden zusammen,
    ein kleiner Knabe kann sie hüten.
    Kuh und Bärin freunden sich an,
    ihre Jungen liegen beieinander.
    Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
    Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter,
    das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.
    Man tut nichts Böses mehr
    und begeht kein Verbrechen
    auf meinem ganzen heiligen Berg;
    denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn,
    so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.

    Jesaja 11, 6-9





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    gefunden in SPIEGEL-ONLINE (click here)


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  • 06/21/16--00:11: WIR TREFFEN UNS IM PARADIES

  • Foto: Bernhard Pierel | WSTFALEN-BLATT
    »Wir treffen uns im Paradies«
    Theaterprojekt erzählt die Geschichte von Geflüchteten in Bielefeld auf dem Klosterplatz

    Von Vivian Winzler | WESTFALEN-BLATT, 21.6.2016

    Eine Kiste, die wie von Geisterhand über den Boden fährt. Kleine graue Gesichter, die ängstlich daraus hervorgucken. Dazu Erzählungen, die unter die Haut gehen.

    »Wer ein Zuhause hat, das den Namen verdient, der geht nicht weg – der bleibt«, ist nur eine davon. Es sind vor allem solche Worte, die im Publikum des Open-Air-Theaterstücks »Wir treffen uns im Paradies« am Freitagabend eine starke Betroffenheit auslösen.

    14 Geflüchtete aus Detmold erzählen auf dem Klosterplatz innerhalb von 90 Minuten ihre Geschichte – ganz ohne Dialog. Stattdessen untermalen eingespielte Audioaufnahmen die Angst und Verzweiflung der Geflüchteten, die unter freiem Himmel nachgestellt werden.

    Das Theaterprojekt »fragile« aus Berlin erarbeitete in Kooperation mit den Geflüchteten das Stück, dass ohne viel Schnickschnack daherkommt. So reichen eine Kiste und ein paar Eimer als Requisiten völlig aus. Die Darsteller tragen zudem ausdruckslose graue Masken, die dem Ganzen eine Note von Tristesse und Ausweglosigkeit verleihen. »Dadurch bekommt das ganze eine gewisse Härte und Magie«, meint auch Merlin Nowak vom Kulturamt Bielefeld, die das Projekt unterstützt. »Das war auch das Ziel. Es soll nah und unkompliziert wirken.«

    Tatsächlich braucht es nicht viel, um dem Zuschauer die Lage zu vermitteln. Ganz ohne Worte wird die Geschichte eines Paares erzählt, das einen Schmuggler bezahlt, um sich auf die lebensgefährliche Reise mit einem Frachter zu machen.

    Die eingespielten Erzählungen geben die Handlung zwar nicht wieder, sind jedoch nie störend oder unpassend. Sogar dass einige der Audiotakes in der Muttersprache der Einzelnen gesprochen sind, wirkt alles andere als unverständlich.

    »Ich bin wie ein Mann im Dunkeln, der spazieren geht ohne Licht«, erzählt ein junger Iraker. In dem Stück gibt es zum Schluss dennoch etwas Licht. Am Ende bauen die Darsteller einen kleinen Markt auf, wo sich das Paar wieder trifft. Und ehe man sich versieht, steht man plötzlich selbst auf der Bühne und bekommt einen Teller warme Suppe und Rezepte aus aller Welt in die Hand gedrückt. Integration zum Anfassen könnte man es nennen.

    Doch nicht nur das begeistert die Bielefelder: die Darsteller, teils noch Kinder, ernten tosenden Applaus und stehende Ovationen. »Es ist verständlich, dass die Deutschen Angst haben vor den Anderen. Aber vielleicht ist das Anders-Sein ein ganz neuer Anfang.«
    Mit diesen Worten schließt das Stück – und öffnet gleichzeitig den Raum für neue Gespräche.


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    Nun - da habe ich im Titel zu diesem Blog auch das Wörtchen "culture" stehen: und wollte da eigentlich über Ausstellungen und über Künstler berichten, wie sie in ihren Ateliers oder in den Konzertsälen oder in den Studios oder am Schreibtisch arbeiten ...

    Aber schon - wenn ich regelmäßig die 3sat-kulturzeit schaue oder sonntags metropolis bei arte - und westart und artour (mdr) oder die ZDF-aspekte oder das bayerische Capriccio .. und ... und ...:
    Da finde ich nur selten solche uns die Kunst näherbringenden Clips und Beiträge - die überwiegenden Schwerpunkte bilden die Aufarbeitungen unserer Gegenwart mit der Problematik geflohener Menschen in und um €uropa in allen Nuancen, bilden Gedenktage an den Holocaust, an die NS-"Euthanasie" - und nun an den Überfall Hitlers auf die Sowjetunion am 22.06.1941 - also vor genau 75 Jahren ...

    Und dann erkenne ich auch, welch ein Nischendasein diese Kultursendungen angesichts des TV-Mainstreams und zum Beispiel der Fußball-EM und anderer "populärer" TV- und Tages-Ereignisse eigentlich führen - Randsparten sind die Kultur-Sendungen geworden ... - und ein grottenschlechter "Grand Prix d'€urovision" - pardon - heute heißt das ja kurz und knapp: "ESC - Eurpopean Song Contest" - wird jedes Jahr als Riesen-Event inszeniert und verschlingt Stunden an kostbarer Sendezeit und Millionen an Fernseh-Gebühren, wo dann jeweils der deutsche Beitrag heimlich still und leise - wenigstens seit 2 Jahren - auf dem letzten Platz landet ...: und dann ... ??? - das macht den Verantwortlichen nichts: Mund abwischen - weitermachen ...

    Und deshalb müssen solche der Mehrheit "unangenehmen" Gedenktermine einfach in das Nischen-Fernsehen abgeschoben werden ... - und deshalb sind diese oben genannten Kultursendungen überfrachtet mit der Aufarbeitung der Geschichte und der Zeitgeschichte ... 

    Und wenn in Russland der böse Herr Putin heutzutage angeblich mit dem Zeigefinger dräut - und der Herr Außenminister Steinmeier bei NATO-Manövern an der russischen Grenze völlig zu Recht von unangemessenem "Säbelrasseln" redet - und gleichzeitig "Deutschland" sich anschickt, die "vierte Fußball-EM" als Weltmeister "zu holen" - wer will sich in diesen Zeiten daran erinnern lassen, dass vor 75 Jahren dieses Deutschland hinterhältig trotz "Nichtangriffs-Pakt" bzw. "Hitler-Stalin-Pakt" die damalige Sowjetunion überfallen - und dort unvorstellbare Greueltaten begangen hat ...
    Irgendwann - denkt dann die schwarz-rot-gold bewimpelte deutsche Seele ("Wir sind doch längst wieder wer!" - "Ich will nur Deutscher unter Deutschen sein ...", so brüllt ja Pegida und die AfD ...) ist es doch auch mal gut, mit all diesem "Erinnern" und "Gedenken" und "Bereuen" - "= bis ins 3. und 4. Glied" ...
    Der Zweite Weltkrieg liegt über 70 Jahre zurück. Doch er ist längst noch nicht verschwunden. Wie die Forschung heute weiß, lebt er weiter (click). In den Seelen derer, die ihn miterlebt haben, aber auch in vielen Seelen der Nachgeborenen.

    Bei vielen zeigt sich das als fehlende Verankerung im Leben, mangelnde Geborgenheit, Gefühlsstörungen oder verdeckte Schuldgefühle. Aber auch in unerklärlichen körperlichen Schmerzen oder ernsthaften psychischen Krankheiten. Sind wir für immer seelisch verflucht, obwohl die heutigen Generationen doch unschuldig sind? Oder gibt es Wege, dem Fluch zu entkommen?

    Gott sprach: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, bis in die dritte und vierte Generation. (2. Mose - Kapitel 20).

    Das traumatische Leiden der Kriegskinder wurde auf Eis gelegt. Sie sollten vor allem keinen Ärger machen und funktionieren. Doch Traumata lassen sich nun mal nicht wegschweigen. Und das Schlimme bei nicht verarbeiteten Traumata ist ja – das weiß die Forschung inzwischen - dass diese dann häufig an die nächste Generation weiter geben werden. So haben viele Menschen, die in etwa zwischen 1955 und 1980 geboren sind, die gleichen Macken, Einschränkungen oder sogar krankhaften Störungen wie ihre Eltern.

    Die Kinder der Kriegskinder, die Krieg-Enkel. Oberflächlich betrachtet sind viele von uns durchaus behütet aufgewachsen, Vater, Muter, Geschwister, ein Haus, sichere Arbeitsverhältnisse. Und doch erlebten in vielen Familien die Kinder oft ein stilles Drama: emotionale Leere oder sogar Kälte, kein Kuscheln, kein In-den-Arm-nehmen, diffuse Ängste, die niemand auffing. Bei vielen unserer Generation ist dies bis heute ein Grundgefühl – Unsicherheit, Haltlosigkeit, Freudlosigkeit, ein Leben mit angezogener Handbremse, fern jeder unbelasteten Lebenskraft.

    Also: Wir sollten alle miteinander - behutsam und angemessen - in würdiger Art und Weise - Geschichte auch mit Gedenktagen und Erinnerungen aufarbeiten lernen. Da ist nichts einfach mal so erledigt (von wegen: "die Zeit heilt alle Wunden ...") - da ist es nicht "endlich mal gut" - nein - es geht vielleicht sogar über das 3. und 4. Glied hinaus: wenn es nicht aufgearbeitet wird ...: Traumata lassen sich nicht auf Eis legen ... S!


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    gestern habe ich ja bereits hingewiesen auf den begriff "culture" in meinem blog-titel hier ... - und wie die "kultur" immer mehr in ein rand-dasein in den medien verdrängt wird ... - 
    nach sheldon solomon, hat das bestimmt mit der verdrängung unseres todes insgesamt zu tun, mit der sich ja die menschheit seit ihrer geburt herumschlägt -  
    wenn nämlich, wie solomon meint, die kultur das "glaubenssystem" ist, mit dem wir die last unseres wissens vom tod ertragen wollen, wird das verdrängenwollen dieser todesgewissheit - und manchmal auch des verdrängenmüssens um der seelischen gesundheit willen  - auch diese "kultur" mit verdrängen und einsperren - in jenes sankt nimmerlein-stübchen unseres unbewussten ...S!

    So­lo­mon, 62, ist So­zi­al­psy­cho­lo­ge am Skid­mo­re Col­le­ge in Sa­ra­to­ga Springs im Bun­des­staat New York. In den ver­gan­ge­nen 30 Jah­ren ha­ben er und Kol­le­gen welt­weit in mehr als 500 Ex­pe­ri­men­ten er­grün­det, wie die Angst vor dem Tod Den­ken und Han­deln des Men­schen re­giert: „Ter­ror-Ma­nage­ment“ nen­nen die For­scher den Um­gang des Men­schen mit der ei­ge­nen End­lich­keit. In ih­rem in­zwi­schen auf Deutsch er­schie­ne­nen Buch ha­ben sie die fas­zi­nie­ren­den Be­fun­de aus dem ­Ab­grund der mensch­li­chen See­le zu­sam­men­ge­tra­gen*)


    click here
    „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abge­fallen.“ 
    Aus „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms nach 1. Petrus 1,24

    SPIEGEL: Pro­fes­sor So­lo­mon, Sie ha­ben sich fast Ihr ge­sam­tes Be­rufs­le­ben lang mit der Angst vor dem Tod be­fasst. Kön­nen Sie sich er­in­nern, wann Sie die­se Furcht erst­mals emp­fun­den ha­ben?

    So­lo­mon: Oh, das weiß ich noch ganz ge­nau. Ich war acht Jah­re alt, und ei­nes Abends sag­te mei­ne Mut­ter: „Nimm Ab­schied von Groß­mut­ter. Sie wird nicht mehr lan­ge bei uns sein.“ Und tat­säch­lich starb sie am nächs­ten Tag. Ich er­in­ne­re mich, wie ich da­nach hoch in mein Zim­mer ging. Dort blät­ter­te ich durch mei­ne Brief­mar­ken­samm­lung, mein Blick fiel auf eine Se­rie der ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten. Und plötz­lich dach­te ich: „Da, Ge­or­ge Wa­shing­ton. Ein tol­ler Kerl, und trotz­dem ist er tot. Tho­mas Jef­fer­son – auch ge­stor­ben. Und all die an­de­ren auch.“ Da durch­schoss es mich wie ein Blitz: „Oje, es sieht nicht gut für mich aus.“ Die Er­kennt­nis, dass die­ses Schick­sal auch für mich un­aus­weich­lich ist, ging mir durch Mark und Bein.

    SPIEGEL: Und die­ser Schock wirkt bis heu­te nach, mehr als 50 Jah­re spä­ter?

    So­lo­mon: Im Grun­de ja. Tief ver­bor­gen un­ter der Ober­flä­che mei­nes Be­wusst­seins ru­mort stän­dig die­se Pa­nik. Un­ser Groß­hirn, das uns er­laubt, abs­trakt und sym­bo­lisch zu den­ken, ist zu­gleich auch fä­hig zu be­grei­fen, dass un­ser Le­ben, wie das­je­ni­ge al­ler Le­be­we­sen, end­lich ist. Das er­zeugt ei­nen tie­fen, läh­men­den Schre­cken.

    SPIEGEL: Da­für, dass Sie so er­schüt­tert sind, wir­ken Sie ganz fi­del ...
    ...Um die Last des Da­seins er­tra­gen zu kön­nen, ver­an­kern wir uns in ei­nem Glau­bens­sys­tem, das wir „Kul­tur“ nen­nen. Kul­tur gibt un­se­rem Le­ben ei­nen Sinn, sie gibt uns ei­nen Wert – und zwar, in­dem sie uns eine Vi­si­on von Un­sterb­lich­keit lie­fert: Ent­we­der sie gibt uns Hoff­nung auf ech­te, buch­stäb­li­che Un­sterb­lich­keit, in Form des Him­mels, der See­le oder der Wie­der­ge­burt. Oder sie lässt uns glau­ben, dass wir in über­tra­ge­nem Sin­ne über den Tod hin­aus fort­be­ste­hen, in Ge­stalt un­se­rer Kin­der, un­se­rer Wer­ke oder des Ver­mö­gens, das wir im Lau­fe un­se­res Le­bens an­ge­häuft ha­ben. Al­ler­dings ist kein Glau­bens­sys­tem stark ge­nug, um uns die To­des­angst in Gän­ze neh­men zu kön­nen. ...

    ... zum Weiterlesen des Original-SPIEGEL-GESPRÄCHS clicken Sie hier ...

    *) Shel­don So­lo­mon, Jeff Green­berg, Tom Py­sz­c­zyn­ski: „Der Wurm in un­se­rem Her­zen“. DVA, Mün­chen; 368 Sei­ten; 24,99 Euro. 
    Das Ge­spräch führ­ten die Re­dak­teu­re Ra­fae­la von Bre­dow und Jo­hann Grol­le in So­lo­mons Büro am Skid­mo­re Col­le­ge in Sa­ra­to­ga Springs.

    Jenseitsvision | Ölgemälde von Hieronymus Bosch - Ausschnitt - um 1500: "Schrecklich wäre es, in alle Ewigkeit fortzubestehen" ...

    1.Petrus 1, 22-24:  
    Ihr habt der Wahrheit gehorcht und lebt nun als gereinigte Menschen. Das soll dazu führen, dass ihr einander mit einer echten Liebe, wie ihr sie zu Geschwistern empfindet, begegnen könnt. Geht immer liebevoll miteinander um, aus vollem Herzen! Neugeborene seid ihr, aber euer Ursprung ist nicht vergänglich, sondern unvergänglich: das Wort, das Gott spricht, lebendig und bleibend. 
    So heißt es auch: Alles Fleisch ist wie Gras und all seine Herrlichkeit wie die Blüte des Grases. Das Gras wurde dürr und die Blüte fiel ab. Aber das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit. 
    Damit ist die Botschaft vom Heil gemeint, die euch verkündet worden ist. 
    (BigS)

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    ich bin fest davon überzeugt, dass bei einer befragung in deutschland, in polen, in dänemark, in den niederlanden, in italien, in spanien, in griechenland und sonst wo die mehrheit der bevölkerung sich für einen austritt aus der U entscheiden würde ...

    pubertäres kindverhalten

    das ist wie bei einem heranwachsenden kind, das etwas vorfindet, was es selbst nicht überblickt und durchschaut und kreiert hat - und lieber das taschengeld sofort ausgibt anstatt es aufs sparkonto zu legen - und die "vernunft" der elterngeneration, die das ja alles zum selbstschutz vor generationen im internationalen miteinander geschaffen hat - einfach mal ablehnt und egozentrisch in die tonne treten will, und einfach mal über die stränge schlagen will ...: nein - ich pillere nicht mehr in eure sandkastenförmchen --- nein - ich spiel nicht mehr eure spiele --- nein - ich erzähle nicht mehr eure geschichten: die europäischen kriege und blutigen auseinandersetzungen gegeneinander - sind schon über 70 jahre bzw. 100 jahre her - und es sind staaten inzwischen "souverän" (volljährig) geworden (deutschland) - und man schwenkt und dräut mit den nationalflaggen ... rechtspopulisten agieren wie demagogen, und meinen die zeit sei reif: back to the roots ... - und merken nicht, wie das angestrebte "weltreich""great"/groß-britannien zu einem kleinen wackeligen rückwärtsgewandten vorgartenzwerg schrumpft: das hat mit fortschritt nichts zu tun: das ist rückschritt: "vorwärts - wir marschieren zurück" - und diese menschen setzen sich im gleichen atemzug an den pc oder bedienen das tablet - um sich "mit aller welt" gleichzeitig zu vernetzen, zu "liken", internationale "freunde" zu generieren und fotos, "selfies" und videos "hochzuladen": seht her - das bin ich ... und ist es nicht toll: ich maile mit einem palästinenser   u n d   einem israeli gleichzeitig... - und wahrscheinlich verwechseln sie das "www"-web sogar mit ihrem längst verlorengegangen und patina angesetzten"commonwealth of nations"...

    wie alle nationalisten und rechtspopulisten hat die mehrheit der briten - besonders in den inselteilen england und in wales - nur auf die "soll"-seite geschielt - und nicht auf das "haben" ... - kultureller zugewinn wird einfach negiert, als gäbe es so etwas nicht ...

    symptome einer "borderline-persönlichkeitsstörungs"-epidemie in den betroffenen austrittswilligen bevölkerungsgruppen

    "die Briten sind verrückt" ...
    überhaupt scheint es mir so, als zeige diese insgesamte rechtslastige uropäische austrittsmehrheit - einschließlich der afd-sympathisanten und der pegida-freaks in deutschland - jetzt also bewiesenermaßen mehrheitlich die briten in wales und england - massenhaft - also epidemieartig - die eindeutigen symptome einer "borderline"-persönlichkeitsstörung (die sowieso normalerweise bei 6 - 8% der erwachsenen population immanent ist ...): die durch impulsivität und instabilität von emotionen und stimmung, der identität, sowie zwischenmenschlichen beziehungen charakterisiert ist. betroffene erleben sich als opfer ihrer eigenen heftigen stimmungs- und gefühlsschwankungen und als opfer ihres lebensschicksals, als verlierer, was zu extremer innerlicher anspannung führen kann, die dann als unerträglich und peinigend erlebt wird. viele setzen selbstschädigende verhaltensweisen ein, um diese anspannung zu verringern.  vor allem schmerz spüren viele während der extremen spannungsphasen kaum oder nur sehr wenig. selbstverletzungen und auch drogeneinnahmen und hoch riskante aktivitäten (spiele mit hohen einsätzen - wetten) lindern die anspannung sofort, werden dadurch jedoch rasch zu suchtartigem problemverhalten:
    • an den Börsen sind so nach der brexit-entscheidung weltweit die kurse eingebrochen. der crash soll weltweit fünf billionen dollar an börsenwert gekostet haben. dies entspreche dem doppelten der gesamten wirtschaftsleistung großbritanniens und 17 % der wirtschaftsleistung der g7-staaten im vergangenen jahr, sagt der aktienstratege christian kahler von der dz-bank in einem kurzkommentar.
    • außerdem droht der allmähliche zerfall großbritanniens: ein austritt der schotten aus dem königreich ist nun sehr wahrscheinlich - 
    • die nordiren haben zu fast 60 % für den verbleib großbritanniens in der €U gestimmt. jetzt fordert vize-premier martin mcguinness ein referendum über die unabhängigkeit nordirlands. 
    • und auch gibraltar, die zu großbritannien gehörende halbinsel in südspanien, hat mehrheitlich für einen €U-verbleib gestimmt. der spanische außenminister josé manuel garcia margallo schlägt nun eine britisch-spanische ko-souveränität für gibraltar vor: aber nur auf zeit - nach einer übergangszeit solle das gebiet dann an spanien zurückgegeben werden...
    diese menschen für den austritt, die offensichtlich an einer borderline-persönlichkeitsstörung leiden, fühlen sich innerlich zerrissen, haben ein gestörtes selbstbild und eine gestörte körper- und umwelt- (sprich: "nationenzugehörigkeits"-)wahrnehmung. sie leiden unter massiven ängsten vor dem alleinsein und instabilen beziehungen - die sie aber paradoxerweise durch ihr massenhaftes abwehr-verhalten in ihrer kohorte auch immer wieder gern anstacheln ...

    nationalstaats-wahnidee

    aber der eigentliche irrsinn - das sind ja diese nationalstaaten überhaupt - die imaginär - durch kriege und menschliche verträge - gezogenen und vermessenen grenzverläufe: es gibt gar keine nationen in wirklichkeit - in "real life" ... die vielstaaterei in deutschland früher: fürstentümer und königreiche hier und da und allerorten ... sind immer in der geschichte durch größere "vernünftige" lösungen abgelöst worden - wie bei den "reichsbildungen" ...:
    • das waren immer handelsabsprachen über die kleingeistigen und unsinnigen grenzziehungen und zäune hinweg - und das war dann folglich auch die gesunde "vernünftige" logik der €U ...
    gewiss hat diese €U ihre regelungswut zu weit getrieben und der basis nicht immer gut "verkauft" (=krumme/gerade gurken) und viel an bodenhaftung verloren - und ist diesen "parkinsonschen gesetzen", nämlich der tendenz aller organisationen und systeme erlegen, sich möglichst mit sich selbst zu beschäftigen und sich selbst zu verwalten: aber dagegen gibt es politische gestaltungs- und steuerunsmöglichkeiten - und da können beispielsweise bürgerreferenden in sach- und detailfragen entgegensteuern ...: diese parkinsonschen gesetze werden seit mitte der 50er jahre formuliert ... - und sind immer wieder neu automatisch ablaufende verhaltensstörungen großer organisationen und verwaltungen - dagegen kann man etwas unternehmen - und die warnsysteme und blinklichter sind programmierbar ...

    wenn ich aber heute einen armen verblendeten pegida-menschen sehe mit dem plakat: "ich will nur ein deutscher unter deutschen sein" ...: dann muss ich nach der "substanz" dahinter fragen: was ist das: deutsch - deutsch sein - deutscher sein... ???

    es gibt keine typisch deutschen gene - keine typisch türkischen gene und kein türkisches blut, herr erdogan - es gibt kein deutsches blut, das vergossen wurde: wir alle sind die höher entwickelte eigentlich tierische affenrasse, die sich mensch nennt - und wo jeder zum beispiel untereinander von chinesen, kongolesen, syrern und kurden im notfall durchaus blutspenden entgegennehmen kann - einfach menschen, die im falle der geschlechtlichen vereinigung kinder zeugen können und zur welt bringen: unser lebensraum ist die eine welt - unser blauer planet, mit dem wir durchs all rasen ... und diese nationen und nationalbezeichnungen und "reiche" und grenzen sind nicht einmal fliegenschisse darauf - einfach nichts - nicht vorhanden - es gibt keine grenzen ... - keine nationen - es gibt nur menschen, die miteinander leben wollen - und müssen - in beziehungen zueinander und im einklang mit der gesamten natur ...

    die großen globalen sozialen netzwerke im internet zeigen das ja auf ihre art und weise ganz deutlich: da "liken" chinesen den jungen briten, syrer die palästinenser, israelis den österreichischen milchbauern ... - über alle grenzen hinweg leben wir virtuell in einem "world-wide-web" und können uns darin weltweit miteinander vernetzen und wir tun das auch:
    das ist/war der geist der €U: weg von den nationalen grenzen, die ja nur imaginär vohanden sind, und die nichts als krieg und bomben und hass und falschen stolz und leid und viel zu frühen tod generiert haben ... - ich wenigstens will weiterhin ohne grenzkontrollen nach enschede ohne geldumtausch zum einkaufen fahren können und in ootmarsum die kunstausstellung besuchen - ob das dem mijnheer geert wilders nun mal in den kram passt oder nicht ...

    und die deutsche fußball-"national"-mannschaft ist nichts anderes als eine aktuelle auswahlmannschaft des "deutschen fußball-bundes" (dfb) - einer dachorganisation aller deutschen fußball - v e r e i n e ... - mit "nation" hat das - zum glück - nichts zu tun - außer, dass der millionenschwere dfb noch knete aus dem steuersäckle bekommt für seine "gemeinnützigen aufgabenanteile" - ach so...



    und - ach guck - da liegt wieder eines dieser eigentümlichen tücher an einem abgebrochenem plastikstab angeheftet in schwarz-rot-goldenen farben im dreckigen regenmatsch - und die autos rasen darüber hinweg ... - komisch gerade in diesen tagen sieht man diese lappen immer häufiger ... S!



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    S!|kritzel|caricat: Populismus
    Populismus:das ist ein bisschen wie Selbstmedikation - oder der Fernsehkoch:"man nehme..."

    Populismus ist eine "dünne Ideologie", wie Politikwissenschaftler das nennen. Er braucht keine Theorie, kein durchdachtes Ideengebäude, kein Wertegerüst. Er kann links sein oder rechts, katholisch oder atheistisch. Populismus braucht eigentlich nur drei Zutaten: 
    • eine Story, die das große Wir des gemeinen Volkes beschwört (nationale Mythen liefern Blaupausen), 
    • ein paar Feinde (die Eliten da oben, Brüssel, die Banker, Washington, die "Überfremdung"...) und 
    • eine halbwegs charismatische Führungsfigur (Boris Johnson, Donald Trump, Marine Le Pen oder Rodrigo Duterte, der am Donnerstag Präsident der Philippinen wird...).


    Für die wirtschaftliche Entwicklung ist Populismus hoch problematisch, weil er ökonomische Beschränkungen ignoriert. Das chronische außenwirtschaftliche Defizit macht Britannien krisenanfällig? Who cares! Die USA müssen wegen ihrer hohen Schulden sparsam sein? Zahlen wir sie einfach nicht zurück!, meint Donald Trump. Ausländische Banken helfen bei der Finanzierung der Wirtschaft? Egal, wir müssen sie in heimische Hände geben!, findet Jaroslaw Gowin, stellvertretender Regierungschef in Warschaus nationalkonservativer Regierung.

    Die Sache geht regelmäßig schief. Wer die Beschränkungen der Ökonomie ausblendet, mag zunächst Mehrheiten hinter sich versammeln. Aber irgendwann wird er scheitern.

    Große Versprechen, harsche Realität - der Populismuszyklus

    In Lateinamerika lässt sich das seit Langem beobachten. Immer wieder durchläuft der Kontinent Zyklen von Populismus, wie sie die Ökonomen Rudi Dornbusch und Sebastian Edwards beschrieben haben. Erst fahren großsprecherische Volkshelden das Land vor die Wand. Dann übernehmen Technokraten das Steuer, drücken, häufig mithilfe des Internationalen Währungsfonds, Sparprogramme durch, stabilisieren die Währung, beruhigen die Märkte - und säen nebenher jene Unzufriedenheit, an die die nächste Generation von Populisten ein paar Jahre später anknüpfen kann.

    Aktuell schwingt das Pendel gerade mal wieder in Richtung Technokratenführung. Im vergangenen Jahrzehnt konnten noch Figuren wie Hugo Chávez (Venezuela), Luiz Inácio Lula da Silva (Brasilien) und Cristina Fernández de Kirchner (Argentinien) dank hoher Rohstoffpreise allerlei Wohltaten versprechen. Jetzt sind die Preise im Keller. Venezuela versinkt in Armut und Chaos. Brasilianer und Argentinier haben genug von Stagnation und Korruption. Vielerorts übernehmen Wirtschaftsfachleute die Regierungsgeschäfte.



    €uropa und der Populismus

    Europas Flirt mit dem Populismus ist noch relativ neu. Aber seine Führungsfiguren spüren nach dem Brexit-Entscheid Rückenwind: Geert Wilders in den Niederlanden, Marine Le Pen in Frankreich, Heinz-Christian Strache in Österreich. In Osteuropa sitzen sie bereits vielerorts an der Regierung: Jaroslaw Kaczynskis PiS-Partei in Polen, Viktor Orbán in Ungarn oder Robert Fico in der Slowakei (der Freitag turnusmäßig die EU-Präsidentschaft übernimmt). Das Treffen der Regierungschefs der Euro-Kernstaaten Deutschland, Frankreich und Italien am Montag in Berlin und der EU-Gipfel ab Dienstag in Brüssel werden vom neuen Klima in Europa überschattet sein.

    Volksabstimmungen sind das populistische Machtmittel der Wahl: die große Arena, in der gewinnt, wer Stimmungen schürt, nicht derjenige, der faktensicher argumentiert. CSU-Chef Horst Seehofer, bekennender Populist der milderen Variante, verkündet folgerichtig, Referenden gehörten nun mal "zum Kern moderner Politik".

    Eigentlich hatte Europa ein gutes Mittel gegen den Populismus gefunden: starke Institutionen auf nationaler und auf europäischer Ebene, besetzt mit qualifizierten Technokraten, die helfen sollten, Politiker in halbwegs rationalen Bahnen zu halten und allzu irrationalem Überschwang vorzubeugen. Die lange Kette an Krisen in der EU allerdings hat ihre Glaubwürdigkeit arg ramponiert.

    Demokratien sind auf Vernunft gebaut. Das mag manchmal langweilig sein. Wenn sich aber gut begründete Argumente in der öffentlichen Debatte nicht mehr durchsetzen, dann haben wir ein Problem. Und zwar ein fundamentales.

    aus einer SPIEGEL-online-Kolumne von Henrik Müller 

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    Populismus: das ist ein bisschen wie Selbstmedikation - oder der Fernsehkoch: "man nehme...": Ja - und Populismus ist wie kiffen: der rasche "Kick", das vermeintliche Glück erhaschen für einen Augenblick: boooaaahhh eeeeiiii ... - doch dann kommt folgerichtig das Erwachen, der Kater, der pochende Kopfschmerz: Das Leben ist nicht nur einfach - Leben ist nicht "machbar" ...

    Unser Sosein, unser Lebendigsein, ist ein Geschenk - im wahrsten Sinne des Wortes: ein Geschenk des "Himmels", wir konnten uns nicht selbst erdenken - und unsere Umwelt nicht -  unsere Nachbarn nicht, nicht die Natur, die wir vorfinden ... damit müssen wir uns arrangieren, das ist unsere Lebensaufgabe: Beim "Augen zu - und durch ..." des Populismus: da laufen wir mit dem Kopf gegen die Wand ... 

    Nicht mal unsere Eltern wussten bei unserer Zeugung, ob es "klappt" - oder vielleicht doch besser nicht ... - worum haben sie "gebetet" ??? - was war ihr Wunsch bei meinem Zustandekommen ... - oder waren sie zu besoffen oder vollgekifft, als dass sie sich darum Gedanken gemacht hätten ... ???

    Diese uns umgebende vorgefundene Wirklichkeit, dieses "real life" ist zu komplex, zu kompliziert, als dass wir es zu irgendetwas zwingen könnten ...

    Und diese "Hau-Ruck"-Denke, die uns das Internet eingetrichtert hat ("dein Nachbar ist nur 1-Klick entfernt ..." - und ich habe schon 139 "Freunde" bei facebook ...) ist eher "virtuell" - und bildet sich irgendwo und irgendwie anders ab - aber es ist nicht die tatsächliche Wirklichkeit - nicht das eigentliche "Leben", eben nicht "real life" ... ist nicht "echtzeit" ... - 

    Kneif Dich ab und zu mal, damit Du Dich wieder erdest: damit Du weißt, wo Du bist und was Du bist - und wer gerade tatsächlich in Deiner Nähe ist ... - und wer Dich im Moment tatsächlich belästigt und Dich einschränkt in deinem Sosein ...

    Diese Welt des schnellen Glücks, dieser andauernde Ejaculatio praecox, lässt sich nur mit "Schäfchen-Zählen" aufhalten: alles Schritt für Schritt ... Demagogen und Populisten reden uns immer die Welt so einfach: versprechen uns die rasche Befriedigung - aber dabei werden wir süchtig - und gehen dabei drauf ... - also: Gegen Populismus hilft nur "Immer-langsam-voran" und allgemeine "Entschleunigung" - 

    und chuat choan - wir schon wieder ...: S!

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  • 06/27/16--23:42: TARIQ KRIM: DREI DINGE ...

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