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    S!NEDi: kiez

    wenn die nsa dieses werk zu gesicht bekäme - finge sie an zu interpretieren: 
    • eine abhebende fliegende untertasse - 
    • ein unbestimmtes fahrrad auf einem mülleimer
    • eine silhouettenfigur vor einem südbadischen dorfbrunnen aus dem mittelalter
    • die rodungsmaschine in einem bambuswald
    • die mitteilung außerirdischer an die menschheit - 
    • ein detail aus der röntgen- und infrarot-aufnahme des turiner grabtuchs:
    • links die pflanzenpartikelchen und restpollen palästinensischer flora vor 2000 jahren ...
    • alte antike mauerreste mit einer sonnenuhr ...
    • wir wollen das jetzt erst einmal so stehen lassen ...
    • wer weiß --
    sinedi 



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    S!NEDi: brett vorm kopp
    Wohlgemerkt: Ich halte das Volksabstimmungsergebnis in der Schweiz bezüglich des Zuzugs von Ausländern für einen Skandal: Mit dem sprichwörtlichen und gastfreundschaftlichen "Grüezi alle miteinand" ... hat das wenig zu tun - eher mit Exklusion und Ausgrenzung... 
    Vor allen Dingen ist es geradezu lächerlich, wenn die ländlichen Gebiete in den Kantonen mit der größten "abgelegenen Almdorf"-Dichte und somit akuter Inzucht-Gefahr sich in der Ablehnung von Ausländern besonders hervortun - während in den Städten, die bereits mit "Fremden" "Umgang pflegen" und zusammenarbeiten, mehrheitlich dieses Volksbegehren der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) „Gegen Masseneinwanderung“ abgelehnt wird ... 
    Aber wir deutschen Nachbarn sollten die letzten sein, die darüber nun die Nase rümpfen und den Schweizern den berühmten Finger zeigen. Denn erst neulich haben wir ja erst berichten müssen - zum Drei-Königs-Treffen der CSU - über das bayerisch-seehoferische: "Wer betrügt - der fliegt ...", was ja in der Argumentation nicht allzu weit entfernt liegt von der jetzt zu Tage getretenen eidgenössisch hauchdünnen mehrheitlichen Haltung zum "Willkommen" europäischer Nachbarn" ... 
    Und deshalb möchte ich hier aus einem SPIEGEL-ONLINE-Artikel mit dem Titel: "Schweizer Zuwanderungsregeln - Wer hat's erfunden? Die Deutschen!" von Autor Alexander Kühn zitieren - denn alle Schwarz-rot-goldenen empören sich über das Schweizer Zuwanderungs-Votum - aber dabei ähneln die geplanten Beschränkungen verblüffend den Regeln, die in Deutschland längst praktiziert werden ...

    "... Schon schreien viele: Nationalismus! Und fragen fast hysterisch: Warum haben unsere Nachbarn uns nicht so gern wie wir uns selbst? Würden wir eher angenommen, wenn die Deutschen in der Schweiz sich integrationswillig zeigten? Also zum Beispiel ihren Kindern Schweizerdeutsch beigebrächten, statt sie in der Sprache ihres Geburtslandes gefangen zu halten?

    Ja, liebe Deutsche, jetzt spürt ihr mal, wie es ist, irgendwo nicht willkommen zu sein. Dass das Votum am Sonntag so ausging, wie es ausging, liegt letztlich nur daran, dass die Schweizer genau so denken wie wir. Nämlich zuerst an sich selbst.

    1964 wurde dem millionsten Gastarbeiter in der Bundesrepublik noch ein Moped geschenkt, er kam aus Portugal und schaute bei seiner Ankunft in Köln-Deutz ziemlich verdutzt in die vielen Kameras, die auf ihn gerichtet waren. Doch schon bald legte sich die deutsche Begeisterung über Gäste, die für länger blieben, gar für immer.


    Armando Rodrigues aus Portugal: Der millionste Gastarbeiter der Bundesrepublik bekam
    bei seiner Ankunft in Köln ein Moped geschenkt. DPA | SPIEGEL.de
     
    Seit 1973 gilt der generelle Anwerbestopp für Arbeitskräfte. Ausnahmen für bestimme Berufsgruppen sind in einer eigenen Beschäftigungsordnung geregelt. Selbständige dürfen bleiben, wenn es ein "wirtschaftliches Interesse" gibt oder ein "regionales Bedürfnis". Hochqualifizierte Spitzenverdiener dürfen sich gern sofort niederlassen. Viele deutsche Bestimmungen über den Zuzug von Nicht-EU-Ausländern ähneln in ihrer Kleinkariertheit verblüffend dem, was die Schweizer jetzt bei sich auch für EU-Bürger einführen wollen. Das ist es doch, was wir nicht verstehen wollen: Dass wir in der Schweiz nicht als Ausländer erster Klasse wahrgenommen werden - sondern einfach nur als Ausländer.

    In Umfragen sagen wir Deutschen immer, Zuwanderung sei eine Bereicherung. Kulturell, menschlich, vor allem aber wirtschaftlich. Soll keiner sagen, wir hätten hier kein Herz für Menschen, von denen wir profitieren könnten. Afrikanische Flüchtlinge haben es da schon schwerer.

    Liebe Deutsche, vielleicht ist es ganz gut, dass wir nicht wissen, wie eine Volksabstimmung über Zuwanderung bei uns ausginge." Soweit Alexander Kühn in SPIEGEL-ONLINE.

    Und auch diese Anti-Inklusions-Story ruft abermals nach dem Lied von dem 2011 verstorbenen deutschen Liedermacher Franz-Josef Degenhardt - sowohl hier in Deutschland im tiefschwarzen Bayern - als eben nun auch im Alm-Dorf im Tessin in der Schweiz:



    ... wie oft hat man sie schon totgesagt, doch
    hier im Innern des Landes leben sie noch
    nach den alten Sitten und alten Gebräuchen,
    kaum dezimiert durch Kriege und Seuchen,
    stämmig und stark ein beharrliches Leben,
    den alten Führern in Treue ergeben,
    dem herzhaften Trunke, der üppigen Speise,
    in Häusern, gebaut nach Altväterweise,
     im Glauben gefestigt, daß alles fließt,
    daß unten stets unten, oben stets oben ist,

    Wie oft hat man sie schon totgesagt, doch
    hier im Innern des Landes leben sie noch,
    die gewaltigen Mütter mit Kübelhintern,
    Bewahrer der Sitten, Leittier den Kindern,
    die Männer, die diese Mütter verehren
    und auf ihr Geheiß die Familie vermehren,
    die Söhne, die nach diesen Vätern geraten -
    prachtvolle Burschen und gute Soldaten -,
    die Töchter, die mit dem Herzen verstehn
    und im weißesten Weiße hochzeiten gehn.

    Wie oft hat man sie schon totgesagt, doch
    hier im Innern des Landes leben sie noch
    und lieben die Blumen und Hunde und Elche,
    vor allen Dingen die letzteren, welche
    aus Bronze sie in die Wohnzimmer stellen,
    wo sie dann leise röhren und bellen,
    wenn jene traulichen Weisen erklingen,
    die ihre Herrchen so gerne singen,
    kraftvoll und innig nach gutalter Art,
    von den zitternden Knochen, vom Jesulein zart.

    Wie oft hat man sie schon totgesagt, doch
    hier im Innern des Landes leben sie noch
    und folgen den Oberhirten und -lehrern,
    den Homöopathen und weisen Sehern.
    Sie lieben das erdverbundene Echte,
    hassen zutiefst das Entartete, Schlechte,
    sind kurz vor der Sturmflut noch guten Mutes
    und tanzen im Takt ihres schweren Blutes,
    einen Schritt vor, zurück eins, zwei, drei,
    und schwitzen und strahlen und singen dabei:

    Wie oft hat man uns schon totgesagt, doch
    hier im Innern des Landes da leben wir noch.
    Ja, da leben sie noch.

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    Die Inklusion als Idee hat es schwer, sich durchzusetzen und die Mentalitäten in Mittel- und Süd-Europa zu besetzen (in Skandinavien ist man damit schon ein ganzes Stückchen weiter ...). Man sieht diese allgemeine Trägheit - wenn man denn Inklusion mal ganz weit spannt:
    • an dem Ergebnis der Volksbefragung in der Schweiz, mit der der Zuzug aus dem übrigen Europa deutlich eingeschränkt werden soll - 
    • man erlebt das bei Demos gegen Asylbewerberheime - 
    • beim immer noch notwendigen Kirchenasyl von Lampedusa-Flüchtlingen in Sankt Pauli - 
    • beim bayrischen Seehofer-Schmankerl: "Wer betrügt - der fliegt...", (wobei ganz vergessen wird - dass viele "Deutsche" ab 1130 nach "Siebenbürgen" zogen - heute im Herzen Rumäniens - einfach um der nackten Existenz willen, weil die Heimat nach den Kreuzzügen ihnen nicht mehr genügend zu Essen bot...) - 
    • oder es kommen so Sprüche wie "Fuck the EU" von einer hochrangigen US-Diplomatin - 
    • bei den oft mickrigen Flug- bzw. Hetzblattkampagnen gegen den Bau von Wohnungen für behinderte Menschen in der Nachbarschaft: 
    Die Idee, alle Formen menschlicher Vielfalt als kulturellen Zugewinn positiv zu verbuchen, wie es das Konzept "Diversität"/ "Diversity" nahe legt - das alles fällt der Mehrheit der dumpfen und eben trägen Bevölkerung sehr schwer ... "Diversity"übrigens hat seinen Ursprung in der Bürgerrechtsbewegung der USA, die gegen die Benachteiligung von Schwarzen gekämpft hat...


    Nein - man baut lieber Zäune, zieht Grenzen, errichtet Mauern (wie z.B. die Israelis um das palästinensische Bethelehem), gräbt am Urlaubsstrand Sandburgen und hisst dort an einem Stöckchen die Nationalflagge - und mit einem Muschelmosaik zeigt man an, dass man z.B. aus "Bad Oldesloe" kommt - und wehe es läuft jemand durch diese Kuhle, der dazu "unberechtigt" ist, obwohl der ja die gleiche Kurtaxe bezahlt hat wie der "Maulwurf" selbst - und ein Grundrecht auf "freie Entfaltung" besitzt ... 

    Historisch gesehen sind das die Reste einer allmählich sesshaft werdenden anfänglichen Siedler-Mentalität ursprünglich umherziehender Nomadenvölker, die mit ihren Viehherden irgendwo in der Savanne Rast machten, ihre Zelte aufschlugen, eine imaginäre oder tatsächliche "Grenze" und Einfriedungen errichteten: um die Weideplatz zu sichern, das Vieh zu schlachten, Handel zu treiben: "This Land is my Land" ... - 


    Und noch fast ganz unverfälscht finden wir diese Reste uralter Siedlermentalität mehrheitlich bei den Amerikanern - trotz aller "Diversity"-Konzepte: vor lauter Misstrauen gegenüber den "Nachbarn" - bzw. der Mitbevölkerung dieser Erde - wird ein milliardenschweres Spitzel- und Abhörsystem à la NSA installiert und unterhalten - eine Art elektronisch-virtueller "Schutz"-Wall - wogegen die Berliner Mauer ein "Spässken" war: Und wieder einmal zitiere ich hier Jakob Augstein, der in seiner neuesten SPIEGEL-ONLINE-Kolumne schreibt: "...Ein Präsidentschaftswahlkampf [in den USA] kostet sechs Milliarden Dollar, die wichtigen Weichen werden zwischen Big Money, Big Data und den Big Guns gestellt. Und der Wert eines Rechts entspricht den technologischen Kosten, es zu brechen.
    Europa hat noch die Wahl, einen anderen Weg zu gehen."

    Nochmal zum Mitschreiben: ...der Wert eines Rechts entspricht den technologischen Kosten, es zu brechen... - will nach meinem Dafürhalten ausdrücken: Alle Moral und alles Recht wird inzwischen in Geld aufgewogen: Da gibt es keine ethischen Wegweisungen mehr, geschweige denn "Gebote" - etwa: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst ..." - oder: "Wenn ein Gast bei dir in eurem Lande rastet, quält ihn nicht, wie ein Spross von euch sei euch der Gast, der bei euch rastet, halte lieb ihn, dir gleich, denn Gäste wart ihr im Land Ägypten. Ich bin euer Gott." - Nein - wir wiegen alle diese uns im "Gewissen" irgendwo innewohnende letzte Rechtssicherheit, dieses letzte Wissen von "Gut & Böse" nur noch gegen Prozesskosten und Einrichtungskosten und "Unkosten" und Gebühren und Steuern auf ... - 

    Und so geschieht es nun auch in diesem kleinen Teilaspekt dieses umfassenden allgemeinen "Inklusions"-Gebotes: - dem "gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern": Es werden Gutachten eingeholt und Kosten berechnet - und hin und her gewälzt - und alles das geschieht "zum Wohle der Allgemeinheit" ... - und es geschieht, um sich gegenseitig zu beweisen: Eigentlich ist Inklusion unbezahlbar - und eigentlich unmöglich ...

    (Nur gut, das die Sammler und Jäger und Völkerwanderer in der Antike noch keine Rechenmaschine hatten - und ihre beiden Hände nur 10 Finger hatten - wenn noch alle dran waren ...).

    Aber da gibt es noch ein anderes Gebot alter Krämer-Seriosität: "Über Geld spricht man nicht ..."- und im Stillen wir das weiter so ausgeführt: "Entweder man hat's - oder man hat es nicht" ... = Und bei uns hier ist klar: Wir haben es ... !!! - 


    Wir haben soviel - dass die Bundeswehr nun in den Krisengebieten in Afrika als "Ordnungsmacht" wie Sauerbier "angeboten" wird (weil ja Afghanistan als Einsatzort in Kürze "wegfällt") - und man ringt international - zum Beispiel auch auf der Sicherheitskonferenz in München - um entsprechende "Mandate" ...

    Die Investition in einen Krieg feuert das Bruttosozialprodukt natürlich bedeutend mehr an - als eine millionenschwere Bezuschussung eines oder mehrerer Inklusionsvorhaben - da ist die Gewinnmarge wesentlich langsamer erreicht - wenn überhaupt ... 

    Und dann kommt es - fast wie bestellt - zu Veröffentlichungen in den Gazetten und Medien - wie die nun folgenden:

    aufgezählt



    Inklusion wird teuer

    Gutachten: Zusätzliche Kosten für Kommunen


    Düsseldorf (lnw/hl). Auf die NRW-Kommunen kommen durch den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern in den nächsten drei Jahren zusätzliche Ausgaben von rund 113,5 Millionen Euro zu. Das hat Bildungsforscher Klaus Klemm in einem gestern veröffentlichten Gutachten für die Landesregierung ermittelt. 
    Behinderte Kinder in NRW haben ab dem Schuljahr 2014/15 ein Recht auf Unterricht mit nichtbehinderten. Das ist im Inklusionsgesetz der rot-grünen Regierung verankert, das im Oktober verabschiedet wurde. Land und Kommunen streiten aber darüber, wer für die Kosten aufkommen soll. Die Kommunen verlangen einen Ausgleich vom Land. Das Schulministerium hält die Forderung auch nach Vorlage des Gutachtens für unbegründet.

    .......................................


    Inklusion kostet 110 Millionen Euro

    Deutlicher Mehrbedarf auch in Minden-Lübbecke

    VON BERNHARD HÄNEL | NW


    Bielefeld/Düsseldorf. Auf die Kommunen in NRW kommen durch den gemeinsamen Unterricht von nicht-behinderten Schülern und Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den kommenden drei Jahren zusätzliche Ausgaben von mindestens 113,5 Millionen Euro zu. Diese Inklusionskosten hat der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm in einem Gutachten für die Landesregierung ermittelt. Von den Kommunen werden jedoch zentrale Annahmen und Aussagen des Gutachtens angezweifelt. Sie fordern in einem internen Papier, das dieser Zeitung vorliegt, eine weitere Expertise zu den Kosten der Inklusion.

    Bis zum Schuljahr 2016/17 müssen die Kommunen laut Klemm insgesamt 76 Millionen Euro zusätzlich für Umbauten, Barrierefreiheit, Schülerbeförderung und Lernmittel tragen. Darüber hinaus fielen 37,5 Millionen Euro für zusätzliche Integrationshelfer, Sozialpädagogen, Psychologen und Ganztagsbetrieb an. 


    Was sollen wir denn noch alles machen ... ???
    Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), die eine Konnexität ("Wer bestellt, bezahlt") bislang stets abstritt und damit eine Kostenübernahme des Landes ablehnte, gerät durch das Klemm-Gutachten in Bedrängnis, da die "Bagatellgrenze" von 4,5 Millionen Euro für die Konnexität erheblich überschritten wird. Die Städte hatten mit Verfassungsklage gedroht, falls die Landesregierung einen finanziellen Ausgleich verweigert. Diese Drohung ist auch nach mehreren Geheimgesprächen der kommunalen Spitzenverbände mit dem Schulministerium nicht vom Tisch. 

    In seinem Gutachten hat Klemm die Kostenentwicklung für den Kreis Minden-Lübbecke und die Stadt Krefeld in den Blick genommen. Sie seien zwar nicht repräsentativ für das Land, ermöglichten aber eine grobe Kostenschätzung. Gebildet wurden zwei Kostenblöcke. Der erste Block umfasst "Ausgaben zur Schaffung der schulischen Voraussetzungen der Inklusion", also für den Schulbau, die Schülerbeförderung und die Lehrmittel. Der zweite Block umfasst "Ausgaben für alle die schulische Inklusion unterstützenden Maßnahmen, also Ausgaben für Integrationshilfe, für Schulpsychologie und Schulsozialarbeit sowie für Ganztagsschulen".

    Danach fallen im Kreis Minden-Lübbecke bis 2017 im Block I 1,275 Millionen Euro, je zusätzlich inklusiv unterrichteten Schüler 5.400 Euro an. Für den Ausgabenblock II errechnete Klemm Kosten von 630.000 Euro, je zusätzlichen Inklusivschüler 2.700 Euro. Die kommunalen Spitzenverbände kommen in ihren Berechnungen auf Pro-Kopf-Kosten von 5.300 Euro. Der Mittelwert beider Ergebnisse liege gerundet bei 3.900 Euro, also 34 Prozent höher als die von Klemm auf der Basis von Krefeld und Minden-Lübbecke errechneten Durchschnittskosten pro inklusiv beschulten Schüler. Aus dem internen Papier der Kommunen geht hervor, dass man von einer Einigung weit entfernt ist. "Das Gutachten wurde diskutiert, eine einvernehmliche Verständigung auf Annahmen und Ansätze fand größtenteils nicht statt", heißt es lapidar.

    .........................................

    Kommentar in der NW von heute:
    Kosten der Inklusion

    Uhr anhalten

    BERNHARD HÄNEL | NW

    Über die wirklichen Kosten der Inklusion herrscht noch keine Einigkeit. Doch klar ist schon jetzt: Die Landesregierung kommt nicht so billig davon, wie Schulministerin Sylvia Löhrmann uns glauben machen wollte. Hinfällig ist ihre gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung, das Inklusionsgesetz bringe keine neuen Aufga-ben und Ausgaben für die Kommunen mit sich. Weit gefehlt. Die Bagatellgrenze von 4,5 Millionen Euro wird weit übertroffen, und so ist das Land zur Kostenübernahme verpflichtet. 

    Schon jetzt sei gewarnt vor Taschenspielertricks wie die Stückelung einzelner Ausgaben, um die Konnexität zu umgehen. Dann sähe sich das Land zum wiederholten Male vor dem Verfassungsgericht. Die Kosten dieses Verfahrens sollte man sich sparen. Obwohl Gutachter Klemm bei weitem nicht die Kosten einer optimalen, sondern die einer gerade noch pädagogisch vertretbaren Inklusion berechnet hat, sind die notwendigen Investitionen immens. Erstere kostete deutlich mehr. Aber auch die Billigvariante, die zu Lasten der Förderung der Schüler geht und auf dem Rücken der Lehrer ausgetragen wird, kostet viel Geld.

    Am besten, man hält die Uhr an und führt endlich eine ernsthafte Debatte über verbindliche Standards für inklusive Schulen und kleine Klassen. Wir brauchen Einvernehmen über Raumbedarf sowie notwendige Integrationshelfer, Sozialpädagogen, Psychologen. 


    bernhard.haenel@ihr-kommentar.de


    Für die letzten drei Abschnitte: © 2014 Neue Westfälische, Dienstag 11. Februar 2014


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  • 02/11/14--02:58: Waldspaziergang

  • aufgeforstet

    Körper und Geist

    Warum Waldspaziergänge so gesund sind

    Von Katrin Neubauer | SPIEGEL-ONLINE


    Sattes Grün, frische Luft, Ruhe: Ein Waldspaziergang ist viel mehr als nur reine Entspannung. Forscher finden stets neue Erklärungen dafür, warum Ausflüge im Wald sich positiv auf Herz, Immunsystem und Psyche auswirken.
    Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. 
    Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
    und tauscht bei ihnen seine Seele um.
    Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
    Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.
    (Erich Kästner)

    Kaum etwas eignet sich so gut zum Abschalten und Auftanken wie ein Spaziergang im Wald. Er macht den Kopf frei, den Puls ruhig, erfrischt und belebt. Was viele jedoch nicht ahnen: Ein Waldspaziergang vermag viel mehr, als nur der Entspannung zu dienen. In mancher Hinsicht, das belegen Studien, bietet er sogar einen ähnlich großen gesundheitlichen Nutzen wie schweißtreibender Sport.

    Viele Menschen unterschätzen diesen Effekt, da der Energieverbrauch beim Spazierengehen nicht so hoch erscheint. Doch wer lange genug unterwegs ist, verbrennt ebenfalls eine Menge Kilokalorien. Ein 80 Kilogramm schwerer Mensch zum Beispiel verbraucht auf einer Distanz von vier Kilometern in einer Stunde ungefähr 240 Kilokalorien. Legt er die gleiche Strecke joggend in 30 Minuten zurück, verbrennt er etwa 320 Kilokalorien, also nur wenig mehr.

    Das mag paradox erscheinen. Doch Joachim Latsch vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln hat dafür eine Erklärung: "Beim Gehen macht man etwa doppelt so viele Schritte wie beim Joggen und bei jedem Schritt wird Masse in Bewegung gesetzt." Das erfordert Muskelarbeit. "Beim Joggen ist die Arbeit pro Schritt zwar größer, aber viele kleine Schritte verbrauchen in der Endsumme etwa genauso viel Energie wie wenige anstrengende", so der Sportmediziner.

    Gesunde Stoffe in der Waldluft?

    Ein weiterer positiver Nutzen des Gehens: Nur 3000 Schritte täglich mehr genügen offenbar, um das Risiko für Arterienverkalkung - und damit für Herzinfarkt und Schlaganfall - erheblich zu reduzieren. Und dass es durchaus eine Rolle spielt, wo man spazieren geht, konnten vor kurzem koreanische Forscher in einer Studie zeigen: Es scheint gerade die Waldluft zu sein, die dem Herz-Kreislauf-System besonders guttut.

    Die Mediziner schickten 43 ältere Frauen auf einen einstündigen Spaziergang durch den Wald und 19 durch die Stadt. Vor und nach dem Gang überprüften die Ärzte Blutdruck, Lungenkapazität und Elastizität der Arterien. Bei den Waldspaziergängern war der Blutdruck signifikant gesunken, die Lungenkapazität hatte zugenommen und die Elastizität der Arterien sich verbessert. Keine Unterschiede ergaben hingegen die Messwerte bei den Stadtspaziergängern.

    Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch japanische Forscher in einer Studie mit Hunderten Probanden: Waldspaziergänge senken demnach Blutdruck und Herzfrequenz, zudem ist die Adrenalin-Ausschüttung und damit der Stresspegel niedriger als nach einem Ausflug in der Stadt. Zudem fanden die Wissenschaftler der Nippon Medical School in Tokio heraus, dass das Gehen im Wald offenbar Krebs-Killerzellen aktiviert, und dieser Effekt noch mindestens sieben Tage nach den Spaziergängen anhält.

    Bisher sind es nur Vermutungen, doch die Forscher gehen davon aus, dass unter anderem sogenannte Phytonzyden eine Rolle dabei spielen könnten: Pflanzen bilden diese Substanzen, um sich vor Krankheitserregern und Schädlingen zu schützen. Spaziergänger im Wald atmen Phytonzyden ein und profitieren möglicherweise von dem stärkenden Effekt auf das Immunsystem.

    Über die Gründe der gesundheitsfördernden Kraft des Waldes wird viel spekuliert. Fakt ist aber, dass Sauerstoff, Ruhe und ätherische Duftstoffe unserem Körper und Geist guttun. In Wäldern ist die Luft so staubarm wie sonst nur im Gebirge oder am Meer. Die Konzentration von Staubteilchen beträgt dort nur ein bis zehn Prozent von der in Städten.




    Gesteigertes Selbstwertgefühl

    Unbestritten ist ebenso, dass Waldspaziergänge zur Entspannung beitragen. Britische Forscher fanden heraus, dass der Effekt bereits nach fünf Minuten an der frischen Luft einsetzt. Zudem steigern der Studie zufolge Waldspaziergänge das Selbstwertgefühl, heben die Stimmung und bauen Stress ab. Die Wirkung verstärkt sich, wenn auf dem Weg ein See liegt oder ein Bach dahinplätschert.

    Auch Genesende wissen die wohltuende Atmosphäre des Waldes zu schätzen. In einer Befragung von 355 Reha-Patienten in zehn Kurorten gaben mehr als drei Viertel der Befragten an, dass neben den ärztlichen Bemühungen das Spazieren im Grünen am meisten zu ihrer Gesundung beitrage.

    "Waldspaziergänge sind lustbesetzt, keine verordnete oder auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtete Aktivität", begründet der Natursoziologe und Wanderforscher Rainer Brämer die hohe Sympathiequote. Lust statt Trainingseifer? Vielleicht ist das das Geheimnis des Breitbandmittels Waldspaziergang.

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    Ingeborg Bachmann
    Anrufung des Großen Bären

    Großer Bär, komm herab, zottige Nacht,
    Wolkenpelztier mit den alten Augen,
    Sternenaugen,
    durch das Dickicht brechen schimmernd
    deine Pfoten mit den Krallen,
    Sternenkrallen,
    wachsam halten wir die Herden,
    doch gebannt von dir, und mißtrauen
    deinen müden Flanken und den scharfen
    halbentblößten Zähnen,
    alter Bär.

    Ein Zapfen: eure Welt.
    Ihr: die Schuppen dran.
    Ich treib sie, roll sie
    von den Tannen im Anfang
    zu den Tannen am Ende,
    schnaub sie an, prüf sie im Maul
    und pack zu mit den Tatzen.

    Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!
    Zahlt in den Klingelbeutel und gebt
    dem blinden Mann ein gutes Wort,
    daß er den Bären an der Leine hält.
    Und würzt die Lämmer gut.

    's könnt sein, dass dieser Bär
    sich losreißt, nicht mehr droht
    und alle Zapfen jagt, die von den Tannen
    gefallen sind, den großen, geflügelten,
    die aus dem Paradiese stürzten.


    .....................................................................................




    Gedichtinterpretation "Anrufung des großen Bären" - Ingeborg Bachmann


    Die österreichische Schriftstellerin und Lyrikerin Ingeborg Bachmann wurde 1926 in Klagenfurt geboren und verstarb 1973 in Rom an den Folgen eines nicht geklärten Wohnungsbrandes. In Innsbruck, Graz und Wien studierte sie Philosophie. Sie übernahm eine einjährige Gastdozentur für Poetik in Frankfurt am Main. Ihr unabhängiges lyrisches Schaffen hatte oft einen harten Klang bei eindringlicher natürlicher Sprachmelodie. 


    Das Gedicht „Anrufung des Großen Bären“ 

    wurde 1956 von Ingeborg Bachmann geschrieben. In ihm geht es um die Anerkennung und zugleich "Furcht" vor dem, was das Sternbild des "Großen Bären" hier "verkörpern" soll, was als Metapher, als "magisches" Märchenbild, für "Gott" steht. Diese kindlich-naive "Gottesfurcht" muss sich auflösen in eine erwachsengewordene ernstzunehmende "Frömmigkeit" in der tatsächlichen Wahrnehmung und im ernsthaften Dialog mit Gott - in ein Leben und in eine Ewigkeit mit ihm ... 

    Diese "Anrufung" oder dieses Gebet richtet sich an einen Gott, den die Menschen infantil verbrämt immer noch fürchten, ihn gleichzeitig aber auch verehren und ihm Opfer bringen und ihm zu Füßen liegen ("man kann ja nie wissen ...") - oder der ihnen mittlerweile einfach "egal" geworden ist. 

    Schon in der ersten Strophe werden die Attribute eines hier unten tatsächlich lebenden Bären auf dieses "Großer Bär" genannte Sternenbild im Nachthimmel übertragen. Die pelzigen zottigen Aspekte des Bärentieres werden zum "Wolkenpelztier" - und sind dann gleichzeitig die Beschreibungen Gottes - und verwandeln sich mit ihm in „Sternenaugen“ und „Sternenkrallen“  ...

    Der "alte Bär" in diesem Gedicht von Ingeborg Bachmann hat zunächst anscheinend zwei unterschiedliche Seiten: einerseits wird er als gebrechlich und schwach beschrieben mit seinen "müden Flanken" und seinen "alten Augen". Doch trotzdem unterschätzen ihn die Menschen nicht wegen seiner scheinbaren Altersschwäche. Er strahlt nämlich andererseits auch eine gewisse Gefahr aus und nötigt distanzierenden Respekt ab - Wachsamkeit - die in den "Hirten", die hier unten ihre Herden vor ihm zu schützen haben, ein tiefes Misstrauen auslöst: Denn dieser "alte Bär" - so wird ihm unterstellt - fährt immer noch - bei Weltkatastrophen - und allem persönlichen Ungemach jedweder Art - jeweils seine "scharfen Krallen" aus und bleckt gleichzeitig seine "halbentblößten Zähne". Denn so wird es ja auch seit altersher - zumindest in den biblischen Geschichten im Alten Testament - kolportiert - und in vielen Dogmen und Lehrsätzen dieser Kirchen hier unten weiter vertreten: Da ist der alte dräuende brummende Zottelgott - der mal mit einem Tatzenhieb ein ganzes Volk von der Palette wischt - auch mal locker einen Holocaust zulässt - und hier und da Flugzeuge vom Himmel kratzt - und gleichzeitig dabei Tränen in seinen alten Bärenaugen hat - und vielleicht auch den "Grauen Star" ... 


    In der zweiten Strophe Bachmanns beschreibt nun dieser "Bär" - dieser "Gott" - aus seiner Sicht in Metaphern die Menschheit, indem die "Tannenzapfen" zum Symbol für die Wohnstätten auf dieser Welt werden, und die darin lebenden Menschen die Schuppen sind auf diesen Zapfen - nicht mehr und nicht weniger. Und der BärenGott benutzt die Erde und die darauf lebenden Menschen als lustiges Spielzeug: denn diese "Zapfen" rollt er lustvoll hin und her und treibt sie - er benutzt sie zu einer Art immerwährendem Kegelspiel: „Schon wieder fallen alle Neune“ bzw. „Acht ums Vorderholz“: Er schnaubt sie an, beleckt sie, und packt sie mit seinen Tatzen... - also eher zufällig - grad so wie es ihm gefällt - völlg willkürlich ...

    Mit der Passage „von den Tannen im Anfang zu den Tannen am Ende“ ist nun diese "imaginäre Kegelbahn" beschrieben - vom „A&O“, von Alpha zu Omega - von Anfang hin zum Ende - : also ein immerwährendes ewigliches Spiel und Hin- und Hergerolle und -geschiebe - und auch vom Anfang bis zum Ende aller Tage ... 

    Die erste Zeile der dritten Strophe nimmt nun direkt etwas zurück von dieser beschriebenen kollektiven ebenfalls naiv anmutenden furchteinflößenden Bärenwillkür, denn der autonome, mündige Mensch soll nun selbst entscheiden: „Fürchtet euch - oder fürchtet euch nicht ...“. 

    Dieser da heraus zu kristallisierende Begriff "Gottesfurcht" ist heutzutage abgelöst durch den Begriff "Frömmigkeit": "Gottesfürchtige" werden im Neuen Testament als "die Frommen" umschrieben - und diese "Frömmigkeit" hat weniger bis nichts mit "Fundamentalismus" zu tun - eher mit dem Gegenteil, nämlich mit der Freiheit, die im Glauben liegt. Und diese Art "furchtüberwindende" Frömmigkeit bedeutet, den Gott anzunehmen wie er sich und uns gibt - als Partner auf einer Ebene - sozusagen "in Augenhöhe": "Ich bin - der ich bin" - [und folglich bist Du, der Du bist...]. Ihn - Gott, der mitten in unsere Welt gekommen ist, und nicht mehr als funkelndes Sternenbild vom "Großen Bären" auf uns hinunterzwinkert... Nein - er weilt unter uns - als Gott oder "Christus in uns" (Kol 1,27). Und das bedeutet innere Erneuerung, Abschied von den magischen Symbol- und Märchenbildern - hin zu einem gegenseitigen und gegenwärtigen emanzipierten Erwachsensein im Gottesglauben ...

    Ingeborg Bachmann zeigt uns weiter, inzwischen ziemlich zynisch, wie in unserem Alltag diese Gottesfürchtigkeit - respektive "Frömmigkeit" - hier unten normalerweise gelebt wird: Mit einem "in den Klingelbeutel" zahlen - oder mit einem "...gebt dem blinden Mann ein gutes Wort..." ... - das sind ja diese doch auch sicherlich benötigten und aller Ehren werten - aber auch auf Dauer ausgelutschten - "guten Taten" und "Ehrenämter", mit denen nichts als das eigene Gewissen beruhigt werden soll - und was denn - ebenfalls noch immer naiverweise - zu ein paar "Fleiß- und Gutsternchen" hinter dem eigenen Namen in der Buchhaltung des Himmels hinzuführen soll - eben um damit diesen unsäglichen "Bären an der Leine" zu halten - und um so die Opferlämmer, die für ihn geschlachtet werden, gut zu würzen...

    Gott selbst wird von Ingeborg Bachmann ebenfalls als "der blinde Mann" dargestellt, der nicht sehen soll, dass die Menschen hier unten mit ihm gar nicht so viel oder auch gar nichts mehr am Hut haben. Gott wird mit diesen Almosen und Gebeten und Gutmenschen und Guttaten einiger Weniger abgespeist - und ihm damit Sand in die Augen gestreut, damit er erblindet und geblendet wird, um ihn so - ausrechenbar und mit ein paar Schmankerln - in Schach zu halten - denn für die meisten ist dieser Bär leider immer noch "der Andere" - der Jenseitige - so unbekannt, dass man ihn am liebsten wie den "Pawlowschen Hund" abrichten möchte: allez-hopp - damit er durch den Reifen hopst...

    Aber wenn von hier unten so viel Sand in die alten „Sternenaugen“ geschmissen wird, da wird es höchste Zeit, dass es uns endlich wie Tannenzapfenschuppen von den Augen fällt ...: Wir können diesen Gott nicht so am Nasenring führen wie einen alten zerzottelten Tanzbären - wir können auch nicht mit ihm am laufenden Band immer wieder Kegeln gehen - wir müssen ihn endlich ernst nehmen - - ganz ernst nehmen - denn nur dann nimmt er auch uns ernst ... Dann hört diese Hin- und Hergerolle mit uns als Tannzapfen endlich auf - und mit so ein bisschen Futter aus dem Blechnapf oder hier und da mit einem "Leckerli" aus der Hosentasche ist es nicht mehr getan: Gott formt unser Gewissen - unser Ich - er wohnt in uns - er lässt unsere Herzen schlagen - er spricht mit uns: Aber auf dem Spielplatz oder auf der Kegelbahn oder im fernen Sternenhimmel kann man Gott nicht heutzutage nicht weiterhin verorten ...  

    Und dann - zum Schluss - dräut Ingeborg Bachmann halb im Scherz mit dem Finger und mit der letzten Konsequenz aus der Anfangsmetapher: "'s könnt sein," flunkert sie - "dass dieser Bär sich losreißt," - und dann nicht - wie wir dachten - weiter mit den Tannzapfen herumkegeln und spielen will, sondern einen alten Jagdinstinkt aktivieren muss - dass die Stimmung kippt ... - Und Bachmann kündigt mit dem drohenden Zeigefinger und verkniffenem Lächeln hinter vorgehaltener Hand an - um nicht unvermittelt loszuprusten : 's könnt nämlich sein, sagt sie, dass die Zapfen von den großen geflügelten Tannen plötzlich gejagt werden, weil sie damals aus dem Paradiese gestürzt sind ... - Und "schwupps" - dann ist der olle Kasper tot ... - aber die Kinder in der Vorstellung im Hier & Jetzt werden schreien, pfeifen und trampeln: So einfach - in Rache und Tränen - endet kein Stück mehr - so wie früher: Denn beim heutigen Kasper siegt am Ende immer das Gute - und das Gretl ... 

    Ach ja - so einfach könnten wir hiermit unser Verhältnis zu Gott stricken: Aber wir haben uns zu fragen: Wann werden wir vielleicht endlich erwachsen, endlich gleichwertig - endlich emanzipiert - in einem gegenseitigen Ineinander: Es wird Zeit - alter Bär: "Wir müssen miteinander reden. - Gott" ...




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    wer will wem was
    weiß der vogel etwas
    was der engel nicht weiß
    will der engel
    dem vogel etwas mitteilen
    verkündigung & melancholie
    stummheit gedumpfe erfrorenes
    engel der vogel der vogel
    die engel der engel die
    vögel ...............
    sag mir was du nicht weißt
    und ich sag dir was du
    nicht wissen solltest
    sturmfreier budenzauber
    mit rascheln im gefieder
    wer will wem was
    weiß der vogel etwas
    was der engel nicht weiß
    will der engel
    dem vogel etwas mitteilen
    verkündigung & melancholie
     
    stummheit gedumpfe erfrorenes
    engel der vogel der vogel
    die engel der engel die
    vögel ...............
    sag mir was du nicht weißt
    und ich sag dir was du
    nicht wissen solltest
    sturmfreier budenzauber
    mit rascheln im gefieder
    sinedi


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    Eine undurchsichtige Polit-Affäre... 
    Wer plauderte was aus?
    Hat jemand gewarnt? 
    Doch darum allein geht es inzwischen nicht mehr. 

    Kam der Schlag keinesfalls überraschend 
    Sie alle wussten früh 
    geraten nun in höchste Erklärungsnot
    Es geht um die brisante Frage 
    Wurden Dienstgeheimnisse verraten 
    und verbreitet 
    die Arbeit behindert?

    und was gab er weiter?
    er habe nicht gewusst
    ihm sei nur wichtig gewesen
    er hätte ahnen können
    einen entsprechenden Anfangsverdacht 
    erste Rücktrittsforderungen 

    in Erklärungsnot
    "Vertraulichkeit"

    (er mir - ich ihm - er ihr - wir-ihr-sie - ich-du-er-sie-es)

    etwas gesteckt 
    anderen von den Vorwürfen erzählt
    Vertraulichkeit vereinbart
    Schuld von sich weisen
    Wenn es ein Leck gibt, dann soll es woanders liegen.




    mögliche Ermittlungen
    mit niemandem über die Informationen geredet:

    (er mir - ich ihm - er ihr - wir-ihr-sie - ich-du-er-sie-es)

    Wie heikel die Angelegenheit ist
    das Fernduell
    Ausführungen aber nicht bestätigt. 
    irgendwie sauber aus der Sache herauszukommen
    vorsichtshalber mitteilen 
    Aus den Medien.
    Aus den Medien.
    Aus den Medien.

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    WORLD PRESS PHOTO AWARD 2014
    John Stanmeyer/ VII/ National Geographic | SPIEGEL-ONLINE

    Foto: Konstantin Stanmayer | 
    SPIEGEL-ONLINE

    Der Gewinner 2014: Das Pressefoto des Jahres hat der US-amerikanische Fotograf John Stanmeyer gemacht. Das in der Zeitschrift "National Geographic" erschienene Bild zeigt eine Gruppe afrikanischer Migranten an der Küste Dschibutis in der Nacht. Sie halten ihre Handys in die Luft, in der Hoffnung ein billiges Signal aus dem Nachbarland Somalia zu empfangen und Kontakt mit ihrer Familie aufnehmen zu können.
    Es ist ein großartiges Bild, poetisch und bedrückend zugleich. Jury-Mitglied Jillian Edelstein sagt über das Bild: "Dieses Foto verknüpft so viele Dinge miteinander: Technik, Globalisierung, Migration, Armut und Vertreibung und Menschlichkeit." John Stanmeyer erhält für diese Aufnahme den World Press Photo Award. Hier erzählt er, wie er das Foto machte.

    John Stanmeyer, 49, ist Fotograf und Blogger. Sein Handwerk lernte er am Art Institute in Florida, aber sein eigentlicher Lehrmeister sei das Leben gewesen, sagt er. Von der World Press Photo-Stiftung ist er mit dem Preis für das beste Pressefoto 2014 ausgezeichnet worden. Er arbeitet vor allem für "National Geographic", und das am liebsten allein.




    Migration in Afrika:  
    heute wie vor 60.000 Jahren

    SPIEGEL ONLINE: Herr Stanmeyer, für Ihre Aufnahme von afrikanischen Migranten am Strand von Dschibuti sind Sie mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet worden. Was hat Sie dorthin verschlagen?

    John Stanmeyer: Das war der Endpunkt einer langen Reise. Angefangen hatte die in einem Dort in Äthiopien, wo Forscher Fossilien gefunden haben, die darauf schließen lassen, dass die Migration von Menschen in Afrika dort vor 60.000 Jahren begonnen hat. Zusammen mit einem Kollegen habe ich von dort aus diesen Wanderungen nachgespürt. Wir waren zwei Monate mit dem Auto und zu Fuß unterwegs, als wir schließlich in Dschibuti ankamen.

    SPIEGEL ONLINE: Und wie sind Sie dann zu den Menschen am Strand gestoßen?

    Stanmeyer: Am zweiten Tag bin ich dort spazieren gegangen und auf eine Gruppe Menschen gestoßen, die ihre Handys in die Luft hielten. Ich habe den Übersetzer gefragt: 'Was machen die da?' Er sagte, das seien Somalis, die versuchen, ein Telefonsignal aus ihrem Heimatland zu bekommen. Sie benutzen somalische Sim-Karten, die sie auf dem Schwarzmarkt kaufen. Damit können sie mit ihren Verwandten für nur ein paar Cents stundenlang sprechen. Dafür brauchen sie aber das Signal; Somalia ist von dort aus immerhin 40 Kilometer entfernt.

    SPIEGEL ONLINE: Und dann haben Sie sofort das Foto gemacht?

    Stanmeyer: Nein, ich bin ein paar Mal dorthin gekommen, so zwei bis drei Nächte nacheinander. Mal waren zehn Menschen an dem Strand, am nächsten Tag dann 30. Sie sind immer von rechts nach links gelaufen, um den besten Platz zum Telefonieren zu finden. In dem Moment, in dem das Foto dann entstanden ist, standen zufällig so viele Menschen auf einem Fleck. Sekunden später sind sie wieder auseinander gelaufen.

    SPIEGEL ONLINE: Auf Ihrer Reise haben Sie sicherlich viele Aufnahmen gemacht. Was ist das Besondere an diesem Foto?

    Stanmeyer: Das Timing war ziemlich einzigartig. Dazu der Vollmond, nichts davon ist gestellt. Als ich das Foto gemacht habe, habe ich einfach gespürt, dass hier etwas ganz Außergewöhnliches passiert.

    SPIEGEL ONLINE: Außergewöhnlich genug, um den wichtigsten Preis der Branche zu gewinnen?

    Stanmeyer: Ich mache so etwas nicht für Awards. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich sehr selbstbestimmt arbeiten kann. Das Bild habe ich in letzter Minute eingereicht, weil es ein wichtiges Projekt für mich ist. Wir hätten aber auch ein anderes Motiv auswählen können. Letztlich hatten wir aber das Gefühl, dass die Migration in Afrika heute wie vor 60.000 Jahren dadurch am Besten symbolisiert wird.

    SPIEGEL ONLINE: Was denken Sie, was sehen andere Menschen darin?

    Stanmeyer: Wir können uns alle selbst darin sehen. Ich habe während der Zeit häufig versucht, meine Familie zu erreichen. Und ich wette, Sie kennen das auch, dass man im Haus umher läuft und versucht, besseren Empfang zu bekommen. In uns allen ist doch dieses Bedürfnis, sich mit denen vernetzen zu wollen, die wir lieben und die uns wichtig sind. Ich kann meinen Nachbarn auf dem Bild sehen, ich kann Sie dort sehen und mich selbst auch. Eigentlich habe ich mich dort selbst fotografiert.

    SPIEGEL ONLINE: Es hat also auch viel mit Ihnen persönlich zu tun.

    Stanmeyer: Mit mir und meiner Familiengeschichte, ja. Meine Mutter ist Österreicherin. Sie musste nach dem Zweiten Weltkriegs fliehen und war plötzlich von ihrer Heimat abgeschnitten. Das muss sehr schmerzhaft gewesen sein. Heute hat fast jeder ein Mobiltelefon und damit diese unglaubliche Möglichkeit, die Menschen, die einem nahestehen, zu erreichen. Wir können uns mit der wichtigsten Sache überhaupt verbinden, und das ist unsere Heimat.

    SPIEGEL ONLINE: Kritiker sehen in Ihrem Bild vielleicht nicht viel mehr als Menschen mit Smartphones in der Hand. Was entgegnen Sie denen?

    Stanmeyer: Natürlich hat heute jeder ein Smartphone, man könnte also auch sagen: Was soll's? Es ist jedem selbst überlassen, wie er das Bild interpretiert. Aber es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, was hier passiert. Menschen, die auswandern, müssen diesen Schritt manchmal unternehmen, um aus einem Konflikt herauszukommen. Andere hoffen auf ökonomische Möglichkeiten. Sie suchen etwas, das viele von uns als selbstverständlich ansehen. Und die einzige Möglichkeit für sie, sich ein Stück Zuhause zu bewahren, ist das Mobiltelefon.

    SPIEGEL ONLINE: Was wird für Sie nach der Auszeichnung kommen?

    Stanmeyer: Ich bin jetzt schon sehr priviligiert, da ich fast ausnahmslos für "National Geographic" arbeiten darf. An der "Out of Eden" Geschichte etwa, aus der ja das Foto stammt, haben wir sieben Jahre lang gearbeitet. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich an solchen Projekten teilnehmen darf. Vielleicht finde ich aber auch etwas, das mir erlaubt, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen - und Zuhause zu sein.

    Quelle: SPIEGEL-ONLINE

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    Der totale Krieg

    © Sara Naomi Lewkowicz/Time | SPIEGEL-ONLINE
    Lancaster, USA. Die Photographie als Zeuge häuslicher Gewalt: Geplant als Porträt eines Ex-Gefangenen und seiner jungen Freundin, musste Fotografin Sara Naomi Lewkowicz miterleben, wie ein Streit zwischen beiden in Gewalt ausartete. Lewkowicz rief die Polizei, blieb aber vor Ort, um zu dokumentieren, wie der Mann seine Freundin vor den Augen der kleinen Tochter würgte und mit Stühlen nach ihr warf. Für diesen seltenen Einblick in die Welt der häuslichen Gewalt wurde die "Times"-Fotografin zur Gewinnerin in der Kategorie "Contemporary Issues Stories" gekürt.

    Der World Press Photo Award gehört zur weltweit wichtigsten Auszeichnung für Pressefotografen. Die Ziel der Organisation steht auf ihrer Homepage: "Unsere Mission ist es, hohe professionelle Standards im Fotojournalismus aufrechtzuerhalten und für einen freien und uneingeschränkten Informationsaustausch einzutreten."

    Sämtliche ausgezeichneten Fotos werden vom 7. Mai bis einschließlich 9. Juni 2014 im Foyer des Gruner + Jahr-Verlags (bei dem auch stern.de erscheint) zu sehen sein. Adresse: Baumwall 11, 20459 Hamburg

    Eine Auswahl ausgezeichneter Photos sehen Sie hier ...

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    Sony World Photography Awards 2014

    © Sara Naomi Lewkowicz_USA_Finalist, Contemporary Issues_Professional Competition 2014_PRESS Sony World Photography Awards | http://www.fotovisura.com/user/Saranaomiphoto/view/shane-and-maggie-3


    Ekstase und Krieg

    Rund 140.000 Fotos wurden eingereicht, die besten kamen durch: Das sind die Finalisten bei den diesjährigen Sony World Photography Awards. Stern.de zeigt hier eine Auswahl.

    "Shane and Maggie" heißt die Serie, die Sara Naomi Lewkowicz auch für die Sony World Photography Awards eingereicht hat und die sich mit dem Thema häusliche Gewalt befasst (siehe oben: das Photo aus dem World Press Photo Award). Einen Monat, nachdem sie sich kennengelernt haben, ließ sich Shane (Foto) Maggies Namen in großen Lettern auf den Hals tätowieren. Das kleine Mädchen, dass hier auf dem Arm von Shane so behutsam getragen wird - wird oben in dem Sieger-Photo aus der gleichen Serie Zeuge eines total eskalierenden gewaltsamen Übergriffs von Shane auf Maggie ...

    24 Photos aus dieser bedrückenden Doku-Photo-Serie "Shane and Maggie" von Sara Naomi Lewkowicz sehen Sie hier ...




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  • 02/14/14--18:19: lichterloh | gedicht & bild

  • S!NEDi|street|view


    diese plötzlich lichterloh bleckende sod
    die so brennt in jeder hernie
    reflux - steigt auf - kommt zurück
    der pansen eines wiederkäuers
    dieser sahnehering mit pellkartoffeln
    und zum nachtisch dann die lindt-praline
    das feuer entzündet - lichterloh
    darin zerknittert die welt - dahin
    da bildet sich gelber schleim
    und knistert beim antrocknen 
    ein brüchiges filmpergament
    das bei licht sich bräunt
    da krabbeln die ameisen
    den Oesophagus-Schluckdarm 
    auf und ab

    ein schluck selters vielleicht
    der bringt verdünnung
    und löscht die szene ab ...
    das sonnengeflecht - es brennt
    nun nicht mehr - aber es raucht noch
    und rußpartikel bleiben zurück ...

    es ist jetzt samstag, 03.15 uhr,
    und ich leg mich wieder hin ...
    die feuerwehr rollt ihre schläuche
    und stößt auf ...
    und noch ein kurz aufflackerndes hüsteln
    mehrmals - ein räuspern...

    sinedi




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    aufgeschlagen
    Rover "Oppertunity" (Zeichung): Seit zehn Jahren schon forscht der Roboter auf dem Roten Planeten. | Science/ Nasa/ JPL | SPIEGEL-ONLINE-FOTOSTRECKE



    Mars-Rover "Opportunity"


    DIE WÜSTE LEBT

    Nasa löst das Rätsel um den Donut-Stein

    Mysteriöser Donut: Die Nasa-Forscher stießen zufällig auf die Entdeckung, als sie gerade einen Roboterarm vorbereiteten. Die Überraschung sei groß gewesen, sagte Steve Squyres, Principal Investigator der Mars Exploration Mission (MER). | Nasa / JPL | SPIEGEL-ONLINE-FOTOSTRECKE

    Wochenlang rätselten Nasa-Forscher über einen Steinklumpen auf dem Mars, der plötzlich neben dem Rover "Opportunity" lag - auf älteren Fotos jedoch fehlte. Nun haben die Experten eine Erklärung für das mysteriöse Phänomen gefunden.

    Washington - Zunächst wollten die Wissenschaftler ihren Augen nicht trauen: Anfang Januar war ein vier Zentimeter großer Brocken plötzlich auf einem Foto des Mars-Rovers "Opportunity" aufgetaucht. Auf früheren Fotos derselben Stelle fehlte der Donut-förmige Stein. Woher kam der Brocken?


    Nach wochenlangem Rätselraten ist die Herkunft nun geklärt. Der Klumpen sei Teil eines größeren Steins, teilte die US-Raumfahrtagentur Nasa am Freitag (Ortszeit) in Washington mit. "Opportunity" habe ihn während der Fahrt mit einem seiner Räder abgebrochen. Die Nasa-Wissenschaftler hatten den runden Brocken "Pinnacle Island" genannt.

    "Nachdem wir 'Opportunity' nach der Untersuchung von 'Pinnacle Island' etwas wegbewegt hatten, konnten wir direkt darüber am Hügel einen umgeworfenen Stein sehen, der dasselbe ungewöhnliche Aussehen hat", sagte Nasa-Wissenschaftler Ray Arvidson. "Da sind wir drübergefahren. Wir können die Spuren sehen. Da kommt 'Pinnacle Island' her."

    Anfangs wussten die Nasa-Forscher nicht so recht, woher der Stein stammen könnte. Erste Analysen offenbarten merkwürdige Bestandteile. "Es ist nicht vergleichbar mit allem, was wir vorher gesehen haben", erklärt der Nasa-Wissenschaftler Steve Squyres. Die "Füllung des Donuts" sei sehr schwefel- und magnesiumhaltig. Der Stein enthalte zudem doppelt so viel Mangan, wie die Forscher üblicherweise in den Marsproben gemessen haben.


    Vorher-nachher-Bild auf dem Mars: Auf Bildern, aufgenommen mit einem Abstand von nur zwölf Marstagen ("Sols") war der offiziell von den Forschern "Pinnacle Island" (etwa Gipfel-Insel) getaufte Stein plötzlich zu sehen. | Nasa / JPL | SPIEGEL-ONLINE-FOTOSTRECKE



    Nach Lösung des Rätsels soll der Rover nun Richtung Süden fahren und einen Hügel erklimmen. Dort soll er weiter das Gestein untersuchen. "Opportunity" war vor zehn Jahren am 25. Januar 2004 auf unserem Nachbarplaneten gelandet. Sein Zwilling "Spirit" hatte schon ab dem 4. Januar begonnen, den Mars zu erkunden. Ursprünglich sollten die Missionen der Roboter nur jeweils 90 Tage dauern, sie wurden aber immer wieder verlängert. Zu Hilfe kamen den Forschern dabei auch immer wieder Stürme auf dem Mars, welche die verstaubten Solarzellen freiputzten und so die Energieversorgung sicherstellten.

    Quelle:

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    ... und suchend sind wir weiter auf der suche ... | Siegerfoto bei WORLD PRESS PHOTO AWARD 2014 | Bild: John Stanmeyer, USA, VII for National Geographic | © SZ.de


    Ich habe vor einigen Tagen hier im Blog über das Mikrobiom des Menschen - als quasi "3. Gehirn" -  und über das Bauchhirn - als quasi 2. Gehirn - berichtet. Diese an sich relativ unbekannten Fakten haben mir eine Verbindung aufgezeigt zu den philosphisch-theologisch-psychologischen Begriffen wie

    • Ewigkeit - ewiges Leben
    • Reinkarnation
    • Wiedergeburt
    • Auferstehung
    • Gedankenübertragung

    Erklärungen zur Wirkweise 

    • der Magie
    • Homöopathie

    Erklärungen zu den geheimnisvollen Begriffen C.G. Jungs wie

    • Archetypen
    • Symbol und Zeichen
    • Synchronizität
    • Verständnis der Alchemie
    • Psyche und Materie

    und vieles andere mehr ....
    Mit dem obigen Video, den Videos auf meinen bisherigen Posts zum Thema, und diesen Links 

      möchte ich Sie anregen, weiter zu lesen und selbst zu googeln ...
      Es tut sich wahrscheinlich auch Ihnen eine ganz neue Welt und ein ganz neues Verständnis - ein echter Paradigmenwechsel auf - von 

      • Bakterien
      • Kommunikation
      • Schwarmverhalten
      • Biologie
      • Genom/Genetik
      • Mikrobiom
      • Metagenom
      die nach meinem Empfinden einen Schlüssel darstellen können zur Erklärung "wunderbarer" Erlebnisse und Fakten in dieser Welt und dieses Lebens und der Natur - aber auch Erklärungen zu "Gott & die Welt" ...:

      • Viele Medizinbücher müssen sicherlich neu geschrieben werden;
      • viele Andachten und Predigten erhalten einen neuen Touch;
      • die Vernormung des Menschen durch die pharmazeutische Industrie muss sicherlich ganz neu bewertet werden;
      • Geburt - Leben - Tod werden sicherlich ebenfalls neu zu bewerten sein - ebenso
      • Gesundheit & Krankheit usw. ...
      • Esoterik & Glauben
      • Wissenschaft & Quacksalberei ...
      ..........................................................................................



      Zum Abschluss deshalb hier ein Text - den ich - wenigstens mit den Hinweisen zu den "Wundern" in einem METAGENOM - mit einem ganz neuen "Sinn" gelesen habe:

      Sieben Kosmische Gesetze bzw. Prinzipien 
      nach Hermes Trismegistos = Thot

      1. Das Prinzip des Geistes

      Alles ist GEIST. Die Quelle des LEBENS ist unendlicher SCHÖPFERGEIST. Die SCHÖPFUNG ist mental. GEIST herrscht über Materie.

      DAS LEBEN KANN NICHT VERGEHEN. ES IST UNVERGÄNGLICHER = EWIG-SEIENDER LEBENDIGER GEIST - WEIL DER GEIST GOTTES SO IST UND NUR ERSCHAFFEN KANN, WAS ER-SIE SELBST IST. GOTT IST LICHT UND  BEDINGUNGSLOSE LIEBE - UND SO IST ALLES VON GOTT GESCHAFFENE. UND ALLES, WAS GOTTES GEIST SO ERSCHAFFEN HAT, IST EBENFALLS LEBENDIGER GEIST, DER SO IST WIE GOTT SELBST UND SO SCHÖPFERISCH WIRKT WIE GOTTES GEIST WIRKT, DER ALSO LEBENDIG GEISTIGES SCHAFFT, DAS DANN AUCH WIEDER UNVERGÄNGLICH IST - UND ALLES GEISTIGE UND GEISTIG GESCHAFFENE UNTERLIEGT STÄNDIGEM WANDEL DURCH GEISTIGES WACHSTUM. ALLES GEISTIG GESCHAFFENE BESITZT EINEN FREIEN WILLEN.
      ES GIBT KEINEN STILLSTAND, NUR UNENTWEGTE BEWEGUNG.

      DAS HÖHERSCHWINGENDE VERÄNDERT UND HEBT DAS NIEDRIGERSCHWINGENDE. DER GEIST, DER GEDANKE VERÄNDERT UND HEBT ALSO DIE MATERIE.
      ALSO SIND LICHT UND LIEBE DIE HÖCHSTEN UND KRAFTVOLLSTEN MÄCHTE DER SCHÖPFUNG, UND MAN KANN MIT IHNEN ALLES VERÄNDERN - HIN ZUR VOLLKOMMENHEIT.

      DAS BEWUSSTSEIN BESTIMMT DAS SEIN. GEDANKEN SCHAFFEN UND VERÄNDERN. GEDANKEN SIND REINE SCHÖPFERKRAFT. DIE VOR-STELLUNG SCHAFFT IM VISUALISIEREN. ENTSCHEIDEND IST DABEI DIE INTENSITÄT DES INNEREN WOLLENS. UND WIE GOTTES WORT, ERSCHAFFT AUCH UNSER WORT - ALS TAT DER GEDANKEN.
      JEDER MENSCH KANN DARUM JEDERZEIT AUS DER UNWISSENHEIT IN DAS WISSEN DES LEBENS EINTRETEN UND BEWUSST DAS ERBE DER VOLLKOMMENHEIT DES MENSCHEN UND DER  SCHÖPFUNG ANNEHMEN. DADURCH VERÄNDERT ER SEINE WELT UND SCHAFFT SIE NEU.

      Achte auf Deine Gedanken - sie können schaffen und zerstören! Sei Dir dabei Deiner Verantwortung bewusst! Welche Gedanken und Worte kommen aus Dir? Was SCHAFFST Du dadurch? Sind es Welten der LIEBE - Geschöpfe der LIEBE?

      Der FREIE WILLE beschränkt sich auf "JA" oder "nicht JA" zu GOTT - und doch liegt darin jegliche Erfahrung, die überhaupt möglich ist.


      2. Das Prinzip von Ursache und Wirkung = KARMA

      Jede Ursache hat eine Wirkung - Jede Wirkung hat eine Ursache. Jede Aktion erzeugt eine bestimmte Energie, die mit gleicher Intensität zum Ausgangspunkt, also zum Erzeuger zurückkehrt.

      Die Wirkung entspricht der Ursache in Qualität und Quantität. Gleiches muss Gleiches erzeugen. Aktion = Reaktion.
      Dabei kann die Ursache auf vielen Ebenen liegen. Alles geschieht in Übereinstimmung mit der Gesetzmäßigkeit. Jeder Mensch ist Schöpfer, Träger und Überwinder seines Schicksals.
      Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Tat ist eine Ursache, die eine Wirkung hat. Es gibt also keine Sünde, keine Schuld, kein Zufall und kein Glück, sondern nur URSACHE und WIRKUNG, die viele Jahrhunderte und Existenzen auseinanderliegen können und uns solange, bis sie von uns in LIEBE angenommen und also aufgelöst worden sind, immer wieder konfrontieren.
      "Glück" und "Zufall" sind nur Bezeichnungen für das noch nicht erkannte GESETZ. Nichts geschieht uns "zufällig"!

      Das Prinzip des Karma ist also das Gesetz von "Auge um Auge und Zahn um Zahn" - was Du jemandem zufügst, wirst Du selbst erleiden müssen; was Du jemandes Kind zufügst, wird Dein eigenes Kind erleiden müssen. Du triffst also immer nur Dich selbst! Du schlägst Dich selbst, betrügst Dich selbst, belügst Dich selbst! Dieses Prinzip wird nur durchbrochen durch die BEDINGUNGSLOSE LIEBE, die zugleich DAS PRINZIP DER GNADE ist! Nur durch LIEBE kannst Du die energetischen Überreste Deines früheren Irrtums auflösen!

      Warum hast Du bestimmte Eigenschaften? Woher kommen Deine Verhaltensmuster? Bedenke bei all Deinem Denken, Fühlen, Handeln die Wirkung. Wenn Du für jemanden Hass empfindest, kehrt sofort Hass in mindestens der gleichen Intensität zu Dir zurück. Willst Du jemandem schaden (allein schon die Absicht zählt), schadest Du in mindestens derselben Weise Dir! Fürchtest Du um das Wohl Deiner Kinder, ziehst Du alles zu ihnen hin, was Du befürchtest. Lasse also Hass, Wut und Angst los und öffne Dich dem unbedingten TRAUEN und der LIEBE.
      Du allein bist für Dich und Dein Erleben verantwortlich!

      Und übrigens: Legst Du jemandem in LIEBE bei einer LICHT- Anwendung die Hände auf, strömt an derselben Körperstelle auch LICHT und LIEBE zu Dir!


      3. Das Prinzip der Entsprechungen oder Analogien

      Wie oben - so unten, wie unten - so oben. Wie innen - so außen, wie außen - so innen. Wie im Großen - so im Kleinen.

      Für alles, was es auf der Welt gibt, gibt es au
      f jeder Ebene des Daseins eine Entsprechung.

      Du kannst darum das Große im Kleinen und im Kleinen das Große erkennen. Und so, wie Du innerlich bist, erlebst Du auch Deine Außenwelt, und die von Dir erlebte Außenwelt entspricht immer dem, was Du selbst innerlich bist: Die Außenwelt ist also immer Dein Spiegel. Bist Du also in HARMONIE mit Dir selbst, bist Du gleichermaßen in HARMONIE mit der Außenwelt. Wenn Du Dich veränderst, muss sich alles um Dich herum verändern.


      4. Das Prinzip der Resonanz oder Anziehung

      Gleiches zieht Gleiches an und wird durch Gleiches verstärkt. Ungleiches stößt einander ab.

      Dein persönliches Verhalten bestimmt Deine persönlichen Verhältnisse und Deine gesamten Lebensumstände.

      Negativität zieht Negatives an, Dunkles zieht Dunkles an, Hass zieht Hass an, Angst zieht Angst an, Sucht zieht Sucht an, Aggressivität zieht Aggressivität an - und wenn wir nicht innehalten und umkehren, setzen wir eine Spirale nach unten in Gang, die irgendwann nicht mehr zu stoppen ist und zu Depression, Verzweiflung, Unglück und Tod führt.
      Die Gedanken, die Du denkst, die Gelüste, die Du hast, die Gefühle, die in Dir brodeln, ziehen entsprechende Energien an (Seelen Verstorbener, die durch uns noch ihre früheren Gelüste ausleben möchten; dunkle Wesenheiten, die zu uns kommen können, weil wir hassen und betrügen; Angst- und Wut-Energien von außen), die unsere eigenen Wesenszüge verstärken.


      5. Das Prinzip der Harmonie oder des Ausgleichs

      Der Fluss allen Lebens heißt HARMONIE. Alles strebt zur HARMONIE, zum Ausgleich. Das Stärkere bestimmt das Schwächere und gleicht es sich an.

      Das LEBEN besteht aus dem harmonischen Miteinander, dem GEBEN und NEHMEN der Elemente und Kräfte, die in der SCHÖPFUNG  wirken. Durch Horten und Festhalten entsteht ein Stau, der zu Krankheit und Tod führt als Folge eines Irrtums: Das LEBEN unterstützt immer das, was LEBEN fördert, und was immer den LEBENSFLUSS blockiert, wird geschwächt und muss gehen, weil es das LEBEN selbst behindert und in Frage stellt. Leben ist gegenseitiger Austausch, immerwährende Bewegung.
      Verschiedene Wirkungen gleichen sich immer aus, so dass so schnell wie möglich wieder HARMONIE und AUSGLEICH hergestellt wird. Das LEBEN ist ständiges GEBEN und NEHMEN. Das Universum lebt durch dynamischen AUSGLEICH in Leichtigkeit, HARMONIE und LIEBE. GEBEN und NEHMEN sind verschiedene Aspekte des KOSMISCHEN Energiestromes.
      Indem wir das geben, was wir suchen, lassen wir den Überfluss in unser Leben ein. Indem wir HARMONIE, FREUDE und LIEBE geben, erschaffen wir in unserem Leben GLÜCK, ERFOLG und FÜLLE.
      Von der FÜLLE DES LEBENS bekommt man nur so viel, wie man sich selbst der FÜLLE gegenüber öffnen kann. Der Mensch öffnet sich, indem er alle bewussten und unbewussten Gedanken an Mangel und Begrenzung in sich auflöst, sich von allen alten Begrenzungen trennt und NEUES, UNBEGRENZTES wagt. Wer FÜLLE nicht lebt, dem bleibt sie versagt.

      Nimm die FÜLLE an. Bereichere Dich nicht auf Kosten anderer. Du musst alles bezahlen, was Du bekommst (es sei denn, es wurde Dir geschenkt). Gib, um zu bekommen und gib das, was dem Wert des Erhaltenen entspricht. Über diesem GESETZ - über allen GESETZEN - steht die LIEBE = die GNADE GOTTES!


      6. Das Prinzip des Rhythmus oder der Schwingung

      Alles fließt hinein und wieder hinaus. Alles besitzt seine Gezeiten. Alles steigt und fällt. Alles ist Schwingung.

      Nichts bleibt stehen - alles bewegt sich. Der Pendelschwung zeigt sich in allem. Das Ausmaß des Schwunges nach rechts entspricht dem Ausmaß des Schwunges nach links. Rhythmus ist ausgleichend.



      Überwinde Starrheit und lebe Flexibilität. Alles, was starr ist, muss zerbrechen.


      7. Das Prinzip der Polarität und der Geschlechtlichkeit (Sexualität)

      7.1. Alles besitzt Pole. Alles besitzt ein Paar von Gegensätzen. Die Gegensätze sind EINS. Gleich und Ungleich sind EINS. Die WAHRHEIT GOTTES ist zugleich MÄNNLICH UND WEIBLICH und zugleich EINS.

      Gegensätze sind ihrem Wesen nach identisch. Die WAHRHEIT GOTTES ist EINS.
      Nur in den niedrig schwingenden Welten, wie der 3. Dimension, tragen Aspekte als "Gegensätze" entgegengesetzte Vorzeichen, haben unterschiedliche Schwingungsfrequenzen. Der menschliche Verstand ist dreidimensional orientiert; darum erscheint ihre GLEICHHEIT dem polaren Denken PARADOX. Aber jedes PARADOXON soll in Einklang gebracht werden - in die Mitte - , nur so können wir uns der WAHRHEIT nähern. Sonst sind unsere Wahrheiten nur halbe Wahrheiten. Wir können WAHRHEIT nicht verstehen - nur mit dem HERZEN ERFASSEN!
      An der 3. Dimension sollen wir lernen, die EINHEIT VON ALLEM wieder zu erkennen - indem wir BEDINGUNGSLOSE LIEBE LERNEN und diese LIEBE LEBEN = DAS ist unser LERN-Ziel auf der Erde! Wenn wir in der BEDINGUNGSLOSEN LIEBE leben, leben wir in der NICHT-POLARITÄT!

      Urteile und werte nicht. Verurteile nicht. Erkenne auch die Gegenmeinung an. Alle haben recht. Alles hat seine Berechtigung. Alles ist gut.

      7.2. Geschlechtlichkeit /Sexualität ist in allem. Alle Geschlechtlichkeit /Sexualität ist zugleich Einheit.

      Geschlechtlichkeit manifestiert sich auf allen Ebenen. Alles besitzt männliche und weibliche Elemente. Alles ist männlich und weiblich zugleich. Geschlechtlichkeit drängt zur EINHEIT. Aber tatsächlich IST Geschlechtlichkeit ja EINHEIT, wie Du am TAO sehen kannst. Die NICHT-POLARE EINHEIT enthält das männliche und das weibliche Prinzip. Du kannst ja auch nicht Meer und Wellen trennen - beides ist EINS - eines ist NICHT ohne das andere.

      Auch Du selbst bist männlich und weiblich zugleich. Lebe Deinen männlichen und weiblichen Aspekt gleichermaßen. Sei ausgewogen - im Gleichgewicht - in Deiner MITTE - SEI EINS.




      ...und Jesus sprach:

      ..."Sucht nicht das GESETZ in den Schriften, denn das GESETZ ist LEBEN, 
      während die Schrift tot ist.  
      Wahrlich, ich sage Euch, Moses erhielt die GESETZE nicht aufgeschrieben von GOTT,
      sondern durch das LEBENDIGE WORT. 

      DAS GESETZ IST DAS LEBENDIGE WORT 
      DES LEBENDIGEN GOTTES 
      AN LEBENDIGE PROPHETEN 
      FÜR LEBENDIGE MENSCHEN.

      IN ALLEM LEBENDIGEN 
      IST DAS GESETZ.

      Ihr findet es im Gras, im Baum, im Fluss, im Berg, in den Vögeln des Himmels, in den Fischen des Meeres; doch sucht es hauptsächlich in Euch selbst. Denn wahrlich, ich sage Euch, alle LEBENDIGEN DINGE sind GOTT näher als die Schrift, die ohne LEBEN ist. So machte GOTT DAS LEBEN und alle LEBENDIGE DINGE, dass sie durch das EWIGE WORT die GESETZE des WAHREN GOTTES den Menschen lehren können. GOTT schrieb die GESETZE nicht auf Buchseiten, sondern in Eure HERZEN und Euren GEIST. Sie sind in Eurem Atem, Eurem Blut, Euren Knochen, in Eurem Fleisch, Euren Eingeweiden, Euren Augen und Ohren und in jedem kleinsten Teil Eures Körpers. Sie sind gegenwärtig in der Luft, im Wasser, in der Erde, in den Pflanzen, in den Sonnenstrahlen, in den Tiefen und Höhen. Sie sprechen alle zu Euch, damit  Ihr die SPRACHE und den WILLEN des LEBENDIGEN GOTTES verstehen könnt..." 

      (aus "Das Friedensevangelium der Essener", Teil der Schriftrollen von Qumran am Toten Meer, heute im Vatikan, in der Übersetzung von Dr. Edmond Bordeaux Székely, Verlag Bruno Martin)

      Quelle des Textes zu den hermetischen Gesetzen ...

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      S!NEDi: weniger wäre mehr gewesen ...


      ich weiß gar nicht mehr
      was mir dieses bild sagen will:
      direkt nach einem erdwellenbeben
      mit dazu verformten rädern
      statt im stehen
      im liegen - wie früher;

      man sieht den wald nicht
      vor lauter bäumen:
      oder weißt du noch,
      wohin wir morgen gehen wollen ...

      das angebot ist riesengroß - und
      weniger wäre mehr gewesen ...
      du kannst dir einen 
      überblick verschaffen:
      wenn du es wieder überblicken
      kannst ...

      das sind diese frühjahrsstürme:
      carola etwa oder pidder lüng -
      einfach unberechenbar:
      der wind weht wo er will ...
      der sturm stürmt wo er will ...
      wer wind sät - wird sturm ernten

      das angebot: riesengroß
      schirm aufspannen und
      auf den auslöser drücken:
      das war eins ...
      die entscheidung fällt schwer ...

      und - und - sag mir doch:
      wo biegt man diese bananen
      krumm ...



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      Ja - das ist für mich schon alles sehr spannend, was sich da seit dem ARTE-Videoüber das Bauchhirn und zum sogenannten "3. Gehirn", dem Mikrobiom, bei mir alles tut: Dieses Mikrobiom - diese Ansammlung von Milliarden uralter Kleinstlebewesen in uns, die sich alle miteinander irgendwie vernetzen können - und zum größten Teil in uns mit ihren jeweiligen Dienstleistungen und Prägungen in komplexen Verstoffwechselungsprozessen und -systemen zu unserem Wohlbefinden beitragen - vornehmlich in eben diesem Bauchhirn - aber deren Störungen durch unsere "Zivilisationserrungenschaften" - also bei künstlich zugeführtem Ungleichgewicht - oft über Jahre - hier und da negativ zu B(a)uche schlagen können...

      Diese neuen Erkenntnisse brachten mich dann ja zu der Idee, dass mit diesen Millionen Jahre alten Kleinstlebewesen, die mich seit meiner embryonalen Zeit besiedeln in einer unverwechselbaren Zusammensetzung - je nach Mutter, Vater, Genetik, Milieu, Wohlergehen, Erkrankungen und Alter - und die sozusagen einen weiteren "Fingerabdruck" in ihrer Einzigartigkeit in der Zusammensetzung jeweils formatieren, dass damit eigentlich die philosophisch-theologischen Fragen nach dem Bezug zum "ewigen Leben", zum "Leben" nach dem Tod, zu Gott, zur Ewigkeit - zu den "Engeln" - zur "Auferstehung" usw. zunächst einmal eine für mich plausible Antwort gefunden haben: Ich bin eben in erster Linie ein besiedeltes Ökosystem - und vor meinem Leben - und nach meinem Leben - werden es diese milliardenfachen "Siedler", die auch mit ihren Infos und Botenstoffen über Transmitter und Nervenbahnen das Gefühlsleben und die Hirntätigkeiten anregen und Handlungen steuern, in einem anderen Wirtskörper hausen gehen und Platz nehmen - immer und immer wieder neu - und so ihr archetypisches "Wissen" und uralte zum Teil lebensnotwendige Erfahrungen weitergeben, kommunizieren und transportieren: Ich bin viele - wir alle sind "Legion" (vgl. Markus 5,9) ...

      Inzwischen hat sich aufgrund dieser Mikrobiom- und Bauchhirn-Posts in disem Blog eine Autorin namens Lisa Becker-Schmollmann per Mail bei mir gemeldet, die ebenfalls ähnliche Schlussfolgerungen aus diesem Wissen gezogen hat: (Link clicken

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      Mir fiel plötzlich - heute nacht - wieder einmal so im Halbschlaf - der Prolog aus dem Johannes-Evangelium ein - aus dem ich hier nach der Zürcher Übersetzung zitieren möchte:

      Das Evangelium nach Johannes
      Der Prolog

      Im Anfang war das Wort, der Logos,
      und der Logos war bei Gott,
      und von Gottes Wesen war der Logos.
      Dieser war im Anfang bei Gott.
      Alles ist durch ihn geworden,
      und ohne ihn ist auch nicht eines geworden,
      das geworden ist.
      In ihm war Leben,
      und das Leben war das Licht der Menschen.
      Und das Licht scheint in der Finsternis,
      und die Finsternis hat es nicht erfasst.
      .....
      Er war das wahre Licht,
      das jeden Menschen erleuchtet, der zur Welt kommt.
      Er war in der Welt,
      und die Welt ist durch ihn geworden,
      und die Welt hat ihn nicht erkannt.
      Er kam in das Seine,
      und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
      Die ihn aber aufnahmen,
      denen gab er Vollmacht,
      Gottes Kinder zu werden,
      denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus Blut, nicht aus dem Wollen des Fleisches und nicht aus dem Wollen des Mannes, sondern aus Gott gezeugt sind.

      Und das Wort, der Logos, wurde Fleisch
      und wohnte unter uns,
      und wir schauten seine Herrlichkeit,
      eine Herrlichkeit, wie sie ein Einziggeborener vom Vater hat,
      voller Gnade und Wahrheit.
      ......

      Ich hatte nämlich überlegt, ob dieses Mikrobiom-Wissen wohl auch mit diesen alten Texten in irgendeiner Weise kompatibel ist ... 

      Und damit ging es los: Obwohl es also im Urtext immer "Logos" heißt in Johannes 1,1 - ist "Wort" im Deutschen ja als die Formulierung und Übersetzung dafür - seit Luthers Zeiten - gewählt worden: "Im Anfang war das Wort ..." - obwohl ja der "Logos" eine viel breitere - dafür aber auch insgesamt plausiblere Übersetzungsmöglichkeit und Bedeutung hat (im folgenden: Auszug aus WIKIPEDIA):


      Logos | λόγος
      Der altgriechische Ausdruck logos (maskulin; griechisch λόγος lógos, lateinisch verbum, hebräisch davar) verfügt über einen außerordentlich weiten Bedeutungsspielraum. Er wird unspezifisch im Sinne von Wort und Rede sowie deren Gehalt („Sinn“) gebraucht, bezeichnet aber auch das geistige Vermögen und was dieses hervorbringt (z. B. „Vernunft“) wie auch ferner ein allgemeineres Prinzip einer Weltvernunft oder eines Gesamtsinns der Wirklichkeit. Darüber hinaus existieren je nach Kontext noch spezifischere Verwendungen, beispielsweise als „Definition, Argument, Rechnung“ oder „Lehrsatz“. Auch philosophische und religiöse Prinzipien werden mit dem Ausdruck lógos bezeichnet, beispielsweise in den Fragmenten Heraklits und in Texten stoischer Philosophie sowie jüdisch-hellenistischer und christlicher Herkunft.Das Lexem -log- findet sich auch im Namen der philosophisch-mathematischen Disziplin der Logik, in der Endung -logie zur Bezeichnung von Wissenschaften (z. B. „Philologie“) und in zahlreichen Fremdwörtern (z. B. „Analogie“).
      Der Ausdruck logos wird im sogenannten Prolog des Johannesevangeliums als „Wort Gottes“ verwendet.
      Das Johannesevangelium (Joh 1,1) beginnt mit den Worten:
      Griechisch: ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ Λόγος καὶ ὁ Λόγος ἦν πρὸς τὸν Θεὸν καὶ Θεὸς ἦν ὁ Λόγος
      Transkription: en archē ēn ho Logos kai ho Logos ēn pros ton Theon kai Theos ēn ho Logos
      Lateinische Vulgata-Übersetzung: in principio erat Verbum et Verbum erat apud Deum et Deus erat Verbum
      Deutsche Einheitsübersetzung: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“
      Menge-Übersetzung: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott (= göttlichen Wesens) war das Wort.“
      Zürcher Bibel (2007): „Im Anfang war das Wort, der Logos, und der Logos war bei Gott, und von Gottes Wesen war der Logos.“
      Konkordantes Neues Testament (KNT): „Zu Anfang war das Wort, und das Wort war zu Gott [hingewandt], und [wie] Gott war das Wort.“
      Haubeck & von Siebenthal: Neuer sprachlicher Schlüssel zum griechischen NT: „[...] das Wort/ der Logos war Gott (d.h. seinem Wesen nach Gott)“
      Jürgen Becker: Das Evangelium nach Johannes, Ökumenischer Taschenbuchkommentar zum Neuen Testament, Gütersloh u. Würzburg:

      „[...] ein Gott war der Logos“
      Detail aus: Spermatikos Logos I | GallerySpermatikos-Logos-Series by SXISMA LLC | Art Created by Katerina Stamatelos.


      Der Ausdruck Λόγος lógos bezeichnet in der altgriechischen Sprache die (geschriebene) Rede im Sinne ihrer materiellen Basis aus Buchstaben, Wörtern, Syntagmen und Sätzen, in der griechischen Rhetorik die (gesprochene) Rede auch im Sinne ihres Aussagegehalts. Ein einschlägiges Wörterbuch bietet u. a. folgende Übersetzungen an: Sprechen, mündliche Mitteilung, Wort, Rede, Erzählung, Nachricht, Gerücht, (grammatikalischer) Satz, Ausspruch Gottes (NT), Befehl (NT), Weissagung (NT), Lehre (NT), Erlaubnis zum Reden, Beredsamkeit, aufgestellter Satz, Behauptung, Lehrsatz, Definition, Begriffsbestimmung, wovon die Rede ist, Sache, Gegenstand, das Berechnen, Rechenschaft, Rechnung, Rücksicht, Wertschätzung, Verhältnis, Vernunft.

      Die Stoa sieht dann im Logos ein Vernunftprinzip des geordneten Kosmos, einen ruhenden Ursprung, aus dem alle Tätigkeit hervorgeht. Er konstituiere sowohl die „Kausalität“, als auch einen Tun-Ergehen-Zusammenhang. 
      Die Bedeutung des griechischen Wortes lógos ist nicht reduzierbar auf den deutschen Begriff „Wort“, obwohl man sich in den Bibelübersetzungen oft für diesen Begriff entscheidet. Logos bezeichnet u. a. auch Sprache, Rede, Beweis, Lehrsatz, Lehre, Sinn und Vernunft. 
      Da nur die Summe der von Logos erfassten deutschen Begriffe das zielführende Optimum an Verständnis in dieser Hinsicht ergibt, ist es sinnvoll, den Begriff Logos in der Übersetzung beizubehalten und in Anmerkung separat sowie umfassender zu übersetzen, wie z.T. geschehen. Dies zeigt einerseits die Übersetzungsschwierigkeit auf, ob für die Übertragung des griechischen oder des hebräischen Urtextes, andererseits aber auch, dass sich durch den biblischen Kontext, völlig unabhängig von der Entscheidung des Übersetzers zur individuellen Begriffs-Auswahl, Verständnis gewinnen lässt.
      Und dann musste ich in Bezug auf meine Suche nach einer Entsprechung zwischen Mikrobiom-Wissen und ursprünglichen Erfahrungswissen in der biblischen Antike und dem Text im Johannes-Prolog doch gehörig aufhorchen und schlucken - als ich las:   
      Als logos spermatikos λóγος ζπερμαηικóς („Vernunftkeim“) sei der Logos in jedem (insb. beseelten bzw. vernunftbegabten) Wesen anzutreffen. Cicero spricht u.a. von "mens mundi" (Weltgeist) bei seiner Beschreibung der stoischen Auffassung:
      Spermatikos Logos I | GallerySpermatikos-Logos-Series by SXISMA LLC | Art Created by Katerina Stamatelos.



      Die Lehre vom Logos spermatikos | λóγος ζπερμαηικóς

      (Textauszug u.a. aus: Kirche als Weltforum - von Jeonghun Shin, S. 77/78)

      Die Grundlegung dieses neuen Ansatzes findet man schon in der Lehre vom λóγος ζπερμαηικóς bei den Kirchenvätern der frühen Kirche. Mit ihr versuchten sie in Anlehnung an die griechische Philosophie das Wahre und Gute außerhalb des Christentums zu erklären und mit der christlichen Offenbarung in Verbindung zu setzen.

      Die griechische Philosophie, besonders die Stoa, verstand unter Logos eine den gesamten Kosmos durchdringende Kraft, die alles Geschehen in der Welt vollständig bestimmt, wobei Logos auf zwei Ebenen angesiedelt ist, nämlich als Makro- und Mikrologos. Wahrend ersterer das metaphysische Prinzip schlechthin bildet, durchdringt letzterer die Welt und ist als wirksamer Logos-Samen in die menschliche Vernunftseele hineingelegt. Durch die Entfaltung dieses Samens werden Menschen ihren Ursprung, nämlich den Makrologos, wieder erkennen  Die Lehre vom Logos spermatikos war eine Denkform, um  das geistige Grundwesen der Welt mit den vernunftbegabten Menschen zu verbinden, bildet doch die geistige Potenz des Menschen den  Grundstock der griechischen Philosophie. Das Frühchristentum lieh sich diesen zeitgenössisch verbreiteten Logos-Gedanken, um den christlichen Glauben in der damaligen geistigen Welt zeitgemäß zur Geltung zu bringen. Der bedeutendste Repräsentant war Justin der Märtyrer, der auf diesem Hintergrund seine Logos-Christologie entwickelte, in der er Logos mit Christus gleichsetzte.

      Justin der Märtyrer

      Die Stoiker setzen ihre Gedanken an das Göttliche Prinzip mit einem aufkeimenden Samen gleich, eben im Sinne eines Logos spermatikos: Justin schreibt tatsächlich, der "Samen der Vernunft" sei in jedem Leben des Menschen implantiert. Das Wort, der Sinn, die Weisung oder Weissagung ist der "Samen", die belebende Düngung, um die so lange im Schlaf ruhende Vernunft in uns zu wecken ... Dieses "Wissen" wird nicht von außen an uns herangetragen - ist also kein Lerninhalt - sondern dieses Wissen liegt in uns von Anfang an: Der "Vernunftkeim" ist mit dem sogenannten "Gewissen" in uns eingepflanzt - zumindest aber als Samenkorn in uns angelegt ...

      Im Bemühen die philosophischen Konzepte seiner Zeit zu nutzen, sprach Justin der Märtyrer (100-165) vom Prinzip des "schöpfenden (befruchtenden) Wortes" (spermatikos logos). Vor der Schöpfung der Welt sei eine Kraft "vom Vater und Herrn" ausgegangen, die in der Bibel "Sohn" genannt wird, und die den Stoikern auch als "logos spermatikos" bekannt war. Hier wird der "logos spermatikos" also auf Christus reduziert bzw. auf ihn einzig und allein bezogen ... , was wohl urchristlicher Welterklärung geschuldet ist ... Der "logos spermatikos" ist für mich ein allgemeines menschliches Attribut - der wächst und gedeiht - je nachdem, welchen Grund ein solcher Samen vielleicht sogar im Bauchhirn vorfindet ... 

      "Denn was auch immer  die Denker und Gesetzgeber jemals Treffliches gesagt und gefunden haben, das ist von ihnen nach dem Teilchen vom Logos, das ihnen zuteil geworden war, durch Forschen und Anschauen mit Mühe erarbeitet worden." Justin hatte dabei keine Schwierigkeiten, die  Bezeichnung "Christen" für alle diejenigen zu verwenden, die "mit dem Logos" gelebt hätten: "Die, welche mit Vernunft lebten, sind Christen, wenn sie auch für gottlos gehalten wurden, wie bei den Griechen Sokrates, Heraklit."

      Der Religionswissenschaftler Kelber vertritt ein organischs und bewegliches Verständnis: "Die Wirksamkeit des Samens ist aber der Urprozess alles Lebens. So bildete der Logos spermatikos eine Gedankenform, die das geistige Grundwesen der Welt, eben den Logos, mit der Vorstellung keimenden Lebens verband. Wer die bis heute geltende Übung für das Beweglichmachen des Vorstellungslebens kennt, sich das Keimen und Wachsen einer Pflanze aus dem Samenkorn möglichst anschaulich geistig zu vergegenwärtigen, der wird ermessen können, was jener stoische Begriff des Logos spermatikos bedeutet."(Kelber, Die Logoslehre, 49)  

      Und dazu siehe auch Jesu Gleichnis vom Sämann: Mt 13,1-23; Mk 4,1-20; Lk 8,4-15 ...
      Und auch mein Meister Eckhart hat mit seinem "Seelenfünklein" und den Ausführungen dazu eine Art "logos spermatikos" bzw. - nach heutigem Sprachgebrauch - eine Art Mikrobiom-Terminologie konstatiert ... - lesen Sie selbst:
      Als Gott die Welt schuf, als er sich selbst vergoss, ausströmte, sich mitteilte, von Einem in Vieles verwandelte, da geschah es aus Liebe. Und als er den Menschen schuf, sich selbst zum Bild, ganz gleich, da teilte er ihm auch eines mit: Den Funken der Vernünftigkeit. Der Mensch ist kreatürlich, geschaffen, und die Liebesempfindung ist Teil dieser Geschaffenheit, denn sie ist Gefühl, Mensch und Tier gemein, aber der höchste Teil der menschlichen Seele, Eckhart nennt dies das Seelenfünklein, dieser Teil ragt in Gott hinein, ist unmittelbarer Teil Gottes, nicht geschaffen, sondern von Gott geboren als sein Sohn. Am nächsten steht in der Ordnung der Seele diesem Teil seines Wesens der Verstand, der ihn von allem anderen Geschaffenen unterscheidet. Man kann Gott also über die Mittel des Verstandes erfassen, man kann ihn erkennen; aber bei ihm bleiben, festhalten an ihm kann dieser Teil des menschlichen Geistes nicht; dazu braucht es die Liebe. Nur wer Gott erkennt und ihn liebt, der kann wahrhaft zu ihm gelangen und bei ihm bleiben. Wichtig dabei ist noch eines: Indem Gott sich selbst ausspricht, schafft er die Welt. Gott spricht sich aus und damit den Sohn (logos-Theologie). Gott spricht – und das Wort, das er spricht, ist etwas in ihm und eins mit ihm, aber auch etwas Neues, es ist sein Wort und doch etwas zweites. Der Sohn. Gott selbst gebirt seinen Sohn, indem er ihn spricht. Gott spricht Christus in die Welt hinein: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott". Das Eine ist Zwei geworden und doch Eines geblieben. Das zu verstehen, ist nicht einfach, sagt Eckhart. Aber wer es versteht, der habe seine Theologie verstanden. Christus wird Mensch, er wird nicht irgendein Mensch, sondern Mensch wie wir. Er nimmt die, so heißt es bei Eckhart, "allgemeine Menschennatur" an. Er wird Mensch wie wir, unser Bruder. Das aber heißt, konsequent zu Ende gedacht, daß wir alle Gottes Kinder sind, wie Christus. Eckhart sagt: "Gott gebirt sich selbst. Er gebirt sich in mich hinein. Wir alle sind Gottes Kinder, gleichgültig, ob wir Christen, Heiden oder Juden sind." Jeder Mensch, fährt Eckhart fort, ist Gottes Kind und als Gottes Kind hat er die Möglichkeit, mit dem Vater vereint zu sein. Im obersten Teil seiner Seele, im 'Seelenfünklein' ragt er immer in Gott hinein, ist er immer Bestandteil Gottes und hört nie auf, es zu sein. Insofern ist bei Eckhart jeder Mensch Gottessohn – wie Christus.



      Nun - man kann vielleicht sagen, dass ich hier insgesamt vielleicht doch zu oft Äpfel mit Birnen gleichsetzen will - aber wer nur ein bisschen fantasievoll die durchaus vorhandenen ähnlichen Signaturen wie in einer Blaupause übereinanderzubringen weiß, wird erkennen, dass sich da ganz neue Ideen und Fakten auftun - und ein ganz neues weniger märchenhaftes Verständnis für alte Textpassagen der Bibel vorhanden sein kann. Ich behaupte ja - dass die "Redakteure" und Propheten der Bibel einen immensen Schatz an Erfahrungswissen biologischer und theologischer Fakten und Bedingungen besaßen - und in ihrer damaligen Bildsprache und aus ihrem antiken ägyptisch-hellenistisch-römischen Weltbild heraus versucht haben, ihre erkannten und die in ihnen innewohnenden "Wahrheiten" mitzuteilen ...
      Unbedingt auch hier clicken ... 

      und/oder hier ...

      Fortsetzung morgen: Feinstofflichkeit ...



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      Die Botenstoff- und Nervenverbindungen und Vernetzungen der Kleinstlebewesen aus dem Mikrobiom - besonders aus dem Bauchhirn - die Handlungen, Gefühle und Hirntätigkeiten beeinflussen und sogar auslösen können - die Millionen Jahre alt sind und unseren Tod als Spezies überleben werden bis in alle Ewigkeit, dienen eventuell auch im Nachhinein zu Erklärungen für die Vorstellungen der sogenannten "Feinstofflichkeit" - die sich seit der Antike durch alle möglichen Überlegungen großer Geister zog - und die besonders von den Kirchenvätern in Bezug auf das körperlich nachweisbare Vorhandensein einer "Seele" eine Rolle spielte ... 

      Feinstofflichkeit (aus WIKIPEDIA)

      Der Begriff Feinstofflichkeit bezeichnet die Vorstellung einer Form von Materie, welche feiner und beweglicher sei als die grobstoffliche Materie, welche die sichtbaren Körper bilde. Der postulierte Feinstoff steht damit zwischen Materie und Immateriellem und dient in einigen philosophischen Ansätzen zur Erklärung einer Interaktion zwischen beiden Elementen bzw. zur Erklärung immaterieller Phänomene überhaupt. Derartige Vorstellungen finden sich bei einigen antiken Philosophen, insbesondere im Platonismus und, teils in dessen Wirkungsgeschichte, teils unabhängig davon, auch in einigen Texten aus dem Kulturbereich der drei monotheistischen Religionen wie unter anderem in der Gnosis und der Hermetik, daneben auch in östlichen Religionen, vor allem im Hinduismus. Auch in den Naturreligionen Polynesiens existierten ähnliche Vorstellungen.
      Körper aus "feinstofflicher Sicht": mit Chakren, Energie-Meridianen, Nervenbahnen und
      Aura | Bild: kgsberlin.de
      Anknüpfend vor allem an hinduistische und platonische Vorstellungen in deren Vermittlung durch Autoren der Renaissance und der frühen Neuzeit wurde das Konzept feinstofflicher Materie im Spiritismus und in Teilen der Theosophie des 19. Jahrhundert aufgegriffen, im Anschluss daran auch in verschiedenen Ansätzen der neueren Esoterik sowie in manchen sogenannten Para- und Pseudowissenschaften. Dort werden die Begriffe Energie, astral, ätherisch und subtil oft mehr oder weniger synonym verwendet.
      In der heutigen Naturwissenschaft spielen derartige Konzepte jedoch keine Rolle mehr. Die Existenz einer feinstofflichen Materie konnte bislang nicht nachgewiesen werden, ebenso kann keine Interaktion mit normaler Materie wissenschaftlich fundiert beobachtet werden.

      Antike

      Zenon von Kition im 3. Jahrhundert v. Chr. kannte bereits die Qualität fein in Bezug auf Materie. Er definierte ein feinstoffliches Feuer πνεύμα (pneuma), das auch als λόγος σπέρματικος (logos spermatikos) bezeichnet wird, und für ihn zugleich geistig als auch materiell war. Dieses nannte er ein „passives materielles Prinzip“, das zum Beispiel den Verstand gestaltet.Auch Eratosthenes und Ptolemaios II. kannten Feinstofflichkeit als Prinzip. Ähnlich zu Platon, der die Unsterblichkeit der Seele im Phaidon mit dem Bild des Seelenwagens erklärte, begründeten beide Philosophen das Fortdauern der Seele aus ihrer feinstofflichen Natur.Gemäß einer bereits im frühen Platonismus zu findenden Kombination platonischer und aristotelischer Ansichten bestehen sowohl Gestirne wie auch Seelen aus einem Element, welches in den sonstigen Phänomenen unterhalb der Mondsphäre nicht vorkommt, dem Äther. Dieses Element wurde in der Orphik als Weltseele beschrieben, was u. a. Proklos wieder aufnimmt, bei Empedokles als göttlich und „feinste Luft“, bei den Pythagoreern wie auch bei Aristoteles dann als fünftes, feinstes, beweglichstes Element und Konstituens der Gestirne, so auch im Mittelplatonismus, wo z. B. Philo von Alexandrien den Äther als feinsten Stoff beschreibt. Die Stoa nimmt ein Prinzip an, welches alles durchwirkt, feurig, feinstofflich und Logos oder Pneuma genannt wird.

      S!NEDi: Photographie einer Seele
      Geist, Seele und Feinstofflichkeit

      Die Annahme eines feinstofflichen Elements dient in dieser Tradition dazu, die Vermittlung zwischen Materie und Immateriellem sowie besondere Eigenschaften von Geist und Seele, insbesondere deren Unsterblichkeit, zu erklären, ohne bewährte atomistische naturphilosophische Voraussetzungen aufgeben zu müssen. Diese Ansicht war jedoch nicht unumstritten. Im zweiten Jahrhundert nach Christus behaupteten Attikos und Albinus die Körperlichkeit der Seele und ihre Sterblichkeit. Auch zwischen Numenios, der an feinstoffliche Seelen glaubte, und Alexander von Aphrodisias, der dies ablehnte, entspann sich hierüber ein Streit. Im 3. Jahrhundert n. Chr. systematisierte der Neuplatoniker Porphyrios die älteren Vorstellungen zu einer in sich konsistenten Theorie. Er behauptete, dass die Seele beim Abstieg durch die Gestirnsphären einen pneumatischen, irrationalen Teil erwirbt, die anima spiritalis. Dieser Teil sei feinstofflich und verdunkle und materialisiere sich beim weiteren Abstieg zunehmend.

      Traduzianismus

      Das Prinzip der Feinstofflichkeit tritt in der Zeit der Kirchenväter, vor allem im 3. Jahrhundert n. Chr., wieder auf. Tertullian behauptete in seiner Traduzianismus genannten Lehre, dass die Seele aus feinstofflichem Seelensamen (semen animae - man beachte die begriffliche Nähe zum Logos spermatikos) zusammengesetzt sei, wohingegen der Körper aus grobstofflichem Körpersamen (semen corporis) bestehe. Er warnte sogar ausdrücklich davor, der Seele wegen ihrer feinstofflichen Natur ihre Körperlichkeit abzuerkennen.

      Nach ihm wirken beide Samen wie der Lehm und der Anhauch Gottes zusammen, aus dem Adam geschaffen wurde.Kern der Theorie war die Lehre, dass die menschliche Seele aus den Seelen der Eltern – bei Tertullian nur der Seele des Vaters – übertragen wird (lateinisch traducere). Dies erkläre schlüssig die Infektion der Menschheit durch die Erbsünde.

      In der Kirchengeschichte konnte sich jedoch die gegenteilige Lehre, der von Lactantius entwickelte Kreatianismus durchsetzen. Nach ihm wird jede Einzelseele unmittelbar und unteilbar erschaffen. Der Traduzianismus wurde von der katholischen Kirche mehrfach verurteilt und der Kreatianismus zur verbindlichen Lehrmeinung erklärt. Da in der Neuzeit die Annahme nicht feststellbarer, punktueller Schöpfungen aus dem Nichts immer fragwürdiger erschien, lebten diese älteren Versuche, die Erzeugung der Seele in das leibliche Werden einzubeziehen, wieder auf und wurden beispielsweise von Leibniz aufgegriffen. Die Vorstellung feinstofflicher Substanzen verschwand jedoch mit dem Ende des Traduzianismus aus der Theologie und die Seele wird weithin als unteilbar angenommen.

      Renaissance und frühe Neuzeit

      Die drei Abteilungen der Welt, 
      Zeichnung von Descartes. 
      I = gröbste innere Abteilung, 
      M = mittlere Abteilung, 
      Außen feinste Himmelkörperchen.




      Beschreibung nebenstehender Zeichnung:
      Die drei Spären der Erde von Rene Descartes
      Datum1644
      QuelleRene Descartes, principia philosophiae, IV, 6
      UrheberRené Descartes (* 31. März 1596 in La Haye/Touraine, Frankreich; † 11. Februar 1650 in Stockholm, Schweden)

      Die antike Vorstellung eines feinstofflichen, ätherischen Elements, welches Substrat von Gestirnen und Seelen ist oder letztere umhüllt, um mit deren Körper zu vermitteln, tradiert sich bei Naturphilosophen und Autoren einer „okkulten Philosophie“ in Renaissance und früher Neuzeit, darunter Agrippa von Nettesheim.
      René Descartes teilte die materielle Welt in drei Abteilungen. Dabei bildet die Erde die erste und gröbste Abteilung, danach folgt eine dunkle Abteilung aus feineren Teilchen. Die dritte Abteilung schließlich besteht aus feinsten „Himmelskügelchen“ (vgl. "Seelenfünklein" von Meister Eckhardt). Diese feinstofflichen Kügelchen können durch die Zwischenräume der gröberen Kugeln in den beiden anderen Abteilungen hindurch diffundieren. Aus diesen feinsten feinstofflichen Teilen können nach Descartes „alle Körper, welche uns hier umgeben, entstehen.“ Allerdings ist nach Descartes die materielle Welt scharf von dem immateriellen Bereich des Seelischen zu trennen, eine feinstoffliche Erklärung geistiger Phänomene ist bei ihm daher ausgeschlossen.
      Aber für viele Cartesianer existierte nicht nur feinstoffliche Materie, sondern erklärte auch geistige Phänomene. Für Cornelius van Hoogeland, einen Medizinprofessor und Freund von Descartes, bestehen die Lebensgeister (spiritus animales) aus einer beweglichen feinstofflichen Materie. Friedrich Wilhelm Stosch lehrte eine feinstoffliche Natur des menschlichen Geistes. Aber auch Descartes-Gegner wie der britische Platoniker Ralph Cudworth lehnten die Feinstofflichkeit nicht ab, für Cudworth zum Beispiel existierte eine feinstoffliche Verbindung zwischen geistiger Seele und materiellem Körper.


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      Literatur: 
      George R. Stow Mead: Die Lehre vom feinstofflichen Körper in der westlichen Tradition. Geistkörper, Strahlenkörper und Auferstehungskörper in der Erfahrungswelt der Pythagoräer, Neuplatoniker, Gnostiker und Hermetischen Philosophen. Ansata, Interlaken 1991, ISBN 3-7157-0150-1. (Die Originalausgabe erschien 1919 in englischer Sprache: The doctrine of the subtle body in western tradition. An outline of what the philosophers thought and Christians taught on the subject. Watkins, London 1919)

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      S!NEDi | street|view | night: ich habe jetzt noch 56 minuten


      ich habe jetzt noch 56 minuten
      bevor sie kommt: strunz | wird sie
      sagen | strunz in der hütte ...
      ist es schneematsch | oder gleißt das trottoir
      im licht der spots aus den schaufenstern
      dann riecht und schmeckt alles so eisern
      so kriechend nasskalt | vorn rechts
      in der kneipe vielleicht nen
      glühwein zu uns nehmen | vielleicht einen mit
      der dort so beliebten zimtstangeneinlage
      dann schützt das vor sodbrennen
      ich muss das ausprobieren ...


      ich hab ihr den ring gekauft | aber
      sie wird ihn nicht mögen: strunz | wird sie
      sagen | strunz in der hütte ...
      ein dunkelgrüner glasring | semipermeabel |
      mit feinen schliffen und ziselierungen
       außen auf der haut |
      kleinen bläschen und einschlüssen im glas  
      den trage ich nie wird sie sagen
      und wenn sie gut drauf ist | schmeißt sie
      mir das gute stück vor die füße |
      wo es in mindestens 36 splitter zerspringt



      in 38 minuten wissen wir mehr | ich weiß noch
      nicht wann ich ihr die zerknüllte papiertüte
      mit dem ring überreichen werde | vielleicht
      während des glühweins mit zimt ... | oder danach
      hier - werde ich murmeln - hier | für dich
      und sie wird fragen | für mich ...
      strunz | wird sie
      sagen | strunz in der hütte ...
      aber der ist ja viel zu dick | der
      passt nur auf den kleinen finger
      wird sie sagen | aber dann |
      was kommt dann ...


      ach nen glasring | wird sie sagen |
      wohl weil die so preiswert sind
      wird sie sagen | mehr hast du
      wohl nicht für mich übrig | wird
      sie sagen | aber vielleicht | vielleicht
      wird sie sich auch nur einfach
      still freuen und mich in den arm 
      nehmen | in 18 minuten ...



      [ps: kommt "trottoir" wohl von
      "trotten" - oder wohl von
      "trottel" ... - ich werde einen
      frankophilen experten mit französischkenntnissen
      deswegen aufsuchen
      und sie wird strunz
      sagen | strunz in der hütte ...]

      sinedi


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      S!NEDi | graphic


      Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein


      Ingeborg Bachmanns Hymnus an die Sonne bewegt mich noch immer: „Schöner als der beachtliche Mond und sein geadeltes Licht, / schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht, / viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen. /Und zu weit schönerem berufen als jedes andere Gestirn, / Weil dein und mein Leben jeden Tag an ihr hängt, ist die Sonne." Eine Binsenweisheit vielleicht. Aber das vermeintlich Selbstverständlichste will doch eigens gewürdigt sein - und dazu bietet jeder Morgen Anschauungsunterricht, jeder Sonnenaufgang. Mit dem Licht der Sonne öffnet sich der Horizont, wir sehen klarer. Alles Leben betet die Sonne an, jede Pflanze gibt die Lebensrichtung vor.
      „Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein..", so sagt es Ingeborg Bachmann, der die Schwermut nicht fremd war und die viel von den Dunkelseiten des Lebens wusste. Oft genug sah es für sie finster aus, und doch ist sie eine förmliche Sonnenanbeterin - und wer von uns wäre das nicht? In den alten Religionen betrachtete man die Sonne förmlich als Gott, und ihre Strahlen sind wie Segenshände, die sich jedem Einzelnen zuwenden. „Schönes Licht, das uns warmhält, bewahrt und wunderbar sorgt,/ das ich wiedersehe und das ich dich wiedersehe!" Die Sonne als Inbegriff des strahlenden Lebens, als schier unerschöpfliche Licht- und Segensquelle!
      In diesem Sinne spricht die Bibel von dem Gott, der seine Sonne aufgehen lässt über Guten und Bösen. Alles überstrahlend und erwärmend, ist noch die schlimmste Untat eingeborgen in dieses göttliche Licht.
      „Gelobt bist du, Bruder Sonne" singt entsprechend Franz von Assisi im 13. Jahrhundert. Noch angesichts des Todes, mitten in tiefster Krankheit und nach schwerer Depression, dichtete er seinen Sonnengesang, sein Loblied auf Bruder Sonne und Schwester Mond, seinen Hymnus auf die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt. Und in einem Lied des Protestanten Christian Knorr von Rosenroth im 17. Jahrhundert heißt es: „Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffenen Lichte/ schickt uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsre Nacht."Nichts ist weniger selbstverständlich als das Strahlen der Sonne, als ein strahlendes Gesicht, als glänzende Augen. Nicht zufällig sprechen wir vom Licht der Vernunft, vom Licht des Glaubens. Ingeborg Bachmann hat recht: „Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein."

      Von Dr. Gotthard Fuchs, Wiesbaden | Samstag, 21. August 2010 | Kirche im SWR


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      S!NEDi | photo|bearbeitung: Megan Rice | nach einem VideoStill von DPA

      USA - ein edler Rechtsstaat: 

      84-jährige Nonne muss drei Jahre in Haft nach Atomlager-Einbruch


      Sr. Megan Rice protestierte gegen nukleare Waffen und brach in das US-Atomlager in Oak Ridge ein. Dafür wurde die 84-jährige Nonne jetzt zu fast drei Jahren Gefängnis verurteilt. Seit vergangenem Mai sitzt die 84-Jährige in einem Gefängnis in Knoxville. INgesamt wurde sie zu zwei Jahren und elf Monaten verurteilt.

      Nashville - Andere Menschen in ihrem Alter genießen den Ruhestand. Megan Rice, Nonne, 84 Jahre alt, ging im Juli 2012 mit zwei Gefährten zum US-Atomlager im amerikanischen Oak Ridge, schnitt Zäune durch, drang auf das Gelände vor, besprühte Wände mit biblischen Sprüchen, verschüttete menschliches Blut aus Flaschen. Dann ließ sie sich widerstandlos festnehmen.

      Für Megan Rice war der Einbruch ein Protest gegen Krieg und nukleare Waffen. Für die Wachleute der hochgesicherten Anlage im US-Bundesstaat Tennessee war es eine Blamage. Für die Justiz war es Sabotage und Beschädigung von Staatseigentum. Bereits im vergangenen Jahr wurde Rice schuldig gesprochen. Nun steht auch das Strafmaß fest: Zwei Jahre und elf Monate muss die alte Dame ins Gefängnis.

      Ihre Mitstreiter Greg Boertje-Obed und Michael Walli wurden zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Beide sind Vietnam-Veteranen, beide sind über 20 Jahre jünger als Megan Rice. Zudem müssen die Verurteilten 53.000 US-Dollar Schadensersatz zahlen, wie bereits Ende Januar entschieden wurde.

      Laut "New York Times" war Rice schon lange als Friedenaktivistin aktiv. 40 oder 50 Mal sei sie wegen zivilen Ungehorsams festgesetzt worden, hieß es in einem Bericht nach dem Einbruch in Oak Ridge. Doch nichts war vergleichbar mit der Aktion am Y-12 National Security Complex, der "größten Sicherheitslücke in der Geschichte des Nuklearkomplexes", wie die "New York Times" schrieb. Schließlich galt Y-12 als das "Fort Knox des Uran" - eine Anlage mit strengen Sicherheitsvorkehrungen, die im Rahmen des Manhattan-Projekts zum Bau der ersten Atombomben entstand.

      An ihrer Tat, so sagte Schwester Megan einmal, bereue sie eigentlich nur eins: "Dass ich damit 70 Jahre gewartet habe." Der Verteidigung zufolge bekamen die drei Aktivisten Tausende Briefe von Unterstützern in aller Welt. Die Angeklagten hatten auf Gnade gehofft, ihre Aktion sei symbolisch gewesen, um auf die unmoralische und illegale Lagerung von Nuklearwaffen in den USA aufmerksam zu machen.

      Die Richter hatten dafür jedoch kein Verständnis. Seit dem Schuldspruch sitzen Rice und ihre Gefährten bereits im Gefängnis.

      hut/AP/dpa



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      Genau vor 70 Jahren endete das unaufhaltsam rasche aber heftige nur insgesamt 17 Monate währende NS-"Euthanasie"-Martyrium meiner Tante Erna Kronshage durch den dann gewaltsam herbeigeführten Tod - "durch Erschöpfung" - am 20.02.1944...
      S!NEDi|photo|bearbeitung: Erna Kronshage



      ERNA KRONSHAGE 
      geboren am 12.12.1922 | ermordet am 20.02.1944 
      [genau vor 70 Jahren]

      Meine Tante selbst habe ich leider nie kennengelernt: ich wurde erst 1947 geboren. Fast 30 Jahre lang sammele ich Informationen zur Opferbiographie meiner Tante - und ich kann heute bruchstückhaft - peu à peu - ein ziemlich genaues Bild von ihrem viel zu kurzen Lebensweg nachzeichnen. 
      Aus insgesamt ebenso fragmentarischen und teilweise zwischendurch (un)bewusst verdrängten Erinnerungen und Mitteilungen meiner Mutter (einer Schwester Ernas), der weiteren Familie, ehemaliger Nachbarn, von Freunden und Verwandten, sowie aus einschlägigen Urkunden und Akten konnte ich nach und nach die Geschichte der Erna Kronshage zusammensetzen, die das elfte und jüngste Kind der Familie Kronshage war und die innerhalb von nur 17 aber sehr heftig turbulenten und grausamen Monaten zwischen Herbst 1942 und Frühjahr 1944 als eine zunächst gesunde junge Frau, plötzlich als "schizophren" diagnostiziert, dadurch dann zwangssterilisiert, und zum Abschluss in einer sogenannten Gau-"Heil"anstalt im damals besetzten Polen umgebracht wurde. 

      Ich habe viele Belege gesammelt, diesen plötzlichen gnadenlos tödlich konsequenten Leidensweg meiner Tante zu dokumentieren, und habe ihre Geschichte in einem Gedenkblog im Internet mit eingebauten 15-min.-YOUTUBE-Videos veröffentlicht, die an das grausame und maßlos brutale Unrecht erinnern - auch um besonders die jüngere Generation zu erreichen und aufzuklären. Ich habe schon mehrfach in Schulklassen und in Themenveranstaltungen der relevanten Erzählcafés bzw. Geschichtswerkstätten mit interessiertem Publikum darüber berichten können (siehe dazu auch die Vermerke in der rechten Sidebar dieses Blog-Layouts...).

      Das Gedenkblog wurde seit Ende 2009 bis dato rund 65.000 mal angeklickt - und die Besucher kamen im gleichen Zeitraum aus mittlerweile mindestens 133 verschiedenen Staaten der Erde - das Video klickte man bisher rund 25.000 mal an - wobei die Anzahl der "Klicks" natürlich nichts von der Qualität und Intensität der Kontaktaufnahmen aussagt ...

      In welchem Dilemma sich Erna Kronshage befand - eine hochintelligente, wache, junge, sensible Frau, die die damalige Volksschule mit einem Notendurchschnitt von 1,78 abgeschlossen hatte - ein Wert, dem allerdings damals noch keinerlei Bedeutung zugemessen wurde - verdeutlicht ihr weiter Lebenslauf:

      Als das letzte Kind ihrer Eltern wird sie im Heranwachsen immer stärker innerlich zerrissen: Denn als ihre zehn älteren Geschwister zum Teil verheiratet aus dem Haus gehen bzw. ihre Brüder zum Arbeitsdienst oder an die Front zur Wehrmacht eingezogen werden (ab ca. 1939 - da ist Erna erst 17 Jahre alt ...), schrumpft diese ursprüngliche 13-köpfige Großfamilie - in der sie als das jüngste Kind hineingeboren wurde - und dadurch ganz natürlich entsprechende Verwöhnungen erhält und Privilegien hat - zu einer völlig überforderten und durch Krankheit, Kriegswirren und Kriegsängsten instabilen 3-köpfigen Kleinstfamilie ...  

      Allein auf Erna Kronshage lastet nun immer mehr die Pflicht, den schwächelnden Eltern auf dem landwirtschaftlichen Anwesen bei der täglichen Arbeit zu helfen - in ihrer damals völlig normalen beruflichen Anstellung als "Haustochter im elterlichen Betrieb"... Gleichzeitig hat sie sicherlich als lebenslustig Heranwachsende auch auf eigenen Füßen stehen und sich vom Elternhaus lösen wollen... 

      Die so für eine "normale" jugendliche Entwicklung damals äußerst perspektivlose Kriegszeit sowie der erste Bombenabwurf eines englischen Fliegers im 2. Weltkrieg in Ostwestfalen - plötzlich und unerwartet wie "aus heiterem Himmel" bereits am 2. Juni 1940 (Kriegsbeginn war ja am 1.09.1939) - bei dem in unmittelbarer Nachbarschaft im gegenüber gelegenen Gutshof Westerwinter (in ca. 80-120 m Entfernung) eine Bekannte ums Leben kommt, hat Erna sicherlich entsprechend verunsichert und wahrscheinlich sogar traumatisiert. Durch diese innere Verunsicherung und durch dieses miterlebte Bomben-Traumata aus nächster Nähe ist der äußere Krieg auch zu einem inneren Krieg für Erna Kronshage geworden. 

      Diese innere Zerrissenheit hat dann eine spontane akute Arbeitsverweigerungshaltung im Herbst 1942 ausgelöst: Erna Kronshage kommt plötzlich ihren Aufgaben nicht pünktlich nach und geht gegenüber den Eltern in den aktiven und passiven Widerstand (heute würde man sagen: "Null-Bock-Phase" und "aufmüpfig sein" - "Burn-out-Phase" - oder aber "posttraumatische Belastungsstörung") weshalb damals ihre Mutter die sogenannte "Braune Schwester" als damalige Gemeindeschwester und Fürsorgerin von der NS-Volkswohlfahrt um Rat fragt... 

      Auf Grund dieses eingeholten Ratschlages begibt sich Erna Kronshage mit einer polizeilichen Einweisung als "sich und die Allgemeinheit gefährdende Person" (="gemeingefährlich") am 24.10.1942 auf Anraten dieser NS-"Fürsorgerin" und dem Gutachten eines Amtsarztes, den sie zuvor aufgesucht hat, schließlich in die Hände der Ärzte der Provinzialheilanstalt Gütersloh, weil sie sich dort professionelle Hilfe ausrechnet. Von der Verstrickung der damaligen NS-Psychiatrie in die nationalsozialistisch propagierte Doktrin eines "gesunden arischen Volskörpers" hat Erna damals keine Ahnung - und entsprechende Gerüchte um sie herum sicherlich zurückgewiesen, hatte man doch just einer Schwester dort nach einem "Erregungszustand" in nur einem 4-wöchigen Kurzaufenthalt 1939 adäquat helfen können ...

      Aber anstatt die von einer "Heilanstalt" - mit modernen jungen "studierten Ärzten und Psychiatern" und modernen "Therapieeinrichtungen" ausgestattet - zu erwartende Zustandsverbesserung einzuleiten - ging es - ganz im Gegenteil - von nun ab - gnadenlos - bergab ...

      Bereits am ersten Aufenthaltstag haben die dort tätigen NS-Psychiater Ernas akuten Zustand nämlich als "Schizophrenie" diagnostiziert, obwohl zuvor nie demgemäße Symptome - "endogen= von innen heraus" - zu beobachten waren ... Aber nun hat man ganz "zeitgemäß" im Blut- und Boden-Denken sich aufgrund der "Sippen- und Ahnentafel" der Familie - und auch eben dieses 4-wöchigen Kurzaufenthaltes der Schwester dort - auf diese Diagnose einer "Schizophrenie" unumstößlich festgelegt ... - mit heute nicht mehr nachvollziehbaren Begründungen ... 
      Damals ganz modern - wurde diese im Schnellschuss-Verfahren diagnostizierte "Schizophrenie" mit der gerade in Gütersloh eingesetzten "aktivierenden Krankenbehandlung" mit Arbeitstherapie (Gartenkolonne, Kartoffelschälen, Hauswirtschaft, einfache Handwerks-Verrichtungen) und "Cardiazol"-Schocks (Vorläufer-Therapie der späteren Elektroschocks) behandelt. Alle zwei bis drei Tage löste man mit einem Kampfer-Medikament epileptische Anfälle aus – 15- bis 30 mal pro Behandlungsserie - bei 3-4 so provozierten Anfallsgeschehen in der Woche, so wird es wenigstens in der damaligen Literatur von den Fachärzten empfohlen. 

      Mit dieser Tortur ist Erna Kronshage eher ruhig gestellt, diszipliniert und in ihrem Willen gebrochen worden, als dass das "Krankheitsbild" einer Schizophrenie nach heutigen Maßstäben tatsächlich adäquat behandelt worden wäre. 

      Weitere "Therapiemaßnahmen" im Zuge der damals modernen Behandlung in Gütersloh sind für Erna Kronshage nachweislich eben das Kartoffelschälen und die Gartenarbeit, die sie ja aber genauso auch schon zu Hause als "Haustochter" zu verrichten hatte.

      Da "Schizophrenie" als Erbkrankheit im Sinne des damaligen NS-Gesetzes "zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses" gilt, soll Erna Kronshage nun auf Antrag des Direktors der Provinzialheilanstalt Gütersloh, Dr. Werner Hartwich, zwangssterilisiert werden. 

      Bis zuletzt versucht ihr Vater dieses Schicksal abzuwenden - leider erfolglos. Am 04.August 1943 wird sie in Gütersloh nach Beschluss in 2. Instanz des Erbgesundheitsobergerichtes in Hamm tatsächlich - gerade einmal etwas über 20,5 Jahre alt - zwangssterilisiert. 

      Am 12. November 1943 wird Erna Kronshage angeblich „aus Luftschutzgründen“ - aber auch zur notwendigen Freistellung von Pflegebetten für den Lazarettbedarf in der Provinzialheilanstalt Gütersloh aufgrund der zunehmend verheerenden Bombardierungen der Städte und der schweren Verletzungen von Frontsoldaten im Rahmen einer nach dem Leibarzt Hitlers, Dr. Karl Brandt, sogenannten "Sonderaktion Brandt" zu einer Gauheilanstalt im seit 1939 besetzten Polen, 630 km von Gütersloh entfernt, mit 99 anderen Schicksalsgenossinnen verlegt. 
      Diese Anstalt trug im Besatzerdeutsch den willkürlich "verballhornten" Namen "Tiegenhof/Gnesen" - zuvor und auch noch heutzutage heißt sie polnisch: Dziekanka/Gniezno ...

      In Wirklichkeit ist dieser Massen-Transport eine von vielen Maßnahmen zu letztlich getarnten "wilden" NS-"Euthanasie"-Aktionen - nachdem die zentral gesteuerte erste "Euthanasie"-Welle auf Befehl Adolf Hitlers wegen der wachsenden Kritik aus der Bevölkerung (z.B. Kardinal Graf v. Galen aus Münster) bereits 1941 nach gut 70.000 Mordopfern vorübergehend eingestellt wird - nun aber "heimlich" unter Ausschluss der Öffentlichkeit und dezentral organisiert weitergemordet wird.  

      Bereits 99 Tage nach der Ankunft aus Gütersloh in der Anstalt "Tiegenhof" in Gnesen/Gniezno, am 20. Februar 1944, erleidet Erna Kronshage angeblich wegen "vollkommener Erschöpfung" einen gewaltsamen Tod...

      Inzwischen weiß die Forschung zweifelsfrei, auch belegt durch Zeugenaussagen in verschiedenen Nachkriegsprozessen, dass diese Anstalt Tiegenhof ab 1939 unter dem "volksdeutschen" Direktor Dr. Victor Ratka zu einer regelrechten Vernichtungsanstalt, zuerst für die polnischen Insassen durch eine SS-Mordkampagne mittels Gaswagen - und dann für die "Verlegungspatienten" aus dem deutschen Reichsgebiet mittels Hungerkost oder Todesspritze - umgewidmet worden war. 

      Zum Todeszeitpunkt Erna Kronshages werden dort, wie in mehreren anderen Anstalten gerade im Osten (z.B. auch Meseritz-Obrawalde), und jetzt eben dezentral auf lokaler Ebene von Anstalt zu Anstalt geplant, die Patiententötungen durch eine von NS-Ärzten (besonders Prof. Dr. med. Nitsche) ausgeklügelte Kombination von "Hungerkost" bei Fettentzug, einhergehend mit hohen Beigaben sedierender Medikamente, z.B. des Schlafmittels "Luminal", weiter durchgeführt, die nach einer gewissen Zeit zur Auszehrung des Körpers und zur allgemeinen Erschöpfung oder auch zu einer Lungenentzündung und anderen Infektionen aufgrund der drastisch herabgesetzten oder fehlenden Abwehrkräfte des Körpers führen.

      Die auch "amtlich" so genannte Todesursache in Erna Kronshages Sterbeurkunde (="Allgemeine Erschöpfung") ist die damals übliche Umschreibung einer geplanten und konsequent durchgeführten Tötung, die mehrmals täglich, oft im Stundentakt, in den ("sonder"-)standesamtlichen Urkunden der betreffenden Anstalten immer wieder so benannt wird.

      Die Leiche Erna Kronshages wird dann auf Antrag der Eltern in die Heimat nach Senne II (heute BI-Sennestadt) rücküberführt und nach 600 km langem Rücktransport per Reichsbahn-Güterwagen auf dem Alten Friedhof in Senne II am 05.März 1944 beigesetzt - nachdem die Familie zuvor den angekommenen Sarg mit der Leiche aus Misstrauen heimlich inspiziert und laienhaft untersucht hat...

      Am 06.12.2012 - 6 Tage vor der 90. Wiederkehr des Geburtstages von Erna Kronshage - legt der Künstler Gunter Demnig auf dem Gehweg genau an der Ecke Verler Straße/Krackser Straße - unweit ihres Geburtshauses - auf dem Weg zum "Krackser Bahnof" - im Ortsteil Sennestadt den ersten sogenannten "Stolperstein", einen mit Messing belegten gravierten Pflasterstein - zur Erinnerung an Erna Kronshage. Ca. 80 Stolpersteine erinnern bereits seit 2005 in ganz Bielefeld an die Opfer des Nationalsozialismus.

      Seit 1995 legt Gunter Demnig diese Steine - europaweit.  

      »Hier wohnte Erna Kronshage. Jahrgang 1922, eingewiesen 1942 Heilanstalt Gütersloh, 1943 zwangssterilisiert,  'verlegt' 1943 Heilanstalt Tiegenhof, ermordet am 20.2.1944« - heißt es  auf dem Stein - und das beschreibt in Kurzform der Fakten nüchtern und trocken ihr viel zu kurzes und brutal beendetes Leben. 

      Ich denke - wir müssen von diesen ungeheuerlichen Dingen wissen und uns deshalb z.B. durch einen solchen "Stolperstein" und durch das "Gedenkblog" immer wieder erinnern lassen - um uns entsprechend zu wappnen, damit nie wieder solche brutalen Gewalttaten im Namen der "Gesundheit des Volkskörpers" geschehen können. 


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      Am 21.03.1937 (Sonntag Palmarum) wurde meine Tante Erna Kronshage in der Kirche zu Senne II von Pastor Holzapfel konfirmiert. Der Konfirmationsspruch lautete:
      "Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."(1. Joh., 4,16). 
      Ich habe zu ihrem 70. Todestag am 20.02. von Erna Kronshage berichtet, die als NS-"Euthanasie"-Opfer im Alter von etwas über 21 Jahren ermordet wurde ...


      Beim Wahrnehmen dieses Konfi-Spruches und bei der Erforschung ihrer kurzen aber um so heftigeren Opfer-Biographie habe ich mich oft gefragt, ob sich der "Sinn" dieses wahrhaft liebevollen Hinweis-Satzes, der ihr mit 14 Jahren zugedacht wurden, ob sich dieser Sinn eigentlich bei einer derartig für sie erschreckenden Lebensentwicklung nun eigentlich doch noch "bewahrheitet" hat - ob dieser Spruch - trotz allem -  ihren weiteren Lebensweg richtig skizziert hat und begleiten konnte und vielleicht "Trost" war oder "Omen", "Wegweisung", "Weissagung" - eben auch im Sinne einer Affirmation ... - oder ob man angesichts dieses Einzelschicksals eigentlich nur mit Marx konstatieren kann: "Religion ist Opium fürs Volk" ...

      Bei einem solchen irgendwie ja auch rituell einer bestimmten Person zugedachten und gewidmeten Lebensspruch entstehen für mich ja bei den feststehenden Lebensfakten Fragen betreffend der Kausalität dieser Affirmation und ihren eventuellen koinzidenten Folgen. 

      Eigentlich lehnen ja beispielsweise fundamentalistisch glaubende Kreise solche an ausgesuchten Bildern oder Zusprüchen gebundene affirmativen Übungen als in der Bibel verbotene "Wahrsagerei" ab - und trotzdem werden sie ja auch in diesen Kreisen unter einer anderen Prämisse benutzt und bewertet - zum Beispiel jeden Tag bei den "Losungen", die ja mit fast esoterisch anmutendem Ritual jedes Jahr erneut für jeden Tag im Kalenderjahr in Herrnhut "gezogen" werden (vgl. dazu auch das Lose-ziehen auf der Kirmes: "Versuche Dein Glück" ...) und die zumindest für den jeweiligen Tag "wegweisend" und "nachdenkenswert" sein sollen ... - oder das berühmte "Bibel-Stechen", bei dem die Bibel ziellos aufgeschlagen und an der solchermaßen, nämlich ohne viel Überlegung, getroffenen Bibelstelle ein Vers oder Kapitel gelesen wird. Vor allem in christlichen Haushalten ist dies ein alter Silvesterbrauch - als Omen für das kommende Jahr ... Des weiteren wird Bibel-Stechen – u. a. von Evangelikalen – verwendet, um im heiligem Geist"weiszusagen" oder Rat einzuholen... Auch hierzu möchte man fast biblisch anmerken: "Wer Ohren hat zu hören, der höre ..." - denn so weit entfernt von dem als vollends esoterisch abgelehnten "Tarot-Orakel" ist dieser Brauch ja nun nicht ...






      Original-Eintrag im Kirchenbuch der Kirchengemeinde Senne II: Links in Sütterlin: Kronshage, Erna .... - ganz rechts: 1. Joh. 4,16



      Also - der jeweils ausgewählte Konfirmationsspruch ist zunächst nur mal und nichts weiter als ein aus dem jeweiligen Zusammenhang des Alten oder Neuen Testaments herausgelöster Spruch, der einer Konfirmandin vom konfirmierenden Pastor "mit auf den Weg" gegeben wird ... - oft auch besonders gestaltet und eingerahmt als "Erinnerung an den Tag der Konfirmation" - ganz nach dem Motto:"Denn was Du Schwarz auf Weiß besitzt, kannst du getrost nach Hause tragen ..." - als Erinnerung und Zuspruch an den Tag des bewussten Taufgedenkens, wobei man als mit 14 Jahren "religionsmündiger Christ" selbst noch einmal "Ja" sagt zu seinem Glauben ... Und inwieweit die konfirmierte Person ihm - diesem Spruch - späterhin eine besondere Beachtung schenkt und Bedeutung zumisst oder ihn als prägend oder profilierend für sich annimmt und empfindet, entscheidet sich nach jeweiligem Glaubensgusto ...

      Erna Kronshage hatte in ihrem Schulabschluss-Zeugnis - also damals gerade auch zur Konfirmations-Zeit im Frühjahr 1937 - im Fach "Religionsunterricht" die Benotung "sehr gut" ... - von daher ist anzunehmen, dass ihr dieser Konfi-Spruch nicht einerlei war ... - auch nach sonstigen Zeitzeugenaussagen, die Erna als phantasiebegabtes, helles und nachdenkendes Menschenkind bezeichneten - vielleicht hing der Spruch sogar auch eingerahmt in der Nähe ihres Bettes ... 

      Aber sie ist auch sicherlich nicht so zu einem Glauben herangeführt worden, als sei dieser Gott ein richtender, strafender, allmächtiger Über-Vater - der einem unüberwindliche Prüfungen auferlegt - um sich ihm letztlich ohne jeden anderen Ausweg ganz und gar unterwerfen zu müssen ...

      In der Phase - wo Erna Kronshage sich in den Klauen der NS-Psychiatrie befand - sechs bis sieben Jahre nach ihrer Konfirmation - ab ihrem 20. Lebensjahr bis zu ihrem gewaltsamen Tod 17 Monate später - wird sie diesen Konfi-Spruch, soweit sie sich nach all den dann erlittenen Torturen noch seiner erinnern konnte - bestimmt als Trost und Vermächtnis zumindest in ihrem Herzen mit sich geführt haben - das wenigstens wollen wir ihr heute wünschen ...: Nämlich diese unverbrüchliche Gewissheit, bei allem was geschah und was ihr noch bevorstand, und was ihr zustieß - ehe es dann ganz vorbei war - aber auch noch darüber hinaus: "Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."

      Und fest steht auch, dass dieser Gott der Erna nicht all dieses Ungemach bewusst und geplant per irgendeinem Richterspruch und per Knopfdruck bereitet und extra für sie zusammengemixt hat - und ihr damit nicht etwa eine Prüfung mit abschließendem Todesurteil auferlegt hat - etwa so wie jener Gott im Alten Testament bei Hiob beschrieben ist, als er nach einer Wette mit dem Teufel [!] den Hiob mit allerhand Plagen piesackte, um dessen Glaubenstreue zu prüfen... All diese Beschreibungen, eben auch in der Bibel, sind nichts weiter als letztlich menschliche Formulierungen, die die eigene Verantwortung fürs eigene Tun und für das eigene Schicksal einem höheren Gott in die Schuhe abschieben wollen - die mit dem Gott, wie er von Jesus als liebender "Abba" bezeichnet wird, nichts oder nur wenig zu tun haben ...   
      Die Kreuzkirche in Senne II - heute BI-Sennestadt, in der 
      Erna Kronshage am 21.03.1937 konfirmiert wurde ...

      Ein Mystiker hat seine Schüler einmal gefragt: „Worin besteht das rechte Verhalten des Menschen Gott gegenüber?“ Sie antworteten: „Darin, dass man Gott liebt.“ Der Meister aber schüttelte den Kopf und sagte: „Nicht darin, dass ihr denkt, wir lieben Gott; wer denkt, ich liebe Gott, der steht noch unter Zwang. So sollt ihr sprechen: Ich glaube fest, dass Gott mich liebt. Das ist das rechte Verhalten Gott gegenüber.

      Die rechte Beziehung zu Gott ist getragen von der Gewissheit der Gegenwart und Liebe Gottes: Christsein beginnt nicht mit einem Imperativ: Du sollst Gott lieben! Sondern mit einem In­dikativ: Du bist von Gott geliebt -"Gott ist die Liebe...", wie es im Konfi-Spruch der Erna Kronshage heißt ...: Du bist ein Kind Gottes. Und nicht nur einige von uns: sondern buchstäblich jeder und jede Einzelne. „Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es!“

      Je älter wir werden, desto größer sollte unsere Glaubenseinsicht werden und desto mehr sollte unser Glaubensmut und unsere Glaubensfreude wachsen. Denn „Glauben“ meint ja nicht in erster Linie Erfüllung von Pflichten, meint eben nicht Alles-Wissen - totaler Durchblick, Halten von Geboten, moralisch einwandfrei leben, damit ich vor einem strengen und strafenden richtenden Gott in seinem gnadenlosen Gericht einmal bestehen kann.

      Das alles ist Drohbotschaft. Evangelium aber heißt „Frohe Botschaft“: ..."wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm..." - auch über den Tod hinaus - auch beim erzwungenen Schierlingsbecher in Form der "Gelben Suppe", dieser im Wasserglas aufgelösten Luminal-Überdosis dort im Todeszimmer der Frauenabteilung der Gau-"Heil"-anstalt Tiegenhof in Gnesen/Gniezno - wo man Ernas Leben gewaltsam ein Ende setzte ...:
      Dieses tötende NS-Regime - diese verblendete nationalsozialistische menschliche Hybris in der damaligen eugenisch-rassenbiologisch ausgerichteten Ärzteschaft in Psychiatrie und Medizin - die hatte mit diesem Gott nichts mehr gemein - ebenso wie dieser Mob und die römische Besatzungsmacht in Jerusalem 2000 Jahre zuvor, die Gott selbst mit Jesus töteten ...: Das war von diesem einen gütigen liebenden Gott so weit entfernt: dass ja selbst Jesus ihn anrief mit den Worten: "Abba - Abba - warum hast Du mich verlassen ..." - die Ohnmacht und die Schwäche dieses Gottes wurde nie deutlicher als in solchen Situationen wie Karfreitag auf Golgatha - und wie auch zum Beispiel am 20.02.1944 in der "Heil"-anstalt Tiegenhof  ...

      Die Lehre von der Allmacht Gottes wurde so für die Theologin Dorothee Sölle zum Gegenstand kritischen Nachdenkens. Sie war der Meinung, dass Gottes Wirken in dieser Welt immer abhängig ist von unserem Handeln („Gott hat keine anderen Hände als unsere.“). Kern ihrer Gott-ist-tot-Theologie war der Abschied von einer „Papa-wird’s-schon-richten-Theologie- dieses "Da kann man nichts machen" - oder "Befehl ist Befehl!" ...

      Nein - dieser Gott hat Ernas Martyrium nicht angezettelt - dieser Gott ist mit Erna in Tiegenhof in diesem Sterbezimmer gewesen - dieser liebende Gott ist mit ihr an der Seite abermals mit umgebracht worden - und mit ihr noch weitere 6 Millionen mal bei jedem einzelnen Mordopfer der Nazis in den KZ's des Holocaust und in weiteren "Heilanstalten" im Namen der NS-"Euthanasie" ... - und dieser Gott kann dieses grausame Leid mit uns auch noch nicht fassen ...

      Aus der Erfahrung persönlichen Leides kommt der Rabbi Harold S. Kushner in seinem Buch „Wenn guten Menschen Böses widerfährt“ zu dem Schluss, dass Gott zwar gut, aber nicht allmächtig sei. Die Frage nach dem „Warum?“ des Leides führe zu nichts, da sie entweder Wut auf sich selbst (Was habe ich getan, dass mir das passiert?) oder auf Gott (Warum lässt Gott das zu?) zur Folge habe und diese Wut verhindere, dass der Mensch Hilfe von anderen Menschen und/oder von Gott annehmen könne (denn Gott handelt ja durch andere Menschen - aber er begleitet und erleidet mit durch seine unmittelbare Nähe in uns und um uns - eben wie auf Golgatha so auch in "Tiegenhof"...). Da eben Gott durch die Menschen wirke, solle die Frage vielmehr lauten „Wenn mir dieses Leid passiert ist, wer kann mir hier unmittelbar als Mensch helfen?“ Dieser Lösungsansatz ist auch im Rahmen der sogenannten "Theologie nach Auschwitz" verbreitet. Auch Hans Jonas ist der Meinung, dass der Begriff der Allmacht zweifelhaft sei und dass deswegen auf dieses Gottesattribut verzichtet werden müsse. Jonas glaubt, dass Gott deswegen in Auschwitz nicht eingegriffen habe, weil er es schlichtweg nicht konnte (denn "er hat ja nur unsere Hände..."). Jonas schlägt deshalb die Idee eines Gottes vor, der nicht in den Verlauf des Weltgeschehens eingreifen kann - aber sehr wohl durch uns, wenn wir nach seiner Maxime handeln: "Liebe Deinen Nächsten - wie Dich selbst ....!" - mit all den Konsequenzen, die in der Bergpredigt hinzugefügt wurden ...


      Dorothee Sölle sagt in einem Interview:“Wenn ich Gott liebe, dann kann ich ihm manchmal auch Wärme spenden. Wenn ich diese Welt ansehe, dann muss ihm ja kalt werden. Gott braucht auch unsere Wärme.” Wenn er die nicht bekommt, dann muss er scheitern, wie damals in Auschwitz - wie damals auf Golgatha und wie damals in Tiegenhof: “Dieser Gott, der so allein war in Deutschland, der so wenige Freundinnen und Freunde hatte, der konnte nichts machen. Die Liebe ist nicht allmächtig. Dieser Begriff der Allmacht ist im Gegenteil zerstörerisch. ...Gott hat nur unsere Hände”, war Sölle überzeugt. Und eine gewichtige Patronin, hat es genau so gesagt: die Mystikerin Teresa von Avila: Gott hat nur unsere Hände ...

      An Weihnachten hören wir die Botschaft des Engels:
      „Seht, ich verkünde euch eine große Freude! Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren, Christus, der Herr.“

      Also: Retter, nicht Rächer!

      Jesus ist die latinisierte Form des altgriechisch flektierten Ἰησοῦς mit dem Genitiv „Ἰησοῦ/Jesu“... Damit wurde die aramäische Kurzform Jeschua (oder Jeschu) des hebräischen männlichen Vornamens Jehoschuaübersetzt. Dieser setzt sich aus der Kurzform Jeho- des Gottesnamens JHWH und einer Form des hebräischen Verbs jascha („helfen, retten“) zusammen. Demgemäß deuten Mt 1,21 und Apg 4,12 den Namen als Aussage: „Gott ist die Rettung“ oder „der Herr hilft“. Oder anders übersetzt: "Erlöser" ...

      Also: Erlöser, nicht gnadenloser Richter!

      Und mit dem Evangelisten Johannes lässt es sich eben auch deshalb sagen - auch und vielleicht gerade im Konfi-Spruch für Erna Kronshage: „Gott ist die Liebe!“– Und diese Liebe ist unermesslich, unerschöpflich und jeden Tag neu. Um diese Liebe Gottes wissen, aus dieser Liebe Gottes leben, sich jeden Tag unter den Regenbogen der Liebe Gottes stellen, diese Liebe Gottes aufnehmen und annehmen, das macht gelassen, das macht frei, das macht froh - auch über jeden noch so grausamen Tod hinaus ...

      Ach - übrigens: Mein Konfi-Spruch lautet: "Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar."(Psalm 23,6) ... Also: Nomen est Omen !!!


      Und - bekommen Sie noch Ihren Konfi- oder Kommunions-Spruch auf die Reihe ...???

      Mit Materialien aus (hier clicken) und WIKIPEDIA sowie aus meinem Post



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