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  • 08/25/16--08:49: burka oder so ähnlich ...

  • S!art: Burka









     da macht man ja soviel aufhebens um die vielleicht 1000 frauen - "unter 80 millionen" - die in deutschland vielleicht mit einer burka herumlaufen:
    und dann sieht man den wald vor lauter bäumen nicht mehr:

    burkaähnliche öffentliche alltagsbekleidung in deutschland sind:


    • jede motorradfahrer-montur mit helm (weit mehr als 1000 "unter 80 millionen")
    • viele schauspieler - zirkusclowns
    • viele priester und geistliche im ornat
    • ordensschwestern
    • bundeswehr-soldaten mit helm und tarnfarbe im gesicht
    • viele karnevals-kostüme
    • sek-polizeibeamte im einsatz
    • windsurfer im neopren-anzug
    • feuerwehr und thw in speziellem einsatz
    • manche handwerker in schutzanzügen
    • frierende radfahrer(innen) mit schal vor dem mund
    • eishockey-spieler
    • sportrennfahrer im rennauto
    • viele geschminkte personen sind unerkennbar und haben mit ihrem passfoto nichts gemein ...

    burkaähnliche bekleidungen


    vielleicht fallen dir auch noch ein paar weitere beispiele ein ...

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    Mein Sonntags-Bonus: 
    Mein Sommer-Bild-Katalog mit kleinen Spielereien:

    CLICK HERE



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    »Die Sprache hat sich verschärft«
    Anja Reschke ein Jahr nach ihrem TV-Kommentar

    Vor gut einem Jahr ergriff Anja Reschke (43) das Wort. In der Hochzeit der Flüchtlingskrise thematisierte die Fernsehjournalistin in einem Kommentar für die ARD-Tagesthemen die üble Hetze und Stimmungsmache gegen Flüchtlinge im Netz. Sie forderte zum Aufstand der Anständigen auf. Zu einer vernünftigen Gesprächskultur, zu einem menschlichen Umgang ohne Hass. Sie bot den Hass-Schreibern Paroli.

    Im Netz gab es dafür Beifall, aber genau so viel von den widerlichen und hasserfüllten Kommentaren, die sie mit ihrem deutlichen Worten angeprangert hatte.

    Anja Reschke
    Doch wie sieht es ein Jahr danach aus? Anja Reschkes Urteil fällt eindeutig aus: »Seit vergangenem Sommer haben sich die Sprache und der Umgang miteinander weiter verschärft. Üble Beleidigungen und Verleumdungen sind inzwischen Teil unserer alltäglichen Kommunikation, nicht nur im Netz«, schrieb sie nun, ein Jahr nach ihrem Kommentar, in einem Beitrag für den NDR.

    Ihre Beobachtungen verdeutlichen, dass eine sachlich-kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Flüchtlinge im Netz immer noch kaum möglich erscheint: »Wer traut sich denn heute noch, ein Anständiger zu sein? Die Gesprächskultur ist derartig angespannt, dass man auf jeden Beitrag, der auch nur am Horizont die Situation der Flüchtlinge thematisiert – eventuell auch deren Nöte – eine Flut von beschimpfenden Kommentaren erntet.«

    Denen, die Hass säen und hetzen, das Feld zu überlassen, kommt für Reschke nicht in Frage. Sie will diesen Menschen weiter die Stirn bieten: »Ich würde den Kommentar von vor einem Jahr – trotz aller Erfahrungen, die wir seitdem gesammelt haben – genauso wieder sprechen. Weil ich einfach glaube, dass es sich ohne Hass besser lebt.« 

    WESTFALEN-BLATT|WB/sba


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    keine angst - die spielen nur ...


    tja - ein jahr danach hat sich die situation der gesellschaftlichen debatte  - bzw. für das was man dafür hält - eindeutig verschärft: im netz wütet das verbale "noch schäbiger" - "niedermachen" - "diskriminieren" ... 

    das ist zu einem nicht immer regel- aber durchaus -rechten"sport" geworden: die täter feixen und lachen über ihren eigenen mut - überbieten sich mit bußgeld-zahlbefehlen und sozialstunden-ableistungen - schließen wetten dazu ab - und freuen sich über ihre "likes" auf ihre immer bewusst und gezielt tumber daherkommenden hasstiraden ...: 

    mal so richtig "die sau rauslassen" ... - anonym natürlich ...: wie im turbo-kapitalismus: immer größer, immer mehr, immer mehr akzep-tanz" - mit extra großen "unterwander-stiefeln" ...

    bei youtube stehen noch die anti-reschke kommentare der rechten szene im netz - die den tv-kommentar zum beispiel als "antideutsche hetze" bezeichnen ... (bei bedarf - selber googeln ... - so'nen mist verlinke ich nicht ...)

    wie gesagt: aber es sind zum glück auch "nur" sprachspiele, die da gespielt werden nach immer wieder vorübergehenden und nur relativ stabilen regeln, die genauso rasch wieder absterben wie sie gewachsen sind: es geht zumindest den rechten wie in den fußball-fanblocks darum: wer und wie kontert man die fangesänge des gegners ... und natürlich: "wer hat den längsten" ...- und wann stellt man die gegner - und haut ihnen eins aufs maul ... - und wie produziert eine minderheit am besten durch eine fülle von leserbriefen, hetzparolen, youtube-beiträgen, pegida-märschen und fernsehauftritten sowie all den füllsel in den medien-news - facebook und twitter nicht zu vergessen - den anschein einer mehrheit "mitten aus dem volk heraus": aus vielleicht einem block von 10-15 % der bevölkerung generiert man sich durch list und tücke so, als wären sie schon 85 % ... ein "trojanisches pferd"mit dem anschein von größe - das aber als eigentliche verschwindende minderheit versucht, sehr verschlagen zu unterminieren ... - ein "trojaner" - nicht nur für die virtuelle netzwelt - sondern in ganz "real life" - ein rechtslastiger "trojaner" mitten in unserem sosein ... - und der infiziert und infiziert ... - und er ist in wirklichkeit so einfach & simpel gebaut, dass sich die überkomplizierten abwehrrecken schwertun, ihn erfolgreich abzuschütteln ...

    auf der linken seite sang man vor 40 jahren: "wir sind erst angefangen - wir werden immer mehr" ... - und dieser kampf der 68-er dient (leider gottes) heute als blaupause für diese rechte braune suppe ... - um sich breit zu machen: bei jim knopf  und seinem lokomotivführer lukas gibt es ja für solch phänomen den sogenannten "scheinriesen"tur-tur - der gar kein riese ist - und den wir nur dazu machen ... - und der im weggehen - in der entfernung - immer größer ist als tatsächlich ...
    solche tatsächlichen zahlen und einschätzungen kann man gut mit "statistischen zahlen" in der wirklichkeit - im real life - aufpäppeln:
    wer hätte das gedacht - so gehen
     in ganz anderen gesellschaftlichen aktivitäten z.B. fast 1,5 mio. der deutschen 1 x pro woche  zum gottesdienst in die kirche - aber in den 9 bundesliga-stadien werden pro spieltag nur knapp 0,5 mio. zuschauer gezählt - setzt man diese beiden zahlen mal ins rechte licht und ins verhältnis zueinander verschiebt sich der blick etwas: und da redet man immer von gesellschaftlicher relevanz, einfluss, tv-schwerpunktsetzungen usw. 
    aber all diese "sprachspiele" im gesellschaftlichen konsens und mit dem entsprechenden  "insider"-"fachvokabular" verlieren irgendwann an bedeutung - und werden durch andere spiele abgelöst - durch andere begriffe, durch andere zusammenhänge, andere werte ... - und letztlich ist es auch nur die von den medien gepäppelte "sau, die durch's dorf getrieben wird" ... - um der einschaltquoten willen - umd der "likes" und der "clicks" ...: damit sich der akteur in seinen springerstiefeln morgens im spiegel anschauen kann, ehe er sein hartz vier abholt: "ich bin wieder wer" ..." ... 

    erinnern sie sich noch an die "schill-partei" - die dvu, die "republikaner" - sie sind für die rechten längst schon wieder der stoff - aus dem die träume sind ... S!

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  • 08/29/16--12:38: anthropozän - ähhh ???



  • die menschen haben einen knall ...

    welch ein "eckpunkt" für das "anthropozän" - und die menschheit an sich: die a-bombe ... (AP)

    Verändert der Mensch die Welt so stark, dass er ein neues Erdzeitalter, das Anthropozän, eingeleitet hat? Geologen haben jetzt dafür gestimmt. Ihrer Ansicht zufolge begann die jüngste Epoche mit einem Knall.

    Forscher wollen wegen der beispiellosen menschlichen Einflüsse auf den Planeten ein neues Erdzeitalter ausrufen. Demnach leben wir derzeit im Anthropozän, dem Menschenzeitalter.

    Umstritten war allerdings, wann das Menschenzeitalter beginnen sollte. Mit der Entdeckung Amerikas? Mit dem Start der Industrialisierung?

    Die Arbeitsgruppe schlägt als Beginn die Mitte des 20. Jahrhunderts vor. Ein wichtiges Datum wäre der erste Atombombentest am 16. Juli 1945, dessen Folgen sich auf der Erdoberfläche weltweit nachweisen lassen.

    In den kommenden zwei bis drei Jahren wollen die Wissenschaftler klären, welche in den Erdschichten abgelagerten Stoffe als Referenz für das neue Erdzeitalter dienen sollen. Dies könne etwa eine Kombination von Kunststoff, Rückständen aus Atomwaffentests oder von Flugasche aus industrieller Produktion sein, sagte Reinhold Leinfelder von der Freien Universität Berlin, der der Arbeitsgruppe angehört.

    Den kompletten Bericht lesen Sie hier in SPIEGEL-online

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    die menschheit hat einen knall: also - das muss man sich mal vor augen halten: da stimmen wissenschaftler dafür, dass 
    • die umweltsünden der menschheit, 
    • die hybris seiner selbst, 
    • die ungebremste ausbeutung von umwelt und mensch 
    • - zugunsten des kapitals einiger weniger - 

    nun den historischen namen eines neuen "zeitalters" abgeben soll: "anthropozän" ... das klingt auch im reim noch nach "mondän" - nicht nach demut oder gar angemessener reue - sondern nur nach anmaßender menschlich übersteigerter selbstbeweihräucherung: endlich hat es der mensch geschafft, mit seinen umweltsünden diese erde namensgebend zu prägen und zu verändern ... 

    der mensch hat die erde zu seinem kindersandkasten erklärt: buddelt darin ohne sinn & verstand rum, pillert in die förmchen, die aus angeschrammtem bunten plastik im sand herumliegen, baut burgen und gräbt gräben, schmeißt sand aus dem kasten - und bringt dinge ein, die da gar nicht hineingehören ...

    dabei spielt der mensch ja nun den einzigen und konkurrenzlosen lenker und schöpfer - denn der mensch hat ja heimlich still und leise den ewigen schöpfergott ermordet - um die ecke gebracht - und schwingt sich nun auf, größenwahnsinnig den anbruch seines müllzeitalters nach sich selbst zu benennen ... - 

    ja - "wir sind die eingeborenen von trizonesien", sang man in den ersten kabarett-veranstaltungen nach dem krieg - und besang so die "tri-zone" - die westlichen besatzungszonen deutschlands: frankreich, großbritannien und die usa ... - die dann die brd bildeten ... - im gegensatz zu der "ost-zone", die dann ddr wurde: heutzutage sind wir also auch wieder die erfinder und die "eingeborenen eines anthropozäns" ... - und sind womöglich auch noch stolz darauf ...

    es sind in erster linie unsere missetaten und unsere abfälle, die das "anthropozän" als solches bestimmen: welch eine fragwürdige  "leistung" ... - welch ein denkmal setzt sich die menschheit mit einer solchen namensgebung ...???

    dabei hat sich die menschheit ja gar nicht selbst erschaffen - sie ist ja dabei immer noch auf "fremde" hilfe angewiesen - alles was die menschheit in diese welt eingebracht hat war: 

    • die atombombe, 
    • die verbreitung von plastik(müll - und partikel - sand) auf millionen jahre hinaus, 
    • aluminium, 
    • beton-partikel, flugasche und 
    • radioaktives fallout, 
    • großräumige veränderungen der kreisläufe 
    • etwa von kohlenstoff, stickstoff und phosphor, 
    • die beispiellose globale ausbringung von tier- und pflanzenarten, 
    • den klimawandel ... - 

    ähhh - sind das etwa "leistungen", um ein zeitalter danach zu benennen ... ???

    psalm 90 der bibel drückt des menschen abhängigkeit treffend und mit viel demut und innerer erkenntnis und einsicht aus ... - die fehlt nun nach 2100 jahren gänzlich - und in diesem vermaledeiten  "anthropozän" kann dann niemand mehr den tatsächlichen schöpfer er-innern: 
    Herr, du bist unsere Zuflucht 
    Jahr um Jahr. 

    Ehe die Berge entstanden 
    und die Erde und die Welt 
    geschaffen wurden, 
    bist du gewesen 
    und bist Gott 
    von einer Ewigkeit zur anderen. 

    Du lässt die Menschen sterben 
    und rufst sie zurück in den Staub: 
    Kommt wieder, Menschenkinder! 

    Denn tausend Jahre 
    sind für dich wie der Tag, 
    der gestern vergangen ist, 
    wie ein paar Stunden 
    in der Nacht. 

    Du säst Menschen aus 
    in die Welt 
    Jahr um Jahr. 

    Wie das Gras, das nachwächst, 
    kommen sie aus deiner Hand. 
    Wie Gras, das in der Morgenfrühe aufwächst 
    und blüht und am Abend welk wird 
    und verdorrt, 
    welken wir hin unter deiner Glut, 
    verdorren plötzlich unter deinem Zorn. 

    Denn du siehst all unser Unrecht. 
    In deinem Licht ist es sichtbar, 
    so verborgen es ist 
    unserem eigenen Herzen. ...

    aus Psalm 90 - Jörg Zink ...
    ob irgendwelche geschöpfe nach uns - wo und wie auch immer - diese erd-epoche eines tages als das "anthropozän" bezeichnen werden - werden wir nicht mehr erleben - in anderer schöpfungsexistenz können wir uns ja vielleicht noch dran erinnern: mir ist so - als wäre da mal etwas gewesen ...




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    Evolutionsgeschichte


    So stellt man sich die rekonstruierte "Lucy" vor ...


    1974 war Lucy (wiki-link) ein Sensationsfund. Das mehr als 3 Millionen Jahre alte Skelett eines Australopithecus afarensis erlaubte neue Einblicke in die Evolutionsgeschichte. US-Forscher haben nun die Todesursache geklärt...


    Lucy fiel vom Baum und starb



    Vor 3,18 Millionen Jahren schritt Lucy durch das heutige Äthiopien. Manche zählen sie zu den ältesten menschlichen Vorfahren. Jetzt sind die Umstände ihres Todes geklärt.


    Lucy, einer der berühmtesten Vormenschen, starb vermutlich durch einen Sturz von einem Baum. An ihren fossilen Überresten fanden Wissenschaftler mehrere Knochenbrüche, die große Ähnlichkeit mit Verletzungen zeigen, die Menschen nach Stürzen aus großer Höhe erleiden. Ein Forscherteam von der Universität Texas in Austin stellte diese Erkenntnisse in einer Studie im Fachblatt Nature vor (Kappelman et al., 2016).

    Die Wissenschaftler interpretieren die speziellen Knochenbrüche als Hinweis darauf, dass Lucy wie alle Angehörigen der Art Australopithecus afarensis in Bäumen lebte – eine Frage, die unter Fachleuten bisher umstritten ist. Lucy lebte vor 3,18 Millionen Jahren in der Afar-Region des heutigen Äthiopien. Dort entdeckten US-Forscher 1974 ihre Überreste und benannten das Skelett nach dem Beatles-Titel Lucy in the Sky with Diamonds. Die Fossilien gehören nach Meinung vieler Forscher zu den ältesten und vollständigsten Überresten menschlicher Vorfahren. Es wird wissenschaftlich jedoch noch diskutiert, ob der heutige Mensch aus dem Australopithecus afarensis hervorging.

    Etwa 40 Prozent des Skeletts von Lucy sind erhalten. Sie war etwas über einen Meter groß und wog weniger als 30 Kilogramm. Aufgrund des Skelettbaus nehmen Experten an, dass Lucy aufrecht auf zwei Beinen am Boden gehen konnte. Unklar ist, ob sie und ihre Artgenossen auch noch in den Bäumen lebten.

    Frakturen der Oberarme und Rippen
    Ein Team um John Kappelman von der Universität Texas in Austin untersuchte das Fossil sowie computertomografische Aufnahmen davon genauer. Die Forscher fanden Frakturen an vielen Knochen, etwa am Oberarm- und Oberschenkelknochen, am Schulterblatt, dem Becken und einer Rippe. Nach Überzeugung der Forscher sind die Brüche nicht im Laufe der Jahrmillionen nach ihrem Tod entstanden, sondern haben ihren Tod verursacht. Sie wiesen große Ähnlichkeit mit Frakturen auf, die bei heutigen Patienten nach Sturzverletzungen zu finden sind.



    Lucys Überreste



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    fürs blog recherchieren bildet
    shiva und die kastanienfrucht

    da war jetzt ein zusammentreffen verschiedener pole in meinem hirn: da war der 90. psalm von neulich - und heute bei der erstellung einer grafischen pixel-arbeit - der indische gott shiva ..., der mir zudem noch als indisches holzrelief von einer wand in meinem "atelier" zulächelt und tanzt ...

    eigentlich habe ich zu wenig ahnung von der indischen götterwelt, als dass ich tatsächlich wüsste, ob es sich bei der androgynen figur in meinem holzrelief tatsächlich um shiva handelt - denn mein shiva hat als "mann" zwei weibliche brüste ...

    shiva ???
    wenn er schon androgyn dargestellt wird, ist er ikonographisch oft in der mitte in eine männliche und eine weibliche hälfte geteilt ... - diese brüste auf meinem shiva sind jedoch zwei gleichgeformte brüste - eindeutig weiblich - und doch wird er wohl vor lauter herumgetänzel gern in indien so androgyn dargestellt - vielleicht ist die figur aber auch eine seiner frauen, die seine attribute mit übernommen hat ...

    im 90. psalm war ich so begeistert  von diesem demütigen wissen unseres menschlichen endes und wiedererstehens - auferstehung ganz einfach bereits erklärt: wir kehren "zurück" in den staub der erde - und gott ruft immer wieder neu neue menschen ins leben: also zwar sterben wir im einzelnen - als individuen - aber wie in der natur wachsen wie in einem bevölkerunge-frühling immer wieder neue menschen nach und bevölkern diese erde - ehe auch sie wieder wie herbstlaub herunterfallen und absterben und verrotten - und abermals neu - usw. usw.: - ein nicht endenwollender kreislauf, den uns gott geschenkt hat ... - und keine elektronik - keine app - keine algorithmen ...

    und beim shiva beeindruckten mich seine widersprüchlichen attribute, die man ihm zuschreibt: der schöpfer, der erschaffer, der bewahrer    u n d    der zerstörer - alles in einem: und dann entdeckte ich für mich diese parallele zum gesang des 90. psalms: auch da wird vom zornigen und tobenden gott gesprochen -



    denn auch er muss ja - je nachdem wo man in den kreislauf einsteigen will - zunächst freiräumen, ehe er neu ins leben ruft, und vor ihm sind ganze epochen wie ein tag - und unser jeweiliges individuelles leben ist wie die kurze saison im kreislauf eines kastanienbaumes vielleicht: ein grüner sprössling, eine dicke klebig-tropfende knospe, einen weißen kerzenartigen blütenstand treibend, ein bestäuben der blüte, das bilden einer frucht, mit einer neuen kastanie im kern, das welken der blätter, das abfallen der frucht mit dem aufprallen auf den boden, das einsenken der jungen kastanie in den boden, der keim aus der absterbenden alten kastanienhülle zu einem neuen kastanienpflänzchen, einem sprössling aus dem mal ein großer baum werden kann ...

    solche ewig jung haltenden ineinandergreifenden kreisläufe schützen uns vor einer elenden vergreisung der erde, der man ja ihre milliarden jahre beim besten willen nicht ansieht - aber der "preis" dafür - aus unserer kleingeistigen individuellen ego-sicht heraus - besteht immer auch in einem absterben, in einem beenden, um im nächsten moment als etwas anderes nachwachsendes neu zu starten: rien ne va plus ...: alles ebenso einfach wie eben hochkomplex angelegt - und aus einer nicht unmittelbar beteiligten metaebene aus betrachtet: eine grandiose - geradezu "göttliche" idee ...

    william blake: gott als architekt ...
    und das heißt aber auch, dass wir uns diesen "lieben gott" auch nicht nur in rosa wölkchen malen können: da muss rigoros individuelles leben zunächst zurücktreten und gar ausgelöscht werden, ehe er in ein neues leben beruft ... mit den uns geläufigen moralischen attributen von "lieber und guter gott" und "drohender/wütender/eifernder gott" hat das eben, aus einer höheren metaebene betrachtet, wenig zu tun - gott ist vor und in allem - ein "liebender" gott, der sich im verborgenen kümmert ...: wie shiva ist also unser gott in seinen weiblichen und männlichen anteilen relativ androgyn und in seinem "handeln" relativ paradox und widersprüchlich: als "sensemann" und totengräber und als gebährer und geburtshelfer, als erschaffer, als bewahrer und als zerstörer ... - also sooo exotisch ist die/der indische shiva gar nicht im vergleich mit meinem gott ...

    und aus dieser schon oben angedeuteten metabene betrachtet nivelliert sich das was "gut" und "böse" ist für uns durch das uns eingepflanzte (noch) nicht kommerziell erschlossene "gewissen" in den relevanten augenblicks-entscheidungen - das "gewissen" als unser von gott im seelengrund eingebautes und versiegeltes ethisch-pädagogisch-moralisches augenblicks-navi (= gutes gewissen - schlechtes gewissen - das spüren wir deutlich, wenn wir in uns hineinhorchen)...

    aber dieser umstand lässt dann eigentlich kein hadern zu mit gott - etwa vor seinem ausbleibenden eingreifen im vorfeld von "katastrophen" und "misslichkeiten", die oft genug durch pur-menschliche unzulänglichkeiten und menschliche hybris - menschliches imponiergehabe gegenüber gott - ausgelöst werden - die wir immer nur mit unserer individuellen ängstlichkeit beurteilen aus dem augenblick und aus unserer lebenssituation heraus bewerten können - durchaus gesund aber auch egoistisch am eigenen leben hangend: denn einer oben genannten kastanienfrucht geht unsere sorge und unser gezeter vor dem "wir schaffen das!" so was von an der "cupula" vorbei - und ein delphin etwa ist nach unseren maßstäben zwar "schlau" und verständigt sich sogar mit sprachähnlichen lauten mit seinesgleichen, zeigt "soziale" und "behütende" kompetenzen - eben so wie bei der aufzucht der eigenen nachkommenschaft - aber er weiß nicht einmal, was wasser ist - und dass er darin "schwimmt" ... S!



    Nachschlag -

    Ps 90 - nach: Die Schrift - Buber/Rosenzweig
    1 Ein Gebet Mosches, des Mannes Gottes. Mein Herr, du bist, du Hag*) uns gewesen in Geschlecht um Geschlecht. 2 Eh die Berge wurden geboren, Erde kreißte und Welt, von Zeiten her bis in Zeiten Gottheit bist du. 3 Bis zum Mulm lässest den Menschen du kehren, und du sprichst: Kehrt zurück, Adamskinder! 4 - Denn tausend Jahre sind dir in den Augen wie der gestrige Tag, wenn er vorbeizog, oder eine Wache in der Nacht. - 5 Du ergießest sie, ein Schlaf ists, da sie werden, am Morgen treibts dann wie Gras: 6 das am Morgen blühte und trieb, am Abend erschlafft es und dorrt. 7 Ja, wir vergehen durch deinen Zorn, durch deinen Grimm sind wir verstört: 8 du stellst unsre Fehle dir gegenüber, unsern Hehl vor deines Antlitzes Leuchte. 9 Ja, in deinem Aufwallen wenden all unsre Tage, wir lassen unsre Jahre wie einen Seufzer vergehn. 10 Die Tage unsrer Jahre sind für sich siebzig Jahre, und wars in Kräften, sinds achtzig Jahre, und ihr Ungestüm ist Mühsal und Harm, wenns mäht, eilends, entfliegen wir. 11 Wer erkennt die Macht deines Zorns und, wie du zu fürchten bist, dein Überwallen! 12 Unsre Tage zu bestimmen, laß es recht kennen, daß ein Herz der Weisheit einkomme uns! 13 Kehre um, DU! bis wann! lasse es dir leid werden deiner Knechte! 14 Zum Morgen sättige mit deiner Huld uns, daß wir jubeln und uns erfreuen an all unsern Tagen. 15 Erfreue uns, den Tagen gleich, da du uns beugtest, den Jahren, da wir das Böse sahn. 16 Sichtbar werde deinen Knechten dein Wirken, dein Glanz über ihren Kindern! 17 Meines Herrn, unsres Gottes, Mildigkeit sei über uns! Das Tun unsrer Hände richte auf über uns, das Tun unsrer Hände, richte es auf!
     *) Ein Hag ist ein meist von einer Hecke eingehegtes bzw. eingefriedetes Gelände



    Ps 104 (Buber/Rosenzweig)
    1 Segne, meine Seele, IHN! DU, mein Gott, du bist sehr groß, bekleidet mit Hehre und Glanz, 2 der das Licht um sich schlingt wie ein Tuch, den Himmel wie einen Zeltteppich spannt. 3 Er, der im Wasser seine Hochgemächer bälkt, er, der Gewölk sich als Fahrzeug setzt, er, der auf Fittichen des Winds sich ergeht, 4 der zu seinen Boten die Winde macht, zu ihm Amtenden loderndes Feuer, 5 er hat auf ihre Festen die Erde gegründet, sie wankt in Zeit und Ewigkeit nie. 6 Der Urwirbel, wie mit einem Kleid bedecktest du ihn. Über den Bergen standen die Wasser, 7 vor deinem Schelten sind sie geflohn, vorm Laut deines Donners enthastet, 8 haben Berge erstiegen, sind in Täler gesunken, an den Ort, den du gründetest ihnen. 9 Du hast ihnen die Schranke gesetzt, die überschreiten sie nie, kehren nie wieder, die Erde zu decken. 10 Du, der Quellen schickt in die Bäche - zwischen Bergen gehen sie hin, 11 tränken alles Getier des Feldes, Wildesel stillen ihren Durst, 12 dran wohnt das Geflügel des Himmels, zwischen dem Gezweig her geben sie Laut - , 13 der aus seinen Hochgemächern die Berge tränkt, von deiner Werke Frucht ersattet die Erde. 14 Der für das Vieh Gras sprießen läßt, für des Menschen Ackerdienst Kraut, aus der Erde Brot zu holen 15 und Wein, der das Herz der Leute erfreut, mehr als von Öl schimmern läßt das Antlitz, aber Brot labt das Herz der Leute. 16 Gesättigt werden SEINE Bäume, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat, 17 worin Vögel nisten: der Storch, sein Haus sind Wacholder. 18 Berge - für die Steinböcke sind die hohen, Klüfte sind der Klippdachse Schutz. 19 Der den Mond gemacht hat für Gezeiten, die Sonne, die ihren Untergang kennt, 20 bringst Finsternis du, und wird Nacht, regt sich drin alles Waldgetier: 21 die Jungleuen brüllen nach Raub, vom Gottherrn ihre Nahrung zu fordern, - 22 strahlt die Sonne auf, ziehen sie heim, lagern sich in ihre Gehege, 23 hervor kommt, an seine Arbeit, der Mensch, an seinen Dienst bis zum Abend. 24 Wie viel sind deine Werke, DU! alle hast du mit Weisheit gewirkt, Deiner Stiftung voll ist die Erde. 25 Das Meer da, groß, breit zuhanden, ein Gerege ist dort ohne Zahl, kleine Tiere mit großen, - 26 dort, wo sich Schiffe ergehen, ist der Lindwurm, den du bildetest, darin zu spielen. 27 Sie alle warten auf dich, ihre Nahrung zu geben zu deren Stunde. 28 Du gibst ihnen, sie lesen auf, du öffnest deine Hand, sie ersatten an Gutem. 29 Du birgst dein Antlitz, sie werden verstört, du ziehst ihren Geist ein, sie verscheiden und kehren zu ihrem Staub. 30 Du schickst deinen Geist aus, sie sind erschaffen und du erneuerst das Antlitz des Bodens. 31 Auf Weltzeit sei SEINE Ehre, ER freue sich seiner Werke: 32 der zur Erde blickt und sie zittert, an die Berge rührt und sie rauchen! 33 In meinem Leben will ich IHM singen, wann ich noch da bin harfen meinem Gott. 34 Angenehm sei ihm mein Bericht! ich aber, ich freue mich an IHM. 35 Möchten die Sünder vom Erdreich hinweg, der Frevler keiner mehr sein! Segne, meine Seele, IHN! Preiset oh Ihn!

    Unsere Vorstellung, Gott sei ‚allmächtig‘, führt in die Irre. 

    Foto: gibt-es-gott.com
    Beweist nicht der Alltag unseres Lebens das Gegenteil? Das klassisches Glaubensbekenntnis sagt zwar in der ersten Zeile: „Ich glaube an Gott den Vater den Allmächtigen“. Doch das stürzt jeden frommen Menschen in tiefe Zweifel.

    Hier hilft nur der Hinweis: Da wurde etwas falsch übersetzt; denn im griechischen Urtext heißt es ‚Pantokrator‘, ‚Weltenherrscher‘. Es scheint, als seien die lateinischen Kirchenvätern ihrem Machthunger zum Opfer gefallen und ihren Männerphantasien, als sie aus dem ‚Weltenherrscher‘ den Alleskönner, den ‚omnipotens‘ machten.

    Doch es geht nicht darum, dass Gott alles kann, sondern dass er in allem gegenwärtig ist, auch in der Not. Der Islam spricht her von Gott, dem „Allerbarmer“. Die Wahrheit liegt darin: Gottes Menschlichkeit wirkt im Verborgenen. Geben wir das wenige, was wir haben, und hoffen wir auf die Verwandlung der Welt.

    nach Dr. theol. Gerhart Herold


    auch zum thema: hier clicken


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    wir - schaffen - das - 

    ich bin nun nicht der ausgewiesene freund und sympathisant des herrn gabriel - aber bei allem was recht ist: was ihm da zu beginn des wahlkampfes zur bundestagswahl 2017 alles untergeschoben wird, das geht doch auf keine kuhhaut mehr: herr gabriel hat ja gar nicht die bundeskanzlerin kritisiert wegen dieses satzes "wir schaffen das!" - und er fällt ihr auch nicht deswegen in den rücken...

    er hat diesen satz ja vielleicht sogar zuerst gesagt - hat sozusagen das "copyright"© daran - und frau merkels redenschreiber hat es dann ein paar tage später ihr so ins manuskript mit hineinnotiert - als stellungnahme der damaligen regierung insgesamt angesichts der flüchtlingsströme, die in ungarn festsaßen und nun über die grenze drängten ... - auch die regierung fasste sich ja damals fest und mutig an die hände - und musste gegen die eigene angst anpfeifen - eben unter dem gemeinsamen motto: "jawohl - wir schaffen das!"

    nur ab dann hat die damals allmählich immer mehr auch von seiten der schwesterpartei csu und im umschwung der bevölkerung durch afd und pegida in die kritik kommende bundeskanzlerin die richtungskompetenz immer mehr schleifen lassen müssen - auch weil ihre eigenen leute nicht mitzogen - und ihr tatsächlich in den rücken fielen ... - man erinnere sich an die 34 cdu-funktionäre, die im vergangenen herbst in einem offenen brief schrieben, die "politik der offenen grenzen" stehe nicht "im einklang mit dem programm der cdu" und die csu mit söder, seehofer und z.t. auch immer wieder mit nadelstichen innenminister de maiziere - und bei der knete der "schwarze-null-fetischist" finanzminister schäuble - und auch die ost-bundesländer zogen allenfalls nur sehr halbherzig mit ...
    Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union warnte vor Problemen dabei, Flüchtlinge in Arbeit zu bringen. «Es ist verständlich, wenn die Bundeskanzlerin in diesen Tagen Optimismus verbreitet», schrieb der Vorsitzende Carsten Linnemann (CDU) aus Paderborn in einem Gastbeitrag für das «Handelsblatt» [schon am 16.09.2015!!!]. «Dabei ist aber wichtig, dass wir realistisch bleiben und Schwierigkeiten nicht schönreden.» Die meisten Flüchtlinge hätten «kurz- bis mittelfristig keine Chance, auf unserem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen». Eine große Mehrheit werde «sehr lange bis dauerhaft auf die Hilfe des Staates angewiesen sein». 
    merkel hat es so versäumt, im kabinett eindeutig die richtlinien der politik zu bestimmen und die weichen zu stellen: die dafür notwendigen verordnungen und gesetze einzubringen - und so raffiniert an den stellschrauben zu drehen - für eine befriedigende antwort auf das "wie"??? - "wie" - schaffen wir das ...???

    vom intern abgehalfterten ehemaligen kanzlerkandidaten der spd, peer steinbrück, war mit datum vom 6. Dezember 2015 (!!!), 18:10 Uhr, in ZEIT ONLINE zu lesen: 
    "Peer Steinbrück, ehemaliger Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat der SPD, hat die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert. Diese folge "dem nicht gering zu schätzenden Prinzip von Glaube, Liebe, Hoffnung", schrieb Steinbrück in einem Beitrag für die ZEIT. "Aber eine Antwort zu finden auf die Frage'Wie schaffen wir das?'– Das ist Politik! Diese Antwort haben wir nicht." Merkel sage nicht, wie die Flüchtlingskrise zu meistern sei."
    und nun - zu beginn des september 2016 - zu beginn des wahlkampfes für die wahl in einem jahr und zur abgrenzung gegenüber den mitregierungsparteien cdu/csu - und damit auch der cdu(!)-kanzlerin - hat der spd(!)-vizekanzler sigmar gabriel völlig zu recht angemahnt: 
    Das von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geprägte Motto "Wir schaffen das" reiche zum Bewältigen der Flüchtlingskrise nicht aus. "Eigentlich muss der Satz lauten: Wir machen das", sagte der Vizekanzler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
    gabriel dann weiter - und diese passage und die darin enthaltenden nuancen werden in den meldungen dieser tage allzu gern unter den teppich gekehrt: 
    "Und genau da liegt der Fehler von Angela Merkel und ihrer CDU/CSU [siehe oben die einlassungen mittels "brandbrief" von den 34 cdu-funktionären, der csu und der mittelstands- und wirtschaftsvereinigung der union u.a.]: Man kann nicht eine Million Flüchtlinge nach Deutschland lassen und sich dann weigern, die Voraussetzungen für Bildung, Ausbildung, Arbeit und auch für die innere Sicherheit zu schaffen. Wir Sozialdemokraten mussten lange darum kämpfen, bis die Union endlich bereit war, den Städten und Gemeinden zu helfen und bis CDU und CSU einem Integrationsgesetz mit entsprechenden Finanzmitteln endlich zugestimmt haben. Und erst jetzt beginnt auch die Union darüber nachzudenken, was wir zusätzlich bei der Bundespolizei brauchen. Wir drängen sie dazu seit einem Jahr und es bedurfte des Drucks der SPD, damit wenigstens 3.000 zusätzliche Polizeistellen geschaffen wurden. Wir haben unendlich viel Zeit verloren. Einfach mal sagen „Wir schaffen das“ und dann die Sache einfach laufen zu lassen, ist ein großer Fehler gewesen", so Gabriel. 
    ich meine - daran ist nichts verwerfliches - nichts bösartiges, nichts in den rücken fallendes - sondern das ist der beginn des wahlkampfes, der beginn der abgrenzungen innerhalb der regierungskoalition ... - und - für mich wenigstens - völlig legitim!!!

    und was sagt dazu nun der cdu-generalsekretär peter tauber nach einer sitzung des parteipräsidiums in berlin: die Aussagen gabriels zur flüchtlingspolitik und zur inneren sicherheit seien ... 
    "nicht nur eine bodenlose Unverschämtheit, sondern in der Sache auch noch falsch. Wir haben gesagt: "Wir schaffen das". Und dieses "Wir schaffen das" folgt seit dem Parteitag im Dezember letzten Jahres einem klaren Plan."

    inzwischen wissen wir zu diesem "Wir ... [also die cdu ... - die csu ja wohl sowieso nie ...] ... haben gesagt: "Wir schaffen das", des herrn tauber: gabriel hatte bereits am 22. august 2015 in einem video-podcast zur flüchtlingskrise gesagt: „Ich bin sicher: Wir schaffen das.“ also schon rund eine Woche vor der Kanzlerin - 


    S!NED!|photo|caricat
    und gabriel war damals so blauäugig davon ausgegangen, dass die "infra-struktur" eines solchen beispiellosen unterfangens, nämlich einer million menschen von heute auf morgen ein dach über dem kopf zu geben, dass das auch von cdu und vor allen dingen auch csu mitgetragen wird in allen kommunalpolitischen und länderpolitischen und bundespolitischen details und konsequenzen - und die ärmel aufgekrempelt werden ... 

    "Wir müssen das gemeinschaftlich machen und Mut machen, dass wir das hinkriegen,“ so gabriel in dem podcast weiter ... S!

    unbedingt dazu auch die jakob-augstein-kolumne - click here


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     ... verzockt ... - merkel im "lahme-ente"-stil ...;-)

     da spricht man in jüngster zeit immer von der "flüchtlingspolitik der kanzlerin angela merkel" ... ich weiß gar nicht, ob ich das als einziger so sehe, dass angela merkel ihre "wir-schaffen-das"-flüchtlingspolitik doch schon lange aufgekündigt hat ... dass eigentlich seit spätherbst 2015 nun deutlich weniger flüchtlinge zu uns kommen, hat mit der schließung der balkanroute durch orbán und konsorten - mit dem festhalten in idomeni und anderswo in griechenland und der türkei zu tun - mit dem einknicken der österreicher an ihrer grenze und wahrscheinlich dem agreement mit den bayerischen seehofer-grenzbeamten auf der anderen seite ...

    es gibt nicht weniger flüchtlinge - es gibt nur weniger bis deutschland durchdringende flüchtlinge - aufgehalten durch die gesamturopäische politik einschließlich deutschland und den verhandlungen mit erdogan, vor dem ja die kanzlerin deshalb nun schon zum x-ten male eingeknickt ist bei der "rücknahme" der "völkermord"-bezeichnung durch die bundesregierung, die damit den besagten armenier-beschluss des eigenen bundestags einfach mal unterläuft - als bonus wahrscheinlich auf die 6 milliarden, die an die türkei gezahlt werden als flüchtlings-gefängniswärter-und-festhalte-kosten ...

    Syrische Flüchtnlinge im Libanon. (Quelle: Jakob Studnar)
    kinder im flüchtlingslager - foto: kindernothilfe | jakob studnar

    hoffentlich läuft so etwas nicht eines tages bei dem einsatz der bundeswehr als parlaments-armee genauso - dass eine einsatz-ablehnung durch den bundestag durch die bundesregierung einfach mal unterlaufen wird...

    die derzeitige flüchtlingspolitik der angela merkel wenigstens taugt eigentlich nicht mehr, sie als "marke" zu kennzeichnen und sich daran abzuarbeiten. diese ursprüngliche vielleicht etwas blauäugige aber herzliche art von "flüchtlingspolitik" ist längst gänzlich heimlich, still und leise zurückgenommen worden und wurde vermeintlich um der wähler willen herrn seehofer und der afd-/pegida angepasst - nur diese ewig verblendeten afd-wähler aus dem etwas unterflachen flächenland meckpomm haben das noch gar nicht mitbekommen - oder eben als meldung aus der "lügenpresse" als lüge abgehakt ... -

    aber in deren protesthaltung spielt die eigentliche " flüchtlingspolitik" eh nur eine irreale nenngröße - real ist ihr protest eigentlich gegen alle "ungerechtigkeiten", die man so populistisch und stammtischhaft wahrnimmt, gegen die "abwicklungen" vor über 20 jahren der großen ddr-"marken" durch die "treuhand" von rohwedder/breuel - und dem einstampfen der vermeintlich beschaulichen geranien-ddr-nachbarschafts-identität - ohne jeden übergang - hinein in den kapitalistischen sumpf, der nun jedoch die kinderkrippen in form von "kitas", die "planwirtschaft" (kaufen sie mal heutzutage aktuell eine neue küche: lieferzeit mindestens 6-8 wochen, wenn es gut geht ...) in angepasster anglizistischer form von "build to order" und "joint venture", sowie die riesen-landwirtschaftsbetriebe der lpg in 1:1 übernimmt - und sie als großartige neuerungen "verkauft" ... - naja - die "reichsautobahn" hatte ja auch ihr gutes ...

    und wenn in meckpomm nur 2 x am tag der bus in einige dörfer kommt, als eigentlich klapperiger schulbus für die kinder, zu zeiten wo sowieso niemand zeit hat, dynamiken zu entwickeln oder "netzwerke" und "nachbarschaftshilfen" zu bilden - und das internet noch gar nicht existiert ... - da ist eben einfach nur "tote hose" - und dagegen protestiert man eben - völlig zu recht ...

    der politik kann ja kein vertrauen geschenkt werden - weil politik nur noch "zelebriert" und "gemacht" wird - zumeist im schatten des turbokapitals und der "marktkonformen" demokratie - und nach ansage der demoskopischen institute, mit geringer halbwertzeit - und nicht gelebt - vorgelebt - etwa wie der olle blüm noch mit 80 nach idomeni fährt ... oder der papst nach lampedusa ...: mit dem überfliegen von katastophengebieten im hubschrauber oder dem gummistiefel-besuch dort ist es nicht getan ...: 1-2 nächte in einer flüchtlingsunterkunft übernachten täten frau merkel und herrn de maiziere bestimmt gut - oder herrn gabriel, der dann bestimmt wieder blasser würde, wenn die höhensonne ein paar tage nicht benutzt wird ...

    frau merkel lügt sich auch selbst einen in die tasche - und streut uns dabei ebenfalls sand in die augen
    das flüchtlingsabkommen mit der türkei verteidigt merkel im bundestag am 07.09.2015. die vereinbarung sei "in beiderseitigem interesse", sagte die kanzlerin. "es ist, seitdem wir dieses abkommen haben, so gut wie niemand mehr in der ägäis ertrunken." es sei daher ein modell für weitere abkommen mit ägypten, tunesien oder einmal auch mit libyen. 
    das ist ganz natürlich - wenn über die ägäis keine boote mehr losgehen können, weil das rigoros durch administrative u-abkommenkonforme maßnahmen in der türkei und griechenland unterbunden wird, steuern die schlepper mit ihren alten kähnen neue routen über das mittelmeer an ...  
    von insgesamt ca. 3156 bisherigen ertrunkenen und vermissten im mittelmeer von januar bis august 2016 (die bisher höchste registrierte zahl in 8 monaten ...!!!) sind seit dem abkommen mit der türkei - nun natürlich verstärkt über die libyen/ägypten-italien-route ca.1778 menschen ertrunken ... - (quelle) 
    das schließen einer route bewirkt nur das ausweichen auf andere routen - ein sinken der kollateralopfer hier bewirkt ein ansteigen dieser zahl dort ...
    in den mitteleuropäischen ländern wie deutschland sank die zahl der ankommenden flüchtlinge zwar im vergleich zum vorjahr. gleichzeitig sind jedoch die unterkünfte und camps in den grenzregionen griechenlands, der türkei, italiens und auf der balkanroute weiterhin überfüllt. laut iom (internationale organisation für migration) hat sich seit dem u-türkei-abkommen im märz 2016 die zahl der migranten, die in griechenland gestrandet sind, um 43 prozent erhöht.in der Türkei geht die uropäische union von momentan 3,1 millionen flüchtlingen aus.
    im zauberlehrling von goethe heißt es ja: "die geister - die ich rief - werd ich nun nicht los": - und frau merkel singt nun: "die flüchtlinge - die ich rief - die bin ich zwar längst wieder los - aber niemand hat's gemerkt - aber wir schaffen euch auch noch" ......S!


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    Massenstart der Ballonfahrer

    Arnsberg/Paderborn (dpa). Viele bunte Punkte am Morgenhimmel über dem Sauerland: Gestern Morgen sind 63 Ballonfahrer in Arnsberg zu einer gemeinsamen Reise abgehoben. Der Massenstart ist einer der Höhepunkte des Ballonfahrer-Treffens Montgolfiade im Sauerland. Ursprünglich war der Massenstart auf dem Flughafen Paderborn-Lippstadt geplant. Wegen ungünstiger Winde war er dort zunächst verschoben und dann schließlich nach Arnsberg verlegt worden. Auch Warstein, das Veranstaltungszentrum der Montgolfiade, kam nicht zum Zuge, weil zu starke Winde angekündigt waren. Der Segelflugplatz Arnsberg hingegen liegt günstig in einem Tal. Schon seit Samstag sind die Ballonfahrer in Warstein zu Gast. Beim größten jährlichen Ballonfahrer-Treffen in Europa gibt es dort noch bis morgen Attraktionen wie die »Nightglows« zu sehen, bei denen die Ballonhüllen in der Dunkelheit mit den Gasbrennern zum Leuchten gebracht werden. Zuletzt besuchten mehr als 50 000 Menschen das farbenfrohe Spektakel. (WESTFALEN-BLATT - 09.09.2016)

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    Die Konstituierung der €U-med-Süd-Achse: Nun wird sich die deutsche Brille wohl wieder Blau einfärben müssen - mit Sternchen ... -
    Endlich weniger Sparen und keine "Festung €uropa" mehr: - man könne Fenster für kontrollierte, legale Einwanderung öffnen und müsse den Südstaaten helfen, ihre Grenzen gegen die illegale Migration dichter zu machen ...: Die Regierungschefs des Südens schließen sich zur €U-med-Achse zusammen und könnten tatsächlich schon bald für neue €U-Entscheidungen sorgen - und die hochnäsige Dominanz des Nordens gemeinsam mit dem Osten zerbröseln. Denn die Ost-€U-Staaten spielen schon länger ihre populistisch-egoistischen Spielchen: die Ostländer, zu einem guten Teil von Rechtspopulisten und Nationalisten regiert, treten längst als eigenständiger Machtfaktor auf. Auch als Abwehr gegen die deutsche Finanz- und "Ethik"-Omnipotenz ... Ihr harter Kern ist die Visegrád-Gruppe (benannt nach der ungarischen Stadt), zu der sich Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn zusammengetan haben. Bei vielen Themen schließen sich weitere Staaten an, Österreich und Slowenien zum Beispiel ...

    Der Zuchtmeister Deutschland - allen voran der Sudoku-Spieler Schäuble mit seiner "Schwarzen 0"-Politik - wird sich warm anziehen müssen hier im kühleren Norden €uropas:  man wird ihn im übrigen €uropa mit seiner Austeritäts-Finanzpolitik auslachen und das eigene Ding in Solidarität mit Freunden drehen - Deutschland hat nur noch wenig Freunde - und zuviel anderen in die Förmchen gepillert... Und damit sind auch Deutschlands und Schäubles fetten Jahre glanzlos dahin.

    Ich glaube, das ist seit über 100 Jahren das "deutsche" Problem: man hält sich immer für die Menschen mit dem absoluten Durchblick, man weiß, was "richtig" ist - man weiß, dass man immer und überall sparen muss - aber nur weil wir auch noch etwas zu sparen haben - wovon wir uns aber nichts kaufen können - das deutsche Geld setzt Schimmel auf den Sparkonten an - und man fühlt sich immer im "Auge des Orkans": man meint in die windstille Sonne zu blinzeln - während im gleichen Moment rundherum das stürmische Tohuwabohu herrscht: das ist uns doch egal ... - Deutschland fährt und baut die schnellsten und dicksten Autos und rast damit auf den europäischen Autobahnen herum - zum Angeben - zum Sauerkraut-Essen mit Eisbein in Barcelona und auf Mallorca - und warum soll es kein Schweine-Eisbein auch in Ankara geben ... ??? Und auch wenn die Deutschen zunächst "Willkommen" rufen mit ausgebreiteten Armen - erkaufen sie sich dann plötzlich aus innenpolitischen Gründen namens AfD und Pegida und Seehofer-"C"SU  einen imaginären Bretterzaun in der Türkei für 6 Milliarden €uro ... Deutschland erkauft sich seine Launen - ohne Rücksichten - um jeden Preis ... - und schert sich eigentlich um andere wenig - und die die trotzdem kommen, sollen schnellstens "deutsch" werden ...

    Sudoku-Spieler Schäuble während einer
    Haushaltsdebatte im Bundestag - Foto: ARD
    Es ist relevant, dass die Sparpolitik aus Sicht vieler ausländischer Fachleute total gescheitert ist - seit 5 Jahren schon - und Deutschland den Süden kollapsreif sparen will ... Das ist nun vorbei. Diese ausländischen Fachleute waren nicht die dümmsten Bauern - sie sind nur mutiger, wendiger, investieren etwas, haben unternehmerischen Mut - ganz anders als die Deutschen, die auf ihre angestaubten "Schwarzen 0" blicken und auf ihren Sparstrumpf, der immer dicker wird - von dem "wir" aber nichts hergeben wollen ...

    Deutschland ist (noch) Fußball-Weltmeister - und Frau Kerber ist die No.1 im Frauen-Tennis geworden - aber "wir" sind nicht €uropas Finanz- und Wirtschafts-Meister ... - für den wir uns ja so liebend gern ausgeben - und auch halten ...

    Bei Ausbruch der Eurokrise 2010 versprach der damalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, rigide Haushaltspolitik werde das Vertrauen der Investoren wecken. Von reger Investitionstätigkeit ist aber nach sechs Jahren Austerität noch nicht viel zu sehen.

    Mit der €U-med-Südachse wird in €uropa nicht mehr nur "Deutsch gesprochen", wie Volker Kauda (bekanntlich kein AfD-Funktionär) - noch 2011 auf einem CDU-Parteitag triumphierte ...  Kauder warf damals den übrigen Staaten der Währungsunion vor, erst jetzt begriffen zu haben, was die Kanzlerin bereits seit langem propagiert: Ausgangspunkt der Krise seien nicht die Spekulanten gewesen, sondern "dass wir uns nicht an die Haushaltsdisziplin gehalten haben", sagte er 2010 in Leipzig.

    Doch für das Bestehen einer supranationalen Währungsunion kommt es nicht nur auf wirtschaftstheoretische Korrektheit an. Mindestens ebenso wichtig sind Respekt voreinander und vor den gemeinsamen Institutionen sowie Entscheidungen, die den Interessen aller Partner einigermaßen gerecht werden. Die volkswirtschaftliche Lage der Eurozone ist sechs Jahre nach Ausbruch der Eurokrise noch überwiegend deprimierend. Es ist absehbar, dass Deutschland Kompromisse wird machen müssen, damit der Währungsraum nicht scheitert. Der Bundesregierung wird es dann arg schwer fallen, solche Lösungen gegenüber den Wählern zu vertreten - und 2017 ist die nächste Bundestagswahl - mit der AfD im Nacken ..., die sowieso am liebsten die gute alte "Deutschmark" wieder einführen möchte - und schon mal Gedanken an einen "DEXIT" durchspielt ...

    Dieser Norden hier wird dann in einer gesamt€uropäischen Konsolidierung - einschließlich der Süd- und der Ost-€U-Staaten mehr zu verlieren haben, als der Süden. Der Norden freut sich nämlich derzeitig noch über die Schwäche des €uro, dank der er keine Schulden machen muss, dank der sein Land einen massiven Exportüberschuß vor sich her schiebt (böse Zungen behaupten, hier würde der deutsche Wohlstand ins Ausland verschenkt).  Natürlich will Schäuble keinen Millimeter nachgeben, kann er sich ja gar nicht leisten, denn eine tatsächliche Gesundung der Gesamt-€U würde seine schwarze Null vernichten, die nur dank dieser Probleme besteht.

    Es gibt viel zu tun - warten wir's ab ... - S!

    Herr Kauder - es wird wieder €uropäisch gesprochen - in €uropa ... - oder doch alle Esperanto


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    ich habe ja gestern berichtet von der €U-med-südachse - den zusammenschluss von mittelmeer-anrheinern in der €U ... - die damit den hochnäsigen norden uropas gehörig in die parade fahren können - auf dauer ...
    yanis varoufakis, den ex-finanzminister griechenlands, werde ich niemals mit seinem böhmermann-"stinkefinger" vergessen können: er gehört mit zumindest zu den architekten dieser neuen €U-strategie im süden - und ist einer dieser brillanten wirtschaftsfachleute, die die veraltete und einfach unkomplizierte austeritäts-finanzpolitik eines opa schäuble längst hinter sich gelassen haben ... - warten wir's ab ...S!

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  • 09/14/16--00:34: Inklusion vs. Exklusion

  • FEST DER 1.000 LICHTER: DER SEEKRUG AM WOCHENENDE, ALS DER STREIT ENTSTAND. | © BARBARA FRANKE | NW
    Vollverschleierte muss Lokal verlassen

    Shitstorm: Weil der Wirt des Ausflugslokals "Seekrug" eine Nikab-Trägerin bittet zu gehen, wird er im Internet mit Kommentaren angegriffen. Zugleich erfährt er Unterstützung, die für ihn "überwältigend" ist

    Von Ansgar Mönter - NEUE WESTFÄLISCHE

    Zahlreiche Kenner des Seekrugs am Obersee wundern sich seit Tagen über negative Urteile des Ausflugslokals und Beschimpfungen des Wirts auf Plattformen im Internet, vor allem Facebook. Mit neu angelegten Profilen, teilweise mit ausländisch klingenden Namen, werden Personal und Essen verunglimpft. Ursache ist offensichtlich ein Streit mit einer voll verschleierten Frau. Die wurde am vergangenen Samstag des Lokals verwiesen.

    Auf Facebook hat sich zugleich eine Gegenbewegung geformt. Weit mehr als 50 Beiträge anderer Nutzer verteidigen Wirt Christian Schulz, loben das Lokal und raten ihm sogar, gegen die "Schmutzkampagne" juristisch vorzugehen.

    Der Vorfall ereignete sich vor dem Lichterfest. Die Frau, nach Angaben des Wirtes eine Deutsche, trug einen so genannten Nikab. Der bietet nur einen schmalen Augenschlitz. Vom Gesicht ist ansonsten nichts zu sehen. Der Nikab wird - wie Burka und Tschador - in westlichen Ländern vor allem von Musliminen getragen, die einer fundamentalistischen, oft salafistischen Islam-Interpretation folgen.

    Wirt Schulz und seine Frau baten die Frau, das Gesicht zu zeigen. Ihnen war unwohl mit einem solchen Gast kurz vor einem großen Fest im Seekrug. Es ängstigte sie sogar. "Daraufhin schimpfte sie gleich los", berichten Christian und Rita Schulz. Da die Frau der Bitte der Gastronomen nicht nachkam, musste sie gehen. "Mein Haus, meine Regeln", sagt Christian Schulz.

    Auch Gäste in Kleidung der Marke Thor Steinar, Insignien der Neonaziszene, habe er schon mal rausgeworfen. "Auf der Straße kann ich nichts machen, aber in meinem Lokal muss ich sie nicht dulden."

    Kurz nach dem Disput mit der Nikab-Trägerin brach laut Wirt der virtuelle "Shitstorm" aus. Worte wie "rassistisch", "ausländerfeindlich" und "menschenverachtend" werden in Beiträgen gegen den Seekrug verwendet. Das wiederum sorgt für Kopfschütteln und Gegenrede bei anderen Besuchern der Seekrug-Seite. "Der Wirt ist alles andere als ausländerfeindlich", schreibt ein User, wissend, dass dort unter anderem Köche aus Nigeria, Ghana, Pakistan und Portugal angestellt sind.

    Auch das Personal und das Essen werden vor den teilweise rüde formulierten Schmähungen von den Seekrug-Unterstützern in Schutz genommen.

    Einige haben zudem gleich bemerkt, dass es sich um eine organisierte Kampagne handeln müsse, da zahlreiche Facebook-Profile der Schimpfer frisch angelegt wurden und kaum einer realen Person zugeordnet werden können.

    Wirt Schulz ist besorgt, will sich allerdings keine Angst einjagen lassen. Die Unterstützung seiner Gäste hilft ihm dabei. "Sie ist überwältigend", sagt er.

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    Kommentar

    Klare Grenzen

    Lächerlicher kann ein Vorwurf kaum sein als den Seekrug-Wirt ausländerfeindlich zu nennen. Jeder, der ihn kennt, weiß das.

    Eine Vollverschleierte des Lokals zu verweisen, ist sein Recht – und nachvollziehbar. Ein Nikab ist nicht einfach nur ein Kleidungsstück, wie manche in Unklarheit über die Ideologie dahinter oder politischer Überkorrektheit behaupten. Es drückt Ablehnung der freien Gesellschaft aus. Mit grundgesetzlicher Religionsfreiheit kann es daher nichts zu tun haben.

    Dafür aber ist es Teil der Scharia, also der islamischen Gesetzgebung, die in erheblichen Teilen nicht mit den universellen Menschenrechten vereinbar ist. Das sollte jeder wissen – und kann jeder nachlesen.

    Der Vorfall im Seekrug zeigt: Fundamentalisten im religiösen Gewand leben auch in dieser Stadt. Sie sind - wie alle politischen Wahnbewegungen – dann gefährlich, wenn sich die Gesellschaft ängstlich wegduckt, statt klare Grenzen zu ziehen.

    ansgar.moenter@

    ihr-kommentar.de

    © 2016 Neue Westfälische

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    ja - dazu habe ich heute morgen denn mal meinen "kommentar" abgegegeben und dem herrn redacteur moenter geschickt ...

    Lieber Herr Moenter,
    für einen Kommentar sind Ihre Zeilen und auch Ihr Artikel ziemlich einseitig formuliert – und lesen sich für mich wie ein PR-Text für den “Seekrug” (der wird sich Ihren Artikel bestimmt ausschneiden und hinter die Theke peppen), wo der Wirt gegen die Nikab-Trägerin “klare Kante” gezeigt hat  - ganz im Stil knallharter Politiker bestimmter Couleur...
    Und dann noch diesen “Vorfall” in dieser Art und Weise gegen die “Shitstorm”-Spinner aufzuheizen und so “Bedeutung” zu geben – das ist in meinen Augen der Aufbau einer Eskalations-Spirale – aber eben kein bisschen De-Eskalation und zurückholen auf den Teppich ... – außerdem werden Ihnen auch die falschen Leser dabei zujubeln, nämlich die offenen oder verkappten AfD-Wähler und BIGIDA-Akteure...
    Ich hätte es viel spannender gefunden, auszuprobieren, was passiert wäre, wenn diese Frau ganz normal bedient worden wäre: Wie sie mit dem Gedöns vor dem Mund ihr Getränk und ihre Speise zu sich genommen hätte ... Darüber hätte man auch eine mindestens ebenso spannende Reportage machen können...
    Und endlich sieht man mal eine “Vollverschleierte” in der normalen Öffentlichkeit, verbannt man sie mit dem Beifall des Lokalblättchens wieder. Natürlich war das wohl als eine “Provokation” durch bestimmte muslimische Kreise gemeint – aber die ist ihnen mit Ihrer Reaktion auch voll gelungen – Sie sind ihnen mit vereinten Kräften auf den Leim gegangen... – ein “Bravo” dazu verkneif ich mir mal lieber ...
    Eine solche “Provokation” hätte man sicherlich intelligenter lösen können - und intelligenter kommentieren dürfen ... – denn was macht der “Seekrug-Wirt” bei “vollverschleierten” Motorradfahrern oder bei starkem Frost mit vermummten Gästen oder bei seiner nächsten Karnevalsfeier ... ???
    Die Rechte, die der Wirt reklamiert, sind für mich die Rechte in erster Linie von Wohnungsinabern – aber wer ein öffentlich zugängliches Lokal betreibt ... – muss vielleicht wie auf dem Kiez demnächst mit bezahlten “Türstehern” arbeiten – aber die müssen mit 8,50 €uro/Std. entlohnt werden ...
    In Detmold zum Beispiel stand früher an den Kneipentüren zur Abwehr von randalierenden britischen Soldaten der Hinweis: “OUT OF BOUNDS” ... – “OUT OF BOUNDS FOR NIKAB & BURKA” – wäre ja eine Hinweisschild-Möglichkeit – vielleicht mit Ihren abgedruckten Verschleierungs-Bildchen als Erklärung dazu ... – naja – ob mir in einem solchen Lokal die Apfel-Schorrle noch schmecken würde ...???
    In früheren Jahren hatte ich als Begleiter von schwerstmehrfachbehinderten Menschen aus Bethel beim Besuch in Bielefelds Top-Cafés ähnliche Probleme – da fühlten sich “die übrigen Gäste belästigt” – und wir mussten einen Extra-Raum aufsuchen – oder das Café verlassen ... – Aber das wäre ja auch noch eine Lösung für den “Seekrug” – einen Extra-Raum für Nikab- und Burka-Trägerinnen einrichten – ähnlich wie die  “Raucher-Lounges” - in alten ausrangierten Bussen ...

    Mehr Kreativität und mehr Mut zur Vielfalt – mit freundlichen Grüßen
    S!

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    Wie sich die Kommentare beider Bielefelder Zeitungen doch zu diesem Thema ähneln (z.B. in der Überschrift !!!) - obwohl die eine Zeitung der SPD gehört (die [Zeitung] von gestern) und der heutige Kommentar in einem der CDU sehr nahestehenden Blatt abgedruckt ist ... (naja - aber die sind ja auch in der großen Koalition: "Wir schaffen das ..." - Sie wissen schon ...)

    Klare Ansage
    [Der Kommentar vom Redacteur Mönter gestern hierzu - in der Konkurrenz-Zeitung - war überschrieben mit "Klare Grenzen" ... - und ob dieser Titel wohl auch schon auf die Einwanderungspolitik der Großen Koalition zielte ...???]

    Bis hierhin und nicht weiter: Mit seiner klaren Ansage an eine vollverschleierte Frau hat der Bielefelder Gastwirt Christian Schulz gezeigt, dass Toleranz nicht unendlich dehnbar ist.
    Wer durch einen Schlitz seiner Kleidung sein Umfeld beobachtet, ohne selbst erkannt zu werden, überschreitet eine Linie, stellt sich gegen eine offene Gesellschaft, sät Misstrauen, bei manchen vielleicht sogar Angst. Das wird die Frau wohl auch gewusst haben, als sie in den gutbesuchten Biergarten ging.

    Auch wenn die Vollverschleierung in der Öffentlichkeit wohl nicht verboten werden kann: Der Nikab gehört nicht zu Deutschland. Es bedarf klarer Ansagen wie der des Bielefelder Wirtes, damit diese Kleidung nicht irgendwann wie selbstverständlich zum Straßenbild gehört.

    Ob der Shitstorm bei Facebook gegen den Wirt ein echter war, oder ob nur einige wenige unter falschen Namen massenhaft Stimmung gemacht haben, lässt sich nicht sagen. Klar scheint aber: Die Frau mit dem Nikab, mutmaßlich eine Deutsche, steht keinesfalls isoliert da, sondern hat Unterstützer. Der Nikab im Bielefelder Biergarten – er wird nicht die letzte Provokation gewesen sein.

    Christian Althoff - WESTFALEN BLATT

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    NIKAB - zum zweiten


    Also - nochmal zur NIKAB IM BIERGARTEN:

    Da schreit man nach Inklusion - nach Toleranz - nach "Vielfalt statt Einfalt" - aber in der Praxis sieht das im "deutschen" provinziellen Alltag (neuerdings wieder ...???) ganz anders aus: Da schreibt nun ein Herr Redacteur Althoff des Konkurrenzblattes zur Lokalzeitung von gestern: "Der Nikab gehört nicht zu Deutschland. Es bedarf klarer Ansagen wie der des Bielefelder Wirtes, damit diese Kleidung nicht irgendwann wie selbstverständlich zum Straßenbild gehört."

    Ähhhh ... ??? - Damit erweitert er ja das - sowieso in diesem Fall umstrittene - Hausrecht eines Wirtes (nämlich: Wo fängt Willkür und Diskriminierung an ??? - und wo hört Hausrecht auf ??? ...) auf das gesamte "Alltagsbild in Deutschland" - einem Land, dessen CDU-Bundeskanzlerin im letzten Jahr für eine Million Schutzsuchende - davon sicherlich auch einige mit Burka und Nikab - die Grenze öffnete - flankiert von den lauten "Willkommensbekundungen" der Mehrheit des "Volkes" ...


    Multikulti: Berufskleidungen - CLICK HERE
    Da halten wir jedes Jahr zum Straßenumzug die Schützenuniformen aus, die Lederhosen und Dirndl zum Oktoberfest, die Karnevalsnarretei- und Zirkus-Kostüme, die Trachten und Kutten und Hauben und Schleier der Ordensschwestern aller Couleur, und den Talar und die Albe, oft mit Mitra und Schal, von Priestern und Pastoren - wir haben seinerzeit die gewiss nicht alltägliche Kleidung (Kopftuch oder gar Kopfkappe und schwarzer Hut, langer Wollrock, Wollstrümpfe, Wollkleid - mit eigener Sprache: dem "Plautdietsch" - und sogar die Wohngetto-Bildung ausgehalten - mancherorts mit Errichtung von Bethäusern oft für mehrere Hundert Gläubige pro Gottesdienst in Gewerbegebieten - meist mit viel zu klein ausgelegten Parkplätzen für die Anzahl der Besucher dieser Hunderttausenden sogenannter "Russlanddeutschen" - viel viel mehr als mal hier und da eine Moschee mit Minarett, was jedes mal zu einem politischen Aufstand führt ...: also für unterschiedlichste Glaubensgemeinschaften wie Mennoniten, Altmennoniten, Baptisten, Amishe usw. - auf Geheiß der Union in einem Vertrag mit Russland gekommen - zur Aufbesserung ihrer Wahlklientel - wir halten jeden Tag vermummte Polizisten, Feuerwehrmänner, Motorradfahrer, voll vermummte Fußball-Hooligans aller Nationalitäten aus - wir halten inzwischen die Schwulen- und Lesbenparaden aus (auch da sind anfangs zärtlich miteinander umgehende schwule Paare in Kneipen auch noch des Feldes verwiesen worden ...) - und da pinkeln wir uns für eine vollverschleierte Provokateurin 2016 in einer Kneipe beim "Lichterfest" dort ins Hemd .. ??? - 

    Und wollen diesen Anblick mit einem Quasi-Aufruf zur Selbstjustiz aus dem "Straßenbild" verbannen ... - also nicht nur von hausrechtlich abgesicherten Grundstücken und Etablissements - sondern aus dem gesamten "Straßenbild" - weil der Nikab "nicht zu Deutschland gehört" ... 

    Früher waren es die Jeans- oder "Nietenhosen", die meine Eltern noch monierten, die Hippies, die "Langhaarigen", die "Itacker", die "Kanacken", die "Verlausten", der "Abschaum", die "Asozialen", manchmal - modebedingt: die Rothaarigen, die "Blonden" sind meist alle "doof", Kinder mit Down-Syndrom gehören sowieso abgetrieben... - dann waren es die Kiffer, ganz früher waren es die Kaffeetrinker - und Opiumraucher - und damals wieder wie heute: die Tabakraucher ... 

    Hitler und NS-Deutschland haben dann gerufen: "Das Judentum gehört nicht zu Deutschland" und mit "klarer Absage" und "Kante zeigen" - wie das heute heißt - tödliche Pogrome und millionenfache Vernichtung durchgeführt, um Deutschland "zu säubern", typisch jüdische Kennzeichen oder Haartrachten wurden verspottet und diskriminiert (!) ... - 

    Hitler hat darüberhinaus auch alle "deutschen""Rand-" und "Ballastexistenzen" (Behinderte, psychisch Kranke, Schwule, Lesben, Arbeits- und Kriegsdienstverweigerer usw.) - so wie er sie definierte - zwangssterilisiert, eingelocht und - oft durch gezieltes Aushungern - umbringen lassen ... 

    Ja - es wurden die vom einzig rechtmäßig tickenden "deutschen Geist unverständlichen" Kunstwerke als "entartet" definiert (genauso geschmacksabhängig wie eben heute die Mikab ...[= "gehört nicht zu Deutschland"]) und Bücher mit anderen Meinungen wurden verbrannt und verbannt ... - 

    Das muss wohl irgendwie in der "deutschen" Seele liegen und so in den sogenannten "deutschen" Genen durch Erziehung und Umwelt immer weiter "vererbt" werden: diese Hochnäsigkeit, zu wissen, was zu "Deutschland" gehört, wie "deutsch""Deutschland" auszusehen hat - obwohl ja die meisten von uns noch wissen, wie geteilt und unterschiedlich dieses "Deutschland" sein kann ... - wie man "deutsch" zu "ticken" hat, was "deutsche" Normen sind und "deutsches" Blut ist - obwohl die nächste lebensrettende Blutspendenkonserve vielleicht von einem Afrikaner muslimischen Glaubens stammt ... - und "wir sind ja die Tourismaus-Weltmeister", denen so etwas häufiger passieren könnte ... (!!??)

    Zum Glück wissen wir das ja hinterher nicht: aber ich glaube, das Blut schäumt auch nicht besonders - und es setzt uns keine neuen Flöhe ins Ohr ...

    Und dabei hat die Bundeskanzlerin den Satz des damaligen Bundespräsidenten Wulff bewusst mehrfach schon wiederholt - und bekommt dabei sogar von den christlichen Kirchen Unterstützung: "Der Islam gehört zu Deutschland" - und wer "Ja" zum Islam sagt, muss vielleicht auch mit ein paar angeblich religiös motivierter Kleidungsstücken des Islam fertig werden. 

    Und auch wenn es Frau Merkel immer wieder - immer zaghafter - anders beteuert - aber wir sind längst eine "MULTIKULTI"-Nation, wenigstens tun wir mehrheitlich auch so in unseren Essgewohnheiten und bei unseren Urlaubsreisen ...: der Döner schmeckt - auch auf Mallorca - eben besser als der Erbseneintopf ...   - 

    Nur mit unseren Einkaufsstraßen und Trendmarken verhält es sich entgegengesetzt - aus einem ursprünglich internationalen "Multikulti" wird aus global-turbokapitalistischen Gründen alles zum Einheitsbrei - überall globalisiert sich das Gleiche: die Marken in Tokyo, in New York, in Berlin, in Paris tragen alle das gleiche Logo in den gleichen Farben und Schriftzügen - und umso uniformer wird die Optik eines Einkaufboulevards ...

    Das Denken in territorialen und begrifflich besetzten "Nationalismen" führt immer wieder zu internen "Grenzziehungen" und bildet ein Weichbild der Weite oder Enge unserer inneren und externen "Grenzen" ab ... - unserer Bereitschaft zu Offenheit, Toleranz, Neugier, Integrationsfähigkeit, unserer geistigen Weite zur Diversität - zur Vielfalt - zum Inklusionsvermögen im weitesten Sinne ... allerdings ohne deshalb in einer Beliebigkeit zu versinken ...

    Wir sind alle nur Menschen - wir kleiden uns nach unserem Geschmack und bilden Sitten und Verhaltensweisen aus ... - und in einem fremden Land passen sich die meisten Eigenarten der Mehrheit oft rasch an - allerdings dauert es schon ein/zwei Generationen: Die Anzahl äußerlich erkennbarer "Russlanddeutscher" hat stark abgenommen ...: Die Frauen tragen inzwischen Hosen - und die Käppies sieht man immer weniger ... S!


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    Die französische Muslimin Stéphanie Lécuyer mit Rachid Nekkaz, dem "Zorro des Nikab" - Foto: Rebecca Marshall für DIE ZEIT





    Sie bricht das Gesetz. Er zahlt

    Der algerische Millionär Rachid Nekkaz ist Kopftuchgegner. Trotzdem übernimmt er das Bußgeld für Hunderte Frauen, die das Verschleierungsverbot missachten 


    Er hat es wieder getan. Diesmal in Nizza, in einem stinkenden Schalterraum nahe dem Bahnhof, in der Bußgeldstelle der staatlichen Finanzbehörde. Die Frau an seiner Seite hebt ihren Schleier, zeigt ihr Gesicht und ihren Ausweis. Er zahlt das Geld, in bar, 150 Euro, plus 22 Euro Bearbeitungsgebühr, wie immer.

    Der Verstoß: öffentliches Tragen des Nikabs, des muslimischen Gesichtsschleiers. Die Schuldige: Stéphanie Lécuyer, eine zierliche Französin, voll verschleiert. Der Mann mit dem Portemonnaie: Rachid Nekkaz, Unternehmer algerischer Herkunft, ein hochgewachsener Mann von 44 Jahren, Internetpionier und Immobilienkönig.

    Nekkaz zahlt, wenn Frauen Geldstrafen bekommen, weil sie religiöse Kleidung tragen. Vor allem in Frankreich, wo seit 2011 das Anti-Verschleierungs-Gesetz gilt. Manchmal auch in Belgien und Holland. Er selbst ist Muslim. »Ich führe diesen Kampf nicht für den Islam«, sagt er, »sondern für die Menschenrechte und gegen jene Demokratien, die ihre eigenen Ideale verraten.« 583 muslimischen Frauen hat er schon geholfen, meist aus den Vorstädten, viele jung, viele alleinstehend. Insgesamt 245 181 Euro hat er dafür ausgegeben, aus einem von ihm selbst aufgelegten Fonds von einer Million Euro, dem »Fonds für die Verteidigung der Freiheit und der Laizität«. Wer ein Bußgeld zahlen soll, muss nur auf Nekkaz’ Internetseite gehen – und ihm eine E-Mail schreiben.

    Viele sehen in ihm schon den nächsten algerischen Präsidenten

    Nekkaz überweist das Geld nicht, er bringt es selbst vorbei, kommt oft sogar mit zum Bußgeldschalter. 375 der Frauen habe er persönlich getroffen, sagt Nekkaz. Um sich zu überzeugen, dass sie ihre Kleidung aus eigenem Antrieb tragen – und nicht auf Befehl ihres Ehemannes. Und um sich mit den Frauen öffentlich zu zeigen. Auch an diesem heißen Septembertag in Nizza hat er Journalisten Bescheid gegeben, ein Kamerateam des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders France 3 wird ihn begleiten.

    Nekkaz und die Frau an seiner Seite verlassen die Bußgeldstelle und schlendern zum Meer, über den berühmten Strandboulevard, entlang der Luxushotels, dort, wo am 14. Juli ein islamistischer Attentäter mit einem Lastwagen 85 Menschen tötete. Nekkaz legt seine Hand auf Lécuyers Schulter. Er trägt Krawatte, Businesshose und ein tadelloses schwarzes Jackett. Sie trägt einen braunen Schleier, der nur ihre Augen frei lässt. Sie sind ein auffälliges Paar.

    »Ihr tretet das Gesetz mit Füßen!«, schimpft eine ältere Dame auf dem Boulevard. »Provokateur!«, ruft ein Mann in kurzen Hosen. Aber Nekkaz bekommt in Nizza auch Applaus. Auf Höhe des Kasinos Le Ruhl bleiben zwei leicht bekleidete Studentinnen stehen, Französinnen mit algerischen Wurzeln. Sie rufen: »Rachid, warte, ein Foto bitte!« Als das ungleiche Paar den Boulevard an einer Ampel überquert, beginnen zwei Autos ein spontanes Hupkonzert. Die bärtigen Fahrer haben Nekkaz erkannt, öffnen ihre Fenster und winken. »Weiter so!«, rufen sie.

    In der arabischen Welt und unter algerischstämmigen Franzosen gilt Nekkaz längst als Held. Erst recht, seit in französischen Städten wie Nizza in diesem Sommer der Burkini verboten wurde, bis ein Pariser Staatsratsbeschluss das Verbot wieder aufhob. Eine Million Menschen folgen ihm auf Facebook, viele sehen in ihm Algeriens nächsten Präsidenten.

    Die nicht muslimischen Franzosen erkennen Nekkaz in der Regel nicht, aber viele regen sich über ihn auf, sobald sie eine verschleierte Frau an seiner Seite sehen. Einmal versuchten Pariser Abgeordnete, ein Gesetz gegen ihn durchzubringen, es sollte Dritten das Zahlen von Bußgeld verbieten. Ihr Plan scheiterte. In der vergangenen Woche haben sie es wieder versucht, Anfang Oktober soll der Senat darüber abstimmen, auf Antrag des Innenministeriums. Diesmal hat der Antrag gute Chancen durchzukommen. Nekkaz sagt, er wolle dann dagegen klagen.

    Nekkaz und die Frau, mit der er in Nizza am Strand entlangspaziert, kennen sich gut. Stéphanie Lécuyer, 41, Tochter eines Pariser Polizisten, lebt in Nizza und konvertierte vor 20 Jahren zum Islam. Dann kam das Verschleierungsverbot. Lécuyer beschloss, sich nicht daran zu halten. Und wurde erwischt, wieder und wieder. Schon 46-mal handelte sie sich ein Bußgeld ein. 46-mal bezahlte Nekkaz für sie. »Rachid kam für mich gerade richtig«, sagt Lécuyer. Sie sieht sich als typische Verliererin: arbeitslos, geschieden, alleinerziehend. Er ist ein Gewinnertyp, ein Profiteur der Globalisierung. Als junger Mann gründete er ein Start-up, baute Internetseiten für große Verlage. Er wurde reich und besitzt heute Immobilien in Paris, Mailand, Miami, New York.

    Dabei beginnt das Leben von Rachid Nekkaz dort, wo die meisten Träume an grauem Beton zerschellen: im Pariser Vorstadtghetto Choisy-le-Roi, Block 120. Rachid ist das neunte von zwölf Kindern, seine Eltern sind Algerier und beide Analphabeten. Der sieben Jahre älterer Bruder begreift, dass Rachid begabter ist als die meisten anderen Kinder. Und er begreift, was man in Frankreich braucht, um aus einem begabten Kind ein erfolgreiches Kind zu machen: einen Platz an einer Eliteschule. Wer dort hinwill, muss in der Regel in einem guten Viertel wohnen, die Plätze werden nach Wohnort verteilt. Der Bruder meldet Rachid im Pariser Voltaire-Gymnasium an, mit einer fingierten Adresse. Mit demselben Trick wechselt Rachid Nekkaz später an die Duruy-Schule, eine Vorzeige-Bildungseinrichtung direkt neben dem Eiffelturm. Nekkaz ist ein guter Schüler. Aber er muss seine Herkunft verschweigen, kann keinen Klassenkameraden nach Hause einladen. »Sie hielten mich für ein Botschafterkind«, sagt er.

    Später studiert er Philosophie und Geschichte an der Sorbonne. 1997 schreibt er ein Buch über das Leben im Pariser Vorstadtghetto. Darüber, dass die Banlieue voller Hindernisse ist – und dass man sie überwinden kann. Für ein zweites Buch startet er zusammen mit seinem Co-Autor ein weltumspannendes Projekt: Er sammelt Fragen von mehr als 200 000 Jugendlichen aus 190 Ländern, die diese gern den großen Staatschefs stellen würden. Und genau denen legt Nekkaz die Fragen vor. Prompt laden ihn die G8-Staatschefs zu ihrem Gipfel im Jahr 1999 ein. Frankreich ist stolz auf sein Ghettokind. Das Hochglanzmagazin Paris Match berichtet über ihn, bald freundet sich Nekkaz mit Claude Chirac an, der Tochter des damaligen Präsidenten. Nekkaz wird zum ständigen Gast im Élysée-Palast.

    Versöhnt hat ihn das nicht mit seinem Land: »Die Frustrationen der Jugend überwindet man nicht so schnell«, sagt er. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum er seine Internet-Millionen in Pariser Immobilien anlegte. Nie wieder sollte man ihn aufgrund seines Wohnsitzes diskriminieren können. Von seinen Reisen in die USA importiert er ein Geschäftsmodell nach Paris: Er kauft große Häuser mit großen Wohnungen, die er dann in viele kleine Apartments umbauen lässt. Das funktioniert bis heute. Nur will er jetzt alle seine Pariser Immobilien verkaufen. »Ich habe mit Frankreich gebrochen«, sagt er. »Seine Politiker, seine Intellektuellen, seine Medien: Alle sind Populisten. Das Land interessiert mich nicht mehr.« 2013 legte er seine Staatsbürgerschaft ab.

    Unbequem war er schon früher. Im Wahljahr 2007 startete er ein spektakuläres Täuschungsmanöver: Er fingierte seine eigene Präsidentschaftskandidatur. Nicht um Präsident zu werden, sondern um korrupte Politiker zu entlarven. Wer in Frankreich Kandidat werden will, braucht von mehr als 500 Volksvertretern eine sogenannte parrainage, eine Art Bürgschaft. Nekkaz fand Bürgermeister, die ihm eine Bürgschaft ausstellten – gegen Geld. Der Politikbetrieb tobte, aber nicht wegen der korrupten Bürgermeister, sondern wegen Nekkaz. Später bekam er vor Gericht eine Bewährungsstrafe. Die Medien liebten den telegenen Jungunternehmer, der vor der Kamera die gekauften Bürgschaften zerriss. Bis er im Herbst 2010, als das Vollverschleierungsverbot in Kraft trat, einen Verein gründete. Touche pas à ma constitution heißt er, »Rühr meine Verfassung nicht an«. Nekkaz wendet sich gegen das Nikab-Verbot. Plötzlich wenden sich die Journalisten von ihm ab. Nekkaz steht allein da. Ohne Kameras, nur mit seinem Geld.

    Er selbst ist gegen den Nikab, seine Frau, eine zum Islam konvertierte Amerikanerin mit Stanford-Abschluss, die mit dem gemeinsamen Sohn in San Francisco lebt, trägt keinen Schleier, Nekkaz selbst hält ihn für wenig hilfreich bei der Integration. Aber er sagt, er erinnere sich an seine Zeit im Voltaire-Gymnasium, als er die Schriften des großen französischen Aufklärers las: »Selbst wenn ich nicht damit einverstanden bin, was Sie sagen, werde ich immer dafür kämpfen, dass Sie es sagen können«, zitiert er.

    Am Strand vom Nizza, dem Ort des Attentats vom Sommer, zitiert er Voltaire

    Seit Rachid Nekkaz kein Franzose mehr ist, besinnt er sich stärker denn je auf seine Wurzeln. Seine Zukunft sieht er in Algerien. Seit 2013 verbringt er eine Hälfte des Monats in Paris und San Francisco – die andere in Algerien. Seit Ende 2014 wandert er durch das Land, um es besser kennenzulernen. Vier Märsche seien es bislang gewesen, insgesamt mehr als 3000 Kilometer. Nach seinem zweiten Marsch wurde er von rund 20 000 Menschen empfangen. Die algerische Presse verglich ihn mit Mahatma Gandhi.

    Heute ist er Umfragen zufolge einer der populärsten Algerier. »Unser einziger Politiker, der die Bedeutung der Digitalisierung verstanden hat«, schrieb Ende August Algeriens größte Zeitung El Khabar. Dass Nekkaz einst seinen französischen Pass abgab, hat auch taktische Gründe: Im nächsten Jahr will er bei den Parlamentswahlen antreten – in Algerien. Politik ist dort ein schwieriges Feld; kein Außenseiter hat es bisher erfolgreich bespielen können. Und so wirkt Nekkaz’ Plan auch etwas verzweifelt; das Land ist eine Parteidiktatur.

    Dagegen wirkt sein Auftritt in Nizza perfekt inszeniert. Dort, wo im Juli 85 Menschen starben, wo die Trauernden bis heute Blumen, Kerzen und Stofftiere niederlegen, trauern jetzt auch er und Stéphanie Lécuyer. Sie legen einen Strauß nieder, Lilien und Edelrosen, üppiger als jeder andere. Lécuyer hat Tränen in den Augen und kniet nieder. Die Kamera der Fernsehteams hält drauf. Auch hier zitiert Nekkaz den Satz von Voltaire. »Hören Sie doch endlich mit Voltaire auf!«, ruft eine der Journalistinnen. »Was Sie hier machen, ist reine Provokation.« Nekkaz bleibt ruhig. Bis zum Ende.

    Text: Georg Blume | DIE ZEIT Nr. 39 v. 15.09.2016 - S. 34

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    Streit um ein Stück Stoff 
    Wer den Schleier verbietet 
    Das erste europäische Land, in dem das öffentliche Tragen von Burka oder Nikab landesweit verboten wurde, war 2010 Belgien. Bald folgten Frankreich und die Niederlande. In Frankreich wurde der Schleierstreit kürzlich neu entfacht: Erst wollten einige Bürgermeister das Tragen des Burkinis am Strand verbieten. Am vergangenen Wochenende wurde in Paris ein mutmaßlicher IS-Anschlag verhindert. Die Hintermänner der vereitelten Tat waren: drei Frauen
    Wer die Verbote umgeht  
    Widerstand gab es in allen Ländern, kaum jemand war so effizient wie der algerischstämmige Unternehmer Rachid Nekkaz, der in Frankreich »Zorro des Nikab« genannt wird. Bevor er anstelle der betroffenen Frauen die Bußgelder zahlt, müssen sie ihm schriftlich versichern, dass niemand sie zwingt, den Nikab zu tragen, und sie den radikalen Islam nicht unterstützen. Für Trägerinnen der Burka zahlt Nekkaz jedoch nicht, die sei ein »Symbol der Frauenunterdrückung in Afghanistan und für die Frauen ein Gefängnis«.

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    also - es geht auch anders: »Selbst wenn ich nicht damit einverstanden bin, was Sie sagen, werde ich immer dafür kämpfen, dass Sie es sagen können«, zitiert der "zorro des nikab", rachid nekkaz, seinen voltaire ... - und kämpft auf seine kostspielige art dafür, dass die maxime des ollen friedrich II vom 22.05.1740 (!) auch erhalten bleibt: "Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und Mus der fiscal nuhr das auge darauf haben, das keine der andern abruch Tuhe, den hier mus ein jeder nach Seiner Fasson Selich werden." - was uns hier seitdem zur leitschnur geworden ist - also eine maxime, die fast schon 300 jahre hier in "deutschland" - im gestrengen preußen - gelebt wird ... - und nach meiner auffassung auch für kleidung mit einem religiösen background gilt, wenn die eben nicht als gegen andere menschen gerichtete "gewalttat" und "extremistisch" als waffe eingesetzt wird ...

    die diesbezügliche provokation einer mikab-akteurin in einem bielefelder gasthof ist da sicherlich ein grenzfall im graubereich - wegen der "ängste", die sie im verschlafenen dorf schildesche damit auslöst - aber: "steter tropfen höhlt eben den stein", und manchmal muss man seine grundrechte - eben auch die einer muslimischen frau - auch ein bisschen mit provokation geltend machen - die 68-er-akteure zum beispiel in mutlangen und in brokdorf kennen ja eine solche strategie zu genüge ...

    und dank dieser 68-er-provokationen gibt es eine gesetzlich anerkannte schwule verpartnerung, eine chancengleichheit zwischen den geschlechtern, eine liberalisierung der sexualität, ja die entdeckung einer eigenständigen weiblichen sexualität überhaupt, die demokratisierung und liberalisierung der gesellschaft und damit den übergang der bundesrepublik in eine moderne gesellschaft mit bürgerinitiativen, mitbestimmung, bildungsreform und kritischer umgang mit autoritäten - sowie die kritische aufarbeitung mit der meist braun angehauchten elterngeneration - damit allerdings verbunden der bruch mit dem traditionellen "familienbild" - und dem beginn des eigenständigen "single"-lebens oder der patchwork-familie ... 
    heute behaupten manche historiker, das wäre auch ohne die 68-er alles passiert - die zeit sei einfach auch international dafür reif gewesen - aber ich glaube, die apo und die 68-er waren die geburtshelfer, die hebammen für all diese paradigmenwechsel - die wegbereiter ...

    da ist dann die ausbildung einer eigenständigen persönlichen moral mit eigenen werten und zielen gefragt: und vielleicht ist dafür das provokative tragen des nikab in der öffentlichkeit ein notwendiges durchgangsstadium - ansonsten wollen wir uns unserer freiheiten erfreuen: dass jeder nach seiner fasson selich werden kann - und dass man für den erhalt dieser grundwerte auch streitet, auch wenn es nicht den eigenen grundwerten entspricht: »Selbst wenn ich nicht damit einverstanden bin, was Sie sagen, werde ich immer dafür kämpfen, dass Sie es sagen können« ... - S!


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    Foto: Steve Mc|Curry: Porträt: Sanaa/Yemen



    hallo - ich habe hier ein post aus dem februar 2016 noch einmal aktualisiert - aus besonderem anlass (siehe die posts wg. des nikab hier drunter ...). auf alle fälle zeigt das eine foto von steve mc|curry die älter gewordene sharbat gula mit offenem und gelebtem gesicht - und einer hochgeschlagenen burka (!) - das war also sogar in afghanistan möglich - leider vielleicht - wie ich vermute - nur gegen dollars in bar - aber: steter tropfen höhlt den stein ... S!




    DIE NEUE SELTSAMKEIT - TOCOTRONIC
    SONGTEXT 1999

    Man sagte mir, es sei soweit
    Es komme eine Seltsamkeit
    Und alles, was bis jetzt noch war
    Sei dann auf einmal nicht mehr da

    Und noch bevor der Morgen graut
    Werden vereinzelt Stimmen laut
    Dass man sich zwar nicht sicher sei
    Doch man sei auf jeden Fall dabei

    Man wisse zwar nicht, wann und wie es passiert
    Und ob man gewinnt, oder ob man verliert
    Man habe vorsorglich schon mal Geld gespart
    Und für Donnerstag dem Verein abgesagt

    Man sei durchaus bereit, ein and'res Leben zu führen
    Im Augenblick stünde man zwar noch zwischen den Türen
    Es sei ja auch schwierig, so von heute auf morgen
    Man habe ja auch noch den Hund zu versorgen

    In manchen Gegenden habe es früh angefangen
    Man sei dort vor Jahren spazieren gegangen
    Seinerzeit wusste man nicht, was es ist
    Doch man ahnte bereits, hier und dort rührt es sich

    Aber nicht nur an Plätzen fiele es auf
    Auch zu bestimmten Zeiten im Tagesablauf
    In der Stunde nach Sonnenuntergang
    Kündigte sich eine Veränderung an

    Doch man habe natürlich, wenn man ehrlich sei
    Damals all das verdrängt, was man heute begreift
    Und man habe höchstens unbewusst registriert
    Dass etwas um sich greift, dass etwas passiert

    Und erst jetzt komme man wohl nicht umhin
    Sich einzugestehen, dass hier etwas spinnt
    Die Zeichen werden deutlich, es sei soweit
    Es komme nun eine Seltsamkeit

    Und ich liege im Bett, und ich muss gestehen
    Ich habe große Lust, mich nochmal umzudrehen
    Draußen, wo sich die Nacht mit dem Tageslicht mischt
    Scheint etwas vor sich zu gehen, das auch mich betrifft


    ***
    Fremdenhass in Deutschland ... ???
    Nie wieder !!!

    Ein SPIEGEL-ONLINE-Kommentar von Markus Feldenkirchen


    Diese deutsche Lethargie hat die deutsche Band Tocotronic in ihrem Lied "Die neue Seltsamkeit" wunderbar treffend besungen:

    "Und ich liege im Bett, und ich muss gestehen
    Ich habe große Lust, mich nochmal umzudrehen
    Draußen, wo sich die Nacht mit dem Tageslicht mischt
    Scheint etwas vor sich zu gehen, das auch mich betrifft."

    Vermutlich waren die meisten Deutschen nicht darauf gefasst, zu Lebzeiten noch einmal mit so viel Ernsthaftigkeit konfrontiert zu werden, die auch sie betrifft.

    Die Geschichte hat gezeigt, dass man im Vorhinein nie genau weiß, ab wann die Warnungen zu spät sind. Es soll jedenfalls niemand mehr sagen, man habe die Gefahr nicht rechtzeitig erkannt, vor allem wir Deutsche nicht. Wir, die weit nach Ende des Zweiten Weltkriegs geboren wurden, haben Gutes und Grausames geerbt. Für das Gute dürfen wir dankbar sein. Dafür, dass sich das Grausame nicht wiederholt, sind wir verantwortlich. Es gibt kein Ende der Geschichte.

    Wir sind glücklicherweise noch weit entfernt von einer Situation, wie es sie zu Beginn der 1930er Jahre gab. Aber es ist wichtig, daran zu erinnern, dass die Nazis nicht deshalb an die Macht kamen, weil eine überwältigende Mehrheit der Deutschen ihnen zujubelte. Sondern weil eine unpolitische oder resignierte Mehrheit es zuließ, dass die Lauten und Aggressiven den Diskurs bestimmten. Diese nämlich hatten eine klare Haltung, das war ihr Vorteil.

    Für den ganzen sehr lesenswerten Kommentar unbedingt here clicken ... - und ...


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    Die Bildikone "Afghanisches Mädchen" - Foto: Steve McCurry - 1984


    Die gleiche Frau (namens Sharbat Gula) - 17 Jahre später - mit hochgeschlagener Burka - Foto: Steve McCurry

    Die meisten meiner Fotos sind in Menschen geerdet, denn ich sehe für einen unbedachten Augenblick das Wesentliche der Seele herausspähen: die Erfahrungen einer Person sind in ihr Gesicht geätzt. - Steve McCurry. 

    ja - das exotische auf der titelseite des national geographic zog damals - 1985 - uns alle seltsam an: steve mc|curry hat das foto damals in einem flüchtlingslager in pakistan aufgenommen, wo er sharbat gula antraf, auf ihrer flucht vor russischen fliegerbomben auf afghanistan - die kämpferisch-feurigen augen des "afghanischen mädchens" erlangten weltruhm - das foto wurde eines der meist abgedruckten bildikonen in der westlichen welt - allerdings mit dem grundtenor: seht nur, was russische fliegerbomben in afghanistan anrichten können - und wen sie treffen ...

    steve mc|curry hat dann nach 17 jahren in afghanistan in der nähe von kabul diese inzwischen verheiratete mutter sharbat gula nach intensiver forschung wiedergetroffen ... - und porträtierte - nachdem sie mit erlaubnis ihres mannes ihre burka lüftete - ein gesicht, das das "wesentliche der seele"(steve mc|curry) wahrhaft wiederspiegelt - und ein knallhartes leben - aber auch ein leben mit flucht und zurück und hin und her auf dieser unserer einen welt ... sharbat gula hatte bis zum erneuten zusammentreffen mit steve mc|curry keine ahnung von der hype um ihr foto von 1985 in der westlichen welt - und wird es in ihrem alltäglichen dasein bis heute kaum nachvollziehen können - aber wir haben daraus lernen können - dass alle gesichter dieser welt - ein jedes für sich - ein spiegelbild der seele ist ... - ein spiegelbild der immerwährenden schöpfung  - hin und her auf dieser unserer einen welt ...

    sharbat gula war ein flüchtlingskind aus afghanistan, das dann nach beendigung des sowjetischen bombenhagels aus pakistan nach kabul zurückkehrte, wo sie nun die drohnen- und bombenangriffe der usa - unterstützt mit deutscher logistik - aushalten muss ... - ob sie sich jetzt auch wieder mit unter den vielen flüchtlingen richtung westen befindet, weiß man wahrscheinlich nicht ... - vielleicht aber lebt sie tatsächlich inzwischen in clausnitz oder wartete auf schutz in bautzen - und wenn nicht diese sharbat - dann vielleicht eine nachbarin von ihr - eine klassenkameradin - vielleicht ... - aber sharbat gula wird - wenn sie sich richtung deutschland auf den weg gemacht hat mit ihrer familie wieder keine ruhe finden - denn da sei unser aller bundesinnenminister de maiziere vor: der erklärte ja bei einer stippvisite, afghanistan sei ein sicheres und ein schönes und lebenswertes land, und in deutschland gebe es kein begrüßungsgeld - und nicht für jeden arbeit und eine wohnung ... - sharbat müsste also wieder zurück nach kabul - denn afghanistan sei quasi ein "sicheres herkunftsland" - und asylbewerber werden abgeschoben ... - und wie das gesicht der sharbat gula wohl dann unter der burka - als "spiegel ihrer seele" - aussieht ...

    aber nun brüllen irgendwelche besoffene tumbe aufgehetzte "bürger" gegen ein solches gesicht - gegen einen solchen menschen und zünden häuser an - und sie sind gegen ihre "archaischen sitten und bräuche" (afd-wahlplattform in baden-württemberg) - nun endlich fast in einklang mit der offiziellen propagierten deutschen asylpraxis - wenigstens in bezug auf afghanistan...

    das macht mich sprachlos und wütend ... - S!


    ***

    bibi aisha wurde 2009 in afghanistan von ihrem damaligen schwiegervater im beisein ihres taliban-mannes und dessen brüder so verstümmelt, weil sie die familie verlassen hatte, von der sie gequält wurde ... - ihr porträt - von jodi bieber fotografiert - schaffte es 2010 auf das "time magazine" ...
    (bibi) aisha mohammadzai (offizieller Name) unterzog sich insgesamt 12 abgeschlossen operationen und erhielt ein temporäres nasen-implantat - finanziert von einer amerikanischen hilfsorganisation. sie wurde von einem afghanisch-amerikanischen ehepaar adoptiert und lebt in maryland. sie studiert englisch und mathematik und strebt eine ausbildung zur polizistin an ... - was wäre mit ihr in deutschland passiert ... - jetzt, wo afghanistan anscheinend ein "sicheres herkunftsland" geworden ist ... (Foto von 2014: WireImage|sz)


    „Ich will allen Frauen, die misshandelt werden, sagen, dass sie stark sein sollen. Sie sollen niemals aufgeben und niemals die Hoffnung verlieren.“ Aisha Mohammadzai




    meine photoshow von 2013: click here


    http://www.kizoa.de/Movie-Maker/d5276776kP137586657o2l1/aisha


































    Cheb Khaled
    Aïcha Songtext 
    Übersetzung:

    Als ob ich nicht existiert hätte,
    ist sie von mir gegangen,
    ohne ein Blick, die Königin von Sabbah,
    Ich sagte, Aisha nimm, alles ist für dich

    Sieh hier die Perlen,die Juwelen,
    auch das Gold um deinen Hals,
    Die reifen Früchte mit dem Honig Geschmack
    Mein Leben, Aisha, wenn du mich liebst.
    Ich werde dort hingehen wo dein Hauch uns hinführt,
    in das Land von Elfenbein und Ebenholz,
    ich werde dir deine Tränen und deine Sorgen wegwischen,
    Nichts ist zu schön für eine so Schöne wie dich.

    Refrain:
    Oh Aisha, Aisha, hör mir zu,
    Aisha, Aisha, geh nicht weg,
    Aisha, Aisha, schau mich an,
    Aisha, Aisha, antworte mir.

    Ich werde die Worte sagen, die Gedichte,
    Ich werde die Musik des Himmels spielen,
    Ich werde die Sonnenstrahlen einfangen,
    um deine traumhaften Augen zu erleuchten.

    Refrain

    Sie sagte behalte deine Schätze,
    Ich, ich bin mehr wert als das,
    ein Käfig bleibt ein Käfig, auch wenn er aus Gold ist,
    ich will die gleichen Rechte wie du,
    ich, ich will nur die Liebe.

    Als ob ich nicht existiert hätte,
    ist sie von meiner Seite gewichen,
    Ohne ein Blick, Königin von Sabbah,
    Ich sagte, Aisha nimm, alles ist für dich.


    Refrain



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    "Identitäre" Störer

    Begegnung der braunen Art

    Mit Parolen gegen Debatten: Am Montag störte eine rechte Jugendgruppe eine Veranstaltung unseres SPON-Kolumnisten Jakob Augstein. Hier berichtet er von dem Zwischenfall - und darüber, was er dabei über die neuen Nazis lernte.





    Am vergangenen Montag moderierte ich im Berliner Maxim-Gorki-Theater eine Diskussionsveranstaltung, die von Radio Eins live übertragen wurde.

    Margot Käßmann war zu Gast, die frühere Bischöfin. Wir sprachen über die Politisierung der Religion. Frau Käßmann war bei der Burka angekommen. Sie sagte, sie sei gegen dieses Instrument der Unterdrückung, aber auch gegen ein Verbot. Da rief ein Mann im Saal "Heuchler", und plötzlich skandierte ein Chor immer wieder dieses Wort: "Heuchler."

    Zwei Reihen im Publikum erhoben sich, Schilder wurden gereckt, Fäuste geballt, Parolen gebrüllt. Aber das waren lauter nett aussehende, adrette junge Leute. Sie hielten ordentlich ihre Schilder. Sie brüllten ordentlich. Und als man sie des Saales verwies, gingen sie ordentlich davon. Darf ich vorstellen: die "Identitäre Bewegung", unsere neuen Nazis.

    Die "Identitären" haben ihre Wurzeln in Frankreich, sie wurden in Österreich prominent, und seit einiger Zeit gibt es sie auch in Deutschland. Der Präsident des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen nannte die Gruppe vor ein paar Jahren noch eine "virtuelle Erscheinungsform des Rechtsextremismus" mit "bislang wenig Realweltbezug". Das hat sich geändert. Es ist ja eine rechte Revolution im Gange, und die kann solche Fußtruppen gut gebrauchen.

    In seinem "Kälbermarsch" hat Bert Brecht gedichtet: "Sie tragen ein Kreuz voran auf blutroten Flaggen / Das hat für den armen Mann einen großen Haken." Ins Maxim-Gorki-Theater hatten die "Identitären" auch ihren Haken mitgebracht, schwarz auf gelbem Grund, den griechischen Buchstaben Lambda. Er stammt aus dem Film "300". Die Spartaner, die im Abwehrkampf gegen die östlichen Invasoren ihr Leben geben, tragen dieses Zeichen auf ihren Schilden. Die alten Nazis entlehnten ihr Symbol alten Mythologien, die neuen einem amerikanischen Spielfilm. Das ist insofern bemerkenswert, als es gerade Globalisierung und Amerikanisierung sind, gegen die sie sich wehren. Aber gegen die Macht der Popkultur ist kein Kraut gewachsen, auch kein braunes.

    Margot Käßmann und ich selbst waren nicht durch Zufall das Ziel der Aktion. Im Netz schreiben die Rechtsaktivisten, Käßmann und Augstein seien, "diejenigen, die einer Einwanderungsgesellschaft das Wort reden und dem Großen Austausch so den Weg ebnen". Der "Große Austausch", die Schreckensvision der Rechten: Das deutsche Volk wird durch ein neues, durchmischtes ersetzt.

    Globalisierung, Migration, Multikulturalismus sind des Teufels

    Ich habe die "Identitären" Nazis genannt. Man muss mit dem Wort vorsichtig sein. Es sind nicht alle, die eine andere Meinung haben, Nazis. Aber hier trifft es zu. Diese Leute predigen weder Eroberungskrieg noch Judenmord. Ihre Ideologie heißt "Ethnopluralismus". Jedes Volk hat ein Recht auf seinen eigenen Raum - und soll da auch bitte bleiben. Globalisierung, Migration, Multikulturalismus sind des Teufels. Das Wort "Raum" erinnert nicht umsonst an Martin Heidegger und Carl Schmitt, Heroen der neuen wie der alten Rechten. Denn so fesch sich dies "Identitären" geben, so alt ist ihr Denken. Es sind junge Greise, die da demonstrieren.

    Sie träumen den Traum eines modernen Faschismus. Ihre Helden sitzen in Russland und in Ungarn. Wenn sie unter sich sind, in ihren Zeitschriften, im Netz, bei ihren Tagungen auf den Burgen und Schlössern ihrer vermögenden Förderer, geben sie sich ihren Allmachtsfantasien hin, ihren Visionen von der "Reconquista", der Befreiung des Landes von Islamismus und linkem Mainstream. Am Ende aber läuft es schlicht auf die Ausschaltung des Gegners hinaus - vor allem die Ausschaltung der unabhängigen Medien.

    Ich bin nicht sicher, ob ich es als Kompliment auffassen soll, dass ich in den Plänen der "Identitären" namentlich erwähnt werde. Der österreichische "Identitäre" und Rechtsaktivist Martin Sellner hat in einem Aufsatz die Strategie seiner Bewegung so beschrieben: Die Journalisten, die er als "Camarilla" bezeichnet, müssten "aus ihren, letztlich illegitimen und undemokratischen Machtpositionen entfernt werden. Hier ist kein Einlenken, kein Umdenken und kein Ausgleich möglich. Solange sie tagtäglich mit ihrer suizidalen Agenda des Selbsthasses die 'demokratische Mitte' diktieren, ist ein identitärer Grundkonsens gegen den Großen Austausch undenkbar. Keine metapolitischen Überlegungen führen an der Tatsache vorbei: solange - etwas zugespitzt - ein Augstein im Spiegel schreiben darf, ist eine deutsche und europäische Zukunft unmöglich."

    An diesem Abend im Gorki-Theater haben mir die modernen Nazis ihr Gesicht gezeigt. Es ist jung und glatt und kalt. Ich habe in das Gebrüll der Demonstranten hinein gefragt, warum sie mich einen "Heuchler" nennen, und was sie von uns wollen. Sie haben nicht geantwortet. Nicht die Form des Protests ist das Problem. Sondern ihr Inhalt. Und es ist nicht das Gebrüll, das Angst macht. Sondern die Weigerung zu reden.

    Die Rechten haben die Öffentlichkeit gesucht. Sie haben sie bekommen.

    Helfen wir ihnen dabei, wenn wir davon berichten? Ja. Wäre es darum besser zu schweigen? Nein.




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    Polizeibeamte auf dem Kornmarkt
    Polizeibeamte auf dem Kornmarkt - SPIEGEL-ONLINE

    Ausgangssperre für Flüchtlinge in Bautzen

    Sieg der Rassisten

    Die Polizei in Bautzen lobt sich für die Wiederherstellung der Ruhe in der Stadt. Tatsächlich hat sie den Rechtsextremen das Feld überlassen, indem sie die Flüchtlinge in ihre Unterkünfte sperrt.

    Ein Kommentar von Maik Baumgärtner - click here

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    ich glaube ... dass so eine landtagswahl wie in berlin zum oktoberfest von vielen als eine art gaudi angesehen wird ... da ist nichts mehr mit "staatstragender verantwortlichkeit" - das ist eher wie beim lotto-tipp am samstag - vielleicht springt da ein fünfer raus - oder ein sechser - ansonsten nehmen wir es olympisch: "hauptsache dabeigewesen" - zum wählen gehen - um es denen mal so richtig zu zeigen: taraaa - taraaa - und anschließend trinken wir nen bier und lachen uns ins fäustchen ...

    in der ddr ging man ja auch mit dschingderassabumm zur wahl - und meldete öffentlich, dass die wilhelm-pieck-straße, plattenbau 5-7, "einstimmig" ... - und alle wussten, dass das nicht die wirklichkeit war - sondern theater ... - und das kleine mädchen mit dem blauen halstuch sagte zum papa: "guck mal papa - der kaiser ist ja nackt - der hat ja gar nichts an" ...

    und ich glaube, so ernsthaft wählen ... - das hat das "volk" einfach verlernt: so mit einer kleinen prise "staatstragendem respekt" - so etwas wie "ehrfurcht" und "dankbarkeit" - auch für die eigene demokratische freiheit einer solchen wahlmöglichkeit und mitbestimmung überhaupt: frei - gleich und geheim ... - 

    und die moralischen werte einer (früher: national-)sozialistischen diktatur sollen dann plötzlich "demokratisch" mit luftballon, fähnchen und gratis-kugelschreiber und geschwurbeltem grundsatzprogramm ...: nee - ich glaube - das dauert - das dauert 2-3 generationen - wenn bis dahin nicht alles längst verkommen und den bach runtergegangen ist: angesichts von trump, erdogan, orbán, afd und pegida - ein weltweites populismus-phänomen - ein zeitgeist-paradigmenwechsel: klamauk statt ernsthaftigkeit, zocken statt wirtschaften ... - ohne jede werteskala - ohne moral ... - ohne gott ...

    ich meine - die im amt stehenden politiker haben das ja - gerade in berlin - vorgemacht: der wowereit als partylöwe, und jetzt sein nachfolger mit dem gesicht wie der alte ben hur, also wie charlton heston, und mit dem seltenen allerweltsnamen: müller ... - müller macht's ...
    "herr müller - wann wird auch ihnen der flughafen BER einfach zu teuer - bei 6 milliarden ??? - wann wird es auch ihnen zu bunt ... ???"  
    "ach - hören sie - die bautätigkeiten dort sind ja längst fertiggestellt - es geht ja jetzt noch um ein paar sicherheitsabstimmungen ...!!! ..."

    "und das stadtschloss ...??? - und die schulen - die schulen in berlin" ... - " ...

    (wie aus gut unterrichteten kreisen verlautet: sollen ja die schulen berlins zum "weltkulturerbe" angemeldet worden sein - deshalb darf man daran jetzt nichts verändern - bis das verfahren abgeschlossen ist ...)




    ansonsten haben in berlin fast alle parteien gewonnen: die hauptsache ist, so sigmar gabriel, dass berlin von einem sozialdemokraten weiter regiert wird: die spd ist wieder die stärkste kraft geworden ... - die cdu ist die zweitstärkste kraft geworden, die grünen haben mit 2 % nur wenig abgegeben, die fdp ist wieder da, die linke hat tatsächlich hinzugewonnen, die afd ist auf anhieb zweistellig: alle haben die wahl gewonnen - nur die demokratie ist auf der strecke geblieben ... und mit "völkisch" kann man 6% mehr wähler an die urnen ziehen ...

    und alle wahlforscher haben es prophezeit: wenn eine "große koalition" gebildet wird, stärkt das die extrem-radikalen kräfte - diesmal mehr rechts als links ... das ist quasi ein naturgesetz der demokratie - und eine rot-rot-grüne koalition hätte 2013 10 stimmen mehr gehabt - man hätte es verwirklichen können, willy brandts traum von der mehrheit "links der mitte" ... - und hätte sich vieles erspart - auch in uropa ... - wir müssen nun mit diesem geschwurbel fertig werden - und "wer hat uns (auch 2013) verraten" ... - ach - sie wissen schon ... - diese steimeiers und gabriels, die es dem genossen steinbrück nicht gönnten ...- aber: "hätte-hätte-fahrradkette" ... 

    und doch - wieder gabriel: "wir müssen aber auch feststellen, dass fast 90 % "diese da" nicht gewählt haben ... - ein überwältigender sieg der demokratischen kräfte" ... bla-bla-bla - was soll man dazu sagen: politik ist ein schmutziges geschäft - ein nichtssagendes geschäft - politik hat sich vom "völkischen" alltagleben weit entfernt - und bittet uns ja nur alle 4-5 jahre ... - und wieder mit kugelschreiber - und etwas mehr kindergeld vielleicht - und moderaten steuersenkungen - und "völkischem" Gewese ...

    und wo man früher am stammtisch schwadronierte: "das haben die da oben aber gesagt" ... - denkt man heute: ach hätten die doch lieber den mund gehalten ... S!

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    ZDF - Paul Parin zum 100. Geburtstag 
    Vor 100 Jahren, am 20. September 1916, wurde Paul Parin geboren. Der Utopist und Begründer der Ethnopsychoanalyse ist eine Jahrhundertgestalt.



    Paul Parin zum 100. - Fremdheit ist keine Eigenschaft ... 

    Frau Petrys "völkisch" einmal ganz "un-völkisch" gesehen ...

    Paul Parin, der am 20. September 100 Jahre alt geworden wäre, Goldy Parin-Matthèy und als Dritter im Bunde Fritz Morgenthaler lebten und arbeiteten am Utoquai 41 in Zürich. Ihre psychoanalytische Praxis hatten sie hier 1952 eingerichtet, nachdem Paul Parin und Goldy Matthèy aus Jugoslawien zurückgekehrt waren, wo sie 1944/45 auf Seiten der Partisanen medizinische Hilfe geleistet hatten. Ab Mitte der 1950-er Jahre gingen sie dann gemeinsam mit Ruth und Fritz Morgenthaler auf Reisen, um in Westafrika unter den Dogon und den Agni die psychoana­lytische Methode zu erproben.


    Vor 100 Jahren, am 20. September 1916, wurde Paul Parin in Polzela, Österreich-Ungarn, heute Slowenien, geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er die meiste Zeit in Zürich. Schon früh erkannte er das Unheil des Nationalsozialismus. In Graz studierte er zunächst Medizin und arbeitete als Chirurg. Während des 2. Weltkriegs schloss er sich den jugoslawischen Partisanen an. Nach dem Krieg ließ er sich zum Psychoanalytiker ausbilden und entwickelte zusammen mit seiner Frau Goldy Parin-Matthèy und seinem Kollegen Fritz Morgenthaler nach mehreren Forschungsreisen in Westafrika die Ethnopsychoanalyse. Seine Bücher stießen international auf große Anerkennung. Eine ausführliche Würdigung enthält nebenstehender Beitrag von Roland Kaufhold unter dem Titel: "Befreit Grönland vom Packeis". Das Foto wurde im Oktober 1988 in Zürich aufgenommen. (Foto: Keystone/Keystone/STR)

    War es möglich, die Angehörigen von nicht-westlichen Gesell­schaften mit den theore­ti­schen und metho­di­schen Mitteln der Psycho­analyse zu verstehen? Ausgehend von einem univer­sa­lis­ti­schen Menschenbild, verliefen ihre Forschungs­in­ter­essen aber nicht nur in eine Richtung. Die Ethno­psy­cho­analyse sollte auch in der heimat­lichen Umgebung der Schweiz angewendet werden, zur Behandlung von Patien­tinnen und Patienten und zugleich als Form der Gesell­schafts­analyse und –kritik.

    Goldy Parin-Matthèy und Paul Parin, welche die Autorin und Journa­listin Ursula Rütten einmal als „vermählte Zwillinge“ bezeichnet hat, blieben Zeit ihres Lebens insti­tu­tionell ebenso unabhängig, wie sie in einem ausge­dehnten, global vernetzten, linken und undog­ma­ti­schen Freun­des­kreis verankert waren. Wobei Freund­schaft hier mehr bedeutet als bloße private Bindungen und Neigungen – ihre Freund­schaften schufen darüber hinaus einen Arbeits- und Diskus­si­onsort. Stefan Zweifel hat die sonntäg­lichen Zusam­men­künfte am Utoquai einmal als Versammlung auf einem Affen­felsen beschrieben, wo er als Kind den Erwach­senen zu Füßen saß und ihren Debatten zuhörte („schöne Paviane“, die sich „Geschichten aus dem Haar lausten“).

    Freud­sches Denken

    Mir kam die Wohnung, Jahrzehnte später, eher wie eine Zeitma­schine vor. Der Straßenlärm der Durch­gangs­straße war durch die Fenster­scheiben ebenso gedämpft wie das Licht durch die vergilbten Vorgänge, und so konnten wir rauchend und trinkend an jeden belie­bigen Ort der Welt und in jede Zeit reisen. Meist aber landeten wir im frühen 20. Jahrhundert irgendwo in Europa oder in den 1950-er und 1960-er Jahren in Afrika. Trotzdem keine Nostalgie. Jede Geschichte war ein Exempel und das Interesse galt der Gegenwart.

    Eine geschlossene Theorie entstand aus der ethno­psy­cho­ana­ly­ti­schen Forschungs­praxis nicht.
    Grundlage blieb stets und dezidiert das Freudsche Denken, wie Paul Parin im Namen der Gruppe im Text „Subjekt im Wider­spruch“ erläu­terte: „Erst wenn sich diese Theorie einmal nicht eignete, um unsere Beobach­tungen zu erklären, haben wir sie modifi­ziert, etwas hinzu­gefügt, anderes wegge­lassen oder abgeändert.“ Entscheidend war die Verbindung von Psycho­analyse und Ethno­logie, wobei die Forscher­per­sön­lichkeit mit ihren eigenen kultu­rellen Verstri­ckungen in die Analyse einbe­zogen worden ist.

    Das heißt, bei der Forschung war immer auch die eigene Reaktion auf den Forschungs­ge­gen­stand, d.h. auf die anderen Menschen und die fremde Umgebung Teil der Betrachtung, und dieser Ansatz ist für alle quali­tativ arbei­tenden Wissen­schaften bis heute relevant. Es gilt nicht, das eigene Ich (Herkunft, Geschlechte, Generation, usw.) und die eigenen kultu­rellen Verstri­ckungen möglichst „auszu­schalten“, sondern diese zu analy­sieren und produktiv in den Forschungs­prozess einzu­bringen. In den 1950er Jahren waren solche Überle­gungen in der Ethno­logie noch unerhört, galt es doch „im Feld“ eine wissen­schaft­liche Distanz zu wahren, und überdies standen Ethno­logen mit ihrer Forschung zu dieser Zeit noch häufig im Dienst von Kolonial­in­ter­essen. Die kolonialen Unter­tanen sollten erforscht werden, um sie beherrschbar zu machen – das galt nicht nur im Südafrika unter der Apartheid.

    Fremdheit ist keine Eigen­schaft

    Voraus­setzung und Resultat des ethno­psy­cho­ana­ly­ti­schen Zugangs ist, dass Fremdheit keine Eigen­schaft ist, sondern ein relatio­nales Verhältnis beschreibt. Das passt zu einer zentralen Überlegung Sigmund Freuds, wonach Neurosen keine ihnen eigenen Inhalte haben, die nicht auch bei „Gesunden“, bei Menschen ohne Symptome, zu finden sind. Folgt man diesen Gedanken, existieren weder der Fremde noch der Kranke an sich und aus sich selbst heraus; krank oder fremd ist ein Mensch vielmehr immer nur in Beziehung zu etwas oder zu jemand anderem.

    Insofern ist mit der Ethno­psy­cho­analyse auch eine Utopie verbunden, eine Form der Aufklärung, die nicht nur das eigene Fremde einschließt und analy­siert, sondern das Fremde als Eigenes anerkennt. Mit der These, dass sich Psycho­analyse als Form der Gesell­schafts­kritik und der indivi­du­ellen Aufklärung auch in anderen, koloni­sierten Gesell­schaften bewähren würde, sollte eben gerade keine „afrika­nische Psyche“ (re)konstruiert werden. Vielmehr ging es bei den psycho­ana­ly­ti­schen Gesprächen um die Einzig­ar­tigkeit der Personen, aller­dings in ihrer Verstri­ckung in die jeweilige Gesell­schaft und soziale Umwelt. Bei den Agni an der Elfen­bein­küste und den Dogon in Mali stellte sich dies histo­risch und sozio­lo­gisch höchst unter­schiedlich dar und drückte sich in unter­schied­lichen Persön­lich­keits­struk­turen aus. So glücklich und frei sich die Dogon-Gesellschaft zeigte, so verstrickt und bedrückt erlebten die Reisenden die Agni.

    Die postko­lo­niale Forderung, „den Anderen“ eine Stimme zu geben, ist in der Ethno­psy­cho­analyse mit ihren Einzel- und Gruppen­ge­sprächen radikal umgesetzt. Denn die Inter­viewten sind nicht Stell­ver­tre­te­rinnen oder Stell­ver­treter einer Gruppe von Anderen, sondern erscheinen in ihrer Indivi­dua­lität, mit ihren Reaktionen und Emotionen, ihren Biografien und Träumen in so unter­schied­lichem Masse fremd und vertraut, wie jeder andere Mensch, dem wir begegnen oder über den wir lesen. Zugleich werden aber auch die materi­ellen und sozialen Struk­turen und Bedin­gungen von Glück und von Scheitern aus den Inter­views und ihren Analysen deutlich.

    Goldy und Paul Parin in Mali, ca. 1960; Foto: Fritz Morgen­thaler



    Die Ethno­psy­cho­analyse bedarf des Orts- und Perspek­ti­ven­wechsels, sie ist eine Reise in die Fremde und nach Innen, zu den Anderen und zu sich selbst, sie versucht das Gemeinsame zu ergründen und muss dabei geogra­fische und intel­lek­tuelle Orte wechseln, d.h. die eigenen Annahmen immer in Frage stellen. Diese „Pendel­be­wegung zwischen den Kulturen“ (Mario Erdheim) ist gerade in der gegen­wär­tigen politi­schen Lage hoch relevant. Nie treten die Konturen des Eigenen so scharf hervor, wie in der Konfron­tation mit dem Anderen. Die Vorstellung, man habe eine einzige geschlossene Kultur, an die sich die Fremden anzupassen haben, unter­liegt einem Denkfehler. Das was heute so vehement als Kern eigener Kultur verteidigt wird, ist auch in scheinbar homogenen Gemein­schaften das Ergebnis von Vermi­schungen, Neuent­wick­lungen, einer Aushandlung zwischen Innovation und Tradition sowie zwischen Eigenem und Fremdem. Alles verändert sich in diesen fortwäh­renden Aushand­lungen, die Sprache, die Bräuche, die Erzäh­lungen über die Vergan­genheit.

    In der Konfron­tation mit Fremdheit, sei es zu Hause oder auf Reisen, wird die eigene Kultur aber plötzlich als scheinbar geschlos­senes Ganzes erfahren, man wird zur Deutschen oder zum Schweizer, zum Europäer oder Afrikaner, während im Alltag solche Defini­tionen weder für die Fremd- noch für die Selbst­zu­schreibung nötig sind – da sind die vielen unter­schied­lichen Identi­fi­ka­tionen und Zugehö­rig­keiten jeder Person weitaus relevanter. Soll man jedoch die eigene Kultur erklären, wird sie zumeist zu einem hyper­realen Ideal, Typisches wird hervor­ge­hoben oder auch konstruiert, abgetrennt von der alltäg­lichen Erfahrung der Unordnung, Unvoll­stän­digkeit und Hybri­dität, die gelebte ‚Kultur’ auszeichnet. Kultur ist immer in Bewegung (und mag diese noch so langsam sein), das Kultur­gewebe ist in unter­schied­lichen histo­ri­schen Epochen geknüpft, sein Material stammt aus ganz verschie­denen Quellen, und wird immer wieder neu inter­pre­tiert. Gerade weil Kulturen – also die Lebens­wirk­lich­keiten von Menschen – immer hybrid sind, geraten sie durch Ortswechsel durch­ein­ander. Das kann produktiv sein oder zu gewalt­tä­tiger Eruption führen.

    Ein grosser Erzähler

    Heute ist der Utoquai 41 nur noch eine Hausnummer, nichts erinnert mehr an Paul und Goldy, und das passt vielleicht zur Utopie der Ethno­psy­cho­analyse, denn sie hat im Wortsinne keinen Ort, sie kann nur im Gespräch und in der Analyse entstehen, da wo zwei oder mehr zusam­men­treffen und sich darüber einigen, dass sie etwas ergründen wollen.  Die Ethno­psy­cho­analyse hat eine wissen­schaft­liche Praxis initiiert, so Maya Nadig, „die es erlaubt, einen diffe­ren­zie­renden und kreativen Blick auf eine kompli­zierte und schwer zu verste­hende Welt zu werfen. Es ist ein wunderbar mensch­licher Blick, weil er nicht einfach den Anderen unter­sucht, sondern auch die eigene Invol­viertheit und die Gefühle in der Beziehung zum Anderen ernst nimmt. In dieser Mensch­lichkeit der Methode liegt auch ihr politi­sches und revolu­tio­näres Potential.“

    „Alle Wörter liegen vor mir auf dem Tisch, aber ich weiß nicht mehr, wie sie zusam­men­ge­hören“

    Als klar war, dass Paul bald sterben würde, versam­melten sich die Freunde in großer Zahl um ihn. Vielen schrieben seine Sätze auf. „Alle Wörter liegen vor mir auf dem Tisch, aber ich weiß nicht mehr, wie sie zusam­men­ge­hören“, war einer seinen letzten Sätze. Paul Parin bleibt nicht nur als Ethno­psy­cho­ana­ly­tiker, sondern auch als grosser Erzähler immer in Erinnerung.

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    Quelle: "Geschichte der Gegenwart" - Eine ältere Version dieses Beitrag erschien in der Publi­kation „De-Neutralize – Globale Geschichten aus Zürich“, Daniel Kurja­kovic, Franziska Koch, Lea Pfäffli, Bernhard Schär, Eduardo Simantob, Barbara Preisig (Hrsg.), Ein Koope­ra­ti­ons­projekt der VBK (ZHdK), IFCAR (ZHdK), Professur für Geschichte der modernen Welt (ETH), Johann Jacobs Museum, Zürich 2016.

    Und noch ein lesenswerter Link zu Paul Parin: "Ich bin ein Weltbürger"

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    die von den parins begründete "ethno-psychoanalyse" zeigt der frau petry von der afd, was "völkisch" auch bedeuten kann ... - sie setzt sich ja für eine neue "konnotation" dieses begriffes ein... ethno-psychoanalyse, so wie sie paul parin und goldy betrieben haben, zeigen, wie alle menschen - auf ihre art - gemeinsam ticken ... - nämlich so - dass parins persönliches fazit lautete: "ich bin ein weltbürger" ... - so wie es der christlich-abendländische poet schiller in der "ode an die freude" dichtete: 

    Freude, schöner Götterfunken,
    Tochter aus Elisium,
    Wir betreten feuertrunken,
    Himmlische, dein Heiligthum.
    Deine Zauber binden wieder,
    Was die Mode streng getheilt, (also auch Burka & Niqab)
    Alle Menschen werden Brüder, (also auch Muslime, Christen, Juden, Schwarze, Weiße, Rote usw.)
    Wo dein sanfter Flügel weilt.





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  • 09/22/16--12:10: Tschüß
  • FINDUNGSPHASE BIS 06.10.2016 - Viel Spaß - alles Gute - bis denne 
    S!NED!