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  • 08/16/16--13:43: wer rastet - rostet

  • wer rastet - rostet ...

    foto: g. funden: click here


    Gesundes Leben: Lob des Liegens

    Eine SPIEGEL.de-Kolumne von Margarete Stokowski (click here)

    recht hat sie, die maggy stokowski, dass sie auf das "gesunde liegen" hinweist - als alternative zu jogging, marathon, allgemeine bewegungsübungen und warming ups - eben um gesund zu leben - und das durch und durch schädliche sitzen zu überwinden.

    aber es sei eine kurze entgegnung eines notorischen sportabstinenzlers erlaubt: im altenheim hört man oft den zynischen satz aus berufenem und oft zahnlosen mund: "ich soll mich hinlegen und mehr schlafen ...??? - liegen und schlafen kann ich noch lang genug, wenn ich gestorben bin ..." - und daran ist ja auch etwas ... ich finde liegen und den mittagsschlaf ausgesprochen sympathisch - heißt es doch schon im 14. kapitel des markusevangeliums in vers 18: "und als sie bei tische lagen und aßen, sprach jesus: ....": und trotzdem - alles mit maßen - auch das liegen: denn - alles hat seine zeit: gehen hat seine zeit, stehen hat seine zeit, sitzen hat seine zeit (manche menschen sitzen natürlich viel zu lange ein: aber auch "lebenslänglich" hat seine zeit ...), joggen hat seine zeit, walken hat seine zeit, liegen hat seine zeit, (ar...)kriechen hat seine zeit, essen hat seine zeit, verdauen hat seine zeit - ...

    .... frei nach: prediger/kohelet kapitel 3 - aus der bibel - die verse:
    1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: 2 geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; 3 töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; 4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; 5 Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; 6 suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; 7 zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; 8 lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.
    9 Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.
    10 Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. 11 Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. 12 Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. 13 Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.
    kurz & gut: man kann auch alles übertreiben ...: maßhalten und ausgewogenheit nach den ureigensten persönlichen kriterien und normen schaffen die allerbeste gesundheit - ohne dem ständigen schlechten gewissen und dem ewigen schielen nach der angeblichen super-fitness mit allem pi-pa-po der nachbarn von gegenüber -  und auch aus der apothekenzeitung lassen sich wunderbare wurfschwalben basteln - zum lustigen hinterherlaufen und auffangen ...S!

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    click here



    aber der kunde damals hat ja tatsächlich dieses porträt nicht angenommen und deshalb auch nicht abgenommen - und mich damit in meinem atelier und all den investierten kosten nach 15 intensiven sitzungen sitzen lassen  - ja - nur weil er meinte, er sei nicht so gut "getroffen" worden - dieser kunstbanause der ...

    dabei ist die arbeit selbst ihm - dem auftraggeber - wie aus dem gesicht geschnitten - aber ihm fehlt der blick - der blick - der kreative blick - ihm fehlt das eintauchen ...

    als beweis: fototechnische
    original-abbildung
    des auftraggebers, der sein
    porträt nicht abgenommen hat
    also in so ein porträt muss ich natürlich ganz tief eintauchen - quasi bis ins gehirn durchtauchen - und hinein mit all den windungen in den ostereierfarben dort
    um diesen eigenständigen charakter zu erfassen ... ich muss mich einlassen - mich selbst verlieren - um in tiefer empathie der andere zu werden ...
    aber ich dachte - das wäre längst allgemeingut draußen in diesem unserem lande: kunstbetrachtung ist immer ein sich-selbst-loslassen-können - um sich im gegenüber neu aufzufinden ...

    ich hoffe nur - liebe(r) betrachter(in) - dir gelingt dieser spagat aus dem hier und jetzt - gleichzeitig ins transzendente virtuelle ...
    und du erkennst: just in dieser bildgebenden datei spiegelt sich dein alter ego wider ...

    im porträt eines menschen liegt nichts als die wahrheit - die einzige wahrheit überhaupt - wenn sie verstehen was ich meine ... S!


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  • 08/18/16--12:36: der reiher

  • ... lern vom reiher mancherlei ... - S!NED!|photography - XXL = click here



    Der Reiher
    Wenn spazieren geht der Reiher,
    Denkt er über manches nach:
    Ob sich's besser fischt am Weiher
    Oder besser noch am Bach.
    Endlich hat er sich entschlossen,
    Geht zum Weiher hin und fischt,
    Und da weilt er unverdrossen,
    Bis er einen Fisch erwischt. 
    Warten, das versteht er prächtig,
    Langeweile kennt er nicht;
    Was er tut, er tut's bedächtig,
    Und Geduld ist seine Pflicht. - 
    Willst du irgendwas erringen,
    Lern vom Reiher mancherlei,
    Und Geduld vor allen Dingen
    Bestens dir empfohlen sei. 
    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

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    "die ich rief, die geister / werd ich nun nicht los." - S!|kritzel|graphic


    Plan: Kreuzung von Mensch und Tier

    Tagesthema: 
    US-Behörde könnte Forschung finanziell fördern. Kritiker stellen moralische Fragen


    Miami (AFP). Forschungen, bei denen Tier-Embryos mit menschlichen Zellen versehen werden, könnten in den USA künftig staatlich gefördert werden. Das sieht ein Vorschlag der US-Forschungsbehörde NIH vor, der in den nächsten Wochen öffentlich diskutiert werden soll. Während die Befürworter auf einen Durchbruch bei der Erforschung von Alzheimer, Parkinson oder Unfruchtbarkeit hoffen und mit solchen "Chimären" Organe züchten wollen, verweisen Kritiker auf komplexe moralische Fragen.

    Demnach sollen künftig Forschungsprojekte finanziert werden, die menschliche Stammzellen in Embryonen bestimmter Tierarten einschleusen - darunter auch Projekte, die das Tiergehirn mit menschlichen Zellen substanziell modifizieren. 

    Welche Aktivitäten konkret gefördert werden, soll ein interner Steuerungsauschuss überwachen. "Ich bin zuversichtlich, dass die vorgeschlagenen Änderungen es der Forschergemeinde des NIH ermöglichen, dieses vielversprechende Forschungsgebiet verantwortungsvoll nach vorne zu bringen", erklärt Carrie Wolinetz, NIH-Direktorin für Wissenschaftspolitik. 

    Noch vor einem Jahr hatte die US-Behörde ein Moratorium über solche Forschungsprojekte verhängt, weil sie als zu kontrovers galten. Manche Experten reagieren alarmiert auf den Sinneswandel: "Stellen wir uns vor, wir hätten Schweine mit menschlichen Gehirnen, die sich dann fragen, warum wir an ihnen experimentieren", sagt der Wissenschaftler Stuart Newman vom New York Medical College. "Und wenn wir Menschenkörper mit Tierhirnen haben, heißt es "Naja, sie sind keine echten Menschen, wir können Versuche an ihnen vornehmen und Organe entnehmen?." Er fürchtet, seine Warnungen könnten ungehört verhallen. "Die Leute gewöhnen sich allmählich daran." Andere verweisen auf die Chancen: "Wenn wir Schizophrenie, Alzheimer und Depression weiter erforschen wollen, können wir nicht einfach an den Gehirnzellen von lebenden Menschen mit diesen Krankheiten experimentieren", erklärt Robert Klitzman, der den Masterstudiengang Bioethik an der Columbia University leitet. Der NIH-Vorschlag sei ein "großer Schritt in die richtige Richtung mit gewaltigem Potenzial, Millionen Menschen zu helfen".

    Felszeichnung von sogenannten "Reptos"/Reptilienmenschen aus dem "Gilf Kebir" (Ägypten) - einem 8000 qkm großen heute wüstenähnlichen Felsplateau ...

    Trotzdem fordert er, auch Ethiker in das Kontrollgremium zu berufen. "Mit menschlichen Gehirnzellen müssen wir vorsichtig sein. Was wir nicht wollen, sind Mäuse oder Schimpansen, die plötzlich menschliche Eigenschaften haben. Das schafft enorme moralische Probleme."

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    Forschungsstand
    Menschliche und tierische Zellen werden schon seit Jahrzehnten gemischt, etwa wenn Wissenschaftler menschliche Tumore in Mäuse einsetzen und Herzklappen von Schweinen und Kühen in Herzpatienten.
    "Diese Art Forschung wird in den USA seit vielen Jahren betrieben, und weltweit ist es ohnehin gängig", sagt der Medizinethiker Samuel Packer von Northwell Health in New York. 
    © 2016 Neue Westfälische
    03 - Bielefeld Süd, Freitag 19. August 2016



    Bild aus: Sebastian Münster: Cosmographei. Basel, 1558. - Unterschrift: ""Wundersame Völker Indiens" - coloriert von S! ...


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    Mensch-Tier-Kreuzung

    Geht gar nicht

    Viktoria Bartsch | NW


    Mischwesen aus Tier und Mensch sorgen bei vielen Menschen für Angst. Zu Recht. Die Grenze zwischen Mensch und Tier würde verschwinden. Und das geht gar nicht.

    Forscher argumentieren, sie könnten irgendwann möglicherweise Krankheiten wie Alzheimer, Depression oder Schizophrenie mit Hilfe der Kreuzung des Erbgutes von Mensch und Tier heilen. Vielleicht. Aber selbst wenn es ihnen gelingen würde: Das Risiko, dass jemand sein Wissen missbraucht oder dass es ungewollt zu Ziegen mit menschlichen Gesichtern oder zu Affen mit menschlichen Gehirnen kommt, bleibt.

    Wenn Genforschung, dann mit klaren Regeln, hohen Sicherheitsstandards - und eindeutigen Grenzen. Zum Beispiel verspricht die neue Methode Crispr bei der DNA-Forschung zumindest weniger ungewollte Mutationen, weil keine artfremde DNA zum Einsatz kommt. Doch diese Methode ist im Vergleich zu den herkömmlichen so einfach, dass manche Experten schon deshalb vor Missbrauch warnen.

    Auch wenn es Forschern gar nicht darum geht, neue Lebewesen zu erschaffen, würden Kreuzungen aus Mensch und Tier die Gesellschaft vor immense Herausforderungen stellen und eine Vielzahl von rechtlichen und moralischen Fragen mit sich bringen. Nicht alles was geht, muss auch gemacht werden. Und nicht alles darf erlaubt sein.


    viktoria.bartsch@ihr-kommentar.de | © 2016 Neue Westfälische 


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    die idee ist ja uralt - schon in zigtausend jahre alten höhlenbildern und felszeichnungen wurden sogenannte "chimären" - (wesen: halb mensch - halb tier) - zumindest fantasiert oder sogar abgebildet - das weiß man nicht so genau ... und heute leben diese fabelwesen in fantasy-spielen, in comic-figuren, und in der horror-/science-fiction-film-scene - und natürlich sind die mythen um graf dracula und seine spezies aus dem nahen rumänien nicht zu vergessen ...

    die alten höhlenzeichnungen veranlassten viele zumeist fantasiereiche amateur-forscher nun dazu, anzunehmen, dass es als vorläufer auf die sich entwickelnden humanoiden (menschen)rassen mehrere durchgangsstadien und "urahnen" gibt - und nicht nur den affen ... - und dass das alles in zig millionen jahren sich bewerkstelligt hat - eben als immerwährende schöpfung in der entwicklung, woran ich ja als christ auch glauben kann: gottes schöpfung hört nimmer auf.

    rekonstruktion eines 
    theropoden - wiki
    dazu nur: die lieben kleinen vögelchen und auch die größeren gefieder waren ehemals raubdinosaurier (theropoden) aus der gruppe der maniraptora,
    die wahrscheinlich nicht ganz so "süß" ausschauten ...

    insofern sind die neuesten geplanten heiklen forschungen in wirklichkeit vielleicht kein schritt nach vorn - sondern eher viele  - vielleicht dumme - schritte zurück - "zurück in die zukunft", wie mal ein fantasy-/science-fiction-filmtitel lautete ... - und der mensch in der wissenschaft und der damit verbundenen machbarkeits-verblendung fühlt sich so stark, dem ollen darwin und dem noch olleren lieben gott ins handwerk zu pfuschen ... - und da werden die gängigen - vielleicht in wirklichkeit durch eine unachtsamkeit oder dummheit auch selbstgezüchteten derzeitigen haupt-krankheiten (krebs, schizophrenie, alzheimer und depression) als grund ins feld geführt, um mit solchen hanebüchenen forschungen dann "vielleicht heilende forschungen am halb-mensch-halb-tier-hirn durchführen zu können" - doch wehe dem: der olle goethe dichtete schon so weitsichtig in seinem "zauberlehrling": "die ich rief, die geister / werd ich nun nicht los."(s.u.)

    die kommentatorin oben bemängelt, dass bei einer chimären-züchtung 
    "die grenze zwischen mensch und tier verschwinden würde" - und das ginge gar nicht ...: aber zum teil und zum glück wird ja auch mit einer völlig entgegengesetzten argumentation diese vielleicht ja künstlich gezogene grenze durchlöchert (wie alle grenzen überhaupt entspringt auch diese grenzziehung ja nur der menschlichen einordnungswut - "unter ihm" natürlich als die "gottgegebene krone der schöpfung") - nämlich wenn ich nur an die augenblicklich populären bücher von peter wohlleben denke: "das seelenleben der tiere" und "das geheime leben der bäume" ... - denn an ein seelenleben im tier glaubt auch jeder gute christ - und betrachtet seine umwelt als belebt und als gleichberechtigte gefährten des menschen ... - und von daher schon verbietet sich ein herumexperimentieren mit leben als "material" - vom menschen gemacht ...

    so kann's nämlich kommen: dass diese ausgeburten dann diese welt übernehmen: und so ein wenig sind wir ja schon im moment in einer "trainings-phase" für ein solches szenario: mit diesen unpolitischen aber populistischen ego-"monstern" wie donald (!) trump und dem britischen außenminister johnson (hat schon mal jemand von dem etwas gehört ...?), oder den herren erdogan und orbán - und den le pens und mijnheer wilders oder der derzeitigen polnischen regierung, mit herrn putin und herrn poroschenko und dem herrn assad und all den arabischen herrscherhäuser-söhnen, mit den is-dschihadisten, al-qaida, den taliban, mit herrn netanjahu und seinen schwarzbau-siedlern und permanent-zündelern - wenn die alle zusammen in dieser welt das sagen bekommen, dann sind wir ja - das kann man sich leicht ausmalen - von einem historischen tohuwabohu nicht weit entfernt - und dann werden diese oben gefürchteten und dann gezüchteten chimären recht bald kommen, denn wer will diesem "machbarkeits-wahn" dann noch einhalt gebieten ... 
    fazit: die atom-bedrohung dieser welt ist längst von einer ur-menschlichen ego-bedrohung durch ungebremste machbarkeits-wahnideen abgelöst worden bzw. wurde ihr an die seite gestellt - und wahrscheinlich ist das tausendmal gefährlicher - weil wir es nicht mehr mit dem "gleichgewicht der kräfte" bezähmen können: die kreuzung jedenfalls von mensch & tier kann rasch zur kreuzigung von mensch & tier und aller lebewesen werden - bis dahin aber: lebt wohl ... schönes wochenende: S!
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    und zur erinnerung: 

    Der Zauberlehrling

    Hat der alte Hexenmeister
    sich doch einmal wegbegeben!
    Und nun sollen seine Geister
    auch nach meinem Willen leben.
    Seine Wort und Werke
    merkt ich und den Brauch,
    und mit Geistesstärke
    tu ich Wunder auch.

    Walle! walle
    Manche Strecke,
    daß, zum Zwecke,
    Wasser fließe
    und mit reichem, vollem Schwalle
    zu dem Bade sich ergieße.

    Und nun komm, du alter Besen!
    Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
    bist schon lange Knecht gewesen:
    nun erfülle meinen Willen!
    Auf zwei Beinen stehe,
    oben sei ein Kopf,
    eile nun und gehe
    mit dem Wassertopf!

    Walle! walle
    manche Strecke,
    daß, zum Zwecke,
    Wasser fließe
    und mit reichem, vollem Schwalle
    zu dem Bade sich ergieße.

    Seht, er läuft zum Ufer nieder,
    Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
    und mit Blitzesschnelle wieder
    ist er hier mit raschem Gusse.
    Schon zum zweiten Male!
    Wie das Becken schwillt!
    Wie sich jede Schale
    voll mit Wasser füllt!

    Stehe! stehe!
    denn wir haben
    deiner Gaben
    vollgemessen! -
    Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
    Hab ich doch das Wort vergessen!

    Ach, das Wort, worauf am Ende
    er das wird, was er gewesen.
    Ach, er läuft und bringt behende!
    Wärst du doch der alte Besen!
    Immer neue Güsse
    bringt er schnell herein,
    Ach! und hundert Flüsse
    stürzen auf mich ein.

    Nein, nicht länger
    kann ichs lassen;
    will ihn fassen.
    Das ist Tücke!
    Ach! nun wird mir immer bänger!
    Welche Miene! welche Blicke!

    O du Ausgeburt der Hölle!
    Soll das ganze Haus ersaufen?
    Seh ich über jede Schwelle
    doch schon Wasserströme laufen.
    Ein verruchter Besen,
    der nicht hören will!
    Stock, der du gewesen,
    steh doch wieder still!

    Willst am Ende
    gar nicht lassen?
    Will dich fassen,
    will dich halten
    und das alte Holz behende
    mit dem scharfen Beile spalten.

    Seht da kommt er schleppend wieder!
    Wie ich mich nur auf dich werfe,
    gleich, o Kobold, liegst du nieder;
    krachend trifft die glatte Schärfe.
    Wahrlich, brav getroffen!
    Seht, er ist entzwei!
    Und nun kann ich hoffen,
    und ich atme frei!

    Wehe! wehe!
    Beide Teile
    stehn in Eile
    schon als Knechte
    völlig fertig in die Höhe!
    Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

    Und sie laufen! Naß und nässer
    wirds im Saal und auf den Stufen.
    Welch entsetzliches Gewässer!
    Herr und Meister! hör mich rufen! -
    Ach, da kommt der Meister!
    Herr, die Not ist groß!
    Die ich rief, die Geister
    werd ich nun nicht los.

    "In die Ecke,
    Besen, Besen!
    Seids gewesen.
    Denn als Geister
    ruft euch nur zu diesem Zwecke,
    erst hervor der alte Meister."

    Johann Wolfgang von Goethe


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    S!NED!|art: Aylan Kurdi (3) - Wasserleiche am Strand von Bodrum

    S!NED!|art: Omran Daqneesh (5) - Rettung aus dem Bombenhagel in Aleppo






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     Bild-Ikonen Omran und Aylan – und die Frage nach der Macht dramatischer Fotos

    Das Bild des kleinen Omran geht um die Welt. Und wieder steht die Frage im Raum: Was kann diese neue Bild-Ikone, die den Syrienkrieg auf erschütternder Weise deutlich macht, überhaupt bewirken? Und ist es nicht bald schon wieder vergessen? Anders als vor einem Jahr, als der tote Junge Aylan am Strand des Mittelmeers gefunden wurde, gibt es in den Medien dieses Mal keine ethische Debatte.

    Ein kleiner Junge sitzt blutverschmiert und voller Staub von Bombentrümmern in einem Rettungswagen. Das Bild von Omran aus Aleppo geht um die Welt. Für den Krieg in Syrien ist es nach mehr als fünf Jahren und Hunderttausenden Toten ein Schlüsselfoto. Die Zeitungen heben es auf den Titel, im Internet verbreitet es sich rasant.

    Ähnlich war das im Spätsommer 2015, als das Bild des drei Jahre alten Aylan viele Menschen erschütterte. Seine Leiche wurde an einen türkischen Strand gespült. Der syrische Junge war einer von Hunderten von Flüchtlingen, die im Mittelmeer ertranken. Es wurde eines der Symbolfotos der Flüchtlingskrise – in dem Sommer, als Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren berühmten Satz sagte: „Wir schaffen das.“

    Was kann das Foto von Omran aus Aleppo bewirken? Sicher ist: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Sicher ist auch: Ein Omran allein kann den Krieg nicht stoppen.

    Der Medienethiker Alexander Filipović meint: „Es kann viel bewirken, weil es dem Leid ein Gesicht gibt.“ Es erhöht aus seiner Sicht den Druck in der Öffentlichkeit und könnte der Politik einen Schub geben.

    Die ethische Debatte um Omran ist anders als bei Aylan. Der Junge aus Aleppo wurde aus den Bombentrümmern gerettet, er hat überlebt. Bei Aylan wurde diskutiert, ob man ein totes Kind überhaupt so zeigen darf. Ist das respektlos? Nimmt es ihm seine Würde? Dass der chinesische Künstler Ai Weiwei das Bild des ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen später am Strand einer griechischen Insel nachstellte, fanden manche ziemlich daneben.

    Die Bilder aus Aleppo entstehen generell nicht ganz zufällig. Medien-Aktivisten suchen Motive mit dem Ziel, ikonische Bilder zu schaffen. Sie wissen sehr genau um die Wirkung, die von den Aufnahmen ausgehen kann. Im Fall von Omran war es das oppositionelle Aleppo Media Center, das am Mittwochabend nach einem Luftangriff ein Video aufnahm. Der Fotograf Mahmud Raslan war dabei.

    Natürlich löse das Bild von Omran Mitleid aus, sagt Marion Müller, Professorin für Massenkommunikation an der Jacobs University Bremen. Aber es sei eine zweischneidige Sache: „Ein einmal gesehenes Bild können wir nicht löschen.“ Es bestehe die Gefahr der emotionalen Abstumpfung.

    Anders als im Sommer 2015, als es bei den Toten im Mittelmeer eine offensichtliche Möglichkeit zum Handeln gab, könne es diesmal eine Ohnmacht auslösen, nach dem Motto: „Wir schaffen es eigentlich nicht. Die Welt ist schlecht, wir können nichts tun.“ Wichtig ist für sie, dass die Medien das Bild nicht wie jedes andere Pressebild behandeln, sondern in einen genauen Kontext setzen – und dabei nicht „leidenspornografisch“ und voyeuristisch sind.

    Bilder von Kindern: Das löst oft große Emotionen aus. So war es vor Jahrzehnten bei den Hungerbäuchen von afrikanischen Kindern, auch als Biafra-Bäuche bekannt. Berühmt ist das Bild der neunjährigen Vietnamesin Kim Phúc, die nackt vor einem Napalmangriff flieht. Es wurde 1972 ein Symbol für das Grauen des Krieges in Vietnam.

    „Schockbilder erwecken Aufmerksamkeit und rütteln wach“, sagt Rudi Tarneden, Sprecher von Unicef Deutschland. „Aber sie überfordern oft auch und erzeugen Abwehr und Angst.“ Auf die Spendenbereitschaft hätten sie daher wenig Einfluss. „Als Hilfsorganisation zeigen wir Bilder, die dokumentieren, wie trotz schwierigster Situationen Kindern geholfen werden kann.“

    Gibt es sie also, die Macht der Bilder? Sie ist begrenzt, sagt Karen Fromm, Professorin für Fotojournalismus in Hannover. Im täglichen Mediengeschäft würden die Bilder des Tages zuvor leider schnell von immer wieder neuen eingeholt.

    Die Problematik solcher Aufnahmen sei, dass sie für die unterschiedlichsten politischen, kommerziellen und religiösen Zwecke funktionalisiert würden. Auch bei dem „unendlich traurigen“ Bild von Omran sieht Fromm diese Gefahr. Und: „Es geht nie nur darum, dass etwas gezeigt wird, sondern immer auch darum, wie, wann, warum und wo etwas gezeigt wird und wer es zeigt. Und, was eben gerade nicht gezeigt wird.“


    Text: Caroline Bock | DPA - MEEDIA


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    Und mir (69) hilft dann - und wann - auch die Gewissheit, dass dieser mit Dreck und Blut verkrustete Omran wenigstens noch lebt - wo ich heute erfahren habe, dass sein 10-jähriger Bruder seinen Verletzungen im Bombenhagel in Aleppo erlegen ist  - und deshalb habe ich für sie dieses Lied aus Mendelssohn-Bartholdy's "Elias"-Oratorium: "Denn er hat seinen Engeln befohlen" ... dazumontiert - und bitte - tut das nicht als meinen Beitrag für eine Art "Leidenspornographie" ab... (s.o.) 

    Ich denke, "Leidenspornographie" soll wohl übersetzt heißen: "das Leiden extra - ganz besonders brutal zur Schau - in den Mittelpunkt stellen" - mit allem Ekel und aller Gewalt, die das auch auslösen kann - also nochmal einen draufsetzen - und sich daran ergötzen - und nicht genug davon bekommen - also ganz schön krank und daneben ... - 

    Das Wort "Leidenspornographiehabe ich doch tatsächlich oben im Artikel heute zum ersten Mal gelesen und gehört und gegoogelt ... - und dann muss ich mich bei solch neuen Begriffen immer reflexartig selbst bespiegeln - bin ich davon etwa auch infiziert ...??? Hänge ich zu sehr im "Leiden" fest - und zu wenig in dem Sinn und der Tat meines Lieblingswortes: "heilfroh" - für das ich auch die Wortpatenschaft beim Verein für Deutsche Sprache übernommen habe - und stelle ich diese vielleicht zu radikale "Einseitigkeit" hin zum "Leid" mit den Bildern oben noch einmal besonders zur Schau? Ist das etwa eine neue innerpsychische "Spur" für mich .. ???

    Nun erforsche ich ja seit 30 Jahren das "Euthanasie"-Opfer-Schicksal meiner Tante Erna Kronshage (s.d.) - und habe fast 40 Jahre mit und bei zum Teil mehrfach- und schwerstbehinderten Menschen - ja - sogar Kindern - gearbeitet - und da frage ich mich, ob ich wohl besonders anfällig bin für diese oben gemeinte "Leidenspornographie" - eben auch wenn ich mich anrühren lasse von so ein paar medial ausgelutschten Bildchen mit Wasserleichen und blut- und staubverkrusteten kleinen Jungen ... Ich bin sogar überzeugter Kriegsdienstverweigerer aus der frühen Ära vor 50 Jahren - alles für manche sicherlich wohl eindeutige Indizien für einen viel zu weichgespülten Warmduscher - ein Weichei wie er im Buche steht - in Sport immer ne "fünf" gehabt - und deshalb vielleicht heimlich seit Jahren ein exzessiver "Leidenspornograph", der einfach nicht genug bekommen kann - vom Leiden in dieser Welt - und von allen Vorkommensformen und Verkommensformen dieses Phänomens ...- vom Leiden der Armen unter den Reichen - vom Leiden der Menschen im Krieg - und der nicht verdrängen kann - und der sich darauf einlässt, im Gegensatz zu den vielen Alltags-"Helden", die vor allem "Rührenden" und "Traurigen" vor Angst weglaufen und es weggrölen und es ersäufen... - als "Rückseite dieser Medaille" ...

    Ich frage mich - hat "Leidenspornographie" eigentlich schon als eigenständige psychiatrische Diagnose eine international gültige Registraturnummer und Einordnung in den Diagnosesystemen in den USA und Europa (diagnostisches und statistische Manual psychischer Störungen = DSM - Internationale Klassifikation von Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation = ICD) die ja gern immer mal wieder diese Manuale auffüllen, damit die Pharmazie entsprechende Gegenmittel "erforschen" und absetzen kann ...

    Nur - worunter leiden die Menschen - denen all das sowas von "am Ar..." vorbeigeht, die einfach sagen, lasst die Toten ruhen - und gegen Kriege in der Welt kann man doch nichts machen - und naja - Kinder - sind doch nur Kinder - nur wir hier wollen unsere Ruhe haben und Olympia gucken und die Kinder spielen draußen mit dem Handy - und gleich das Pokalspiel - und ne Wurst auf'm Grill umdrehen ... - un gutt is ... - leiden diese Typen an Alexithymie (bitte nachgoogeln) ???

    Ich wenigstens kann mir nun mal diese Welt nicht schöner malen als sie ist - obwohl ich auch viele Sonnenauf- und -untergänge und Wolken photographiere und bearbeite - genausowenig darf man ständig im Schlamm herumwühlen - ist klar ... - aber man muss sich von seiner Umwelt im Moment auch angemessen anrühren lassen - und vielleicht sogar langverdrängte "Familiengeheimnisse"lüften, um ernsthaft persönlichen Ballast zu bearbeiten ...: und das ist keine Pornographie sondern - für mich wenigstens - kann das Seelenerleichterung sein - hin zu diesem weiten und erleichternden Begriff: "heilfroh" ...S!





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  • 08/22/16--04:58: Seele & Spiele




  • Die XXXI. Spiele sind zu Ende

    Seelenloses Olympia

    Ein Kommentar von Ex-Präses Alfred Buß


    Seit Melbourne 1956 bin ich dabei, erst am Radio, bald am Fernseher, nicht selten ging's bis in die Nacht. Nun ist Olympia wieder ad acta gelegt ...

    Großartig ist die olympische Idee: Rivalitäten austragen in sportlich-fairem Wettstreit, im Geiste von Völkerverständigung und Toleranz. Doch spätestens mit Rio wurde mir klar: Wer das noch so glaubt, der muss selber gedopt sein. Meine Begeisterung bekam einen deutlichen Knacks. Die olympischen Idee hat ihre Seele verloren.

    Viele Illusionen sind ja schon lange geplatzt. Dabeisein ist längst nicht mehr alles. Die olympischen Sportler stehen unter erheblichem Druck. Nur wer erfolgreich ist, wird oben bleiben und großes Geld verdienen. Schon wer Vierter wird, erringt nur die "Holzmedaille".

    Schon immer wird Olympia von der Politik vereinnahmt. Und auch Doping verzerrt die sportliche Fairness schon lange. Doch schienen das alles hereingetragene Probleme zu sein, die im Gegensatz standen zur olympischen Idee und ihrem Regelwerk.

    Aber jetzt stinkt der Fisch vom Kopf her: Doping ist für das IOC - und seinen Präsidenten Bach - offenbar zur lässlichen Sünde geworden. Ausgeschlossen von Olympia aber wurde Julia Stepanowa, die offenlegte, wie Staatsdoping geht. Ausgeschlossen wegen angeblicher ethischer Defizite.

    Der größte Verstoß gegen die olympische Idee ist jetzt wohl Zivilcourage. Die Botschaft an die Olympioniken ist klar: Klappe halten - oder ihr fliegt raus. Was hülfe es dem Menschen - so fragte Jesus, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? The show must go on.

    Für Rio 2016 wurden Zigtausende aus ihren Hütten vertrieben. Favelas mussten weichen. Brasilien bezahlt die Party aus Steuergeldern, den Gewinn aber streicht nicht das brasilianische Volk - den streichen andere ein. Die olympische Idee hat ihre Seele preisgegeben. Sie wurde verkauft. Die Welt gewinnen - aber die Seele verlieren. Das ist der Knackpunkt.

    Muhammad Ali bei Papst Johannes Paul II.


    1960 in Rom gewann ein 18-jähriger die Goldmedaille - als Boxer im Halbschwergewicht. An ihn will ich erinnern. Der weigerte sich, seine Seele preiszugeben. Wurde Boxweltmeister. Legte seinen Namen ab, der aus der Sklavenzeit kam. Wurde Muslim. Nannte sich Muhammad Ali. Verweigerte den Kriegsdienst in Vietnam. Verlor daraufhin die Box-Lizenz und alle Titel. Sollte gar ins Gefängnis. Und blieb doch unbeirrbar im Einsatz für Menschen- und Bürgerrechte.

    Ex-Präses Buß
    Als er jetzt im Juni starb, verneigte sich die Welt vor ihm. Zehntausende säumten die Straßen von Louisville, als sein Leichnam durch seine Heimatstadt gefahren wurde. Die Menschen spürten: Hier hatte sich einer geweigert, seine Seele preiszugeben, zeitlebens. Auch Jesus hatte wohl seine Freude an ihm.

    Alfred Buß war von 2004 bis 2012 Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen mit Sitz in Bielefeld.

    © 2016 Neue Westfälische
    03 - Bielefeld Süd, Montag 22. August 2016



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    schön - dass alfred buß - unser ex-präses - sich am ende dieser ge- und verkauften olympischen "spiele" an muhammad ali erinnert, als jemanden, der nie seine seele verkaufte ... - 

    und dafür einstand, was seine überzeugungen waren: kriegsdienstverweigerer zu sein, wenn man schwergewichts-boxweltmeister ist, das wäre auch bei jeder prüfungskommission in deutschland seinerzeit bei einer verhandlung zur kriegsdienstverweigerung schwierig gewesen in allen motivnuancen zu übersetzen und darzulegen ...

    und den "sklavennamen" cassius clay sausen zu lassen, um als muslim muhammad ali weiterzuleben und weiter zu siegen, wäre ebenfalls heute in deutschland fast undenkbar ... - da hätte die sporthilfe und das sponsorentum bestimmt einwände geltend gemacht.

    was war das jetzt für ein aufschrei, als der diskuswerfer christoph harting sich bei seiner gold-siegerehrung nicht ganz konservativ regelrecht verhielt - und bei der hymne versuchte, vor freude zu tanzen und die melodie mitzupfeifen ... - seine "aktion" war die pure freude, das irgendwie paradoxe nichtwissen, wohin mit dem ganzen adrenalin - und sein überschießendes ego: ich bin ich - und was juckt mich schwarz-rot-gold - eine rein egoistische und völlig unpolitische veranstaltung ...


    vlnr: peter norman, tommie smith, john carlos -
    olympiasieger über 200m - 1968 mexico
    aber so etwas ist gerade 2016 im angesicht von afd und pegida und flüchtlingsstreit wieder ein sakrileg - obwohl wir ja aus den 68er jahren ganz andere aktionen - allerdings politischer natur - gewohnt sind: als die beiden schwarzen "black-panther" 200-m-läufer aus den usa, tommie smith und john carlos, bei den olympischen spielen in mexico-stadt aus protest gegen die unterdrückung der schwarzen beim abspielen der us-hymne bei der siegerehrung die schwarze handschuh-faust in die luft reckten - und mit gesenktem kopf ihren unmut ausdrückten ...: da lohnt es sich, mal in wikipedia dazu reinzuschauen: 
    Am Morgen des 16. Oktobers 1968 stellte der Sprinter Tommie Smith (USA) mit 19,83 Sekunden einen neuen Weltrekord auf und gewann die olympische Goldmedaille in dieser Disziplin. Der Australier Peter Norman wurde Zweiter und John Carlos aus den USA Dritter. Bei der Siegerehrung wurde die US-amerikanische Nationalhymne für Smith abgespielt. Carlos und Smith senkten die Köpfe und erhoben jeweils eine Faust, die mit einem schwarzen Handschuh bekleidet war. Smith trug ein schwarzes Tuch um den Hals, um den Schwarzen Stolz („black pride“) zu symbolisieren, Carlos trug die Trainingsjacke offen, um seine Solidarität mit den „blue collar workers“, den Arbeitnehmern, zu symbolisieren. Außerdem trug er eine Kette, um an „diejenigen zu erinnern, die gelyncht oder anders ermordet wurden, diejenigen, für die nie gebetet, derer niemals gedacht wurde. Für die, die man auf dem Weg nach Amerika über Bord geworfen hatte“. Alle drei, Smith, Carlos und auch Norman trugen Anstecker des Olympic Project for Human Rights (OPHR). Norman war ein Gegner von Australiens rassistischer White Australia Policy, und wollte so seine Solidarität zeigen. Norman war es auch, der vorschlug, Smith und Carlos sollten für den Protest ihre schwarzen Handschuhe teilen, nachdem Carlos sein Paar vergessen hatte.
    “If I win, I am American, not a black American. But if I did something bad, then they would say I am a Negro. We are black and we are proud of being black. Black America will understand what we did tonight.”
    „Wenn ich siege, bin ich Amerikaner, kein schwarzer Amerikaner. Aber wenn ich etwas Schlechtes mache, sagen sie, ich sei ein Neger. Wir sind schwarz und wir sind stolz darauf. Das schwarze Amerika versteht, was wir heute gemacht haben“
    – Tommie Smith
    ja - das ging schon eher an diese oben von buß beschriebene haltung muhammad alis heran, der zwar auch immer ein großmaul war - und der sich selbst am meisten feierte - aber dahinter stand immer eine große portion selbstmotivation und eine protesthaltung gegenüber dem damaligen "establishment", wo er selbst sich ja von ganz unten (er stammte aus ärmlichsten verhältnissen) nach ganz oben "geboxt" hatte - und vom ioc zum "sportler des 20. jahrhunderts" gewählt wurde ... 

    oder als fritz teufel im "hohen" gerichtssaal seine erheiternden aber trotzdem auch substanziellen verulkungen startete: 
    wieder aus wikipedia dazu: - Am 2. Juni 1967 wurde Teufel unter dem Vorwurf, einen Stein geworfen zu haben, während der Demonstration gegen den Schah Reza Pahlavi verhaftet und saß bis zum Verhandlungsbeginn im November in Untersuchungshaft. Während der Verhandlungen fiel Teufel vor allem durch – aus Sicht der Staatsanwaltschaft – respektloses Verhalten auf. Als er eine längere Stellungnahme abgeben wollte, wurde er vom Richter ermahnt, er möge nur Tatsachen vorbringen, die der Wahrheitsfindung dienten. Etwas später kam er dann der Aufforderung des Richters, sich zu erheben, mit der Bemerkung nach: „Wenn’s denn der Wahrheitsfindung dient.“ Dieser Satz wurde zu einem geflügelten Wort. Am 22. Dezember 1967 wurde Teufel freigesprochen.
    dagegen ist das herumwuseln des christoph harting bei siergerehrung und hymne und schwarz-rot-goldener flagge nur ein fliegenschiss - worüber sich aber auch schon alle welt mokiert ... 

    hymne mitsingen, hände an die hosennaht, auf die flagge starren während des hochziehens am siegermast, möglichst mit einer träne im knopfloch - und immer an die sporthilfe denken - und dankbar sein ... - unendlich dankbar ... 

    "in einem Land, in dem ein olympiasieger 20.000 prämie bekommt und ein "dschungelkönig" 150.000 €, sollte sich niemand über fehlende medaillen wundern", schrieb das frühere schwimm-as deibler (26) bei facebook. der kurzbahn-weltrekordler über 100 m lagen hatte seine karriere vor knapp eineinhalb jahren beendet... - und am nächsten "dschungelcamp" nimmt jetzt sogar diese gina-lisa lohfink teil und streicht sich dieses sümmchen ein ... (aus rechtlichen gründen: details zu der "nein-heißt-nein"-gallionsfigur lohfink - welch ein "seriöses" aushängeschild für eine so wichtige bewegung - bitte nachgoogeln) ...

    der präsident des deutschen olympischen sportbundes (dosb), alfons hörmann: "50 prozent mehr goldmedaillen - das ist nicht so schlecht." - aber: "wir haben in manchen bereichen probleme, das weltweit steigende niveau im spitzensport mitzugehen." in einigen fachverbänden habe das deutsche team die ziele "schlichtweg nicht ansatzweise erreicht"... 

    das ist nicht die rechnung eines wahren sportlers, sondern eher die eines zockers: mit wieviel einsatz heben wir was an prestige und ehre zurückbekommen ...

    bei einer solchen milchmädchenrechnung hat natürlich wieder der christoph harting recht, wenn er das "nationale" an seiner medaille zu verhöhnen versucht - in seiner paradoxen augenblicks-gefühlssituation: so wie manche menschen bei der beerdigung eines nahen verwandten eben laut loslachen müssen - ohne zu wissen warum ... 

    hat nun der christoph harting mit viel blut, schweiß und wohl auch tränen seine goldmedaille gewonnen - oder hat deutschland eine medaille mehr in der endabrechnung des herrn präsidenten hörmann ... ???

    noch ehrlicher wäre es, wenn der christoph nicht mehr mit der sporthilfe gesponsert würde, und auf eigene rechnung und eigenem trikot starten dürfte - ganz ohne dieses vermaledeite nationale gedöns und getue - denn grenzen und nationen sind von menschen erdacht und erstritten mit blut- und boden-kriegen ... - und bringen im sport dann "staats-doping" aus prestige-gründen und repräsentation-gier in extra-flügen und staatskarossen hervor ...

    christoph harting pfeift auf die hymne ... - foto: getty images|express.de

    für mich hat der christoph harting mehr von seiner seele in olympia eingebracht - als viele brave "schauspielerInnen", die sich verschämt beim klang der hymne das tränchen aus dem äuglein wischten - meine mutter hätte gesagt: "ist doch nur sport" ... 

    mit einer sportlichen leistung hat ein staat oder eine nation mit seinen attributen genuin nichts zu tun ... - die seele kann nur das individuum in seinen sport mit einbringen - keine flagge flattert einer seele voran ... - und stahlhelme oder flaggen auf särgen sehen für mich so etwas von komisch - ja "übergriffig" - aus ... S!


    und stahlhelme oder flaggen auf särgen sehen für mich so etwas von komisch - ja "übergriffig" aus





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  • 08/25/16--08:49: burka oder so ähnlich ...

  • S!art: Burka









     da macht man ja soviel aufhebens um die vielleicht 1000 frauen - "unter 80 millionen" - die in deutschland vielleicht mit einer burka herumlaufen:
    und dann sieht man den wald vor lauter bäumen nicht mehr:

    burkaähnliche öffentliche alltagsbekleidung in deutschland sind:


    • jede motorradfahrer-montur mit helm (weit mehr als 1000 "unter 80 millionen")
    • viele schauspieler - zirkusclowns
    • viele priester und geistliche im ornat
    • ordensschwestern
    • bundeswehr-soldaten mit helm und tarnfarbe im gesicht
    • viele karnevals-kostüme
    • sek-polizeibeamte im einsatz
    • windsurfer im neopren-anzug
    • feuerwehr und thw in speziellem einsatz
    • manche handwerker in schutzanzügen
    • frierende radfahrer(innen) mit schal vor dem mund
    • eishockey-spieler
    • sportrennfahrer im rennauto
    • viele geschminkte personen sind unerkennbar und haben mit ihrem passfoto nichts gemein ...

    burkaähnliche bekleidungen


    vielleicht fallen dir auch noch ein paar weitere beispiele ein ...

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    Mein Sonntags-Bonus: 
    Mein Sommer-Bild-Katalog mit kleinen Spielereien:

    CLICK HERE



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    »Die Sprache hat sich verschärft«
    Anja Reschke ein Jahr nach ihrem TV-Kommentar

    Vor gut einem Jahr ergriff Anja Reschke (43) das Wort. In der Hochzeit der Flüchtlingskrise thematisierte die Fernsehjournalistin in einem Kommentar für die ARD-Tagesthemen die üble Hetze und Stimmungsmache gegen Flüchtlinge im Netz. Sie forderte zum Aufstand der Anständigen auf. Zu einer vernünftigen Gesprächskultur, zu einem menschlichen Umgang ohne Hass. Sie bot den Hass-Schreibern Paroli.

    Im Netz gab es dafür Beifall, aber genau so viel von den widerlichen und hasserfüllten Kommentaren, die sie mit ihrem deutlichen Worten angeprangert hatte.

    Anja Reschke
    Doch wie sieht es ein Jahr danach aus? Anja Reschkes Urteil fällt eindeutig aus: »Seit vergangenem Sommer haben sich die Sprache und der Umgang miteinander weiter verschärft. Üble Beleidigungen und Verleumdungen sind inzwischen Teil unserer alltäglichen Kommunikation, nicht nur im Netz«, schrieb sie nun, ein Jahr nach ihrem Kommentar, in einem Beitrag für den NDR.

    Ihre Beobachtungen verdeutlichen, dass eine sachlich-kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Flüchtlinge im Netz immer noch kaum möglich erscheint: »Wer traut sich denn heute noch, ein Anständiger zu sein? Die Gesprächskultur ist derartig angespannt, dass man auf jeden Beitrag, der auch nur am Horizont die Situation der Flüchtlinge thematisiert – eventuell auch deren Nöte – eine Flut von beschimpfenden Kommentaren erntet.«

    Denen, die Hass säen und hetzen, das Feld zu überlassen, kommt für Reschke nicht in Frage. Sie will diesen Menschen weiter die Stirn bieten: »Ich würde den Kommentar von vor einem Jahr – trotz aller Erfahrungen, die wir seitdem gesammelt haben – genauso wieder sprechen. Weil ich einfach glaube, dass es sich ohne Hass besser lebt.« 

    WESTFALEN-BLATT|WB/sba


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    keine angst - die spielen nur ...


    tja - ein jahr danach hat sich die situation der gesellschaftlichen debatte  - bzw. für das was man dafür hält - eindeutig verschärft: im netz wütet das verbale "noch schäbiger" - "niedermachen" - "diskriminieren" ... 

    das ist zu einem nicht immer regel- aber durchaus -rechten"sport" geworden: die täter feixen und lachen über ihren eigenen mut - überbieten sich mit bußgeld-zahlbefehlen und sozialstunden-ableistungen - schließen wetten dazu ab - und freuen sich über ihre "likes" auf ihre immer bewusst und gezielt tumber daherkommenden hasstiraden ...: 

    mal so richtig "die sau rauslassen" ... - anonym natürlich ...: wie im turbo-kapitalismus: immer größer, immer mehr, immer mehr akzep-tanz" - mit extra großen "unterwander-stiefeln" ...

    bei youtube stehen noch die anti-reschke kommentare der rechten szene im netz - die den tv-kommentar zum beispiel als "antideutsche hetze" bezeichnen ... (bei bedarf - selber googeln ... - so'nen mist verlinke ich nicht ...)

    wie gesagt: aber es sind zum glück auch "nur" sprachspiele, die da gespielt werden nach immer wieder vorübergehenden und nur relativ stabilen regeln, die genauso rasch wieder absterben wie sie gewachsen sind: es geht zumindest den rechten wie in den fußball-fanblocks darum: wer und wie kontert man die fangesänge des gegners ... und natürlich: "wer hat den längsten" ...- und wann stellt man die gegner - und haut ihnen eins aufs maul ... - und wie produziert eine minderheit am besten durch eine fülle von leserbriefen, hetzparolen, youtube-beiträgen, pegida-märschen und fernsehauftritten sowie all den füllsel in den medien-news - facebook und twitter nicht zu vergessen - den anschein einer mehrheit "mitten aus dem volk heraus": aus vielleicht einem block von 10-15 % der bevölkerung generiert man sich durch list und tücke so, als wären sie schon 85 % ... ein "trojanisches pferd"mit dem anschein von größe - das aber als eigentliche verschwindende minderheit versucht, sehr verschlagen zu unterminieren ... - ein "trojaner" - nicht nur für die virtuelle netzwelt - sondern in ganz "real life" - ein rechtslastiger "trojaner" mitten in unserem sosein ... - und der infiziert und infiziert ... - und er ist in wirklichkeit so einfach & simpel gebaut, dass sich die überkomplizierten abwehrrecken schwertun, ihn erfolgreich abzuschütteln ...

    auf der linken seite sang man vor 40 jahren: "wir sind erst angefangen - wir werden immer mehr" ... - und dieser kampf der 68-er dient (leider gottes) heute als blaupause für diese rechte braune suppe ... - um sich breit zu machen: bei jim knopf  und seinem lokomotivführer lukas gibt es ja für solch phänomen den sogenannten "scheinriesen"tur-tur - der gar kein riese ist - und den wir nur dazu machen ... - und der im weggehen - in der entfernung - immer größer ist als tatsächlich ...
    solche tatsächlichen zahlen und einschätzungen kann man gut mit "statistischen zahlen" in der wirklichkeit - im real life - aufpäppeln:
    wer hätte das gedacht - so gehen
     in ganz anderen gesellschaftlichen aktivitäten z.B. fast 1,5 mio. der deutschen 1 x pro woche  zum gottesdienst in die kirche - aber in den 9 bundesliga-stadien werden pro spieltag nur knapp 0,5 mio. zuschauer gezählt - setzt man diese beiden zahlen mal ins rechte licht und ins verhältnis zueinander verschiebt sich der blick etwas: und da redet man immer von gesellschaftlicher relevanz, einfluss, tv-schwerpunktsetzungen usw. 
    aber all diese "sprachspiele" im gesellschaftlichen konsens und mit dem entsprechenden  "insider"-"fachvokabular" verlieren irgendwann an bedeutung - und werden durch andere spiele abgelöst - durch andere begriffe, durch andere zusammenhänge, andere werte ... - und letztlich ist es auch nur die von den medien gepäppelte "sau, die durch's dorf getrieben wird" ... - um der einschaltquoten willen - umd der "likes" und der "clicks" ...: damit sich der akteur in seinen springerstiefeln morgens im spiegel anschauen kann, ehe er sein hartz vier abholt: "ich bin wieder wer" ..." ... 

    erinnern sie sich noch an die "schill-partei" - die dvu, die "republikaner" - sie sind für die rechten längst schon wieder der stoff - aus dem die träume sind ... S!

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  • 08/29/16--12:38: anthropozän - ähhh ???



  • die menschen haben einen knall ...

    welch ein "eckpunkt" für das "anthropozän" - und die menschheit an sich: die a-bombe ... (AP)

    Verändert der Mensch die Welt so stark, dass er ein neues Erdzeitalter, das Anthropozän, eingeleitet hat? Geologen haben jetzt dafür gestimmt. Ihrer Ansicht zufolge begann die jüngste Epoche mit einem Knall.

    Forscher wollen wegen der beispiellosen menschlichen Einflüsse auf den Planeten ein neues Erdzeitalter ausrufen. Demnach leben wir derzeit im Anthropozän, dem Menschenzeitalter.

    Umstritten war allerdings, wann das Menschenzeitalter beginnen sollte. Mit der Entdeckung Amerikas? Mit dem Start der Industrialisierung?

    Die Arbeitsgruppe schlägt als Beginn die Mitte des 20. Jahrhunderts vor. Ein wichtiges Datum wäre der erste Atombombentest am 16. Juli 1945, dessen Folgen sich auf der Erdoberfläche weltweit nachweisen lassen.

    In den kommenden zwei bis drei Jahren wollen die Wissenschaftler klären, welche in den Erdschichten abgelagerten Stoffe als Referenz für das neue Erdzeitalter dienen sollen. Dies könne etwa eine Kombination von Kunststoff, Rückständen aus Atomwaffentests oder von Flugasche aus industrieller Produktion sein, sagte Reinhold Leinfelder von der Freien Universität Berlin, der der Arbeitsgruppe angehört.

    Den kompletten Bericht lesen Sie hier in SPIEGEL-online

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    die menschheit hat einen knall: also - das muss man sich mal vor augen halten: da stimmen wissenschaftler dafür, dass 
    • die umweltsünden der menschheit, 
    • die hybris seiner selbst, 
    • die ungebremste ausbeutung von umwelt und mensch 
    • - zugunsten des kapitals einiger weniger - 

    nun den historischen namen eines neuen "zeitalters" abgeben soll: "anthropozän" ... das klingt auch im reim noch nach "mondän" - nicht nach demut oder gar angemessener reue - sondern nur nach anmaßender menschlich übersteigerter selbstbeweihräucherung: endlich hat es der mensch geschafft, mit seinen umweltsünden diese erde namensgebend zu prägen und zu verändern ... 

    der mensch hat die erde zu seinem kindersandkasten erklärt: buddelt darin ohne sinn & verstand rum, pillert in die förmchen, die aus angeschrammtem bunten plastik im sand herumliegen, baut burgen und gräbt gräben, schmeißt sand aus dem kasten - und bringt dinge ein, die da gar nicht hineingehören ...

    dabei spielt der mensch ja nun den einzigen und konkurrenzlosen lenker und schöpfer - denn der mensch hat ja heimlich still und leise den ewigen schöpfergott ermordet - um die ecke gebracht - und schwingt sich nun auf, größenwahnsinnig den anbruch seines müllzeitalters nach sich selbst zu benennen ... - 

    ja - "wir sind die eingeborenen von trizonesien", sang man in den ersten kabarett-veranstaltungen nach dem krieg - und besang so die "tri-zone" - die westlichen besatzungszonen deutschlands: frankreich, großbritannien und die usa ... - die dann die brd bildeten ... - im gegensatz zu der "ost-zone", die dann ddr wurde: heutzutage sind wir also auch wieder die erfinder und die "eingeborenen eines anthropozäns" ... - und sind womöglich auch noch stolz darauf ...

    es sind in erster linie unsere missetaten und unsere abfälle, die das "anthropozän" als solches bestimmen: welch eine fragwürdige  "leistung" ... - welch ein denkmal setzt sich die menschheit mit einer solchen namensgebung ...???

    dabei hat sich die menschheit ja gar nicht selbst erschaffen - sie ist ja dabei immer noch auf "fremde" hilfe angewiesen - alles was die menschheit in diese welt eingebracht hat war: 

    • die atombombe, 
    • die verbreitung von plastik(müll - und partikel - sand) auf millionen jahre hinaus, 
    • aluminium, 
    • beton-partikel, flugasche und 
    • radioaktives fallout, 
    • großräumige veränderungen der kreisläufe 
    • etwa von kohlenstoff, stickstoff und phosphor, 
    • die beispiellose globale ausbringung von tier- und pflanzenarten, 
    • den klimawandel ... - 

    ähhh - sind das etwa "leistungen", um ein zeitalter danach zu benennen ... ???

    psalm 90 der bibel drückt des menschen abhängigkeit treffend und mit viel demut und innerer erkenntnis und einsicht aus ... - die fehlt nun nach 2100 jahren gänzlich - und in diesem vermaledeiten  "anthropozän" kann dann niemand mehr den tatsächlichen schöpfer er-innern: 
    Herr, du bist unsere Zuflucht 
    Jahr um Jahr. 

    Ehe die Berge entstanden 
    und die Erde und die Welt 
    geschaffen wurden, 
    bist du gewesen 
    und bist Gott 
    von einer Ewigkeit zur anderen. 

    Du lässt die Menschen sterben 
    und rufst sie zurück in den Staub: 
    Kommt wieder, Menschenkinder! 

    Denn tausend Jahre 
    sind für dich wie der Tag, 
    der gestern vergangen ist, 
    wie ein paar Stunden 
    in der Nacht. 

    Du säst Menschen aus 
    in die Welt 
    Jahr um Jahr. 

    Wie das Gras, das nachwächst, 
    kommen sie aus deiner Hand. 
    Wie Gras, das in der Morgenfrühe aufwächst 
    und blüht und am Abend welk wird 
    und verdorrt, 
    welken wir hin unter deiner Glut, 
    verdorren plötzlich unter deinem Zorn. 

    Denn du siehst all unser Unrecht. 
    In deinem Licht ist es sichtbar, 
    so verborgen es ist 
    unserem eigenen Herzen. ...

    aus Psalm 90 - Jörg Zink ...
    ob irgendwelche geschöpfe nach uns - wo und wie auch immer - diese erd-epoche eines tages als das "anthropozän" bezeichnen werden - werden wir nicht mehr erleben - in anderer schöpfungsexistenz können wir uns ja vielleicht noch dran erinnern: mir ist so - als wäre da mal etwas gewesen ...




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    Evolutionsgeschichte


    So stellt man sich die rekonstruierte "Lucy" vor ...


    1974 war Lucy (wiki-link) ein Sensationsfund. Das mehr als 3 Millionen Jahre alte Skelett eines Australopithecus afarensis erlaubte neue Einblicke in die Evolutionsgeschichte. US-Forscher haben nun die Todesursache geklärt...


    Lucy fiel vom Baum und starb



    Vor 3,18 Millionen Jahren schritt Lucy durch das heutige Äthiopien. Manche zählen sie zu den ältesten menschlichen Vorfahren. Jetzt sind die Umstände ihres Todes geklärt.


    Lucy, einer der berühmtesten Vormenschen, starb vermutlich durch einen Sturz von einem Baum. An ihren fossilen Überresten fanden Wissenschaftler mehrere Knochenbrüche, die große Ähnlichkeit mit Verletzungen zeigen, die Menschen nach Stürzen aus großer Höhe erleiden. Ein Forscherteam von der Universität Texas in Austin stellte diese Erkenntnisse in einer Studie im Fachblatt Nature vor (Kappelman et al., 2016).

    Die Wissenschaftler interpretieren die speziellen Knochenbrüche als Hinweis darauf, dass Lucy wie alle Angehörigen der Art Australopithecus afarensis in Bäumen lebte – eine Frage, die unter Fachleuten bisher umstritten ist. Lucy lebte vor 3,18 Millionen Jahren in der Afar-Region des heutigen Äthiopien. Dort entdeckten US-Forscher 1974 ihre Überreste und benannten das Skelett nach dem Beatles-Titel Lucy in the Sky with Diamonds. Die Fossilien gehören nach Meinung vieler Forscher zu den ältesten und vollständigsten Überresten menschlicher Vorfahren. Es wird wissenschaftlich jedoch noch diskutiert, ob der heutige Mensch aus dem Australopithecus afarensis hervorging.

    Etwa 40 Prozent des Skeletts von Lucy sind erhalten. Sie war etwas über einen Meter groß und wog weniger als 30 Kilogramm. Aufgrund des Skelettbaus nehmen Experten an, dass Lucy aufrecht auf zwei Beinen am Boden gehen konnte. Unklar ist, ob sie und ihre Artgenossen auch noch in den Bäumen lebten.

    Frakturen der Oberarme und Rippen
    Ein Team um John Kappelman von der Universität Texas in Austin untersuchte das Fossil sowie computertomografische Aufnahmen davon genauer. Die Forscher fanden Frakturen an vielen Knochen, etwa am Oberarm- und Oberschenkelknochen, am Schulterblatt, dem Becken und einer Rippe. Nach Überzeugung der Forscher sind die Brüche nicht im Laufe der Jahrmillionen nach ihrem Tod entstanden, sondern haben ihren Tod verursacht. Sie wiesen große Ähnlichkeit mit Frakturen auf, die bei heutigen Patienten nach Sturzverletzungen zu finden sind.



    Lucys Überreste



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    fürs blog recherchieren bildet
    shiva und die kastanienfrucht

    da war jetzt ein zusammentreffen verschiedener pole in meinem hirn: da war der 90. psalm von neulich - und heute bei der erstellung einer grafischen pixel-arbeit - der indische gott shiva ..., der mir zudem noch als indisches holzrelief von einer wand in meinem "atelier" zulächelt und tanzt ...

    eigentlich habe ich zu wenig ahnung von der indischen götterwelt, als dass ich tatsächlich wüsste, ob es sich bei der androgynen figur in meinem holzrelief tatsächlich um shiva handelt - denn mein shiva hat als "mann" zwei weibliche brüste ...

    shiva ???
    wenn er schon androgyn dargestellt wird, ist er ikonographisch oft in der mitte in eine männliche und eine weibliche hälfte geteilt ... - diese brüste auf meinem shiva sind jedoch zwei gleichgeformte brüste - eindeutig weiblich - und doch wird er wohl vor lauter herumgetänzel gern in indien so androgyn dargestellt - vielleicht ist die figur aber auch eine seiner frauen, die seine attribute mit übernommen hat ...

    im 90. psalm war ich so begeistert  von diesem demütigen wissen unseres menschlichen endes und wiedererstehens - auferstehung ganz einfach bereits erklärt: wir kehren "zurück" in den staub der erde - und gott ruft immer wieder neu neue menschen ins leben: also zwar sterben wir im einzelnen - als individuen - aber wie in der natur wachsen wie in einem bevölkerunge-frühling immer wieder neue menschen nach und bevölkern diese erde - ehe auch sie wieder wie herbstlaub herunterfallen und absterben und verrotten - und abermals neu - usw. usw.: - ein nicht endenwollender kreislauf, den uns gott geschenkt hat ... - und keine elektronik - keine app - keine algorithmen ...

    und beim shiva beeindruckten mich seine widersprüchlichen attribute, die man ihm zuschreibt: der schöpfer, der erschaffer, der bewahrer    u n d    der zerstörer - alles in einem: und dann entdeckte ich für mich diese parallele zum gesang des 90. psalms: auch da wird vom zornigen und tobenden gott gesprochen -



    denn auch er muss ja - je nachdem wo man in den kreislauf einsteigen will - zunächst freiräumen, ehe er neu ins leben ruft, und vor ihm sind ganze epochen wie ein tag - und unser jeweiliges individuelles leben ist wie die kurze saison im kreislauf eines kastanienbaumes vielleicht: ein grüner sprössling, eine dicke klebig-tropfende knospe, einen weißen kerzenartigen blütenstand treibend, ein bestäuben der blüte, das bilden einer frucht, mit einer neuen kastanie im kern, das welken der blätter, das abfallen der frucht mit dem aufprallen auf den boden, das einsenken der jungen kastanie in den boden, der keim aus der absterbenden alten kastanienhülle zu einem neuen kastanienpflänzchen, einem sprössling aus dem mal ein großer baum werden kann ...

    solche ewig jung haltenden ineinandergreifenden kreisläufe schützen uns vor einer elenden vergreisung der erde, der man ja ihre milliarden jahre beim besten willen nicht ansieht - aber der "preis" dafür - aus unserer kleingeistigen individuellen ego-sicht heraus - besteht immer auch in einem absterben, in einem beenden, um im nächsten moment als etwas anderes nachwachsendes neu zu starten: rien ne va plus ...: alles ebenso einfach wie eben hochkomplex angelegt - und aus einer nicht unmittelbar beteiligten metaebene aus betrachtet: eine grandiose - geradezu "göttliche" idee ...

    william blake: gott als architekt ...
    und das heißt aber auch, dass wir uns diesen "lieben gott" auch nicht nur in rosa wölkchen malen können: da muss rigoros individuelles leben zunächst zurücktreten und gar ausgelöscht werden, ehe er in ein neues leben beruft ... mit den uns geläufigen moralischen attributen von "lieber und guter gott" und "drohender/wütender/eifernder gott" hat das eben, aus einer höheren metaebene betrachtet, wenig zu tun - gott ist vor und in allem - ein "liebender" gott, der sich im verborgenen kümmert ...: wie shiva ist also unser gott in seinen weiblichen und männlichen anteilen relativ androgyn und in seinem "handeln" relativ paradox und widersprüchlich: als "sensemann" und totengräber und als gebährer und geburtshelfer, als erschaffer, als bewahrer und als zerstörer ... - also sooo exotisch ist die/der indische shiva gar nicht im vergleich mit meinem gott ...

    und aus dieser schon oben angedeuteten metabene betrachtet nivelliert sich das was "gut" und "böse" ist für uns durch das uns eingepflanzte (noch) nicht kommerziell erschlossene "gewissen" in den relevanten augenblicks-entscheidungen - das "gewissen" als unser von gott im seelengrund eingebautes und versiegeltes ethisch-pädagogisch-moralisches augenblicks-navi (= gutes gewissen - schlechtes gewissen - das spüren wir deutlich, wenn wir in uns hineinhorchen)...

    aber dieser umstand lässt dann eigentlich kein hadern zu mit gott - etwa vor seinem ausbleibenden eingreifen im vorfeld von "katastrophen" und "misslichkeiten", die oft genug durch pur-menschliche unzulänglichkeiten und menschliche hybris - menschliches imponiergehabe gegenüber gott - ausgelöst werden - die wir immer nur mit unserer individuellen ängstlichkeit beurteilen aus dem augenblick und aus unserer lebenssituation heraus bewerten können - durchaus gesund aber auch egoistisch am eigenen leben hangend: denn einer oben genannten kastanienfrucht geht unsere sorge und unser gezeter vor dem "wir schaffen das!" so was von an der "cupula" vorbei - und ein delphin etwa ist nach unseren maßstäben zwar "schlau" und verständigt sich sogar mit sprachähnlichen lauten mit seinesgleichen, zeigt "soziale" und "behütende" kompetenzen - eben so wie bei der aufzucht der eigenen nachkommenschaft - aber er weiß nicht einmal, was wasser ist - und dass er darin "schwimmt" ... S!



    Nachschlag -

    Ps 90 - nach: Die Schrift - Buber/Rosenzweig
    1 Ein Gebet Mosches, des Mannes Gottes. Mein Herr, du bist, du Hag*) uns gewesen in Geschlecht um Geschlecht. 2 Eh die Berge wurden geboren, Erde kreißte und Welt, von Zeiten her bis in Zeiten Gottheit bist du. 3 Bis zum Mulm lässest den Menschen du kehren, und du sprichst: Kehrt zurück, Adamskinder! 4 - Denn tausend Jahre sind dir in den Augen wie der gestrige Tag, wenn er vorbeizog, oder eine Wache in der Nacht. - 5 Du ergießest sie, ein Schlaf ists, da sie werden, am Morgen treibts dann wie Gras: 6 das am Morgen blühte und trieb, am Abend erschlafft es und dorrt. 7 Ja, wir vergehen durch deinen Zorn, durch deinen Grimm sind wir verstört: 8 du stellst unsre Fehle dir gegenüber, unsern Hehl vor deines Antlitzes Leuchte. 9 Ja, in deinem Aufwallen wenden all unsre Tage, wir lassen unsre Jahre wie einen Seufzer vergehn. 10 Die Tage unsrer Jahre sind für sich siebzig Jahre, und wars in Kräften, sinds achtzig Jahre, und ihr Ungestüm ist Mühsal und Harm, wenns mäht, eilends, entfliegen wir. 11 Wer erkennt die Macht deines Zorns und, wie du zu fürchten bist, dein Überwallen! 12 Unsre Tage zu bestimmen, laß es recht kennen, daß ein Herz der Weisheit einkomme uns! 13 Kehre um, DU! bis wann! lasse es dir leid werden deiner Knechte! 14 Zum Morgen sättige mit deiner Huld uns, daß wir jubeln und uns erfreuen an all unsern Tagen. 15 Erfreue uns, den Tagen gleich, da du uns beugtest, den Jahren, da wir das Böse sahn. 16 Sichtbar werde deinen Knechten dein Wirken, dein Glanz über ihren Kindern! 17 Meines Herrn, unsres Gottes, Mildigkeit sei über uns! Das Tun unsrer Hände richte auf über uns, das Tun unsrer Hände, richte es auf!
     *) Ein Hag ist ein meist von einer Hecke eingehegtes bzw. eingefriedetes Gelände



    Ps 104 (Buber/Rosenzweig)
    1 Segne, meine Seele, IHN! DU, mein Gott, du bist sehr groß, bekleidet mit Hehre und Glanz, 2 der das Licht um sich schlingt wie ein Tuch, den Himmel wie einen Zeltteppich spannt. 3 Er, der im Wasser seine Hochgemächer bälkt, er, der Gewölk sich als Fahrzeug setzt, er, der auf Fittichen des Winds sich ergeht, 4 der zu seinen Boten die Winde macht, zu ihm Amtenden loderndes Feuer, 5 er hat auf ihre Festen die Erde gegründet, sie wankt in Zeit und Ewigkeit nie. 6 Der Urwirbel, wie mit einem Kleid bedecktest du ihn. Über den Bergen standen die Wasser, 7 vor deinem Schelten sind sie geflohn, vorm Laut deines Donners enthastet, 8 haben Berge erstiegen, sind in Täler gesunken, an den Ort, den du gründetest ihnen. 9 Du hast ihnen die Schranke gesetzt, die überschreiten sie nie, kehren nie wieder, die Erde zu decken. 10 Du, der Quellen schickt in die Bäche - zwischen Bergen gehen sie hin, 11 tränken alles Getier des Feldes, Wildesel stillen ihren Durst, 12 dran wohnt das Geflügel des Himmels, zwischen dem Gezweig her geben sie Laut - , 13 der aus seinen Hochgemächern die Berge tränkt, von deiner Werke Frucht ersattet die Erde. 14 Der für das Vieh Gras sprießen läßt, für des Menschen Ackerdienst Kraut, aus der Erde Brot zu holen 15 und Wein, der das Herz der Leute erfreut, mehr als von Öl schimmern läßt das Antlitz, aber Brot labt das Herz der Leute. 16 Gesättigt werden SEINE Bäume, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat, 17 worin Vögel nisten: der Storch, sein Haus sind Wacholder. 18 Berge - für die Steinböcke sind die hohen, Klüfte sind der Klippdachse Schutz. 19 Der den Mond gemacht hat für Gezeiten, die Sonne, die ihren Untergang kennt, 20 bringst Finsternis du, und wird Nacht, regt sich drin alles Waldgetier: 21 die Jungleuen brüllen nach Raub, vom Gottherrn ihre Nahrung zu fordern, - 22 strahlt die Sonne auf, ziehen sie heim, lagern sich in ihre Gehege, 23 hervor kommt, an seine Arbeit, der Mensch, an seinen Dienst bis zum Abend. 24 Wie viel sind deine Werke, DU! alle hast du mit Weisheit gewirkt, Deiner Stiftung voll ist die Erde. 25 Das Meer da, groß, breit zuhanden, ein Gerege ist dort ohne Zahl, kleine Tiere mit großen, - 26 dort, wo sich Schiffe ergehen, ist der Lindwurm, den du bildetest, darin zu spielen. 27 Sie alle warten auf dich, ihre Nahrung zu geben zu deren Stunde. 28 Du gibst ihnen, sie lesen auf, du öffnest deine Hand, sie ersatten an Gutem. 29 Du birgst dein Antlitz, sie werden verstört, du ziehst ihren Geist ein, sie verscheiden und kehren zu ihrem Staub. 30 Du schickst deinen Geist aus, sie sind erschaffen und du erneuerst das Antlitz des Bodens. 31 Auf Weltzeit sei SEINE Ehre, ER freue sich seiner Werke: 32 der zur Erde blickt und sie zittert, an die Berge rührt und sie rauchen! 33 In meinem Leben will ich IHM singen, wann ich noch da bin harfen meinem Gott. 34 Angenehm sei ihm mein Bericht! ich aber, ich freue mich an IHM. 35 Möchten die Sünder vom Erdreich hinweg, der Frevler keiner mehr sein! Segne, meine Seele, IHN! Preiset oh Ihn!

    Unsere Vorstellung, Gott sei ‚allmächtig‘, führt in die Irre. 

    Foto: gibt-es-gott.com
    Beweist nicht der Alltag unseres Lebens das Gegenteil? Das klassisches Glaubensbekenntnis sagt zwar in der ersten Zeile: „Ich glaube an Gott den Vater den Allmächtigen“. Doch das stürzt jeden frommen Menschen in tiefe Zweifel.

    Hier hilft nur der Hinweis: Da wurde etwas falsch übersetzt; denn im griechischen Urtext heißt es ‚Pantokrator‘, ‚Weltenherrscher‘. Es scheint, als seien die lateinischen Kirchenvätern ihrem Machthunger zum Opfer gefallen und ihren Männerphantasien, als sie aus dem ‚Weltenherrscher‘ den Alleskönner, den ‚omnipotens‘ machten.

    Doch es geht nicht darum, dass Gott alles kann, sondern dass er in allem gegenwärtig ist, auch in der Not. Der Islam spricht her von Gott, dem „Allerbarmer“. Die Wahrheit liegt darin: Gottes Menschlichkeit wirkt im Verborgenen. Geben wir das wenige, was wir haben, und hoffen wir auf die Verwandlung der Welt.

    nach Dr. theol. Gerhart Herold


    auch zum thema: hier clicken


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    wir - schaffen - das - 

    ich bin nun nicht der ausgewiesene freund und sympathisant des herrn gabriel - aber bei allem was recht ist: was ihm da zu beginn des wahlkampfes zur bundestagswahl 2017 alles untergeschoben wird, das geht doch auf keine kuhhaut mehr: herr gabriel hat ja gar nicht die bundeskanzlerin kritisiert wegen dieses satzes "wir schaffen das!" - und er fällt ihr auch nicht deswegen in den rücken...

    er hat diesen satz ja vielleicht sogar zuerst gesagt - hat sozusagen das "copyright"© daran - und frau merkels redenschreiber hat es dann ein paar tage später ihr so ins manuskript mit hineinnotiert - als stellungnahme der damaligen regierung insgesamt angesichts der flüchtlingsströme, die in ungarn festsaßen und nun über die grenze drängten ... - auch die regierung fasste sich ja damals fest und mutig an die hände - und musste gegen die eigene angst anpfeifen - eben unter dem gemeinsamen motto: "jawohl - wir schaffen das!"

    nur ab dann hat die damals allmählich immer mehr auch von seiten der schwesterpartei csu und im umschwung der bevölkerung durch afd und pegida in die kritik kommende bundeskanzlerin die richtungskompetenz immer mehr schleifen lassen müssen - auch weil ihre eigenen leute nicht mitzogen - und ihr tatsächlich in den rücken fielen ... - man erinnere sich an die 34 cdu-funktionäre, die im vergangenen herbst in einem offenen brief schrieben, die "politik der offenen grenzen" stehe nicht "im einklang mit dem programm der cdu" und die csu mit söder, seehofer und z.t. auch immer wieder mit nadelstichen innenminister de maiziere - und bei der knete der "schwarze-null-fetischist" finanzminister schäuble - und auch die ost-bundesländer zogen allenfalls nur sehr halbherzig mit ...
    Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union warnte vor Problemen dabei, Flüchtlinge in Arbeit zu bringen. «Es ist verständlich, wenn die Bundeskanzlerin in diesen Tagen Optimismus verbreitet», schrieb der Vorsitzende Carsten Linnemann (CDU) aus Paderborn in einem Gastbeitrag für das «Handelsblatt» [schon am 16.09.2015!!!]. «Dabei ist aber wichtig, dass wir realistisch bleiben und Schwierigkeiten nicht schönreden.» Die meisten Flüchtlinge hätten «kurz- bis mittelfristig keine Chance, auf unserem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen». Eine große Mehrheit werde «sehr lange bis dauerhaft auf die Hilfe des Staates angewiesen sein». 
    merkel hat es so versäumt, im kabinett eindeutig die richtlinien der politik zu bestimmen und die weichen zu stellen: die dafür notwendigen verordnungen und gesetze einzubringen - und so raffiniert an den stellschrauben zu drehen - für eine befriedigende antwort auf das "wie"??? - "wie" - schaffen wir das ...???

    vom intern abgehalfterten ehemaligen kanzlerkandidaten der spd, peer steinbrück, war mit datum vom 6. Dezember 2015 (!!!), 18:10 Uhr, in ZEIT ONLINE zu lesen: 
    "Peer Steinbrück, ehemaliger Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat der SPD, hat die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert. Diese folge "dem nicht gering zu schätzenden Prinzip von Glaube, Liebe, Hoffnung", schrieb Steinbrück in einem Beitrag für die ZEIT. "Aber eine Antwort zu finden auf die Frage'Wie schaffen wir das?'– Das ist Politik! Diese Antwort haben wir nicht." Merkel sage nicht, wie die Flüchtlingskrise zu meistern sei."
    und nun - zu beginn des september 2016 - zu beginn des wahlkampfes für die wahl in einem jahr und zur abgrenzung gegenüber den mitregierungsparteien cdu/csu - und damit auch der cdu(!)-kanzlerin - hat der spd(!)-vizekanzler sigmar gabriel völlig zu recht angemahnt: 
    Das von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geprägte Motto "Wir schaffen das" reiche zum Bewältigen der Flüchtlingskrise nicht aus. "Eigentlich muss der Satz lauten: Wir machen das", sagte der Vizekanzler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
    gabriel dann weiter - und diese passage und die darin enthaltenden nuancen werden in den meldungen dieser tage allzu gern unter den teppich gekehrt: 
    "Und genau da liegt der Fehler von Angela Merkel und ihrer CDU/CSU [siehe oben die einlassungen mittels "brandbrief" von den 34 cdu-funktionären, der csu und der mittelstands- und wirtschaftsvereinigung der union u.a.]: Man kann nicht eine Million Flüchtlinge nach Deutschland lassen und sich dann weigern, die Voraussetzungen für Bildung, Ausbildung, Arbeit und auch für die innere Sicherheit zu schaffen. Wir Sozialdemokraten mussten lange darum kämpfen, bis die Union endlich bereit war, den Städten und Gemeinden zu helfen und bis CDU und CSU einem Integrationsgesetz mit entsprechenden Finanzmitteln endlich zugestimmt haben. Und erst jetzt beginnt auch die Union darüber nachzudenken, was wir zusätzlich bei der Bundespolizei brauchen. Wir drängen sie dazu seit einem Jahr und es bedurfte des Drucks der SPD, damit wenigstens 3.000 zusätzliche Polizeistellen geschaffen wurden. Wir haben unendlich viel Zeit verloren. Einfach mal sagen „Wir schaffen das“ und dann die Sache einfach laufen zu lassen, ist ein großer Fehler gewesen", so Gabriel. 
    ich meine - daran ist nichts verwerfliches - nichts bösartiges, nichts in den rücken fallendes - sondern das ist der beginn des wahlkampfes, der beginn der abgrenzungen innerhalb der regierungskoalition ... - und - für mich wenigstens - völlig legitim!!!

    und was sagt dazu nun der cdu-generalsekretär peter tauber nach einer sitzung des parteipräsidiums in berlin: die Aussagen gabriels zur flüchtlingspolitik und zur inneren sicherheit seien ... 
    "nicht nur eine bodenlose Unverschämtheit, sondern in der Sache auch noch falsch. Wir haben gesagt: "Wir schaffen das". Und dieses "Wir schaffen das" folgt seit dem Parteitag im Dezember letzten Jahres einem klaren Plan."

    inzwischen wissen wir zu diesem "Wir ... [also die cdu ... - die csu ja wohl sowieso nie ...] ... haben gesagt: "Wir schaffen das", des herrn tauber: gabriel hatte bereits am 22. august 2015 in einem video-podcast zur flüchtlingskrise gesagt: „Ich bin sicher: Wir schaffen das.“ also schon rund eine Woche vor der Kanzlerin - 


    S!NED!|photo|caricat
    und gabriel war damals so blauäugig davon ausgegangen, dass die "infra-struktur" eines solchen beispiellosen unterfangens, nämlich einer million menschen von heute auf morgen ein dach über dem kopf zu geben, dass das auch von cdu und vor allen dingen auch csu mitgetragen wird in allen kommunalpolitischen und länderpolitischen und bundespolitischen details und konsequenzen - und die ärmel aufgekrempelt werden ... 

    "Wir müssen das gemeinschaftlich machen und Mut machen, dass wir das hinkriegen,“ so gabriel in dem podcast weiter ... S!

    unbedingt dazu auch die jakob-augstein-kolumne - click here


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     ... verzockt ... - merkel im "lahme-ente"-stil ...;-)

     da spricht man in jüngster zeit immer von der "flüchtlingspolitik der kanzlerin angela merkel" ... ich weiß gar nicht, ob ich das als einziger so sehe, dass angela merkel ihre "wir-schaffen-das"-flüchtlingspolitik doch schon lange aufgekündigt hat ... dass eigentlich seit spätherbst 2015 nun deutlich weniger flüchtlinge zu uns kommen, hat mit der schließung der balkanroute durch orbán und konsorten - mit dem festhalten in idomeni und anderswo in griechenland und der türkei zu tun - mit dem einknicken der österreicher an ihrer grenze und wahrscheinlich dem agreement mit den bayerischen seehofer-grenzbeamten auf der anderen seite ...

    es gibt nicht weniger flüchtlinge - es gibt nur weniger bis deutschland durchdringende flüchtlinge - aufgehalten durch die gesamturopäische politik einschließlich deutschland und den verhandlungen mit erdogan, vor dem ja die kanzlerin deshalb nun schon zum x-ten male eingeknickt ist bei der "rücknahme" der "völkermord"-bezeichnung durch die bundesregierung, die damit den besagten armenier-beschluss des eigenen bundestags einfach mal unterläuft - als bonus wahrscheinlich auf die 6 milliarden, die an die türkei gezahlt werden als flüchtlings-gefängniswärter-und-festhalte-kosten ...

    Syrische Flüchtnlinge im Libanon. (Quelle: Jakob Studnar)
    kinder im flüchtlingslager - foto: kindernothilfe | jakob studnar

    hoffentlich läuft so etwas nicht eines tages bei dem einsatz der bundeswehr als parlaments-armee genauso - dass eine einsatz-ablehnung durch den bundestag durch die bundesregierung einfach mal unterlaufen wird...

    die derzeitige flüchtlingspolitik der angela merkel wenigstens taugt eigentlich nicht mehr, sie als "marke" zu kennzeichnen und sich daran abzuarbeiten. diese ursprüngliche vielleicht etwas blauäugige aber herzliche art von "flüchtlingspolitik" ist längst gänzlich heimlich, still und leise zurückgenommen worden und wurde vermeintlich um der wähler willen herrn seehofer und der afd-/pegida angepasst - nur diese ewig verblendeten afd-wähler aus dem etwas unterflachen flächenland meckpomm haben das noch gar nicht mitbekommen - oder eben als meldung aus der "lügenpresse" als lüge abgehakt ... -

    aber in deren protesthaltung spielt die eigentliche " flüchtlingspolitik" eh nur eine irreale nenngröße - real ist ihr protest eigentlich gegen alle "ungerechtigkeiten", die man so populistisch und stammtischhaft wahrnimmt, gegen die "abwicklungen" vor über 20 jahren der großen ddr-"marken" durch die "treuhand" von rohwedder/breuel - und dem einstampfen der vermeintlich beschaulichen geranien-ddr-nachbarschafts-identität - ohne jeden übergang - hinein in den kapitalistischen sumpf, der nun jedoch die kinderkrippen in form von "kitas", die "planwirtschaft" (kaufen sie mal heutzutage aktuell eine neue küche: lieferzeit mindestens 6-8 wochen, wenn es gut geht ...) in angepasster anglizistischer form von "build to order" und "joint venture", sowie die riesen-landwirtschaftsbetriebe der lpg in 1:1 übernimmt - und sie als großartige neuerungen "verkauft" ... - naja - die "reichsautobahn" hatte ja auch ihr gutes ...

    und wenn in meckpomm nur 2 x am tag der bus in einige dörfer kommt, als eigentlich klapperiger schulbus für die kinder, zu zeiten wo sowieso niemand zeit hat, dynamiken zu entwickeln oder "netzwerke" und "nachbarschaftshilfen" zu bilden - und das internet noch gar nicht existiert ... - da ist eben einfach nur "tote hose" - und dagegen protestiert man eben - völlig zu recht ...

    der politik kann ja kein vertrauen geschenkt werden - weil politik nur noch "zelebriert" und "gemacht" wird - zumeist im schatten des turbokapitals und der "marktkonformen" demokratie - und nach ansage der demoskopischen institute, mit geringer halbwertzeit - und nicht gelebt - vorgelebt - etwa wie der olle blüm noch mit 80 nach idomeni fährt ... oder der papst nach lampedusa ...: mit dem überfliegen von katastophengebieten im hubschrauber oder dem gummistiefel-besuch dort ist es nicht getan ...: 1-2 nächte in einer flüchtlingsunterkunft übernachten täten frau merkel und herrn de maiziere bestimmt gut - oder herrn gabriel, der dann bestimmt wieder blasser würde, wenn die höhensonne ein paar tage nicht benutzt wird ...

    frau merkel lügt sich auch selbst einen in die tasche - und streut uns dabei ebenfalls sand in die augen
    das flüchtlingsabkommen mit der türkei verteidigt merkel im bundestag am 07.09.2015. die vereinbarung sei "in beiderseitigem interesse", sagte die kanzlerin. "es ist, seitdem wir dieses abkommen haben, so gut wie niemand mehr in der ägäis ertrunken." es sei daher ein modell für weitere abkommen mit ägypten, tunesien oder einmal auch mit libyen. 
    das ist ganz natürlich - wenn über die ägäis keine boote mehr losgehen können, weil das rigoros durch administrative u-abkommenkonforme maßnahmen in der türkei und griechenland unterbunden wird, steuern die schlepper mit ihren alten kähnen neue routen über das mittelmeer an ...  
    von insgesamt ca. 3156 bisherigen ertrunkenen und vermissten im mittelmeer von januar bis august 2016 (die bisher höchste registrierte zahl in 8 monaten ...!!!) sind seit dem abkommen mit der türkei - nun natürlich verstärkt über die libyen/ägypten-italien-route ca.1778 menschen ertrunken ... - (quelle) 
    das schließen einer route bewirkt nur das ausweichen auf andere routen - ein sinken der kollateralopfer hier bewirkt ein ansteigen dieser zahl dort ...
    in den mitteleuropäischen ländern wie deutschland sank die zahl der ankommenden flüchtlinge zwar im vergleich zum vorjahr. gleichzeitig sind jedoch die unterkünfte und camps in den grenzregionen griechenlands, der türkei, italiens und auf der balkanroute weiterhin überfüllt. laut iom (internationale organisation für migration) hat sich seit dem u-türkei-abkommen im märz 2016 die zahl der migranten, die in griechenland gestrandet sind, um 43 prozent erhöht.in der Türkei geht die uropäische union von momentan 3,1 millionen flüchtlingen aus.
    im zauberlehrling von goethe heißt es ja: "die geister - die ich rief - werd ich nun nicht los": - und frau merkel singt nun: "die flüchtlinge - die ich rief - die bin ich zwar längst wieder los - aber niemand hat's gemerkt - aber wir schaffen euch auch noch" ......S!


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    Massenstart der Ballonfahrer

    Arnsberg/Paderborn (dpa). Viele bunte Punkte am Morgenhimmel über dem Sauerland: Gestern Morgen sind 63 Ballonfahrer in Arnsberg zu einer gemeinsamen Reise abgehoben. Der Massenstart ist einer der Höhepunkte des Ballonfahrer-Treffens Montgolfiade im Sauerland. Ursprünglich war der Massenstart auf dem Flughafen Paderborn-Lippstadt geplant. Wegen ungünstiger Winde war er dort zunächst verschoben und dann schließlich nach Arnsberg verlegt worden. Auch Warstein, das Veranstaltungszentrum der Montgolfiade, kam nicht zum Zuge, weil zu starke Winde angekündigt waren. Der Segelflugplatz Arnsberg hingegen liegt günstig in einem Tal. Schon seit Samstag sind die Ballonfahrer in Warstein zu Gast. Beim größten jährlichen Ballonfahrer-Treffen in Europa gibt es dort noch bis morgen Attraktionen wie die »Nightglows« zu sehen, bei denen die Ballonhüllen in der Dunkelheit mit den Gasbrennern zum Leuchten gebracht werden. Zuletzt besuchten mehr als 50 000 Menschen das farbenfrohe Spektakel. (WESTFALEN-BLATT - 09.09.2016)

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