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    Symbolische Situations-Illustration

    NS-"Euthanasie" trifft nach über 70 Jahren auf "gesunden Menschenverstand" - 

    • Skizze aus einer Förderschule ...
    • Vorstellung eines Einzel-Opferschicksals der NS-"Euthanasie"

    Über 160 Schülerinnen und Schüler mit Körperbehinderungen, Beeinträchtigungen des Lernens durch Bewegungs- und Wahrnehmungsstörungen sowie Mehrfachbehinderungen bekommen in der Albatros-Schule in Bielefeld-Senne eine besondere auf ihre jeweilige Beeinträchtigung zugeschnittene Förderung.

    Im Vordergrund steht die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und den Therapeuten und Therapeutinnen einer angegliederten Abteilung für Ergotherapie und Krankengymnastik sowie das Lernen und Leben im Ganztagsunterricht in kleinen Klassen nach individuellen Förderplänen.

    So können größtenteils auch Schüler mit schweren Mehrfachbehinderungen in das Unterrichtsgeschehen und den Schulalltag integriert werden. Sie erleben gemeinsamen Unterricht, Spiel, Mahlzeiten, Pflege, Selbstständigkeitstrainig und therapeutische Behandlung. In den Klassen arbeiten Sonderschulkräfte und Fachlehrerinnen als Team, das zeitweise unterstützt wird von einer Kinderpflegerin, Krankenschwester oder "Bufdis" (Bundesfreiwilligendienstleistende) bzw. jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr.

    Jeweils 9 - 12 Schülerinnen und Schüler bilden eine Klassengemeinschaft und haben zusätzlich zum Klassenraum auch einen Förderraum für individuellen Unterricht, Spiel, Mahlzeiten oder Ruhephasen zur Verfügung. Neben einigen Therapieräumen für Ergotherapie, Psychomotorik, Krankengymnastik benutzen die Schüler auch ein Therapieschwimmbad, einen Werkraum, Musikraum und eine Lehrküche.

    Auf Einladung der Lehrerin, Frau Rohe-Peitzmann, besuchte ich nun eine Abschlussklasse dort, die sie mit einer weiteren Lehrkraft, Herrn Palm, und zwei Unterrichtshelfern betreut: Eine Klassengemeinschaft, bestehend aus 11 jungen Männern und einer jungen Frau im Alter von 17-18 Jahren mit unterschiedlichen multiplen kognitiven Handicaps oder auch Mehrfachbehinderungen.

    Symbolische Situations-Illustration




    Ich hatte mich auf diesen Besuch besonders vorbereitet, denn ich sollte dort vom "Euthanasie"-Opfer-Schicksal meiner Tante Erna Kronshage (1922-1944) berichten, wobei mir Frau Rohe-Peitzmann schon in der Einladung ja mitgeteilt hatte: "Das Thema 'Euthanasie' stellt für diese Schülergruppe natürlich eine besondere Herausforderung dar, da sie in der NS-Zeit ebenfalls davon betroffen gewesen wären."

    Es ist also schon eine echte Herausforderung - für alle Beteiligten - aber irgendwie denke ich auch: Es ist wichtig, dass im Zeitgeist der "Inklusion" - der gleichberechtigten Hereinnahme und Teilhabe aller Menschen mit allen Macken und Nuancen in diese Gesellschaft - dieser Personenkreis aus den notwendigen und sie betreffenden geschichtlichen Informationen nicht ausgeklammert werden darf - es handelt sich ja im sozialen Sinn um Angehörige der Opfergruppe: Die NS-"Euthanasie" stellt ja wohl die perverseste und allerkonsequenteste Form einer "Ex-klusion" und totalen und unwiderruflichen Ausgrenzung dar - im Sprachgebrauch des NS-Regimes der "Ausmerze" - und trifft hier nach über 70 Jahren in der Albatros-Schule auf das diametral gegenüberliegende Gegenteil - auf den Geist der "In-klusion" und der Integration - und klärt damit so gut es geht darüber auf, das extreme politische Regime und Ideologien Behinderungen als nicht opportun erleben können - und manchmal sogar versuchen, sich ihrer "ganz billig" - aber mit hohem Aufwand - gänzlich zu entledigen ...

    Ich habe also meine bisherige "Routine"-PowerPoint-Präsentation einige Male entsprechend überarbeiten müssen und in den gezeigten Bildexponaten auch reduziert und vereinfacht - besonders eben auch in der Sprache - habe aber versucht, die immanente Komplexität des damaligen endgültigen "Euthanasie"-Geschehes um Erna Kronshage weiterhin in seinen diffizilen Gegebenheiten einigermaßen mitzuteilen.

    Nach verschiedenen Auslesen blieb dann ein Kern von 23 Bildimpressionen mit überarbeiteten einfachen Texten dazu übrig:


    Ich traf auf eine sehr gut vorbereitete Klassengemeinschaft, die als Einstimmungs-Aufgabe den Ablauf von Ernas Schicksal bereits in Abschnitts-"Schlagzeilen" auf ein Plakat in die richtige Reihenfolge untereinander geklebt hatte, anhand der Vor-Informationen aus den einschlägigen Internet-Blogs.

    Und meine größte Sorge, vielleicht sprachlich nicht richtig "rüberkommen" zu können, verflog eigentlich rasch: als ich die Fragen las, die jeder Schüler und die Schülerin formuliert und aufgeschrieben hatte - denn ein Schüler z.B. fragte darin - wörtlich - : "Auf welcher Basis wurde die Diagnose (Schizophrenie) gestellt?" - und das war ja nun schon eindeutig astreine "Inklusions-Hochprache", die ich bisher selbst bei manchen meiner Gespräche mit Gymnasial-Schülern dazu kaum angetroffen habe.

    Überhaupt überraschte mich die Lebendigkeit und die angemessene Reaktionsfähigkeit zu diesem heiklen Thema - bis zu bitteren Neige: nämlich Ernas Tod nach dem 484-Tage andauernden Opfermartyrium ...

    Und die vielen selbständigen und unverblümten Bewertungen und folgerichtigen Zusammenfassungen vieler gezeigter Bildinformationen und Schicksalsdetails.

    Da war bedeutend mehr Informationshunger und Geschehens-Teilnahme als bisher bei "gehobeneren" Präsentationen in gymnasialen Schülergruppen oder Fachgruppen oder auch "Alten-Cafés", die ich bisher in den Jahren zuvor mit diesem Thema besucht hatte.

    Ich traf zu diesem "Euthanasie"-Thema auf eine motivierte und hochinteressierte Schülergruppe, deren körperliche oder auch geistige Beeinträchtigungen für mich wenigstens in Vergessenheit gerieten - und die sich trotz aller Handicaps und sicherlich auch schon erlebter Diskriminierungen im gelebten Alltag einen ausgezeichneten "gesunden Menschenverstand" bewahrt haben.

    Die betroffenen Rückmeldungen am Ende lauteten zum Beispiel:
    • "Wie können Ärzte nur so etwas tun - Erna suchte ja Hilfe - und stattdessen wurde sie umgebracht ..." - 
    • "Die Erna hat bis zu ihrem Tod viel Schreckliches erlebt. Wir wollen jetzt aber auch noch den 'Stolperstein' für sie besuchen und ihr Geburtshaus sehen ..."
    • "Wie schrecklich wäre das - wenn wir alle zwangssterilisiert würden. Das war ein Verbrechen...".
    • "Die Erna muss ja schrecklich sauer gewesen sein auf ihre Schwester, weil die ihr ja solche Dinge aus Gütersloh gar nicht erzählt hat" ... - Ich: Nee - die Frieda hat das aber auch ganz anders - ohne Probleme oder Einschränkungen hinterher erlebt ... -"Ach, weil damals die Nazis noch nicht so weit waren ?" - Ich: Nee - Frieda war ja 1939 dort, als es mit der NS-Psychiatrie bereits losgegangen war - aber sie hatte eben überhaupt keine auffällige Erkrankung - sondern ging nach 4 Wochen 'Erholung' nach einem nervlichen Zusammenbruch wiederhergestellt nach Hause ...
    • "Wenn wir damals gelebt hätten, wären wir heute nicht am Leben." 
    • "... und man kennt das ja - wenn einer zu lange trauert - ist er 'depressiv' ..."
    Diese Schülergruppe beschäftigt sich gleichzeitig in Unterrichtseinheiten mit den "Menschenrechten"- und dieses Thema "Euthanasie" war dazu eine gute Ergänzung - aber man spürte dazu auch dieses neue - vielleicht schon "inklusive" Selbstbewusstsein jedes Einzelnen dazu:

    • "Ich bin ich - 
    •   und ich bin wer - 
    •   und ich persönlich beurteile aufgrunddessen, 
    •  was um mich geschieht oder geschehen ist ..."

    Da ich selbst 40 Jahre in verschiedenen Professionen mit behinderten Menschen gearbeitet habe, bin ich über die angetroffene für mich so überraschend "neue" selbstbewusste und selbständige Entwicklung und das emotionale Mitgehen bei den Geschehnissen ganz begeistert ... S!

    Illustration zum Euthanasiegeschehen: aus Online-Handbuch: Inklusion als Menschenrecht |
    Stiftung evz - erinnerung - verantwortung - zukunft, 2013 - © DIMR/Ka Schmit

    Literaturhinweise u.a.:

    George, Uta: Kollektive Erinnerung bei Menschen mit geistiger Behinderung. Das kulturelle Gedächtnis des nationalsozialistischen Behinderten- und Krankenmordes. Eine erinnerungssoziologische Studie, Bad Heilbrunn 2008. - http://www.pedocs.de/volltexte/2009/2025/pdf/P13394_George_D_A.pdf

    George, Uta: Historisch-politische Bildung für Menschen mit Lernschwierigkeiten an der Gedenkstätte Hadamar, in: Hessische Blätter für Volksbildung, „Politische Bildung“, Heft 4 (2010), S. 360-368.

    George, Uta/ Göthling, Stefan (Hg.):„Was geschah in Hadamar in der Nazizeit?“ Ein Katalog in leichter Sprache (= Schriftenreihe „Geschichte verstehen“ des Vereins zur Förderung der Gedenkstätte Hadamar e.V. und des Netzwerkes People First Deutschland e.V., H 1), Kassel 2005.

    George, Uta/ Winter, Bettina: Wir erobern uns unsere Geschichte. Menschen mit Behinderungen arbeiten in der Gedenkstätte Hadamar zum Thema NS-„Euthanasie“-Verbrechen, in: Zeitschrift für Heilpädagogik, Nr. 2 (2005), 56. Jahrgang, S. 55-62.

    George, Uta/ Winter, Bettina:„Wir entdecken unsere Geschichte“. Menschen mit Lernschwierigkeiten als Akteurinnen und Akteure der Erinnerung, in: Politikferne und bildungsbenachteiligte Menschen als Zielgruppe politischer Bildung, Außerschulische Bildung. Materialien zur politischen Jugend- und Erwachsenenbildung Nr. 3 (2008), S. 296-300.

    Aus Online-Handbuch: Inklusion als Menschenrecht: Behinderung, Krankheit und Euthanasie (Link u. ff.)



    Heute erreichte mich zum Abschluss dieses Bild und dieser Brief - der mich sehr berührt haben:









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    Ein "Kippen"-Nest - oben halbrechts ist der aufgefächerte Zigarettenfilter verbaut - Quelle: Imelda Delgadillo/University of Ciudad Juarez /dpa)


    Schutz vor Parasiten  


    Mit Zigarettenkippen gegen Zecken: 
    Diesen Trick nutzen Vögel

    Nadja Wolf, dpa

    Finken bauen offenbar gezielt Zigarettenstummel in ihre Nester ein, um sich vor Parasiten zu schützen. Eine deutsche Expertin berichtet von ähnlichen Verhaltensweisen heimischer Stare – sie nutzen teilweise Heilkräuter.

    Versuch mit Zecken in Vogelnestern

    Männlicher Karmingimpel 
    auf einem Zaun in Mexiko-Stadt
    Mexikanische Forscher haben in einem Versuch gezeigt, dass Fasern von Zigarettenfiltern nicht zufällig als Nistmaterial dienen. Vielmehr reagieren die Vögel damit offenbar auf Zeckenbefall in Nestern. Monserrat Suárez-Rodríguez und Constantino Macías García von der Universidad Nacional Autónoma de México untersuchten Nester von Hausgimpeln (Carpodacus mexicanus), die zur Familie der Finken zählen. Dabei tauschten sie auf dem Unicampus Teile von 32 Nestern aus.

    In zehn Nester setzten die Forscher lebende Zecken, in zehn legten sie tote Zecken, die zwölf übrigen blieben unbehandelt. Tatsächlich sammelten insbesondere jene Finken Zigarettenfilter, deren Nester von lebenden Zecken befallen waren, wie die Forscher im "Journal of Avian Biology" schreiben.

    Wie Vögel Zigarettenfilter nutzen

    Bislang war nicht klar, ob die Tiere die Fasern auch deshalb einsammeln, weil sie zum Beispiel besonders gut isolieren. Einen solchen Wärmeeffekt stellten die Forscher allerdings nicht fest. Vielmehr konnten die Gimpel vermutlich eine Verbindung zwischen den Fasern und Zeckenfreiheit herstellen. Einige Weibchen, die Fasern in präparierte Nester brachten, hatten dies auch zuvor schon bei ihren ursprünglichen Nestern gemacht. Möglicherweise, so die Forscher, hätten die Vögel dies aus früherem Zeckenbefall gelernt.

    Helga Gwinner vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen kennt vergleichbare Verhaltensweisen von heimischen Vogelarten. Eine Starenkolonie in Bayern habe sich auf Schafgarbe und andere ätherische Ölpflanzen als Nestmaterial spezialisiert. Die Kräuter reduzieren das Bakterienwachstum in den Nestern. "Die Stare suchen auf den Wiesen genau diese Pflanzen. Sie zeigen die Blumen und Kräuter sogar beim Balzverhalten den Weibchen, bevor sie die Pflanzen in das Nest einweben."

    Die Kräuter hätten zudem einen positiven Effekt auf die Tiere selbst, sagt Gwinner: Vogeljunge, die in solchen Nestern aufwuchsen, waren schwerer, hatten bessere Blutwerte und bessere Chancen, wieder aus ihren Winterquartieren in Afrika zurückzukehren.

    Haben die Zigarettenfilter negative Auswirkungen?

    Filter-Kippen
    Für die Gimpel dagegen könnte die Verwendung von Zigarettenstummeln den mexikanischen Forschern zufolge möglicherweise auch negative Folgen haben. Allerdings beobachtet das Team Finkennester in Mexiko-Stadt seit Jahren, ohne bisher langfristige Schäden für die Vögel zu registrieren. Dies müsse, so die Forscher, allerdings noch genauer untersucht werden. Bis dahin könne der Einbau der Fasern in die Nester als eine Form von Selbstmedikation betrachtet werden.

    Grundsätzlich sind weggeworfene Zigarettenstummel Studien zufolge nicht nur ein ästhetisches Ärgernis, sondern auch ein Problem für die Umwelt. Die Filter aus Zelluloseacetat-Fasern zersetzen sich erst nach Jahren. Benutzte Filter enthalten Giftstoffe wie Teer und Nikotin, die in Böden und Gewässer gelangen.


    Quelle: t-online/dpa - Fotos: dpa - pa - dapd


    jahrelang hat der mensch mit "wissenschaftlicher"überzeugung und einer riesengroßen portion "hybris" - als "krönung der schöpfung" - den tieren jegliche intelligenzleistung abgesprochen - wenn etwas "intelligentes" beobachtet wurde, war das bei tieren nur "instinkt", ein reiner mechanismus, die brut zu schützen oder nahrung zu beschaffen. 
    aber schon vor jahren habe ich auf norderney möwen beobachtet, die im flug die muschelbeute auf den für eine promenade geteerten stranddeich ganz gezielt immer wieder fallen ließen, um durch das zerschellen der muschel an das sicherlich schmackhafte innere stück zu gelangen ... - sowas hatte ja durchaus etwas von "erstem werkzeuggebrauch", wie man damals den ersten angeblich noch "primitiven" intelligenzeinsatz kennzeichnete: also z.b. der affe, der sich mit einem stöckchen die nächstgelegene banane angelt ... - wie oft hat man früher abschlägig gehadert: "der hat doch 'nen spatzenhirn", wenn man jemand als "dumm" beschreiben wollte ... - da müssen wir uns also jetzt andere vergleiche einfallen lassen: die vögel jedenfalls passen sich neuen umweltbedingungen so gut es geht an: das zeigen ja die überwinterungsgänse in den rheinauen - störche, die nicht mehr wegziehen, sondern vor ort überwintern und trotzdem eine gesunde brut zur welt bringen ...
    und sagen sie mal einem hundebsitzer, sein tier habe keine intelligenz und sei lediglich trieb- und instinktgeleitet ...
    nur bitte - liebe raucher - wenn ihr jetzt ne kippe austretet, denkt nicht, ihr tätet etwas gutes für gesundheit und natur ... - das wäre mit sicherheit der falsche schluss ...!!!: "o herr - wie groß ist dein tierreich ..." - was ja auch ein seufzer-spruch war, um menschliche "dummheiten" zu bezeichnen ... - S!




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  • 07/03/17--14:58: tränen beim zwiebelschälen


  • S!NED!|art: Schlafzimmerbild | 03.07.2017
    Handtuchformat: 52×120 cm 

    • wenn sich zwei kinder - oder sind's gar der hänsel & die gretel ??? - über die wackelig-morsche holzbrücke tasten, die über den reißend-schäumenden bach führt und am pechschwarzen himmel der blitz zuckt - oder der "elfenreigen": das sind beispielsweise motive für ein typisches schlafzimmerbild - und dieses hier oben von heute ist tränenschwer - wie wenn man zwiebeln schält - oder sich am artgerechten krokodils-bassin im zoo aufhält ... - S!


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  • 07/05/17--08:15: jeder 8. ...


  • ich war gestern in gütersloh, in der dortigen landesklinik, und habe dort einer gruppe von schülern vom allzu steil herabfallenden 484 tage andauernden "euthanasie"-leidensweg meiner tante erna kronshage berichtet. diese schüler waren zu einer begegnungs- und hospitationswoche dort in der psychiatrischen abteilung. morgens hatten sie schon das leucht-namensband in der klinikkirche gesehen, das die 1.017 deportierten patienten-namen einzeln aufzählt - und nachmittags dann meine powerpoint-präsentation mit dem einschlägigen bild- und faktenmaterial zu ernas schicksal.
    ich habe dabei ganz zu anfang die oben eingeblendete illustration gezeigt - mit dieser aussage götz alys:

    Jeder achte heutige Deutsche ist direkt mit jemandem verwandt, der Opfer dieser Morde wurde. Und wenn Sie die angeheirateten Verwandten dazunehmen, würde fast jeder in der Familie einen finden. Aber in den meisten Familien wurde darüber nicht gesprochen. Die Ermordeten sind vergessen."(Götz Aly) -

    [Das gesamte Interview lesen Siehier]

    gegen dieses genannte "vergessen" ankämpfen - das sind die anliegen der leute, die sich mit den opferbiografien ihrer durch die ns-"euthanasie" ermordeten verwandten auseinandersetzen und die ergebnisse dann auch mit klarnamen veröffentlichen ... dabei geht es nicht darum, mit dem zeigefinger "du-du-du" zu drohen - sondern es geht um den versuch, jedem einzelnen opfer seine würde insofern wiederzugeben, das man seinen namen nennt und in die "(v)er-inner(lich)ung" ruft.

    götz aly schreibt in seinem buch "die belasteten"und sagt in dem interview oben ganz deutlich, das diese "täter"- und "wegschau"-generation hier und da schon auch ein dem damaligen allgemeinen zeitgeist geschuldetes interesse gezeigt habe, dass durch den tod dieser sie belastenden behinderten angehörigen vielleicht durch diese "euthanasie"-maßnahmen eine art "befreiung" zu erfahren war - eine erleichterung. adolf hitler hat ja entsprechende dankesbriefe von eltern behinderter und getöteter kinder erhalten.

    als ich diese zeilen zum ersten mal las, war ich erschrocken - und wollte schon auf meinen opa verweisen, der als kleiner bauer und handwerker sich vehement für seine tochter erna ins zeug gelegt hat, einsprüche abgeschickt hat und auf entlassung aus der "heilanstalt" gedrängt hat - was aber dann letztlich doch doch ein kampf gegen windmühlen war... erna kronshages leidensweg endete 100 tage nach der deportation in die vernichtungsanstalt dort am 20.2.1944.

    und doch: ich bin zwar erst 3 jahre nach ernas tod auf die welt gekommen - mein kämpfender opa war bereits 4 monate nach ernas tod gestorben - aber die weiteren zeitzeugen in der 13-köpfigen und später weit verzweigten großfamilie haben das andenken an erna in sich erfolgreich eingefroren, abgespalten oder still in ihren herzen bewegt: ernas schicksal wurde verdrängt und verschwiegen - und wahrscheinlich auch vergessen.

    und erst 40 jahre nach ihrem tod habe ich angefangen, nach ihrem schicksal zu forschen und zu recherchieren. 

    inzwischen sind von den rund 300.000 ns-"euthanasie"-toten vielleicht insgesamt ca. 300 einzelschicksale erforscht und bekannt. das entspricht also ca. einem promille = 0,001 - 1‰ ... 

    insgesamt hat also götz aly für die allermeisten menschen in deutschland recht: ihre eventuellen verstrickungen mit den "euthanasie"-aktionen und den opfern sind vergessen. diese übrigbleibenden ca. 299.700 ermordeten sind oft unbetrauert, auch innerlich in den verwandten und nachkommen "verscharrt" - und um ihre würde kümmert sich niemand - und je nach fortschreiten der historie werden sich immer weniger menschen mit ihnen befassen.

    die schüler von gestern da in gütersloh, waren zum teil regelrecht aufgeschreckt - und hatten größtenteils "noch nie davon so intensiv gehört" - sie haben sich bedankt.

    um nochmal auf die angaben von aly zurückzukommen: "jeder achte erwachsene deutsche" - das bedeutet bei rund 61 millionen wahlberechtigten rund 7.625.000 "betroffene" und infragekommende menschen - abzüglich der angehörigen und nachkommen der erst rund 300 opfer, die eben jetzt ca. 75 jahre nach den krankenmorden namentlich erforscht werden ...

    das sind aber auch über 7 millionen menschen, die in deutschland - vielleicht auch unbewusst - mit den oftmals verdrängten aber hier und da noch irgendwie wirksamen "familiengeheimnissen" umgehen lernen müss(t)en.  

    also - liebe schüler: es gibt noch viel zu tun - packt es ruhig an ... - S!


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  • 07/06/17--11:16: 484-tage ...
  • es gibt nun eine neu überarbeitete "slideshow" zum 484-tage andauernden leidensweg meiner tante erna kronshage - die als permanent-video auf "http://erna-kronshage-in-memoriam.blogspot.de/" gezeigt wird ... 

    mit "in-memoriam" haben Sie den schlüssel - den opener - für weitere multimedial ausstaffierte seiten zum thema:



    click "side by side":

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  • 07/07/17--03:11: ich gestehe: ...




  • Ganz harte Schule

    Manchmal lieber die Klappe halten

    Fragen Sie Ihre Kinder bloß nicht nach den Bundesjugendspielen - jedenfalls dann nicht, wenn Sie selbst in der Schule zu den eher mäßigen Sportlern gehörten. Armin Himmelrath hätte den Rat besser beherzigt. → Zum unbedingten Weiterlesen - click here


    vor 5 jahren machte meine alte schulklasse nach 50 jahren zum ersten mal ein klassentreffen: und mindestens 2 alte schulkameraden begrüßten mich [also wohlgemerkt: nach 50 (i.W. fünfzig) jahren] mit den worten: "na - du alte "memme" - biste wenigstens inzwischen mal ein bissken sportlich geworden ...???" - ich hatte als "sportskanone" eben bleibende erinnerungen hinterlassen ...

    in all den schuljahren hatte ich bei diesen vermaledeiten "bundesjugendspielen" immer das schlusslicht aller teilnehmer - nicht nur der klasse - nein auch der schule - gebildet - überhaupt habe ich mich meistens unter fadenscheinigsten begründungen vom sportunterricht "befreit" ...

    ich sei "ungelenk" und "untrainiert" bescheinigten mir meine sportlehrer - und auch noch der feldwebel bei der bundeswehr später stellte das fest: "sie transpirieren ja gar nicht, herr gefreiter! - bleiben sie dran, mann - lassen sie doch nicht abreißen - ihnen gebe ich am wochenende zeit und gelegenheit, ihre sportlichen leistungen zu verbessern ...".

    "sport" war immer ein rotes tuch für mich - da war ich eben ein "warmduscher" und ein "drückeberger" (habe ja auch nach 9 monaten schleppender zugehörigkeit meinen "wehrdienst mit der waffe" verweigert ["kriegsdienst" durfte man nicht sagen und schreiben - dann hatte man schon die anerkennung als kriegsdienstverweigerer verspielt] ...!!!).

    erst viele jahre später bestärkte man mich erstmals bei einer art "sportlichem" tun: bei meiner ausbildung in "gestalt-arbeit" meinte eine trainerin, ich sei zwar "ungelenk" und "untrainiert" - aber ansonsten "sehr beweglich" und "flexibel" - und darauf käme es an ... - ähhh, was war ich stolz ...

    und ich gucke gerne sport im tv: weiß bis heute alle nationalspieler und kenne alle auch internationalen transfer-börsen - und kann auch durchaus passende kommentare bei länderspielen abgeben - kenne die rekorde und bestzeiten - überhaupt war und bin ich immer in der theorie besser und fixer als jede noch so fitte sportskanone aus meiner umgebung ...

    und ich kann schwimmen und rückwärtslaufen - im bäumeklettern tue ich mich etwas schwerer und trepphoch läuft's auch nicht mehr so wie früher - und dann - wenn ich den inneren schweinehund überwinde - gehe ich sogar 15 - 20 minuten nordic-walken ... aber ohne jeden kalorienzähler oder stoppuhr - und bin hinterher immer ganz selig ob dieser leistungen ... - und wer ist schon dagegen dieser "lange lulatsch - dieser nowitzki ..." - für den würde ich nie nen "fuffi" geben ... - S!

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    😠😆 (nach einem AP-Foto)

    • Eine Show ohne echten Inhalt. 
    • Es wird ein Gipfel des Missvergnügens für Angela Merkel.
    • "Was da hinter den Kulissen passiert, das hat nichts mit Fußball zu tun."
    • Es bleibt dabei, hier tagt ein exklusiver Klub, der vor allem daran interessiert ist, das arg knarzende System des globalen Finanzkapitalismus am Laufen zu halten.

    ==========================================

    G20-Beginn in Hamburg

    Eine Farce

    Wird das G20-Treffen in Hamburg die Welt weiterbringen im Kampf gegen Hunger, Armut und Klimawandel? Wohl kaum.

    Ein Kommentar von Stefan Kuzmany | SPIEGELonline 
    click here für den ganzen Kommentar

    mein kommentar zum G20-"gipfel":
    das ist der gipfel - ... oder: in china fällt ein sack reis um ... - die armen polizisten und die armen demonstranten tun mir leid: es gibt nichts zu tun - aber die fassen sich an ...:

    schaut euch genau diese mehrtägige schmieren-komödie an: wer wann in welcher szene in die spot-scheinwerfer der welt-journaille gerät ...
    in rom hieß es schon vor 2000 jahren: brot & spiele: 


    Der Ausdruck panem et circenses (lat. [ˈpaːnẽː ɛt kɪrˈkẽːseːs]) (Akkusativ von panis et circenses) stammt vom römischen Dichter Juvenal. Er bedeutet „Brot und Zirkusspiele“. Juvenal kritisierte in seiner Satire, dass das römische Volk in der Zeit des Prinzipats, entmachtet von den Kaisern Augustus, unter dem die Wahlen der Magistrate zur bloßen Formalität verkamen, und Tiberius, der sie völlig dem Volk entzog und dem Senat übertrug, sich nicht mehr für Politik interessiert und nur noch diese beiden Dinge gewünscht habe: Brot und Spiele. 

    Stattdessen wird in der wissenschaftlichen Literatur die Ansicht vertreten, bereits in der Zeit der späten Republik hätten die Wähler panem et circenses erwartet und sich, auf diese Weise bestochen, zur entsprechenden Stimmabgabe bei den Magistratswahlen verleiten lassen.(Wikipedia) ...(!!! = hört-hört - lest-lest...)

    damals hat man oft löwen in die arena gelassen, damit sie zum tode verurteilte verbrecher zerfleischten - unter dem gejohle der menge ... - S!


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    und hier meine bescheidene version mit meinem "namensvetter"edvard munch ...:

    Edvard Munch: Dance of Life, 1900


    Leonard Cohen: Dance Me To The End Of Love
    Edvard Munch: Dance Of Life

    Deutsche Songtext-Übersetzung


    Tanz' mit mir, zeig mir deine Schönheit
    Bei feurigem Geigenspiel
    Tanz' mit mir durch meine Panik
    Bis ich wieder sicher beieinander bin
    Heb' mich empor wie einen Olivenzwelg
    Sei meine Taube auf dem Heimflug
    Tanz' mit mir, bis die Liebe endet

    Zeig mir deine Schönheit
    Wenn niemand mehr zusieht
    Lass mich deine Bewegungen spüren
    Auf diese babylonische Art
    Zeig' mir nach und nach all das
    Von dem ich nur die Grenzen sehe
    Tanz' mit mir, bis die Liebe endet

    Tanz' mit mir zum Altar
    Tanz' immer weiter mit mir
    Führe mich ganz zärtlich
    Und lass es nicht enden
    Wir beide sind Diener unserer Liebe
    Wir sind beide ihre Herrschaft
    Tanz' mit mir, bis die Liebe endet

    Tanz' mit mir zu den Kindern
    Die in's Dasein wollen
    Tanz' mit mir durch den Vorhang
    Fadenscheinig von unseren Küssen
    Baue ein Zelt zum Schutz
    Auch wenn jeder Faden verschlissen ist
    Tanz' mit mir, bis die Liebe endet

    Tanz' mit mir, zeig mir deine Schönheit
    Bei feurigem Geigenspiel
    Tanz' mit mir durch meine Panik
    Bis ich wieder sicher beieinander bin
    Berühre mich mit bloßer Hand
    Oder deinem Handschuh
    Tanz' mit mir, bis die Liebe endet


    "Ich will jenen Ort erreichen, wo man frei ist von der Liebe, frei ist auch von Gott, frei ist von Liedern, und frei von der Politik. Ich versuche dorthin zu gelangen mit diesem Song "Tanz' mit mir, bis die Liebe endet" ...
    Leonard Cohen, Wien 11/05/88

    Mit einem Dankeschön an (C) Detlev Bölter für den Text

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  • 07/07/17--12:31: kampf den zwerghasen ...
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  • 07/07/17--22:19: nie wieder ...
  • gerade heute - zum 150. geburtstag von käthe kollwitz -
    und zu den ereignissen zum hamburger g20-gipfel


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    Deutschland ist nicht nur für den Holocaust und die "Euthanasie"-Toten verantwortlich, sondern schleppt auch noch den Völkermord an den Hereros aus dem heutigen Namibia mit sich rum ...

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    zwergstrauchheide am kahlen asten - david hockney nachempfunden - S!|art - XXL = CLICK HERE

    hockney spricht sein britisches englisch
    es ist ein feiner singsang
    zwischendurch hustet er kurz
    und zündet sich im gespräch
    man nimmt es schließlich 
    kaum noch wahr, 
    ständig neue zigaretten an

    die zwergstrauchheide am kahlen asten
    hier: david hockney nachempfunden ...

    (aus einem inteview von tobias timm - DIE ZEIT)

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  • 07/09/17--05:22: David Hockney, 80
  • Er gilt als der berühmteste Maler der Welt: Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag, David Hockney! Geboren wurde der britische Künstler 1937 im englischen Bradford. 1959 zog er nach London, um am Royal College of Art zu studieren.

    © David Hockney
    David Hockney: "Portrait d'une artiste (Pisquine avec deux personnages)", 1972 click here

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  • 07/09/17--11:20: der kommende aufstand ...
  • Wer wahlweise gegen den Kapitalismus oder die "Gesamtkackscheiße" zu Felde zieht – so formulierte der Mann im Lautsprecherwagen der "Welcome to hell"-Demonstration zum Auftakt des G20-Gipfels –, der hält sich mit Feinheiten nicht auf. Aber diejenigen unter ihnen, die lesen, kennen den französischen Autonomenklassiker Der kommende Aufstand. 
    In Stil und Gedankengang verhält sich das Buch zu einer nachvollziehbaren Argumentation wie ein expressionistisches Gemälde zu einer Konstruktionszeichnung. 
    Wenn man es allerdings als Gebrauchsanweisung nutzt, landet man ohne Umwege bei dem, was die Hamburger gerade erlebt haben." (aus: "Gebrauchsanweisung für den Aufstand")
    (Lesen Sie hier den ganzen vielbeachteten "zeit-online" Beitrag "Gebrauchsanweisung für den Aufstand").

    Zum ersten Mal erhielt ich in diesem Artikel einen Hinweis auf einen "theoretischen" Unterbau all der kriminellen Verwüstungen zum G-20-Gipfel jetzt in Hamburg - aber auch zu anderen Chaoten-Aktivitäten im In- und Ausland der vergangenen Jahre.

    Um nachzuvollziehen, wie verschwurbelt diese kriminellen Chaoten in In- und Ausland denken, habe ich dieses Pamphlet "Der kommende Aufstand" hier als pdf verlinkt.

    Das was da als "Erkenntnis" zu Papier gebracht worden ist, ist so hoffnungslos, so düster und nihilistisch - ja autistisch und suizidal - dass es auch die Bibel oder der Katechismus für Selbstmordattentäter und Bombenleger sein könnte ...

    Und trotzdem: dieses Büchlein ist eine Re-aktion, eine tief enttäuschte Antwort der ewigen resignierten Vorstadt-Verlierer dieses globalisierten Finanzkapitals, dessen Repräsentanten bzw. Marionetten sich da ja bei G-7/G-8 oder G-20 jeweils zum Verbrennen vieler Millionen $ollars und €uros an "Sicherheitskosten" treffen und ohne Verbindlichkeiten wieder auseinandergehen - nach dem Motto: "... gut - dass wir mal drüber gesprochen haben ...".

    Mich hat das animiert zu meinem neuen "Werk" - wo der etwas verschwurbelte Anfang des Gesamttextes dieser "Gebrauchsanweisung" in die unverwechselbare "Raute" von einer dieser Haupt-Marionettenfiguren des globalisierten wirtschaftsliberalen Finanzkapitals gewandelt wurde ... - da mag sich so jede(r) seinen Reim drauf machen ...
    »Aus welcher Sicht man sie auch betrachtet, die Gegenwart ist ohne Ausweg. Das ist nicht die geringste ihrer Tugenden. Denjenigen, die unbedingt hoffen möchten, raubt sie jeden Halt. Diejenigen, die vorgeben, Lösungen zu haben, werden sofort entkräftet. Es ist bekannt, dass alles nur noch schlimmer werden kann. »Die Zukunft hat keine Zukunft mehr« ist die Weisheit jener Epoche, die unter dem Anschein einer extremen Normalität auf der Bewusstseinsebene der ersten Punks angelangt ist.«
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    Evolutionstheorie

    Hegemonie statt Biologie

    In der Türkei soll Darwin vom Lehrplan gestrichen werden, der US-Vizepräsident Mike Pence beharrt auf der biblischen Schöpfungsgeschichte – wieso haben Autoritäre ein Problem mit der Evolution?

    Von Stefan Schmitt | zeit.de


    Der Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin | coloriertes foto nach: © Richard Milner/dpa | zeit.de

    Was ist das bloß mit der Evolutionstheorie, dass sie manche Gemüter so erhitzt? In Recep Tayyip Erdoğans Türkei wird sie aus dem Lehrplan gestrichen. In den USA sitzt mit Mike Pence ein Vizepräsident im Weißen Haus, der sich einst dafür ausgesprochen hat, dass "andere Theorien für den Ursprung der Arten" unterrichtet werden. Und in Großbritannien finden sich in der nordirischen, protestantischen Königsmacher-Partei DUP Parlamentarier, die gegen Evolution im Biologieunterricht Front machen – da sie "die Schüler korrumpiert".

    Drei Beispiele aus ganz verschiedenen Ländern. Auf der Suche nach dem gemeinsamen Nenner ist es verlockend, der Religion die alleinige Schuld zuzuschieben. Verträgt sich doch Darwins Idee mit keinem wörtlichen Verständnis der Genesis oder entsprechender Suren.

    Diese Deutung hat aber Schwächen. Zum einen erklärt sie nicht, warum so viele Gläubige unterschiedlicher Konfessionen cool bleiben und kein Problem mit der Evolutionstheorie haben. Zum anderen bleibt die Frage: Warum stören sich die politisch Autoritären ausgerechnet an der Evolutionstheorie? Weder an Daltons Atommodell noch am Standardmodell der Teilchenphysik hätte eine Partei oder Regierung je Anstoß genommen, nicht einmal an der hirnverknotenden Quantenphysik.

    Vielleicht liegt es ja daran, dass sie in Charles Darwin vor allem eines sehen – eine Ungehörigkeit. Steht doch sein Erbe wie keine andere Erkenntnis dafür, was die Naturwissenschaft den Zartbeseelten zumutet: Die Erde ist nicht der Mittelpunkt der Welt, die Sonne ist nur ein unscheinbarer Stern wie unzählige andere. Jede neue Erkenntnis verzwergt den Menschen relativ zum großen Ganzen. Immerhin ist die Erde noch der einzige Planet, auf dem es Leben gibt. Aber ausgerechnet das, so zeigt es die Evolutionstheorie, ist nur zufällig entstanden? Es verdankt seine Fülle einzig natürlicher Selektion? Und alles hat einen gemeinsamen Ursprung? Inklusive des Homo sapiens, früher auch "Krone der Schöpfung"? Wenn das keine narzisstische Kränkung ist, dann wurde dieser Begriff umsonst erfunden.

    Nun ist die zeitgenössische Synthetische Evolutionstheorie, zu der Darwins Geniestreich mithilfe von Erkenntnissen aus Genforschung, Paläontologie, Populationsbiologie, Zoologie und Botanik weiterentwickelt worden ist, eine ziemlich überzeugende Erklärung für das Geschehen in der Natur – sozusagen eine Grammatik des Lebens. Das müsste eigentlich auch anerkennen, wer eingeschnappt ist. Aber egal, denn die Halsstarrigkeit von Kreationisten und Evolutionsleugnern wirkt als Symbol. Es geht um Deutungshoheit, um kulturelle Hegemonie: Wer wir sind, von wem wir stammen, was uns einzigartig macht – das bestimmen wir immer noch selbst! Vielleicht missfällt Autoritätsfans und Vergangenheitsfreunden ja einfach, dass auf der Erde alles Lebende miteinander verbunden ist, wie in einer Biologischen Internationale.

    Nun könnte man meinen, es müsse die vernünftige Mehrheit nicht kümmern, was einige sich zurechtdenken. Aber den Stand des rationalen Erkenntnisgewinns abzulehnen ist inzwischen zur politischen Agenda geworden. Ebenso erscheinen längst überwunden geglaubte Fantasien von eigener Größe wieder sagbar.

    Aus der Geschichte wissen wir, wie die plumpe Übertragung biologischer Konzepte auf menschliche Gesellschaften einst der Euthanasie und dem Rassenwahn den Weg bereitet hat. Wer nun Darwins große Idee in der Schule nicht kennenlernt, für den wird es schwerer, "sozialdarwinistische" Parolen als Unfug zu erkennen. Nicht jeder Schüler muss Biologe werden, aber jeder sollte ein aufgeklärter Bürger sein können.

    Womit wir beim Thema Herzensbildung wären. Ästhetisch und ethisch sind die Gegenstände der Evolutionstheorie ja ebenso relevant: Wie das Leben sich seinen Weg sucht. Wie Arten sich an ihre biologischen Nischen anpassen. Was die geringen Unterschiede zwischen Menschen- und Schimpansen-Genom ausmachen. Das zu verstehen oder wenigstens eine Ahnung davon zu haben ruft Respekt hervor für die Grundlagen unseres Daseins und macht sensibel für deren Verletzlichkeit. Und erst solches Wissen ermöglicht ein ganz neues Staunen, eines über Tatsachen.

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    Hinweis auf weitere Erläuterungen zu Charles Darwin - Sozialdarwinismus - Eugenik - Rassenlehre - Volksgemeinschaft: 
    http://sozialdarwinismus.com/


    darwin - immer wieder der olle darwin ...: dabei gehören seine erkenntnisse zu menschlichem grundwissen - zur allgemeinen orientierung in zeit und raum. 

    darwin relativiert auch unseren familien-begriff: "die familie steht unter dem besonderen schutz des staates", turteln doch noch alle parteien vor jeder wahl ... - als "keimzelle" des staates !!! - also doch "sozialdarwinismus" ???: "nachtijall - ick hör dir trapsen") ... 

    familie - besonders auch jetzt angesichts der "ehe für alle" - die "ehe", die nun endlich dahin gerückt wird wo sie seit ehedem hingehört: nämlich das versprechen zweier menschen - sich gegenseitig zu unterstützen in allen lebenslagen ... - und solche "ehen" findet man sogar im tierreich - und vielleicht sogar bei den pflanzen ... - und solche ehen haben mit finanziellem kalkül oder "zugewinn"-gemeinschaft und "familien-grünndung" erst einmal wenig zu tun ...

    autoritäre regime haben darwin immer gern als vehikel benutzt für sehr verschwurbelte theorien zu einem "sozialdarwinismus" mit zuchtprägung und rassenlehre und erhöhung der eigenen "art" oder der eigenen über-"zeugung" gegenüber konkurrierenden systemen ...

    all diese extremisten haben darwin missverstanden, denn der hat auch immer wieder auf die fähigkeit zur assimilation der natur hingewiesen, auf die "natürliche" integration und auch "inklusion" all der unterschiede ... auch das gibt es im tierreich: während vögel oft ihre schwächsten jungen zwar aus dem nest befördern - habe ich neulich im tv eine herzzerreißende "ungestellte" szene gesehen, wie eine elefantenkuh um ihr sehr schwaches kränkliches kälbchen gerungen hat - und wie eine vorbeikommende herde sofort eine "elefantenburg" - einen schutzwall - um kuh & kalb zur abwehr gegen raubtiere gebildet hat ... - meist all die "tanten" - weniger die "väter" und "geschwister" ... (!)

    aber auch der mensch als ziehendes, wanderndes wesen wird bei darwin geschildert ... er ist gar nicht so sesshaft, wie immer behauptet wird - und sein "heimat"-begriff findet individuell im kopf durch entsprechende hirnschaltungen statt: denn der aufrechtgehende mensch stammt wahrscheinlich ursprünglich aus afrika und zog im laufe der jahrtausende als "wirtschaftsflüchtling" durch die lande auf weideplätze und futtersuche bis hierhin oder da hin ... - und ich behaupte mal: die usa sind doch der prototyp für ein "volk" von "wirtschaftsflüchtlingen" ... - warum wanderte denn der ur-urgroßvater sonst aus und legte sich mit den indianern an ... ???: "america first" ...👦

    das ist ja immer die frage an die "bürger": wo wohnte dein opa - zog er zu seiner frau - oder sie zu ihm - und wie und warum kommst du heute hierhin - und bist nicht da ... ??? (... und behalten sie das stichwort: "wirtschaftsflüchtlinge" immer dabei im hinterhaupt ...).

    um mal all die fragen, die sich daraus ergeben für den "tourismus" und den fast schon zu den "grundbedürfnissen" zählenden mehrwöchigen "urlaub" und die damit empfundene "erholung" - und die allgemeinen begriffe der "globalisierung" sowie "die welt ist doch ein dorf" mal hintanzustellen ... - S!



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    irgendwer sagte das neulich in den medien: "ich nehme die 'nachrichten' gar nicht mehr zur kenntnis - es ist ja doch immer dasselbe ..."

    egal, was da gerade up-to-date ist - es läuft immer alles mit den gleichen argumentationsketten ab: lösungen oder scheinlösungen mit den altbekannten mitteln ... - 

    und nach 5-6 tagen wird dann das nächste schweinderl durchs dorf gejagt: die karten sind neu gemischt - und man spielt wieder wie immer nach den gleichen regeln - und man sammelt sich zu den nächsten neuen imer gleichen talkshows - mit dem immer gleich gebräunten herrn bosbach - und mit der immer gleich ... - 

    plan b lassen wir mal im panzerschrank - aber vielleicht haben wir auch just gar keinen plan b ... - 

    wir machen es so wie immer ... - 

    ach - und dann waren auch noch die laptops von der 3. staffel ausgefallen, die arbeiten nämlich noch mit "xp" - 

    aber der haushalt nähert sich der "schwarzen null", was ganz im sinne unserer austeritätspolitik ist - 

    und dann kommt da doch glattweg dieser "linke pöbel" um die ecke ... - S!



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