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    S!NEDi: farbnuancen des frischgelben schalentons


    DIE ABFUHR -
    DIE ABFUHR ERFOLGT LETZTENDLICH ...

    da - da auf dem bananenhügel - das ist
    das ist einzig & allein der klassenkampf

    ob der krümmung der frucht und der
    farbnuancen des frischgelben schalentons 

    in der schale, die nach EU-
    richtlinien mit einem geeichten

    messstick gemessen wird:
    wie die neigung der erdkrümmung 

    wie zu saurer urin etwa, den 
    ich über den messstreifen tröpfele:

    erniedrigendes tun um ander
    leut gesundheit willen -

    ja - werden sie mich fragen:
    was ist scham ? - die beiden

    gepressten hände zwischen
    meinen knien - die verlegenheit

    am morgen nach dem angriff
    das warten auf den langen fluren

    für nichts und wieder nichts
    das aufleuchten der eingangs gezogenen nummern - 

    oder das laut knackernde
    schnurstrackse weiterhüpfen der 

    digitalen zahlen - je nach system
    ob on- oder offline zum beispiel

    da - und da kreischen draußen
    die bremsen - wegen der hühner ...

    halb achthaben - aber ohne jede
    verantwortung ...

    sinedi

    S!NEDi: a & o - wo alpha-teilchen sind - da muss doch auch der omega-punkt sein ...


      

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    Schon neulich habe ich hier ja einen Vorschlag weitergegeben, für Bibeltexte als "FIRST AID" - als ERSTE HILFE bei besonderen Stimmungs- und Erlebnislagen ...

    Eben weil die Bibel ja von so vielen verschiedenen Menschen als Grunderfahrungen oft schon in antiker Zeit notiert wurde, die nämlich jeweils unter den unterschiedlichsten historischen Momentbedingungen ihre jeweilige Ferne oder Nähe zu Gott bekundeten, die ihn lobten oder sich seine durchaus oft "menschlichen" Reaktionen ausmalten und erdichteten - oder sich im Stich gelassen fühlten - die ihn als ihren Viehhirten, ihren An- und Fremdenführer, ihre Eltern, ihren Erzieher, ihren Verflucher, ihren Freund und Bruder individuell jeweils erlebten - eben deshalb ist die Bibel so voll von beherzenswerten Ratschlägen, die man in Häppchen zu vielen Gelegenheiten "durchkauen"/"wiederkäuen" kann (wie Luther meinte, wenn er vom "Ruminieren des Wortes" sprach) - durchaus im Einzelnen ergebnisoffen - ... Ja, diese Passagen wollen oft hin- und hergewälzt und abgewogen werden, wollen "geschmeckt" werden. Und mit diesen Textmeditationen kann man Geschmack an ihnen finden, bei dem man "innerlich fühlt", wann der jeweilige individuelle Fingerzeig und Grund gefunden und erkannt ist ... 

    Für mich ist die Bibel nicht das "Wort Gottes". Sie ist eben nicht vom Himmel gefallen - sondern sie ist von Menschen notiert und zusammengestellt worden - vielleicht geleitet von innerer Führung und Frömmigkeit, von spiritueller Inspiration - oft genug aber auch im Fluch und in der Einsamkeit und in der Wut und Verlassenheit - eben ganz menschlich - diese Bibel und ihr Wort ...
    • Hiervon handelt auch dieser Impuls von "update seele", den ich hier wieder geben möchte: ...
    Foto: S!NEDi - Eine kleine Auswahl aus meinem "Medizin-Schrank" ...;-)




    Einmal täglich

    Eine neue Bibelgruppe hat sich gebildet. Die Teilnehmer erzählen sich beim Vorstellen, ob sie eine bestimmte Bibelübersetzung besonders gerne mögen. Die meisten haben die Einheitsübersetzung mitgebracht, ein jüngerer Mann den „Fridolin Stier“ und eine Studentin die „Jerusalemer Bibel“. Er blättere auch gerne einmal in seiner griechischen Bibel, sagt ein Theologe, „möglichst nah am Urtext“, bevor eine evangelische Teilnehmerin ihre Luther-Übersetzung zeigt. Die letzte in der Runde ist eine Witwe um die 60, die von ihren fünf Kindern erzählt und von dem Handwerksbetrieb ihres Mannes, den sie weiterführt. Sie höre zum ersten Mal etwas von unterschiedlichen Bibelübersetzungen, sagt sie etwas verlegen. „Eigentlich kenne ich nur eine einzige Übersetzung“, erklärt sie, „die ins Leben.“ 

    Die Jahrtausende alte Heilige Schrift in die Gegenwart, in mein eigenes Leben übersetzen? Aber ja! Wozu sonst hätten die Autoren ihre Glaubens-, Gottes- und Gebetserfahrungen aufgeschrieben? Warum sonst sollte die Bibel das weltweit meistgedruckte Buch sein, wenn nicht deshalb, weil diese Worte uns Heutige angehen!

    Aber wo und wie anfangen auf diesen 1600 Seiten? Wie oft verspüren wir eine Hürde, Fremdheit und Widerstand beim Lesen vor allem des Alten Testaments. Wichtig ist wohl, nicht gleich das ganze Fass trinken zu wollen. Kleine Schlückchen sind bekömmlicher, zum Beispiel erst einmal die Geschichte des jungen Samuel im Ersten Testament oder das Lukas-Evangelium. Oder die Psalmen 23 oder 139. Das Lesen und Wirkenlassen der Bibelverse braucht eine gewisse Übung, es braucht eine entsprechende Haltung und auch Kontinuität und Geduld, wie auch der Dichter Paul Roth ermutigend schreibt:

    „Einmal am Tag da sollst du ein Wort in deine Hände nehmen, ein Wort der Schrift. Sei vorsichtig, es ist so schnell erdrückt und umgeformt, damit es passt. Versuch nicht hastig, es zu ‚melken‘, zu erpressen, damit es Frömmigkeit absondert. Sei einfach einmal still. Das Schweigen, Hören, Staunen ist bereits Gebet und Anfang aller Wissenschaft und Liebe. Betaste das Wort von allen Seiten, dann halt es in die Sonne und leg es an dein Ohr wie eine Muschel. Steck es für einen Tag wie einen Schlüssel in die Tasche, wie einen Schlüssel zu dir selbst.“

    Ein Bibelwort wie ein Schlüssel? – Ich selber lese gerne einen Bibeltext, den die Kirche als „Text vom Tag“ festgelegt hat, sozusagen rückwirkend noch einmal am Abend. Fast immer treffe ich dann auf einen neuralgischen Punkt meines gelebten Tages, so, als habe die Bibel dieses Wort den ganzen Tag lang für mich aufbewahrt, wie einen Schlüssel. Mag sich eine menschliche Begegnung in einem der Verse spiegeln oder eine innere (Auf-)Regung, eine Freude, eine Sehnsucht, oft auch Ärger, Angst, Schuld oder meine Ohnmacht und Wut angesichts von Terror, Hass und Gewalt in der Welt ... Durch diese Spiegelung übersetzen sich uralte Glaubenserfahrungen in meinen 21. Januar 2015, und ich kann damit mein eigenes Leben und die Welt vor Gott bringen – dankend, bittend, klagend und lernend.

    Wo keine Bibel zur Hand ist, z.B. in einem Wartezimmer oder in der S-Bahn, kann man sich einen kleinen Vorrat gut ‚kaubarer‘ Worte anlegen, Worte, die lange genug ‚durchspeichelt‘ werden wollen, damit sie immer mehr ins Innere des Menschen fallen können. Hier ein paar Beispiele zum stillen Wiederholen und ‚Kauen‘:
    • „Du bist bei mir.“ (Psalm 23) 
    • „Fürchte dich nicht.“ (Jesaja 43,1) 
    • „Verleih mir ein hörendes Herz.“ (1 Könige 3,9) 
    • „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen / mein Herz.“ (Brief an die Römer 5,5) 
    • „Ich will aufbrechen …“ (Lukas-Evangelium 15,18) 
    • „Ich möchte wieder sehen können.“ (Markus-Evangelium 10,51 
    • „Mein Herr und mein Gott.“ (Johannes-Evanglium 20,28)

    Im Internet gibt es eine ganze Reihe von Bibel-Servern ...
    jeweils mit verschiedenen Übersetzungen - Hier z.B.
    bibleserver.com in verschiedenen Sprachen ...
    Mit solch einem Wort in der Tasche bzw. im Herzen lässt es sich gut in den Tag oder in eine Aufgabe gehen. Manches schwierige Vorhaben kann mit Hilfe eines biblischen Wortes schon im voraus einen anderen Untergrund bekommen, weil Gott mitgeht als der „Ich-bin-da“.

    Empfohlene Dosierung: Einmal täglich ein Wort. (Neben-)Wirkungen sind zu erwarten, wenn auch manche Wörter schlummern, bis ihre Zeit gekommen ist.

    Herzlich grüßt Sie
    Marlies Fricke | "update seele".de - 21. Januar 2015


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    Die Bibel kennt Gott und die Welt, sie kann reden und schweigen, lachen, weinen und trösten. - Wie in einer Liebeserklärung beschreibt Egbert Ballhorn, Bibelwissenschaftler an der Uni Dortmund, seine Beziehung zur Bibel. Diese Liebe schließt Leid und Fragen nicht aus, aber sie ist bleibend:

    Die Bibel -
    Sie ist, wie sie ist!

    Manchmal schweigt sie tagelang, und plötzlich kommt ein Satz, der mich trifft. Hat sie dabei zu mir hingeschaut? Wie oft setzt sie ihren eigenen Kopf durch! Sie ist so eigensinnig, aber voller Charme. Wenn sie lacht, steht die Zeit still. Und wenn sie weint, zerreißt es mir das Herz. Aber sie kann auch trösten, mit einer feinen Geste, mit wenigen Worten. 

    Sie hat ein Gesicht, das man so schnell nicht vergisst. Die vielen Falten erzählen ihre Geschichte. Mag sie auch alt sein, sie denkt modern. Sie hat keine Lust, sich beeinflussen zu lassen. Sie kennt Gott und die Welt. Wie ein Wasserfall kann sie reden. Nicht immer mag sie zuhören. Manchmal will sie nur, dass ich bei ihr bleibe. Dann brauche ich viel Geduld und Zeit. Besonders, wenn sie nur in der Vergangenheit kramt. Aber sie hat auch Geduld mit mir – und immer Zeit.Mein ganzes Leben kennen wir uns schon. Doch wenn sie zornig wird, dann möchte ich nicht schuld sein, in diesem Zornesregen stehen. Und gerade dafür liebe ich sie: dass sie so verletzlich ist, empfindlich für alles Leid der Welt. Und dass sie diesen unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn hat. Selten antwortet sie, wenn ich sie frage. Das irritiert mich oft. Aber irgendwie schafft sie es immer, auf das zurückzukommen, was mir wichtig ist. Sie ist eine ganz besondere!

    Egbert Ballhorn (Linzer Bibelsaat Nr. 100/April 2007)




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    Seit einigen Tagen gebe ich unentwegt beim "google"-Suchdienst "Khaled Idris Bahray - News" ein - aber das Ergebnis heißt dann: "Ungefähr 24.500 Ergebnisse (0,34 Sekunden)" - und das sind zumeist diesbezügliche Meldungen von vor 3 - 4 Tagen ...

    Und dabei erwarte ich schon allmählich irgendwelche Festnahmen, Verhöre - ja - auch Aktivitäten in diesem gewaltsamen Todesfall - die publik gemacht werden könnten: Vielleicht auch Phantom-Fahndungsbilder - Spuren-, Zeugensuche - oder irgend etwas an Aktivität statt Lethargie:

    Stattdessen schreibt ein ominöser "nogocolognevor" unter das von mir (Sinedi Ralentir) bei YouTube hochgeladene Tagesthemen-Video zum Tod von Khaled:

    "Diese Botschaft ist in Leipzig im Umlauf: Der Mörder des Asylanten aus Eritrea war ein Tunesier aus dem Drogendealer-Milieu der Asylanten! Sächsische Kriminalpolizei bekam Pressesperre verhängt!"

    Natürlich sind das alles Spekulationen und Vertellekens und Propaganda: Aber eine eindeutigere Verlautbarungs-Strategie der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft in Dresden würden solche Spekulationen doch nicht so weit ins Kraut schießen lassen ...

    Na - wie ist das mit der "Sparflamme" bei solcherart Todesfälle im Asylantenmilieu - und all den Fensterreden unmittelbar nach den NSU-Morden - wobei in den mir kolportierten Verhandlungssequenzen mit Frau Zschäpe ein Gähnen  - zumindest ihrerseits - aber auch meinerseits nicht unbedingt zu unterdrücken wäre ...

    Rechtsstaat hin oder her - manchmal kommt er mir wie eine grinsende Fratze vor ... - die einfach vor sich hin "aussitzt" - und eigentlich "Wichtigeres" zu tun hat ... 

    S!NEDi - 

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    S!NEDi:  Nee - in echt jetzt ...: Die ewige Geburt ...


    Eine S!NNTAGS-MEDITATION - 5 Tage nach Epiphanias

    »Wo ist, der geboren ist als König der Juden?« – Höret nun, wie diese Geburt vor sich geht:
    Meister Eckhart: S!NEDi|fantasy
    Die ewige Geburt bringt allewege großes Licht in die Seele, denn es ist die Art des Guten, dass es sich ergießen muss, wo immer es ist. In dieser Geburt ergießt sich Gott mit solchem Licht in die Seele, dass das Licht so groß wird im Wesen und im Grunde der Seele, dass es sich hinausschleudert und in die Kräfte und auch in den äußern Menschen überfließt. Dieses Lichtes wird der Mensch wohl gewahr. Stets wenn er sich zu Gott kehrt, gleißt und glänzt in ihm ein Licht und gibt ihm zu erkennen, was er tun und lassen soll, und viel gute Lehre, wovon er vorher nichts wusste und verstand. »Woher weißt du das?« Merk auf. Dein Herz wird mächtig angefasst und von der Welt abgekehrt. Wie anders könnte das geschehen als durch diese Erleuchtung? Die ist so zart und wonnig, dass dich alles verdrießt, was nicht Gott oder göttlich ist. Sankt Augustin sagt: Es gibt viele, die Licht und Wahrheit gesucht haben, aber nur immer draußen, wo sie nicht war. Und dann sind sie zuletzt so weit abgekommen, dass sie nimmermehr heim und nicht mehr hineinkommen. Wer also Licht finden will und Unterscheidung aller Wahrheit, der warte auf diese Geburt in sich und im Innern und nehme ihrer wahr: so werden alle Kräfte und der äußere Mensch erleuchtet. 
    Wir begehen das Fest von der ewigen Geburt, die Gott der Vater geboren hat und ohne Unterlass in der Ewigkeit gebiert, während dieselbe Geburt jetzt in der Zeit und in der Menschennatur sich ereignet.
    Der heilige Augustin sagt, diese Geburt geschehe immer. So sie aber nicht in mir geschieht, was hilft es mir dann? Denn dass sie in mir geschehe, daran liegt alles.
     
    Meister Eckhart - Auszüge aus zwei Predigten  


    Wir regen uns ja immer auf, wenn bereits im August/September - also in gut 7/8 Monaten - die ersten Weihnachtsstollen wieder beim ALDI erblickt werden: Aber eigentlich ist es nach den Meditationen des Meister Eckhart nur konsequent - und sie müssten demnach das ganze Jahr in den Regalen angeboten werden - das ganze Jahr - das ganze Leben: eine einzige Weihnachtsfeier mit Ostern und Pfingsten durchsetzt, um im Kreislauf zu bleiben: Die ewige Weihnacht ist ein immerwährender Prozess der Erneuerung in uns und in der Welt und im All durch die Schöpfung: Es ist nicht Alles bereits vor vielen Hundert Jahren abgeschlossen - und die Schöpfung am 6. Tag vollbracht gewesen, um am 7. Tag dann für immer auszuruhen - und endgültig geschehen und gebongt gewesen: Es ist ein immerwährender Prozess der Neu-Schöpfungen - der Erschöpfungen - der Geburten in mir und außerhalb - Sekunde um Sekunde... : Wie das Ziehen der Wolken: ein Werden und Brodeln und Dahinfahren, ein Zerfließen, ein Neu-Entstehen bis in alle Ewigkeit ... - nie endgültig abgeschlossen und besiegelt ...: Ein Kommen und Gehen: um Wiederzukommen - anders - in anderer Gestalt und ohne Erinnerung - aber mit viel reflexiven Wissen - oder "eingehauchtem Odem" - und mit viel Eigen-Neugier: 
    Nie werden zwei Wolken genau gleich sein - und doch: sie "wissen" um ihre Aufgabe - nie werden zwei Leben genau gleich sein - und doch - immer wieder neu: LEBEN ...


    S!NEDi: 2 Photo-/bzw. Photographiken als Ausgangsbasis für das Bild oben ...



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    In eigener Sache: Okay - die eklatanten Ermittlungspannen direkt nach Bekanntwerden des Mordes an Khaled Idris Bahrey (20) aus Eritrea, bei gleichzeitig am Mordtag noch durchgeführten fremdenfeindlichen PEGIDA-Abendspaziergängen in Dresden - das Hitlerbärtchen-Bild des nun zurückgetretenen PEGIDA-Chefs, die verwirrenden Ermittlungen danach ("kein Mitbewohner mehr unter Verdacht"... - dann: doch Mitbewohner als Täter ...), die Demos und Gegendemos, die Absagen des letzten Spaziergangs wegen Anschlagsdrohungen - die LEGIDA-Eskalationen - eben dieses ganze Für und Wider schafften auch hier bei mir eine Gemengelage, die mich dazu veranlassten, in diesem Blog mehrmals von diesem Mord und den Ermittlungen zu berichten - und in meinem YouTube-Kanal ein Video dazu aus den Tagesthemen hochzuladen ... 
    Der Mord an einen so jungen Mann - der hier sein Glück suchte aber nur unzureichende und unwirtliche Unterkunft, Drogenmilieu und zum größten Teil massive Abweisung durch die "Gastgeber"-Bevölkerung fand, macht mich in jedem Fall weiterhin betroffen - auch nun nach der so "billigen" Aufklärung der Todesumstände ... 
    Da sehr abwertende Kommentare zu dem YouTube-Video, besonders jetzt nach der formalen Aufklärung des Falles, abgegeben wurden - und ich allen Grund habe, zu vermuten, dass heute Nacht auch ein diesbezüglicher Blogbeitrag hier "gehackt" wurde und mit eigenartigen Zusätzen versehen wurde - habe ich alle Beiträge zum Thema - außer diesem hier - nun gelöscht, um wirren Leuten hier kein Forum zu bieten, ihre "klammheimliche" Freude über die Richtung dieser "Aufklärung" des Mordes zu bieten ...  
    Die nun von der Staatsanwaltschaft Dresden vorgelegten und veröffentlichten Tatfakten sind formal sicherlich kaum anzuzweifeln - in einer solch aufgeladenen sensiblen Atmosphäre hoffentlich schon gar nicht - aber die eigentlichen Gründe dafür, die zu einer solchen Tat letztlich geführt haben, sind noch lange nicht mit dem Geständnis des Mitbewohners "aufgeklärt" - und dagegen sehe ich im Großen und Ganzen auch wenig Initiativen für eine vernünftige Prophylaxe gegen solche tödlichen Schicksale ...: das Ertrinken im Mittelmeer und die hier lauernde Drogeneskalation - bei einem Sozialarbeiter für mehrere 100 Asylbewerber als Integrations- und Traumaberater (Fluchterlebnisse und Kulturschock) - das ist das, was €uropa und auch Deutschland mit Mühe und Not diesen "ach so benötigten" blutjungen Menschen an "Zukunft" bis jetzt anbietet ... - meint S!NEDi ...

    Khaled Idris Bahrey (20): alleingelassen und unter ganz miesen Umständen, für die wir hier letztlich Verantwortung tragen, ermordet ...

    Toter Flüchtling in Dresden
    Haftbefehl gegen Mitbewohner von Khaled Idris Bahray erlassen

    Der Tod von Khaled Idris Bahray ist offenbar aufgeklärt: Gegen einen Mitbewohner des Asylbewerbers aus Dresden wurde Haftbefehl erlassen. Er soll gestanden haben, für den Tod des 20-Jährigen verantwortlich zu sein.

    Dresden - Der gewaltsame Tod eines Asylbewerbers in Dresden ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft aufgeklärt. Gegen einen Mitbewohner und Landsmann des 20-Jährigen aus Eritrea sei Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden, sagte Behördensprecher Jan Hille am Donnerstag. Laut Hille handelt es sich um einen 26-Jährigen.

    Der Verdächtige legte demnach ein Geständnis ab. DNA-Spuren auf der mutmaßlichen Tatwaffe hatten zu dem Mann geführt. Wie SPIEGEL ONLINE aus Ermittlerkreisen erfuhr, wurden bei der Obduktion des Toten erhebliche Spuren von Drogen im Blut gefunden.

    Die Leiche des Flüchtlings war am 13. Januar morgens vor einem Hintereingang einer Plattenbausiedlung im Stadtteil Leubnitz-Neuostra gefunden worden. Dort lebte er zusammen mit sieben anderen Eritreern in einer Wohnung. Laut Staatsanwaltschaft starb Khaled Idris Bahray durch Messerstiche in Hals und Brust.

    Zunächst hatte die Polizei keine Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung gesehen. Nach der Obduktion wurde die Mordkommission auf 25 Beamte aufgestockt.

    Die Ermittler gehen nun davon aus, dass der Fundort der Leiche auch der Tatort war. Demnach war zwischen den beiden Männern vor dem Hintereingang ein Streit über die Haushaltsführung in der Wohngemeinschaft ausgebrochen, der dann eskalierte.

    Nach der Tat war bekannt geworden, dass Unbekannte zuvor Hakenkreuze an die Wohnungstür geschmiert hatten. Die Arbeiterwohlfahrt, die die Männer betreute, berichtete zudem von Tritten gegen die Tür. Auch deshalb spekulierten viele, dass Rechtsextreme für den Tod von Khaled Idris Bahray verantwortlich sein könnten. Mitbewohner des Mannes aus Eritrea, aber auch andere Asylbewerber und -helfer hatten zudem berichtet, dass in Dresden Drohungen gegen Flüchtlinge zugenommen hätten.

    Zuletzt hatten sich die Mitbewohner mit einem Brief an Stadt, Politik, Polizei und Bürger gewandt. "Wir brauchen schnelle Hilfe", hieß es in ihrem Schreiben. Täglich habe man mit Anfeindungen, Aggressionen und tätlichen Angriffen zu tun.

    Am vergangenen Samstag hatte ein Demonstrationszug in der Dresdner Innenstadt auf den Tod von Khaled Idris Bahray aufmerksam gemacht. Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer sagte am Donnerstag, die "Spontan-Demonstrationen" zeigten, "welche Stereotype und Vorurteile es gegenüber Ostdeutschen gibt".

    bim/stw/dpa/AFP|SPIEGEL-ONLINE

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    aufgewühlt ...


    Michel Houellebecq:
    Ohne Religion ist das Leben ein Trauerspiel ...

    Michel Houellebecq hat es mit dem Katholizismus versucht. Und mit dem Buddhismus. Bei letzterem habe er sich "furchtbar gelangweilt", sagt der Autor von "Unterwerfung". Ein Gespräch über Religion - ...

    Auszug eines Interviews von Alex Rühle, Köln | sueddeusche.de
















    Sind Sie denn selbst gläubig?

    Nein, das ist ja das Tragische. Ich versuche es immer wieder. Seit ich 13 bin, denke ich, das Universum ist so unfassbar - es kann doch nicht sein, dass das alles einfach so da ist. Aber es gelingt mir trotzdem nicht, zu glauben.

    Und warum braucht der Mensch die Religion? Zur Absicherung der eigenen Werte?

    Ja. Das Leben ist ohne Religion einfach so über alle Maßen traurig.

    Bei Ihren Versuchen, wollten Sie da zum Katholizismus konvertieren?

    Stimmt, aber es hat nicht geklappt.


    Haben Sie es auch noch mit einer anderen Religion versucht?

    Buddhismus. Da saß ich rum, starrte die Wand an und habe mich furchtbar gelangweilt.

    Ihr Held François konvertiert ja auch. Allerdings zum Islam.

    Ursprünglich wollte ich, dass er Katholik wird. Aber ich habe mehrfach versucht, die Szene zu schreiben, und es fühlte sich immer falsch an. Da kam mir die Idee mit dem Islam.

    Stimmt es, dass Ihre Mutter, als sie Sie als kleines Kind weggegeben hat, zum Islam konvertiert ist?

    Ach die. Die ist alle paar Jahre irgendwo andershin konvertiert.

    Und wo ist sie mittlerweile angekommen?

    Bei den Russisch-Orthodoxen.

    Ihre Mutter hat ein Buch über Sie geschrieben, in dem sie Sie übel beschimpft hat.

    Pfffffff.

    Okay, zurück zum Buch. War der Konfessionswechsel Ihres Helden die Grundidee?

    Nein. Ich habe angefangen mit François, der ja jetzt im Buch Professor ist. Anfangs war er Student und las den ganzen Tag den Autor Joris Karl Huysmans.

    Das tut er als Professor auch. Was hat Sie so an Huysmans fasziniert?

    Ich war sehr unglücklich und einsam als Student. Wenn ich damals schon Huysmans' Bücher gekannt hätte, wär es mir ganz bestimmt besser gegangen.

    Warum denn das?

    Weil er so über die Maßen angeekelt ist von der Welt.

    Und das soll einem helfen, durchs Studium zu kommen?

    Ja, weil es wahnsinnig komisch ist. Er übertreibt so dermaßen, egal ob er jetzt Käse beschreibt, einen Pfarrer oder eine Straße. Das sind so intensive Beschreibungen des Abscheus, dass daraus plötzlich beim Lesen eine irrsinnig intensive Lebensfreude kommt.

    Sie sind schon echt bizarr.

    Überhaupt nicht. André Breton hat das ganz genauso empfunden. Probieren Sie es aus, es ist wirklich ein Heidenspaß.

    Huysmans stand also am Anfang Ihres Romans?

    Ja. Der war anfangs totaler Nihilist und Décadent und wurde später Katholik. Das wollte ich mit einem Helden unserer Tage probieren. Dann kam die Liebesgeschichte dazu. Zu dem Zeitpunkt merkte ich, dass um mich herum die Juden das Land verließen. Also habe ich aus der Geliebten eine Jüdin namens Myriam gemacht, die zusammen mit ihrer Familie nach Israel auswandert.

    Im letzten Jahre sind 7000 Juden nach Israel gegangen.

    Ja. Der Wahnsinn. Wenn die Juden Frankreich verlassen, können wir den Laden eh zumachen.

    Warum wird François denn dann später Moslem?

    Weil der Islam gerade enormen Aufwind in Europa hat. Und weil ich überzeugt bin, dass im Grunde nur Zivilisationen überleben können, die auf einer Religion fußen.

    2002 brachten muslimische Verbände Sie vor Gericht, weil Sie den Islam als "gefährlich" und als "dümmste aller Religionen" bezeichnet hatten. Dem Richter haben Sie erklärt, Sie hassen oder verachten weder die Muslime noch die Araber, sondern nur ihre "dumme Religion". Es würden zwar alle monotheistischen Religionen eher Hass als Liebe predigen und die Bibel sei "voller Passagen, die so langweilig sind, dass man kotzen könnte", aber wenigstens sei in einigen biblischen Texten Poesie zu finden, im Gegensatz zum Koran. Würden Sie das heute auch noch sagen?

    Überhaupt nicht. Ich habe mittlerweile den Koran gelesen, hat mir gut gefallen.

    Im Buch sagen Sie, Transzendenz sei "ein selektiver Fortpflanzungsvorteil". Wie meinen Sie das?

    Wer gläubig ist, bekommt mehr Kinder. Und die Mehrheit setzt irgendwann ihre Werte und Vorstellungen durch.

    Aber reden Sie da nicht einem rechtspopulistischen Biologismus das Wort?

    Nö.




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    Malerei und Fotografie in den Arbeiten Jörg Sasses

    9994, 2001 | 120 x 200 cm | 47.2 x 78.7 inch - Detail - Kategorien:  Berge    Grün    Pflanze    Rot    Struktur    Wasser
    Ein Stück 'Wirklichkeit' oder 'Außen' haftet allen Fotos an und zwingt ihre Erzeuger wie auch ihre Betrachter in eine gewisse Distanz. Genau diese Entfernung entzieht sie der Kontrolle und unterscheidet sie von Bildern, wie sie die Malerei hervorzubringen vermag. Die Arbeiten Sasses sind keine Fotografien. Ihnen haftet dennoch etwas von Fotografien an und sie bestimmen ihre Entstehung mit. Schnappschüsse werden mittels digitaler Bildbearbeitung in ein anderes Medium überführt und mit diesem gelingt die Verwandlung in 'Malerei'. 9994, 2001 (120 x 200 cm) Dabei geht die Kontrolle über das entstehende Bild wieder an die Hand zurück. Analog zur Hand des Malers, die den Pinsel führt, führt sie nun die Maus. Ihre Herstellung verdanken sie einer Umkehrbewegung: statt eine weiße Leinwand zu füllen, wird ein aus fremdem Kontext entnommenes Foto durch Wegnahme und Veränderung des Vorhandenen in ein Bild verwandelt. Das als 'Wirklichkeit' Festgehaltene des Fotos wird zum Material, aus dem die Wirklichkeit des Bildes entsteht. 

    Das Ergebnis ist den Bildern, die Malerei erzeugen kann, nahe. Dennoch ist es nicht Malerei mit anderen Mitteln. Es hat sich etwas von dem eingeschlichen, was das Foto von allen anderen Bildmedien unterscheidet und sich auch in seinen Derivaten Film, Fernsehen, Video und Internet erhalten hat. Es sind kontrollierte Bilder, denen das Herausfallen aus der Kontrolle anzusehen ist. Damit haben diese Bilder die Tendenz, 'Wirklichkeit' zu transportieren: als das Unvorhersehbare, Zufällige, das sich manchmal spät erst und überraschend äußert. Beim Foto nehmen immer zwei wahr. Der Fotograf, der bemüht ist den Ausschnitt und damit das Bild zu kontrollieren, und die gleichgültige Mechanik der ablichtenden Kamera, durch die sich ein Stück Unkontrolliertes auf das Bild zeichnet. Nicht nur die Amateurfotografien zeigen Dinge, die unbemerkt im breiten Strom des Wahrgenommenen mitschwimmen. Nach Benjamin erfahren wir durch sie vom Optisch-Unbewußten. Es ist klar, was das ist: ein unkontrolliert Wahrgenommenes, das im Foto zu einem Wahrgenommen wird, das sich unserer ordnenden Kontrolle entzieht. Daher kann es neugierig machen, befremden, beunruhigen, überraschen.

    Mit Sasses medialen Transformationen wird aus dem Multiplen und Wiederholbaren, das dem Amateurfoto eignet, das Unwiederholbare, Einzigartige, das ein Bild definiert wie es die Malerei anstrebt. Doch ist die Umkehrung tiefer, denn sie verwandelt das vermeindlich als 'wirklich' festgehaltene und sich als utopische Konvention entpuppende 'Augenblicksbild' zum Einblick in die verstellte 'Wirklichkeit' unserer Zeit, in die Unzugänglichkeit von 'Wirklichkeit'. Das kennzeichnet auch die Umkehrung oder wechselseitige Durchdringung von Malerei und Fotografie in Sasses Arbeit am Bild. Der festgehaltene Augenblick wird zum dauernd Flüchtigen gewandelt. Um das zu zeigen, bedarf es der Schönheit. Es ist die Glätte der bildnerischen Lösung, die uns verführt, diese Bilder zu genießen, die aber darum nicht davor bewahrt, das Verschwinden des 'Wirklichen' als deren eigentliches Thema zu bemerken. Es sind dies aufdeckende Kräfte, die seine Bilder denen der Fotografie ähnlich machen. Doch ist die Art des Aufdeckens verschieden. Die Malerei deckt auf, um ein Ganzes oder die Totalität zu zeigen, die Fotografie deckt auf, um mit der Herauslösung aus der Totalität der Dissoziation ansichtig zu werden. Die wechselseitige Durchdringung der Medien gibt Einblicke in unser Verhältnis zur Welt. Dabei zeigt sich in Sasses Arbeiten die Aporie des fotografischen Bildes mit den Mitteln der Malerei als Aporie unseres Verhältnisses zur 'Wirklichkeit', die wir seit langem schon vor allem durch Bilder wahrnehmen.

    Thomas A. Lange, 2002 - 


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    Jörg Sasse | bearbeiteter Ausschnitt aus: WIKIPEDIA | Hochgeladen von Hpschaefer


    Jörg Sasse(* 1962 in Bad Salzuflen) ist ein deutscher Fotograf und bildender Künstler. Er gilt als Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule.

    Er lebt und arbeitet in Brandenburg. Sasse studierte als Meisterschüler bei Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf. Dort hatte er von 1988 bis 1989 einen Lehrauftrag. Anschließend folgten diverse Projekte und Vorträge an verschiedenen Hochschulen. Ab 2003 war Sasse Professor für Dokumentarfotografie an der Universität Duisburg-Essen (heute Folkwang Universität der Künste), die er auf eigenen Wunsch nach fünf Jahren Lehrtätigkeit wieder verließ.

    Jörg Sasse ist im traditionellen Sinne kein Fotograf. Fotografien Anderer aus sehr unterschiedlichen und zufälligen Quellen wie Fotoalben (Aufkauf von Nachlässen) und Flohmärkten dienen ihm als Vorlagen, die als Grundlage für neue Bilder dienen. Diesen Prozess des Collagierens und Veränderns betreibt Sasse am Computer. Jörg Sasse verändert eine Vielzahl der vorgefundenen Elemente der Fotografien: Ausschnitt, Perspektive, Farbe, Schärfe usw. Es entstehen Bilder, deren Ursprung oft nicht mehr erkennbar ist. Sie präsentieren eine perfekte neue Realität, die aber Sprünge besitzt. In seinem Spiel mit der Wirklichkeit bzw. der fotografisch dargestellten Realität gelingt es Sasse, dass für die Betrachter bei genauerem Hinsehen Irritationen entstehen, die aus Widersprüchen zwischen Alltagserfahrung und -wahrnehmung herrühren (z. B. in dem er die Zentralperspektive scheinbar aufhebt). Die Bildtitel generiert Sasse in der Regel als vierstellige Zahlenkombinationen, so dass Verweise auf die Gegenstände der verwendeten Fotografie ebenso fehlen wie auf einen intendierten neuen Gegenstand.

    Sasse beschäftigt sich in seiner fotografischen Arbeit mit dem Alltag, der Alltagskultur, die in den Werken von Amateurfotografen abgebildet ist. Ausgangspunkte waren der frühe Beginn einer Sammlung von Amateurfotografien, sowie die seit den 1980er Jahren selbstfotografierten alltäglichen Inneneinrichtungen, entsprechende Details und Schaufenster. Angesichts der Möglichkeiten der Computertechnik konzentrierte er sich seit ca. 1990 schließlich zunehmend auf das Bearbeiten fremder Fotografien, 1993 veröffentlichte er sein erstes auf diese Weise entstandenes Bild, ein sogenanntes „Tableau“.

    2004 stellte er erstmals seine „Skizzen“ vor, digital bearbeitete Aufnahmen in kleineren Formaten. Die aus Skizzen entstehenden Arbeiten bezeichnet er als „Tableaus“, sie bilden seit den 1990ern den Schwerpunkt seines Werkes. Es handelt sich um großformatige Bilder, die teilweise stark verfremdet sind und sich von der Auseinandersetzung mit dem Alltag entfernen (siehe hierzu das Plakat auf dem Porträt Sasses, das einen Ausschnitt aus einem seiner Tableaus wiedergibt). Sie zeichnen sich aus durch eine Art malerische Komponente.

    Sasses 2008 erstmals im Musée National d’Art Moderne in Paris ausgestellte Arbeit Speicher I ist eine 3-dimensionale Skulptur, die 512 Bilder beinhaltet. Die Arbeit ist die Analogisierung einer komplexen digitalen Datenbank, die es ermöglicht, zu 56 unterschiedlichen Kategorien die verschiedenartigsten Hängewände zu erzeugen. Die Arbeit ist seit 2010 im Kunstmuseum Bonn in einem eigenen Raum zu sehen.

    Der Speicher II, der das erste Mal in Essen im Rahmen der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas gezeigt wurde, umfasst ebenfalls 512 Bilder. Das Ausgangsmaterial für den Speicher II stammt jedoch gänzlich aus dem Ruhrgebiet aus den Jahren zwischen Mitte der 1950er Jahre bis 2009.

    Neben den „Tableaus“ entsteht seit dem Jahr 2009 die Serie der „Lost Memories“, deren fotografischer Ursprung nicht sofort ersichtlich ist. Wie auch bei den „Tableaus“ werden hier bei der Bearbeitung am Computer alle Entscheidungen zum Bild im Prozess getroffen. Die oftmals in anderen Arbeiten erzeugte Erinnerung an etwas zuvor Gesehenes wird bei den „Lost Memories“ überführt in den Spannungsraum zwischen der Wahrnehmung fotografischer Farbräume und die mit organischen Strukturen verbundenen Assoziationen. WIKIPEDIA

    zu den hier erwähnten aber nicht abgebildeten Arbeiten  siehe Homepage von Jörg Sasse

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    Also: Haargenau die gleiche Photographier- und Bearbeitungs-Philosophie wie im Aufsatz oben von Thomas A. Lange über die Arbeiten Jörg Sasses geschildert, vertrete ich bei meinen Arbeiten hier in diesem Blog, soweit die Themen oder die im Netz "gefundenen" Photo-Vorlagen oder die eigenen Knipsereien das zulassen ...
    Ich male mit photographischen Elementen - und es entsteht immer ein eigenständiges Werk, das ich auch nicht genau vorherplane, sondern dass sich allmählich im Prozess mit den verschiedenen Photoshop-/u.a. Bearbeitungsfiltern ergibt - und aus meiner jeweiligen Sichtweise je nach Stimmung ...
    Hier nun 5 einschlägige Arbeiten von S!NEDi in einer kleinen Extra-Photo-Gallery - sozusagen nach "Sasse-Art" - (natürlich muss ich noch üben...):


    S!NEDi | glubsch  | von 2009

    S!NEDi | rote frau mit hund | von 2015

    S!NEDi | heimatkunde | von 2011
    S!NEDi | red house | von 2015

    S!NEDi | heimatkunde ii | von 2011





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    S!NEDi | man muss das auch mal so sehen ... | von heute


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    Photos wie gemalt
    S!NEDi 2015

    Zum Nebel-Schnee-Sonntag ein kostenloser Gallery-Besuch in 6,5 Minuten ... 43 Arbeiten - angelehnt an den Werkstil von Jörg Sasse - zu der wunderschönen Musik von G.F. Händel "Sarabande", gesungen von Sonja Youcheva ...



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    S!NEDi | wohnanlage jung & alt - "inklusion = zugewinn" - achten sie auf die video-überwachungskamera - ganz rechts an der backsteinwand - vollkommene sicherheit für jedermann ist unser oberstes ziel ...



















    Da werfe ich halt Angelschnüre
    in die Weite - knapp über den Wassern
    mal sehen - wo sie eintauchen -
    und Blasen werfen ...

    In dieser Wohnanlage "De Zwarte St. Piet" 
    Im niederländischen Oud-Voorschloot - 

    Ganz nahe der deutsch-niederländischen Grenze - 
    Habe ich mich zunächst erst einmal vormerken lassen - 

    Falls für mich mal über kurz oder lang - jong & oud
    Ein Pflegeplatz rund um die Uhr 

    In Frage kommen sollte - bzw. benötigt wird ...

    In dieser individuellen Wohnanlage für Senioren 
    Sind philippinische, thailändische 

    Und polnische Pflegekräfte zu Genüge rund um die Uhr 
    Mit garantiert bundesdeutschen Tarifverträgen -  

    Nach Meinung des Betreibers - in ausreichender Zahl  - vorhanden ...

    Und ich finde dort - so wurde mir verbindlich zugesichert - 
    Ein komfortables und lebendiges Haus für ein allseits erfülltes Leben im Alter. 

    Hier wohne ich in direkter Nachbarschaft mit (niederländischen) 
    Historischen Denkmälern aus der niederländischen Geschichte ...  - 

    Aber lassen wir doch das Betreuungs-Institut aus ihrem
    Informativen Flyer direkt zu uns sprechen ...:

    In nur sieben Minuten von unserem Standort aus erreichen Sie 
    Mit dem Bus oder dem Taxi die Innenstadt, mit dem Theater, 

    Die Hochschule - und das veraltete Schloss einer 
    Längst ausgestorbenen Fürstenfamilie ... 

    Der niederländische grenznahe Ort zieht Kulturbegeisterte und Gäste auch aus umliegenden Regionen an ...

    Sie könne also ab und an auch mal Deutsch oder sogar Plattdeutsch sprechen ... - 
    Und so  kommen Sie vom Norm-Russisch der "normalen" deutschen Pflegekräfte endlich einen Schritt weit weg ... 

    Sie wohnen  gut betreut in Ihrer eigenen Wohnung und müssen,
    Wenn Sie einmal auf Hilfe angewiesen sind, 
    Nicht auf eine Pflegestation umziehen. 

    Anders als in anderen Altenheimen versorgt und betreut Sie unser Ambulanter Pflegedienst ... 

    In Ihren "eigenen vier Wänden" - ist das doch einfach nur schööön ...

    In der Seniorenresidenz finden Sie ein umfangreiches Service- und Veranstaltungs-Angebot vor:
    Vom eigenen Bewegungsbad über ein hochwertiges Kulturprogramm 

    Bis hin zur ausgeklügelten Physiotherapie - 
    Da sind kulturell z.B. Gottesdienste aller Konfessionen -

    Auch Muslimisch und Buddhistisch... - 
    Bulli-Transport ... - Kino - Heimkino in den eigenen vier Wänden ...

    Ausflüge je nach Jahreszeit z.B. Ostermarkt - Sommermarkt - 

    Sommer-Ausflug "ohne Koffer" meist zu einem der in der Nähe liegenden Ausflug- oder Badeseen - 
    Herbst- bzw. Vor-Weihnachtsmarkt - Weihnachtsmarkt ... usw. - 

    Je nach dem wie lange Sie dann bei uns sind - mal so - mal so ...

    Sie werden kostenlos bzw. äußerst günstig 
    Zur Teilnahme an Beisetzungen und Beerdigungen Ihrer Angehörigen und Bekannten -

    Aber auch - falls vonnöten - zu Taufen eines Ihrer Enkel und Urenkel gefahren - aber auch gerne auf Wunsch zu Beisetzungen  von 

    "Prominenten", die Ihr Leben begleitet haben...  - auch "Auswärts" ...

    Alles, was Sie zum täglichen Leben brauchen, ist in Ihrer Wohnung 
    Oder nur ein paar Schritte von Ihrer Wohnung entfernt ... 

    Kultureller Mittelpunkt des Hauses ist der großartig gestaltete Festsaal, 
    Der mit seinem hochwertigen Kulturprogramm - mit Konzerten, 

    Theaterabenden, Vorträgen, Kabarett und Ausstellungen auch viele Gäste außerhalb des Hauses anzieht. 
    Zudem bietet diese Seniorenresidenz exklusiv für ihre Bewohner 

    Veranstaltungen wie Gedächtnistraining (!), Stammtische (!), Lesungen(!) oder Bridge (!) an - 
    Leider haben wir zur Zeit für "11-er-raus" keine Fachkraft angeheuert ... - 

    Aber was nicht ist - kann ja noch werden (das Gleiche gilt auch leider für "Schach" ...)

    Ja - und trotzdem - ist das nicht einfach nur alles prima - prima - und das merken Sie lieber Leser ja auch - unmittelbar  ... ???

    ...Von der Wiege bis zur Bahre ... - eben für Jung & Alt - 

    "De Zwarte St. Piet"
      Oud-Voorschloot
      in den Niederen Landen ...

    Und all die bunten Fensterrahmen
    Ganz individuell - ein jeder nach seiner Fasson
    Mal sehen -  das steht dann wohl
    Für das Individuelle in jedem Menschen ...

    Zermalmt - vollständig zerkleinert wie das Mehl
    Zerstäubt in viele aberhunderttausende allerkleinste Partikelchen ...
    Aber nicht - gänzlich vernichtet ... - 
    Herumwabbernd im Wolkendampf  - wie Krankenhauskeime ...
    vergessen Sie nicht - ihre Schutzkleidung
    anzuziehen ...

    S!INEDI



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    aufgedeckt
    Preis der deutschen Zeitungs-Verleger


    Ja - gefährlich ist's über's Moor zu gehen - 
    Karikaturisten hierzulande


    Mit Spannung ist die Verleihung des Karikaturenpreises der deutschen Zeitungen erwartet worden. Jetzt stehen die drei Gewinner fest, und der Hauptpreis hat mit Klaus Stuttmann den Richtigen getroffen.

    Keine drei Wochen nach der versuchten Auslöschung der gesamten Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“, die allein fünf Karikaturisten das Leben kostete, wird einer der wichtigsten deutschen Preise auf dem Feld der deutschen Karikatur vergeben, noch dazu von der Presse selbst - das ist also ungefähr so - als wenn die Deutsche Bischofskonferenz jedes Jahr ihren besten Priester ausloben würde ... ( ...etwa: ...im letzten Jahr war es einer aus dem Bistum Paderborn - also wäre dies Jahr ja wohl mal  wieder Fulda dran ...)
    Die Auftraggeber und Vertragspartner der deutschen Karikatur wählen aus und in ihren Reihen die doch auch irgendwie abhängig beschäftigten Karikaturisten aus  ...

    Zwar muss das ja normalerweise zwangsläufig zu Proporz-Verstrickungen und Interessenkonflikten unter den Verlegern führen, doch dieses Jahr sind dabei doch anscheinend sehr "weise" salomonische Entscheidungen herausgekommen ...
    Die Gewinner-Karikatur von Klaus Stuttmann (c) BDZV


    Ausgezeichnet worden ist Klaus Stuttmann für eine spezielle und in ihrer subtilen mehrdimensionalen Aussage gut getroffenen Karikatur. Sie zeigt Wladimir Putin und Gerhard Schröder in sektlauniger Umarmung, und der ehemalige Bundeskanzler sagt zum russischen Präsidenten: „Obama hat ihn schon, die EU hat ihn schon – ich finde, jetzt bist du mal dran mit dem Friedensnobelpreis.“ 

    Denn der Witz bei Klaus Stuttmanns Arbeiten besteht häufig darin, dass die oberflächliche Pointe eine tiefere Kritik verbirgt, hier ist es die an voreiligen Verleihungen dieser international wichtigsten politischen Auszeichnung, wie sie immer wieder vorkommen. Stuttmann legt seinem Gerhard Schröder eine Äußerung in den Mund, die ein vernichtendes Urteil über den Friedensnobelpreis fällt.

    An dem Wettbewerb um den Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen nahmen diesmal sechzig Zeichner teil. Neben Stuttmann wurden noch zwei weitere Auszeichnungen verliehen. 

    Platz zwei für Martin Erl  (c) BDZV


    Der  zweite Platz ging an Martin Erl, der unter anderen für die „Saarbrücker“ und die „Braunschweiger Zeitung“ zeichnet, für seine Szene eines Billardstoßes, bei dem eine mit A gekennzeichnete Kugel zwei andere mit F und D rammt, so dass eine vierte mit dem Buchstaben P vorangetrieben wird. Das ist denkbar einfach gezeichnet, aber subtil gedacht und ohne Spott gegenüber AfD oder Pegida - Karikatur als gezeichnete Analyse. 

    Auf dem dritten Platz: Thomas Plaßmann  (c) BDZV

    Der dritte Preis ist an Thomas Plaßmann („Frankfurter Rundschau“) vergeben worden. Die prämierte Karikatur zeigt einen hin- und hergerissenen verstörten Fahrgast in der U-Bahn, dessen Nachbarn Zeitungen mit zwei unterschiedlichen Schlagzeilen lesen: „Rentenreform kostet 60 Milliarden“ und „Deutsche für Sterbehilfe“. 

    So hat der Wettbewerb Karikaturen doch auch - wenn auch indirekt - zu den drei heißen Jahres-Themen geführt: zur Ukraine-Krise, zu Pegida und zur Sterbehilfe. Das Massaker von den fünf Karikaturisten in Paris lag diesmal noch jenseits der Ausschreibungsfrist.

    nach einem faz.net-Artikel von ANDREAS PLATTHAUS

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    zum 70. jahrestag der befreiung  des konzentrationslagers auschwitz/oswiecim: 



    Night will fall - Hitchcocks Lehrfilm für die Deutschen
    Film von André Singer - Dokumentarfilm 


    Renommierte Regisseure wie Alfred Hitchcock wurden nach der Entdeckung der Konzentrationslager damit beauftragt, aus dem Filmmaterial der alliierten Truppen schonungslose Dokumente der Todeslager zu erschaffen. Doch die Fertigstellung seines Films verzögert sich und er landet bald unvollständig in den Archiven. Der Dokumentarfilm Night Will Fall" zeigt die Wiederherstellung des Hitchcock-Films und die dafür verantwortlichen Experten und er rekonstruiert zugleich mit Hilfe von Zeitzeugen - ehemaligen Lagerinsassen ebenso wie ehemaligen Soldaten und Kameraleuten - die Befreiung der Konzentrationslager 1944/45.

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    Freie Meinungsäußerung (???)

    Julia Klöckner (CDU) - und ihr Rechtsverständnis vom Hitlergruß

    von Kristiana Ludwig | SPIEGEL.de


    CDU-Vizechefin Julia Klöckner irritiert mit der Aussage, der Hitlergruß sei Teil des Rechts auf freie Meinungsäußerung. SPD und Grüne in Rheinland-Pfalz werfen der Fraktionschefin Verharmlosung vor. Sie selbst fühlt sich missverstanden. Die CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner hat mit Aussagen über den Umgang mit Pegida-Demonstranten Kritik ausgelöst.


    Es gilt das gesprochene Wort - S!NEDi|photo|caricatur
    In einem Interview mit dem "Pfälzischen Merkur" sagte sie: "Ich mag natürlich auch keinen, der sich mit einem Hitlergruß ablichten lässt und Anführer einer Pegida-Demonstration ist. Dennoch ist das Recht auf freie Meinungsäußerung, auch wenn einem die Inhalte nicht gefallen, grundlegend für unsere freie Gesellschaft."

    Ein Hitlergruß ist in Deutschland als "Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" verboten. Wer den rechten Arm wie zur Zeit des Nationalsozialismus hebt, macht sich zudem wegen Volksverhetzung strafbar.

    In Rheinland-Pfalz, wo Klöckner Fraktionsvorsitzende der CDU ist, kritisierte sie SPD-Generalsekretär Jens Guth scharf: "Ein Hitlergruß hat nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun. Wer den Hitlergruß des ehemaligen Pegida-Vorsitzenden Lutz Bachmann in eine Argumentationskette für Meinungsfreiheit bringt, handelt verharmlosend und geschichtsvergessen." Auch die innenpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Pia Schellhammer, sagte: "Es ist erschütternd, wenn die stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU eine solche Pose verharmlost und sogar noch als Ausdruck von Meinungsfreiheit legitimiert."

    Julia Klöckners Sprecher nannte die Reaktion auf ihre Aussagen "bösartig". Sie habe sich keinesfalls für eine Legitimierung des Hitlergrußes ausgesprochen und weise diesen Vorwurf "mit allem Nachdruck zurück". In dem Interview habe sie allein über das Demonstrationsrecht gesprochen. Ihr Standpunkt: "Die Leute, die in Demonstrationen einem Herrn Bachmann hinterherlaufen, nehmen ein Grundrecht wahr."

    In der Debatte um den Umgang mit Pegida hatte Julia Klöckner zuletzt den Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert, der Islam gehöre zu Deutschland. Es gebe "Ausprägungen im Islam, die erhebliche Probleme mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau haben und die die Scharia als mindestens gleichwertiges Rechtssystem zu unserer Rechtsordnung ansehen. Ein solcher Islam ist nicht automatisch ein gewollter Teil Deutschlands." Sie fordert seit längerem ein Burka-Verbot für Deutschland.

    Burka unmöglich - aber Hitler-Gruß schon ...

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    Ausgerechnet zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ von Auschwitz wird eine solche - na ich will es mal gnädigerweise "Verhaspelung" nennen - einer prominenten CDU-Politikerin bekannt ... Irgendwie sollten diese Jahrestage doch auch die Sensibilität der jüngeren Nachrückerinnen für Frau Merkel etwas mehr schärfen - gerade auch in Zeiten von PEGIDA-Spaziergängen als stummer Protest zur Ausgrenzung einer Religion und dem laufenden NSU-Prozess ...

    Es ist sehr traurig, wie wenig Geschichtsbewusstsein da vorhanden zu sein scheint  - wie wenig frau da anscheinend  ihre Schularbeiten gemacht hat - ehe sie ihre CDU-politische Karriere startete... Hinterher mit Sprecher-Erklärungen und zurückrudernden Verlautbarungen alles wieder ungeschehen machen wollen, ist schwierig, denn die Politiker selbst haben ja ihren Manuskript-Stempel erfunden: Es gilt das gesprochene Wort - Sperrfrist bis .... - und gerade Interviews werden oft vor ihrer Veröffentlichung noch mal gegengelesen ... - und wenn es sein muss, korrigiert ...: 

    Hier wäre eine sensible Korrektur dringend nötig gewesen ...

    Philipp Jenninger musste 1988 wegen der falschen Betonung bei einer Rede zum Holocaust-Unrecht zurücktreten ... - Und erst neulich hatte unser aller Angela in ihrer Regierungserklärung am 15.01.2015 mit dem Versprecher "Antisemitismus ist unsere staatliche und bürgerliche Pflicht" aufhorchen lassen - und meinte hoffentlich natürlich den Kampf gegen Antisemitismus. Merkel selbst registrierte den Ausrutscher gar nicht - sie folgte ihrem Manuskript bis zum Ende - ich hab auch danach nichts gehört von Bedauerung oder Richtigstellung: 
    Es gilt das gesprochene Wort ...!!!


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    Die Geschichte 
    einer "Blattstruktur" ...


    mein Original-Photo - unbearbeitet - vom 26.05.2012



    Nein - ich will mich ja gar nicht beklagen - es ist alles mit "rechten Dingen" zugegangen - und wenn dieses Design-Büro halt - da irgendwo in €uropa oder in Deutschland (ich werde natürlich keine Namen, Orte oder kompromittierenden Details nennen ...: - denn "der Gentleman genießt und schweigt" ...) - mein Foto aus der "Google-Bildersuche" herausfischt, um es in einem seiner Homepage-Auftritte als Background zu verwenden - dann sollte ich mich eigentlich nichts als nur geehrt fühlen - ich als alternder kleiner Photoamateur- und augenzwinkernder Möchtegern-Profi ...

    Ich hätte das ganze Prozedere ja auch gar nicht wahrgenommen, wenn dieses Design-Büro einfach heimlich, still und leise dieses Bild mit dem "S!NEDi|photogemälde"-Titel "Blattstruktur" einfach heruntergeladen - entsprechend seiner weiteren Verwendung bearbeitet - und dann ganz stickum in seine Seite eingebracht hätte ...

    Inzwischen hatte ich das oben abgebildete Photo beschnitten, gedreht, und mittels allerhand Photoshop-Filter "verschönt" bzw. "verfremdet" - und ebenfalls am 26.05. in diesem Blog veröffentlicht




    Nun - das Design-Büro ist aber ein seriöses Unternehmen und hat löblicherweise sich um das "Urheberrecht" solcher Art www.-Bild-Fundstücke bei einer beabsichtigten kommerziellen Nutzung gekümmert: Es mailte mich an - ob ich das Bild nicht "hochaufgelöst" zur Verfügung stellen könnte - und "unter welchen Bedingungen" ich es ihm zur Nutzung überlassen könnte ...

    Google-Bildersuche mit "meinem" Bild ...


    Daraufhin habe ich mich natürlich hocherfreut bedankt - habe nach einigen Mails hin und her sogar noch mit meinen amateurhaften Bordmitteln die Auflösung des Bildes auf 300 dpi ganz den Wünschen des Design-Büros entsprechend erhöht - nachdem ich zuvor bereits die "von natur" hochaufgelöste unbearbeitete Original-Aufnahme als jpg-Datei mitgeschickt hatte, um so auch mal einen Anhaltspunkt zu liefern, wieviel an Photoshop-Arbeit und KIZOA-Filter-Probiererei nötig ist, um ein solches Endergebnis dann letztendlich auch zu erzielen ...

    ... Und habe dann festgelegt, dass ich - wie von dem Design-Büro nun ganz formal "vertraglich und buchhalterisch" eingefordert - keine Honorar-Rechnung und auch keinen Nutzungs-Vertrag dafür ausarbeiten und (unter)schreiben wolle - sondern man solle mir einfach eine "Spende" in der Höhe auf mein Konto überweisen, die dem Design-Büro dieses Bild nun für seine unbegrenzten Nutzungsrechte in seiner Werbung "wert" sei ...

    Man bot mir dann doch postwendend tatsächlich 10,00 €uro Honorar (i. W.: "Zehn---- EURO") an ... (boooaaahhh eeeeiii ...!!!) ... - worauf ich allerdings müde lächelnd geantwortet habe, das sei ja wohl einfach nur "lächerlich" ... - (und doch - bedenke: Wer den Cent nicht ehrt - ist des €uros nicht wert ...).

    Und heute nun - nach weiteren drei Wochen Prozess-Reifungsdauer - erkannte ich auf dem Kontoauszug meines Girokontos den Eingang von tatsächlich genau 10,00 €uro (i. W.: "Zehn---- EURO")"Honorarkosten" für dieses Bild, das ich in insgesamt 4 jpg-Dateien zu unterschiedlichen Auflösungen und Motivausschnitten per Mail in der Anlage jeweils zur Verfügung und Nutzung stellte ...

    Übrigens - das Design-Büro arbeitet für große und allergrößte Verkehrsunternehmen ... - und bekommt für seine Bemühungen sicherlich (auch "umgerechnet") weit mehr als 10,00 €uro Honorar für ein solches original-entwickeltes bzw. skizziertes Artefakt-Detail - auch wenn sich "mein" Bild ja "nur" als Werbehintergrund auf einer Seite der Design-Homepage irgendwo und irgendwie aufhält ...

    ich habe hier nun den mir zugemailten "Entwurf" dieser Seite für die Design-Büro-Homepage als Eindruck unleserlich verfremdet ...

    Auf alle Fälle: Viel Spaß wünsche ich damit ... - und ich werde mir von den 10,00 €uro (eigentlich ein viel zu geringes Schmerzensgeld für eine derartige "Beleidigung" ...) eine Flasche voll klaren Inhalts kaufen ... - und auf diesen tollen "Deal" grölend anstoßen ... - denn:

    "Erst kommt das Fressen - 
    dann kommt die Moral."
    Bertolt Brecht *)


    *) meinem ersten Impuls, die 10 €uro einfach wieder zurückgehen zu lassen, werde ich "aus lauter infantilem Trotz" nun doch nicht nachkommen ...

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    S!NEDi: urban | von 20011/2015


    geh in diesem bild spazieren
    breite es aus
    falte es auseinander
    erinnere dich

    auf schwarzem kopfsteinpflaster 
    latsch durch die pfützen
    inmitten all dieser zerstörungen
    erinnere dich ganz genau

    spiegele dich in den wassern 
    in fahl-bunten neonlichtern
    und schmeiß nochmal eine
    fensterscheibe ein

    du kennst ja das scherbenklirren
    wenn die gesichter zerspringen
    du siehst noch diese langen schatten
    und hörst ihr wispern in den trümmern

    nein - hier ist eh alles zu spät
    du rettest den freund nicht mehr
    unter dem pflaster
    ja da liegt der strand

    in der tiefe unten
    wo die wattwürmer zucken
    da oben dieses hellbunte gewölk
    als ob da jemand sei

    der gleich die läden schließt ...
    die stiefel marschieren im stechschritt
    du hörst das echo der kommandos
    du siehst den schwarzen transporter 
    gleich schrillt die trillerpfeife
    dann kurz und knapp die befehle
    schüsse - peitschen vielleicht - schreie -
    und dann sinkst du zurück

    zurück auf das uralte kissen
    das sich feucht anfühlt
    nach angst irgndwie
    die nicht ausdunsten kann ...

    es riecht noch nach
    schwarz-krustigem blut
    nach all den alten körpersäften
    nach spuren des lebens halt 
     sinedi



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    Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel. - Matthäus 5,37

    auf Kölsch heißt diese Bibelstelle übersetzt:
    Arsch huh, Zäng ussenander!



    domradio: Helau statt Alaaf!


    Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hatte es Anfang des Monats in seiner Predigt an die Karnevalisten noch einmal auf den Punkt gebracht: "Im Karneval wird das Kleine groß, das Schwache stark, und die Herrschenden werden dem Gelächter preisgegeben."Zwar könne der Karneval nicht die Welt verbessern, er nehme aber die Verhältnisse aufs Korn und gebe den Gedemütigten eine Stimme und den Armen Macht. Da schwang wohl auch der fromme Wunsch mit, der Karneval dürfe nicht zu einer reinen Spaßveranstaltung mutieren. Und Woelki erinnerte die Karnevalisten auch an die Morde von Paris.

    Vielleicht auch durch diese Worte ermutigt, plante das Festkomitee Kölner Karneval für den Rosenmontagszug einen eigenen Motivwagen, der die Taten von Paris ächten und die Meinungs- und Pressefreiheit hochhalten sollte. Ein eindeutiger, wenn auch recht harmloser Entwurf (s.o.) wurde mit stolzgeschwellter Brust den Medien und den Kölnern vorgestellt.

    Nun zieht das Festkomitee den geplanten "Charlie Hebdo"-Wagen zurück. Man stehe zwar immer noch zur Aussage des Entwurfs. Aber: "Wir möchten, dass alle Besucher, Bürger und Teilnehmer des Kölner Rosenmontagszuges befreit und ohne Sorgen einen fröhlichen Karneval erleben." Und ein Wagen, der „die Freiheit und leichte Art des Karnevals einschränkt“, sei nicht gewollt.

    Was für eine fadenscheinige Argumentation. Es sollte doch nie das Hauptziel des Karnevals sein, im allgemeinen (Voll-)Rausch alle Sorgen, Nöte und Ungerechtigkeiten zu vergessen. Droht nun der offizielle Kölner Karneval endgültig zu einer reinen Kommerzveranstaltung zu verkommen, bei der jegliche kritischen oder subversiven Töne in vorauseilendem Gehorsam unterbunden werden, um der Touristik und der Gastronomie bloß nicht das große Geschäft zu verderben? Das wäre ein Armutszeugnis.

    Mutig war der Kölner Karneval freilich noch nie, erst vor wenigen Jahren erinnerte eine vielbesuchte Ausstellung des Stadtmuseums an das unrühmliche Verhalten in der NS-Zeit, als antisemitische Wagen beim Rosenmontagszug bejubelt und Juden in der Bütt verächtlich gemacht wurden. Auch die Mär von der NS-kritischen Kölner Bürgerschaft ist schon lange widerlegt.

    Wir Kölner schauen ja immer mit leichter Verachtung auf den Düsseldorfer Karneval. Heute wird deutlich: zu Unrecht. Denn dort geht es seit langem nicht nur – wie in Köln beim Karneval oder in München beim Oktober-fest – darum, den Hektoliter-Verbrauch an Bier zu steigern und die Stadtkassen zu füllen. Nein, dort ist es gute Tradition, auf mutigen Karnevalswagen Missstände mit deutlichem Spott und Hohn an den Pranger zu stellen.

    Also: Nicht nur, weil Düsseldorf die zweitwichtigste Stadt in unserem Erzbistum ist, rufen wir heute aus voller Überzeugung "Helau" und nicht "Alaaf"!

    Ein schönes und hoffentlich sonniges Wochenende wünscht für die ganze domradio.de-Redaktion, 
    Ralf Walter | domradio - Online-Redakteur 
    domradio.de - Newsletter vom 30.01.2015
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    Was war das für ein Aufschrei nach den Karikaturistenmorden von Paris: WIR SIND CHARLIE - JE SUIS CHARLIE hallte es allerorten von den Populisten-Wortführern Gauck und Merkel bis hin in kirchliche Kreise und Spontandemonstrationen in allen großen Städten des Landes: Alle waren plötzlich für uneingeschränkte Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der politischen Kritik, der Satire und der Karikatur, Freiheit des Glaubens und der sexuellen Orientierung usw.: die "Inklusion" hatte schon in allen Teilen der Gesellschaft ihren triumphalen Einzug gehalten  - und man trug den Buntstift aus der Schulschreibmappe des Kindes voller Stolz und Trotz gegen Andersdenkende am Revers ...  
    Ja - rief man voller Abscheu und Entrüstung mit zittriger Stimme aus - das "war nicht 'nur' ein Anschlag auf CHARLIE HEBDO, das war ein Anschlag auf die Demokratie, auf die kulturellen Werte der freien westlichen Welt" - nur vergleichbar mit NINE-ELEVEN 2001 .... 
    Hehre Worte - und doch nur Schall & Rauch - und nur wieder ein schnüffelnd schmatziges Schweinchen, was durch die Medien gejagt wurde: Das fing schon an - als uns die Tagesschau zeigte, wie mutig Frau Merkel und Herr Gabriel und Herr Steinmeier die Marschkolonne der aberhunderttausend Trauernden und Gedenkenden in Paris im Gleichschritt mit anführten (dieses Blog berichtete ...) - sie sich aber in Wirklichkeit lediglich für ein "Gruppenbild mit Dame" ganz abseits in eine Seitenstraße für eine Viertelstunde versammelten für einen Fototermin mit der Weltpresse und den Medien für alle Kameras und Selfie-Knipser, die dann von den Bildredaktionen zu Hause geschickt zusammengeschnitten werden sollten und brav auch ohne jeden Kommentar zusammengeschnitten wurden - sodass aus einem jämmerlichgen Haufen der ewig Zaudernden die Spitze in der todesmutigen Marschkolonne wurde ... - Selbst frühere Propagandaminister inszenierten so etwas irgendwie "gekonnter" ... 
    Nun - und so ähnlich verlief es jetzt auch in Köln bei der Vorbereitung des Rosenmontagsumzugs: Die pfiffige aber an sich harmlose Entwurfskarikatur für einen Pro-CHARLIE-Wagen wurde "aus Sicherheitsbedenken" zurückgezogen, nachdem der Entwurf mit vielen Tausend Stimmen bei einer Abstimmung zum Bau ausdrücklich gekürt wurde ... 
    Von wegen: "Arsch huh, Zäng ussenander!" - ein berühmter Kölner hat vor zig Jahren bereits jesacht: „Wat kümmert mich ming Jeschwätz von jestern?“ und auch „Es kann mich doch niemand daran hindern, jeden Daach klüger zo werden“. Es gibt da noch eine ganze Menge ähnlicher kölscher Redensarten ...: Ja - der Kölsche Klüngel benötigte schon immer ein Übermaß an Opportunismus und "Anpassung" - heute so - morgen anders: flexibel musst Du sein ... - Charaktereigenschaften, die bei manch einer amtierenden Politikerin unserer Tage fast einen Kölschen Stammbaum und Background in ururalter Zeit vermuten lassen könnten ...
    Foto: DPA | sz.de

    Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel. - Matthäus 5,37




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    aufgedröselt ...

    Die Bahn ist winterfest…

    …verkündete der damals gerade aktuelle Bahn-Chef. Das war wie immer vor dem Schnee. Ja, früher war doch etwas besser: Die Züge fuhren auch im Tiefschnee und die Weichen funktionierten sogar bei Minustemperaturen. Vermutlich sind wir alle nur Opfer der alljährlichen Marketing-Kampagne der Deutschen Bahn. Demnach ist Winter ein Ausnahmezustand, der manchmal urplötzlich und unvorhersehbar über uns herein bricht, wenn vereinzelte Schneefälle ein derart gewaltiges Ausmaß annehmen, dass einfach alles vollständig zum Erliegen kommt. Das Erstaunliche daran: Ausfälle im Zugverkehr gab es damals praktisch nie.



    Können Sie sich noch an diese Eisenbahnwerbung der Deutschen Bundesbahn erinnern? 
    "Alle reden vom Wetter - Wir nicht!" 
    Damals - als der Winter eine ganz normale Jahreszeit und noch keine Katastrophe war ... Früher halt - wovon die älteren Leute heute sagen:"Früher - da hatten wir Winter ... - ich weiß noch als der Bodensee zugefroren war - der Rhein - Schneeberge von November bis April in einem 'Rutsch' - aber die Eisenbahn fuhr ... - es gab praktisch keine Zugausfälle oder Verspätungen ..." ...

    Nun - einiges davon muss man sicherlich ins Reich der Fabel verbannen: Es gab auch nach historischen Wetteraufzeichnungen belegt in den Wintern immer - seit vielen Jahrhunderten - ein unregelmäßiges oft extremes Auf und Ab: Wer sich da erinnern möchte - oder überprüfen, kann das im Netz natürlich heutzutage zweifelsfrei: hier und auch hier ...und hier ...



    Schnee"chaos" auf der A2 am "Bielefelder Berg" - nach einem Foto von bigge-online.de









    Richtige Winter – Schnee von gestern?

    Lassen Sie uns also mal einen Blick auf die Fakten werfen: In den Jahren 1980 bis 1990 hatten wir beinahe ebenso viele Winter mit negativen Durchschnittstemperaturen wie mit positiven (6:5). In den Jahren 2000 bis 2010 waren es fast genauso viele (4:7). Hier einige Beispiele:

    Temperaturen





    Alle Angaben in ° Celsius, Quelle

    Anfang 2011 titelten die Medien: „Werden die Winter in Deutschland immer strenger und härter?“ Der Winter 2010/2011 war tatsächlich einer der kältesten seit der exakten Wetteraufzeichnung überhaupt - überboten nur von einer Kältewelle in den Jahren 1969/1970 (-4,7° C). Der Februar 2012 war im Mittel um 8,2° C zu kalt, der gesamte Winter aber ein durchschnittlicher und eher milder. Insgesamt zeigt die Statistik: Die Winter des vergangenen Jahrzehnts waren denen von früher durchaus ebenbürtig. Und auch der Trend, dass die Winter in den 90ern etwas mildere Temperaturen aufwiesen, scheint in den letzten 10 Jahren gebrochen.

    Gehen wir noch weiter zurück: Die Winterstatistik der 1950er Jahre kann die Theorie von den angeblich so strengen Wintern von früher nicht wirklich stützen. Wiederum weisen lediglich vier Winter negative Durchschnittstemperaturen auf, zum Beispiel der von 1955/1956 mit -2,3 Grad. Und auch da war wie so oft nur ein einziger Monat für die niedrigen Durchschnittswerte verantwortlich, nämlich der extrem kalte Februar 1956. So auch in den Jahren 1984/1985 (Durchschnittstemperaturen im Januar: -5,9° C) und 1986/1987 (Januar: -5,5° C). In beiden Wintern wirkte sich ein ganz besonders kalter Januar drastisch auf die Gesamtstatistik aus. Übrigens kam der Winter 1985/1986 trotz eines überaus eisigen Monats Februar (-6,4 Grad) insgesamt durchschnittlich nur auf -0,7° C. Und das lässt Schlüsse auf die milden Temperaturen der übrigen Wintermonate zu.


    nach einem NW-Foto von Andreas Frücht




    Die Winter unserer Kindheit

    Wenn es also nicht die Winter sind, die schlechter geworden sind, dann vielleicht unser Gedächtnis? Ja, wie war das eigentlich damals? Ich erinnere mich doch noch ganz genau an die Winter meiner Kindheit: Monatelang bibberten wir bei klirrender Kälte in unseren ausgekühlten Wohnstuben und wärmten unsere klammen Hände bei Kerzenlicht am knisternden Herdfeuer. Die Fenster waren mit bizarren Eisblumen verziert und der Schnee wurde überhaupt erst erwähnenswert, wenn er sich hoch aufgetürmt hatte. Morgens, wenn man dick eingemummelt das Haus verließ um mit der Bahn in die Schule zu fahren, musste man sich in Acht nehmen, um nicht von herabfallenden Eiszapfen erschlagen zu werden und so manche gewaltige Schneelawine, die vom Dach polterte, begrub die auf der Straße parkenden Autos unter sich. Nicht selten war gar das öffentliche Leben fast gänzlich zum Stillstand gekommen. Zum Glück hatten wir uns rechtzeitig bevorratet.

    Die Erinnerung ist ein starker Filter und sehr subjektiv, will heißen: von Emotionen geprägt. Was uns gerade in der Kindheit besonders bewegt und beeindruckt bekommt im Gehirn eine Größenordnung, die mit den trockenen Fakten am Ende nicht mehr allzu viel zu tun hat. Und extreme Erlebnisse werden gerne verallgemeinert. Es ist ein wenig wie beim Jäger- und Angler-Latein: Die Beute wird mit jeder Erzählung imposanter, die Herausforderung größer. Wir speichern nicht das Schmuddelwetter an 75 Wintertagen, sondern die 15 frostigen Eistage des Jahres mit den gewaltigen Schneemassen ab. Wir erinnern uns an Schneeburgen, Schneeballschlachten und Schneemänner, an die Freuden des Wintersports und unsere ersten vorsichtigen Schritte auf dem knirschenden Eis.

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    Auch ein NDR|Kultur-NachDenker-Kommentar befasst sich mit den alltäglich von den Medien durchs globale Dorf getriebenen "Katastrophen": 


    Unsere tägliche Katastrophe

    Von Alexander Solloch | NDR|kultur-NachDenker


    Vor einigen Jahren war die Lage schon einmal so schlimm, da schneite es in Nordrhein-Westfalen. Das Fernsehen brachte ständig Sondersendungen und schaltete zu aufgeregten Reportern, die irgendwo waren, wozu man "vor Ort" sagen konnte und wo sich jedenfalls schreckliche Dinge abspielten.

    Der dramatische Höhepunkt war die Schalte zu einem Korrespondenten am Kölner Hauptbahnhof, der vor Ort feststellte, die Schneeflocken wüteten so verheerend, dass heftige Verspätungen im Zugverkehr die Folge seien. Der Kameraschwenk zur Anzeigetafel sollte die Dramatik der Situation verdeutlichen: Regionalbahn nach Emmerich - 10 Minuten verspätet, ICE nach Hamburg-Altona - 15 Minuten verspätet, S-Bahn nach Leverkusen-Mitte - 5 Minuten verspätet. Wie an jedem anderen Tag auch. Aber dramatisch war's, kein Zweifel. Ein Monster-Schneefall, gewissermaßen.

    Unsere tägliche Katastrophe gib uns heute

    Diese Woche war's also der "Monster-Blizzard", der, wie uns die Nachrichten vorsorglich ankündigten, zunächst New York verwüsten und dann, mit einstweilen noch unbekanntem Ziel, anderswo weitermachen würde. Man wüsste gern, ob die Sondersendungsmacher - und ihre potentiellen Zuschauer - hinterher nicht im allertiefsten Inneren ein ganz kleines bisschen enttäuscht darüber waren, dass sich der Monster-Schneesturm dann doch eher nur als so bösartig wie ein Krümelmonster erwies.


    S!NEDi|photo|graphic nach einem Videostill von faz-net


    Dass gleichzeitig aber Babys in eingeschneiten, völlig vereisten libanesischen Flüchtlingslagern erfrieren - Libanon, genau, das ist das Land, das seit Jahren, obwohl es komplett überfordert damit ist, Hunderttausende von syrischen Flüchtlingen aufnimmt, ohne den Untergang des Morgenlands zu beklagen -, dass diese armen Geschöpfe keine Rettung finden, macht uns nicht so arg schaudern, weil wir ja ganz in Beschlag genommen sind von unserer großen lustvollen Angst vor den Katastrophen, die unser geliebtes Abendland bedrohen.

    Griechenland im Bankrott, Europa in Währungsturbulenzen


    Letztes Wochenende, am Tag vor der griechischen Parlamentswahl, zeichnete die "Süddeutsche Zeitung" ein eindringliches Bild vom bevorstehenden Ungemach. Neuerdings will die "Süddeutsche Zeitung" am Wochenende keine Tageszeitung mehr sein, sondern eher ein süffiges Meinungs- und Einordnungs-Blatt, dergestalt dass man vor lauter Einordnung die Nachricht nicht mehr erkennt. So wiesen die Einordner schaurig-wohlig auf die katastrophalen Konsequenzen eines Wahlsiegs der griechischen Linken von Alexis Tsipras hin: Griechenland würde in den Bankrott taumeln, Europa in unabsehbare Währungsturbulenzen, in Deutschland wäre die Machtergreifung der AfD gleichsam nur noch eine Frage der Zeit, und Europa würde unter einem gewaltigen Schneesturm für immer versinken. Nein, stimmt nicht… das mit dem Schnee stand da nicht, dafür war kein Platz mehr.

    Klugheit der Kinder

    Und nun? Nun haben die Griechen nicht das von ihnen erwartete Wohlverhalten gezeigt, weil sie es komischerweise nicht ganz so befriedigend fanden, dass ein großer Teil der einst gesunden Mittelschicht inzwischen völlig verarmt ist und die Reichen munter reich bleiben dürfen. Während Europa kein Problem damit hat, dass EU-Mitglied Ungarn von Rassisten regiert wird - jedenfalls kein Problem, das irgendwie zum Handeln zwänge - , schimpft man die Griechen nach dem unerwünschten Wahlergebnis "infantil" und beweist damit doch nur, wie wenig man von der Klugheit der Kinder versteht.


    Wir leben in Frieden und in Freiheit und haben ganz schön dicke Bäuche. Braucht's da zur Abwechslung immer mal wieder ein kleines bisschen Katastrophe? Oder wollen wir uns nicht ausnahmsweise von der Literatur besänftigen lassen?  Zum Beispiel von Alan Alexander Milne: 


    Eines Tages gingen Pu der Bär und sein Freund Ferkel durch den sturmumtosten Wald. "Angenommen, ein Baum fällt um, Pu, wenn wir direkt darunter stehen?" fragte Ferkel besorgt. Nach gründlichem Nachdenken antwortete Pu: "Angenommen, er fällt nicht um."




    Mit Materialien aus: Link und Link

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    ... und noch ein Kommentar "zum Thema" - diesmal aus der taz:

    Kommentar Blizzard-Aufregung USA

    Die UNO hat zu

    Wenn der Schnee kommt in den USA, läuft der Live-Ticker. In den Bergen des Libanon liegen Babys erfroren am Boden. Ohne Live-Bilder.

    Und wieder schlägt die Natur mit alttestamentarischer Grausamkeit zu. Ein Blizzard bedroht die amerikanische Ostküste. Die Basketball-Partie zwischen den Brooklyn Nets und den Portland Trail Blazers wurde abgesagt. Andrew Cuomo, der sich als Gouverneur mit dem Wagemut eines Scholl-Latour gepaart mit dem Kameradengeist eines Luis Trenker wild entschlossen den Flocken am Times Square entgegenstellt, verkündet: „Es könnte eine Frage von Leben und Tod sein.“

    Die USA haben den Kommunismus besiegt, Saddam Hussein verjagt, Osama bin Laden gekillt, aber wenn der Schnee kommt, kann der Navy Seal nur hilfslos zuschauen. Die schlimmsten Ahnungen des Nostradamus werden wahr: „Wenn der Schnee kommt, schneit es.“ Oder so ähnlich.


    Zwei Babys, denen die Eiseskälte die Haut zerfetzt hat, liegen tot am Boden. Die Leiche einer Zehnjährigen kann nur mit Mühe geborgen werden, weil sie am Boden festgefroren ist. Im Zelt. Diese Schreckensbilder stammen aber nicht von der amerikanischen Ostküse, sondern aus den Bergen des Libanon. Live-Bilder sehen wir davon nicht. Denn es sind nur Flüchtlinge aus Syrien. Hilfslos im Kampf gegen einen echten harten Winter mit meterhohem Schnee.


    aus einem (c) ovb-Foto

    Hilfsgüter kommen nicht an. Denn Hilfsgüter waren auch gar nicht vorgesehen. Die Welt hat sie vergessen. Zwei Millionen Menschen im Libanon. Und weitere 8 Millionen, die verstreut sind als Binnenflüchtlinge innerhalb Syriens und in den Anrainerstaaten, schlimmstenfalls auf einem führerlosen Schlauchboot zwischen Beirut und Lampedusa. Denn die UNO hat zu.

    Windstärke 7. Abartig

    Als am Montag am obersten Fenster im UN-Wolkenkratzer in New York eine Schneeflocke angeklatscht ist, wurde schnellstens das Gebäude geschlossen. Seitdem läuft der LIVE-Ticker. Sekündlich die Schneehöhe an der Ostküste, als rote Eilmeldung über den Flachbildschirm rasend. Blizzard, das heißt: Sichtweite unter 400 Meter. Hui! Dauer drei Stunden. Irr! Windstärke 7. Abartig. Und Flüge fallen aus, was sich auf die Börsenkurse auswirkt. Wenn noch Hagel kommt, ist die Welt sicher vernichtet. Ja, in den USA könnte man sich schützen mit Soft Shell Jackets und Flexitex mit Innenfütterung. Dazu Mütze, Schal und Winterstiefel. Und wenn es ganz arg stürmt und pfeift, geht man eben heim.

    Syrische Flüchtlinge können das nicht. Seit 2011 herrscht Elend in unvorstellbarem Ausmaß. Helfer vor Ort sind verzweifelt: eine humanitäre Katastrophe hätten sie vor zwei Jahren gehabt. Für den jetzigen Zustand gäbe es in der menschlichen Sprache keine Ausdrücke mehr. Es ist aber auch zuviel verlangt, bei Aleppo an Schneesturm zu denken. Die zerbombte Wirtschaftsmetropole Syriens hat gefälligst, wenn überhaupt, unter Sandsturm zu leiden. Hitzschlag, nicht der Schneetod, steht für das Syrien-Klischee.

    Ein junger Mann fragt: „Hey, wollt Ihr Stalingrad drehen? Das ist in Aleppo perfekt.“ Die Menschen hausen in Kellern, es hat unter Null Grad, und der Hunger ist quälend. Draußen schlagen Granaten ein, Faßbomben und Mittelstreckenraketen. Die Kinder erschrecken schon lange nicht mehr. Achja, Fleecejacken und Fellstiefel sind gerade nicht verfügbar. 

    Nicht mal ein humanitärer Trampfelpfad

    Auf jeder deutschen Autobahn mahnt man zur „Rettungsgasse", für die Menschen in Syrien gibt es nicht einmal einen humanitären Trampelpfad. Ein belagertes Stadtviertel in Homs wird seit acht Monaten von jeglicher Hilfe abgeschnitten. Betroffen sind alleine dort über 200.000 Menschen. Keine Islamisten, Mörder, kriminelle Kaukasier. Syrische Normalos.

    Eine Frau schaut im Libanon auf ihr Flüchtlingszelt, das unter der Schneelast gerade zusammen gebrochen war. Einen Nachbarn hat der Balken in seinem Zelt erschlagen. Sie sagt, früher hat sie in Syrien auch oft Schnee geschaufelt. Vor der Anwaltskanzlei ihres Mannes. Wenn sie aus der Uni kam, wo sie unterrichtet hatte. Jetzt hat sie nichts mehr. Keinen Mann, keine Arbeit, keine Heimat.

    Ein Kind hat sie noch. Das hält ängstlich ihre Hand umklammert. Sie stehen im tiefen Schnee, das Kind ist barfuß. Syrische Flüchtlinge sagen: „Wir beten jeden Tag zu Gott, dass er uns ein Erdbeben schickt. Dann hätten wir morgen Hilfe. Aber wir haben nur einen Krieg.“

    Skulptur vorm UNO-Gebäude - nach einem Foto
    von chris-on-the-bike.de/
    Das Handy vibriert. Eilmeldung aus New York: 40 Zentimeter Schnee. Schlimm. Die UNO bleibt zu.



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    S!NEDi: DIAMONDS von 2015


    JOSEF SALVAT | S!NEDi|photo|graphic nach einem Video-Still


    JOSEF SALVAT
    "DIAMONDS IN THE SKY" 
    (deutsche Übersetzung von "Don Danillo 99")

    Strahle so brilliant wie ein Diamant
    Glänze so brilliant wie ein Diamant

    Finde das Licht im wunderschönen See.
    Ich habe mich entschieden glücklich zu sein. 
    Du und ich, du und ich.
    Wir sind wie Diamanten im Himmel.

    Du bist ein aufstrebender Star - ich sehe das.
    Eine ektstatische Vision.
    Wenn du mich hältst, dann bin ich lebendig.
    Wir sind wie wunderschöne Diamanten im Himmel.

    Ich wusste es, dass wir es bald packen werden.
    Oh, sofort spürte ich das.
    Vom ersten Augenblick an, fühlte ich sofort die Energie der Sonnenstrahlen.
    Ich sah das LEBEN in deinen Augen.

    REFRAIN:
    So lass uns heute Abend glitzern, du und ich.
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!
    Von Auge zu Auge - so lebendig.
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!

    Scheine so brilliant wie ein Diamant!
    Scheine so brilliant wie ein Diamant!
    Scheine so brilliant wie ein Diamant!
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!

    Glänzen - so brilliant wie ein Diamant!
    Glänzen - so brilliant wie ein Diamant!
    Glänzen - so brilliant wie ein Diamant!
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!

    Palmen wachsen in's Universum hinauf.
    während wir blödeln und rumdödeln.
    Fühle die Wärme - wir werden niemals sterben!?!?
    Wir sind wie Diamanten im Himmel!

    Du bist ein aufstrebender Star - ich sehe das.
    Eine ektstatische Vision.
    Wenn du mich hältst, dann bin ich lebendig.
    Wir sind wie Diamanten im Himmel!

    Vom ersten Augenblick an fühlte ich die Energie der Sonnenstrahlen.
    Ich sah das LEBEN in deinen Augen.

    Lass uns heute Abend hell strahlen, du und ich.
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel
    Von Auge zu Auge - so lebendig.
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!

    REFRAIN:
    So lass uns heute Abend glitzern, du und ich.
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!
    Von Auge zu Auge - so lebendig.
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!

    Scheine so brilliant wie ein Diamant!
    Scheine so brilliant wie ein Diamant!
    Scheine so brilliant wie ein Diamant!
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!

    Glänzen - so brilliant wie ein Diamant!
    Glänzen - so brilliant wie ein Diamant!
    Glänzen - so brilliant wie ein Diamant!
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!

    Scheine so brilliant wie ein Diamant! 3x

    So lass uns heute Abend glitzern, du und ich.
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!
    Von Auge zu Auge - so lebendig.
    Wir sind so wunderschön wie Diamanten im Himmel!

    Scheine so brilliant wie ein Diamant! 7x

    Don Danillo 99


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    Sie sehen aus wie ein Maulwurf nach dem Besuch einer Striptease-Bar - vielleicht für unseren Nackedei-Geschmack etwas zu knitterig - und sie haben es in sich: Sie leben wie die Ameisen und Bienen in straffen arbeitsteiligen Systemen. Im ersten Moment haben sie mich an die "Bärtierchen" erinnert, die noch viel winziger aber mit ähnlichem Aussehen im Wasser leben - und über die ich hier schon mal berichtet habe ... 
    Ich finde all diese Langlebigkeits-Geschöpfe mit ihrem putzigen Aussehen - manchmal so, als wären sie einem Science-fiction-Comic entsprungen - äußerst reizvoll: auch weil ich glaube, dass wir zwischen Himmel alle Geheimnisse gelöst haben - und die uns Humanoiden vielleicht auch ein gesunderes Leben bescheren könnten - zumindest aber mehr Ehrfurcht vor dem Leben und auch große Toleranz, was das Äußere angeht: ich meine als Geschenk - als Gabe - nicht als dann horrende Übervergütung von irgendwelchen ominösen Produktforschungen der Pharmaindustrie ..

    Nacktmulle: In Würde altern - Das gesamte Bildmaterial stammt von CORBIS | SPIEGEL-ONLINE - wenn nicht anders angegeben







    Nacktmulle: Hässlich und zäh

    von Julia Merlot | SPIEGEL-ONLINE|Wissenschaft


    Wohl kein Nagetier lebt so lang wie Nacktmulle. Das könnte auch an der Geselligkeit der hässlichen Viecher liegen: Sie leben in riesigen Staaten mit klarer Arbeitsteilung - das schützt vor Fressfeinden und macht ein langes Leben erst möglich.

    Nacktmulle verspüren keinen Schmerz, wenn sie mit Säure übergossen werden. Sie bekommen keinen Krebs und gelten als die langlebigsten Nager der Welt. Immer wieder versuchen Forscher mit ihrer Hilfe herauszufinden, was einen Organismus bis ins hohe Alter fit und gesund hält - bislang vor allem über Genanalysen. Nun gibt es eine weitere Erklärung: Die Sozialstruktur des Nacktmulls könnte maßgeblich zu seinem langen Leben beitragen, berichten Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B".

    Sandgräber, zu denen auch der Nacktmull gehört, sind die einzige Säugetierfamilie, von der einzelne Arten in Staaten leben. Dieses sogenannte eusoziale Verhalten kennt man eigentlich vor allem von Insekten wie Bienen oder Ameisen. Aber auch die unter der Erde lebenden Nacktmulle setzen auf strikte Arbeitsteilung.




    Die Aufgaben werden je nach Alter verteilt. Als Teenager kümmern sich die Nager um ihre jüngeren Geschwister, später malochen sie im Tunnel und graben gemeinschaftlich wie am Fließband neue Schächte. Kräftige ältere Tiere bewachen die Eingänge des unterirdischen Baus vor Schlangen. Nachwuchs bekommt nur die Königin. Alle zwei bis drei Monate versorgt sie die Kolonie mit neuen zukünftigen Babysittern, Arbeitern und Soldaten. Zur Paarung in Frage kommen maximal drei Männchen. Alle anderen Staatenmitglieder bleiben unfruchtbar.

    Um herauszufinden, ob dieses Sozialkonzept die Langlebigkeit der Nacktmulle begünstigt haben könnte, werteten Scott Williams und Milena Shattuck von der New York University Daten von 440 Säugetieren aus. Davon lebten 423 allein oder in herkömmlicher sozialer Gemeinschaft. 17 waren in Staatengemeinschaften oder ähnliche soziale Strukturen intergeriert.

    Zusätzlich bezogen die Forscher den Lebensraum der Säuger ein. Unter den 440 Arten lebten 339 am Boden und 101, wie die Nacktmulle, in komplexen Bauten unter der Erde.

    Staaten-Gemeinschaft verlängert das Leben

    Das Ergebnis: Wenn sie unter der Erde oder in starken sozialen Gemeinschaften leben, werden Säugetiere besonders alt. Gemessen haben die Forscher das über den Langlebigkeitsquotienten. Er beschreibt das Verhältnis zwischen dem Durchschnittsalter vergleichbarer Spezies und dem Alter einer einzelnen Art. Je weiter der Wert also über eins liegt, desto deutlicher liegt das Alter einer Spezies über dem Durchschnitt.

    Die höchsten Werte erzielen unter der Erde lebende, tendenziell eusoziale Tiere, wie der Graumull mit einem Wert von 2,7 und der Nacktmull mit einem Rekordwert von 4,9. Nacktmulle können fast 30 Jahre alt werden.
    Coruro |
    Foto: magicbusblog.wordpress.com


    Zwergmangusten | 

    Foto von Gudrun Hunger fotocommunity.de
    Zum Vergleich: Der Coruro, ein in Südamerika lebendes Nagetier, das ebenfalls unter der Erde haust, aber keine Staaten bildet, kommt auf einen Quotienten von 1,7. Zwergmangusten, die tagsüber unter freiem Himmel unterwegs sind, aber eusoziale Tendenzen haben, kommen auf einen Wert von 1,8.

    Weit abgeschlagen sind dagegen etwa Taschenratten mit einem Quotienten von 0,94, also unterhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung vergleichbarer Arten. Taschenratten leben zwar ähnlich wie die Nacktmulle in verzweigten Gangsystemen unter der Erde, sind aber Einzelgänger.

    Schutz vor Feinden lässt Raum für Evolution

    "Wir gehen davon aus, dass Langlebigkeit im Zusammenhang mit dem Leben im Staat entsteht", schreiben die Forscher nach der Auswertung ihrer Daten. Der Schutz vor Feinden in einem extrem gesicherten Bau und die Unterstützung bei der Nahrungssuche durch Artgenossen, mache es erst möglich, dass sich der Körper evolutionär an ein langes Leben anpassen kann, so die Begründung.


    Zum Vergleich: Maulwurf | Foto: Dieter Mahlke, blende78.de
    Dafür sei auch der Mensch ein gutes Beispiel. Obwohl er nicht in einer strikten eusozialen Gemeinschaft lebe, zeige er zumindest dafür typische Tendenzen, so die Forscher. Geschwister passen aufeinander auf, Familie, Freunde, Schule und Kindergarten helfen bei der Erziehung und externe Gefahren durch wilde Tiere wurden minimiert. So kommt der Mensch auf einen Quotienten von 3,5 - wir leben also deutlich länger, als von höheren Primaten zu erwarten. Den Nacktmull können wir damit wohl kaum beeindrucken.


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    S!NEDi: die schwatz-gelbe wand ... | von 2015



    ich habe mich hier erst mit einem lyrischen text versucht:
    aber was soll ich dazu sagen ...
    ich bin zu weit weg, um falten glattzustreichen ...

    & 1ooo chedanken chehn mich durchn kopp
    et chibt nischt mehr zu quatschen ...
    ick weeß nischt warum ick jetzte unbedingt uffn biberkopf franz komme:
    aber - dieset schwatt-chelbe da löst solchene affinität in mir aus:
    „Keine Witze, meine Herren. Außerdem Sie haben recht. Es war ein ordentlicher Stein. Kann Ihnen ooch im Leben passieren, daß Ihnen die Klamotten auf den Kopf regnen und Sie weiche Beine kriegen. Kann jedem passieren, son Schlamassel."
    „Du bist ein Ochse, du weeßt ja gar nischt von der Welt.“
    „Da wäscht dir keen Rejen ab!“, dat hülft dir allet nischts.“

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